Einzelbild herunterladen
 

Geite 4. ». März 1*02 LSiesdadeirer Taablatt (Morgen-Ausgabe). Verlag: Langgasse 27.50. Jahrgang. No. lOl

teilet hat. Die Metallbekleidung der Wände, die Zola in seinem Roman „Lourdes" damit erklärt, daß man Vergiftungsversuchen des Wassers Seitens Ungläubiger vorzubeugen sucht, hat in Wirklichkeit den Zweck, den Besuchern zu verbergen, daß das Aus­schwitzen der Wände noch immer fortdauert, und daß von einem plötzlichen Hervorsprudeln einer Wunderquelle nicht die Red: sein kann. Der Wafferbautechniker, der dies« Thatsachen fcst- stellte, hat dem Oberen der frommen Väter, die di« Lourdesgrotte in Pacht genommen haben, eine Wette von 40,000 Francs vor­geschlagen, um sein« Behauptungen beweisen zu lassen. Eine Antwort hat er nicht erhalten. Daß diese Enthüllungen den Glauben an di« Wunderkraft des Lourdeswassers bei der Meng: erschüttern werden, ist völlig ausgeschlossen.

Kleine Ctzromk.

Für eine Schuld von 70 Pf. hat der unbescholtene Berg- mann Zehen mehr als drei Wochen in Untersuchungshaft sitzen müssen. Er war nach Köln mit 20 Mk. in der Tasche gekommen, war betrunken gemacht worden und konnte schließlich 7 Glas Kölnisches Bier nicht mehr bezahlen. Das Schöffengericht, wo seine Sache zur Verhandlung kam, sprach ihn kostenlos frei, da ein« betrügerisch« Absicht nicht angenommen werden könne. Der Ausdruck des Bedauerns des Richters war die einzige Genug- thmmg, die dem so lange seiner Freiheit Beraubten zu Theil wurde. Wie konnte aber bei einem solchen Thatbestand über­haupt die Untersuchungshaft aufrecht erhalten werden? (Fr. Z.j

In Barmen-Rittershausen beehrten die Herren Regierungspräsident v. Holleufer und Regierungsrath Erbslöh von Düsseldorf unter Begleitung des Herrn Oberbürgermeisters Or. Lentze von Barmen Luhns Seifenfabrik mit ihrem Besuche. Während des etwa zweistündigen Aufenthaltes ver­salzten die Herren mit Interesse den Werdegang der Seife vom Rohprodukt bis zu den fertig verpackten Fabrikaten, als Wasch- Extrakt, Wasch-Seifen, Toilette-Seifen und dergleichen. Die praktischen Einrichtungen dieses Großbetriebes fanden den un- getheilten Beifall des Besuches.

Die Strafkammer in Bamberg verurtheilte im No­vember vorigen Jahres den Arzt Or. Paulfranz wegen fahr­lässiger Körperverletzung zu 300 Mk. Geldstrafe. Sein Hund hatte ein achtjähriges Kind umgerannt, sodaß dessen Tod eintrat. Der Staatsanwalt legte Revision ein, und das Reichsgericht verwies die Sache an das Landgericht zurück, weil nicht fahrlässige T ö d t u n g angenommen war. Bei der prin­zipiellen Wichtigkeit der Entscheidung ist man auf den Ausgang der Angelegenheit sehr gespannt.

Durch B e r g st ii r z e ist die Existenz des Dorfes Schwanden bedroht, das in der Nähe des den Schweizer Touristen wohlbekannten Gießbachs bei Brienz im Berner Ober­land liegt. Die Berner Regierung ist der Ansicht, daß alle Be­wohner ihre Häuser werden verlassen müssen, um sich ander­wärts anzusiedeln. Eine Spezialkommission ist mit der Prüfung der Nothlage der Gemeinde beauftragt worden. Man beabsich­tigt, das Terrain des Dorfes, wenn die Häuser abgebrochen und die Materialien weggeschasft sein werden, -mit Wald zu be­pflanzen.

In Budapest wurde ein Artillerist beim Einwechseln falscher Kronen st ücke betroffen. Die eingeleitete Unter­suchung ergab, daß in der Büchsenwerkstättc der Kaserne des 4. Artillerie-Regiments aus Zink massenhaft Kronenstücke her­gestellt wurden. Die Berwerthung der Falschstücke wurde von zwei Soldaten und deren Geliebten besorgt. Die verdächtigen Personen wurden verhaftet.

