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5o.

Erscheint in zwei Ausgaben. Bezugs-Preis: durch den Verlag SO Pfg. monatlich, durch die Post » Mk. SO Pfg. vierteljährlich für bcide Ausgaben zusammen.

Verlag: Langgasse 27.

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... S«tt 31 Jtillllrtl*. Bcrlaas-Ti-crnsPrecher No. 2266.

|t0.. Redaktions-Fernsprecher No. 52 . »*» c wwwlli *

Abe nd-Ausgabe.

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Die Jolllarifvorlage.

In der Zollkommission erlitt die Regierung heute eine Niederlage, die werriger ihr als der Zolltarifvorlage vcr- bängnißvoll werden kann. Mit 15 gegeir 10 Stimmen nahm die schutzzöllnerisch-agrarische Mehrheit den Antrag an, wonach von den cingeführtcn Maaren Ursprungszeug- uisse üeizubringcn sind. Vergeblich blieb die dringende Mahnung des Grafen Posadowsky, die Vorlage nicht mit Verschärfungen zu versehen, die das ganze Gesetz für die verbündeten Regierungen unannehmbar machen mutzten. Vergeblich auch mahnten andere Bundesrathsmitglieder vor Maßregeln, von denen sie durchblicken ließen, daß sw den Zollkrieg nlit aller Welt zur Folge haben müßten. Tie Mehrheit verharrte in ihrem Eigensinn. Unter solchen Umständen müsse,t die Aussichten auf daS Zu­standekommen der Vorlage als noch ungünstiger denn bis­her bezeichnet werden. ES ist jetzt eigentlich nur noch dw Frage, tvann diese sonderbare Behandlungsmethode zur Krise führen wird. Es ist aber kaum noch eine jz-rage, 'daß der Zusammcnürnch der Komrnissionsberathungen sicher ist, wenn die Mehrheit nicht rechtzeitig emlentt. Und dabei ist der Kernpunkt der Vorlage, nämlich die Getreidezollfrage, noch nicht einmal zur Bcrathung ge­stellt worden. Nach den bisherigen Proben von Unver­nunft der Agrarier kann erwartet werden, daß sie mit ebensoviel Eifer wie Erfolg an der Vereitelung chrcr eigenen Pläne arbeiten werden. Vielleicht, datz die Ent­scheidung noch in das Plenum hinübergefchleppt werden könnte, wenn das Agrarierthum sich wirklich mäßigen und die Zollsätze der Vorlage unverändertentnehmen wollte. Aber keine noch so dringende Beschwörung durch Mittelsmänner der maßgebenden Stellen hat bisher auf die Bündler Eindruck gemacht, und so werden sw höhere Zolle fordern oder aber, wenn das Centrum nicht zum Mitgchen zu bewegen ist, die Rcgieruugssätze vereiiit mit den. liberalen Kmnmissionsmitgliedcrir ablehnen. Mann dies geschehen wird, und ob die Verhandlungen iiberhaupt bis ru einem Punkte geführt werden, wo die Entscheidung so oder so fallen muß, das kann inait umso ruhiger ab- warten, je weniger darauf ankommt. Tenn am letztem Ende ist nichts sicherer, als daß alle Mühe umsonst anf- gewendet sein wird. Es ist bezeichnend, daß jetzt auch ein so objektiver Benrtheiler wie der konservative Professor Delbrück ini Februar-Heft derPreußischen Zahrbucger ;u dem Schluß kommt, daß die Vorlage wird scheitern müssen. Delbrück erklärte den Wunsch, durch ein all- gSmeines Tarisgesetz voii vornherein den Konzessionen bei den Handelsverträgen eine bestimmte Grenze zu setzen, für praktisch unausführbar.Er wäre nur durchfiihr- bar wenn die agrarische Partei in sich gezchlotzen Ware, das ist sie aber nicht. Sie kann auf die Regierung keinen

21. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Frei für die Ehre!

Ein Roman aus dem Paffeier von SSW. v. Pcrtzcn.

Er diesen!

Wer waren sie denn? , ^ .

Zum Lacheir war's! Tiefe flachen Stirnen und blöden Augen, was wußten sie von ihm und seinem Ge­wissen! Wie konnten sw's begreifen . . .

Was bedcirtete es ihm, ob sie ihn schuldig oder nicht

m fSx B£te ~m nach der Verzeihung, die nicht von

''^Tic Bauern hier seine Richter unmöglich!

