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Verlag Langgasse 21

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12 Ausgaben.

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Montag» 14. Juni» morgens.

Londer-klusgabe.

ISIS.

Reiche Siegesbeute im Osten!

10168 Gefangene.

8 Geschütze und 17 Maschinengewehre erbeutet. Der Tagesbericht vom 13. Juni.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 13. Juni. (Amtlich.)

westlicher Uriegsschauplay.

Lnftbombardement von Lnnöville.

Bei N i e u p o r t und D i x m u i d e n, nördlich A r r a s und bei H e b u t e r n e fanden Artillerie­kämpfe statt. Schwächliche Angrisssversuche ^des Gegners in den Düne» wurden abgewiesen. Süd­westlich Hebntrrne sind Jnfanteriegcfechte im Gange.

Die militärischen Anlagen von L u n 6 v i l l e wur­de» mit Bomben belegt.

Testlicher Kriegsschauplatz.

Bus Ko im Sturm genommen.

Erfolglose russische Angriffe.

Nordwestlich S ch a u I e n machte unser Angriff gute Fortschritte. K u s k o wurde im Sturm ge­nommen. Feindliche Gegenstöße scheiterten. 8 Offi­ziere, 335V Mann und 8 Maschinengewehre waren un­sere Beute. Südwestlich der Straße Mariampol- Kowno haben Kämpfe gegen von Süden heran­kommende russische Verstärkungen erneut begonnen.

Nördlich P r a s ch n ü s ch wurde» weitere 150 Ge. fangene gemacht.

Unserem Einbruch in die feindliche Linie südlich B o l i m o w folgten in der Nacht russische Gegen­angriffe, die sämtlich erfolglos blieben. Die gewonne­nen Stellungen sind fest in unserer Hand. Unsere Beute stieg an dieser Stelle aus 1660 Gefangene, g Geschütze (darunter 2 schwere) und 9 Maschinengewehre.

Südöstlicher Briegsschauplatz.

ver Brückenkopf von Sieniawa wieder zurück­erobert.

Der Brückenkopf von Sieniawa wurde gestern wieder genommen. Der Gegner ließ über 50 0 0 Ge­fangene in unserer Hand. Nächtliche Gegenangriffe des Feindes sch eiterten. Auch östlich Jaroslau und östlich P r z e m h s I lebten die Kämpfe wieder auf. Die Truppe« des Generals v. Linsingen haben Mlynieka genommen. Ihr Angriff auf Z y d a c- i o to ist im Fortsch reiten.

Oberste Heeresleitung.

ver Ssterrekchksch - ungarische Tagesbericht.

W. T.-B. Wien, 13. Juni. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 13. Juni, mittags:

Russischer Rriegsschaupiatz.

Mehrere tvrte vessarabiens besetzt.

8600 Gefangene.

In Südostgalizien dringen die Truppen der Armee Pflanzer weiter siegreich vor. Nach hartnäckigen Kämpfen wurde gestern Pysimenica, Plumacz und die Höhe nördlich OI e s c z a genommen. Südlich C z e r n e I i c a wird gekämpft. Neue russische Angriffe gegen Calesczcyki wurden blutig abgewiesen.

Aus der B u k o w i n a, über die Reichsgrenze vor» dringead, warfen unsere Truppen die Russen in ihre längs der Grenze vorbereiteten starken Stellungen zu­rück. In der Verfolgung wurden mehrere Orte Bessarabiens besetzt. Gestern fielen 1560 Ge- fangene in die Hände der Verfolger.

Am oberen D n j e st r greifen die Verbündeten er­folgreich in der Richtung auf Z y d a c z o w an, wo noch starke ruffische Kräfte das südliche Dnjestrufer halten.

In Mittelgalizien führte ein Angriff öster­reichisch-ungarischer und deutscher Truppen zur Besitz­nahme von Sieniawa und nach Abwehr eines star­ken feindlichen Angriffs zur Erstürmung sämtlicher Stützpunkt nordöstlich der Stadt; hierbei wurden 3500 Russen gefangen.

