Wiesbadener Tsgblstt
so. Jahrgang.
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122. Redaktions-Fernsprecher No. 52.
flbend-Ausgabe.
per Mu-litz dn Pititrlap Mclliucns.
Wir sind in der Lage, unseren Lesern beistchend eine Karte der letzten bedeutenden Sriederlage des Generals Mettznen, bei welcher er verwundet in die Gesangenfchast
Donnerstag, den 13. Marx.
Infanteristen schlugen den Feind zurück. Nach einem scharfen Gefecht nahm der Eonvoi den Btarsch wieder ai f, als der Feind einen neuen Angriff machte und ßt» aus hundert Aards herankam, sodaß es ihm gelang, mehrere Wagen so zu bedrängen, daß die Zugthwre derselben durchgingen. Es gelang jedoch der Infanterie, .den ö» zurnckzntreiben. Dieses Gefecht nahm etwa ziver Stunden in Anspruch; dann setzte sich der Convor wiede r langsai in Bewegung, als die Nachhut desselben heftig aiige-
1902.
er Buren gerieth, zu geben. Der Schauplatz liegt im ußerften Westen Transvaals, zwischen Klerksdorp und
Noch^ist die Niederlage der Engländer bei Klerksdorp i frischem Gedächtnis. Der dort geschlagene.britische ionvoi trat seinen Marsch am 25 Februar Morgens, ix der Frühe an und wurde, während es noch dunkel war, twa IO Meilen von Klerksdorp angegriffen. Dre an der Spitze der Kolonne bef indlichen Geschütze, Pompon» und
Gin FamMengehermniß.
Roman von A. Foorc.
Berechtigte Uebersetzung aus dem .holländischen
von Hermann Koppel.
(20. Fortsetzung.)
XVII l.
reue Gefährtin der Weinenden, der dem kämpfenden Menschenkind
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Einsamkeit!
ästende Worte des Glaubens zuflustert, der al» «ne iutter die glühenden Schläfen kühlt, ine sich dnich Genien und Grübeln erhitzt haben, der sogar dem meist- rfolterten, meistzweifelndeii Gemüth Ruhe "ist Frieden ringt: wie Viele ließest öu Einkehr bei sich selbst halten, ,r besseres Ich uiid dadurch ihre Gemuthsruhe wieder- nden wie Manchem sandtest Du stille Thranen statt itterer Verzweiflungsschreie, wie manch kämpfendes serz siegte nur dadurch, daß es an deinem Busen sich eine Zeile ausruhen durste! . v
Laura fühlte, daß sie ernst und ruhig Nachdenken nußte, bevor sie handelte, daß sie nicht nur ihr eigene» ^schick in Händen hielt, sondern auch da» ihre» Ver-
obten. . ^ .
Sie schloß sich in ihr Zimmer ein, und die Einfan,- eit that ihr beruhigendes, tröstendes Werk, lies; aber auch -inen festen Entschluß in dem nun nicht mehr wankenden Gemüth reifen. Als jedoch der Entschluß, einmal ge- iaüt war mußte sie mit Anderen berathschlagen, be-
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ihrem Vater anvertrauen; aber wie von selbst geschah es, daß sie ihr Herz vor Ontel Louis ansschuttete, wenigstens insoweit es Karl betraf
Du hast verkehrt, ganz verkehrt gehandelt Kmd , saate Onkel Loiiis besonders streng imd ernst. ,.^ch hätte Dich dessen nicht für fähig gehalten, Jemand h«-
grifsen wurde und um Geschütze bat. Im selben Aitgen- blick stieß die feindliche Streitmacht mit grotzcrRraft vor. warf sich zwischen die Nachhut und die linke Flanke de» Convoi und verursachte dadurch, daß die Manlthier- qespanne nach allen Seiten hin durchgingen und die Infanterie in Verwirrung gerieth. Hu-rau-^ zog der oeuw Vortheile, indem er die zerrissenen Abthellungen der Eskorte niederritt. Die Bureiifuhrer Setarey Kemp, Colliers und Lenuner nahmen an dem Gefecht ^.hett.
rächen, Deine Hand geloben zu wollen, den Du nicht über Alles liebst."
