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Verlag Langgaffe 21

„Tagtlatt-Hair»".

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Wöchentlich

vezniS-Vret» für bri»r Ausgaben: 70 Psg. mmnttlich. M. BierteMbrlich bmch den «erlag

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!n nehmen augeodem enkgeaen: in Wierbaden die Zweigstelle BiS- : ÄurgabeK-en in allen Teilen der Stadt; in Biebrich: d^e dortigen Au».

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Langgalle 81. ohne »ringerlohn. M .

keftellgeld. — Bezugs.»eftellungen nehmen augeodem enil marckrmg tb, lowie die ~ - • — ■ -

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gaoeltellen und in den benachoarien Landorten und im Rheingau die betreisenden TagdlaN-Trtgor.

12 Ausgaben.

„Tagtlatt-Haas" Rr. 6650-53. von e Uhr morgen» bi» 8 Uhr abend», anher Sonntag».

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gen im .ArbeitSmarlt- und ^kleiner Anzeiger'

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Anzeigen!

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'lowie für alle übrigen örllichen liellamen; 2 Ml. lür auswärtige

SanL halbe d^ttel und Bertel" Äi.en7dur»>°u,e^ nach belonderer Bere— - Er Aufnahme unoeränderter An, eigen in kurzen Zw.ichenräumen entsprechender Nachlaß.

Bei wiederholter Aufnahme

lür die Aufnahme von Anzeigen an vorgelchrtebeneu

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Dienstag, 15. Juni 1915.

Morgen ° klusgabe.

Nr. 271. . 63. Jahrgang.

russische Front bei Faroslau durchbrochen!

ver Ssterrerchifch»ungarische Tagesbericht.

W.T.-B. Wien, 14. Juni. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 14. Juni, mittags:

Russischer Rriegsschauplatz.

Oer Feind bei lllibolajew in die Flucht ge­schlagen. — voguzno erobert.

Die verbündeten Armeen in Mittelgalizien griffen gestern erneut an. Die russische Front östlich und südöstlich I a r o s l a u wurde »ach heftigem Kamps durchbrochen und der Feind unter den schwersten Verlusten zum Rückzug gezwungen. Seit heute nacht sind die Russen auch bei und südöstlich Mos- ziska im Rückzug. 16 000 Russen wurden gestern gefangen. Unterdessen dauern die Kampfe südlich des D n j e st r fort. Bei Derzog südlich Mikolajew schlugen unsere Truppen sehr starke Angriffe blutig ab. Der Feind räumte zuletzt fluchtartig das Gefechts- feld. Nordwestlich Z u r ä w n o dringen die Verbündeten gegen Zydaczow vor und eroberten gestern nach schweren Kämpfen B o g u z » o. Auch nördlich Tlumacz schreitet der Angriff erfolgreich fort. Biele Gefangene, deren Zahl noch nicht fcststeht, fielen dabei in die Hände der Unsrigen. Nördlich Zaleszczyck, griffen die Russen nach 11 Uhr nachts in einer 3 Kilometer breiten Front vier Glieder tief an. Unter großen Verlusten brach dieser Massenvorstoß im Feuer unserer Truppen zusammen.

Italienischer Rriegsschauplatz:

Erfolglose italienische Onrchbruchsversuche am Isonzo.

In dem Kampfe bei P l a v a am 12. Juni ließ der Feind, wie nun festgestellt wurde, über 100 0 Tote und sehr viele Verwundete vor unseren Stel- lungen liege». Gestern, spät abends wiesen unsere Truppen einen abermaligen Angriff gleich allen frühe­ren ab. Die Italiener vermochten somit an der Js o n z o- front nirgends durchzubrechen. Im Kärntner und Tiroler Grenzgebiet hat sich nichts Wesentliches ereignet.

valkanlrriegsschauplatz.

Südlich Avtovac wies eine unserer Feldwachen den Angriff von zirka 200 Montenegrinern nach kurzem Kampf ab. Sonst ist dir Lage im Südosten unverändert. . r „ ,

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Hofer, Feldmarschalleutnant.

Die tapferen Württemberg«».

