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Verlag Laag gaffe 21

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12 Ausgaben.

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„TsgSlatt »HM»«" «r. 66&0-63.

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>azei,ea.«rri« für die Zeile: Ib Big für Srtliche Anzeigen im .Arbeirimarkr" und „Kleiner Anzeiger» -N einheitlicher Saxsorm: 80 Big. in denen abweichender Sntzaussührunn sowie für alle übrigen örillchen Anzeigen: 30 Ng. für alle auswärtigen Anzeigen: l SKI. für örtliche Reklamen: 2 Mt sür auswärtig« Rcllcmru, Ganze, halbe, drittel und »iertel Seiten, durchlaufend, nach besonderer Berechnung, — Bei wiederholter Aufnahme u»oerü»deNer Anzeigen in kurzen Zwiichenräumen entsprechender Nachlatz,

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Srcitag, 9. Juli 1913.

Kbend-Ausgabe.

Nr. 314. » 63. Jahrgang»

Der Urieg.

Oer Tagesbericht vom 9. Juli.

W T.-B. Grosses Hauptquartier» 9. Juki. lA-mtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz. Abgeschlagene Angriffe bei Souchez und Killq.

Ein weiterer Erfolg im Priesterwalde.

Nördück, der Zuckerfabrik v»n Souchez wurde ein fran­zösischer Angriff abgeflülagen. Kleine, in unsere Stellungen eiugrdraugene Ablerlungen würben niedergemacht. Ed gelang uns bstster nicht, das vorgestern verlorene Grabenstück westlich von Souchez vom Feind zu säubern.

Die von der französischen Heeresleitung gebrachte Nach­richt über Eroberung eines deutschen Geschüyes ist u n. richtig.

Östlich von A i l l y ergebnislose französische Einzelan- griffe. Östlich anschließend an unsere neugewonnenen Stellungen im Pricsterwald erfturmtey wir mehrere franzö­sische Grabenlinien in einer Breite von 350 Meter, machten dabei über 250 Gefangene und erbeuteten 4 Maschinen­gewehre. Nachts fanden auf der Front von Aillh bis zur Mosel nur unbedeutende Patron illengefecktc statt.

Nach starker Artillerievorbereitung griff der Feind die von uns am 22. Juni erstürmte Hohe <531 bei Ban d e S a p t an. Wir mntz.e.i die vollkommen verschütteten Gräben auf der Kuppe räumen.

Destlicher und Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Die Lage ist unverändert.

Oberste Heeresleitung.

von den östlichen Nrlegsschauplatzen.

Petersburg bereitet sich auf den entscheidenden Stotz vor.

Br. Kopenhagen, 9. Juli. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Tie „Morningpost" meldet aus Petersburg, daß inan dort nicht an eine Abschwächung der deutschen Armee zugunsten der Westfront glaubt. Man fürchtet vielmehr, dast Rußland jetzt den entscheidenden stoß zu erwarten hat.

General Nutz i als vizegeneralifsimns?

Br. Petersburg, 9. Juli. (Eig. Drahtbericht. Ktr.

' Mn.) General R u h k i, der vor einiger Zeit wegen llnstimmigkeitcu mit dem Großfürsten-Gene- r a l i s m u s einen angeblichen ^Krankheits- Urlaub crlyiltcn hatte, übernimmt am heutigen Tage den Oberbefehl über die russische Armee an der sog 9t v r d >v e st f r o n t. Er erhielt besondere Macht­befugnisse, und e.- sckeint nicht ausgeschlossen, dast er demnächst offiziell den Titel eines Vize-Gene ra- l i s s l m u s erhalten wird. (General Rritzki befehligte, bevor er infolge seiner Differenzen mit dem Groß­fürsten Nikolai „krank" geworden war, die Arnwe zwißtzen Thorn tust Krakau und hatte den Ober­befehl über die dritte russische Armee, welche die Offen­sive gegen Lemberg durchführte. Rutzki gilt neben ; ‘ General Iwonvff als der fähigste russische Heer­führer. Er ist 1854. geboren, machte den russisch­türkischen Feldzug 1877/78 mit und war im japanischen Krieg 1904/05 Chef des Stabes der zweiten Armee, dann kommandierender General des 21. Armeekorps.)

Der russische Generalstabsbericht.

