Verlag Langgaffe 31
„Tagblatt-Hiurs".
- geSRn« »M 8 Uhr morgens bi» 7 Uhr »benhr.
wöchentlich
.. M. L— viert-WbrUch durch den B-rlsji », ... - . . durch all« deutichen Postanftalten. »»»schließlich
. r - Ne^ugS - Bestellungen nehmen außeedem entgegen: in Wiesbaden die Zweinstelle BiS- avAIj it U. ilwf- die Lurnabesrellen in allen Tellen der Stadt: in llbebrich: die drrtiäen Au«- lladellellen und in den benachbarten Landorten und im Rheinzau die betrekscnden Tazbta:?-Trag:r
An»ei,«i^An«ahmc: Für die Abend-Autg. bi» IL Uhr
12 Busgahen.
Fernruf:
„T,«»l-tt-HauS" »r. 6650-53.
Bon r Uhr morgen» bi» 8 Uhr abends, außer Sonntag».
iür di. Morge»-Au»g. bi. s llbr nachmittags. Schristleitn-g d-«W,esb°de»err-g»latts: Berli».WilmrrSd,rf Gürch.lftr. 6«. Fenlspr.: «MtUhl-ud 450«.451.
Montag, 5. Iuli, morgens.
Zonder-Ausgabe.
ISIS.
ver Urieg.
Zunehmende Siegerbeute bei der Offensive in den Argonnen.
Der Tagesbericht vom 4. Iuli.
W. T.-B- Großes Hauptquartier» 4. Juli. (Aintlich.)
westlicher Kriegsschauplatz.
In den Argonnen in zwei Tagen 2366 Franzosen (darunter 37 Offiziere) gefangen, 25 Maschinengewehre und 72 Minenwerfer erbeutet. Ein Erfolg auch aus den Maastjöhen. — Lebhafte Zliegertätigkeit. Angriffe auf Harwich (England), Nancy und das Sperrfort Reviremont.
In den Argonnen haben unsere Truppen die Offensive fortgesetzt. Die Beute hat sich erheblich erhöht; sie beträgt für die beiden ersten Julitage 2556 Gefangene (darunter 37 Offiziere), 25 Maschinengewehre» 72 Minenwerfer (darunter eine Nevolverkanone).
Auf den M a a s h ö h e n wiederholte der Feind, trotz aller Mißerfolge, viermal seine Versuche zur Wiedereroberung der verlorenen Stellung bei 8 e s Ep ar g es. Wir wiesen seine Angriffe glatt ab. Nordwestlich von R e g n e v i l l e eroberten wir die französische Stellung in 6 0Ü Meter Breite und entriffen nördlich von Fey-en-Have dem Feind ein Waldstück.
Die Fliegertätigkeit war gestern sehr lebhaft. Deutsche Flugzeuge bewarfen das Landgurnd- Fort bei Harwich sowie eine englische Z erstörer- flottille und griffe» das befestigte Nancy sowie die Bahnanlagen von Dombasle und das Sperrfort Reviremont an. Ein englisches Flugzeug stürzte nördlich von Gent an der holländischen Grenze ab. Ein deutsches Kampfflugzeug zwang einen französischen Flieger bei Schlucht zur Landung.
Der Feind bewarf Brügge» ohne militärischen Schaden anzurichten.
Destlicher Kriegsschauplatz.
Die Lage ist unverändert.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Vas Vordringen der Armee Linsingen gegen die Flota-Lipa. 3000 Russen gefangen. §ort schreitende Angriffe der Armeen Mackensen.
Die Armee des Generals v. Lin sin gen ist in voller Verfolgung gegen die Zlota-Lipa. (300C Russen fielen in unsere Hände.) Unter ihrem Druck weicht der Feind auf seine Stellung von Narajow- Miasto bis nördlich Przemyslani.
Von K a m i o n k a bis K r y o w (am Bug) ist die Lage unverändert.
Die Armeen des Generalfeldmarschalls v. Mackensen sind im fortschreitenden Angriff.
. Zwischen der Weichsel uud der P i l i c a hat sich Nichts Wesentliches ereignet.
Oberste Heeresleitung.
Ser öfterrefchfsch. ungarische Tagesbericht
W-T.-B. Wien, 4. Juli. (Nichtamtlich.) Amtlick verlautet vom 4. Juli, mittags:
Kussischer Kriegsschauplatz, ver Rückzug gegen Zlota-Lipa.