W. T.-B. Stuttgart, 14. Juni. (Nichtamtlich.) Wie der „Staatsanzeigcr" mitteilt» ist an den König folgendes Tele­gramm eingetroffen: „Eure Majestät melde ich allerunter- länigst, daß die 26. Division am 12. Juni starkerusfische Stellungen eroberte; sehr gut unterstützt von Artillerie, stürmte» Olga-Grenadiere, Teile von Blttvürttembergern und Pioniere. Mit grosser Tapferkeit eroberte sie mehrere Hin­dernisse und Grabenreihcn und erbeutete 300 Gefangene,

4 Maschinengewehre und 2 Mnenwerfer. Eigene Verluste verhält »üsmäßig nicht bedeutend. Gez. Freiherr v. Matter."

Rückwärts-Verlegung der russischen Stvil- verwaltung in Galizien.

Br. Wien, 14. Juni. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.)

DaS „Extrablatt" meldet über Kopenhagen: Die Peters­burger Presie melde nunmehr die Verlegung der rus­sischen Ziviwerwaltung für Galizien von Lemberg nach T a r n o p o l infolge Einbeziehung Lembergs in das Kriegs­gebiet. Die Finanzverwaltnug wurde nach Dubne verlegt.

Gewissenlose russische Ärzte.

ap. Bern» 14. Juni. (Ktr. Bln.) Dem „Berner Tagbl." geht aus Petersburg folgende Nachricht zu: Der oberste Leiter les russischen Feldsanitätswesens, Prinz Alexander von Oldenburg, veröffentlicht in der Presse eine lange Liste ge­wissenloser Ärzte — darunter Staatsräte —, die ver- wundete Soldaten ohne Hilfe umkommen ließen und deshalb ins Gefängnis geworfen wurden.

Deutsche Zivllgesangene auf der Heimreise aus Rußland.

T.-E- Stockholm» 14 Juri. (Nichtamtlich.) Gestern trafen hier auf der Durchreise nach Deutschland gegen 280 aus Rußland aus den Gefangenenlagern in W o l o g d a kom­menden deutschen Zivilgefangene ein. Der hiesige deutsche Hilfsverein nahm sich der Flüchtlinge cm, die zur Hälfte aus Frauen und Kindern bestanden.

Der Sohn des russischen Botschafters in London gefallen Graf Peter Benckendorff, Oberst der Garde zu Pferde, der Sohn des russischen Botschafters in London, ist der R ffn fry pf r «SRnrnntg Post" zufolge bei Kownv gefallen.

Besteuerung der russischen Klöster.

Br. Haag, 14. Juni. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Nach Petersburger Meldungen evwägt man in dortigen Regie- rungskrelsen die Frage einer ZwangSanleihe, welche insbesondere die steinreichen russischen Klöster treffen soll. Es wird angenommen, daß die Klöster dem Staat min­destens 3000 Millionen R-ubel liefern würden. An eine weitere regelrechte KriezAanleihe tm Ausland und Inland fft nach dem Fchlschlag der neuesten inneren Milliardenanleihe nicht mehr zu denken.

Eine russische Lügenmeldung.

8. Berlin, 14. Juni. (Eig. Meldung. Ktr. Bin.) Nach der „Morningpost" sollte vor einiger Zeit bei Offowrce der Stab einer deutschen Kavallerie-Division gefangen gekom­men worden sein und ihr Führer, General v. Wedel, soll.e nur durch einen russischen Offizier im letzten Augenblick am Selbstmord verhindert worden sein. Wie wir mitteüen können, ist diese Nachricht absolut erfunden. ein höherer Offizier, noch ein Stab sind in Ossowice noch m der dortigen Gegend noch überhaupt auf dem östlichen Kriegs­schauplatz gefangen genommen worden und ein Kavallerie» general v. Wedel existiert dort überhaupt nicht.

Der Handelskrieg gegen England.

Folgen der deutschen Af-Boot-Tätigkeit.

W. T.-B. London, 14. Juni. (Nichtamtlich. Reuter.) Ein Schifferfahrzeug landete in Milfordhaven die Besatzung des Kohlendampfers „Crown of Jndia" und »cs^nor­wegische» Seglers „Bellgarde", die von einem deutschen Unterseeboot bei St. Anne's Head versenkt worden waren.

Die holländischen Fischer gehe« nicht mehr in See.

