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Samstag, 19. Juni 1915.

Morgen - Ausgabe.

ine neue englische Niederlage bei La Bassee.

Ihre klngrissstruppen ausgerieben. — Nur wenige entkommen

Oer Tagesbericht vom 18. Juni.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 18. Juni.' (Drillich.) ,

westlicher Kriegsschauplatz, weitere vergebliche feindliche vurchbruchs- versuche. — In zwei Tagen 664 Gefangene.

Die Feinde setzten ihre D n r ch b r u ch s v e r s u ch e nördlich Arras vergeblich fort. Die Engländer erlrtten nördlich des Kanals von La Bass6e erne neue Nie- d erläge. Ihre Angriffstruppeu wurden °uf ge­rieben. Nur einzelne Leute fluchteten zuruck. Welt­lich Angres beim Kirchhof südlich Souchez und nördlich E k u r i c find Franzosen in kleinen Teilen un­serer vorderen Stellung eingedrungrn. Hart nördlich der L o r e t t o h ö h e gaben wir ein nn umfassenden Feuer liegendes Grabenstück planmäßig auf. Im übri­gen wurden die feindlichen Angriffe abgeschlagen. ^

Seit dem 16. Juni nahmen wir auf dem Kampffeld nördlich Arras 17 Offiziere, 647 Mann gefangen. Die blutigen Verluste entsprechen denen m der Schlacht in der Chanrpagne.

In den A r g o n n e n wiesen wir schwache feindliche Vorstöße ab. Bei V a u q u o i s haben sich örtliche Gefechte entwickelt. Die Vogesenkampfe westlich Metzer«! sind »och im Gange.

DestUcher Kriegsschauplatz.

Russische Abteilungen über den Scqmsza- Rbschniit zurückgeworfen.

Bordringende russische Abteilungen wur- den von deutscher Kavallerie über den Scymsza. Abschnitt (östlich der Straße Cvtowianh-Schaulen) zurückgeworsen. Ein von starken feindlichen Kräften gegen die Dawin a-Linie vorgetragener Angriff scheiterte.

Südöstlicher Kriegsschauplatz, ver Zeind in die vorbereiteten GrodeKsteUungen getrieben.

Beiderseits Tarnoqrad warfen die verbündeten Truppen in der Nacht den Feind gegen den Tanow Abschnitt zurück. Die anderen Armeen des General obersten v. M a ck e n s e n haben die geschlagenen Russen bis in die vorbereiteten Grodckstellungen (Lime Narol-Miasto-Magierow-Wereszya-Bach) bis zur Em-

mündung in den Dnjestr getrieben. An der Dn, estr- front, nordöstlich Stryj, ist die Lage unverändert.

Oberste Heeresleitung.

Der österreichisch. «Agarlsche Tayesverickt.

W.T.-B. Wien, 18. Juni. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 18. Juni, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Acht russische Sturmangriffe blutig abgewiesen. Tarnograd besetzt. — Tieszanow genommen.

Die wereszqa teilweise überschritten.

Nördlich Sieniawa sind unsere Truppen in der Verfolgung auf russisches Gebiet vorgedrungen. Sie erreichten die Höhe nördlich Kreszow, die Niede- rung des Tales und besetzten Tarnograd.

Auch die zwischen dem unteren San und der Weichsel stehenden russischen Kräfte weichen au mehreren Stel­len zurück. Cieszanow und die Höhe nördlich des Ortes wurde genommen.

Im Berglande östlich Niemirow sowie in der Gegend bei Janow haben sich starke rusiische Kräfte gestellt An der Wereszha wird gekämpft. Unsere Truppen haben an einige« Stellen schon östlich des Flusies Fuß gefaßt.

Südlich des oberen Dnjestr mußten die Rusie» nach heftigen Kämpfen ans den Stellungen bei Lrtyma gegen Kolodrubh zurückweichen. Unsere Truppen haven in der Verfolgung die Mündung der Wercszya erreicht. Die sonstige Lage am Dnjestr ist unverändert.

Die österreichischen Truppen der Armee Pflanzer wiesen gestern zwischen Dnjestr und Pruth acht St u r m a u g r i f f e der Ruffen blutig ab. Der Feind, der verzweifelte Anstrengungen macht, um unsere Trup­pe» ru die Bukowina zurückzuwerfeu. erlitt im Ar-

tiüeriefeuer schwere Verluste und ging fluchtartig zurück. 8 Offiziere, 1062 Mann wurden gefangen, 6 Maschinengewehre erbeutet.

Italienischer Kriegsschauplatz: Dalmatinische Truppen schlagen italienische Drigadeangriffe ab.

