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Verlag Langgasse S1

„Tagbllt-Haus".

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12 Ausgaben.

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„Tagblatt»Haus" Nr. 6650-53.

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„„ Für dieAufnahrne von Anzeigen an vorgelchriebsieo

Berlm-Wilm«sd»rf GLutzelftr. KLvJeruspr. : AmtAhiand 450 u. 451. Tagen und Plätzen wird keine Gewahr übernommen.

Oienstag, 6. Juli 1915.

Morgen- Ausgabe

Nr. 307. ♦ 63. Jahrgang.

Der Tagesbericht vom 3. Juli.

W.T.-B. Großes Hauptquartier, 5. Jul,. (Amtlich.)'

westlicher Kriegsschauplatz.

Zeinbliche Stellungen im Priesterwald gestürmt. 1000 Gefangene, 2 Zeldgeschutze, 4 Maschinen- Gewehre, 7 Minenwerfer erbeutet.

Ein englischer Angriff nördlich von Ypern, an der Straße nach Pi Item, und ein französischer Lorstoß auf S o u ch e z wurde blutig abgewrei e n.

Beiderfeits Croix deS CarmeS (am Westrand P r i e st e r w a l d e s) stürmten unsere Truppen die feindltche Stellung in einer Breite von 15V0 Meter und dran­gen durch ein Gewirr von Gräben bis zu 400 Meter 'wa­nntet schweren Berlusten mußten die sich verzweifelt wehrenden Franzosen Gwaben auf Graben räumen und etwa 1000 unverwundete Gefangene (darunter einen Bataillonsstab), 2 Feldgeschütze, 4 Nka- schinrugewehre, 3 leichte, sowie 4 schwere Minrnwerfer m unserer Hand lassen. Ebenso gelang ein gleuhzertig ausgr- fübrter überfall aus eine französische Btmkhansftrlk»«« bei Haut-de-Reeu pst (südlich von Norroy an der Mosel), die mit Besatzung und eingebauten Kamps- Mitteln in die Luft gesprengt und dann planmäßig wieder

geräumt wurde. .

Unsere Flieger bewiesen ernvut rm Luztkampse chre Überlegenheit. Nördlich und wrstttch von Manon- v il l e r wurden am 1. und 2. Jnli je ein französisches Flug- zeug zur schleunigen Landung gelungen. Mit Erfolg wehrte gestern mW vorgestern ei« deutscher Kampfflieger einen Angriff von drei (Gegnern ab.

Die bei dem gestern gemeldeten serndlrchen Luftan­griff ans Brügge geschleuderten Bomben Men in der Nähe der wertvollsten Kunstdenkmäler der Stadt nieder.

westlicher Kriegsschauplatz.

Die Lage ist unverändert.

Südöstlicher Kriegsschauplatz«

Die Zlota-Lipa erreicht. — Oer BrürSenkops bei krplow geräumt.

Die verbündeten Truppen unter dem Befehl des Generals von Linsingen haben aus ihrer ganzen Front Zlota- Lipa erreicht. Das Westufer ist von den Rüsten gesäubert. Die Armee hat Außerordentliches geleistet. In fast 14tägigen Kämpfen erzwang sic angesichts einer starken feindlichen Stellung den Übergang über den Dnjestr und treibt den geschlaaeneu Gegner von Stellung zu Stel­lung vor sich her.

Im Bug-Abschnitt räumte der Feind heute nacht den Brückenkopf bei Krhlow.

Zwischen Bug und Weichsel wurde» die Rüsten gestern bei Pl o n k a (Turobin), nördlich des Poraüschnitts, und bei Tarnawka-KraSnik erneut geworfen.

Oberste Heeresleitung.

•

Oer österreichisch -> ungarische Tagesbericht

"W.T.-B. Wien, 5. Juli. (Nichtamtlich.) Amtlich ver­lautet vom 5. Juli» mittags.

Russischer Kriegsschauplatz.

2m Kampfe mit russischen Nachhuten.

In Ostgalizien erreichten die verbündeten Truppen der Armee Linsingen nach zwei Wochen siegreicher Kämpfe in der Verfolgung die Zlota-Lipa, deren Westufer vom Feinde gesäubert wurde.

