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iesbsdeiler Tsablstt.

Verlag Langgasse 21

„Tagbla«-Ha»0".

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„Tagblutt-HduS" Nr. KL50-53.

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Montag, 28. Juni 1915.

ttbend-Ausgabe.

Nr. 294. ♦ 63. Jahrgang.

Der Krieg.

von den östlichen Kriegsschauplätzen«

Kaiser Zranz Joseph an Eonrad v. Hötzendorff.

Ernennung zum Generaloberst.

\V. T.-B. Wien, 28. Juni. (Nichtamtlich.) A«S dem Kriegspressegnartier wird genoeldet: Der Kaifer richtete am 28. Juni an »scn Chef des Cienernlstn-bs Geneval Freiherrn v. Hotzendorff folgendes Handschreiben:

„Lieber Geneval der Infanterie, Freiherr Ccmrndl Die vnbinooüe Erabernng Lernbergs ist der erfolgreichste Ausdruck der groß angeLrgten Opevationen, welche die ver­bündeten Hemes.'ertnngen entworfen und diie tapferen Armeen durchgeführt hrben. In hctnSwcer Anerkennung Ihrer vielfältigen hervorragenden Verdienste ernenne ich Sie zuni G e n e r a l o d e r st. Ich grüße, mein l«L»er Gene­raloberst, aufrichtig. Franz Joseph."

Kaiser Franz Josephs Glückwunsch für General Boehm- Ermolli.

Vf. T.-B. Wien, 27. Juni. (Nichtamtlich.) Ans dem Kriegspreffegnnrtier wird gemeldet: Kaiser Franz Joseph

rrchtete an den Kommandanten der zweiten Armee Boehm- Ermolli nachfolgendes Telegramm: „Mit stolzer Freude erfüllt mich Ihre Meldung von der Einnahme Lembergs, die Ihr und Ihrer tapferen zweiten Armee glänzendes Verdienst bleibt. Ick danke aus vollem Herzen mernen Heldenmut'-gen Truppen und verleihe Ihnen, mein lieber General der Kavallerie Boehm-Ermolli, das Mikitärverdienstkreriz 1. Klasse mit Kriegsdekoration. Meine wärmsten Grütze and Wünsche lende ich Ihnen und meiner zweiten Armee.

(g-S-) Franz Joseph."

Heldentod eines österreichischen Kriegsberichterstatters.

Br. Berlin, 28. Juni. (Gig. Drahtbericht. Ktr Mn.) Wie die „T. R." meldet, ist der Mitarbeiter der „Reichspost", Hermenegild 'Wagner, Oberleutnant eines Landwehr- Jnfanterie-Regiments, am Brückenkopf am Dnjestr gefallen. Wagner war während des Balkcmkrieges 1912 Kriegsbe­richterstatter im bulgarischen Heer. Er hatte in diesem Kriege bereits das Signe laudis erworben und war jetzt abermals für das Milirärverdienstkreuz und von der benach­barten deutschen Truppe für das Eiserne Kreuz eingegeben worden.

Mackensen Ehrendoktor von Halle.

w• T -B- Halle a. d, S., 27. Juni. (Nichtamtlich.) Die rechts- und staatswisseirschastliche Fakultät der Nniversriät Halle ernannte den Feldmarschall Mackensen zum Ehren­doktor der Staatswissenschaften. Mackensen hat früher der Universität Halle als akademischer Bürger angehört.

yesördernng des Generalstabschefs der Armee v. Mackensen.

Br. Berlin, 28. Juni. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der Kaiser richtete an den Generalstabschef der Mackensen- schen Armee, von Seeckt, folgendes Telegramm: Ich be­fördere Sie in gnädiger Anerkennung der mir, der Armee und dem Vaterland geleisteten vortrefflichen Dienste zum Generalmajor.

Epidemien und Unzufriedenheit bei den Truppen in Südostgalizien.

Br. Petersburg, 28. Juni. (Eig. Drahtbericht. Ktr, Bln.) Bei den russischen Truppen, die zwischen Dnjestr und Pruth kämpfen, haben die Epidemien einen erschrecken­den Umfang angenommen, besonders Flecktyphus. Ein großer Teil der Turkmenen ist blatternkrank und kämpft trotz­dem. Die Truppen anS den industriellen Gouvernements äutzern unverhohlen ihre Unzufriedenheit über die Lage und die lange Dauer des Krieges. Die russischen Offiziere sind gegenüber diesem Treiben machtlos.

Italiens Zweifel an Rußland.