Die sonstige Lage ist unverändert.

Italienischer Briegsschauplatz.

Die Italiener zweimal über den Isonzo zurückgeworfen.

Am Isonzo fanden in den beiden letzten Tagen, namentlich bei Plava, ernste Gefechte statt. Der dort am 11. Juni von der Brigade Ravenna unternommene Versuch, die östlichen Uferhöhe» zu gewinnen, endete mit einem Rückzuge dieses Feindes. Gestern früh überschritten die Italiener erneut den Fluß. Nach hef­tigem Kampfe gelang es unseren Truppen, den sich fort, während verstärkenden Feind zurückzu werfen und die eigenen Stellungen, vor.denen über 400 tote Ita­

liener liegen, fest in der Hand zu behalten. Im Kärntner und Tiroler Grenzgebiet dauern dre Geschützkämpfe fort.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

Nach Bekanntgabe der amerikanischen Note.

Die Beurteilung in New Aork.

Br. Rotterdam, 13. Juni. (Erg. Dvcchtbericht. Ktr. Bln.) Einer Depesche der „Times" aus Washington zufolge ist die amerikanische Note in der dortigen Preffe günstig ausgenommen worden. Sämtliche Ar­tikel stellen fest, daß der Krieg weiter entfernt sei als je. Der Grund für B r y a n s Rücktritt erregt nach wie vor große Neugier, und man versteht nicht, weshalb Bryan die Unterzeichnung der Note ab^elehnt hat, nachdem er seinen Namen unter die früheren Noten gesetzt hatte, die schneller auf das Ziel steuerten als die letzte. Einige republikanische Blätter finden die Note zu wenig energisch. Der amerikanische Korrespondent der „Morningpost" bemängelt, daß die Bereitwilligkeit Wilsons, sich bei England ins Mittel zu legen, um eine Änderung der englischen Marinepolitik zu erwirken, England, das solche Vorschläge wohl nicht in Erwägung ziehen könne, in eine schiefe Lage versetzen könnte. Bryan und die Deutsch-Amerikaner würden dann diese Weige­rung Englands zu ihrer Agitation ausnützen und Eng­land als Störenfried bezeichnen.

Br. Amsterdam, 13. Juni. jEig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) Nach einer weiteren Meldung der „Daily Chronicle" aus New Dort gewinne man aus den vorliegenden annerikcmischen Preffeftiimnen ein eigenartiges Bild davon, wie sich die Amerikaner den werteren Gang der Verhandlungen vor­stellen. So erklärt „New Nork Herald": Obwohl die Gelegen­heit zu weiteren Verhandlungen gegeben ist, ist es vollständig klar, daß Deutschland die Forderungen Amerikas anneh­men oder dost es als ein F e r n d Amerikas und der Mensch­lichkeit betrachtet werden must. — „New Jork Times" Wer­schreibt ihren Artikel „Deutschlands Gelegenheit" und meint, die Note mache für Deutschland den Weg zur Nachgiebigkeit nicht steiler, sondern leichter.

Befriedigung in der Wiener Presse.

W■ T.-B. Wien, 13. Juni. (Nichtamtlich.) In der Be­sprechung der amerikanischen Note stellen die Blätter den versöhnlichen freundlichen Ton fest, der eine freundschaftliche Aussprache und Verständigung zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland keineswegs auSschlietze.

Frankreich enttäuscht.

Basel, 13. Juni. (Ktr. Bln.) Die amerikanische Note an Deutschland hat, wie den hierher gelangten Meldungen zu entnehmen ist, Frankreich nicht ganzbefriedigt, weil sie w e i t e r e n Verhand­lungen einen breiten Raum gibt, während man einen energischen Ton der Note wünschte, aus dem man auf einen unvermeidlichen Konflikt hätte schließen können.

vrqans Aufruf.

Die Systeme der Gewalt und der Überredung.

