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Verlag Langgafse 21

„Tagbl»tt-Ha»L".

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12 Ausgaben.

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„T-gbl-tt-H-uS" Nr.6SS0S3.

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Mittwoch, 7. Juli 1915.

Morgen-klusgabe.

Nr. 309. ♦ 63. Jahrgang.

Eine Schlacht im Görzer Gebiet.

4 italienische Korps vollständig zuniSgefchlagen.

Der österreichisch, ungarische TagesderichL

W.T-B. Wien, 6. IM. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 6. Juli, mittags:

Russischer Rriegsschauplatz. weiteres siegreiches Vordringen der Armee des Erzherzogs Joseph Ferdinand.

Durch die Armee des Erzherzogs Joseph Ferdinand in der zweiten Schlacht bei K r a s n i k geworfen, ziehen sich die Russen in nördlicher und nordöstlicher Richtung zurück. Die Armee des Erzherzogs dringt nach ge­lungenem Durchbruch unter ucuen erfolgreichen Kämpfen weiter vor und hat gestern die Gegend von G i e t c z e w und die Höhen nördlich der W y z n i c a erkämpft. Unter dem Drucke dieses Vor­gehens wich der Gegner auch am Wieprz über Tauo- gora zurück. Die in diesen Kämpfen eingebrachte Beute hat sich auf 41 Offiziere, 11508 Mann und 17 Maschinengewehre erhöht.

Am Bug und in O st g a l i z i e » ist die allgemein« Lage unverändert.

An der G n i l a - L i p a und am D n j e st r herrscht Ruhe.

Italienischer Rriegsschauplatz:

Schwere italienische Verluste.

Die Kämpfe im Görzer Gebiet, die in den letzten Tagen immer größeren Umfang angenommen hatten, entwickelten sich gestern durch den allgemeinen Angriff der itakrenischeu 3. Armee zur Schlacht. Etwa vier feindliche Korps gingen unter mäch­tiger Artillerienutcrstützung gegen unsere Front vom Görzer Brückenkopf bis zuul Meere vor. Sie wurden vollständig zurückgcschlagcn und erlitten furchtbare Verluste.

Dank der über alles Lob erhabenen Haltung unserer vortrefflichen kricgsgewandtcu Truppen, besonders der tapferen Infanterie, blieben Me unsere Stellungen un­verändert in unseren Händen. So halten die Helden an der Südwestgrcnze der Monarchie starke und'treue Wacht gegen die Überfälle des Feindes. Sie können des Dankes aller Völker ihres Vaterlandes und der im Norden von Sieg zu Sieg eilenden Arrnee sicher sein.

Am mittleren Jsonzo, im Krn-Gebiet und den anderen übrigen Fronten hat sich gestern nichts Wesent­liches ereignet.

Der Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabs: v. H ö f e r, Feldmarschallcutnant.

Der Krieg gegen Italien.

vie Unterdrückung der Wahrheit in Italien.

Genf, 6. IM. (Ktr. Mn.) Die römische Zensur unter­drückte für «inen Monat Re deutsich freundliche Zeitung „Coacordi a“, die von Crispis Neffen Palmneughi Crispi' geleitet wird.

Das „gelobte Land" Triest.

Genf, 6. Juli. (Ktr. Bln.) Nach dem „Secolo" bestieg der König jüngst den Kirchturm des Dorfes Campanile bei Monfalcone, von dessen Spitze cms man Triest mit seinem Hafen erblickt. Er lud den Kriegsminister Zupelli und den Ministerpräsidenten Salandra ein, ihn zu begleiten, mir den Worten: „Kommen Sie mit mir, Triest zu sehen." ' Dir Worte sollten bedeuten, daß Triest nun für die Italiener nahe sei.

Völliger Mißerfolg der italienischen Anleihe.

