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Kür die Aufnahme von Anzeigen an vorgeichriebrnea ^ „ wird keine Gewähr übernommen.

Zrettag» 25. Juni 1915.

Kbend »Ausgabe.

Nr» 290. . 62. Jahrgang.

Der Urieg.

Oer Tagesbericht vom 25. Juni.

W- Tv-B. Großes Hauptquartier, 25. Juni. (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

Alle französischen Angriffe wieder abgeschlagen.

Im Nahkampf südlich von Souchez erbeuteten wir mehrere Maschinengewehre.

Wiederholte feindliche Borstöße gegen die Labyrrnth. ftellung wurden abgewiesen.

Am Westrand der Argonnen brach der Angriff erneS französischen Bataillons gegen unsere vorgeschobenen ne u e n Stellungen unter schwere» Verlusten zusammen. Im Nachstoß entrissen wir dem Feinde noch einen Graben mit zwei Blockhäusern; drei weitere Maschinengewehre und drei Minenwerfcr sielen in unsere Hand.

Aus den MaaShöhen scheiterten die westlich der Tranchec eingesetzten französischen Angriffe vollkommen. Öst­lich der Tranchee eroberten wir einen vom Feinde zäh ver­teidigten Verbindungsgraben zurück.

Bei Leintrey, östlich von Luueville, wurden kleine französische Unternehmungen abgewiesen.

Gestlicher Kriegsschauplatz, weitere Fortschritte in Südpolen.

Das vorgestern eroberte Dorf Kopaczyska wurde vüeder geräumt. Südöstlich Ehorzelle» in der Nähe des Dorfes Stcgna, drangen unsere Trupven nach hart­näckigem Nahkampfe in einen Teil der feindlichen Linie ein und setzten sich darin fest.

Truppen des Generalobersten v. W o y r s ch haben in der Verfolgung das Waldgebiet südlich Jlzadnrchschritten.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Fortschreitender Angriff des linken Flügels der Armee v. Linsingen^.

Die Lage bei den Armee« des Generalfeldmarschalls o. Mackensen «st im wesentlichen «mverändert.

Nordöstlich von Halicz mußten Teile der Armee deS Generals v. L i n s i n g e n vor überlegenen feindlichen Gegen­angriffen bei Martinow auf das Südufer des Dnjestr zurück­genommen werden. Weiter stromaufwärts sind wir im fortschreitenden Angriff. Ter linke Flügel der Armee steht bei Chodorow. Oberste Heeresleitung.

von den östlichen Kriegsschauplätzen.

Nach der Erlösung Lembergs.

Die Rückwirkung auf die Vnjestr-Linie.

Berlin, 25. Juni. (Ktr. Bin.) Wie vevschiedenLn Morgen blättern ans dem Kriegspresseguartrer von dem südöstlichen Kriegsschauplatz gemeldet wird, macht sich die Wirkung des durchgreifenden Erfolges, der mit der Eroberung Lenchergs und der südöstlich davon stckttgehabten Kämpfe errungen wurde, auch schon am Dnjestr fühlbar. Der Widerstand der Russen ist am heftigsten am mittleren Flutzlaufe.

Die Macht der deutschen Artillerie.

W- T.-B London, 25. Juni. (Nichtamtlich.) Die „Mor ning Post" meldet aus Petersburg: Die Macht der deutschen Artillerie bleibt erstaunlich, ja fast uner­klärlich. Es war zweifellos Sine militärische Überraschung, wie die deutsche Armee in ein paar Stunden taufend Eisen­bahnwagen Artiller:emunrtion verschießen, dabei die normale Tätigkeit der Artillerie wochenlang fortsetzen und gelegentlich sich eine ähnliche außerordentliche Verausgabung von Munition leisten konnte.

Von interessierter Seite wird zu demselben Thema nnt Bezug aus die Beschießung von Przenchsl noch geschrieben, daß dabei auch die große Beweglichkeit der Kruppschen 42-Zenti- meter-Geschütze eiiie große Rolle gespielt habe. Innerhalb 48 Stunden haben diese schweren Geschütze ans sehr schlechten Landstraßen eine Wegstrecke van nicht weniger als 80 Kilo­meter zurückgelegt. Bei Przemysl waren neben den deutschen 4 S-Zent:meter-Geschützen einige österreichische 30,5-Zen.r- meter-Motormörser mit bestem Erfolg tätig.

Generalkonferenz beim Zaren.

Br. Wien, 25. Juni. (Eia. Drahtbericht. Ktr. Bln.)