„Aber Onkel, ich dachte damals.
Bei der Liebe denkt man nicht, man weiß, man fühlt. Bedeutungslose Geschöpfe, ohne Ellarakter, «iP® 1 Willen oder Gedanken, mögen die Wahl eine» E i- genossen als ein Geschäft betrachten wobei mannnt d Herzen handeln kann, wie man will; cm Mädchen mit Deinen Gefühle», Deiner Entwickelung, ^wn Verstände weiß das besser. Sage mcht, daß Tu gcnoffi bast ihn einst mehr lieb zu gewinnen, versuche mich nicht n übenm en daß Du nicht anders hättest handeln
Die jetzige Niederlage bei Lichtenburg ist. örtlich be- trachtet, eine Fortsetzung derjenigen voii Klerksdorp. Wie aus Pretoria vom 9. März gemeldet wird, marschirte die englische Abtheilung in der Richtung auf Lichtenbiirg rr zwei Kolonnen und verließ um drei Uhr «nch TweÄiüsch. Eine Stunde später, kurz nach Tagesanbruch, gnsfen die Buren au. Ehe Verstärkungen emtresfen tomiten, war die Nachhut durchbrochen; inzwischen galopprrten Burnn in großer Zahl gegen beide Flanken an; dieser Angriff
wiesen ; aber es war eine Panik emgerrssen. Alle mit Maulthieren bespannten Wagen und berittenen Mannschaften stürmten wild durcheinander geworsm d ahin, ihnen folgten die mit Ochsen bespannten Wagen. ,Alle Bemühungen, sie zum Steifen zu bringen, wäre i erfolg Io- Major Paris- sammelte 40 Mann, besetzte me. Stellung und brachte die Ochsenfuhrwerke zum Stehen Nach muthiger, nutzloser Vertheidigung drang der nem in die Wagenreihe ein und Methuon wurde am schenkel verwundet. Paris wurde umzingelt und ergoß sich um 10 Uhr Früh. Methuen befiiidet sich als Ge- faugener im Burenlager.
«Fn unserer Karte sind die Bewegungen der britischen Truppen die Gefechtsordre und die Anmarschnchtung
Gruppen wurden weit nach Westen, iioch uher dw Tran» vMlgrmze hinaus, zurückgedrängt, nnb -nr Ren konnte sich erst bei Kraipan und Maribogo wieder sammeln.
Drnlscher Reichstag.
Berlin, 12. März.
Tagesordnung: Fortsetzung der dritten Lesung des Etats. Beim Etat des Reichsamts des Innern, Kapitel Reichs-Ver, sich-ningsamt, geht Abg. S t a d t h a g e n (Soe) Meder aus dms Thema Vertrauensarzt ein und besonders auf den ^all de» I)r Blasius, der als Vertrauensarzt Rentenherabsetzung sogar gegenüber Arbeitern für gerechtfertigt erklärt hat, du er ubn- haupt nicht vorher zil Gesicht bekommen, geschweige denn genau untersucht habe. Zu seiner Genugthuung sei ja auch der Sanitätsarzt Strenger, der das Verfahren des Blasius mit Recht als ein unerhörtes bezeichnet habe in der von letztem <m «strengten Beleidigungsklage freigesprochen worden, -adeln müsse er^ auch, daß das Reichs-Versicherungsamt dem Gesetz zuwider^ dulde, daß zu den Rentenfestsetzungen eme Heran- -iebuna der Arbeiter nicht in dem vorgeschriebenen Umfange stattfinde. Tadelnswerth sei auch, daß da» Re,chs-Ver- sicherungsamt die unangemessene Entschädigung der amtl^mi Vorsitzenden von Berufs-Genossenschaften gut heiße. — llbg. Oertel (kons.) geht auf den Fall des vr. Blasius naher -rn. Blasius sei ein Ehrenmann und Stadthagen habe demselben Unrecht aethan. - Abg. R ö s i ck e - Dessau (wlld-lib.) nimmt sich der Vertrauensärzte, sowie der Berufs-Genossenschaften an. Stadthaaen habe den Stand dieser Aerzte in ungerechtferttgter Weise herabgesetzt. Zustimmen müsse er dagegen Stadthagen, daß m v erschiedenen Fällen an ehrenamtliche Vorstande zu hohe
