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Cfrfte 4»_MbenL-Ansgabe. Erstes Man.

«geben als in dem entsprechenden Zeitraum vorher. Die LüiensmittelbersorgMrg ist auch im abgelaufenen Monat aus­reichend gewesen. Aus den von der Gemeinde Wien ver­waltete« Kriegssammelgeldern sind bis Ende Mai xdS Unterstützung gegen S^> Millionen Kronen verausgabt worden. Die Gesundheitsverhältnisse der Be­völkerung waren sehr günstig und zeigten gar keine Ab­weichung gegen normale Zeiten. Der Bericht schließt: In Erkenntnis der Opfer, die unsere heldenmütigen Truppen im Felde bringen, tragen die Wiener die unvermeidlichen Be­gier Erscheinungen des Krieges mit bewunderungswürdiger Muhe und fester Entschlossenheit.

Italienische Verwundetentransporte. \

Lugano. 15. Juni, (ffitr. Bln.) Auch gestern meldete die Presse die ununterbrochene Ankunft von Verwundeten- tra ns Porten in den Bracchia, Rovora und Alessandra. Aber Cadorna wußte nichts von Verlusten mitzuteilen.

Die Enttäuschung wachst.

Lugano, 15. Juni. (Ktr. Bln.) In Italien wächst die Niedergeschlagenheit über die Niederlage am Jsonzo, so sehr sich auch Codornas Bericht bemüht, die Schlappe mit schlechten! Wetter und ungünstigem Terrain zu verschleiern. D,e kriegs­hetzerischen Mailänder Presse ist bereits sehr kleinlaut geworden und läßt eS auch an versteckten scharfen Angriffen auf die Armeeleitung nicht fehlen. „Corriere della Sera" schreibt: „Wir stehen leider nicht viel weiter, als wir vor drei Wochen standen. Mer die Aufgabe ist sehr schwer." „Giornale d'Jtaüa" schreibt: ..Der Feind ist unterschätzt worden. Alle Welt behauptete, Deutschland und Österreich seien am Verhungern, und jetzt entwickelt sich bereits eine unerhörte Widerstandskraft, die uns auf die härteste Probe stellen wird."

Fiumes Treue zum habsburgischen Herrscherhaus.

■i W. T.-B. Fiume, 14. Juni. (Nichtamtlich.) In der gestrigen Sitzung der Stadwertretung wies der Podesta Franz Corossacz auf die schweren Zeiten hin und betonte, die Stadt Fiume erfreute sich be: allen bisherigen Regierungen großen Vertrauens; sie erhielt den Beinamen „fidelissima citta". Auf Antrag des Podesta beschloß die Stadtvertretnng, ihre unentwegte Anhänglichkeit zum Staate Ungarn und zum Herrscherhause durch Vermittlung des Gouverneurs, Grafen Wickenbugg, in einer Adresse auszu sprechen.

Der Krieg im Grient.

Der amtliche türkische Bericht.

w. T-B. Konstantinopel, 14. Juni. (Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: Au der Kaulasusfront ging

der Feind gestern aus der Richtung von O l l y vor. Nachdem er sich überzeugt hatte, daß unsere Truppen gegen ihn vor­rückten, zog er sich eilends zurück und ließ seine Stel­lung völlig im Stiche. Wir besetzten sie.

An der Dardanellenfront schossen gestern morgen zwei feindliche Kriegsschiffe unter dem Schutze von sieben Torpedobooten ungefähr 90 Granaten auf einige unserer Stellungen bei Art Burnu und Sedd-ül- B a h r. Sie erzielten keinerlei Wirkung und zogen sich bald darauf nach Jmbros zurück. Zu Land fand bloß ein schwacher Austausch von Artillerie- und Jnfanteriefeuer statt. Unsere anatolischen Batterien richteten ein erfolgreiches Feuer auf den Feind.

Am 24. Mai erschien ein englischer Kreuzer vor der kleinen Stadt M o y l e h an der Küste von Medina am Roten Meer und ließ Flugzeuge über der Stadt auf- fteigen. Ein Flugzeug wurde durch das Feuer unserer Sol­daten und Freiwilligen abgeschossen und stürzte ins Meer. — An den anderen Fronten keinerlei Veränderung.

Churchills Großsprecherei und die Wahrheit an den Dardanellen.

