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«Verlag Langgaffe 21

„Tazblatt-Haus".

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12 Ausgaben.

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Donnerstag, 8. Iuli 1915.

Morgen - Kusgabe.

Nr. 511. « 65. Jahrgang.

Der Krieg.

Der Tagesbericht vom 7. Iuli.

W. T-.B. Großes Hauptquartier, 7. Juli. (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

5lrras in Zlamnren. — Lin werterer Erfolg bei MLq-Rprenront.

Nördlich von Ätzern drangen englische Truppen gestern in einen unserer Schützengräben ein. Sie wur­den am Abend wieder vertrieben.

Westlich von S o u ch e z wurden zwei nächtliche An­griffe des Feindes abgewiesen. Bei der Beschießung feindlicher Truppenansammlungen in Arras geriet die Stadt in Brand. Der Fenersbrunst siel die Kathedrale zum Opfer.

Zwischen Maas mrd Mosel herrscht lebhafte Kampftätigkeit. Südwestlich von Les Epar- g e s setzte der Feind seine Anstrengungen, um die ihm unlängst entrissenen Stellungen wieder zu erobern, fort. Bei dem ersten Angnfs gelangten die Franzosen in eiaen Teil unserer Verteidigungslinie. Ein Gegen­stoß brachte den Graben bis auf ein Stück von 100 Meter wieder in unsere Hand. Der Feind ließ ein Maschmengcwehr zurück. Zwei weitere Vorstöße des Gegners, ebenso wie ein Angriff in der TranchH« scheiterten völlig.

.Halbwegs Aillp-Apremont wurde unserer­seits angegriffen. Wir erbcntrten feindliche Stel­lungen in einer Breite von 1500 Meter und machten dabei mehr als 300 Franzosen zu Gefangenen. Bei Croix des Carmes, im Priesterwalde, erfolgte heute nacht der erwartete feindliche Gegenangriff. Der Gegner wurde abgewirsen.

Am Sudel in de» Vogesen wurde ein feindliches Grabenstück erstürmt und für die feindliche Verteidi­gung unbrauchbar gemacht.

In der Champagne, südwestlich von Suippes, bewarfen unsere Flieger mit Erfolg ein feindliches Truppenlager.

Gestlicher Kriegsschauplatz.

3«nekpne»de Kriegsbeute bei Mala-Moto. — Lin Fortschritt bat Sorztuo«. — Gute Fort­schritte in Sstdpolen.

Die Zahl der Gefangenen sndKch Biala-Bloto erhöht sich auf 7 Offiziere und rund 800 Mann. Ferner gingen 7 Maschinengewehre und ein reichhaltiges Pionierlager in unsere« Besitz über.

In Pole«, südlich der Weichsel, eroberten wir die H ö h c 9 5 östlich Dolowrtka (südlich Borzinvw). Die russischen Verlnste sind s e h r b e t r ä ch t l i ch. Er­beutet wurden 10 Maschinengewehre, 1 Rcvolver- kanone u»d viele Gewehre. Weiter nördlich, nahe der Weichsel, wurde ein russischer Vorstoß abgewiesen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

3830 Gefangene zwischen Gnila-Lipa und Zlota-Lipa.

Westlich der o b e r e n W orch fei wurden gute Fortschritte gemacht. Östlich der Weichsel sind Seine größeren Veränderungen zu melden. Auf der Ver- folgung bei der Zlota-Lipa vom 3. bis 5. Juli machten wir 3850 Gefangene. ^ Oberste Heeresleitung.

Ser österreichisch - ungarische Tagesbericht,

W. T-.B. Wien, 7. Juli. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 7. Juli, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Russische Verstärkungen bei Krasnik verlustreich zurüchgesch lagen.

Au der Front der Armee des Erzherzogs Joseph Ferdinand dauern die Kämpfe fort. Eingetroffcne russische Verstärkungen, die an mehreren Stellen z»m Awgrisf Vorsingen, wurden unter großen Verlusten znrückgeschlagen. Die Gefangenen­zahl hat sich noch weiter erhöht.