Kopenhagen, 14. Juni. Der Berichterstatter der „Ber- lingske Tidende" in Amsterdam telegraphiert: Infolge der

lebhaften Tätigkeit der deutschen Untersee. boote wagen die holländischen Fischer nicht mehr in See zu gehen. In Umuiden liegt die gesamte Fischerflottv im Hafen, mit Ausnahme von sechs Fischdampfern, von denen man seit längerer Zeit nichts mehr gehört hat.

Kaperung eines deutschen Handelsschiffes.

Genf, 14. Juni. Nach einer Liffaboner Meldung kaperte ein englischer Kreuzer ein Transportschiff mit Lebensmitteln für Deutsche, das einem deutschen Han­delshaus in Lissabon gehört.

Der „^usitania"-Fall.

Die Beamten erfüllten ihre Pflicht nicht, ap. Amsterdam, 14. Juni. (Ktr. Bln.) Der Fall der „Lusitani a", sagt die „Washington Post", ist bereits durch Gesetz geregelt. Der Hafenbeamte in New Nork hätte das Schiff am Ausfahren verhindern müssen. Es war sogar seine Pflicht, da die „Lusitanra" gegen das Gesetz Explosivstoffe und Fahrgäste zu- gleich beförderte. Das Gesetz stammt aus dem Jahre 1882 und ist 1903, 1904 und 1908 abgrändert worden; sein Abschnitt 8 sagt das, worauf es ankommt:

'Es ist verboten, an Bord solcher Schiffe Nitroglycerin oder ähnliche Stoffe, Vitriol oder Pulver, außer für den Bedarf des Schisses, zu befördern, bei Strafe von 1000 Dollar oder 1 Jahr Gefängnis. ^ ,

Es ist ein Verbrechen, fügt das Blatt hinzu, Fahr­gäste zu befördern, wenn das Schiff Explosivstoffe trägt. Warum wird nicht darauf gesehen, daß das Gesetz be-i folgt wird?

Sir Greqs Glück und Ende.

Auch ASqnith amtsmüde?

Nr. Haag, 14. Juni. (Eig. Drahibericht. Ktr. Bln.) Sir Edward G r e y hat sich dieser Tage im Auswärtigen Amt von seinen Beamten in Worten verabschiedet, die keinen Zweifel darüber lassen, daß er nicht mehr nach der Downingstreet zurückkeyren wird. In den Wandelgängen des Parla­ments tritt in auffällig bestimmter Form das Gerücht auf, daß auch Asquith amtsmüde sei und nur auf eine passende Gelegenheit warte, zurückzutreten. Lloyd George wird bereits als künftiger Premierminister genannt, falls nicht etwa die Staatslettung ganz ; n konservative Hände übergebt.

Australien hilft Geschosse Herstellen. Kopenhagen, 14. Juni. (Ktr. Bln.) ..Reuter" meldet ans Melbourne: Allgemeine Zustimmung findet der Vorschlag, die Munitionsherstellung zu erweitern. Im Senat er­klärte der Kriegsminister, das Land sei schon jetzt in der Lage, mehr Munition kleinen Kalibers herzuftellen, als nötig sei. > Merschuh soll an das Reich abgegeben werden. Sobald mwauere Mitteilungen an das Kriegsministerium einge- aangen seien, würden die Hilfsquellen des Landes für die Herstellung von Granaten im weitesten Maße herangezogen werden, sowohl der Staat als die Privaten seien hierzu bereit.

Vryan — ein Fragezeichen.

Der Inhalt der letzten amerikanischen Note an - Deutschland ist nun in alle Schichten der Bevölkerung gedrungen, er ist diesseits und jenseits des großen Wassers, in Freundes- und Feindesland ebenso wre m der neutralen Presse in ausgiebigster Weise besprochen und kritisch ausgelegt worden, so daß wir nun ruhig der Dinge harren können, die im Verlaufe der werteren Entwicklung der zwischen Deutschland und den Vercrmg- len Staaten schwebenden Angelegenheit folgen werden. Nur ein großes Fragezeichen bleibt bestehen; em Fragezeichen, das inmitten der Ereignisse der letzter: Woche urplötzlich und erstaunliche Überraschung , be- reitend, austauchte und wohl auch nicht so bcrw wieder verschwinden dürfte, weil es gerade nach Erscheinen der mit angenehmer Überraschung zur Kenntnis ge­nommenen Note nur um so mehr neue Ratset zu den schon vorhandenen alten setzt. Dieses Fragezeichen

aber heißt: Bryan. .. ... ...

