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gdtc 8. Abend-AuSgabe. Erstes Matt.

Insbesondere vermag die Kaiserliche Regierung nicht zuzugelien, daß amerikanische Bürger rin feindliches Schiff durch die bloße Tatsache ihrer Anwesenheit an Bord zu schützen vermögen.

Deutschland folgte lediglich dem Beispiel Englands, als cs einen Lerl der See -mir Kriegs gebiet erklärte. Un- fÄle, dir in diesem KciegZgelnet NeutoaLen auf feindlichen Schiffen zuftoß«: sollten, könnten daher nicht Wohl an­ders beurteilt werden, als Unfälle, denen Neutrale auf dem Kriegsschauplatz zu La ndeje derzeit ausgüsetzt sind, wenn sie sich trotz vorheriger Warnung in Gefahr begeben. Sollte sich ledoch die Erwerb-ung neutraler Passa- gieridampier für dte amerikanische Negierung nicht ru aus­reichendem Umfang ermöglichen lassen, >ft die Kaiserliche Re- givvung bereit, kerne Eimuendungeu zu erheben, daß die ame­rikanische Regierung vier Passagievdampfer feindlicher Flagge für den Passagievverkehr von Noatdamertla mich Eng- >land unter amerikanische Flagge bringt. Die Zu­sagen für freie und sichere Fahrt amerikanischer Pafsa- grerdampfer würde dann unter den gleichen Vorkbedingungen auch auf diese sauber feindlichen Passagieridampfer ausge­dehnt werden. Der Präsident der Vereinigten Staaten er­klärte sich in dankenswerter Weise zur Übermittlung urrd An­regung von Vorschlägen an die grvßbritcmnffche Regierung, rnfonderheit wegen einer Ä n d e r u n g des Seekriegs, be­reit. Die Kaiserliche Regierung wird stets von den guten Diensten des Präsidenten gern Gebrauch machen, uni) sie gibt sich der Hoffnung hin, daß seine Bemühungen sowohl im vor­liegenden Falle wie auch für

dak große Ziel der F r e i h e i t der M e t x e zu einer Verständigung führen werden.

Indem der Unterzeichnete den Herrn Botschafter bittet, vorstehendes zur Kenntnis der amerikaiiffchen Regierung zu Sbringeii. benutzt er diesen Anlaß, um Seiner Exzellenz die Bevsicheruuz seiner ausgezeichneten Hochachtung zu erneuern.

Gez. v. Jaqow.

An Seine Exzellenz den Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika, Herrn James W. Gerard.

Der Krieg gegen England.

Unsere Il-voote an der klrbeit.

W-T.-B. London, 0. Juli. (Nichtamtlich.) Das Reuter- ische Bureau meldet aus Hüll: Der Dampfer „Dido" von der Wilson-Linie, der in der letzten Woche einem deut­schen Unterseeboote entronnen ist, nachdem ihn dieses durch einen Kanonenschuß beschädigt batte, ist jetzt in der Nähe von Nordschottland durch einen Torpedo versenkt worden. Die ganze Besatzung wurde gerettet.

W. T-B. London, 10. Juli. (Nichtamtlich.) Reuter mel­det a«S Queenstown: DaS ruffische Schiff „Marion Light, body", mit Mitrad von Chile nach Liverpool unterwegs, ist von einem deutschen Unterseeboot 60 Meilen von der Küste von Cork beschossen und versenkt worden. Der Kapitän und 20 Mann wurden in QueenStown gelandet.

W. T-B. London, 10. Juki, 'Nichtamtlich.) Lloyd meldet tt„e PeterShead: Der russische Dampfer „Anna". 2000 Tonnen groß, von Archangel nach Hüll unterwegs, wurde durch ein deutsches Unterseeboot angegriffen. Die Be. satzr-ng wurde in PeterShead gelandet. Das Schiff selbst treibt noch und bildet eine Gefahr für die Schiffahrt.

Vas Unterseebootgespenst an der Uüste von ttanada.