Eine Reihe hoher russischer Militärs hat die Berufung nach ftarskoje Sselo erhalten, darunter bte Generale Kuropatkin, Ruski und Linnewitsch. Tue Reichsduma soll nach Ansicht rhres Prasrdenten Ende Juni einberufcn werden. Die B r z e v r a s, - dent erNärte, daß sich die Duma mti wn Rußland vereinigen werde, um em autokratrsches ,üZort zu sprechen.

Der russische Ministerrat tagt ununterbrochen.

Br. Haag. 25. Juni. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Haager diploniansche Kreise erhalten aus Petersburg beunMhr- gend- Berichte. Der M'iuisterrat fet geradezu m Per­manenz. Die Friedenspartei gewinne an Einfluß. Der kommende Mann soll Kokowzow fern, der mit Witte zusammen den Kvtog bekämpfte. Die persönliche Stunrnüng beä Zaren sei sehr gedrückt.

Man tröstet sich für die Zukunft.

Genf, 25. Juni. (Ktr. Bln.) Russische Militärckreffe schätzen nach einem Petersbnrger Bericht des „Corriere della Sera" die Zahl der deuffch-österreichrschen Streitkräfte tm Osten auf 6y 2 Millionen. Der Berichterstatter entschul­digt den russischen Rückzug in Galizien mit der Er­wägung, für die Russen habe von Anfang an die Notwendig­keit bestanden, ihre Kräfte aufzusparen und auszuhalien bis zu den« Augenblick, da der Gegner erlahmen nrüsse. Dadurch ergebe sich schon der Vorteil eines Rückzuges anstatt des- starren Fetzhaltens der Stellungen. Auch in der russischen Presse t r ö st e t man sich nach dem Bericht damit, daß Ruß­land und seine Verbündeten die Kräfte für den . günstigen Zeitpunkt sparen. Die wirksame Gegenoffensive werde in zwei bis drei Monaten einsetzen. Der Bericht ist vor dem Fall von Lemberg geschrieben worden. Der Karriere della Sera" fügt ihm bei, das russische Heer werde jetzt nmgebildet und für eine neue Offensive vorbereitet.

Die Meldung über Lemberg in London unterdrückt!

Rotterdam, 25. Juni. (Ktr. Bin.) Wie hiesige Blätter melden, wird in London die Nachricht vom Fall von Lemberg von der englischen Zensur zurückgehalten, offenbar aus Rück­sicht auf die schon beginnenden Zeichnungen zur Kriegsan­leihe. Der „Daily Telegraph" meldet, daß der Fall von Lem­berg am Dienstagabend in Berlin bekannt wurde und zu „ver­frühter" Beflaggung der Häuser Anlaß gab. Wie aber aus Petersburg gemeldet werde, sei der Föind erschüttert woroon und die Russen nunmehr in guten Stellungen, um entscheiden­den Widerstand bieten zu können.

Oie Verlegenheit in der italienischen presie. Berlin, 25. Juni. (Ktr. Bln.) Die italienische Blätter winden sich laut „Boss. Ztg." um die Niederlage von Lemberg herum. Der österreichisch-ungarische Bericht wurde klein, der russische groß und fett gedruckt. Sie schreiben noch, dies sei o h n e alle militärische Bedeutung. Es sei keim öster- reichssch-unga rischer-deutscher Sieg und keine russische Nieder­lage, sondern nur ein schönes Manöver für das deulsche Voll, das mit I lln si o'n eu gespeist werde. Für die Russen habe es nur die Ansgäbe, das Heer intakt zn heckten; das sei durch den Rückzug erreicht.

Oie bis zum nächsten Frühjahr verschobene Abrechnung mit den Zentralmächten!

Berlin, 25. Juni. (Ktr. Bln.) In Frankreich und Eng­land macht, wie verschiedene Morgenblätter aus dem Haag be­richten, die Meldung über die Wiedererobernng von Lemberg einen nieder schmetternden Eindruck. Vor allem be­fürchtet man in Paris und London, daß dieser Sieg einen nicht zu unterschätzenden Einfluß aus die Balkanstaaten ausüben werde. — Der militärische Mitarbeiter der „Times" spricht sich darüber aus, daß sowohl Rußland wie Frankreich bis jetzt nicht imstande waren, ihre gesamten Streitkräfte immer auf den wichtigsten Kriegsschauplätzen ins Feld zu kühven infolge von Ursachen, die zurzeit nicht besprochen werden sollten. Angesichts dieser Ursachen werde man die Abrechnung mit den Zentralmächten bis zum nächsten Frühjahr auffchiebem Bis dahin müßten die Dinge auf dem laufenden gehalten werden.