W■ T.-B. Washington, 13. Juni. (Nichtamtlich.) Der auszugsweise von den Blättern gemeldete Aufruf Bryans an das amerikanische Volk lautet ausführlicher: „Sie lasm den Wortlaut der Note. Ich bitte, über meinen Entschluß, lieber zurückzutreten als die Verantwortung für die Note zu teilen, Ihr Urteil zu fällen. Ich bin sicher, daß Sie mir ehrenhafte Beweggründe zWilligen wer­den; aber das ist nicht genug. Gute Absichten allein könnten in solcher Zeit, solchem Gegenstand und solchen Umständen einen Irrtum nicht entschuldigen. Falls Ihr Urteil gegen mich ausfällt, verlange ich keine Gnade. Der Präsident und ich stimmen in den Zielen überein und wünschen eine friedliche Lösung des Streites der Vereinigten Staaten mit Deutschland. Eine solche Lösung ist nicht nur unser beider sehnlicher Wunsch, wir beten sogar darum. Aber über die Mittel, sie zu erreichen, gehen unsere Meinungen unvereinbar auseinander. Wenn wir nur persönliche Meiuungsverschiedorcheiten hätten, wäre es bedeutungslos. Aber es handelt sich hier in Wirklichkeit um die Wahl zwischen zwei Systemen. Unter den Einflüssen, deren sich die Regierung bei ihren Beziehungen untereinander bedienen, nehmen zwei die vorherrschende Stellung ein und sind ein­ander entgegengesetzt: nämlich Gewalt und Über­

redung. Die Überredung wendet Beweisführungen an, fordert zu Untersuchungen auf und stutzt sich aus Verhand­lungen. Die Gewalt stellt ein altes System dar, die Über­redung ein neues, das die allgemeine Brüderlichkeit zum Ziele hat. Wenn ich die Note an Deutschland richtig auslege, mutz ich sagen, daß sie eher mit den Grundzügen deö alten als des neuen Systems übereinstimmt. Ich gebe gern zu, daß sie sich aus Präzedenzfälle im Überfluß stützt. Das alte System ist sür alle früheren Kriege verantwortlich; niemals zuvor enthüllte sich jedoch die entsetzliche Tollheit dieses unglück­lichen Systems so klar als jetzt. Die z i v i l i s i e r te n,. e r. leuchteten, christlichen Nationen Europas

ringen miteinander, und schon hat der Wunsch nach dem! Kriege auch die Jingos unseres eigenen Landes ergriffen. Als demütiger, überzeugter Anhänger der Prophezeiung des Friedensfürsten, daß, die zum Schwerte greisen, durch das Schwert umkommen sollen, bitte ich, mich zu denen zu zählen, die ernsüich daraus dringen, einen Weg einzuschlagen, der keinen Zweifel läßt, dah die Regierung gewillt ist, die Ver­handlungen mit Deutschland fortzusetzew, bis eine freundschaftliche Verständigung erreicht oder wenigstens bis der Druck des Krieges vorüber ist und wir uns an Deutschland wenden können in Erinnerung an die historische Freundschaft und die zahllosen Bande, die Deutschland und die Vereinigten Staaten ver­knüpfen. Eine Nation must die Welt aus der dunklen Kriegs­nacht herausführen in das Licht des Tages, wo die Schwerter zu Pflugscharen umgeschmiedet werden. Warum sollen wir uns dieser ehrenvollen Aufgabe nicht eines Tages unterziehen, warum nicht gleich jetzt? Die Nattonen werden einsehen, daß ein dauernder Friede nicht aus Furcht aufgebaut wer­den kann. Eines Tages werden die Nationen ihr Vertrauen in die Liebe setzen, die, obwohl von den Anbetern des Krregs- gottes als Schwäche verachtet, weiter währt, wenn alleS andere versagt."

Die Deutsch-Amerikaner über Bryans Rücktritt.

w. T.-B. Kopenhagen, 13. Juni. (Nichtamtlich.) . Der Washingtoner Korrespondent der Londoner „Times" meldet, daß die Deutsch-Amerikaner über den Rücktritt Bryans entzückt seien. Die H earst-Blätter imterstützwn mettk- wüMgerweise Bryan.