Im Abschnitt Kamionla-Strumilowa-KraS- nil dauern die Kämpfe gegen russische Nachhuten noch an. Bei K r v l o w räumte der Gegner das westliche Bugufer und brannte den Ort Krhlow nieder. Beiderseits des oberen W i e p r z wird gekämpft. Die verbündeten Truppen warfen den Feind aus seinen Stellungen nördlich des Porbaches und drangen bis Blonka vor. Westlich anschließend hat die Armee des Erzherzogs Joseph Ferdinand die russische Kampf­front beiderseits Krasnik in mehrtägigen Kämpfen durchbrochen, die Russen unter großen Ver­lusten in nördlicher Richtung zurückgeworfen und in diesen Kämpfen 20 Offiziere, 8000 Gefangene, 6 Ge. schütze, 6 Munitionswagcn und 6 Maschinengewehre er­beutet.

Östlich der Weichsel ist die Lage unverändert.

Italienischer Kriegsschauplatz: klbgeschlagener italienischer Angriff bei voberdo.

Die Kämpfe am Räude des Plateaus von D o b e r d o wiederholten sich gefteo« mit gleicher Heftigkeit. Abends war der Angriff von 2 italienischen Divisionen gegen den Front- ebschnitt südlich Polazzo abgeschlagen. Weiter nördlich

dauert das Gefecht noch an. Auch bei Woltschach und, im K r n g e b i e t griff der Feind wieder vergeblich an.

Im Kärntner und Tiroler Grenzgebiet fanden nur Gefchützkämpfe statt.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Hofer, Fcldularschalleutnant.

*

Der neue Erfolg im priefterroalb.

Das Vorgehen der verbündeten deutschen und öster­reichisch-ungarischen Truppen drängt die Russen in O st- g a l 13 1 e n immer weiter gegen die Grenzen Wolhyniens und Pcdolrens zurück; es hat den Feind in Süd polen weiter auch zur Mrwiuwg des Brückenstopfes bei Äryiow, znm Aus­geber: der bei Zlatm-Lipa nen errichteten Bertzeidignrpgsfteünng veranlaßt, so daß er die einst in den Septembevkampfen des vorigen Jahres vielgenannte Linie Fwangorvd-Lublin-Cholm ba!d erreicht haben dürfte. Mit Genugtuung und Stolz kann der gestern ausgcgebene Tagesbericht selbst darauf Hinweisen, daß die Arinee Linsingen Außerordentliches geleistet hat. Vor allem aber wurden die rusfißhen Linien, wie nach 'der Gnila-Lcha die 25 Kilometer entfernte Zlota-Lipa er­reicht wurde, auch wieder einmal durchbrochen, und zwar bei Kr a Sn i k, so daß nunmehr ein weiteres Fortschreiten auch rm Abschnitt zwischen Bug und Weichsel b-evvrstehen dürfte.

Die nun schon mehr als zwei Monate andauernde Ver­treibung, die in manchen Wochen Schlag auf Schlag folgende Niederlagen für die Russen brachte, hatte unser Interesse vom Westen fast ol^lenkt. Wir wußten ja, daß dort nur ver­hältnismäßig schwache Kräfte standen und wir fühlten unZ glücklich, wenn es auch diesen wackeven Streitern gelang, sich immer wieder der anstürmenden ftanzöstschen und englischen Massen zu erwehren, die Herrn Joffres Künste Offensive seit Wochen systematisch einmal an disser Stelle, dann an der anderen, oft zugleich gegen die -deutschen Schutzwälle Vor­früchte. Mer der französische Generalissimus hatte trotz aller und regelmäßig wiederkehrenden Schönrederei und im voraus prophezeiten Erfolge schon so oft die Rechnung ohne die deut­schen Truppen gemacht, so daß rnan auch beim Beginn diese: seiner letzten, jedenfalls nicht kleinlich eingeleiteten Angxiffs- afiien mit einiger Sicherheit darauf zahlen konnte, daß es ihm eines Tages wieder gründlich gegen den Strich gehen werde.