Haag, v. Juli. (Ktr. Bln.) Aus London wird gemeldet: Die New Dork „Tribüne" weiß zu melden, daß Deutschland beabsichtige, eine Unterseebootsblockade der atlantischen Rüste von Kanada einzurichten zu dem Zweck, alle Truppenver- schiffungs- und Munitionstransporte, die von Kanada ab­gehen, in den Grund zu bohren. Es sollen geheime Stütz­punkte der Unterseeboote bei der Belleinsel, Pierreinsel, Miqueoninfel, bei New Foundland und auf der St. LawrenS- infel errichtet fein. Amerikanische Marinesachvcrständige halten diese Blockade für durchaus ausführbar. Angesichts her großen Fortschritte, die der Bau oer neuen Unterseeboots in den letzten Monaten durchgemacht hat, wird der Gedanke in Marinekreisen keineswegs mehr als so phantastisch bezeichnet irls vor einigen Monaten.

Deutsche Minen im Weitzen Meer?

Stockholm. 9. Juli. (Ktr. Bln.) über den Erfolg de: deutschen Minierung eines Teiles des Weißen Meeres un- weit Archangels meldet „Aftonbladet" aus Chrfftrania, daß 'innerhalb einer Woche vier englische Dampfer'auf Minen gestoßen sind. Der'Kommandant eines soeben aus Archangel in Bergen cmgekommrnen norwegischen Dampfers berichtet darüber: Ein großer englffcher Dampfer ist am 22. Juni bei einer Minenexplosion vollkommen zerstört worden; zwei andere mit Holz befrachtete englische Dampfer weilte ein gleiches Schicksal. Ein vierter englffcher Dampfer,

Krirgsbriefe aus dem Osten.

Dom unserm zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatter.

Nutze an der Dubisss.

Kurtowiany, Anfang Juli.

Wieder sieht die weiße hohe Spitze, der Turm von Szawle, über dir staubige und sonnige Straße. „Es ist Ruhe an der Dubissa", sagt der Artilleriehauptmann. Wir schwei­gen und die Russen krabbeln ab und zu so ein bißchen. „Ihr Auto kann ruhig bis zu der kleinen Kirche auf der Hohe fahren."

Da setzt das Heulen und Dröhnen ein, die scharfen weißen Wolken flattern über den Erlenbüschen vor uns. „Sehen Sie, die Russen schießen sogar!"

Auf der linken Seite der Straße gegen Sicht geschützt geht e§ wieder auf den Hügel zu. Irgendwo auS den Erlen- gebüschen zur Seite werde ich angerufen. Die paar Schrap. nells, planlos in das Gelände gestreut, haben doch Opfer gc> fordert. Zwei Verwundete. Ein Brustschuß. Ich gehe zur leichten Artillerie, um zu fragen, ob die Sache schlimm wäre, und das Auto für den Transport zur nächsten Verband- stelle zur Verfügung zu stellen. Da heult es wieder auf, und diesmal sausen zwei 12-Zentimeter°Granaten in das Ge­strüpp. Einer gräbt sich dicht neben dem Erdwall, an dem wir uns einträchtig allesamt niedergeworsen haben, ein. Die Leute springen auf und der Unteroffizier schreit, daß eS ein« absolute Schweinerei wäre, daß die gesamte Batterie auf einem Klumpen hocke.

Wiesbadener Tagblatt.

der mit Steinkohle befrachtet war, hat beiin Einlaufen in »in Hafen van Archangel großen Schaden erlitten. Man ist in dem genannten Hasen daher sehr beunruhigt, zumal die Be­hörden keine Kenntnis über die Menge der Minen im Weißen Meer: haben. In Archangel, das jetzt den Charakter einer großen Hafenstadt hat, liegen zurzeit rund 50 große Dampfer, und man erwartet, daß die Zahl der dort liegnchen Schiffe kalt auf 100 steigen wird.

Zum Munitionsmangel.

W.T.-B- London, 9. Juli. (Nichtamtlich.) Der Dixek- tor einer Munitionsfabrik erörtert in der „Morntng Post" die Ursachen des MunitionLmangelS und sagt: Viel Material und maschinelle Einrichtungen zur Herstellung von Zündern und Granaten mußten auS Amerika kommen. Diese Trans­porte brauchten vielfach 60 Tage statt 29 von New Dort nach London. Die Eisenbahnen und Docks waren so überfüllt, daß der Transport von Liverpool nach London manchmal fünf Wochen beanspruchte.

