Einzelbild herunterladen
 

Wiesbadener TaglilA

Berlag LaNgg^fse 21 IVvchLNllich ^ HUSCJClbtU. gon g «f*BU4r ntenb«, aufct Sonntag».

t0 0tu4$U gefflnet »on 8 wir morgen* W* 7 'Mr abend*.

^vz»LS-Preis f»r oer-'

'S?®«* srssa ss ri'i'SÄArÄ kS'ä

„Tagblatt-Hans" Nr. 6650-53.

Bon 8 KSt morgen* öt* 8 U4t abend«, außer Sonntag».

«Nzeizen-Prei* für

«nS^»^»K.*M««le ^^^Z^Seito^LtUw-kuri L»"bes«>d«rer Serechmm-..- ^i EerrdMe?A-Kbme °^L.d^er«'n.ekgen tn furzen Lwtühenr-umen entünech ender

ne die Autnadme von Anzeigen an vorgeichriebene»

agen und Plätzen wird feine Gewahr übernommen.

Nr. 276. * 63. Jahrgang.

»«Itnet Sdjriftleitm,» des Talmis: Berl«. W il«ersd.rf MM,elftr. 8«. F*r,spr. : A«tUhl°-d 456 «. 4 51.

Donne rstag, 17. Juni 1913. _ flbC1t6-KUSgtlbe.

Ein neuer erfslgreicher Lustangriss aus Englands Wste.

. x. l 4 -, in- Witslmilb Einkäufe arößtenteils zu finanzieren. Daher sei

Die Antwort aus Karlsruhe.

W. T.-B. Berlin, 17. Juni. (Amtlich.) Zn der Nacht vom 15. zum 16. Juni haben unsere Marine- luftschifse einen Angriff auf die Nordostküste Englands ausgeführt. Ein befestigter KnsteM>latz wurde mit Bomben beworfen, durch die eine Reihe industrieller Anlagen, darunter ein Hochofenwerk, tn Brand gesetzt und zum Teil zerstört wurden. Die Luftschiffe wurden stark beschossen; beionders heftig von einer Strandbatterie. Letztere wurde ange­griffen und zum Schweigen gebracht. Die Lufffchlffe

erlitten keinerlei Beschädigungen.

Der Stellvertreter des Chess des Admlralstabs:

Behacke.

»

Prompt und pünktlich wie immer bei Zeichen Mllen ist auch diesmal nach der Beschießung Karlsruhe durch französische Flieger die Vergeltung auf dem Fuß ge- 'folgt Nachdem Zeppeline erst am 7. >MNl der Humber- mundung einen Besuch abgestartet litten war das Ziel diesmal die Nord oftkuste Englands. Näheres sagt der Bericht zwar noch nicht, vielleicht war s an dem Lyne, wo Newcastle, Schiews und Stockton mit chren reichen Zechen und Hüttenwerken lrsgen. vielleicht noch weiter nördlich, nach dem Firth of Forth mit Letth zu, an dessen weiten Ufern ebenfalls HochofeniMrke gualmen und Dutzende von Kohlen- und Ersengruben beständig die Lust verpesten, oder über Ttznemouch. Berwrck oder Sunderland. Jedenfalls wurde der Zweck der Fahrt ucherer Marineluftschiffe erreicht. Denn m einem ausgiebig mit Bomben belegten, Küstenplatz wurden durch das Bombardement eine Reche mdustrre^r An- Inden darunter ein Hochofenw-erk, rn Brand gersetzt. A-N Beschießung der Luftschiffe fehlte es freilich nicht, aber auch eine Strandbatterie. , die wohl allzu vorlaut ge­wesen war, konnte durch einen wohlgezretten Bomben Wurf zuni Schweigen gebracht werden. Dann kehrtm die Lustschiffe ohne daß sie selbst Schaden erlitten hat ten, wieder um. den heimatlichen Hafennncder aufz suchen. So haben wir erneut Anlaß, auf unsere 2nft schiffe und ihre Besatzungen stolz zu fern.

Der Zischdampfertrick.

Zum Untergang des „Tl 14".