W. T.-B. Konstantinopel, 14. Juni. (Nichtamtlich.) Die Agence Milli meldet: Das Reutersche Bureau macht sich

neuerdings zum Sprachrohr der Großsprechereien Churchills, der große Worte nicht spart, um seinen Zuhörern Sand in die Augen zu streuen. Dieser Politiker scheint die Gabe der Weissagung zu besitzen, sagte er doch einen entscheiden­den Sieg an den Dardanellen voraus. Aber wii waren es, denen er zugefallen. Die glänzenden Erfolge unserer Truppen bei Sedd-ül-Bahr am Tage nach den rühm- .reichen Worten Churchills sind vollauf geeignet, diesen jedes vernünftigen Sinnes baren Phrasen das formellste De- menti entgegenzusetzen.

Berlin, 15. Juni. (Ktr. Bln.) Die „Westminster Gazette" versichert laut „Boss. Ztg.", daß der Krieg noch jahrelang dauern könne und vermutlich auch dauern werde.

Churchills Großsprechereien gehen seinen Lands­leuten auf die Nerven. Auf seine jüngste Äußerung, an den Dardanellen stünden die Engländer nur noch ein paar Meilen vor dem Sieg, heißt es in diesem Blatt: Das ist fraglos währ. Wer diese paar Meilen sind eben die harte Nuß, die das Expeditionskorps zu knacken hat. Ein General, der vor einer Festung steht, ist räumlich auch nur ein paar Meilen von seinem Ziel entfernt und dennoch viel­leicht seinem Ziele recht fern.

Ei« englischer Dardanellenbericht.

W. T.-B- London, 15. Juni. (Nichtamtlich.) Der Son­derberichterstatter des Neuterschen Bureaus meldet von den Dardanellen unterm 3. Juni (?): Die britischen und fran- zösischen Regimenter sind frisch vervollständigt wor­den. Die Armee hängt nicht mehr von der Flotte ab, außer für die Offenhaltung der Seeverbindungen. Die Türken sind mit den natürlichen Verschanzungen ihrer Stellung nicht zufrieden und dehnen ihre Verschanzungen weiter aus. Flieger sagen aus, daß sie manchmal Schwierigkeiten haben, die Stellungen wiederzuerkennen, die sie ein oder zwei Tage vorher überflogen haben.

Talaat-Bei Ritter des Eiserne» Kreuzes.

W- T.-B. Konstautinopel, 15. Juni. (Nichtamtlich.) Kaiser Wilhelm hat dein Minister des Innern Ta- laat-Bei das Eiserne Kreuz erster und zweiter Klaffe verliehen.

Die Verwundung des Generals d'Llmade.

ap. Stockholm, 15. Juni. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) D« Petersburger Telegraphenagentur wurde nach der ^Basler Nationalzeitung' vom 11. Juni aus Paris gemeldet, daß die Verwundung des Generös d'Amqde nicht nube- heulLich HL

Wiesbadener Tagblatt.

Bösartige Lügen in der venizelos-presse.

W. T-B. Konstantinopel, 14. Juni. (Nichtamtlich.) Die Agence Milli meldet: Athener Organe von der Partei Veni- zelos behaupten auf Grund von Angaben von Reisenden, daß in Kleinasien der Typhus unter der Bevölkerung und den Truppen Verheerungen anrichte, daß 75 Ärzte die Opfer ihres Berufes geworden seien, daß die D e u t s ch e n in der Voraussicht des Falles der Dardanellen dem Sultan rie­ten, die Hauptstadt zu verlaffen, daß die Verteidigung der Dardanellen Nachlasse, und daß die osmanischen Truppen durch Maschinengewehre ins Feuer getrieben würden. Diese lächerlichen Behauptungen, die der erwähnten Presse schon zur Gewohnheit geworden sind, verdienen keine Wider­legung.

Die Türkei zieht alle Eisenbahnkvnzeffioueu an feind­lichen Staaten angehörende Gesellschaften Zurück!

W. T.-B. Konstantinopcl, 15. Juni. (Nichtamtlich-) Bon unterrichteter Seite wird versichert, daß die Pforte 'beschlossen hat, den vorjährigen Entwurf für das türkisch-franzö- fische Finanzabkommen, welches bisher ein toter Buchstabe geblieben ist, und dessen Anwendung die künftige Entwicklung der Wirtschrftsbahn beihindern könne, aufzugeiben. Die Regierung beschloß, daß alle Eisenbahnen in Syrien und in dem Libanongebiet, welche Untertanen der gegen die Türkei kriegführenden Diächte gehören, durch die Verwaltung der H e d s ch a ü a h n zurückgekauft werden sollen.

Türkisch-bulgarische Verhandlungen.