W. T-B. London, 9. Juli. (Nichtamtlich.) Der franzö- fische Munitionsminister Thomas befindet sich in London, um die MunitionSfragen mit Lloyd George zu erörtern.

vie englischen ttriegsanlecheverliandlungen mit Morgan.

Zürich, 9. Juli. (Frkfrt. Ztg.) Die Verhandlungen der Morgangruppe mit der englischen Regierung wegen Übernahme von 20 Millionen Pfund der neuen Kriegsanleihe scheiterten infolge der Forderung der Gruppe, Steuerfreiheit für die Zinsscheine zu erhalten.

Explosionen in einer Pulverfabrik bei London.

W. T-B. London, ö. Juli. (Nichtamtlich.) Meldung des Reuterfchen BureauS: In einer Pulverfabrik in H o u n s l o w bei London ereigneten sich nach 9 Uhr früh zwei heftige Explosionen, denen einige weniger heftige folgten. Eine riesige Rauchwolke war vier Kilo­meter weit sichtbar. Der Umfang des entstandenen Scha, dens ist noch unbekamst.

W• T-B- London, 10. Juli. (Nichtamtlich.) Bei der Explosion in Hounrlow find, wie bisher festgestellt werden konnte, eine Person getötet und einige verwundet worden.

Dir letzte englische Verlustliste.

W. T-B. London. 0. Juli. (Nichtamtlich.) Die letzte Verlustliste enthält die Namen von 53 Offizieren und Ott Mannschaften. _

vom französisch-belgischen Kriegsschauplatz.

Line feige Kriegslist der Sranzosen.

Das Hospitalschiff als Deckung. — Falsche Meldungen griechischer Blätter.

W. T-B- Konstantinopcl, 9. Juli. (Nichtamtlich.) Mel, düng der Agence Milli. Eine Mitteilung des türkischen Hauptquartiers vom 0. Juli verweist auf eine allein von unseren Feinden zur Beschießung unserer Stellungen bei Ari-Burrm und den Dardanellen angewandte Kriegslist. Es benützte ein feindlicher Monitor ein Hospital- schiff als gelegentlichen Schild, um auf unsere Stellungen zu feuern. Wir verurteilen aufs schärfste diese» schimpfliche Vorgehen, da» die üblichen Praktiken am besten beleuchtet, die von den Franzosen angewandt werden, um einen ritterlichen, mutigen Feind anzugreifen.

Einige Athener Blätter haben jüngst gemeldet« daß die Zahl der in Konstantinvpeler Spitälern gepflegten Kranken infolge des Auftretens von Typhus und Starr­krampf unter den türkischen Truppen beträchtlich zunehme. Da die Kämpfe an der Front von Gallipoli, die von Konstan- tinopel nicht weit entfernt ist, sich täglich wiederholen, wäre es ungereimt, zu behaupten, daß die Zahl der in den Spi­tälern der Hauptstadt in Behandlung stehenden Verwundeten sich immer auf gleicher Höhe halte. Was aber die Behaup- tung vom Auftreten ansteckender Krankheiten bei dem türki­schen Heere anbelangt, so sehen wir ihr dar formellste De­menti entgegen. Niemals ist der Gesundheitszustand in deö türkischen Armee so befriedigend gewesen wie heute.

Vergrößerung der kanadischenLxpeditlonskorps

W. T.-B. London, 9. Juli. (Nichtamtlich.) Die „Times" erfahren aus Toronto, daß di« Reyrevung eine Bevgrvßerung des kcm wischen Expeditionskorps auf 150 000 Mann "beschlossen hat. Die neuen Truppen sollen zür Auffüllung ziveier über See briindlicher Divisionen dienen; die dritte Division soll in Kanada ble'ben.

Beibehaltung des französischen Moratoriums.

W. T.-B. Pari», 9. Juli. (Nichtamtlich.) Der „Temps" meldet' Der HandelSausfchuß der Kammer erörterte eine An- ftage des Deputierten Revolle wegen der Aushebung VeS Moratoriums. Der Finanzminister und der HandelSminister

Samstag, 10. Juli 19lo.Nr. 816.

erklärten, die Regierung beabsichtige, da» Moratorium beizu­behalten. Es jei deshalb wünschenswert, daß die Kammer vorläufig von der Erörterung des Antrag» ab sehe. Der Finanzminister erklärte sodann zu dem Antrag auf Errichtung van Darlehenskassen für Handel und Industrie, daß der HandelSmimfter die Wiederaufnahme der Geschäfte so weit wie möglich bsgünstigen werde. ES fei jedoch schwierig, die Bildung von derartigen Darlehenskassen vor dem Enve des Krieges ins Auge zu fassen.