Letzte Nachrichten.

wb. München, 28. Februar. Die „Münchn. Neuest. Nachr." melden : Als der N o r d - L> ü d - E x p r e ß - zug aus Berlin gestern Abend 20 Mimrten hinter Regensburg sich befand, wurden zlnei Fettster des S p e i s e w a g e n s von Geschossen, vermutblich Steinwürsen getroffen. Ein Fenster zeigte eine kleittc

runde Oeffmmg wie von eineni glatten Kugelschutz, das andere war mehr zertrümmert. Am Tische hinter dern Fenster satz gerade die Prinz e j s i n F riedri ch Karlvon Preußen, die auf der Reise nach Florenz sich befand. Die Glassplitter flogen an der Prinzessin und ihren Tischnachbarn vorbei. Verletzt wurde Niemand.

wb. Paris, 28. Februar. Auf der deutschen Botschaft wurde, ivie bereits erwähirt, gestern Abend ein großes Tiner veranstaltet, an melclmin u. A. der Präsident der Deputirtenkaimner Deschanel, der Militär- Gouverneur von Parts General Faure-Biguet, der Direktor der höheren Kriegsschule General Bonnal mit Gemahlinnen, ferner der Kolonialminister Tccrais, die Gesandten der Schweiz, Portugals, Mexikos und der bayerische Geschäftsträger von der Tann theilnahmen. Es schloß sich an das Diner ein glänzender Empfang an. Zu dem Empfang waren u. A. noch erschienen Senats- Präsident Falliöres, Casimir Perier, der Kriegs- und Marrneminister, der Chef des Militärstaates, des Elysees, General Dubais, das diplomatische Eorps, Vertreter der hohen Beamtenwelt, überaus zahlreiche^ Mitglieder der deutschen Kolonie imd viele Gelehrte, Schriftsteller und Künstler. Ein auserlesener Genuß wurde den Gästen durch ein Konzert geboten, bei dem der spanische Klavier- virtuose Santesteban, die Sängerinnen Frau Bella Monti aus London und Romaneck aus Stuttgart, die Violinistin Fräulein Stubenrauch und der deutsche Quartett-Verein in Paris mitwrrkten.

wb. Washington, 27. Februar. Bei dem Besuche des Grabes Washingtons in Mount Vernon ent­blößte Prinz Heinrich das Haupt, als er sich der Gruft näherte. Aus den das Grab umgebenden Rasenplatz pflanzte der Prinz eineu Lindenbaum. Er empfing später im Wohnhause Washingtons eine Abordnung des Frauen- vereins und kchrte dann über Alexandria zurück. — An dein heutigen F a m i l ir n d i n e r im Weißen Hause zu Ehren des Prinzen Heinrich nahmen außer dem Präsi­denten und seiner Gemahlin sowie Tochter der deutsche Botschafter v. Holleben und Generallewnant v. Plessen Theist ferner Fräulein Carew. Senator Lodge und Ge­mahlin. Ter gestrige Tag galt wegen der Gedächtnis;- feier für Mac Kinley als Trauertag, es wurden deshalb auf dem Diner keine Trinksprückze ansgebracht. Das Diner sollte Gelegenheit 311 einem intimeren Verkehr und Gedankenaustausch zwischen dem Prinzen Heinrich und denr Präsidenten bieten, atS dies bei der offiziellen Be­gegnung am Montag möglich war.

wb Budapest, 28. Februar. Säimntliche Morgen- blätter besprechen die gestrige Rede des Ministerpräsi- denbm Szell und heben hervor, daß dieselbe nament­lich über die Frage des autonomen Zolltarr 1 L und Handelsverträge Licht verbreitet und bemertens- werthe Äufklänmg geboten habe.

wb. London, 28. Februar. Die „.Limes Meiden aus Loeul von gestern: Tie Regierung theilte dem französischen Gesandten mit, daß sie den Anleihcvertrag vom April 1901 für ungültig und erloschen ansehe, weil die dem Syndikat gestellte Frist abgelanfen sei und in dem Kontrakt die Besttmmung nicht enthalteit sei, daß eine der beiden Brächte Rechte aus dem Vertrage an ein anderes Syndikat oder eine dritte Partei abtreten dürfe. — Die „Times" melden aus Tokio vom 24. Februar: Eine Anzahl japanischer Kapitalisten organi- sirm einen Dampserdienft von .Hankau über Tungting- sen nach Hsinangtau zu dem Zwecke, deii H a n d e l v o n H una n an s i ch zu ziehe n. — Unter dem 27. d. wird dem gleichen Blatte aus T o ko geineldet, die Regierung habe im Parlamente die Uebernahme der Garantie für eine sechsprocentige Verzinsung des einge- zahlten Kapitals des projettirtcn Dampfcrdienstes be­antragt. _

