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Verlag Langgaffe 21'

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Samstag, 3. Iuli 1918.

Morgen- Ausgabe.

Nr. 303. ♦ 63. Jahrgang.

Der Krieg.

weiterer Vordringen der Armeen Mackensen, Linfingen und woyrsch.

Oer Tagesbericht vom 2. Juli.

W• T.-B. Großes Hauptquartier, 2. Juli. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Lin Erfolg der Kronprinzen -Armee in den begonnen: 1736 Gefangene. — buch in den Vogesen ein Fortschritt.

Eiu nächtliäfrr Augrifs auf unsere Stellungen west­lich von Souchez wurde ab gewiesen.

Im Westteile der Argvnnen hatten Teile der Armee S. K. H. des Kronprinzen einen schonen Erfolg. Die feindlichen Gräben und Stützpunkte nord­westlich von Four de Paris wurden in einer Breite von 3 Kilometer und einer Tiefe von 200 bis 300 Meter von württembergischen und reichsländi- s ch c n Truppen erstürmt. Die Beute beträgt 25 Ofsi- Zicrc, 1710 Mann, 18 Maschinengewehre, 40 Minen- werfer, 1 Revolverkauone. Tie Verluste der Franzosen find beträchtlich.

I» dm Vogesen nahmen wir auf dem Hilfe first 2 Werke. Rückeroberungsversuche des Gegners wurden abgrwicsen. An Gefangenen fielen 3 Offiziere und 149 Mann in unsere Hand.

westlicher Kriegsschauplatz.

Ü00 Russen bei Kalwaria gefangen.

Südöstlich von Kalwaria wurde dem Feinde nach heftigen Kämpfen eine Höhenstellnug entrissen. Dabei machten wir 6 0 0 Russen zu Gefangenen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz, vie Russen bei INariampol zum Rückzug ge­zwungen. — Erfreuliche Fortschritte auch bei den Armeen Mackensen und westlich der Weichsel. — Das südliche Kammiena - User vom Feinde gesäubet.

Nach Erstürmung auch der Höhe südöstlich von K u r o st o w i c c (nördlich von H a l i c z) sind die Russen aus der ganzen Front in Gegend Mariam- pol, nördlich von Firlejow, zum Rückzug ge­zwungen wordm. General v. Lin sin gen folgt dem geschlagenen Gegner. Dre Beute er- höhtt sich bis gestern abend aus 7765 Gefangene, dar­unter 11 Offiziere, und 18 Maschinengewehre.

Die Armeen des Generalscldmarschalls v. Macken- s e n haben den Gegner westlich von Z a i n o c s unter andauernden Kämpfen über den Labunka und Vor­abschnitt zurückgedrängt und diesen bereits mit Teilen überschritten. Weiter westlich ist die feindliche Stellung in Linie Turobin-Kr.-Jozesow (an der Weichsel) erreicht. Die Vorstellungm bei S t r o z a und K r a s n i k und diese Orte selbst wurden noch gestern abend genommen.

W e st I i ch der Weichsel hatten die Russen unter dem Druck des Angriffs die Brückcnkopfstcllung bei Tarlow räumen müssen. Das südliche Kamienna- U f e r ist vom Feinde gesäubert. Die Truppen des Generalobersten v. W o y r s ch haben in erfolgreichen Kämpfen die Russen aus ihren Stellungen südöstlich von Sieima und bei Ilse geworfen und dabei etwa >700 Gefangene vom Grcnadierkorps gemacht.

^ Oberste Heeresleitung.

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht

W. T.-B. Wien, 2. Juli. (Nichtamtlich.) Amtlich ver­lautet vom 2. Juli, mittags:

Ruffischer Kriegsschauplatz.

7765 Gefangene bei den Kämpfen um die Gnila-Lipa-Stellung. — weitere Angriffe in Russisch-Polen. — Die Einnahme von Tarlow und Zozefow.