Ein Anschlag aus GeneralSqloestre in Marokko

W. T-B. Paris, 10. Juli. (Nichtamtlich.) Marokkanische Plätter veröffentlichen Nachrichten auS Larrasch, nach welchen auf General Tylvestre ein Anschlag perübt worden sein soll, alZ er die Stellungen von Bufbufas und am Harefflusse besichtigte. Fünf Eingeborene, die sich versteckt hatten, gaben mehrere Schüsse gegen Sylvester und sein Gefolge ab. Ein Eingeborener wurde von einem Offizier de» Gefolge» getötet.

Neue; vom 5eldmarschall hindenburg.

III. *)

Aus bem Großen Hauptquartier totob uns

geschrieben:

Das vorläufige Ziel 'des Einmarsches in Kurland war. die Dublssa-Linie zu besetzen und Li bau zu nehmen, Es ist erreicht worden und kann zweifel­los behauptet werden. Unsere Stellungen sind dort sehr st a v t ausgebaut. Die weiteren Ab­sichten müssen noch im Dunkeln bleiben. Wer schon mit den bisherigen Erfolgen können wir autzer- ordentlichzusrieden sein. Die deutschen Trvp- pen haben nicht nur im Marschieren und im Kampf gegen einen stellenweise weit überlegenen Feind Her­vorragendes geleistet, sondern auch einen schonen und wertvollen Teil des russischen Bodens besetzt.

DaS südliche Kurland ist landschaftlich von hohem Reiz. So jchr die kräftigen Hügelketten, die ragenden Wälder, die reich verstreuten Buschgruppen, die zahllosen Gewässer, Seen und Sümpfe dem Krioger das Leben erschweren, so sehr entzücken sie den fried­lichen Beschauer. Dabei nehmen sie dem Lande doch nicht den Zauber der ungeheuren Weite. Man braucht nur einen mäßigen Berg zu ersteigen, um einen herr­lichen Rundblick in meilenweite Fernen zu genießen. Es ist wahrlich leicht zu verstehen, daß sich hier einst Deutsche niedergelassen haben. Leider merken hier­von unsere Lruppen jetzt wenig oder nichts. Die dünne deutsche Oberschicht ist zumeist ver- schwunden, als der Krieg in die Nähe kam, und die Landbevölkerung verhält sich keineswegs deutsch- freundlich. Besonders über die Feindseligkeit und Spioniererei der Letten, die ja seinerzeit von den Russen gegen die Deutschen aufgehetzt und revo- lutioniert wurden, klagen unser« Soldaten sehr. Weiter südlich, bei den Litauern, ist's aber auch nicht viel besser. Das Leben in diesen Landstrichen, die außerhalb der wenigen Güter kaum ein nach deutschen Begriffen anständiges HauS, selbst in den großen Ortschaften keine oädentliche Wirtschaft auf­weisen. ist für die Okkupationstruppen alles eher als angenehm. Die russische Regierung hat diese ursprüng-

ä reiche Gegend wohl absichtlich stiefmütterlich ndelt, sie mit Straßen und Eisenbahnen äußerst kläglich versehen. Die Abneigung gegen die deutsch- baltischen Großgrundbesitzer und die Furcht vor einem deutichen Einmarsch mögen da Hand in Hand gegangen sein. Immerhin war das Land noch nicht so verarntt, daß nicht bedeutende V o r r ä t e an Lebens­und Futtermitteln, Vieh, Leder, Spiritus hätten für unS nutzbar gemacht werden können.

