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Die Grodekstellung gestürmt!

Zie Kriegsbeiür im Sfteti feit Aiismz Mai: 444 600 befangene — 330 KesMtze — 871 MasDeWwehre.

Der Tagesbericht vom 20. Iuni.

^V.T.-B. Großes Hauptquartier, 20. Juni. (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

verlustreiche und erfolglose französische An­griffe. — Feindliche Flieger in Flandern und in der Champagne abgeschossen.

Nördlich des Kanals von La Bassöe und auf der Front nördlich A r r a S wiesen wir mehrere feindliche Trilangrisse blutig ab. In der C h a m p a g n e wurde eine französische Abteilung, dir bei Perthes nach einer Miueusprengung augrifs, zusammengeschossen. Unternehmungen der Franzosen gegen unsere Borposten am Parroy-Walde führten zu örtlichen Kämpfen, bei denen wir die Oberhand behielten. In de« Vogesen wird M ü n st e r von den Franzosen heftig beschosien. Erneute feindliche Angriffe im F e ch t t a l e und süd- lich waren erfolglos.

Aus einem feindlichen Flieger- g e s ch w a d e r, das ohne militärischen Schaden anzu­richten Bomben auf Jseghem in Flandern warf, wurde ein Flugzeug herausgeschossen, mehrere andere zur schleunigen Umkehr gezwungen. Ein weiteres Flugzeug wurde iu der Champagne über Vouziers heruntergeholt.

westlicher ttriegsschauplatz.

Russische Vorstellungen bei praschnüsch und an der piliea genommen.

Rusiische Angriffe gegen unsere Linien iu Gegend S ch a ul r u und Augustow wurden abgeschlagen. Eigene Vorstöße kleinerer Abteilungen führten zur Wegnahme der feindlichen Vorstellungen bei Budt Przysiecki und Zalesie (östlich der Straße Praschnüsch. Myszuniec).

Südlich der Piliea nahmen Truppen des Gene, rals v. Wohrsch in de» letzten Tagen mehrere feiudliche Vorstellungen.

Südöstlicher ttriegsschauplatz.

Die russische Knschlutzstellung zwischen Grodest und den vnjestrsümpfen vom Feinde gesäubert.

Die Armeen des Generalobersten v. Mackensen haben die Grodekstellung genommen. Zu Begrnn des gestrigen Tages schritten deutsche Truppen und das Korps des Feldmarschalleutnants v. Arz zum Angriff auf die stark verschanzte feindliche Linie. Nach hart­näckigen Kämpfen waren am Nachmittag fast durchweg die iu mehreren Reihen hintereinander liegenden feind- l'cheu Gräben auf der 35 Kilometer langen Front nörd­lich von Janow bis Huta-Obedynska (südöstlich Rawer- ruSka) gestürmt; am Abend war der Feind bis hinter die große Straße Zolkiew(nörlich Lemberg). Rawaruska geworfen.

Unter dem Drucke dieser Niederlage ist der Gegner heute nacht auch aus der Anschlußstellung zwischen G r o de k und den Dnjestrsümpfen gewichen, hart bedrängt von den österreichisch-ungarischen Truppen.

Zwischen den Dnjestrsümpfcn und der Strhjmün- düng hat der Feind das südliche Ufer des Dnjestr geräumt.

^ Oberste Heeresleitung.

Der österreichisch » ungarische Tagesbericht.

W. T.-B. Wien, 20. Juni. (Nichtamtlich.) Amtlich ver­lautet vom 20. Juni mittags:

ttusslscher ttriegsschauplatz.

Der Feind überall im Rückzug auf Lemberg

Die Fortsetzung der kraftvollen Offensive der verbün­deten Armeen führte gestern in der Schlacht bei Magiera- G r » d r k zu einem neuerlichen vollen Sieg über die feindliche Armee. Nach Forcierung des San und nach der Wieder- eroberung Przemysls erzwang der Erfolg der verbündeten Truppen in der Durchbruchsschlacht zwischen Lubascowka und dem oberen Dnjestr am 15. Juni den weiteren Rückzug des mittlerweile durch Herbeiführung zahlreicher Verstärkungen wieder schlagkräftig gewordenen Feindes. Er wich damals unter schweren Verlusten in östlicher und nordöstlicher Richtung zu­rück. In den Vortagen brachte die russische oberste Heeres­leitung zur Deckung der galizifchen Landeshauptstadt noch- malb dir Reste der geschlagenen Armee zusammen, um in der durch da« Terrain starke« und kräftig vorbereiteten

Wereszhastellung unser Vordringen endlich zum Stehen zu bringen.