In mehrtägigen erbitterten Kämpfen haben die ver­bündeten Truppen der Armee Linsin gen die Russen uus der sehr starken Gnila-Lipa- Stell »ng .abwärts Firlejow getourten. Der Feind, der in östlicher Richtung zu- rückgeht und aus der gangen Front der Armee verfolgt wird, erlitt abermals schwere Verluste. 7765 Man» w,erden rn diesen Kämpfen gefangen, 18 Maschinenge­wehre erbeutet. Nördlich anschließend dauern die Kämpfe noch an.

Am D n j c st r hat sich nichts Wesentliches ereignet.

In Russisch-Polen kämpfen die verbündeten Truppen zwischen W e i ch s c l mid B u g mit sMrkcn russischen Kräften am Porbach und an der Whzuicz. Unsere Armee -reist überall in», -

Westlich der Weichsel griffen gestern unsere Truppen die feindlichen Stellungen bei T a r l o w an. Um 5 Uhr nachmittags wurde ein Stützpunkt nördlich des Ortes erstürmt. In den Abendstunden arbeiteten sich die übrigen Angrisfs- tronten bis auf Sturmdistanz heran und brachen nachts in die russische Stellung ein. Der Feind ging fluchtartig zurück. In der Verfolgung wurde Jozefow an der Weichsel genommen. Auch aus den Stellungen südöstlich Siennow wurden die Russen zurückgrworfcn. 700 Mann hierbei ge­fangen.

Italienischer Kriegsschauplatz:

Neue grotze Verluste der Italiener.

Gestern wiederholte sich der italienische Angriff auf daS Plateau Daberto. Nach mehrstündiger Vorberei­tung durch schweres Geschützfeuer setzten nachmittngS und abends mehrere Infanterievorstöße zwischen Saraussina und Bremcglienv ein. Alle wurden wiederum unter großen Verlusten des Feintzüs abge­schlagen,

Borhergegangene schwächere Angriffe auf einen Teil des Görzer Brückenkopfes und im Krn-Gebiet waren gleichfalls zurückgewiesen worden.

Unsere braven Truppen behaupten nach wie vor die be­währten ursprünglichen Stellungen.

Die Gcschützkämpfe dauern an allen Fronten fort.

Der Stellvertreter des lshcfs dcS Generalstabcs: v. Höf er, Feldmarschalleutnant.

*

Beschießung von Windau durch die deutsche Flotte.

Br. Stockholm, 2. Juli. (Eig. DvahLbericht. Bei 4>em deutschen Seebomärrdement von Windau vom 28. Juni wurden mehrere im dortigen .Hafen fett Kriegsausbruch liegende Dampfer geschädigt. Der Dampfer „V e st a" der Stockholmer Svca-Gesellschast, den die Russen rechtswidrig zürückgehattcn hatten, wurde dabei in Grund geschossen.

Die Umbildung des russischen Kabinetts.^

Br. Rotterdam, 2. Juli. (Eig. Drrchtbericht. Ktr. Bln.) Die „Times" meldet ans Petersburg, daß neben dem neuen Minister des Innern Schtscherbatow folgende Männer in das umgebildete Kabinett ausge­nommen werden dürften: Der Moskauer konservative S a m a r i n, der ehenmlrge Berichterstatter der Budget- kommission Alexe I e n k o, der frühere Dumapräsident Alex Gutschkow und der ehemalige Moskauer Bürgermeister Gutschkow.

Br. Petersburg, 2. .(Eig. DrwMerichff Ktt. Bln.) Bei dem Obettommandrer«st>cn weilen Minister­präsident Goremhkin, Finanzminister Bark, der Wegebauminister R u ch k o w, der Minister des Innern Schtscherbatow, der Handelsminister Scha­ch o w s k y und der Ackerbanminister K r i w o s ch e i n. An hiesiger bcstunterrichteter Seite glaubt man, ein gemeinsamer Rücktritt Goremhkins, Barks und Schachowskhs stehe bevor. Mau er­wartet die Ernennung K r i w o s ch c i n s zum Mnnsttr- präsidcnten. Die Erklärung des Zaren, daß die Ein­berufung der Duma erst im A u g u st bevorstehe, erregt im Scniorenkonvent der Duma lebhafte Ent­rüstung. R o st j a n d s k i betont, Goremhkin habe eine umgehende Einberufung zugesagt, nachdem vereinbart worden sei, daß in der Plenarversammlung nur normale Fragen verhandelt werden sollen, während die Kourmission die wesentlichen Fragen erledigt. Stürmische Debatten in der Duma bevorstehend.