Lugano, 6. Juli. (Ktr. Bln.) Alle Zeitungen verdoppeln w geradezu verzweifelten Tönen ihren Skppell an das Volk zur Zeichnung der Anleihe. Der „Corriere della Sera" spricht geradezu die Befürchtung aus. daß die besitzende Klaffe sich durch neutralistische Gesinnung von der Zeichnung abhalten lasse, und droht mit schw er e.n Bu ß e n. Alles er­weckt den Eindruck, daß die Anleihe bei allen Privatpersonen völkige-s Fi «Mo macht und ninr öffentliche Körper­schaften sich an Hr beteiligen.

4&08O Italiener, die kerne Deutschenseinde sein sollten.

Berlin, 6. Juli. Dem „L.-A." wird geschrieben: Durch einen senti.nentalen Brief eines bisher in Deutschland tätig gewesenen Arbeiters erfuhr ich, daß außer den Sozialisten und anderen KriMZgeguern noch eine große Masse Italiener ÄWLeen, 8ife üE die ArÄrwg der italienischen BrgiLrung

aufs tiefste erbittert find. Das sind diejenigen rtalieuifther. Arbeiter, die dis zum 23. Mai in Teukschbrnd gegen Un­fall, Invalidität und Krankheit versichert waren; alle diese sind bekanntlich den deutschen Aribertvrn nahezu gänzlich gleichgestellt, besonders in der Unfallversiche­rung: ja, in der Eewerb-Äinf.M>e.rsicherrmig und in der unfallversicherung haben italreniiche Arbeiter, wenn sie bei uns tätig sind, dieselben Rechte wie d>e deuischen Arbeiter. Damit nicht genug: auch sonst sind die italienischen Arbeiter gegenüber enteren amÄäuidischen Arbeitern in Deutschland so­gar bester gestellt, genießen sie sogar besondere Vergünstigun­gen infolge eines Abkommens zwischen Italien und Deutsch­land vom 34. Juli 1912. Wer von ihnen in Deutschland einen Unfall erlitt, zog in den meisten Fällen in die Heimat zurück, um dort die deutsche Rente zu geniehen. Die Ausgcchkung der im Ausland Mohneuden Rentenempfänger geschieht durch die Deutsche Bank im Auftrag der meisten Berufsgeno-ffenschaften und der Behörden der LMdesverskherungSanstalten. Nicht alle diese Rentenbezieher sind zahlenmäßig festzustellen, aber für die Unfallversicherung allein liegen genaue Ziffern vor, die be­weisen, daß im Jahre 191-1 -rn 28 104 Italiener rund 1 309 000 Mark llniallrente ausgezahlt warben ist. Daneben natürlich noch große Summen an dir in Deutschland wohnenden Emp­fänger, im ganzen etwa iy 2 Millionen Mark! Zusammen mit den Rentenempfängern auf dem Gebiete der Invaliden- und Krankenversicherung kann man also, ohne zu hoch zu greifen, eine Gesamffwmme von jährlich 2%: Millionen Musik anneh­men, die an rund 40 0 0-0 Italiener ausgezahlt werden. Seit dem 23. Mai, seitdem Jtafien seinen Verrat durch die Kriegserklärung an unseren Bundesgenossen krönte, bekom­men sie natürlich keinen Pfennig mehr.

Eine schwere Rrffis in Ser sozialdemokratischen Partei Italiens.

W. T.-B. Basel, 6. Juli. (Nichtamtlich.) Die „Schweize­rische Tepeschen-Agentur" meldet, daß laut „Corriere della Sera" tu Turrn in der sozialdemoknatfschen Partei eine schwere Krisis wegen des Tadelsvotum-s für jene Sozialisten entstanden ist, welche dem Hilfskomitee für die Fa m i l ien Einbcrmfeuer ihre Unterstützung leihen wollten. Eine sehr bewegte Vcrsammlunz bat eine Tagesordnung augcnommien, in der erklärt wurde, eine solche Beteiligung karume der Einwilligung zum Krieg gleich

Rein KDbrnch der diplomatischen Beziehungen jzwifchen Italien und der Türkei.