Hätten die Ansichten derer, die seinen Rücktritt mit einem angeblich allzu schroffen, brüsken Ton der ^amt­lichen amerikanischen Auseinandersetzung m ErnRang bringen wollten, gestimmt, so hätte man der Ent­schließung des bisherigen Staatssekretärs nicht nur rückhaltlos zulstimnien können, sondern ihm auch noch nachträglich vollste Sympathie entgegenbringen dürfen, weil er als der augenscheinliche Vertreter einer milderen Tonart unterlegen war. Nun aber haben uns die Tat- sachen eines garrz anderen belehrt, und wer deshalbHermi William Jenuings Bryan oder seine Methoden ra#, aus eigener Euchhrung her kennt «der nur weiß , daß er eben bis in diese Tage hinein der Staatssekretär^ für auswärtige Angelegenheiten war, der konnte leicht zu der Auffassung kommen, daß womöglich gar erne noch schärfere Sprache in seiner Absicht lag und daß er des­halb, weil dies nicht von Herrn Wilson gewollt wunde, Stock und Hut nahm, um sich vorläufig wenigstens ins Privatleben zurückzuziehen und schmollend auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Wissen wir doch, daß fern Schwiegersohn als englischer Hauptmann gegen Deutsch­land zu Felde gezogen ist — und was tut man nicht, um auch einmal einem lieben, netten Sckfwlogerfohn m der Politik hilfreich in seiner Sache beiAistehen —, wissen wir Loch, daß Herr Bryan schon seit Anbeginn des Krieges eine etwas seltsame Auffassung über Neu- lralität und deren Verpflichtungen verriet. Laß er Mit einem nassen und einem trockenen Auge Msah, wie die Engländer alle amerikamschen LebensMittelfenÄungen, nach Deuffchland bestimmt, abfingen, wahrend zu seinem Bedauern Deutschland nicht in der Lage war, der;, englischen Handelsverkchr zu unterbinden. Er sah. Wie goldgierige Dollarmacher Kanonen und Un^rseckoote, Gewehre und Granaten nach England, Frankreich und Rußland verschifften, aber rührte dock) keinen Fmger, UM i>em wissentlich 'begangenen Unrecht fenter „neu­tralen" Landsleute zu steuern und ward , so selbst mrt zur Ursache der Verlängerung emes Krieges, dessen Fortsetzung die Verbündeten ber chrem bekannten Munittonsrnangel wohl schon längst aufgegeben hatten. Ihm ist die Verantwortung für alle Dokumente ame- rrkanischer UnneutraliW znzurechnen, über die wir uns in diesen langen Monaten schon so oft und so bitter zu

beklagen hatte. r , . _

Hatte ferner Herr Bryan nach semQN Rücktritt nicht angekündtgt, daß es nicht so sehr das Ziel ser, das ihn von seinem Herrn trennte, als vrelniehr die zu befol­gende Methode oder die Mittel und Wege, die zu diesem Ziele führten. Dieses Ziel aber bestand bis beute noch mangels irgendwelcher greifbaren Versugnn. gon darin, daß Deutschlands Gegnern die Sicherung gefahrloser Munitionstransporte evhalten blieb. Da- mit könnten also zunächst alle Wenigen ihr Urt«l be- gründen, die da anzunehmen gewillt sind, daß Bryan deshalb ging, weil ihm. entgegen alleir anderen Be- Hauptungen, Herrn Wilsons NotO zu sanft ^ und ent­gegenkommend auszufallen drohte. Nun l^doch er­scheint der Vielumstrittene mit erner neuen Forderung aus dem Plan, indem er eine nationale Veremrgung vorschlägt, die alle Munitionstransporte nicht nur auf Passagierdampfern, sondern aus allen Schien, die amerikanische Häfen verlassen wollen, verbietet und daß solche Schisse überhaupt beschlagnahmt werden sollen. Lisat darin wirklich die Methode, die er nun für ange- bracht hält, nachdem er doch früher nichts gegen dre Waffenlieferungen eirrzuwenden hatte. Will er mU diesem Vorgehen bezeugen, daß “ öer Vertretung der Kraft huldige, von dem et neu»»)