Während der letzten Wochen. hausten sich dre Mel dunaen von torpedierten englischen "Fftchdauipfern . Die Landratten und Daheimgebliebenen schüttelten den Kopf Was haben nur unsere v-Boote gegen die arm- selchen Keinen Fischdampfer? Warum soviel Kraft und Munition verbrauchen? Warum nicht warten, bis wie­der ein fetterer Brocken vor das Lancrerrohr kommt. So sragten die Besserwisser und Neunmalweisen Bis plötzlich die Nachricht vom Untergang des U14 das Geheimnis enthüllte und die neueste Gestaltung des Seekriegs blitzhell erleuchtete: England kämpft nicht

^ii 'einer Kriegsflotte, sondern nur mit Han- belsschiffen. Rund 1500 englische Handels­schi f f e sind mobil gemacht und gegen die deutschen ukote ist ein Ring bewaffneter Kuftenftschdampser müaeftellt Scheinbar harmlos, zu friedlichem Fisch' faug ausgerüstet, unter der Handelsflagge oder mich unter gefälschter neutraler Flagge kreuzen die kleinen Dampfer vor den britischen Küsten, lassen sich von den deutschen U-Booten anrufen, um plötzlich dre versteckte 7^2 - Zentimeter-Kanone loszu- brennen, mit der Dampspfeife eine ganze Flottille eben w maskierter Franktireure herberzuholen und Lnn in konzentrischem Angriff das feindli^ U-Boot G rammen. Ein Trick, echt englifch,,geboren aus Zeiabert und Hinterlist. Die eigentliche Kriegsflotte bleibt zu Hause und wird als Buchungswert für die Friedensverhandlungen aufbe- wäbrt Den Seekrieg führt man . mrt lammerlichen Zischerkäbnen durch die der Femd rrregefuhrt werden soll Ä holländische Logger „Sch. 347" war, wie wir zufällig Zeuge, wie „B 14" von fünf eng- lischen Fischdampfern überfallen, beschossen, gerammt und veiftenkt wurde. Aus den Bekundungen der hollan- Ästchen Schisser geht hervor, daß der Überfall mrt einer T-linirrmiwi einaeleitet und Mit unerhörter Der. Ktzung des letzten noch beftchenden Nestes von Bob kerreSt durchgeführt wurde Diese Fischdampfer haben die äußeren Wzeichen der K r i e g s ) ch i f e n i ch t ge- L -mj der Liste der Krieasschrlle

nicht vermerkt, ihre Befchlshaber M^n nicht mr Staatsdienst, nur die versteckten KanonM w^den von Matrosen der Kriegsmarine bedient. Sie locken nm der H a n d e l s f l a g g e die deutschen ^-Boote an. w der Mißbrauch neutraler Flaggen ist auch chnen von der englischen Regierung genchnngt und anempMwm Es sind niederträchtige Rauberschlffe k>?,mtuckstä^ Wegelagerer, für die es kein Pardon gcht. Und so ver steht man erst den Eifer und die Hmgeb-UW^ Mit r« unsere Tauchboote in der letzten Zeit uifter diesen F sch dampfern aufräumen. Es sind ia ihre (durch di . zahl und die Läuschungsmiüel)starksten uni > lichsten Feinde geworden. Kürzlich hielt ^ auch darauf wurde bier schon hingewiesen — eine der größten eng lstchen Fischdampfergesellschaften, die Rb^een Memn

Trawling and Fishing Co. Ltd. ^re JahresvestEMi lung ab, wobei eine Dividende von 20 v. H. verkündet wurde, obwohl kein einziger ihrer Danwftr g • fischt hat, obwohl ihre Eisfabrik und die. Netz abteilung geschlossen sind. Des Rottels erlang, gainze Fischdampferflotte steht im Dienste derAdimratt chff Me englische Regierung zahlt gut und betzt außer dem noch durch Prämien zu lebet Niedertracht gegen deutsche Kriegsschiffe auf. Berettswcvdenouch Versuche gemacht, int Auslände durch Age-ften kleine Schiffs aufzukaufen, die den englstchen Fst^arnpsera ähneln. Daraus .geht ztoeierle, ^rvor: Erstms daß

England seinen ganzen Bestand an Fischdampfern m maskierte ,.v-Bootszerstorcr umgewan- beit hat, und zweitens, daß dieser Bestand^retts durch die unermüdliche Tätigkeit unsrer braven V-Äoote bedenklich verringert fft. Di« Idee, das trau rige Verdienst des Fischdampfertricks stammt von Winston Churchill. Er hat schon am -,6. Marz 1913, also lange vor Kriegsbegimi, als estter -.ord der englstchen Admiralität ^gelegentlich -der Beratung des Nachtrags zum ALanneetat bekannt, gegeben, daß die enali'chen Dampfer, auch die kleinen und k l e r n st e^n, artilleristisch armiert werden sollen, wenn sic es wünschten, um im Krieg Mitwirken zu können. Da­mals schob sich selbst in der e n g l i s che n Presse heftt ger Widerstand gegen diesen Plan, der die wildesten Zeiten der Kaperei auftchen laßen wurde. Auch^bei den DainpfevMsellschasten fand der Wa>i des Dilet^- ten Churchill keineswegs ungeteftte Zufttnimu-r^. Der Krieg und die Verrohung aller rechtlichen Bogrrffe hat ciber^alle gefügig ge.macht. Der letzte Rest mora- !chch en E mp find ens ist geschwunden. Me Flügge, die einst Cook und Roß. ein Scott und alle dw ander«, 'riedlichen Seefahrer zu manchen Ehren gebracht, ^die beschmutzt heute der letzte Fischdampferüipitän, indMl er hinter ihr Geschütze aufftellt, um wie ein Meuchel .mörder auf chrliche Soldaten zu sthwßen. Unsere blauen Jungens werden die gebührende Ant- wort nicht schuldig blewen!