W. T.-B. Petersburg, 8. Juli. (Nichtamtlich.) Der Generalstab des Generalissimus gibt bekannt: Zwischen

Weichsel und W j e p r s ch in der Richtung auf Lublin dauerten rin 6. Juli die hartnäckigen Kämpfe zwischen de-, Dörfern Jozesow und Urschendow cm. Hartnäckige Versuche des Feindes, sich der Hohni am rechten Ufer des Baches Podlipa zu bemächtigen, blieben erfolglos. Am Oberlauf des Flusses Urschendowka erösfnete der Feind heftige An­griffe gegen den Abschnitt bei den Dörfern Skorschiza und Evuuin. Wir schlugen die feindlichen Angriffe ab uns warfen ihn in völliger Unordnung zurück.

Längs der Straße nach K r a s n i k und dein Flüssen B y st r i tz a und K o r s a j o w k a, wo die Stellung des Fein­des einen vorspringenden Winkel bildet, führten unsere Truppen am 6. Juli die am vorchergehenden Tage begonnene Gegenoffensive erfolgreich durch. Der Feind wurde . gezwungen, in die Defensive zu gehen. Im Laufe des Tages machten wir an der ganzen Front mindestens 2000 Ge­fangene und erbeuteten mehrere Maschin-engewehre. Im Ab­schnitt Korsajowka bis zum Wjeprsch gab es nur ver­einzelte Angriffe des Feindes. Nördlich von den Dörfern G, ldschef und Olchowitz sowie bei T a r n a g o r a mal schwächeren Kräften. Zwischen Wjeprsch und dem westliche» Bug Artilleriekampf, In diesem Abschnitt versuchte der Feind nur in der Gegend des Dorfes MaÄomentsch, südlich von Grnbeschow, vorzu dringen, indem er mit dichten Massen die Offensive ergriff, aber er wurde durch unser Feuer auk- gehUtrn. An d«r Lemberger Straße, zwischen den Städten K a m i a n k a und G l i n i a , ging der Feind am Abend des

7. Juli cm vielen Stellen zum Angriff über und warf bedeutende Kräfte südlich von dem Dorfe Jamno in den Kampf. Er hatte nirgends Erfolg, erlitt starke Verluste und wurde gezwungen, in seinen Bewegungen einzuhatten. An den anderem Frontabschnitten unserer Gesamtstellung ^etne Veränderung, nur an einzelnen Stellen Actillerietril- kämpfe und cm einigen Punkten hartnächiger Minenkrieg.

Zur Verteidigung von Warschau fest entschlossen.

Kopenhagen, 9. Juli. (Ktr. Bln.) Zder St. Petersburger Berichlerit.ckier »er ,,Times" berichtet: Die bisher in Warschau getroffenen Maßnahmen lrssen vermuten, daß man zu einer energische» Verteidigung der Feitnng entschlossen ist. Die straiegnche Lage des befestigten Lagers von Warschau, das einen Vorsprung auf der russischen Front bilde, sei von großer Bedeutung für die Lage der russischen Armee, Em erbitterter Widerstand sei aus rein m r l i t ä r l - scheu Gründen geboten. Außerdem seien die FesburgMverke sehr stark und das umliegende Gebiet biete ein vorzügliches Schlachtfeld, auf dem große Armeen ausgestellt werden för.nten.

Der Okto'oristenführer Sntschkow als Adlatus des ttriegsininisters!

Berlin, 9. Juli. -Ktr. Bln.) Wie der „Boss Zig." aut Petersburg indirekt gemeldet wird, erhielt der Führer der Oktubristcn, der frühere Präsident der Duma G u t s ch k o w. von höchster Stelle den Auftrag, als Adlatus des Kriegs- Ministers in das Kriegsministerium einzutreten.

Streitende russische Minister.

Gorcmvkin wider Schtscherbatow.

Br. Kopenhagen, 9. Juli. (E>g, Drahtbericht. Ktr. Bin.) In Stockholm verlautet bestimmt, daß es zwischen dem neuen russischen liberalen Miniscer des Innern Schtscherbatow und dem reaktionären Goremykin bereits zu einem heftigen Streit gekommen sei. Schischeibatow will den Ansprüchen der Reichsduma aui größeres Mitbettiinmungs- rechr das größte Entgegenkommen zeigen, den> Goremykin sich auf das bestimmteste widersetzt'. Auch die entgegen- kommerche Haltung des neuen Ministers des Innern gegen­über der Presse hat die schärfste Mißbilligung Goremykms gesunden. Kürzlich kam es zu einem heftigen Austritt zwischen beiden Ministern, der zur Folge hatte, daß Goremykin dem Zaren sein Entlassungsgesuch überreichte. Ob­gleich der Zar vorläufig das Gesuch ablehnte, steht doch fest, daß Schtscherbatow in Wirklichkeit gesiegt bat. Goremykin gilt als abgetaner Mann, der nur infolge des Einflusses des Groß- stirsten Nikolai bis zur vollständigen Umbildung des Kabinett» ftn Ministerium das Präsidium führt. Sicher ist, daß Goremykin dem neuen Ministerium nichr mehr cmgehören wird.