Bei neuerlichen Vorstößen an der Jsonzofront erzielten die Italiener ebensowenig einen Erfolg wre bisher. Bei Plava schlugen unsere d^matturschen Truppen vorgestern abend und nachts den Angriff einer italienischen Brigade ab. Gestern griff der «emd noch­mals an und wurde wieder zurückgeschlagcn. ^m An­griffs raum wurden zwei piemontesische Brigaden und ein Mobil-Miliz-Regiment festgestellt. Die V e r l u st e sind hier wie im Krn-Gebiet sehr schwer.

. Erneute feindliche Angriffe am P l ö ck e n und auf den Monte Coston wurden gleichfalls abgewresen.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Vas Vordringen der Gesterreicher und Ungarn in vessarabien.

W. T. B. Berlin, 18. Juni. (Nichtamtlich.) Die „B. 3." meldet auS Budapest: Über das Vordringen der österreichisch- ungarischen Truppen in Brffarabien meldet „Az Est", daß die russischen Truppen die Ortschasten an Bessarabiens Grenze räumen und weiter weichen müssen. Nowosielica ist von den österreichisch-ungarischen Truppen besetzt, andere sind bis 15 Kilometer in Bessarabiens Gebiet ringedrungcn. Schottin ist abermals gefährdet.

Russische IMtttärkreife rechnen mit einer weiteren Rückwärtskonzentrierung.

Sr. Kopenhagen, 18. Juni. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Rihaus Bureau erfährt von inspirierter russischer Seite: An- aestchts der heftigen Kämpfe am rechten Weichselufer und dem Dnjestr halten russische Militärkreise eine weitere Verlegung der Hauptoperationen nach dem Norden für wahr­scheinlich. Die russischen Truppen haben sich von Tschernowitz auf russisches Gebiet zurückgezogen, um eine bequeme und direkte Verbindung zwischen den auf beiden Usern des Dnjestr operierenden Truppen herzustellen.

» Ernennung im russischen Marinestab.

W. T.-B. Petersburg, 18. Juni. (Nichtamtlich. Peters­burger Telegraphen-Agentur.) Der Chef des Marinestabs, Vizeadmiral Russin, ist zum Gehilfen des Marinemiinjters mit Beibehaltung seines bisherigen Amtes ernannt worden.

Das verlangen nach Einberufung der vuma.

Gedrückte Stimmung.

W. T.-B. Petersburg, 18. Jnnli. (Nichtamtlich.) „Rjetsch" zitiert mit Genugtuung den Beschluß des Handelskongresses, nach dem die Umformung der gesamten Industrie zu Kriegszwecken nach deutschem Muster unbedingt erfolgen müsse. Bedauerlich sei nur, daß der Beschluß erst nach zehn Monaten Krieg gefaßt worden fei. „Rjetsch" sowie die übrige Presse schreibt in gedrücktem Tone über die innere und äußere Lage. Sie veröffentlicht den Beschluß des Handels­kongresses über die sofortige Einberufung der Sumajmb weist darauf hin, d-T der Beschluß nicht von revolutionären, sondern von loyalen Bürgern Rußlands ausging, und daß die Einberufung unter dem Drucke der außerordentlich er­schwerten Verhältnisse und der ernsten Kriegslage von der Provinz dringend gewünscht werde. Selbstverständlich könne di" Tagung der Duma jetzt keine kurze fein; not­wendig sei eine beständige Aufficht sowie eine Reihe sofortiger Maßnahmen aller Art. „Nowoje Wremja" verlangt die Ein­berufung der Duma zur Herbeiführung einer Einigung des Volkes. Die letzten ernsten Ereignisse auf den Kriegsschau­plätzen verlangten die Zusammenfassung der ganzenKraft der Organisation des Volkes. Diese sei ohne den Beistand der Duma unmöglich. — Das Witebsker Börsenkomitee weist m den Eingaben an die Regierung darauf hi», daß die Ver­treibung der Juden aus vielen Gouvernements sehr nach­teilig auf die wirffchaftliche Lage der Gouvernements ge­wirkt habe.

303 Millionen Rubel Schaden in Moskau.

Be. Stockholm, 18. Juni. (Eig. Dvahtbericht. Ktr. Bln.) Man berechnet den Schaden der Zerstörungen, den der plündernde Pöbel in Moskau angerichtet hat, auf 305 Millionen Rubel. Inzwischen hat man in lei­tenden Kreisen die passive Haltung von Militär und Polizei verurteilt und strengen Befehl erlassen, jede , Fortsetzung des Pogroms im Keime zu ersticken.

Die fremdenfeindlichen Plünderungen in Moskau.

