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U-. 549 . Worgen-Ansgabe.
Sonntag, den 24. Uovernker.
4 V. Iahrga»-. ISÖ)
£ crsi. «wfXh. ..... „„s ihm wirklichen Lebe» J>
» Die Vorsätze zur Thätigkeit und zum wirklichen Lebe, ^ müssen niemals verschoben, sondern sogleich anSgksuhrt werden. ^ Besser, es mißlingt NiancheS, als daß LllleS unterbleibt.
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a. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.)
Dornenkronen.
Roman vou Ada Uoy-tzd.
,Sie rmitlammerle ihn mit beiden Annen.
„(Sei geduldig, sei barmherzig. Den Pferden m der Tretmülile verbindet nian die Augen. Las; muh blind sein, daN ich das gräßliche und unabänderliche Einerlei meines Weges nicht erkenne. Ich will mich bescheiden,
aber Du mußt empor." ,
„Aa", sprach ec düster, „ich konnte incht mem Leben sang, wie es der Later mußte, in subalterner Stellung rastlos arbeiten, um nicht mehr zu erreichen, als satt zu
^„Horch'", sagte Ruth, sich aufrichtend und ihre Hände
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»egen die nassen Augen pressend, um ste tweöcr zu stockneir, „r " - "
..horch', es läutet."
„Da — noch einmal." ^ r , ..
Juan ging hinaus in den klernen Flur, welcher dre »us drei Zimmern und einer winzigen Küche bestehende Wohnung ergänzte. Hier hatte Ruth schon dre kleine, blecherne Wandlampe angezündet, und un Schern des Flämmchens sah Juan, daß die Person, welche.« emlreß, Lr Kunsthändler Arfred Hartmann war.
„Ist Ihre Schwester zu Hause?"
„Wir speisten gerade. Ruth ist im Zimmer. Bitte, wollen Sie nur eintreten." Juan öffnete ihm dre Thur und blieb felbst draußen, denn er vermuthete, daß Herr Hcrrtmann gekommen sei, seiner Klientin unangenehme Dinge über ihr Bild zu sagen, ihr den Rath zu geben, e» zurückzuzrehm oder dergleichen, Und die Dernuthrgrmg sollte durch seine Gegenwart nicht vergrößert werden -M ging in sein kaltes Schlaszimmerchm, welchesRuth brs zu seiner Ankunft üets an irgend ein, glerch rhr er- werbsthätiges, weibliches Wesen vermrethet gehabt hatte. Hier stellte ec sich an das Fenster, sah auf den dunklen, weiten Plan des Eisenbahnnetzes hinaus, den zahllose rothe, grüne und weiße Laternen wie Glühwürmchen durchfleckten, ohne chn zu erhellen, und träumte von einer lauten, sonoren Frauenstimme und großen, grauen Augen voll intensiver Lebensgluth.
Unterdeß trat Herr Harstnann ein, stellte seinen Hut aus einen Stuhl nächst der Thür, lehnte den Schirm dazu zog ein Foulard aus der Rocktasche, putzte dre Brille und £j dann erst auf die erstaunte Ruth zw freundlich „guten Abend" sagend. Weiter ließ ste rhn aber auch nicht zu Wort kommen. „Ich weiß Wes, was zu sagen Sie sich herbemühten", begann ste sreberrsch, „rch habe leidliche Vernunft, Herr Hartinann, wie Sie wnscu, und es bedarf Ihrer Ermahnungen nicht, um mrr klar zu machen, daß ich nichrs kann, nichts, gar mchts Emm Einfall haben — ja, das ist sehr wenig. Wer rhn au-- sührerr — das ist Alles in der Kunst. Und rch konnte das nicht. Und so dazustehen vor rhm! Hartinann, Sie
sind immer so'menschlich gut zu mir ^wesen —vergeben Sie rnir meinen Größenwahn e» war g oß- 3 * sinnig zu glauben, daß ich Talent habe. Abe. ich b n davon genesen Nicht wahr, Sie helfen mrr werter rn meinem täglichen B roderwerb? Erms Leinwand wwd nie mehr ausgespannt Fächer und Kästchen und * rähmchen her Keine Künstlerin bm ich nur E Handarbeiterin mit dem Pinsel. ^ Nre mehr, Horen Sr ),
nie mehr male ich ein Bild!" , ~ .
Dieser ficftiae Ausbruch hatte Herrn Alfred Hart- mann zuerst sehr er'chreckt; der Schluß von Ruths Rede ließ aber den vergnüglichen Ausdruck in sein gutes Ge- sicht wiederkehren. „Ist das Ihr Öliger Ernst auch gesetzt daß Ihr Moses euren Käufer fände? fragte er.