Zur Vernichtung des „Albatros".

Unzureichende rnffifche Zusicherungen. — Die Bestrafung fter Schuldigen soll gefordert werden.

77. T--B. Stockholm, 9. Juli, (Nichtamtlich.) Das „Afton- bladet" erklärt sich unbefriedigt von der russischen Genugtuung, da sie keine wirkliche Sicherheit für bic Zukunft bietet. Schweden müsse die B c st r a f u n g der Schuldigen fordern. Da? Blatt glaubt, daß die Angelegenheit von der schwedischen Regierung noch nicht als erledigt ange­sehen wird, weil in dem amtlichen schwedischen Bericht nichts darüber gesagt wird, daß die Erklärung der Rusien befrie­digend sei.

Zum russischen Hilferuf an Japan.

Berlin, 7. Juli. (Ktr. Bln.) Dazu, daß von russischer Seite ein neuer Hilferuf an Japan ergeht, schreibt die .Krenzztg,". Es beleuchtet die militärische Lage Rußlands, daß es jetzt den früher von Frankreich vergeblich ergangenen Ruf nach japanischer Hilfe seinerseits aufnimmt. Voraus­sichtlich wird er nicht von großer Wirkung sein., denn womit soll der Vierbund die japanische Hilfe bezahlen? Es kommt dazu, daß England schwerwiegende Gründe hat, diese Hilfe nicht zu wünschen. Ein ruffisch-japanisches Bünd­nis könnte nur allzuleicht feine Spitze gegen asiatischen Besitz Englands kehren. Jajxrn hat aber durch den Ausbau seiner Stellung in China und in der Südsee die Ernste, die es von diesem Kriege erhoffte, in seine Scheuern gebracht, nicht zuletzt zum Schaden des englischen Verbündeten.

Der „Pour le nitrite“ für Graf Vothmer.

München, 9. Juli. Dem General der Infanterie und Generaltapitän Grafen v. Bothmer wurde vom Kaiser der Orden ,.1'our le merite" verliehen.

Sven Hedin über seinen Aufenthalt an der Ostfront.

Berlin, 9. Juli. (Ktr Bln.) Nach vier Monaten Aufent­halt an der Ostfront kehrt Sven Hcdin nach Stockholm zurück. Er sprach sich lobend über die Tapferken der russischen Soldaceu aus und sagte, daß weder in Deutschland noch in Österreich-Ungarn Haß gegen die Russen bestände. Die Deutschen meinten sogar, daß die Russen ihre a n stän­digsten Gegner seien. Sven Hedin erwähnte seine Besuche bei dein Feldmarschall v. Hindenburo und bei Kaiser Franz Joseph. Der alte Kaiser sei über alle Einzel- henen des Krieges genau unterr-chtet. Hedin schloß seinen Bericht mit der Versicherung, daß sein Aufenthalt an der Ost­front das größte Ereignis seines Lebens sei.

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Sicherstellung der Ernte im besetzten Polen.

W. T.-B. Posen, 9. Juli. (Nichtamtlich.) Das Der- ovdnungsblatt der deutschen Zivilverwattwng für Polen links der Weichsel veröffentlicht u. a. eine Verordnung über die Sicherstellung der im Gebiete der deutsche» Zivilverwaltung für Polen links der Weichsel gewachsenen Ernte für die Bedürfnisse des deutschen Heeres, der deut­schen Volkswirtschaft und der Bevölkerung des besetzten Gebietes.

Verbesserung des Wiener L-Brotes.

Br. Wien, 8. Juli. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Vom 9. Juli ab erfährt das Wiener Kriegsbrot eine Verbesserung, indem der Zusatz von Maismehl von 66% auf 50 Proz. her­abgesetzt wird.

Kürst Trubetzkoi seines Amtes entsetzt.