Nack heftigen Kämpfen hat der Ansturm der Helden- mutigen verbündeten Truppen auch diesmal wieder die ganze russische Front zum Wanken gebracht. Schon in den Nachmittagsstundrn war die feindliche Stellung im Angriffsraum der Armee des Generalobersten von Mackensen um Magiera durchbrochen. Der Feind begann bei Rawaruska und Zolkiew zurückzugehen, während er an der Wereszya noch erbitterten Widerstand leistete. Nachts erstürmten Teile der Armee B o e h m- E r m o l l i dir feind­lichen Stellungen beiderseits der Lembcrger Straße. Gleich­zeitig drangen die übrigen Korps dieser Armee überall in die feindliche Hauptstellung ein. Seit 3 Uhr vormittags sind die Russen an? der ganze» Schlachtfront im Rückzug» sowohl in der Richtung auf Lemberg als nördlich und südlich davon. Die verbündeten Armeen verfolgen.

Neuerdings fielen Tausende von Gefangenen und zahl­reiches Kriegsmaterial in die Hände der Sieger.

Am oberen Dnjestr beginnt der Feind seine Stellung zu räumen.

An der Front der Armee Pflanzer griff er an mehre­ren Stellen erneut an» wurde jedoch unter sehr bedeutenden Verluste» zurückgeschlagen.

Italienischer ttriegsschauplatz;

Die Italiener östlich des Fasfatales verlustreich abgeschlagen.

Nach leichter Abweisung schwächerer italienischer Angriffe bei Plava-Ronchi und Monfalcone trat auch gestern an der Jsonzofront wieder Ruhe ein. Hier und an der Kärntner Grenze schießt dir feindliche Artillerie chue Wirkung gegen unsere Befestigungen.

Bei dem von mindestens einer Brigade geführten» be­kanntlich überall abgeschlagenen Angriks auf unsere Stel­lungen östlich des Faffa-Tales hatte der Feind erhebliche Verluste. Bor einem Stützpunkt allein wurden 175 italie­nische Leichen gezählt.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Höfer» Feldmarschalleutnant.

Die Kriegsbeute im Osten seit dem Durch­bruch am vunajec.

München, 20. Juni. (Eig. Drahtüericht. Ktr. Bin.) Die Siegesbeute im Osten beträgt laut „Bayer. Staatsztg." seit dem Durchbruch am Dunajec vom 2. Mai bis 15. Juni:

an Gefangenen 444 600, davou in Galizien 392 100 Mann,

an Geschützen 330, davon in Galizien 304, an Maschinengewehren 871, davon in Galizien 763.

Die Gesamtzahl der gefangenen Russen in Deutsch­land betrug bis 16. Juni 1273 000.

Die dritte Schlacht bei Lemberg.

Br. Berlin, 20. Juni. (Eig. Dvahtbericht. Ktr. 831».) Ober 5':n Sranü der neuen Schlacht bei Lemberg telegraphiert der Berichterstrtter des „B. T.": Die russischen Verteidigungs­linie:, vor G r o d e k können stets mit Recht als durch >e ©ef ändevexhältntsie besonders günstige betrachtet werden. Nun hat die Armee v. Mukensen das Waldgebiet. welches sich im Norden erstreckt, weiter hinter sich gelassen und stand schon gestern nördlich über die Grodek-Linie hinweg bei Janow. Die 2. Armee hat Groüek und damit den bedeutendsten Übergang dnrch die «eenlinie genommen und ist außerdem durch dre Erstürmung von Komarno in nähere Fühlung mit der Armee v. Lrnsingen geraten, die den Feind schon bis Äolodruby gedrängt hat. Auch ohne übertriebenen Optimis­mus läßt sich :n allernächster Zeit Erfreuliches erwarten. Verlegung polnischer Fabrikbetriebe nach dem Innern des Landes.

Br. Petersburg, 20. Junr. (Eig Drahtibericht. Ktr. Bln.) Der russische H a n 2 e l s m i n i st e r hat den westlichen Industriellen vertraulich mitgeteilt, daß die sofortige Ver­legung der Fabriken weiter nach Osten für notwendig er­achtet wird. Tine große Eisengießerei, eine bedeutende Tabak- sabrik sowie die hervorragende Aktien-Nägelfabrik in Kowno wurden daraufhin bereits nachMinSk verlegt. WeitereFalbrikeii folgen. Viel besprochen wird der soeben ergangene Befehl des VerkehrSmimsters an die Direktionen der Eisenlbcchmoerk- stätlen Riga und Kowno, eure eventuelle Verlegung uich Rowno schleunigst vorzubereiten.

Die pöbelherrschaft in Moskau.

60 deutsche Häuser eingeäschert.

Br. Stockholm» 20. Juni. lEig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) In Moskau ist noch immer nicht die Arbeit wieder aufgc-

nommen Die Plünderungen werden fortgesetzt, und zwar ganz Algammn bei reichen Fabrikbesitzern. Französische und englische Farmen sind ebenfalls zerstört. An einem Tage fuhr der Pöbel nach Puschkinow und zündete 70 Häuser an. Im ganzen Bcoskauer Gouvernement herrscht strengste Poligeiüberwachung. Die jungen Regimenter wunden von Moskau weggeführt und die Kasernen mit sibirischen Truppen belegt.