Keiner voir ihnen war besser als er. ^

dank'", sprach er endlich ivid machte tnrz Kegrt.

Hab' mir's ariders überlegt.

W G-ftcht-l und E

Muu n«k° ws fremde Blut, de« Eludrmciliu». Ter selige Klausenhofbairer hätte auch Besseres thun tonnen, als diesem Zuchthäuslersohn seinen Namen und >»of

"^°Er fchulre und wulte, wie er wellte, und echlete f-lbst die -!t!? wenig, »ch« 4°»->»" ».rzer Ehe verließ, um in der Fremde herninzustreifen.

Und nun - was bedeutete dies sonderbare Be­

druck ausüben, weil sie überhaupt rrur zu einem Beschluß kommen kann, weil die Regierung ihr stilft. -vie Ae- giernng aber wird sich hüten, das zu thun. -' CL - Ü 1 selbst Hülfe, daß ihm die Hände gebunden werden? Es ist ganz falsch, daS so auszudrückcn, daß der Regwrimg nickst ernstlich an der Durchführung der eigenen Vorlage gelegen sei Wenn die Parteien aus eigener Kraft dazu Stellung nehmen und sich ihr anschließen so rst es gut und wird ihr recht sein. Aber es rst ein Unterschied, ob dw Regierung eine Vorlage macht und den Reichs-ag ei- sucht, sie "anzunehmen, oder ob pe PrcsjionsMittel an- wendet, uiii sie gemalt,a»i durchzudrucken. Da» wi d und kann sie bei dem vorliegenden ^arrfentwurf, der ,a nichts Tefinitives sein soll, sondern auch nur als Grund­lage für Verhandlungen Dienen, unmöglich thun. Aus eigener Kraft aber kann der Reichstag keine Maforitat bilden, folglich wird nichts Zil Stande tomnwli. Und so ist es in der That. Wenn die Agrarier meinen sollten, daß bei ihren Gegnern der Wunsch der Vater des Ge­dankens sei, so wäre zu erwidern, daß die Besorgnis; der Freunde der geltenden Tarifpolitik auch scharfsinnig macht, und Scharfsinn nud Mißtrauen erörtern alle Mog- lichkeiten des Mißerfolges. Aber keine Würdigung der Verhältnisse kann ernstlich die Beforgmß rechtfertigen, daß sich ein Mittel ausfindig machen ließe, um o,es un­selige Monstrum voii Zolltarifvorlage durchzubringcn.

Drntschrr Reichstag.

Berlin, 30. Januar.

Das ff, aus ist gut besucht. Auf der Tagesordnung steht di- Fortsetzung der dritten Lesung des Branntwelnsteuergesehe». ^>ie Bcrathung hierüber hatte am 15. Mai abgebrochen wcr.-en muffen, weil sich Beschlutzunfähigkeit des Hauses ergab Le: oer namentlichen Abstimmung über den Antrag des Abg. ^pchoeck (freis. Voltp.), die Brennsteuer vorläufig bis zum September 1902 in unveränderter Höhe (statt mit um 60 pCt. erhöhten Sätzen wie die Kommission beantragt hatte), fort zu erheben.

W Antrag auf namentliche Abstimmung zurückgezogen wird, findet nur einfache Abstimmung über den Kommissionsbeschluß statt Dieser wird einstimmig abgelehnt. Abg. P aas che na»'-lib.l beantragt nunmehr, den Artikel 2 der Vorlage, der in der Kommission abgelehnt wurde, nochmals mit dem inzwischen einqeqanoenen Kompromißantrag Prinz Arenberg und Genossen an' die Kommission zurückzuoerweisen. Abg. Mullcr- Saqan (ft-is. Volksp.) schlägt vor, die eingegangencn Anträge au Re Zolltariflommission zu überweisen. (Heiterkeit.) Hier­auf wird der Rest des Branntweinsteuergesetzes nebst dem An­trag Arendt an die Branntweinsteuer-Kommission zurückver- ivie'sen Hierauf wird die Berathung des Etats des Reichsamts des Innern TitelStaatssekretär", fortgesetzt. Abg. Peus (Soc) verbreitet sich über das Konsum-Vereinswesen, msbe- sond-r- in Sachsen, und wendet sich dann gegen die neulichen Aeußcrungen des Abg. v. Masson. Die Junker verdienten aller­dings eine besondere Kritik, wenn man an die be,ondecen An­sprüche denke welche die Junker an den Staat erhöben und wenn

nehmen? Erst Den Gemeindevorsteher vom Wem weg­holen wollen und dann plötzlich:Ich Hab wirs anders überlegt?"