Die unbefriedigende Verwaltung der Gesandtschaft in Serbien Br. Petersburg, 9. Juli, (Eig, Drahrbericht. Ktr. Bln.) „Rjetsch" meldet: Fürst Trubetzkoi ist seines Amtes als Gesandter in Serbien enthoben worden. Wer sein Nach­folger werden wird, steht noch nicht fest. Fürst Trubetzkoi war der Nachfolger des berüchtigten Kriegshetzers Hartwig, der bald nach dem Kriegsausbruch in Belgrad einem Herzschlag erlag. Tvubetzlois Entlassung, die in ziemlich ungnädiger Form erfolgt zu sein scheint, hat ihren Grund wahrscheinlich in dem völligen F e h l s ch l a g e n seiner Bemühungen, Serbien zur Abtretung Mazedoniens zu veranlassen.

Der Weltkrieg im Juni 1915 .

Von General der Infanterie z. D. v. Blume.

Berlin» 4. Juli.

V. (Schluß.) *)

Der wirtschaftliche Krieg hat im Juni cher eine schärfere als eine mildere Form angenommen, ob­gleich unsere Gegner kaum noch im Zweifel darüber sein können, daß ihr Ziel, uns -durch Absperrung von der Außenwelt und dadurch erzeugte 9tot auf die Knie zu zwingen, für sie weder in diesem Jahre noch bei mchcjähriger Dauer des Krieges erreichbar ist. Bei uns, wo jeder Zweifel daran, daß wir durchhalten können, geschwunden ist, besteht einrnütige und unbeug­same Entschlossenheit der gesamten Nation hierzu. Aber für England, das sich, gleich unseren anderen Gegnern, angeblich nur im idealen Interesse der Menschheit zu diesem Kriege gezwungen gesehen -hat, ist und bleibt dessen Hauptzweck die Ausschließung Deutschlands und der Deutschen von -dem Wett- bewerb auf dem Weltmarkt. Deshalb ist sür die Engländer der wirtschaftliche Krieg Selbstzweck und, nur insoweit dieser es erfordert, Mittel zu dem Zweck, uns zu vernichten oder doch unsere Macht zu brechen. Auch für den Fall, daß es nicht gelingt, uns niedMuwersen, wollen sie uns wenigstens den größt­möglichen wirtschaftlichen Schaden zufügen. Da sie sich in diesem Bestreben über die Gebote der Mensch­lichkeit und des Völkerrechts hinwegsetzen, so ist Deutschland genötigt, von seinen Abwehrmitteln entsprechend scharfen Gebrauch zu machen. Nachdem die wenigen Kreuzer, die wir bei Ausbruch des Krieges auf dem Weltmeer hatten, nach heldenmütiger Gegen­wehr der Übemnacht unserer Feinde zum Opfer gefallen sind, haben unsere überlegenen, kühn geführten Unter- s e e b o o t e deren Ausgabe, der feindlichen Seemacht und dom feindlichen Handel Abbruch zu tun, über- nommen. Da die Engländer Unterseeboote von ähn­licher Leistungsfähigkeit nicht besitzen, haben sie ver­sucht, deren Tätigkeit als völkerrechtswidrig in Verruf zu bringen. Nachdem ihnen dies nichts geholfen hat, sind sie bemüht, den Schaden, den die unsrigen ihnen zufügen, als geringfügig erscheinen zu lassen, indem sie der Zahl der von uns torpedierten Schisse die aller­dings sehr viel größere Zahl der täglich in englischen Häfen verkehrenden Schiffe gcgenMevstellen. Diese Beweissührung ist jedoch trügerisch. In Wahrheit leidet ihr Handel unter der Tätigkeit unserer Unterseeboote, die sich im vorigen Monat noch gesteigert hat, sehr empfindlichen Schaden. Allerdings nicht so großen, wie unser überseeischer Handel, der durch die völkerrechtswidrigen Maßnahmen der Engländer fast vollständig lahm gelegt ist. Daß durch diese Maßnahmen auch ihre Bundesgenossen und die Neutralen e-mpfindlich getroffen werden, macht sie nach britischem Empfinden nur um so empfehlens­werter. Uns werden durch die Wsperrung von der Außenlvelt natürlich mancherlei Schwierigkeiten be­reitet, Entbehrungen und Opfer aufevlegt. Aber wir können und werden diese, wie gesagt, ertragen. Und ist man sich in England Lessen wohl bewußt, daß, wenn wir w'der alle Voraussetzung durch die Msperrung in Not geraten sollten, die englische Flotte zunächst einen Kamps aus Tod und Leben mit der unsrigen be­stehen müßte? Unsere braven Blaujacken brennen

VersL Nr. 802, 30-1. 308 und 310 des „Wiesbadener