»r. Sofia, 15. . Juni. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Wie von sehr gut informierter Quelle verlautet, finden augenblicklich Verhandlungen zwischen Bul­garien und der Türkei zur freundschaftlichen Lösung einer Reihe von Streitfragen statt, die zwischen beiden Staaten noch seit dem ersten Balkankrieg sich in der Schwebe befinden. Die Unterhandlungen haben auch den Zweck, die Grundlinien der künftigen Politik beider Staaten zueinander fest, zulegen. Die Türkei hat, um ihren guten Willen zu beweisen und in ein dauernd gutes Verhältnis zu Bulgarien zu kom­men, sich u. a. bereit erklärt, die innerhalb bulgarischen Ge­bietes liegenden türkischen Enclaven Bulgarien abzu­geben.

Die Neutralen.

Der Wahlsieg der griechischen Regierungs­partei gesichert.

Berlin, 15. Juni. (Ktr. Bln.) Zu den griechischen Kammcrwahlen wird weiter aus Athen gemeldet: Soeben wird von der Regierung bekanntgegeben, daß nach den bis jetzt eingelaufenen Mitteilungen für die Regierung von 314 Plätzen der Kammer bereits 166 zustehcn und der Wahlsieg der Regierung demnach vollständig gesichert sei. Es wird erwartet, daß die Zahl der gewonnenen Regierungssitze sich «och st e i g e r t.

Br. Athen, 15. Juni. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der Erfolg der Regierung bei den Kammerwahlen scheint noch g r ö ß e r zu sein, als anfänglich vermutet wurde. Die Zahl der gewählten direkten Regierungs­anhänger wird bisher auf mindestens 166 (von 316) berechnet. Ich Saloniki kamen 7 Türken und 5 Israeliten durch. In Kreta, dem Geburtsland Venizelos, 10 Re- gierungsanhänger und 10 Anhänger Venizelos (bei den Wahlen 1912 waren sämtliche Abgeordnete von Kreta Venizeloniften). Venizelos Anhänger in der neuen Kammer werden auf rund 135 berechnet. Sämt­liche Minister sind gewählt, nur die Wahl des F i n a u z- Ministers ist noch zweifelhaft.

Verdruß und Ärger in Italien.

So. Lugano, lö. Juni. (Eig. Dvahtbericht. Ktr. Bln.) Mit großem Unnuit wird in Italien die Nachricht über den Ausg rng der griechischen Wahlen und der Niederlage Venizelos ausgenMiim.m. Der Ärger darüber äußert sich in einem Artikel des „Secolo", worin er die ganze Schale feines Zornes über König Konstantin auiszießt und ihn beschul­digt, die Interessen Griechenland Familienrücksichten ge­opfert zu haven.

Wühlereien in Rumänien.

Wien, 15. Jun:. (Ktr. Bln.) Gleichlaufend mit deni Druck, der vom Viervund diplomatisch und durch die Presse auf die rmnänische Regierung auSgeübt wird, beschlossen hiesige Anhänger des Vierbundes, den Eintritt Rumäniens in das Vorgehen gegen die Mittelmächte mir allen Mitteln durchzu- setzen. Es wurde ein auS Take Janescu, Filipescu und Dela- vrancea bestehender Ausschuß gewählt, um eine Kund­gebung ans Land zu richten. Ein zrveiter Ausschuß soll ein Hauptprogranri:! für den Eintritt Rumäniens in den Krieg auSarbeiten. Die Regierung bewahrt diesen Machenschaften gegenüber die bisherige feste Haltung. Der Minister­präsident B r a t i a u u, der während des ganzen Krieges sich nur vcmi realpolitischen Standpunkt leiten ließ, dürfte auch weiterhin in richtiger Erkenntnis der obwaltenden, militäri­schen und politischen Lage die bisherige Haltung nicht auf- göbeu.

Um Bulgariens Neutralität.

Ofenpest, 15. Juni. (Kir. Bln.) Wie Bukavester Blätter auS Sofia melden, besuchte der russische Gesandte S a v i n s k i abermals den bulgarischen Ministerpräsidenten Rados» lawow, um dessen Ansicht über die russischen Vorschläge ein­zuholen. Savinski konferierte etwa 2 Stunden mit Rad es- lawow, indem er weitere mündliche Erläuterungen zu den An- 1 ragen der Ententemächte gab. Iiadoslawow empfing dann den österreichisch-ungarischen Gesandten Tarvowszki, dem er erklärte, daß Bulgarien auch nach den russischen Anträgen ieiue Politik nicht ändere und seine Neutralität aufrecht er­halte.