Neue Erfolge unserer v-Boole.

Br. Amsterdam, 17. Juni. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin 1 Lach einer Lloydmeldung aus Milfordhaven wurde der ^»mvier Stralhnain" (4300 Tonnen), von Penath nach Archang'el unterwegs» gestern nacht an bet ©ftfette des Ge°rg-K°«°lS im Eingang in die Jr.fche See tor­pediert. Der Kapitän und 21 Mann der Besatzung er­tranken.

Gute Prrse.

V/ T.-B. London, 17. Juni. (Nichtamtlich.) Das Priscn- gericht erklärte den Dampfer der Hapag „Belgia" als gute

Enalands volkswirtschaftliche tage läht viel zu wünschen übrig.

Aus dem englischen Unterhause. w T B London, 17. Juni. (Nichtamtlich.) Im eng­lischen Unterhause führte Cecil (Unionist, «ns, die natio­nal e Schuld Englands werde bald auf zwe, Milliar- den steigen. Es herrscht der Eindruck, daß unnötig Geld aus. gegeben wird. Der Redner führte mehrere Benpiele an und erwähnte, daß in einer von der Regierung verwalteten Fabrik Geländearbeiter 8 Pfund Sterling Wochenlohn erhielten, ^as Beispiel der schlechten Staatswirtschaft wirK auf die Privat­wirtschaft zurück. - Chiozza Monney (lck.) krttcherte ine Methode der Rekrutierung. Die Aufftellung der neuen Arme­dürfe 560 Pfund Sterling gekostet haben Er furchte, datz f&tirtfmtb den Krieg finanziell nicht durchhalten könne. ^.ie

ieibe areifen müssen. Es sei zweckmäßig, ste sofon ms Aiiae fass"n. Das würL>e crutomatisch bei der Nation ein Sparsamkeit bewirken. - Der Schatzkanzler McKenna er- widerte, es werde häufig übersehen, daß wrr gegen unsere Nk»i"bnndeten aewisse Verpflichtungen übernommen haoen, nicht nur, die Meere ihrem Handel offen zu halten, sondern

'm Ausland Einkäufe größtenteils zu ftnanzieren. ^.aher sel sofortige nationale und häusliche Sparsamkeit notwendr g, u m den Kredit zu erhalten. Sie werde einen Fonds 1WV wenn auch der im Frieden zu erwartende Rückschlag 1*3 Handels eintritt. — Chiozza sagte, wenn behaupt^ , werde.^ England könne 4 Millionen Soldaten und,, 4 Millionen Munitionsarbeiter aufbringen, 17 Millionen^ könnten dm ge­wöhnliche Friedensindustrie fortsetzen, so glaube er mch-, ocH England eine solche Reservekraft an Industrie oder Kapital babe. Im Inland haben wir nicht, fuhr er fort, gcni^ Energie, um alle Friedensgüter, deren wir bedürfen, und alle Ausfuhrgüter zu erzeugen. Wir importieren von Amer:k,r viel mehr für dem eigenen Bedarf als im Frieden. Wir musten nicht nur unsere amerikanische Einfuhr, sondern auch d:e^ jenige anderer Staaten bezahlen, können aber die ameri iarii- schen Werte nur in beschränktem Umfang oder zu niedrigsten