Dies Ereignis ist nun in den letzten Tagen wieder mehr­fach eingetreten. Mmentlich m den Ar gönnen und rat Priesierwald sind die deutschen Kräfte, anstatt sich mit der Verteidigung zu begnügen, nun ihrerseits selbst zum An­sturm vorgsgangen und haben, wie dieser Tage bei Four de Paris unrer Befehl des deutschen Kronprinzen, eineil nnt rercher Diegesbeute verbundenen Erfolg errungen, der ihnen in zwei Tagen mehr als 2800 Franzosen, 26 Maschinen­gewehre und 72 Minenwerfer brachte. Ans den Maashöhen fotvi» in der Champagne war ihnen das Kriegsglück ebenfalls hold und heute gesellt sich zu diesen Errungenschaften ein neuer Steg cnn Westrand des Priesterwaldes, der ebenfalls schon seit vielen Monaten bei den Vorgängen auf dem westlichen Kriegsschauplatz eine bedeutsame Rolle ge- stMt hat. Beiderseits Croix des Carines wurde die ^feindliche Stellung in einer Breite von etwa 1800 Meter gestürmt und durch ein Gewirr von Gräben bis zu 400 Meter vorgedrungen. Unter schweren Verlusten mussten die sich verzweifelt wehren­den Franzosen- Gräben auf Gräben räumen und etwa 1000 unverwundete Gefangne (darunter ein Bvtaillonsfkrb) — wie der Bericht aus dem Hauptquartier besagt —, 2 Feldgc- schütze, 4 Maschinengewehr-, 3 leichte sowie 4 schwere Minen­werfer in den Händen der Deutschen lassen.

Sicherlich verkeimen wir nickt daß es sich bei solchen Er­oberungen doch nur mehr um Teilerfolge handelt, aber auch sie geben uns aufs neue Gewißheit, daß trotz des langen, mühsamen Stellungskrieges der Angriffsgeist auch in unserem Westheere noch voll und ganz lebendig ist, der einst die Siege von Metz, Longwy, Maubeuge, Givenchy und zuletzt vor etlichen Monaten bei Soissons erringen half. Wir sind weil ewscrnt, schon heute zu viel behaupten zu wollen, aber wer weiß, möglicherweise ist auch die Zeit nicht mehr fern, da vom Westen vielleicht ähnlicke Taten berichtet werden können Ivie von den sandigen Gefilden Galiziens oder den Sumpfstrecken Sndpolens! Dr. A. H.

Das Urteil eines französischen Militärkritikers.

Br. Mens, 5. Juli. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der Kritiker des ,-Temps", General Lacroix, widmet -der Tätigkeit der Armee des deutschen K r 0 n v r t n z e n eine ausführ­liche Besprechung und lenke die Aufmerksamkeit der französi­schen Heeresleitung auf die Mannigfaltigkeit der von den Deutschen angewandten Mittel, die Heerstraße Bien ne-La Chateau- Larennes zu gewinnen. Das deutsche Haupt­ziel bleibe trotz überaus großer Schwierigkeiten die Durch- schneidung der" Bahnlinie Berdun-Chalons in der Gezend von JÄettes und St. MenehouilL.

Lin französisches Regiment fast ausgerieben.

W. T-B. Stockholm, 5. Juli. (Nichtamtlich.) „Dagens Nyheter" veröffeutlicht einen Brief eines schwedischen Freiwilligen im französi­sch e n H e e r, in welchem er schreibt, daß sein aus 4200 Mann bestehendes Regiment in der Schlacht bei Arras am 9. Juni 3400 Mann verloren hat.

Oie französische preffe stellt einen zweiten winterfeldzug in klussicht.

W. T--B. Baris, 5. Juli. (Nichtamtlich.) Die franzö­sische Preffe bereitet die Öffentlichkeit aus einen neuen Winterfeldzug vor. Es wird erklärt, man müsse noch mit einer langen Kriegsdaner rechnen, de nn es sei viel Zeit notwendig, um die Vorbereitung aller Kampfmittel zu vervollständigen, wodurch allein Deutschland niederge- rungen werden könne. Rousset erklärt, die französische Armee müsse sogar in der Defensive blecken, bis alle Feyler in der Erzeugtmg von Munition und der sonstigen industriellen Bereitschaft qusgemerzt seien. Der „Temps" schreibt: Die Zuversicht Frankreichs werde durch die Notwendrgke, t eines neuen Winterfeldzuges nicht erschüttert. Dagegen s-r eine solche Möglichkeit ein schwerer Schlag für die Ferndo Frankreichs.