Menschheit im Allgemeinen in Betracht gezogen, danach erst solche von mehr örtlicher Wichtigkeit. Im Jahre 1900 wurden an sechs Gelehrte Zuschüsse bewilligt, und zwar an einen deut­schen Biologen in Skraßburg zur Untersuchung einer giftigen Ausscheidung aus der Haut von Amphibien, an einen Schweizer Biologen in Zürich, an einen bulgarischen Zoologen in Sofia, ferner an zwei amerikanische Forscher, endlich an die National- Akademie der Wissenschaften in Washington zur Bestreitung der 51vsten für die Theilnahme an der Versammlung der Akadcnneen in Wiesbaden im Oktober 1899. Auch unter den drei Gelehrten, die im Jahre 1901 berücksichtigt wurden, befand sich em Deutscher, und zwar der Astronom Professor Valentmer in Heidelberg, dessen Beobachtungen an veränderlichen Sternen ge­fördert werden sollten. Wer sich eine derartige Beihülfe ver­schaffen möchte, muß an die Verwaltung der Stiftung ern Ge­such einreichen, worin der Betrag der erforderlichen Summe, ein genauer Plan der beabsichtigten Arbeit, das Verfahren der Untersuchung und die Art, in der das gewünschte Geld verwandt werden soll, angegeben werden.

* Verschiedene Mittheil« ngcn. Eugen d'Alberts dreiaktig« Oper „D e r I m p r o v i s a t o r" vermochte bei ihrer Erstaufführung im Berliner Kgl. Opernhause nur einen schwachen Eftolg zu erringen.

Frau W i l b r a n d t - B a u d i u s ist von der Direktion de- Burg-Theaters nahegelegt worden, um ihre Demission einzu­kommen. . , .

Für das Klaus G r o t h - D e n k m a l in Kiel sind bisher 3000 Mk. eingegangen, 5000 Ml. hat die Stadt Kiel bewilligt; 25,000 Mk. werden gebraucht. Die Differenz soll in Schleswig-Holstein, dem Heimathland« des Dichters, zusammen­gebracht weiden.

Lorenzo Perosi hatte, wie dem „Menestrel" berichtet wird, ein neues Oratorium mit dem Titel „K a i n" zu schreiben begonnen; der Text war dazu von Guiseppe Giacosa für ihn vor­bereitet. Als jedoch der Erzbischof von Venedig von dem neuen Werke hört«, setzte er dem Plan ein absolutes Veto entgegen.

Ra di ca','die überlebende der beiden indischen Zwillings- schwestern, ist, wie aus P a r i s gemeldet wird, wieder hergestcllt. Dr. Doyen gestattete ihr, aufzustehen, und zum ersten Male in ihrem Leben ging sie am Sonntag allein und handelte allein. Originell war chr Erstaunen, daß sie nun ihren linken Arm frei gebrauchen komite, den sie bisher stets unthätig um den Hals jtzrer Schwester Dodica geschlungen hatte. Natürlich verlangt

Radica oft nach letzterer und scheint sich ohne diese zu langweilen,

so sehr sie früher auch durch die Vertettung mit ihr ,n den Be­wegungen gehindert war. Sobald es das Wetter erlaubt, soll Radica eine Spazierfahrt ins Bois de Boulogne machen. Dann geht sie für einen Monat in ein Sanatorium.

Uom önchertilch.

* Ro b e r t Se i d e l, „Die Handarbeit, der Grund- und Eckstein der harmonischen Bildung und Erziedung". Vertag von Rich. Lipinski, Leipzig, Reudnitzerstraße 11. Preis 50 Pf. Der Verfasser übt sach­kundige Kritik an der herrschenden Unterrichtsmethode und kommt zu dem Schluffe, daß sic nicht zur vollen Entfaltung aller geistigen und physischen Kräfte des Menschen führen kann. Dem Verlangen des Kindes nach Bewegung wird der Unterricht nicht gereckt und darum verlangt Seidel, daß der Arbeitsuntcrricht pädagogisch betrieben, als Lehrfach und -Methode in den Lehr­plan aller Schulen ausgenommen wird, somit der von Frobel in den Kindergärten eingesührte Gedanke voll verwirklicht werde. Lehrreich knüpft er an die Erfahrung des Arbeitsunterrichts in der Schweiz an und zeigt, wie durch den Arbcitsunterricht das Kind nickt nur Freude und Verständniß dem Schulunterricht entgegenbringt, sondern auch für das spätere Leben praktisch vor­bereitet wird. Es kann deshalb Eltern wie Lehrern, denen an einer vernünftigen Erziehung der Kinder liegt, das Studium des Schriftchens nur angelegentlichst empfohlen werden.