W. T.-B. Paris. 20. Juni. (Nichtamtlich.) Die Blätter orclden. daß bei den deutschfeindlichen Kundgebungen in Mosk.vr 60 deutsche Häuser eingeäschert wur­den. 207 Läden seien zerstört oder beschädigt worden. Die Polizei ly.tb: alle Matzn-chinen getroffen, um eine 2Bieöet>. holung neue: Unruhen zu verhindern.

Die Plünderer und Brandstifter völlig außer Kontrolle.

W. T.-B. Moskau, 20. Juni. (Nichtamtlich.) ttber Kopenhagen wird gemeldet: über die Unruhen in Moskau gibt der „Rußkoje Slowo" folgende Darstellung: Infolge von epi­demischen Erkrankungen in den Fabriken, die von den aber­gläubischen Massen den D e u t s ch e n zur Last gelegt wurden, versammelten sich am 10. Juni, um 10 Uhr morgens, Arbeiter­haufen an einer Stelle in Moskau unter Führung von be­stimmten Rädelsführern. Diese hatten fertige L i st e n von nichtrussischen und auch jüdischen Geschäften, die zerstört wer­de» sollten. Me Menge begann mit der Zerstörung. Me Kunde verbreitete sich durch ganz Moskau. Die Bewegung artete sofort derartig aus, daß die Pogrome immer größeren Umfang annahmen, so daß die Führer vollständig die Herr­schaft über die Massen verloren. Von einem Einschreiten der Polizei sst nichts bekannt.

Am Merck des 10. Juni hatte der Aufruhr einen der­artigen Umfang angenommen, daß von der Menge kein Unterschied zwischen nichtrussischen und russischen Ge- sch ästen gemacht wurde. Die Plünderungen und Brand­stiftungen nahmen ungeheuerlich zu. Sogar gutgekleidete Bürger beteiligten sich am Raub von Sachen. Die Feuerwehr war machtlos, so daß viele Geschäfte bis zumMorgen brannte«. Außerdem sind viele Geschäfte zerstört oder ausgeraubt wor­den. Die Unruhen dauerten bis zum nächsten Morgen unk 5 Uhr. In der außerordentlichen Sitzung der Stadtver­waltung erklärte das Mitglied Astrew, daß trotz des Glaubens an den Sieg Rußlands doch einige Unruhe in die Gemüter geschlichen sei. über den Ausgang des Krieges seien Zweifel entstanden. Dies sei vermutlich die Ursache der Unruhen. Er verlangte unter stürmischer Zustimmung der ganzen Ver- sannnlung zur Klärung der inneren Lage die sofortige Einberufung der Duma.

vom französisch-belgischen Kriegsschauplatz.

Die Beschießung von Karlsruhe.

Entrüstung des gesamten schwedischen Volkes.

W. T.-B. Stockholm, 20. Juni. (Nichtamtlich.) DaS ,/AstonÄadet" gibt die Enlrüstung des schwedischen Volkes über dos L u f t d o m b a r d e m e n t auf das Kgjl. Schloß, in welchem die Königin von Schweden weilte, me scharfen Worten Ausdruck und nennt den m voller Msicht aus­geführten Angriff auf die fürstliche Wohnung, in der nur Frauen und Kinder weilten, eine furchtbare Roheit. Daß die französische Heeresleitung auf das Elternhaus der Königin von Schweden keine Rücksicht genommen hat, erweckt in Schweden merkwiirdige Gefühle. Diese Tat, sagt 5 ms B latt, ist nicht ritterlich und entspricht nicht den schwedischen Vorstellungen von französischem Wesen „Rha Dagligt Alle- handa" zuiolge ist aus Kreisen der Bevölkerung angeregt wor­den, der Königin bei ihrer Rückkehr nach Schweden einen be­sonders festlichen Empfang zu bereiten als Zechen der Freude und Dankbarkeit des Volkes für ihre (Rettung aus dieser Gefahr.

Französische Flugzeuge zum Landen gezwungen

Br. Basel, 20. Juni. (Eig. Drahibericht. Ktr. Bln.) Die „Baseler Rachr." melden: Am Donnerstag überflogen zwei französische Flugzeuge die deutschen Stellungen im Lauchtale und drangen bis über Gebweiler nach der Rhen» ebene vor. Bei ihrer Rückkehr wurden sie von den deutschen Wwehrkanonen auf das heftigste beschossen und zum Lan, den gezwungen. Sie mußten noch innerhalb der deut­schen Stellungen niedergehen. Die Insassen des einen Fliig. zeuges waren unversehrt und konnten rechtzeitig an der Ver­brennung des Apparates gehindert werden, während die In­sassen des anderen Apparates schwerverletzt und bewutztloh unter dem Flugzeug hervorgeholt wurden.