Oie roten Fähnchen von Dünkirchen.

Immer mehr wachsende Furcht vor neuen Beschießungen.

w t.-B. Dünkirchen, 5. Juli. (Nichtamtlich.) Die Zer- tunq „Phare du Nord" berichtet: An einer Anzahl Haustüren Dünkirchens find roste Fähnchen angebracht, u m diese Häuser als Rettnngspunkte bei einer Beschießung ju bezerch . nett. Der Bürgermeister fordert außerdem dre Eitaorchu-r» schaft auf, im Falle der Gefahr Türen und Keller für reder- mann offenzuhalten.

Die Jahresklaffe 1917 in Frankreich.

Genf, 8. Juli. (Ktr. Bln). Nach Meldungen französt- scher Blätter soll die Musterung der Jahresklaffe 1917 in Frankreich am 24. Juli beendet sein. Die Volksvertretung wird dann sofort den Zeitpunkt der Einberufung festsetzen.

vsn den östlichen Kriegsschauplätzen.

Gerichtete Spione.

W. T.-B. Petersburg, 5. Juli. (Nichtamtlich.) Der Große Geaerlalstäb teilst mit: Die weitere Untersuchung in der Strafsache des schon hrascrichteten Mi a.ssaj edosf hat di« urckestreitbar.e Schuld senrer Kmnplicen Borts, FrirÄbevz. Schlivma und Aawn Salzmann, die vom Kriegsgericht zirm Tod durch den Strang vevurteckt wurden, erwies«!. Das Urteil wurde am l. Jnli vollsireckt. über die anderen Ange­klagten wird eine weitere Mitteilung nach> Schluß der Ange- legenheit veröffentlicht.

Neue scheutzliche Greueltalen der Ruffen:

W-T.-B. Wien, 4. Juli. (Nichtamtlich.) Aus dem Kriegsprassequarüer wird gemeldet: Die vuMchen

Tvutzpen, insbesondere die Kosocken, haben im Mai in der nöMichen Bukowina viele Greneltatsn begangen. Nachträglich sind noch folgende Ansschveitungen fest- aestM worden: In Kotzman wurden die Gebände der Bezirtshauptmannfchast, des Gemeindeamts, des Be­zirksgerichts, des Postamts, des Gymasimus sowie sänitliche Geschästsläden und die Privatwdhnnngen der Beamten vollständig aus-geplündet. Berwüistet wurde ein Meierhof der Griechisch-orientalischen Relrgions- Fonds in Zahotzby; drei private Meierhöfe und mehrere Wohnhäuser wurden niedergebrannt. Ein 2h^jährigvs Mädchen wurde geschändet und eine 75jährige Greisin genotziichtigt. Aus drei Dörfern in der Umgebung von Kotzman wurden 35 Männer. 18 Frauen, öanraiter. eine Wöchnerin, und 54 Kinder, ferner aus 7 Dörfern des Zastawne-Bezirks 80 Männer, 24 Frauen und 22. Kinder verschleppt.

Oie russische Neulralitälsverletzuug.

Gemeinsamer Protest aller nordischen Staaten.

Br. Wien, 5. Juli. (Eig. Drahtbericht. Mr. Bln.) Wie die Blätter erfahren, wird in Gemäßheit des D r c i k ö n g s k 0 m m e n s von Malmö der s ch w e, dische Protest wegen der russischen Neutra­lität s v e r I e tz u n g von den zwei anderen srandlna- vischcn Staaten unterstützt werden, da jede Ncutralitätsverletznnq eines der ffandrnavlschen Staaten-Gebiete alle skandinavischen Staaten ru ihrem Lebensnerv trifft.

Kohlcnmangcl in Charkow.

W. T.-B. Charkow, S. Jnli. (Nichtamtlich.) Jnftckgs Kol, len mangels hat die städtische Gasarrsückt den Be- . trieb vollständig eingestellt. Einige Straßen und Zeidw.g^, ! redaktionen blieben gänzlich ohne Licht,