* Außerordentlich anregend und reizvoll ausgefallen ist das Februar-Heft der illustrirten Monatsschrift für Dilettanten

Kunst gew erbe fürs Haus", herausgegeben von C. v. Sivers, Verlag von Otto Lienekampf, Berlin W. 35, Llltzowstraße 9. Schöne Möbel, fein dekorirte Porzellane, Decken in Spitzenstich und Stickerei und Malerei, zart gemalte Fächer-Entwürfe, Mappen, Taschen und Täschchen mit ori­ginellen Mustern und Verzierungen versehen, der Saison und Mode hübsch angepaßt- Tisch-, Tanz- und Mcnukarten finden wir darin, und zwar das Alles meistens in feinen Farben­wirkungen wiedergegeben, sodaß sich jedem Dilettanten dabei die Schaffenslust regen muß. Jedenfalls steht die Zeitschrift mit ihrer Fülle von guten, stilgerechten und den Fähigkeiten des Laien auch technisch angepatzten Mustern einzig da und sollte in keinem Heim fehlen, wo häusliches Kunstgewcrbe ausgeubt und gepflegt wird.

wb. Madrid, 28. Februar. InToledo sind U n -

r li h e n ausgebrockM. Irr MadridejoS haben die Un­ruhestifter die Octroihäuschen mit steinen beworfen, die dort befindlichen Papiere verbrannt und den Tele­graphendraht abgeschnitten.

Volkswirtschaftliches.

Preußische Pfandbrief-Bank. Die Generalversamm­lung genehmigte die vorgelegten Jahresabschlüsse und ertheilte dem Äufsichtsrath und Borstand Enttastung. Die Dividend: wurde auf 7 pEt. festgesetzt und gelangt mit 106 Mt. pro Aktie an der Kasse der Gesellschaft zur Auszahlung. Die dem Turnus nach ausscheidenden Mitglieder dcS Aufstchtsraths wurden wiedcrgewählt. Die Bilanz ist im Anzeigentheil veröffentlicht.

Einsendungen aus dem Zejerkreise.

* Wie im vorigen Jahre, so wird auch jetzt wieder gegen den überaus frühen Schulbeginn im Sommerhalb­jahr Front gemacht. Es liefert das zweifellos allein den Be­weis, daß es sich dabei für Eltern und Schüler, ebenso für die Lehrer selbst, um thatsächlich empfundene Mißstände handelt. Speziell für die Schüler der unteren Klaffen bildet der frühe Schulbeginn eine ernste Schädigung der Gesundheit an der Ent­wickelung, umso mehr, als di« vielfach gerügte und beklagte Ueberfüllung der Klaffen noch dazu ungünstig einwirkt. Daß ferner — namentlich in Familien, die weit von der Schule ent­fernt wohnen — geradezu das Familienglück durch das über­mäßig frühe Aufstehen leidet, das körperliche und geistige Be­finden der Eltern, die ihre Pflichten gegen die Kinder ernst nehmen; daß des weiteren vielfacher Verdruß über Unpünktlich­keit und Unzuverlässigkeit der Dienstboten und der Lieferanten unausbleiblich ist, das wird mir Jeder, der direkt oder indirekt am frühen Schulbeginn betheiligt ist, zugcben. Ich habe mich überzeugen können, daß meine Söhne körperlich unb geistig mit dem Augenblick des früheren Schulbeginns nachließen, und das trotzdem, daß sie jeden Abend pünktlich 7 Uhr zu Bett kamen. Daß im Sommer bei den langen Hellen Tagen es gewiß schwer genug ist, besonders wenn der Tag heiß ist und der Abend kühler wird, diese frühe Schlafzeit durchzuführen, auch große Unzu- träglichteiten mit sich bringt, wird wohl kaum bestritten werden. Und was steht all diesen Nachtheilen gegenüber? Thatsäch­lich nichts, was jeder Lehrer zugeben wird. Die Lehrerfolge sind doch höchstens schlechter. Dabei ist doch die Abhülfe bei gutem Willen Seitens der Schulbehörden so einfach, worin wohl alle Eltern und Lehrer einig sind. Was im Winter geht, geht doch auch im Sommer: man beginne 8 Uhr und kürze jede Stunde auf %; dreiviertel Stunden angespannter Aufmerksamkeit ist für einen Erwachsenen eine gute Leistung, wie viel mehr für ein Kind von 10 bis 12 Jahren! Was ein Schüler in dieser Zeit nicht lernt, lernt er in einer 5 bis 10 Minuten längeren Schul­stunde gewiß nicht. In der vorgeschlagenen Schulstundendauer wird eine gewisse Gewähr gegeben sein, daß nicht Schüler und Lehrer nervös überreizt werden, und daß ein nervöser Lehrer auch seine Schüler, wenigstens in sehr jugendlichem Älter, mit nervös macht und sie so in jeder Hinsicht schädigt, ist doch «ine allbekannte Thatsache. Wenn man will, könnte man ja ge­wisse Unterrichtsgegenstände, wie Singen, Turnen u. A., auf die kühleren Spätnachmittagsstundcn verlegen, obwohl mir auch dies unnöthig scheint. Di? Lehrer leiden unter dem abnorm frühen Schulbeginn natürlich ebenso wie die Schüler und Eltern, aber aus begreiflichen Gründen tönnen sie nicht die Initiative gegenüber ihrer Vorgesetzten Behörde ergreifen. Es ist Sache der Eltern, energisch auf Abhülfe der allgemein em­pfundenen Uebelstände zu dringen, und es ist zu wünschen, daß auch hier eine ebenso lebhafte Agitation gegen dieselbe zu Stand­kommen möge, wie in Frankfurt und anderen Orten. Or. Q.