Der Mair bereut auch, datz er Dem Landstreicher sein einzig Kind in die Pratzen geb >r hat , sagte r-ci Mohnegger, durch sie."

.Aber wann's stirbt

m ow Pratzen yeu u ^ ---

Und Saltaus wird er ebenfalls erben

lL IJ IUUUI »-'Ml'-»

otc erschöpften sich in Vermuthungerr und Scremano war ärgerlicher über diesen Ausgang der Sache als der Gemeindevorsteher selber. Mit der eigenen Neugier hatte er nicht gerechnet gehabt. Unterdessen war der Paiile heimgekehrt niid vor das Schmerzenslager seines Weibes getreten. Sie hielt das Kind irr deir Arnrerr mit einem geisterhaft blassen Lächeln. Bei dem Anblick ihres Mannes erstarb das kacheln, und ihre Kugen wurdeil groß!"

Paule!"

"üieb's Weibi". sagte er abgewandt« künstlich heiter. ".Grad' nur mrschauen sollst!"

Ex gehorchte, indem er sich bemühte, dav Zucken lennr

Lippen zrr verbergen. ^

Hast Alles g'sagt letzt?

Ihre Finger erhaschten die leinen und preßten sie fest fest.

Sei stad, Cenz, liebe Cenz"

Da schrrellte ihr Kopf von den Kisten, wo er.so matt

und schwer geruht. . ... ....

Nit nit hast es noch nit g,agt nt Ehnstr

Nameir, gieb Antwort, Paule!"

Olciii" erwiderte er rauh.Ich Hab nit kolnren. Sie"hab'rr mich erst nit hören wollen. Und dann siird sie mir alle z'amm zu schlecht gewesen so schlecht, ich halt mich noch amol vergreiferr kömrcn an ihnen und die sollen über mich zu G'richr sitzen? Tie ? Ha, ha: Was

sein die Lapp'n gegen mich?"-

Die Spannung schwand aus dein abgemagerten Frauenantlitz und machte einer tiefen Eirttäuschung Platz. Gerade als wiche mit einem Schlage alle Jugend, alle

Hoffnung. ^

ltnö waim's Bettler waren", tenchte sie bang

bist enr armer Sünder vor ihnen!"

Cen^'"