Bt. Luxano, 6. Juli. (®ig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Nach­dem das Gerücht von der Abreise des türkischen Botschafters in Rom sich als fatsch erwiesen hat, berichtet heute der „Corriere oella Sera" ans Konstantinopel, daß der italienische Botschafter dort bleibt und die formellen Beziehungen zur Psinste aufrecht erhält. Der dortige Berichterstatter des Blattes sagt, daß der Eintritt Italiens in den Weltkrieg an­statt, wie man gehofft, die Balkanstaaten zum sofortigen Bei­tritt zum Bwrbnnd zu bewegen, die umgekehrten Folgen gehabt habe. Die Griechen und Serben sind da­durch erschreckt worden und tn Bulgarien sind die Par­teien, die bisher -getrennt waren, geeinigt Word-»

Der Krieg gegen England.'

Neue Erfolge unserer II-Boote.

W.T-R. London, 6. Juli. (Nichtamtlich. Reuter.) Der norwegische Dampfer „P r e ck" wurde bei Harwich von einem deutschen Unterseeboot versenkt. Die Be­satzung ist gerettet.

W. T-.B Pouillac, 6. Juli. (Nichtamtlich. Reuter.) Hier ist der spanische Dampfer „Inan" mit 7 Mann des Schoners „H i r o n d e l l e" augekommcn, der mit Zimmerholz auf der Fahrt nach London bei Ufhant versenkt worden war.

Der Unterseebootskrieg.

Keine Milderung!

Bt. Berlin, 6. Juli. (Erg. Drahtbericht. Ktr. Mn.) In der Presse erscheinen seit 14 Tagen allerlei And-su-bungen und Anregungen, die iin Endziel auf eine „Modifikation" des Un- tevsoeüoolskricgs wirken zu wollen scheinen. Gegenüber den Versuchen und Auslegungen, die sich an diese BsräffenSichu-n- gcn knüpfen können und müssen, nimmt heute die „Krenz- zertnng" in einem Artikel Stellung, in dem es n. a. heißt: Dir Gleichartigkeit gewisser Gedankcngäny: in den besproche­nen Aufsätzen legt den Schluß nah.', daß sie aus gemeinsamen Anregungen entstanden und. Vielfach ist die Meinung ver­breitet, daß diese Andeutungen ans eine Regierungsstelle zu- rückzuführon seien. Man glaubt im Publikum einen Beweis für diese Aimcchme auch darin zu finden, daß man die Blätter,

in denen dre Aufsätze erschienen sind, für offiziös Mt. Wir halten cs für auHgeschtossen, daß irgend eine Mgiernngsstelle dteisen Artikeln nahestehrn könnte. Dazu liegt es zu klar auf der Hand, daß man mit den Ausführungen der gedachten Art die Absichten der Regierung, welche aus die Erhaltung der Kampfkraft der Unterseeboote gerichtet sind, direkt durch­kreuzt. Wir sind aber der Meinung, daß dieser Sachverhalt auch« zweifelsfrei Aargestellt werden müßte, und wir glaniben ferner, daß es m leitenden Kreisen doch möglich sein sollte, derartig- Preffeerschetnungen für die Folge zw verhindern- (Wir schließen uns ganz disfen Äußerungen der ko ns er». ' t a t i v e n Blätter an. Schriftl.)

Nochmals die Versenkung des „Krmenian".

Der Fall gilt in Washington alS erledigt.

av. Berlin, 6. Juli. (Eig. Drcchtbericht. Ktr. Bln.) Ein halbamtlicher deutscher Bericht über die Ver­senkung der „Armenian" erklärt: Der Kapitän gab dem Be­fehl zum Anhalten keine Folge. Der Kommandant des Tauch­bootes handelte daraufhin in Übereinstimmung mit der Lon­doner Erklärung, die bestimmt, daß, wenn das Schiff dem! Befehl zum Anhalten nicht gehorcht und zu entkommen ver­sucht, das Kriegsschiff.berechtigt ist, Gemalt anzuwenden.