Am Bug und in O st g a l i z i e n ist die Lage un- »erändert.

In den Kümpfen an der unteren Zlota-Lipa wurden vom 3. bis 5. Juli 3850 Gefangene gemacht.

Italienischer Kriegsschauplatz:

Schwache italierrifche Angriffe im Görzer Gebiet.

Italienische Zneger bombardieren Lriest.

An der Schlachtfront im Görzischcn trat zu­nächst zieurstche Rahe ein. Nach dem vorgestrigen Siege hatten unsere Truppen noch einige zaghaft geführte Nachtangriffe gegen den Görzer Brückenkopf und die Platzeam-iS-tellungen abzuweise». jGAeru versMpstr de? Feind peuerdivsts sei« Gefchlltz-

seucr, dem nachts wieder vergebliche Vorstöße schwächerer Kräfte folgten.

Italienische Flieger warfen auf Triest Bomben ab, ohne erheblichen Schaden anzurichten.

Im Krngebiet griff der Gegner eine Fels­stellung, der schon frühere Anstrengungen gegolten hatten, abrrinals an. Die braven Verteidiger schlugen den Angriff wie immer ab. Vor unserer Stellung ist ein Leichenfeld.

Im Kärntner und Tiroler Grenzgebiet dauern die Geschützkämpse stellenweise noch an.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Lin neuer Erfolg gegen die Montenegriner.

Auf den Höhen östlich von T r e b i n j e fand in den letzten Tagen ein für uns siegreiches Gefecht statt. Im Angriff eroberten einige unserer Abteilungen nach kurzem heftigem Kampfe eine montene»gri- nrsche Vorstellung und trieben die Montene­griner ans die nächsten Hohen zurück. Tags darauf ging eine montrnegrinifthc Brigade nach starker Artille­rievorbereitung zürn Gegenangriff vor, erlitt jedoch im Feuer unserer Truppen derartige Verlnste, daß sie nach einiger Zeit auf dir Hanptstellung, ans der sie vor­gebrochen war, Zurück gehen mußte. Mehrere unserer Flieger griffen mit Bomben und Maschincu- gewchrscucr erfolgreich in den Kämpfen ein.

Der Stellvertreter des Chefs des Geueralstabs: v. Höf er, Feldmarschalleutnam.

vom französisch-belgischen

RrisgsschKrrpLatz.

Vas brennende Krras.

Nr. Genf, 7. Jute. (<2Sg. Drwlstbericht. Ktr. Bin.) Der

^stoeden und ver Osten von Arras haben durch die deutsche Beschießung am schwersten gelitten. Die Brände wüteten noch am gestrige« Abend. Die Engländer find durch die Zer­stör««- ihrer in Arras lagernden Hanptvorrätr in allen ihren Unternehmungen stark gehemmt.

Die Granatenbilanz von Reims.

ck. Genf, 7. Juli. (Erg. Drahtbericht. Ktr. Mn.) Der „Jnformateur de Reims" veröffentlicht eine „Bilanz" der Be­schießung durch die Deutschen, die im kleinen ein deutliches Bild des Kraftaufwandes gibt, den dieser größte aller Kriege erfordert: die Beschießung begann am 14. September, dauert also bereits 290 Tage. Das Gefchützfener steigerte sich manch­mal in ganz außerordentlicher Weise, und am 19. September, 18. Oktober, 25. November, 21. uyd 22. Februar, 1. und 2. März und 9. April erreichte eS eine Art Rekord. An diesen Tagen wurden je 2000 LiS 3000 Granaten gegen dies Stadt­gebiet gefeuert.

Südafrikanische Rrtillerie für den westlichen Kriegsschauplatz.

W. T-.B. Pretoria, 7. Juli. (Nichtamtlich.) Amt- liche Meldung: Die britische Regierung hat das Ange­bot Südafrikas, ein Truppenkontingent von schwerer Artillerie auf den europäischen KriegsschaupLch zu senden, angenommen.

Die Gesamtzahl unserer französischen Gefangenen.