TiHlbstHn^Gott ein VerbreSf-m. begangen Nein weine nicht so, Kind, ich kann es nicht mttansehen, und
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LÜLst Tit Dich selbst, famtteft Du ihn bereits ge- iiügend, iim zil wissen, das; dw Verbindung m,t einem Manne, der in seiner Entwickelung so west unter ^ stand dessen Gedanken auf einen so engen Krei» l schränkt waren, während die Deinigen cht einen so hohen Tlua nehmen dessen Herz nicht im Stande war, da» Deine zu verstehen, daß eine solche Derbin^ng, s^ge ich nickst anders denn unglücklich sein tonnte Alle», was nichtig, kleiiigeistig ist. stößt bei Dir auf Widerstand er ist Beides in hohem Grade: Alle», lva» edel und gub in i,gst Dil lieb, er ist nicht einmal im Stande, eine edle That zu würdigei,. Du wußtest das AM. nnd doch konntest Du ihm ewige Liebe und ^reue schworen, o Laura trü" hast T.i für ein. wenig Adel und Stand enr Ier" wie das Deine in Tausch geben tonnen.
„Neiii, Onkel, iiicht allein seines Adels wegen, iiicht
Entschuldige Dich nicht, Kind! In fast allen anderen Fällen kaim man etwas zur Entschuldigung beibringen, wie Irrthum oder Verkehrtheit; aber wenn es die Liebe betrifft nichr Darin darf kein Jrrthum, kein Betrug platzareifeiu das Herz spricht — und der Handel pt abgeschlossen Tein Herz sprach nickit für Leducere, um folglich hast Tu isicht nur gegen ihn, sondern auck) gegen
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ich wuß doch sagen, tvas mir auf dem Herzen lieift ich möMe Dich so gern sanfter beurtheilen, aber-Du hast das Höchste beleidigt. Ja. die Liebe ist das Höchste, sie ist da'> Abbild der göttlichen Liebe, die im Menschen wohnt, und loche Dem. der diesem göttlichen Bilde mcht huldigt, der es vergißt oder beleidigt; dm Strafe blwbt nicht aus, und der Beleidigte rächt , sich an dem Beleidiger Der Mensch kann und darf nicht unge,traft stimm Spott treiben mit dem Heiligsten, das Gott ihm
Herr ,H«m Fermant nahmen Lauras Bekenntniß
mh Papa"' sagte Laura fest, „ich habe Dir etwas sehr Trauriges mNheileu; -- ich habe die Absicht, meme
- - - aushebeu? Du bist toll gewoLm Kindl" schreit der Doktor, Arme und Beme
schmus ^^e es ja immer, immer gejagt", seufzt ihre Pttitter, die blauen Augen gen Himmel gerichtet.
' lind das, ohne Deine Eltern um Rath zu stageii? LMein Entschluß steht fest, unwiderruflich fest, Papa,
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icbon habe", klagte die Mutter.
Laura denkt an die bitteren Shranen, dw sw ver- aossen an die schlaflosen dkächte, die -vage voll Kampf, die sie verbracht, und ein trauriges Lächeln fpielt urn ihre
^ „Aber Laura, wie bist Du denn auf einen so dummen
Gedanken get® ^ ließ genug, Papa, um jemals
mit ihm glücklich sein zu können.
„Wie ist das möglich, wie pl das möglichst ^Papa, willst Du noch mehr wissen?
