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MdM^alt fcSffnct »on 8 Uhr morgens b» 7 Uhr abendi.

wöchentlich

m«xtftn*?19, lowtt "die ÄusgabeLellen in allen Teilen der Stabt; in Biebrich; die dortigen Au»> gadeitellen und in den benachbarten Landorten und im Rheingau die betreffenden raablatt-Träger.

Berit«» Schristlritung deSWtesbadeaer LagttattS:

12 Flusgaben.

Fernruf:

„Tagbl«tt-H»uS" Nr. 6858-53.

Bon e Uhr morgens bis 8 Uhr abends, außer Sonntag».

«A,eiaen-«rrir Nir die iteile: IS Psg. für örtlich- Anzeigen im „Arbrttsmarkt" und ..«lttner Anzüqer> in em^eitilcher Sauform; »tPfg. in davon abweichender Satzausführuna. jowre für aü übmgen orllicheii Anzeigen; so Dfgifür alle auswärtigen Anzeigen; 1 M. für örtliche Reklamen ; 2Mk. Mralttwärtig! R-ltameu. Ganze, halbe, drittel und Viertel Seiten, durchlaufend, nach besonderer Berechnung.

Bei wiederholter Ausnahme unveränderter Anzeigen in lurzen Zwiichenraumen enttprechender Nachlaß.

; für die Morgen-Auög. bi» 3 Uhr nachmittags.

Für dieAusnahme von Anzeigen an vorgeschriebeneu

Berli»-Wü«erSd»rf Güutzelftr. 8«, Fernspr. : AmtUhlaud 450 u. 451. Lagen und Plä^„ wird leine Gewähr übernommen.

Samstag, 26. Juni 1915.

Morgen - Ausgabe.

Nr. 291. ♦ 63. Jahrgang.

Der Krieg.

Oer österreichisch - ungarische Tagesbericht.

W- T.-B. Süßten, 26. Juni. (Nichtamtlich.) Amt- lich verlautet vom 25. Juni, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Lhodorow genommen. — Das linke San - Ufer vom Feinde gesäubert

Zwischen Haliez und Zurawno dauern die Kämpfe am nördlichen Dnjestrufer fort. Gegenangriffe der Russe» wurden abgewiesen. Der eigene Angriff schreitet fort. Über Zydaezow vordringend, wurde gestern Chodorow genommen. „

Die sonstige Lage am Dnjestrfluß abwärts Halrez, dann östlich Lemberg, bei R a w a r u s k a, und an T a n e w ist unverändert.

Das südliche S a n u f e r ist vom Feinde freu.

In Polen verfolgen die verbündeten Truppen die gegen Zawichost, Oscharow und Sjenno zurück­geh enden Russen heftig.

Italienischer Kriegsschauplatz. Abgewiesene italienische Angriffe im küsten­ländischen Grenzgebiet.

An den Grenzen Tirols und Kärntens mehrfach Geschützkampf. Im kü st e n län d isch en Grenz­gebiet wurden in den Morgenstunden östlich R o n ch t zwei feindliche Angriffe abgewiesen. Gegen den Brückenkopf von Görz und den Höhengang des Plateaus von Cormons richtete sich heftiges feind- liches Artilleriefeuer. ,

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö f e v , Feldmarschalleutnant.

•

Endlich bekennt die englische preffe.

Fin Lob der deutsch-österreichischen Kricgsführung.

W- T--B. London, 25. Juni. (Nichtamtlich.) „Times" schreibt über den Fall Lembergs: In der Führung der russischen Armee sind Fehler gemacht worden, die bereits gewisse Änderungen in den hohen Kommandostellen zur Folge hatten. Als sich die Deutschen an schickten, den. ersten Schlag zu tun, wurden die russischen Linien am Dunajec ge­schwächt — die russischen Verstärkungen kamen zu spät an, um den deutschen Vormarsch zu sprengen. Das Versäumnis, eine zweite Verteidigungslinie hinter dem Dunajec vorzube- reiten, beeinflußte ernstlich die russische WiderstarMkraft. — „Daily Mail" sagt: Die deutsche Gegenoffensive wurde glänzend geführt und war völlig erfolgreich. Mit dem Falle Lembergs fällt ganz Galizien wieder in die Gewalt des Feindes, denn ein russischer Sieg am Dnjestr kann in keiner Weife den Haupffelttzuy beeinflussen.

Ein Ereignis, das alle übrigen Vorgänge überragt.