Sr. Petersburg, 2. Juki. (Eig. Draihtbroicht. Ktr, Mn.) Nach dem Verlauf der bisherigen Partessitzungen zu urteilen, dürste die Duanchession recht st ü,r misch verlausen. Die Kadetten und Oktobristen, welche die Mehrheit bilden, wollen von der Regierung die parlamentarische Prüfung aller Notgesetze verlangen. Bei der Jndemnitätsdebatte will die gesamte Linke die großen tlnterschleife erörtern, die namentlich bei dem obersten staatlichen Verpflegungs- amt und bei der Vergebung von Kriegsaufträgen nach dem Ausland vorgetommen sind. Im Kronr at hat sich der Min.sterpräsident Goremhkin dafür eingesetzt, daß die Dumasession nur wenige Tage dauert, .und daß die Re­gierungsvorlagen ohne Kommissionsberatung votiert werden sollen. K r i w o sch e i n und Schtscherba­tow sprachen dagegen. Schticherbarew erklärte, das Ver­trauen des Landes habe in der jüngsten Zeit merklich g e l i r t e n. Cr wies auf die U n r u h e n in M o s k a w, Kiew, Odessa und S e b a st o p o l hin und berichtete über ferne Unterredung mit einzelnen P.wteisLhrern, welche die Erklärung der Duma in Pernianenz verlangten. Aus sicherer Quelle verlautet, daß bei vier von sechs Punkten, mit welchen sich.de: Kronrat befaßte, de: Ministerpräsident mit seinen Vor- ichlägen in der Minderhett geblieben ist. Des Fina-nzministers Vorschlag, zur neuen Anleihe. >ie Sv arlassen so ftarf wie möglich heranzuzichen, lourde einstimmig angenommen, eben­so grundsätzlich dre Schassnng von Staatsmonopolen für Tee, Kaffee, Zündhölzer und Baucnwolle.

vie Vorboten einer russischen Revolution.

Np. Budapest, 2. Juli. (Elg. Drohtbericht. Ktr. Bln.s Laut „Az Ujsag" wird der „Seara" aiuS Braila gemeldet: Nach zuverlässigsten Berichten verbreitet sich die russische Revolution immer mehr. Kürzlich mürbe das Palais der bekannten Freundin des Großfürsten Nikolaus Ntkolajewitsch in die Luft gesprengt. Infolge der Ex­plosion kam es zu einer FeuerSbrunst in Zarskoje-Sselo.

Der Direktor der staatlichen Monopole in Bukarest, der aus Rußland zurückkam, machte einem Mitarbeiter der „Seara" folgende Angaben: „Ich konnte in Rußland nicht allein das Wachsen des revolutionären Geistes in der Bevölke­rung, sondern .ruch in der Armee beobachten. Es liegen 'Beweise vor, daß an den Attentaten gegen Munitions- und Proviantzüge Soldaten beteiligt waren. Ebenso ivarcn die Brandstiftungen an Militärmagazinen das Werk von Soldaten. In der verhältnismäßig kürzen Zeit, die ich in Rußland verbrachte, fanden mehr als 20 solcher Attentate statt. Ich tvcrr Zeuge eines Dynamitattentates aus einen nach Galizien abznlassenden Mumtionszug. Ich werde den Ein­druck de» furchtbaren Ereignisses nie vergessen."

vom parteillampf in Ruhland.