Gescheiterte Geaenangriffe in Südpolen.
Dort 1000 Gefangene.
Die Russen, die gestern in Ostgalizien zwischer Raradonka und Zlota-Lipa sowie nördlich an schlieyend mrt starken Kräften Wigerstand leisteten wurden von den Verbündeten Truppen angegriffen uud nach stundenlangem Kampfe auf der ganzen Fron! «egen die Zlota-Lipa zurückgeworfen, 3000 Ge
fangene erbeutet.
und Uiehrerc in
Maschinenge der Gegend von P
Gewehre wurde: rzemyslan
gege,
uud Glinisny ist der Feind im Rückzüge
M«ü.
Am Bug hat sich die Lage nicht geändert.
,.Zn Russisch-Polen kam es an mehreren Fron Schnitten zu heftigen Kämpfen, da die Russen unft Umsetzung von Verstärkungen zu Gegen Tn? 0 **!] 6 ” übergingen. Me diese Versuche, ve t°renes Terram zurückzuerober», scheiterten vol L°"drg. Eines unserer Korps wies allein fün Sturmangriffe des Feindes blutig ab. Am Porba «Lander Wysznica dauern die Kämpfe for ^s^ffUrch Starhanki drangen unsere Truppe Frontausdehnung von mehreren Kil, merern r« die Haupt st ellung des Gegners ein «n
warfen den Feind unter schweren Verlusten zurück. Hierbei wurden über 1000 Gefangene gemacht, drei Maschinengewehre und drei Geschütze erbeutet. Die Höhe nördlich Krasnik wurde in schwerem Kampf genommen.
Italienischer Kriegsschauplatz; wieder schwere Verluste der Italiener bei fruchtlosen Angriffen.
Ein italienisches Torpedoboot vernichtet.
Die Italiener erneuerten auch gestern wieder ihre Anstrengungen, anr Rande des Plateaus von Dobero Fuß zu fassen. Nach einer den ganzen Tag dauernde» Beschießung des Abschnitts von Redipuglia mit schweren Geschützen setzte hier nachmittags ein Angriff von mindestens vier Infanterie-Regimentern ein, der zu heftigen N a h e- k a m p f e n führte. Ein Gegenangriff der tapferen Verteidiger warf schließlich den Feind von der Hohe hinunter.
«» 2W"che des Gegners,' sich unserer Stellung bei W o l t s ch a ch (westlich T o! m a i n) und im Gebiete südlich des Krn zu nähern, wurden schon im Keime e r st i ck t. A l p i n i, die in dieser Gegend einen Vorstoß gegen einen unserer Stützpunkte unternahmen, wurden nach erbittertem Handgemenge zurück- geworfen. Die Verluste des Feindes sind überall wieder sehr schwer.
Das italienische Torpedoboot „17 0. 8." ist am 2. Juli, abends, in der nördlichen Adria vernichtet worden.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Auf diesem fanden nur vereinzelte Grenz, g e p l ä n k c l statt.
Der Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabs: v. H ö f c r, Feldmarschallcutnant.
«
vre Fortschritte bei Ramionka-Zamosz.
Br Wien, 4. Juli. (Erg. Dv-chtbericht. Ktr. Bln. Der Kriegsberichterstatter des „L.-A." meldet aus den Krregsprcssequartier: Bei K a m io n ka - Z a m o s
geyt die große Schlacht für die Waffen der verbündeter gruppen erfolgreich weiter, die feindliche! Stellungen haben südlich des Pvrbachs einig! Ortschaften der Niederung erstürmt und damit der Übergang über diese Tieflinie gesichert. Dir ver kündeten Truppen der Armeen L i n s i n g e n Verfolgei m Ausnutzung erfolgreich den an der Gnila-Lipa ur Ruckzug befindlichen Gegner und haben bereits dil N a r a, o n k a erreicht.