Genf, 28. Juni. (Ktr. Bln.) Rußland macht ver­zweifelte Anstrengungen, seine wirkliche Lage zu verdecken. So werden einzelne kleine Kriegshandlungen am Dnjestr zu großen Siegen aufgebcmscht. Der Glaube an Rußland be­ginnt aber auch in Italien bedenklich zu wanken.

Eine neue russische Zwangsanleihe bei den verbündeten.

Br. Kopenhagen, 28. Juni. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Eine neue russische Anleihe droht den West machten. Die „Ruffoje Slowa" schreibt: Wenn Deutschland glaubt,

Rußland zu einem Separatfrieden zwingen zu können, ver­rechnet es sich. Da aber Rußland gegenwärtig die schwierig st e Lage des Krieges trägt, muß es von neuem die Finanzen Englands und Frankreichs in Anspruch nehmen, worüber jetzt noch Verhandlungen schweben.

Die Zeichnungen auf die zweite österreichische Rriegsanleihe.

Vf. T.-B- Wien, 28. Juni. (Nichtamtlich.) Das Post- sparkafsenamt teilt mit: Die bisherigen Zeichnungen auf die zweite österreichische Kriegsanleihe belaufen sich auf über 2400 Millionen Kronen. Die Zeichnungen dauern bei allen Zeichnnngsstellen an. Eine Verlängerung des Zeichnungstermins bis zum 5. Juli ist beabsichtigt, wo­durch den Wünschen Rechnung getragen wird, die im Hinblick

auf den Krieg mit Italien und auf die großen Waffenerfolge in Galizien wegen einer weiteren Entgegennahme von Zeichnungen über den ursprünglichen Termin hinaus von verschiedenen Seiten geäußert worden sind.

»

Der wiener Besuch des Reichskanzlers und des Staatssekretärs des Auswärtigen.

W. T.-B. Wien, 28. Juni. (Nichtamtlich.) Die Blätter begrüßen den Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg und den Staatssekretär v. Jagow als politische Vertreter des engverbündeten Reiches mit antz'eroröeütlicher Sympathie und konstatieren, daß die beiden Staatsmänner gerade jetzt von der Bevölkerung, welche in den leisten Tagen ihrer Freude über die Siege in Galizien in erhebender Weise geäußert habe, aufs herzlichste willkommen geheißen werden.

Der Präsident des Hansadvndes in Budapest

Wien, 28. Juni. (Ktr. Bln.) Der Präsident des deut­schen Hansäbnndes, Geheimrat R i e ß e r, ist rn Budap est e,»getroffen. Er hatte Besprechungen mit dem Grafen Tisza und anderen Mitgliedern der ungarischen Regierung über Wirtschaftssragen.

Vom französisch-belgischen Kriegsschauplatz.

Der neue französische Parlamentskontrollausschuß.

Budgets und Auswärtigen Angelegenheiten ernannten gestern in gemei'.isarner Sitzung je 10 Mitglieder zu Mitgliedern des neuen KontrallanSschusseS, dessen Aufgabe es ist, die von der Regierung jedem einzelnen KammrrauSschutz über die LandeSverteldigullg gegebenen Auskünfte zu probieren und zu ordnen, damit die BarlamentSkontrolle eirrheit- luher gestaltet und den LlnSschußm-tgliedern ein genauerer Überblick über alle notwendigen Maßnahmen ermöglicht wird, N>aS ürsher infolge der beschränkten Kompetenzen jedes ein­zelnen Ausschusses unmöglich war. Dem Kontrollwusschuß ge­hören ohne weiteres die Vorsitzenden der vier Kammerans- schüffe an.

Zu den letzten Zwischenfällen in der französischen Kammer.

Vf. T.-B. Paris, 27. Juni. (Nichtamtlich.) Der „Matrn" meldet: Infolge der letzten Zwischenfälle in der Kammer, welche die „heilige Einigkeit" zu stören drohten, berief der Vizepräsident der Kammer, Justin Godert, seine Gruppe, bte der geeinigten Radikalen, zu einer Versammlung ein, in welcher ein Antrag angenommen werden soll, demzufolge kein Mitglied der Gruppe während deS Krieges sich am einer Par­lamentsdebatte beteiligen darf, ohne sich vorher mit der Gruppe verständigt zu haben.

Russische Rlage über den englischen INunitions- mangel.

W. T.-B. Stockholm, 28. Juni. iIlichtamtlich.) Die „Nowoje Wremja" klagt lebhaft über Mangel an Muni­tion und A uKrüstungSgsgenstän-en im englischen Heer, was zur Folge gehabt habe, daß die Operationen der englrselien Armee trotz der Tapferkeit und des Mutes zu nichts geführt hätten. Das Blatt spricht die Hoffnung aus, daß die neue englische Regierung diese ernsten Verhältnisse ändern könnte.