Preisen, also mit dauerndem Verlust fir uw,e«

Finanzlage verkaufen. Erst wenn unser eigener Bedars gedeckt ist, kommt der Überschuß unserer inneren Kraft für die «lus- fuhr und zur Bezahlung unserer Einfuhr in Betracht. W« müssen also sparsam sein, um dre Zahlnngsscchrg^t gegenüber dem Ausland zu echöhen, und müssen große Opfeü bringen, um die finanzielle Pormachtstellung zü bsbalten, um auch auf diesem Gebiet Sieger zu blerben. Eollms (lib.) fordert eine Luxussteuer, sonst wnrde dw Ermcchnung zur Sparsamkeit keinen Eindruck auf dre Arbeiter! machen. Er schlug die Errichtung einer Zentralstelle vor. welche amerikanffche Wertpapiere sammle und gegen englisch« Staatspapiere eintausche und in New Dork verkaufen,könne. Dillon (irischer Rat.) erklärte, seine Partei begreife n'>d& weshalb die frühere Regierung trotz ihrer nn.er* stützung durch das Parlament, zurückgctrSten ,ei, unq bedauert, oaß die Ulsterpartei nicht, wie dre Iren, den« Ministerium ferngeblieben sei. — Asquith erklärte, über biL* herige oder künftige Operatiomen an den Dardanellen zw sprechen, liege nicht im öffentlichen Interesse. Sie.Erdest

aber zu m Erfolg führen. - Markham (lw.) äußerte.

der wegen der Kriogsführung besorgten Natton könne diÄ Kriegsverwaltnng keine Sicherungsgefühle geben. Der Redner griff Kitchener an, der im KriegsmlNkstemmn! n'cht auf dem richtigen Platz stehe und besser zmn Höchst- kommandierenden ermannt worden Ware. Er er* zählte datz Zehntaufende von Leuten, darunter Bergarbeiter, monatelang gedrillt worden wären, ohne ein WtJ't sehen- Das sei törichte Verschwendung. Redner bedauerte« daß H alv a ne, der beste englische Kriegsminister, nicht ttrt Kabinett sei. und schloß, seine Freunde tmirden das Kabinett unterstützen, damit der Krieg erfolgreich zu Ende sesuhtt! wcrde, aber die Redefreiheit, auch gegenüber dem Kriegsamt, sich nicht nehmen lassen, dessen Verschwendung uiÄ Unfähigkeit nach dem Kriege emen «roßen Skandal Hervorrufen iverde. Hoffentlich halte der nmie Schatzkanzlep daS Kriegsanit im Zaume.

Die Mannschaftsverluste der englischen Zlotte.

Berlin, 17. Juni. Die Mannsthaftsverluste^der englischen Flotle betragen nach einer Erklärung des englischen Poemie^ Ministers seit Beginn deö Krieges 13 o47 Divnn, ernsthlteßlichi 810 Offizieren. Bon den O f i i z i e r e n wurden 549 getötet« 181 verwundet und 74 werden vermißt. Von den Mannschaf­ten fielen 7696, verwundet wurden 2262, vermißt werden 2785«

Das Verhängnis der Minen.

\V T-B Amsterdam, 17. Juni. (Nichtamtlich.) „Handels- vladed" meldet: Das holländische Fischerfahrzeug "Br es, k e n s 19'' ist bei Knocke auf eine Mine auf$ejja!fyren nno u< bie Luft geflogen; 4 Mann von der Besatzung sind getote..

Wilson und Brqan.

\V T.-B. London, 17. Juni. (Nichtamtlich.) Die „Mornin», vost" ineldet .aus Washington: Viele glauben an einen baldn gen offenen Bruch zwischen Wilson urü> Brhan. Bryrn werde versuchen, seine Nennung für die Prastdenffchaft auf Grund der Plattform des Friedens und ta: Verhinderung d-3 Zräuenst'wmrechts zu sichern. Da die Konvention, dre Wck- fen nominierte, sich dahin aussprack), daß mi Prustdent iiu; erne Amtsperiode lang amtieren solle, will Bryan dem, Stand* Punkt vertreten, daß Wilson morali,ch verhindert sei, zu«, zweitenn'.al zu kandidieren.

Die englischen Hetzer an der Arbeit.

Br. Haag, 17. Juni. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Der Berichterstatter des „Daily Telegraph" iueldet a^ Washington und New ?)ork: Obgleich man in Amwnka ansrichtig h°lft alaub» daß der Friede mit Deutschland bewahtt wird, tnfftl man nichtsdestoweniger Vorbereitungen sur den Kriegs^ fall Zu diesem Zweck ist bereits eine sehr eingehende BL* iiandsaufnahme oller Geschoß- und Geschützvorrate ausgenom, inen worden, ebenso ermittelt man die Metallvonate ,n den t^n u-rken Der Stahl tr u st. der sich bisher an den e-llserungen von Kriegsgerät sehr wenig bete,l'Hte,^hot Vockeg Leitungen getroffen, um im Kriegsfall sofort serne HilfS* quellen der Regierung zur Verfügung zu tzellen.