W. T.-B- Bukarest. 25. Juni. (Nichtamtlich.) Zur Er­oberung Lembergs schreibt die oft offiziös inspirierte „Jnde- pendance Roumaine": Die Einnahme Lembergs ist d.e

uatürliche Entwicklung der großen strategischen- Operation, die überlegen erdacht und mit außergewöhnlicher Kraft durchgeführt wurde. Mit dem Falle Lembergs verliert die russische Armee ganz Galizien. Sie räumt bereits die Dnjestr- und gibt die Pruth-Linie auf. Der Fall Lem­bergs ist ein zu großes Ereignis, als daß er nicht alle übrigen Vorgänge auf den Kriegsschauplätzen überragen würde.

Eine neue russische Milliarvenanleihe.

Bern, 25. Juni. iKtr. Bln.) Wie der „Temps" aus Petersburg meldet, trägt sich die russische Regierung mit dem Gedanken einer neuen Anleihe im Betrag von erner Milliarde Rubel.

Die ausbleibenden Zahlungen der rusfischen Regierung.

Das russische HilfSkomitce stellt seine Tätigkeit in Deutschland ein.

Sr. Berlin, 25. Juni. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Wie das Hilfskomitee für die in Deutschland befindlichen Russen mitteilt, sieht es sich genötigt, seine Tätigkeit vor-, läufig, wenn nicht für immer, zu beenden, da die russische Negierung ihre bis jetzt durch die spanische Botschaft ge­leisteten Zahlungen an ihre hier weilenden Untertanen eingestellt hat. Im ganzen wurden vom Berliner Komitee 5- bis 6000 Personen unterhalten und täglich Summen von 7- bis 8000 Mark zur Verteilung gebracht. Rußland überläßt uns also die Fürsorge für seine hier ver­bleibenden Landeskinder. — Wahrscheinlich wird man dazu schreiten müssen, die nicht wehrfähigen Russen des Landes zu verwerfen. ____________

Dev Krieg gegen Italien.

Gesterreichisch - ungarische Truppen auf italienischem Boden.

2 feindliche Werke zerstört.

W-T.-B. Wien, 25. Juni. (Nichtamtlich.) Der

Kriegsberichterstatter des „Neuen Wiener Tageblatts"

meldet über die Kämpfe am Folgaria: Während die

italienische Artillerie unseren Forts keinen nennens­werten Schaden zufügte, zerstörten wir bereits zwei feindliche Werke, nämlich Campolongo, das die Italiener nach 6 Schüssen räumten, und Campo- m o I o n, dessen Pulvertnm am Montag von utis in die Lust gesprengt wurde. Als Flammen hoch empor- schlngen, flüchteten die Italiener in voller Panik. Die Jnsanteriekämpfe am Costonberg hatten nach vier­maligem Besitzwechsel schließlich das Ergebnis, daß unsere Stellung auf dem Costonberg befestigt wurde, so daß wir jetzt auch aus italienschem Boden bereits Fuß gefaßt haben.

Italienische Kriegsbeute.

Ge»?. 25. Juni. (Ktr. Bin.) In Monfcrlcone haben die Italiener, ihren eigenen Berichten zufolge, 11 Handels­dampfer, 24 Segelschiffe, 80 Motorboote, 5 Flugzeuge, Minen und Torpedos erbeutet.

Eine nationale italienische Anleihe.

Wirtschaftliche Massnahmen.

W-T.-B. Mailand, 25 Juni. (Nichtamtlich.) Wie der „Carriere della Sera" aus Rom meldet, bat der Sch-tz- minister Carcano den Ministerrat von der Bildung einer Grappe zur Ausgabe einer nationalen Anleihe in Kenntnis gesetzt. Der Mtnisterrat beschäftigte sich auch mit der Ge- treidefrage und mit Maßnahmen zur Vermeidung der Getreidetr msporte. ES wurden Maßregeln gegen Getreide- Ipetulanien getroffen und das Ausfuhrverbot für Nahrungs­mittel verschärft. Der Kolontalininister gab bekannt, daß die Lage in Libyen die Absendung von Trupp enverstävkungen erfordere. _

Der Krieg gegen England.

Eine Erinnerung an die Seeschlacht in der Nordsee.

Zur Vernichtung des englischen Kriegsschiffes „Tiger".

8. Berlin, 25. Juni. (Eig. Meldung Ktr. Bin.) In dem Seegefecht tn der Nordsee mir 24. Januar, in dein unser „B lüche r" verloren ging, sollte nach amrtlicher deut­scher Meldung bekanntlich auch das englische Panzerschiff „Tiger" zugrunde gegangen sein. Die englische Admirali­tät hatte das bis jetzt abgekeugnet. Jetzt wird von Augen- und Ohreuzeugen berichtet, daß man in dem englischen Hafen G r e e n o ck Matrosen mit dem Mützenrand des „Tiger" geiehen drt, die auf die Frage, ^ „Hatloo, where is your ship", geantwortet halben: „Down!" (Unter* gegangen!)

wiederum ein Zlaggenmitzbrauch durch England

Nr. Stockholm, 25. Juni. (Eig. Drahilbewcht. Ktr. Bln.) Über einen neuen Flaggenm iß brauch der Engländer berichtet „Sveirska Dagbladett': Der englische Dampfer

„AIas k a", der in Stornoway eingrl-rufeu ist, war ans beiden Seiten mit norwegischen Farben angestrichen und führte eine Aufschrift, als wäre er in Bergen beheimatet.