W. T-B. Petersburg, 18. Juni. (Nichtamtlich.) Der „Rußkoje Slowo" meldet aus Moskau: Die Plünderungen u:cd Beschädigungen von Geschäften durch erregte Volksmengen erstreckten sich nicht nur auf deutsche Firmen, sondern auf alle Firmen mit ausländisch klingenden Namen. Die Un­ruhen nahmen einen größeren Umfang an, so daß abends unter dem Beisein des kommandierenden Generals Jussupow erne Sitzung der Stadtverordneten ftattfand, um die erforder­lichen Maßregeln zu beraten, worauf der beLmMte Aufruf des Gouverneurs erlassen wurde.

Ungarns wirtschaftliche Vorsorge.

W. T.-B- Budapest, 18. Juni (Nichtamtlich.) Das Amtsblatt veröffentlicht eine Mmisterialverordnung über die SperrederdiesjährigenErntean Weizen, Roggen, Halbfrucht und Hafer. Im Zusammenhang mit der Sperre wird auch der Plan der Errichtung einer Kriegsge- treidegesellschaft veröffentlicht. Als Gründer der Gesellschaft figuriert die ungarische Regierung. Der Bestand der Gesell'chast ist auf die KriegSdaner beschränkt. — Die Ungarische K arto ff e l - I nd u str i e - A kti en g e s e l l - schaft hat chre konstituierende Generalversammlung ab­gehalten. Zweck der Gesellschaft ist die industrielle Ver­arbeitung der Kartoffel.

Oer Handelskrieg gegen England.

Neue Erfolge unserer v-Soote.

W. T.-B. Land»«, 18. Juni. (Nichtamtlich.) „Lloyds" melden: Die Fffchdampfer „Pettel", „Explorer" und

„Vaponicn" aus Aberdeen sind am 4. und 5. Juni von Unter­seebooten versenkt worden.

W- T.-B. Stockholm, 18. Jrmi. (Nichtamtlich.) „Stock­holm Tidniugen" meldet aus Götheborg: Der norwegische

Dcünpfer „Granrt" wurde vorgestern in der Nähe des Vingafeuers vor Götheborg von den Deutschen in Grund geschossen. — Dasselbe Watt meldet aus Malmö: Zwei schwedische Fischerboote übernahmen vorgestern abend vor Limmhamm von einem deutschen Torpedoboot die Be­satzungen der versenkten Dampfer „V e r d a n d i" und „G r a n i t", ursgesamt 28 Mann, und schien sie in Malmö

an Land. .

W. T.-B- London, 18. Juni. (Nichtamtlich.) Bei der Torpedierung des britischen Dampfers „Straithnairn in der Nähe der Scilly-Jnseln, die o h n e vorherige Warnung erfolgte ertranken acht Engländer und vierzehn Chinesen. Zwei Boote konterten; eines ging in Trümmer, nur eines blieb flott. Dieses versuchten die Jrffassen der anderen Boote zu retten, wurden jedoch durch das Unter­seeboot daran verhindert.

Der Schlußsatz ist natürlich nichtzntreffend, aber recht bezeichnend für die Reutersche Lügenmethode.

weitere Einzelheiten zur Vernichtung von „V 29".

In Ergänzung des in der gestrigen Abend-Ausgabe be­reits veröffenülchten Berichts geht uns noch folgende Dar­stellung zu'

»r. Haag, 18. Juni. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bluffs

ans England «»gekommener Däne berichtet, daß man sich in Newcastle on Tyne und anderen englischen Städten, in denen er sich aufhielt, Einzelheiten über den Untergang von „V 29" erzählt hat. Danach hätten englische Kriegs­schiffe in der Nordsee ein schwedisches oder norwegisches Öl- tankschiff, dessen Bestimmung ihnen verdächtig vorgekommen sei beschlagnahmt. Englische Seeoffiziere gingen an Bord und übernahmen die Führung des «chiffes. Kurz darauf tauchte das Unterseeboot „V 29" ans, daS offenbar glaubte, einen norwegischen Dampfer vor sich zu haben, denn es stgna- lissrrtc dem Schiff, ob es Öl abzugeben habe. Die Frage wurde von de» auf dem Dampfer befindlichen Engländern be­jaht. flaum war aber „TT 29" in der Nähe des Schiffes ange- kommen, als dieses eine rasche Schwenkung ausführte und in poller Fahrt das Unterseeboot überranntc.

Eine amerikanische Note auch an England.

Br. Genf, 18 . Juni. (Eig. Drahtbericht. Ktt. Wn.) Der

..Herold" meldet aus New York den erfolgten Abgang einer amerikanischen Note an England in S^en der englische» Blockadcpolitik.

Brqan und Wilson.

Br. Haag, 18. Juni. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) Einem Bericht des „Manchester Guardian" aus Washinyttni ist zu entnehme», daß Bryan, dem man bei seinen mehrfachen^ Er- i Körungen über seinen Rücktritt entgegenhielt, ,er habe doch