Gegen die Lcichcnvcrbrennung.

np. Genf, 26. Juni. (Erg. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der Beschluß der französischen Kammer über die Einäsche­

rung der Gefallenen, die nicht mit Sicherheit festgestellk Werder: können, wird von Barres abermals im „Echo de Paris" heftig angegriffen. Dieser Beschluß habe große Unruhe nicht allein rn den Familien, sondern auch unter den Soldaten in den Schützengräben hervorgerufen. Man hoffe zuversichtlich, daß der Senat diesen unglückseligen Be­schluß der Kammer aufheben werde.

Deutsche Kriegsgefangene bei marokkanischen Altertums- anögrabungen.

Br. Genf, 28. Juni. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) In der Pariser Academie des inscriptions et belles-lettre'i teilte der französische Forscher Drenlafoy mit, daß bei den Ausgrabungsarbeiten bei Rabat (Marokko) deutsche Kriegsgefangene verwendet werden. Sie sind gegen- wärtig damit beschäftigt, die Überreste der berühmten Moschee von Darob. eines Meisterwerkes arabischer Kunst, bloßzulegen. Man hofft, diese Arbeiten bis zum Herbst zu beenden.

Kriegsstenern und Kriegszölle in Frankreich.

Basel, 26. Juni. (Ktr. Bin.) Den „Basler Nachrichten" wird aus Paris gemeldet: Die Regierung will zur Entlastung des Staatshaushalts eine Kriegs st euer auf Wein und Getreide in Höhe von 50 Centimes für den Hektoliter und 20 Centimes für den Zentner erheben, sowie ferner einen Zusatzzoll auf Öl und Kaffee.

Oer Krieg gegen England.

15 deutsche Luftangriffe aus England.

Amsterdam, 28. Juni. (Ktr. Bln.) Auf eine Anfrage wrrrde im. englischen Unterhaus mitgeteilt, daß bis jetzt mt

ganzen fünfzehn feindliche Angriffe auf englische Orte zu> verzeichnen waren, bei denen 183 Personen getütet und 705 verwundet worden seien. Allein bei der Beschießung von Hartlepool, Sc.-roorough und Whiteby seren 127 Personen umgekomnien und 567 verletzt.

Auch ein Erfolg unserer Unterseeboote.

Vf. T.-B. Stockholm, 27. Juni. (Nichtamtlich.) Nach einer Meldung des „Aftonbladet" aus Malmö ist das dortige Bureau der Oesersundgesellschast angewiesen wurden, vor­läufig aus eine Woche keine schwedischen Lebens­mittel zur Beförderung nach England über Kopenhagen anzunehmen. Der Anlaß dazu ist, wie vermutet wird, der Umstand, daß ein deutsches Unterseeboot den nor­wegischen Dampfer „Venn s" aus der Reise von Bergen rach England gezwungen hat, seine LebenSmittellcchung über Bord zu werfen. Die englische Gesellschaft, welche allwöchent­lich große Mengen Butter von Schweden über Kopen­hagen nach England exportierte, wählt vorsichtshalber einen anderen direkten Weg von einem schwedischen Hafen aus.

Die Munilionsfrage in England.

Vf. T.-B. London, 26. Juni. (Nichtamtlich.) Lloyd George hatte eine neue Unterredung mit dem ausführen­den Ausschuß der Bergarbeiter, die wiederum das obligatorische Schiedsgericht ab lehnten. Die Konferenz vertagte sich. Der Präsident des Bergarbeiterverbandes, Smillis, erklärte, die Lage sei ebenso ernst wie die­jenige, die im Jahre 1912 durch die Forderung nach Mrndest- löhnen hervorgerufen wurde. Die Bergarbeiter hätten wäh­rend des Krieges ihre Pflicht getan und seien erstaunt, daß sie unter die neue B i l l gebracht werden sollten.

Br. London, 28. Juni. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Nach der „Daily News' habe in London großer Andrang zu dem Bureau für Amverbung für die Mnnitwnsarbeit gc- berrscht. Dabei hat sich aler herausgestellt, daß ein großer Teil, wie Maurer, Bäcker und Straßenfeger, völlig un­brauchbar lst und daß lerne Reserven brauchbarer Lenttz unter den Beschäftigungslosen 'bestehen.

Vf. T.-B. Paris, 28. Juni. (Nichtamtlich.) Der „Temps" meldet: Tie Kammerausschüffe für Heer und Marine, der