Vom dänischen Parlament.

W- T.-B. Kopenhagen, 14. Juni. (Nichtamtlich.) „Ber- lingske T'.dende" meldet aus London: Das Parlament wird seine Sitzungen im Juli beenden und im September wieder aufnehmen. _

Das Eintreten der Heeresverwaltung für die Kriegsbeschädigten.

Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt:

Nicht selten erscheinen in den Zeitungen Anzeigen, in denen künstliche Gliedmaßen, Stützapparate für ge- bwuchsunfähige Glieder, Krücken ufw. oder GeldfammluriHeu

Dienstag, 15. Juni ANIS. 9lt. gTg.

zur Beschaffung solcher Gegenstände für unsere Heeresange.

bömgen erbeteri werden. Dies zeigt, daß in weiten Kreise« der Bevölkerung Unkenntnis darüber herrscht, daß den vev. smmmelten oder sonst beschädigten Heeresangehörigen alle derartigen Apparate von der Heeresverwal. tungaufReichskosten geliefert wmLen. Jeder Soldat, der im Dienst größere Gliedmaßen verloren hat, kann die Ge­währung künstlichen Ersatzes beanspruchen, und zwar ist Vor­sorge getroffen, daß nur gute und brauchbare Apparate ge­liefert werden, die wirklich geeignet sind, dem Träger Nutze« zu gewähren. Für Leute, die den Verlust eines oder beider oberen Gliedmaßen zu beklagen haben, können in geeigneten Fallen auch sogenannte Arbeitsprothesen beschafft werden, die an Stelle der nachgemachten Hand besondere Vorrichtungen haben, wodurch der Träger befähigt wird, seinen künstlichen Arm euch berufsmäßig zu verwerten. Bei Verlust eines BeineS ist neben deni künstlichen Bein eine Aushilfsprothese s zu liefern. In der Regel wird als Aushilfe ern Stelzfuß ge- wählt, doch kann unter Berücksichtigung besonderer Verhält- | niste an seiner Stelle auch ein zweites künstliches Bein, wenn auch einfacherer Art, 'bewilligt werden. Bei Verlust der Augen werden künstliche Augen und bei Zahnverlust künst» räche Gebisse auf Reichskosten beschafft.

Wenn Soldaten mit geheilten Amputationswunden oft längere Zeit ohne künstliche Ersatzstücke gelassen werden, so liegt das sicher daran, daß es für die Verstümmelten um so besser ist, je weiter die Lieferung des künstlichen Gliedes hin- auSgrschoben werden kann Der Amputationsstumpf verändert sich auch nach der eigentlichen Heilung der Wunde meist noch erheblich. Ein zu früh beschafftes Erlsatzstück pflegt bald nicht mehr zu passen und seinem Besitzer nur Beschwer- den, aber keinen Nutzen zu gewähren. Aus Rcichsmitteln er­folgt übrigens nicht nur die erste Beschaffung der künstlichen Glieder. Die Kriegsverstümmelten haben dauernd Anspruch auf spätere Evsatzbeschaffungen, Ergänzungen, Ausbesserun­gen ustv. auf Kosten des Reichs.

Auch über die Gewährung von Brunnen- und Badekuren herrschen in vielen Kreisen irrige Anschau­ungen. Von der Heeresverwaltung sind in einer großen An­zahl deutscher Kurorte Maßnahmen zur Aufnahme der Kriegs- ieilnohmer getroffen. Der größte Wert wird darauf gelegt, daß die Heilmittel unserer Bäder und sonstiger Kurorte in weitem Umfang zum Wohl unserer Verwundeten und Kranken ansgenutzt werden. Welche Vorkehrungen in dieser Beziehung getroffen sind, ist im „Armeoverordnungsblatt" bekannt­gegeben, so daß die behandelnden Ärzte für jeden Heeresange­hörigen, der einer Kur bedarf, den geeigneten Kurort auS- suchen und die Bewilligung der Kur auf Reichskosten bean­tragen können.. Für die nicht mehr dem Heer angehörigen, bereits als dlenstun>krauchbar ausgeschiebenen Kriegsteilneh­mer verfiigt die Heeresverwaltung auch über eine begrenzte Zahl von freien Badekuren, auf die allerdings kein Anspruch besteht. Hier hat es sich die Bäderabteilung des Zentral­komitees Ser deutschen Vereine vom Roten Kreuz angelegen sein lasten, für unsere Kriegsbeschädigten zu sorgen, so daß auch für alle früheren Heeresangehürigen in weitem Matze Vorsorge getroffen ist.