Russische Geständnisse in den amtlichen Berichten. m r W ' T " B - Petersburg. 3. Juli. (Nichtamtlich.) De, Große GeneralstaL teilt mit: Im Laufe des 30. Juni wiesei wir nördlich Praschnüsch und in der folgenden Nacht u ber Gegend von Szawle und Ractgnz örtliche Angriff: der Deutschen ab. Stuf beitr sinken Weichseluf-er untemdjt* der Feirch im Laufe des 1. Juli fruchtlose Angrrffe ctnf di. Front Srenna-Joz-efow. In der Gegend von LuÄ- I r n beftndet sich der Feind in Fühlung mit uns entlania d-' Flusse Wysznica und Por. Zwischen Wjeprz iwr Bug macht der Feind wertere Fortschritte in der Rich tung nach Norden und Nordosten. Am 1. Juli fand er hartnäckige Nachhutgefechte nördlich Zamosz statt En preußisches Garder-egiment, das sich des Dorfes Jukow bi- machtrgte, wurde durch einen Gegenangriff versagt. An der Front Sokpal-Halicz 'unternahm der Feind am 30. Juni und am Vormittag des 1. Juli zahlreiche Angriffe wovon wir den größten Teil abwwsen, indem wir dem Feint schwere Verluste zusügten. Im Laufe unserer Gegenangriff- machten wir über 2000 Gefangene und nahmen mehrere Maschinengewehre. Indessen gelang es südlich Rohatyn beträchtlichen feindlichen Strertträften gegen Abend des 1. Juli sich auf dem linken Ufer der G n i l a -L : p a zu halten. (Sie sind jetzt schon weiter hinter dem rechten User der Gnila-Lipa rn der Verfolgung auf dem nächsten parallelen Nebenfluß des Dnjestr, die Zlota-Lipa, zu. Schriftl.) Am Dniestr hat sich nichts verändert.
Die Deutschen siegreich überall.
Ein weiteres schwedisches Urteil über die dentsche Gegenoffensive in den Argonnen und die Znrückdrüngung der Russe».
W. T.-B. Stockholm, 3. Juli. (Nichtamtlich^ „Svcnsla Dagbladet" führt unter bet Überschrift ..Tie Deutschen siegreich überall!" aus, daß die französische Offensive nun nicht nur z» Ende, sondern von einer kräftigen deutschen Offensive abgelüst worden ist, die dem Kronprinzen einen schönen Erfolg gebracht habe. Soviele Gesa n g c n e, wie seine Truppen nun in den Argonnen gemach' hätten, habe Joffre nicht mnm-rl in seiner ganzen zweimonatige nO f f e n si ve bekommen. Im Osten dauert die siegreiche Vertreibung der Russen fort: auch bei
Suwalki machten die Deutschen Fnrffchritte. Es ist in Wahrheit, schließt das Blatt, ein starkes Volk, welches nach allen Seiten solche Kraft entwickeln kann.
Anhängen Morgan.
öum Verlust von S. M. §. „Albatros."
Die verwundeten des „Albatros."
Zwei weitere Opfer.
W. T.-B; Stockholm, 3. Juli. (Nichtamtlich.) Nach einer Meldung des „Aftonbladet" aus Wisby sind zwei von den Verwundeten, darunter der Schiffsarzt, gestern abend ihren Verletzungen erlegen, als sie noch Roma gebracht wurden. Sie werden heute in Djörke begraben. Ein Leutnant liegt hoffnungslos darnieder und dürfte nicht mit dein Leben da- vonkommen. Die übrigen Verwundeten werden sich wahrscheinlich in absehbarer Zeit erholen.
Der unerhörte russische Neutralitütsbruch.
Die glänzende Aufnahme unserer Internierten durch das stammverwandte Schwedenvolk. .
Br. Wisby auf Gotland, 4. Juli. (Eig. Dvahtlbeaicht. Kir. Bln.) Nach den überLinstimmenden Aussagen der deutschen Offiziere und Mairosen, der örtlichen DevöMerurrg, der Lotsen usw., die sämtlich aus nächster Nähe Zeuge des gestrigen Seegefechts gewesen sind, unterkliegt es keinem Zweifel, daß ü:e , russische KriegAnarine einen ganz ungeheuren Bruch der schwedischen Neutralität sich hat zu schulden kommen lassen. Der „Mbatros" hatte sich; ctls er sich der gewaltigen Übermacht von vier feindlichen PanKer- kreuzern gegenüber sah, gegen di: Ostküste Gotlands gewandt und ließ sich hier auiflaufen, naehdcm er durch ein äußerst geschicktes Manöver sich zwei russischen Kreuzern, die ihn vom Lande ab schneiden wollten, entwunden hatte. Nordöstlich vor Snabbuden, wo der ..Albatros" auÄief, liegt vorge- legt die kleine Insel Ostergarn-Shoüne, und vor dieser Jnsch über sie binioeg. begannen nun die Russen die letzte Beschießung des „Albatros". Als die Beschießung begamn und zahllose russische Grunaten über Östergarn-Sholime einschlugen, bemächtigte sich der Einwohner ^dieser friedlichen , schwedischen Jniel, an deren Spitze sich ein Ls:ichtturm erchebt, e>ne wahr: Panik. Voller Empörung und Wut äußern sich die Einwohner über den russischen Übergriff.