Wie der „Morning Post" aus Washington gemeldet wird, gilt der Fall der „Armenian" dort, so lvett die Ber­einigten Staaten in Betracht kommen, als a bges.chlosse n. Es liegt kein Zweifel vor, daß das Schiff versucht:«., zu entkommen. Seine Vernichtung gilt unter diesen llm- ständen als berechtigt. Dagegen behauptet der Berichterstatter^ ln Amerika herrsche immer noch di? Ansicht, ein Schiff dürfe nicht torpediert werden ohne vorherige Dnrchsdchullg und nur, wenn diese ergebe, daß Bannware an Bord liege, sei die Ver­nichtung gestattet. Im weiteren heißt es, der Kammandaut des Tauchbootes hätte sehr wohl ohne Gecfahr für sich und sein. Schiff an Bord gehen kömien. Im übrigen befleißigen sich auch diese Berichterstatter, einen Gegensatz zwischen depr Vorgehen gegenüber der „Lusitania" -und dom gegen Isis „Armenian" im oben mitgxteilten Sinne aufzustellen.

Mderlegung einer Reuterlüge.

Die Post der schwedistbeu Dampfer „Bjoern" und „Thorsten".

W. T.-B. London, 6. Juli. (Nichtamtlich.) „Reuter" ver­breitet die Nachricht, die veutschen Behörden hätten die Post der schwedischen Postdampfer „Bjoern" und „TH-orsten"^ die angehrlten wurden, gcöiftret und ^ensurisrit. ,

Di- Nachricht des „Reuterschen Bnr-eaus" ist unwahr. Die Post des schlvedischen Dampfers „Thorsten" wurde, wie wir van zuständiger Stelle erfahren, nicht zeusuriert, sondern mit Eiirschluß -der russischen Post der schwedischen Postbehörde un­geöffnet zurückgegeben. Dagegen wurden allerdings erni-ge verdächtige Postsäcke-des schwedisch«! Dampfers „.Bjoern" ge­öffnet, die, unter der Ladung versteckt, ausigesiu.nLen wur­den und der «schweve wach ohne iveitares .erkennen ließen, daß sie keine Postsachen entlhiLlten. Bei der Öffnung ergab sich, daß ihr Inhalt «iS Konterbande bestand, nänilöch ans S t a ch e l d r a -h t s ch e r e n, die an die brftiz'che Regierung adressiert waren. Die schwedische Post des Dampfers „Bjoern", die nicht Kcnterlbande tvar, wurde der schwedischen Pofiüehörhe wieder zugestellt.

Der ersolglofe englische Fliegerangriff.

Bericht eines Mgenzeugen.

Ainsterdam, 6. Juli. (Nichtamtlich.) Ein hisfiges Blatt meldet aus Terschelling: Ein Beobachter, der sich an Bord eines neutmlen Schiffes am Sonnta-Mnorgen auf der Höhe von Terschelling befand, sah, wie unge­fähr um 12 Uhr, mittags, sechsbritifche Kriegs­schiffe, darunter 4 Torpodoboote und 2 größere Fahrzeuge, in einer Reche heranfuhven. y 2 Stunde später erschienen plötzlich 4 Z e p p e l i n l u f t f ch i s f e, die nordöstlichen Kurs nahmen. Sie fuhren auf die britischen Schiffe zu, die sofort anfingen, im Z i ckzack zu fahren. Dann verschwanden -die Zichpelrne, unter ihnen „L. 10", um n-ach 2 Stunden wieder zurnchM- kehren. Sie kreisten neuerdings über den brrtrfchsn Kriegsschiffen, -die 5y 2 Kilometer von dem Piatz des Beobachters entfernt waren. 2 Luftschiffe verfchlwanden, nachdem Schöffe gefallen waren. 2 andere blieben über dem Geschwader, das sich schnell verteilte. Es ließ sich nicht fefrsrellcn, ob die Zeppvlinlikffßhrffe be­schädigt und ob Bomben geworfen wurden. Berichte von Fischern aus Mruiden besagen, >daß am So-nntag- früh nördlich von Terschelling eine Anzahl von briff- scheu und deutschen Zerstörern und Torpedobooten ge­sehen wurden. Ein Fischer zählte 14 deutsche Torpedoboote. Ob ein Gefecht stattg-esurchen hat, konnte nicht sestgestellt -taerbeti, Sodyfiörte man Schüsie, Andere Fischer gaben ähnliche SchMerungM.