* Einsender Dieses machte dieser Tage einen Spaziergang über den Kopf des nordwestlichen Stadttheils, kam zufällig aus Feldwegen an die Blindenau st alt und gedachte von dort aus auf guter gangbarer Straße nach der Stabt zu kommen, war aber sehr erstaunt, als statt dessen sogar der Feld­weg aufhörte und man nur auf einem schlüpfrigen, sehr ab­fallenden Reut nach der Walkmühlstraße gelangen tonnte. Ebenso unpassend wie den Reul fand ich auch die nächste Um­gebung der Blinden-Anstalt, welch«, wie ich hörte, von hohen und höcksten Herrschaften besuckt wird. Links, direkt vor der Anstalt, befindet sich ein Ablagcrungsplah für Unrath aller Art. Rechts, unmittelbar neben der Anstalt, steht ein der Blinden-Anstali gehörendes, in ganz verwahrlostem Zustand« befindliches Häuschen. Wie ich hörte, soll die Anstalt schon vor Jahren zur Anlage einer Straße, der Bachmeyerstraße. 6000 Mk. bezahlt haben. Diese Straße soll nur noch durch zwei Gärten schon Jahre lang von der Blinden-Anstalt getrennt sein. Es ist doch zum Erstaunen, daß der Vorstand der Blinden-Anstalt nicht dringend bei der Stadt um Weiterführung der dort so nöthigen Straße einkommt; der heutige Mißstand ist für eine Kurstadt wie Wiesbaden sehr beschämend.

Ein mehrjähriger Kurgast.

Geschäftliche».

__. können dar schönste Gesicht verunzieren

iS P^?.KPV u. obgleich mau jeden Tag v »i einer tlLOOl I <g e jfe @ n ibe geg-n Hauullirciiiig-

ftilen in den Zeitungen liest, so hot er vir deute noch Nichts gegeben, welches so viel Zeugnisse über seine Wirksamkeit gegen Mitesser uud sonstige Hlinlimreinitzkeiten besitzt, als Obermeyers Herdweise. So schreibt Einer, der srüher sehr von diesem Uebel geplagt war. „daß er nach kurzem Gebrauch der Herbaseise von den lästigen Pickeln befreit war und das Mittel allen an semem früderen' Uebel Leidenden cmpfichlt." Odcnneyers Hcrbaseife ist i» allen Avotdeken »nd Drogerien zu bekommen oder direct vom alleini gen Fadrikanlen I. Gwth in Hanau a. M. _F86

y;A_ Hochelegant,grösste Auswahl,

HltZ-bCflirme. jede Preislage. 2655

Leonlianl liitz, i’*br. gegr. 1839. 36 t»2NggÄ886 36.

Die Msrgc«-A«ssabe umfastt 14 Seite«

und „Amtliche Anzeigen des Wiesbadener Tagblatts" Nr. 26.

Der nnerianbie Nachdruck unirrrr.Original'Arii!rl ist verboten.

Leitung: W. Schulte von Brühl in Wicsbod-M.

Feraniwvrilich für den gelammten rcdaktoneilen Tlieil: Rolhervi: für die

Anzeigen und Reklamen: H- Dirnaus: Beide in Wicedaden.

Druck und Verleg der L- Schelleeber,'scheu Hos-Anchdruckerc, in ffiträtmMr