Die amerikanische Note über die Vernichtung des „William p. Zrye."

W. T-B. Berlin, 25. Jrmi. Reuter meldet uns Washington: Die Antwort der Bereinigten Staaten auf die jüngste Note Deutschlands betreffs des znm Sinken gebrachten Schiffes „William P. Fr he" ist telegraphisch nach Berlin übermittelt worden.

Erlebniffe an Bord der „Vergenssjord" in Kirbwall

Sr. Berlin, 25. Juni. (Eig. Dr-chtbericht. Ktr. Bln.) Über die Erlebnisse Dernburgs in Kinkwall läßt sich die „Voss. Ztg." aus Bergen noch folgendes melden: Am Montng- früh kamen englische Beamte an Bord, «ne benahmen sich jedoch gegen Dernburg sehr anständig. Zuerst wurde er in die Amtsräume gerufen, wo ihm, wie erzählt wird, nur das Ehrenwort äbverlangt wurde, daß er keine gefährlichen Doku­mente mit fick; führe. Ter bekannte Deutschamerikaner Kölble, der ebenfalls an Bord war, ein geborener Württemberger, jetzt amerikanischer Advokat, hatte im Verhör gewisse Fragen als amerikamfcher Bürger abgelehnt. Er wurde daraufhin in einen abgesonderten Raum gebracht. und erst nach längerer Feit freigelassen. Von Montag bis Mittwoch kamen noch drei Üntersuchung?kammissionen an Bord. Zuletzt wurde eine an einen Amerikaner verheiratete deutsche Dame, die bekannte Tänzerin Irene Santen, einer gr n n d l i ch e n rücksichts­losen Leibesvisitation unterzogen, weil sie eine deutsche S p : o n i n sein sollte. Eine Engländerin hatte in Kirkwall einen Brief aufgegeben, in dem sie scherzioeise er­zählte, an Bord befinde sich eine gefährliche deutsche Spionin.

Eine englische Denkschrift an Amerika.

Aber keine Beantwortung der Konterbandefrage.

W.T.B. London, 25. Juni. (Nichtamtlich.) Reuter Die englische Regierung schickte an die Vereinigten Staaten eine Denkschrift, die zwar nicht die Ant­wort auf die Note der Vereinigten Staaten bezüglich der Konterbande frage enthält, Wohl aber ausführlich von den von England unternommenen Schritten spricht, um den Schaden, der dem Handel der Neutralen aus der Beschrän­

kung des Handels mit Deutschland erwächst, so gering wie möglich zu machen. In der Denkschrift werden viele neue Zugeständnisse ausgezählt, die speziell Amerika (!!) gemacht wurden. — England gewährte amerikanischen Importeuren eine Verlängerung der Frist, die eingeräumt wurde, um Güter, für die vor dem 1. Mai Kontrakte abgeschlossen sind, aus Deutschland zu verftachten. Es wurde kein neuer Termin festgesetzt. Einzelfälle sollen individuell behandelt werden.

Die Zvage der englischen Munitions- Herstellung.

W. T.-B. London, 35. Juni. (JUchtamtlich.) In seiner Rode fortfahrend führte Lloyd George bei Einbringung seiner Bill noch aus: Die Überlegenheit Deutschlands ist be­sonders bei den s chw er enGesch ätzen, iben Geschossen von hoher Explosivkraft und Gewehren, vielleicht am aller- metisten bei den Maschinengewehren, heovorgetreten. Die Deutschen haben offenbar den Charakter des Krieges vor­ausgesehen wie keine andere Macht. Sie vergegenwärtigten sich, dass cs ein großer S ch ütz e n gr ab e nkr i eg wer­den witeoe und stellten enffpvechendes Kriegsmaterial her. D''e Schwierigkeit für England war im wesentlichen die Frage der Maschinerie und die Arbeitsfvage. Die vorhande­nen Arsenale seien außerstande, selbst die älteren Armeen zu versorgen. Lloyd George erklärte, daß gewisse Firmen mit dem zur Herstellung von Munition notwendigem Material zurückhielten, um höhere Preise zu erzielen. Ver­schiedene Lieferanten hielten die Lieferfristen nicht ein. In anderen Fällen wäre die Lage Englands ziemlich befriedigend. Die Lieferung van M-ffchinemMoehren werde durch Arbeiter- Mangel verzögert.