Die Angst vor der deutschen Besetzung Rigas.

Br. Riga, 25. Juni. (Eig. Dvahtbericht. Ktr. Bln.) Sämtliche russische Beamtenfamilirn sind in das Innere Rußlands abgereist.

Der „Rjetsch" über den sympthomatischen Charakter der Moskauer Unruhen.

V/. T.-B. Petersburg, 25. Juni. (Nichtamtlich. Uber Kopenhagens Der „Rjetsch" drückt rn einem Artikel, der fast gänzlich von der Zensur gestrichen ist, tiefe unmutige Besorgnis über die Moskauer Unruhen aus. Er finde: besoaiders beunruhigend, djatz die Urwuhen gerade in Moskau stattgeftmden halben. Der „Rjetsch" enthält sieben Seiten weiße Spalten. Der Petersburger „Saurier" meint, daß die Unruhen nur der maßlosen D e u t - schenhetze zuzuschreiben seien, sowie den brennenden Wunden, die der Krieg Rußland geschlagen halbe. „Rjetsch" glaubt demgegenüber, daß die Unruhen durchaus sympto- mathischen C h a r c f t c r hätten. „Rjetsch" sagt ferner, die Entlassung Maklakows sei nur durch ein v ö llig i ü h I c - EntlassungÄschveKen erfolgt. Der neue Minister sei den werteren Krisen unbekannt. ivLau erwarte ungeduldig seine nächsten Schritte.

wie Verbrecher transportiert.

Br. Petersburg, 25. Juni. (Eig. Drahtbericht. Kte. Bln.) Der Transport der zur Verschickung nach Sibirien bestimmtm fünf sozialdemokratischen Duma-Abgeordneten erfÄgte a n - einandergeketter und in einem Viehwagen. Alte Bemühungen zahlreicher Dumamitglieder, die Ver- schickung aufzuhalten oder wenigstens den Transport men,ch- ltcher zu gestalten, sind fruchtlos geblieben.

Eine kjuldignng für Raiser Franz Joseph

Eine Ansprache des greise» Kaisers.

W T -B Wien, 24. Juni. (Nichtamtlich.) Die patrio ti'-chen Kundoebungen wegen der Wiedereroberung Lembergs erreichter« heüe ihren Höhepurcki mü einer großartigen Hul- iiaima. die dem allgeliebten Monarchen dorgebracht wurde.

Um 9 Uhr vormittags fand im Stefansdome etn von dem! Fürsterzbischof Dr. Piffel zelebrierter Dankgottesdienst statt. Ms Vertreter des Kaisers erschien der Erzherzog-Thronfolger Karl Franz Joseph, der heute aus Innsbruck eintraf, mr: der Erzherzogin Züa. Ferner wohnten dem Gottesdienst alle hier weilenden Erzherzoge und Erzherzoginnen, die Hof- und Staatswürd-en'träger, alle gememscrmen und Österreichrscyent Minister, der Hochadel, Vertreter beider Häuser des Reichs­rates und des Landtags, die Spitzen der Gemeinde,, die Gene­ralität, die Botschafter der verbündeten Mächte und ein über­aus zahlreiches Publikum bei. Erzherzog Karl Franz Joseph wurde au« der Fahrt zur Kirche mit jubelnden Zurufen be­grüßt. Um 11 Uhr vormittags fand eine erhebende Huldigung der Wiener Bevölkerung vor dem Kaiser im Schönbrunner Schloßpark statt. Eine nack) Hunderttausenden zählende Men­schenmenge füllte das Innere des Parkes, überaus viele ge­nesende österreichisch-ungarische und reichsdeutsche Offiziere und Soldaten waren erschienen. Ms der Kaiser, gefolgt von dem Thronfolger und der Erzherzogin Zita, die chren ältesten Sohn auf dem Arme trug, auf dem Balkon erschien, erhbb sich ein nicht endenwollender Jubel. Bürgermeister Wetskirchner richtete namens der Wiener BevMerung eine Ansprache au den Kaiser, in der er seine Freude über die Wiedereroberuna Lembergs sowie seine Zuversicht auf die baldige gänzliche" Säuberung Galiziens vom Feinde aus-,prach.

Er schloß mit einer Huldigung für den Monarchen Dm Musikkapellen stimmten die Volkshymne an, die von der Dienge mitgesungen wurde.