8. Berlin, 7. Mali. (Eig. Meldung. Ktr. Bln.) Die Ae- famtzahl der in deutschen GefimgerrsriLagern untergebrachten französischen KrchMefangenen beziffert sich wmrmchr auf 2-5 7 »0 0 Mann ustb lkrteroffiziere. Die Offiziere, die be­kanntlich in besonderen Lagern nntergebracht sind, find in dieser Summe ebenfowemg mitgezählt wie di« Zivil- gefangenen.

Die eroberten Schützengräben.

W. T.-B. London, 7. Juli. (Nichtamtlich.) Fvench meldet über die Eroberung der Schützengräben, daß sie sich auf üb-er 200 Uards auSdehiwn und 80 Deutsche gefangen genommen worden seien. Seit dom letzten Bericht änderte sich nichts. Der Kampf beschränkte sich ans gelegentliche Artillerie­kämpfe, bei denen der Feind vor allem bei Upern übermäßig von Gasbomben Gebrauch machte. Der Feind, so berich­tet French weiter, lreß 3 Minen sprengen, ohne unsere Schützengräben zu beschädigen. Wir brachten 50 Aards der Frontlinie des Feindes nöMich von Neuve Ghapelle zur Explosiori. Am 4. IM, abends, wurde durch unser Haubitz- feuer eine deutsche Sappe nördlich von Upenn in Stücke ge­schossen. Hierauf rückte eine Abteilung Infanterie vor» um die Zsrstörllmg zu vevvollstäiDrgen. Die wenigen Deutschen, die im Artilleriefeuer übrig blieben, wurden mit dem Bajonett vertrieben

Line neue französische Kriegsanleihe in Sicht.

Rotterdam, 7. IM. (Ktr. Bln.) Nachdem die franzö­sische Kammer erst kürzlich den Betrag der durch die Bank von. Frankreich der ffanzösischen Regierung zu leistenden Vor- schüsie auf 369 Millionen Pfund Sterling (7380 Millionen Mark) erhöhte, berichtet jetzt der Pariser Korrespondent des .Dailv Telegraph", ,Mß zuverlässiger Quelle erfahren zu haben, daß die französische RegierunN diese Geldquellen als

nicht genügend evrchtet rmd die Aufnahme einer neuen Kriegsanleihe m unbeschränkter Höhe vorbereite; der Zinsfuß werde 5 v. H. fein (die biÄ^rigen französischen Staatsrenten waren mit 3 v. H. verzinst).

Der Urieg gegen England.

Die Rngst vor der deutschen Invasion:

Rotterdam, 7. Juli. (Ktr. Bln.) „Daily News" befaßt sich erneut mit der Möglichkeit einer deutschen Laudun g in England. Daß hiergegen Maßnahmen getroffen wor­den seien, wüßten die Deutschen ebenso gut wie die Eng­länder, aber es sei zu bezweifeln, ob die getroffenen Mas:- i.ahinen :hren Zweck erfüllen werden. Jetzt, wo wir im zwölften Kriegsmormt sind, erfahren wir durch die im Unter­haus abgegebenen Erklärungen, daß mancherlei Dinge keineswegs in Ordnung sind. Eine Landung der Deuffcheu sei unter Umständen möglich und ihr Erfolg könne von einem Fühler der englischen Flotte abhängen. „Daich News" sagt, daß Lord Fisher die ?ldmiralität verlassen habe, um gegen die Fortsetzung der Tardanellenaktiou zu prote­stieren. Er zöge vor, nicht zurückzukehren, so lange gewisse! unfähige Kopfe in der Regierrmy verbleiben würden. Die Nation müsse unter Berücksichtigung der Einfallsgesichr in England versuchen, daß Lord Fisher wieder zur Adr.riralitäk zurückkehre.

Die Fahl der in England internierten Ausländer.

Br. Amsterdam, 7. Juli. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Auf eine Anfrage cm englischen Unterhaus erklärte Anter- swatssekretär Brace, daß zwischen dem 13. Mai rmd denk 5 Juli 7144 feindliche Allsländer interRiiert wur­den, wodurch die Gesamtzahl auf 2 6 713 gestiegen ist. In derselben Zeit wurden 4500 Personen, einschl. Kinder, «ach Deutschland verbracht.