Kopenhagen, 1. Juli. (Ktr. Bln.) „Politiken" meldet aus Petersburg: Mit dem Erlaß des Zaren zur Einberufung der Duma und des Reichsrates ist ein vollständiger Feldzug für und gegen die Einberufung abgeschlossen worden, $tc libe­ralen Parteien erblicken in der Einberufung nicht allein die Notwendigkeit der besseren Organisation der Kriegfüh­rung, sondern auch eine günstige Gelegenheit zur Stär­kung der Macht der Volksvertretung. Die reaktionären Kreise widersetzten sich energisch den libe­ralen Besttebungen und erklären nur zustimmen zu wollen, daß die Duma zu einer kurzen Tagung zwecks An­nahme des Budgets cinberufen wird. Noch kürzlich, ak einige liberale Politiker den Gedanken einer baldigen Ein­berufung der Duma aussprachen, verbot der Minister des Innern Maklakow der Presse, die Augelegenheit zu erörtern. Die Niederlage in Galizien kam den Liberalen zu Hilfe. Sie veranlaßte, daß die Industriellen, Börsenkreife und an'dere Kreise die Einberufung der Duma bestimmt verla «>gten. Daraiff erfolgte endlich die Beröfsentlich«ng des ZarenerlaffeS zur Einberufung der Duma, der jedoch de« Reaktionären das kleine Zugeständnis macht, daß der Zu­sammentritt der Duma nicht Anfang Juli, wie von den Lebe- ralen verlangt, sondern erst Anfang August erfolge.

Das Ende der russischen Nüchternheit.

Sr. Petcrttmrg» 2. Juli. (Eig. Drahtibericht. Ktr. Mu.) „Rjetsch" berichtet, fco® Ende der russischen Nüchternheit steht bevor. Das Schnnpsverbot werde vovausstchMch auf­gehoben, angeAich Weyen der Unmöglichkeit, den heimlichen Schnapsverkauf einzustellen. Die „Rjetsch" glaubt jedoch, der wahre Grund sei das Geldbedürfnis.

*

Ernennung des Königs von Bayern zum preutzischen Generalfeldmarschav.

Br. München, 2. Juli. (Eig- Drahtbericht Ktr. Mn) Der König von Bayern hat auf seiner Reise zum Osthecr den deutschen Kaiser in seinem Hauptquartter befscht, wc ihn dieser unter warmer Anerkennung der trefflichen Leistungen der bayerischen Truppen bat, den Rang etnes preußischen Generalfeldmarschalls an- zunehmen. Der König hat hoch erfreut über die ihm und seinen Truppen dadurch widerfahrene Ehre dem Wunsche des Kaisers entsprochen.

Die Schlacht von La vaffee und Arras

(Lorettoschlacht).

I.

Aus dem Großen Hanptguartier wird uns geschrieben:

Während in Galizien die verbündeten Armeen von Sieg zu Sieg eilen durften, hatte die Armee des Kronprinzen von Bayern einen Kampf zu bestehen, der nicht miuide: heiß, blutig und ruhmvoll war. Doch gab es hier kein Vor- toärtsstürmen durch die Reihen des Feindes, keine BerfoilgMog der flüchtenden Scharen mit des Mannes und Rosses letztsni Aternzug. Die vielleicht gerade dem deutschen Söldaien schwerste Aufgabe galt es zu erfüllen: in einer Vertei­digungsstellung den Ansturm eines weit überlegenen, mit zahlreicher schwerer Artillerie und unerschöpflicher Dlunition ausgerüsteten Gegners abzmvehrcn.

Denn Gr >ßes plante der Feind. Nicht etwa eine M- lenkung unserer Stärke von dem in Galizien verblutende-n Verbündeten galt es. Die Versammlung so starker Krüste, die Anwesenheit des srnsyösischen OberbefechtsHaberS, die gewaltigen Anstrengungen und die Hartnäckigkeit des An­greifers beweisen es, die erbeuteten Befehle bestätigen es: General Joffre erachtete den Augenblick für gekommen, die deutsche Front zu durchstoßen, die verlorenen Provinzen und Belgien zu besr-ei-en und den Krieg an den Rhein zu tragen. Die Not des östliche'.: Verbündeten, der Züsammenbouch seiner Armeen in Äaüzjeu zwangen dazu, jetzt die Getogenheit auszunutzen, da Deutsch­land scheinbar starke Kräfte nach fcenv J i£>gen hioüberIHchpsts»