Der Kaiser dankte für die patriotische Huldigung, me ihn um so freudiger berühre, als sie ein Widerhall der be­geisterten Knndgckbuna sei, mit der die Bevölkerung dre be- glückMde Nachricht von der Wiedereroberung Lembergs be­grüßt habe. Nicht nur mit Freude, sondern auch mit be­rechtigtem Stolze könnten die Einwohner Wiens au« Ine bedeutende W«rffentai blicken, an der ihre schon in den früheren! Kämpfen ruhmvoll bewährten Söhne einen wesentlichen An­teil hätten. Mü dankbarer Anerkennung gedachte der Monarch des neuerlich selbstlosen Opfermutes, womit der in dev Hauptstadt zurückgebkiebenc Teil der Bevölkerung die Sorgen und Mühseligkeiten dieser schweren Zeit ertrage ^ und o,e Wunden des Krieges zu heilen bestrebt sei. Der Kaffer sprach die Überzeugung aus, daß die Einwohner Wiens «n diesev patriotischen Haltung dis zu dem Tage ausharren wurden, an dem, so Gott wolle, ein siegreicher und ehrenvoller Friede den Völkern dauernde Bürgschaften für ihre Wohl­fahrt gewähren werde, deren> Förderung die schönste Ausgabe seines Lebens bildete.

Die Ansprache des Kaisers entfesselte einen ungeheuren Jubel. Nicht endenwollende Hochrufe erbrausten. Das Publi­kum stimmte die Vokkshhmne an und jubelte auch der Erz­herzogin Zita zu. Die Hochrufe erneuerten sich immer wieder, bis der Monarch und die Mitglieder des Kaiserhauses sich in die inneren Gemächer begaben. ^ .

W- T.-B. Wien, 25. Juni. (Nichtamtlich.) Bei Erntrüt der Dunkelheit zogm gestern mehrere Fackelzüge, namentlich aus Veteranen bestehend, vor das Rathaus, dessen okeonr an der Ringstraße hervlich beleuchtet war. Die einzelnen waren von einer grohen Menschenmenge gefolgt, we.che die patriotischen Weisen und Märsche der zahlreichen Mu,ik- kapellen mitsangen und stürmisch bejubelten. Vom Rathaus zogen di-Fackelzüge durch dichte Menschenspalime vor das Kriegsmintsterium, das gleichfalls festlich beleuch.et Ivar. Unabsehbare Menschenmengen brachten immer wieder stürmische Hochrufe auf die verbündeten Monarchen und Armeen aus. An der Spitze eines der Züge ,chr«tt der Bur- aermeffter Weiskirchner mit Mitgliedern des Wienev G-meinderats und der Bezirksvertretungen. Einen erheben­den Eindruck bot die festlich bÄeuchtete Rampe des zu erneM Genesungsherin umgestalteten ParlamentsgebaudeS. aort war eine Menge verwundeter Militärpersonen versammelst die den vatrioiffche und Soldatenlieder singenden vorber- ziehenden Veteranen zujubelten. Bom^ KriegsMimsterium zogen die einzelnen Züge unter immer sich wieder erneuern-- den begeisterten KnndgebungM der Bevölkenmg «n die rrn- zelnen Bezirke zurück.

Telegrammwechsel zwischen Ministerpräsident Grak Stürgkh und Erzherzog Friedrich. w x-B Wien, 25. Juni. (Nichtamtlich.) Auf dick Glückwimschdrpesche des Ministerpräsidenten Grafen Stu-M an dan Arnieeoberkommanvanten (Erzherzog an.atz-

M der Wiedereinncrhme von Lemberg sandte der Erzherzog folaende Antwort: „Wärmsten Dank für die herzlichen Gluck- wünsche, die Ew. Exzellenz anläßlich der Wiederernmchme Lembergs an mich gerichtet haben. Wrr können stolz am die Vergangenheit fein und mit Zuversicht rn die Zukunft blicken.

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Dis österreichisch-ungarischen Kriegsgefangene« in Serbien.

Verhandln»«-« über Besserung ihrer Lage. tzV. T.-B. Wien, 25. Juni. (Nichtamtlich.) Aus Verrn-o laiiuna des österreichischen Roten Kreuzes ist der Vorstand dev Wiener Auskunftsstelle zugunsten der Kriegsgefanyeuen. Baron Sviegelfeld, mit dem Vizepräsidenten des serbi,r;en Roten Kreuzes, Oberleutnant Subotic, unlängst in «ofia zusammengetroffen, uni die Maßnahmen zur Besserrmg ds Loses ö st erreicht sch-ungari scher Kr: eg S g e>q jungen er ,n Serb ien zu erörtern. Subotic