Tu

man zugleich an solche Dinge denke, wie sie rn demSchamlosen- Prozeß" klargelegt seien, und wenn der Junker den Juden hasse, so liebe er doch deffen Tochter, wenn er sie kriegen könne. (Herter- keil,) Redner geht schließlich auf die Socialreform über und bezeichnet als ein unabweisliches Erforderniß das Koaliüons- recht für die Landarbeiter. So lange die Arbeiter nicht auf dem Lande das gleiche Recht hätten, wie in der Industrie, so lange sie sich dort nicht koaliren könnten, um höhere Löhne und über­haupt bessere Arbeitsbedingungen zu erlangen, so lange werde den Großgrundbesitzern Alles nichts helfen. Die Wahl in Dobeln zeigte' ja, wie die Arbeiter auf dem Lande dächten. Abg. Jacobskötter (kons.) tritt den Klagen des Abg. Pauly- Potsdam über das Bauhandwerkergesetz entgegen. Böses Blut habe es allerdings in Handwcrkerkreisen gemacht, daß in dem be­kannten neulichen Fall der Handelsmimster eine Entscheidung über Zugehörigkeit zur Jnuuug, welche der Oberpräsident von Brandenburg gefällt hatte, umgestoßen habe, obwohl nach dem Gesetz die Entscheidung des Oberpräsidenten eine endgültige fern soll. Abg. Hoffmann- Hall (südd. Volksp.) verlangt end­liches Vorgehen mit einer Medicinalreform, welche sich auch gegen die Kurpfuscher zu richten haben würde. Für den ärztlichen Be­ruf halte er die Frauen für zu wenig befähigt. Sie könnten das ganze, große Gebiet der ärztlichen Kunst nicht voll beherrschen. Schwer in seinem Gewerbe geschädigt werde der Aerztestand auch durch das Krankenkassenwesen, besonders dadurch, daß zur Be­handlung von Krankenkassen auch oft Naturärzte zugelaffen würden. Redner berührt dann noch die Apothekenfrage und die Frage der Vorbildung für das thi-rärztliche Studium. Abg. Schlummberger (nat.-lib.) wendet sich zwei Resolutionen zu die eines Theils von den Socialdemokraten, anderen Theil von den Abgg. Bassermann, Hitze, Pachnicke und Genossen ein­gebracht sind'und die Gründung eines internationalen Arbeits­amtes, beziehungsweise die Unterstützung eines solchen bereits in Basel bestchenden Institutes erbitten. Abg. Bebet (Soc.) empfiehlt die socialistische Resolution zur Annahme. Was die Frauenfrage anlange, so wünschte seine Partei volle Gleich- bcrechiigung beider Geschlechter. Sie würden selbst gegen einen weiblichen Reichskanzler nichts etnzuwenden haben. (Heiterkeit.) Man will die Frauen wohl zu socialpolitischen Vereinen zulasten, aber nicht zu politischen, wo ist denn dazwischen die Grenze? Welcher Poltzeileutnant, der eine Versammlung überwacht, sollte denn diese Grenze ziehen können? 15(4 Millionen gewerblich beschäftigten Männern stehen 6(4 Millionen ^ gewerblich be­schäftigte Frauen gegenüber, die sind doch lebhaft interessirt an der socialpolitischen Gesetzgebung, an der Gesetzgebung überhaupt. 400 bis 500 Frauen studiren, und da kommt der Rektor der ersten deutschen Universität und läßt Frauen zu akademischen Versammlungen nicht zu; ich verstehe nicht, wie der Herr Pro­fessor diesen Standpunkt gegenüber seiner Frau und seinen Töchtern, wenn er deren hat, vertreten will; die werden ihm wohl den Standpunkt klar gemacht haben! (Heiterkeit.) Zu einer Vallfestlichleit eines politischen Vereins wurde den Frauen der Zutritt verboten wie denkt man sich einen Ball ohne Frauen? (.Heiterkeit.) Die Berliner Polizei nimmt sich das Recht, gegen jeden Frauenverein einzuschreiten. Und dabei ist di- Praxis der einzelnen Staaten gegenüber den Frauen­vereinen ganz verschieden; einzelne verhalten sich so,daß es eine Schande für einen Kulturstaat sein muß. Präsiden^ Graf B a l l e st r e m : Ich bitte den Abg. Bebel, solche Ausdrucke

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Es kostete ihn viel, dies zu ertragen. Auch von ihr. Zeine Hände gruben sich in die Tecken. Weißlich glühten

seine Pupillen. _

Ein Mal hast Tn anders geredet, Eenz!

Ich weiß wobl. Ta war kein Kind da und kein ^.od. lind heut' sag' ich noch: Du hast Recht gethan. Deine Ehr' und die von Deiner Mutter hat's verlangt. Aber Lunde war's trotz Allem und Allem, lind" _

Sie zog seinen Kopf mit beiden brennenden Händen

-zu sich nieder. ^ ^

Und sag'n mußt Tn's, heut, gleich, fonst^ sterb ich, so wahr es eine ewige Seligkeit fließt ! Sag s den ge-

lehrten Herren in der Stadt, wir verstehcii s nit, ^ ivir fiiiden nit mehr aus und ein, und sie solleil uns zeigen, was Recht und was Schuld ist. Geh', oderich sterb>- in steigender Angst, mit fliegenden Athemzugen hatte sie gesprochen. Eine wilde Willenskraft fnnteltc ihm aus ihten fieberhaft glänzenden Augen entgegen, ein ^Befehl, der ihn unterjochte wie eine Prophetin, eine erehcrin richtete sie den Blick ins Weite, eh' sie ihn aus den Zügen des bebenden Mannes gleichsam schmelzen ließ.

Ich geh'", sagte er tröstend, erschüttert. ^Margen geh' tchj Ec»z, ivann ich Dich ruhiger verlassen kann. Schau, hab'n wir all' die Zeit g'wartet kommt s auf an

' Ma stirbt rasch", sprach sie fest, mit rauher tonloser Stiinme.Geh' heut' geh' heut oder ich sterb Nach Meran fein's sechs Stund'", erwiderte er hastig. Verlang' das heut nit von mir willst mich dann j U Tod quälen?" schloß/!' leidenschaftlich.D.orgm ihn ich, wie Tn g'sagt hast."

Tie Eenz hielt den Athem an

So verzeih' Tir's Gott Paule armer Mann! Er stürzte in die Stube neben der Kammer und schrie nach der weisen Frau, die am Ofen nähte. Tie Anna- niaria saß mit gefalteten Händen und schien a it t schlummern.