ist mein fester Wille so. Was konnte der Umstand daran ändern, daß mein Moses verkauft wurde, ^ch müßte mir sagen, daß dem Käufer dre Id« sehr gefreh er jedoch nicht in der Lage war, ernen Rodenbach zu er- werben" ivrach Ruth bitter lächelnd. „Aber welche __ ' felbft in diesem Glück wäre noch Deinuthrgrurg
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Hartmann glücklich. „Liebes Fraulern, ich habe da-
Geld bereits in der Tasche." . ., ( „
Sie stieß einen Schrei aus und sah rhn wssrn gslü^ an .Wirklich", stammelte sie, „verkauft! O >;uan, o Gott, 'mm la„„ er M von (icc, S“5 #n ‘S
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am Ende Sie der Käufer — aus Mitleid . »-er guxe Mann fühlte sich ungeheuer betreten über dre Zu- muthung solcher Grotzmuth. „Nein", sagte er, "so roman. tiicke Handlungen liegen mrr fern. dm bloß -ber^ mittler. Das Bild geht nach Amerika." Ern andere- Mißtrauen huschte durch Ruths Gedanken. „Nach Amerikas" Ast der Käufer wohl ein Spekulant, der
nftprt Keitunaen bespricht und dann mein Bild, da- >a auch ein R als Zeichen trägt, als von Roderrbach zu verkaufen^ Mt?" ,Das Bild geht in Privatbe^ Aber wie steht es nun um die Resignation? Ruth lehnt ihre Stirn gegen das Holz ihrer Sraffelei. „Da- rst rettunqslos", murmelle sie. „Wie ich fern Bild gesehen habL und davor das meine - ° Harstnann wenn rch Ahnen doch beschreiben könnte, wre weh es thut zu erkennen' Ich bin kein Künstler." Sem Gesicht wurde immer'zufriedener. „Ich will weiter Stunden geben. Ack biir bisher ja auch satt geworden.
Hartmanns Auge streifte das Stückchen Rrndflersch, dem man ansah, daß es erst eine S^pe hatte l^ergeben müssen, ehe es gebraten lvard, und dre ^chusiet mrt oen Kartoffeln, die inzwisckM kalt und glapg geworderr 'wareii. Dmrn sah er auf das schlachte zrrsamrnen- aekauerte Mädchen, das mrs niederem Stuhl saß, dre vor- aeneiate^Stirnangelehnt - er seufzte em wenrg „Sre ehm", fuhr Ruth fort, „die Verbindung P«r Namms- fiälfte mit meinem Namen war nicht glücklich, di s Rr tlrar? ist ein armer Teufel ohne Genie." Herr Hart- mmm räusperte sich, schob seine S°ldme Brrlle zureD und iaate mit zitternder Sllnune. „Lrebe- Kraulern, wenn Sie sich entschließen wollten, den ganzen Namen mEnehmen Ruth Hartmann zu heißnr und merne Göttin zu sein, würoe ich Jhnerr so vrel Gluck und 23e= lMglichkeit bieten, wie möglich."
Ruth Hab die Stirn mrd sah W chm empor.
Weib? . . . Ich - - - Sie weinen - leuchtete in ihren Augen das volle Verständmß was er gesagt. ^Jhr Werd?l" S« spnmg aus, ihr Angesicht mü derr Händen rmd bemuhte süh. i« jagende Flucht ihrer Gedankenzu ersa s«r. »» Eine Veränderung! Eine große, erlösende rung l Keine Sorgen mchr, zum ersten Mock« m chr«« Leben keine mehr! Die ^
vom Herzen des armen, )ungen Brudcns genommen! Au» er um eure Freiheit reicher! Keine Demuthrgung Ein Weib werden, wie Andere die VE, b^chutzt, an einem Herde sitzen und nicht rn der kalten Well um Brod kämpfen. Und als emzige Gegenleistung für all dies mrr immer llebevoll, imnrer besorgt, Einer gehorsam und dankbar gegen den guten Rtann Mn, der ch einen Namen bot. Und wahrendsre so stand mW da ganze Wohlschrt zu ergnurden suchte dre a dM. sprach er mit seiner ruhigeu, angerrchmen Strmn« vmr seineir Plänen und Wünschen weiter: ,^ch brn schon lange gut geweseir, theures Frmrlem.^ eigentlich wohl schon von damals her, als Sie zu^st mrt dem kleinen Oelbildchm und dem gemaltm Facher m mew Magazin traterr. Allein - ich will ganz offen sem-,rch hätte es nicht gern gewagt, in meine Farnrlre, welche ein« S alte hanseatische Bürgersamilie ist, eme arme, UN- Q ManSt ÄSt zu führen. Me Armuth muß und wird meine Mutter Werschm, d,e Künstlerin hatte rch ganzes Mißfallen erregt, es grebt eben Vorurkhe.Ie, uni, Mama hat'so chre kleinen, vorgefaßten MernungMi Nurr da Sie mir aber sagen. Sie wollen alle drese Be^ strebungen cmsgeben. bin ich sehr glücklich^ Sw nichts weiter mehr sein, als merne lrebe, geehrte, ps s tteue Hausfrau. Liebe, theure Ruth, was ern ehrliche»
> Mann vermag, Sie glücklich zu sehen, wrrd er thun.
Er nahm ihre Hände vom Antlitz smst. Sre hatte rott TOnrfe keinen Sinn ersaßt und begriff, aus »chm Gedanken erwachend, nur seine letzte Versprechung. „Wnnm Me mir Lr wmig urt sein?" fragte er «eruhtt Zech, co,,4s> m beißer Dankbarkeit. „Also merne -vrmu» wittkich meine Brartt?" Und dmrn rrchte sie an erner breiteir Brust urrd ein bärtiges Lippenpaar küßte rnmg ibrm Mund Ruth dachte an ihre todte Mutter m %Z 5er, an Freden mrd Glück. Warm wallte » in chr auf und herzlich gab sie dre Kusse zuruck. ^.
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Schalem davon vie^eine vermählt und die ande«tt^ ibver Auamd schon so gut wre versprochm ist. Manw wittt Du trotz ihrer 50 Jahre noch ungemem lugend. LZ finden " O'" sagte Ruth bang. Das warm sech
rme Menschen auf einmal in ihrem Leben. Sre L zmAüre „Zran, Juan!" scholl es durch dre klem? Wohnung.^ (Fortsctznuq r°lM
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