_ D-r Bevölkerung von Gotland hat den Geretteten einen glänzenden Empfang bereitet. Die Dörfer, welche die Geretteten und Vevwundeken vom Seeufer bis Roma, wo sie untergebrAht sind, passierbm, zeigen reichen Flaggenschmuck. Die Offiz ivat und Mannschaften wurden mit frischen Blumen überschüttet, auch das Grab der Gefallenen weist reichen Blumenschmuck auf, mit rührenden Inschriften, so z. B. in schwedischer Sprache „Ruhe sanft in fueuider Erde". Die Verwundeten Norden im Militärlazarert mit gevadczll rührender Sorgfalt behandelt und gepflegt. Die Einwohnerschrft bringt unablässig Süßigkeitm und Blumen.
Die schwedischen Einsprüche gegen den russischen Neutralitärrbruch
'W T.-B; Stockholm, 3, Juli. (Nichtamtlich.) über den Neutralitätsbruch, den die russische Marine in den schwedischen Gewässern begangen hat, schreibt „Nya Dagligt Mehanda": Die Genugtuung, auf die wir ein Anrecht Habens mutz so sein, daß eine Wiederholung ausgeschlossen ist. Es erscheint uns angemessen, daß die Offiziere, die verantwortlich sind, disziplinarisch bestraft werden. Auch „Astonbladet" meint: Wenn es Rußland mit seinen Versicherrmgen ernst meint, kann es sich nicht auf eine bloße Entschuldigurig beschränken. Das Blatt sagt weiter: Diejenigen, die das Völkerrecht aus eine viel greifbarere Weise, als e? damals an der chilenischen Küste geschehen ist, gebrochen haben, müssen von ihrer Regierung erfahren, !vie groß ihre Verfehlung war. Diese For- l öernnwj kann nach allen russischen Versicherungen freundschaftlichster Gefühle nicht abgewiesen werden.
Ein russischer Kreuzer zum Linsten gebracht?
Die schwedische Presse über das schlechte Schiefe» der Russen.
Bn. Swikholi», 4. Juli. (Eig. Drvhtbericht. Ktr. Bln.) „Aftonblasct" betont in einem Leitartikel gegen Rußband wegen der NeutralitätSverlstzung: Der Fall des „ALatroS" sei v i e t s ch l i m m e r als die englische Beschießung deS Kreuzers „D r e s d e n" in den neutralen chilenischen Gewässern. Hier wurden schwedisches Gebiet und schwedische Staatsbürger der Kriegsgefahr ansgLsetzt. „Dieser Fall ist eine düstere M a h n u n g. denen, die vielleicht in Schweden vergessen zu haben scheinen, daß ein großer Weltkrieg im Gange, und daß wir uns innerhalb seiner Peripherie befinden, so daß wir gar kein Patent dazir l>cken, :n Frieden zu bleiben. Nebenbei sei erwähnt, um die Zielsicherheit der russischen Marine zu kennzeichnen, daß „Albatros" einem Granatregen von 156 0 Schüssen auS- gesctzt mar, und daß nur 2 5 ihr Ziel erreichten. Die überlebenden Dtatrasen erzählen auch, daß die Deutschen am Morgen einen russischen Kreuzer zum Sinken ge- orachthätten. -
Der russische Bericht.
W. T-B. Petersburg, 3. Juli. (Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger TeleMaphen-Agentur. Heute früh trafen auf der Höhe des Leuchtturms Östergarn, auf dem östlichen Ufer der Insel Gotlund, unsere Kreuzer im Nebel zwei kleine feindliche Kreuzer nebst Torpedobooten, und eröffneten ein Gefecht. Um 9 Uhr vormittaags strich der eine deuffche Kreuzer schwer beschädigt die Flagge (das ist selbstverständlich erlogen. Schriftltg.) und wandte sich zur Küste. Um w Uhr vormittags traf unser Geschwader den