Aus diesen Darlegungen dürste sich zur Genüge ergeben- daß es durckaus überflüssig ist, zum Zweck der Beschaffung künstlicher Gliedmaßen und sonstiger Apparate für unsere Kriegsteilnehmer die öffentliche und private Wohl­tätigkeit anzurufen.

Line Besprechung unseres Wirtschaftslebens im «eichshaushaltsausschutz.

W. T.-B. Berlin, 14. Juni. (Nichtamtlich.) Bei den Ver­handlungen der verstärkten Budgetkommisfion deS preußischen Abgeordnetenhauses stellte der Berichterstatter, Abg. Hirsch (Essen), fest, daß unser Wirtschaftsleben, wenn auch mit ge- w'ffen Schwankungen und Unregelmäßigkeiten, trotz des Krieges und der Opfer, die er dem einzelnen auferlegte, seinen Gang weitergehe, so Latz wir überzeugt sein Lunten, Wirt- lchaftlich durchzuhalten, so lange auch der Krieg dauere. Als rmtwendiges Erfordernis bezeichnete der Berichterstatter unter anderem die Belassung derjenigen Arbeiter und Beamten, die zur Aufrechterhaltung der Be- triebe notwendig sind, vor allem natürlich derjenigen Betriebe, mit deren Aufrechterhaltung unsere militärischen Erfolge und unser militärisches Durchhalten in engster Be­ziehung stehen. Wo infolge des Krieges eine notwendig ge- tvordene Umstellung unsere: Wirtschaft reformatorische Maß- liähmen erforderlich mache, solle man Sachverständige und Vertretungen unserer Erwerbsstände in ausreichendem Maße heranziehen. Der Berichterstatter erörterte sodann die Lage der einzelnen Industriezweige und die Maßnahmen, die ge­troffen werden komitsn, um die Erzeugung von Waren, bei­spielsweise die Förderung von Kohlen und Erzen, werter zu heben. Ec besprach ferner die Entwicklung des Lohn Verhältnisses und anderes mehr. Der Ministe: für Handel und Gewerbe wie auch die Kommission traten den Ausführungen des Berichterstatters in allen Hauptpunkten bei. Der Handels minister erklärte, die Staatsregnerung sei ständig darauf bedacht gewesen, dem Bergbau die für die Aufrechterhaltung und Steigerung der Förderung notwendi­gen Arbeitskräfte zu erhalten. Gegenwärtig betrage die Förderung rm Steinkohlenbergbau etwa 2 6 Pro­zent, im Braunkohlenbergbau mehr als 90 Prozent der Friedensleistung. Die Löhne seien im letzten Quarta! gestiegen und würden auch iveiter steigen. Die Not­wendigkeit einer Lohnaufbesserung sei mit Rücksicht auf die Steigerung aller Wirtschaftskosten, durch die sich die Kosten der Bergarbeiterhaushalte im rheinisch-westfÄischen Kohlenrevier um ca. 26 Prozent erhöht hätten, unbedingt zu­zugeben. Andererseits sei zu berücksichtigen, daß sich die Rentabilität des Bergbaus während des Krieges nicht wie bei den Kriegsindustrien im eigentlichen Sinne erhöht habe, son­dern hauptsächlich infolge Gleichbleibens der Genevalunkosten bei eingeschränkter Förderung erheblich herabgegangen sei. Ju der Frage der Ernigungsämter hätten sich bei den Verhand­lungen mit den Vertretern der Bevgarbeiterorganisationeu grundsätzliche Bedenken hinsichtlich der vorgeschlagenen Art der Zusamrmensetzung ergeben. Durch Verhandlungen der Bergrevierbeamten mit beiden Teilen sei es schon mehrfach ge­lungen, drohende Differenzen beizulegen. ES sei zu hoffen, daß sich auf diesem Wege auch künftighin Strei­tigkeiten werden vermeiden lasten. Über die Fragen de« Handels- und Geldverkehrs berichtete Lippmann (Stettin). Er führte aus, daß durch den Krieg dam Handel die schwersten Wunden geschlagen worden seien. Es sei ein berechtigter Wunsch des Handels, daß seine berufenen Ver­treter bei der Verwaltung der Kriegsgesellschaften und auch bei den Einkäufen der Militärverwaltung durch bx Proviantämter, Bekleidungsämter und die ZentraPelle M