Lloyd George erwäbnte, von den die Arbeit beschränken­den Regeln der Gsiverkschaften seien die ungeschriebe­nen Regeln die schlimmsten, in&em die Arbeiter geht »der t würden, mit voller Kraft zu arbeiten. Die geschriebenen Regeln der Gewerffchgftsn, bete. die Einstellung u n g e l e r n- t e r Arbeiter und Frauen, könne man durch Gesetz oder Ver­einbarung befreien. Aber um die u n g e s chr i e b e n e n Regeln loszuwerden, müsse man an die Ehre der Arbeiter appellieren, was nicht erfolglos sein werde. Lloyd George wünschte, daß auch Bergleute, Baumwollarbeiter und andere Arbeiter das obligatorische Schiedsgericht annehmen, ab>w wenn sie es ablehnten, so gälte es gegeuivärttg für unrat­sam, Streit mit Arten anzufangen, 18a sie ihren Patriotis­mus durch zahlveichen Eürtritt >m dir Armree bewiesen hätten.

Der Versuch werbe jetzt gemacht, die rn die Armee ernge- tretenen Mechaniker in ihre Werkstätten zurückzurufen, so weit sie sich tioch im Lande befinden. Betr. des Mangels gelernter Arbeiter unternehmen es die Gewerkschaftssüh- vtx mit Hilfe der ReglerungSmaschrnerie, in sieben Tagen die genügende Zahl Arbeiter anMverbcn. Wenn das geling, so bestehe keine Notwendigkeit, von dem Prinzip der Frei­willigkeit abzutveichrn. Indessen inmßten die freiwillig Angeworbenen sich daran binden und einen Arbeitsvertrag enigüben. Das M u n i t i o n s g e r i ch t wird errichtet, um die Unpünktlichkeit und Trägheit der Arbeiter zu bvstvafen. Die Gewerkschaften fordern als Bedingung fite Hre Zu­stimmung zur Muuttiousbill, daß die Gewinne der Arbeit­geber beschränkt würden. Der Waliser Grüberibesitzer Thomas wurde zury Vertreter des MninttonSininfftoriums für Kanada und die Vereinigten Staaten ernannt. Er wird mit den Vertretern von Kanada und der amerikanffchen Re- giemtng zusammeutvirkeil.

Pringle (Lrb.) .sagte, die Rode Lloyd Georges war an sich auSgezeickmet. nur nicht als eine Exposition der eingobnach- ten Bill. Der Redner wünschte, zu wissen, ob Lloyd George es versehentlich unterlassen habe, zn erwähnten, daß die Ge­werkschaften als weitere Bedingung ihrer Annahme des obligatorischen Schichsgerichts Höchstpreise fite alle Lebensbedürfnisse fordern. Das Haus sollte eine definitive Erklärung der Regierung erhalten, welche Zuge- ständwisse die GcwerksLastssührer gemacht hätten für den Fall, daß sie nicht imstande wären, binnen sieben Tagen die freiwillige „Muurtionsarmee" anzuwerbxn. Der Iiedner fragte, ob die Bill bedeute, daß das Freiwilligenjhstem verurteilt und das LrteA nur sieben Tage aufgeschoben sei. — W e d ge w ood (Lib.), der den Feldzug mitgemacht hat, sagte, jedes Maschi nengewehr sei einer Kompagnie gleich- wertig. — Code (An.) sa^-e: Die Regierung H.Abe kein Recht, sich gegen die Annahme des Staatsz>vangjs zu verpflichten. — Ste Arrur Markham (Lib.) kritisierte Kitchcner, dessen Hauptfehler die ZentrÄisation gewesen sei. Er habe kein Vertrauen zu dem Krirgsamrt und wünsche, daß Lloyd George zum KriegSsekretär, Kitchener zum Kommandierenden der Truppen dahetm ernannt und daß Churchill ihm attachiert weckoe.

Lloyd George erwiderte: Wir dürfen unsere in­dustriellen Hilfsquellen nicht übenschätzen. Die Kriegsflotte stellt enorme Anfordevungeu. die vor denen der Steniee ge­fordert werden müssen. Wenn die Wunitionsarbetter nicht auf freiwilligem Wege angeeverben werben können, mutz der Staats zwang augoweudet werden. Die Schwierigkeit liegt jedoch weniger bei den Arbeitern als bei detr Arb ei t- gebern, die die Arbeiter nicht gehen lassen wollm, und sogar eine Entschädi.gnng für die Entlassung d-r Arbeiter fordern. Die Zahl der gelernten Mechaniker, die nicht ffl-r dre Regierung arLeitcten, beträgt 250 000,