Von besonderem Wert war in wirtschaftlicher Hinsicht natürlich die Einnahme des großen Han- delshafensLibau. In den Speichern dort haben wir ansehnliche Mengen von Exportwaren gefun­den, die unS sehr zustatten kamen, und den Störungs­oersuchen der russischen Kleimnorine zum Trotz munter nach Deutl'chland befördert werden. An Schanz - und Werkzeugen fand sich der Bedarf für eine ganze Armee. Die Fabrik, in der es hergestellt war. wird vom deutschen Gouvernement weiterbe- trieben, ebenso werden in Libau jetzt für unser Heer angefertigt: Ketten, Beschläge, Stacheldraht. Eine

Sattlerei und eine Gerberei sind im Gange; schließlich eine große Meierei zur Versorgung der

*) Verpl. 3fc. 810 der „Wiesbadener Drgblatts".

Die beiden Verwundeten werden zum Auto gebracht.

„Und wie ist das mit der Flasche Rotwein?" ftagt der eine, der nur einen leichten Streifschuß am Bein hat.

„Die hat dabei den Hals verloren, Kehlkopfschuß", sagt ein Mann. „Und?"

„Und da habe ich sie alle gemacht", sagt der Kanonier strahlend. Das Gespräch wird unterbrochen, denn wieder sausen zwei Granaten. Diesmal dicht neben der Straße in das Erdreich.

«So sieht Ihre Ruhe an der Dubisia aus!", sage ich zu dem Hauptmann, als ich ziirück-kehre und auf das Auto warte. Es ist auch heute seit acht Tagen der lebhafteste Tag, außerdem ist die Sache zu Ende."

Wirklich, die Russen tun keinen Schuß mehr. Es ist, als ob das Schicksal nur den einen armen Mann hätte fassen wollen, an diesem sonnenflimmcrnden, ruhigen Sommertag an der Dubissa.

Die Ordonnanz bringt einen tüchtigen Bottich voll frisch- gefangener Karpfen, die im EiSwffser auskühlen. „Die Karpfen gibt es überall hier in den Fischteichen und das EiS ist von den Bauern massenhaft in den primitiven Eiskellern im Walde aufgestapelt. Eine Erdhütte, etwaS Sägemehl darüber, und der Keller ist fertig. Nach sieben gänzlich alkohol- losen Tagen haben wir auch gestern Bier bekommen."

Es ist ganz famos kalt, stelle ich fest, und die ruhige plaudersame Stunde auf diesem Boden, der soviel Kampf und Not gesehen hat, scheint mir wie ein Traum, der wieder vergehen muß, wenn die schweren Mörser da dicht vor mir wieder ihren Mund auftun. Aber die Sonne spielt grün-

blaue Blätterschatten auf dem dicken grauen Rohre, die Ka­noniere liegen auf dem weichen Grund und rekeln sich.

DaS Gespräch geht zu den letzten Kämpfen hier. ES gab da einen harten Augenblick für ein Regiment. Beim Vor­dringen auS dem Wald hinter uns waren die Linien etwa» durcheinander gekomnien; als sie sich nun auf dem fteien Ge­lände entwickelten, blieb eine Lücke, eine Kompagme lag ziemlich weit vorgeschoben an der östlichen Serie dieses Lochs. Wie sehr oft hatten die Russen gut beobachrei, und plötzlich brachen vier neue Regimenter unter Hurrarufen zum Gegenangriff in Richtung gegen diese schwache Stelle vor. Die im weiten Vorgehen begriffene deutsche Kompagnie nahm Stellung. Sie war eben dabei gewesen, ein paar hundert gefangene Russen, die sich aus der alten Front er­geben hatten, hinter ihrer Linie zu entwaffnen, als der neue mächtige Angriff sich bemerkbar machte. Es war, als ob die ganze Kompagnie den Atem anhielt, als sie so plötzlich Sturm vor sich sah. Einer der russischen Offiziere versuchte, den Teil der gefangenen Mannschaft, der noch Gewehre besaß, dazu zu bekommen, wieder auf die Deutschen loszugehen, als die ferne grau-blaue Linie näher und näher kam. Ein Unteroffizier schlug ihm den Kolben über den Schädel, und ein paar Leute hieben gleich weiter auf die russische Mann­schaft, die nicht schnell genug das Gewehr fortwars- Da» half. Aber von vorn kam die unausbleibliche Vernichtung näher. Hilfe von den übrigen Kompagnien war nach Lage der Dinge nicht rechtzeitig zu erwarten. Doch unsere Feld- Artillerie hatte gut aufgepaht und den russischen Stotz recht­zeitig bemerkt. Die erste Lage gleich sah und dann gab die