Der Kreuzer „Emden" geborgen!

Be. Haag, 7. IM. (Eig. Drahibcricht. Ktr. Bln.) Aus Stzdnen ivird gemekdrt. dass der Kreuzer „Emden" von der Firma Darnleh mittels eines besonders dazu a«sgerüsteteu Dampfer? geborgen und nach Sydney gebracht worden ist.

Zwei deutsche Unterse^oote von einem französischen Torpedoboot beschossen.

Br. Haag, 7. Juli. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) Das französische Marrnemimsterium teilt mit, daß zwei deut­sche Unterseeboote am 4. Jtiki von einem französischen! Torpedoboot im Ärmelkanal beschossen wurden.

Die „Kotka" mit ihrer Holzladung noch geborgen.

W- T.-B. Kopenhagen, 7. Juli. (Nichtamtlich.) „National Tidende" meldet aus London über die norwegische Bark^ .Kotka", die kürzlich von einem deutschen Unterseeboot an' der irischen Küste crifstegriffen wurde: Die Mamirschaft hatte das Schiff verlassen. Dieses war aber nicht gefunken', son­dern ist gestern in Queenstown eingebracht worden'. Die Holzlädnng, die fitr die englische Regierung bestimmt war, ist -unversehrt, das Schiff dagegen stark beschädigt.

Zur Versenkung der „Fairy Croß".

Br. Kopenhagen, 7. Juli. (Eig. Drahkbericht. Ktr. Bln.) Das Bureau^ Ritzan meldet aus London: Der KupUän dev rrorwegischen Bark „Fairy Croß", die auf der Reise nach Philadelphia bei Havre v er s e n k t wurde, weil fie Schmier­öl an Bord hatte, erzählt: Nachdem der Führer des deutschen,' Talichbootes die Bark angehalten und die Schiffspapiere an sich genommen, erklärte er, er sei genötigt, das Schäff z-n ver­senken, da es Bannware führe. „Aber Sie brauchen sich nicht zu beeilen, es ist rerchlich Zeit." Nachdem die Boden­ventile geöffnet waren und alles von Bord gegangen war. wurden einige Schüsse gegen die Bark abgegeben, die iirnellhalb 10 Mimrten sank. Der Kapitän ersuchte den Mhrer des Tauchbootes, ihn nicht ans offener See sich selbst zu überlassen. Er erhielt die Antwort, sie würden nicht in Not geraten, da cs>! hier von englischen Schiffen wimmele. Die Besatzung von 18 Mann trieb angeblich 20 Stunden in den Booten um­her, bis ein belgischer Dampftrawler sie aufnahm.

Aufgebrachte dänische Dampfe^

Deutsche Passagiere zurückgehalten.

Br. Berlin, 7. IM. (Big. Drahtbericht. Ktr. Biln.) Ein Lübecker 8ieisebuir.eau hat .ru>s Dänom^rrk die Nachricht erhal­ten, daß tue bei-den von Kopenhagen n>ach New Aavk <ckgeMngee nm Dampfer „HelligOlav" und^Frederic VIII." amj 3. Juli von den Engländern aufgebracht und nach Stor- noway geführt wurden. Die Schiffe sind inzwischen wieder freigegeben, doch sind in borden Fällen deutsche: Passagiere zurückgehalten worden, und zwar' Lübecker, die noch im wehrpflichstsen Alter stehen, aber schütz sich die illestätigung ihrer Dienstnntauylichkkeit bei sich führten. Sie wurden tn England intoniert.

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weitere Verzögerung der deutschen Antwort­note zur „Lnsitania"-Kngelegercheit.

8. Berlin, 7. Juli. (Eig. Meldung. Ktr. Bln.) Dir deutsche Antwort an Amerika in der ,Lusitania"-ArrgÄe,en- hcit hat sich neuerdmgS verzögert. Die ttbcrreichimg per Note wird, wie mir hören, keinesfalls vor Ende dies«, wahLl schcinlich aber erst im Laufe der kommenden Woche erfolzrn.