Neue Mutmaßungen.

Frankfurt a. M., 13. Juni. (Ktr. Frkft.) Nach einem Radiotelegramm an die „Franks. Ztg." auS New Aork mut­maßt man dort, Bryan habe bei feinem Rücktritt mög­licherweise volitische Motive, da er befürchtete, daß seine Tage im Kabinett gezählt seren, und er sich einem artigen Abgang sichern wollte. Sein Schritt kann rhat Sympathien gewinnen, insofern als ein Teil der Amerikaner gegen die Zuspitzung der „Lusitania"-Frage fft. ES wäre aber vielleicht verkehrt, wenn Deutschland daran zu weit- gehende Erwartungen knüpfte.

Der Handelskrieg gegen England.

Dis Tätigkeit unserer Unterseeboote.

Br. Amsterdam, 13. Juni. (Eig. Drcchtbericht. Ktr. Bln.) „Daily Times" in Ipswich (Ostengland) berichtet, daß der Dampfer „L e u c t r a" (3027 Tonnen) mit einer Ladung aus Buenos-Aires kommend, in der Nähe von Aldeburgh (englische Ostküste) tvrp edi ert und v er- senkt wurde. Die Mannschaft wurde gerettet. — Der Trawler „Jntreped" aus Lowestost ist durch ein deutsches Unterseeboot versenkt worden.

W. T.-B. London, 13. Juni. (Nichtamtlich.), Das Fischerfahrzeug „W a a g o" aus Grimsby ist in der Nordsee durch ein deutsches Unterseeboot torpediert worden. Die Besatzung wurde gerettet.

Ver Fall des „William p. §rqe."

Eine englische Kritik.

W. T.-B. Washington, 13. Juni. (Nichtamtlich.) Rsutev meldet: Zwei Punkte in der Note der Bereinigten Staaten über die Versenkung des „William P. Frye" sind von Deutschland abgew lesen worden, nämlich, daß das Eingrei­fen des Prisen gerichts tu alle Angelegenheiten um- nötig sei, die ai'.f diplomatischem Wege rasch erledigt werden könnten, und daß die Versenkung des „William P. Frye" un­bestreitbar ein Bruch der Verpflichtung gewesen sei, die die kaiserliche Regierung zufolge der Bestimmungen des preußisch-amerikanischen Vertrags von 1828 aulf sich genom­men Hai. Die deutsche Antwort erinnert auch cm die Bestimmungen des preußisch-amerikanischen Vertrags von 1879, in welchem den kriegführenden Parteien ausdrücklich das Recht Vorbehalten wird, eine Verfrachtung mit Konter­bande auszuhalten. In der Antwort heißt es, daraus folge, daß die Aufhaltung, wenn sie anders nicht möglich sei, durch die Vernichtung des die Konterbande jührenden Schisses ge­schehen müsse. Deutschland beharrt auf dem Standpunkt, daß das Prisengericht -iötig ist, um die Höhe der Vergütung s-stzusetzen. Es bestehe kein Aiilaß sür direkte diplamattsche Verhandlungen, außer wenn es das Prisengcricht unterlasse, emen Schadensersatz zuzuerkelinen. Die Verpflichtung der Kriegführenden zum Ersatz des Schadens bleibe unabhängig von dem Vorgehen des Prisengerichis bestehen. Sollte dieses eine Vergütung nicht zuerkrnnen, so nimmt es Deutschland aus sich, einen angemessenen Schadensersatz zu gewähren. Vor­sichtshalber ersucht Deutschland, daß die Besitzer des .LLilliam! P. Frye" ihre Forderung schriftlich vorlcgen.

45 Schiffe in weniger als einer Woche vernichtet.

W. T.-B. London, 13. Jum. (Nichtamtlich.) Der Flotten-, berichterstatter der „Ddorning Pöst" schreibt: 4S Schiffe in weniger als einer Woche zerstört, das ist eine große Zahl! Der Unterseebootskrieg kann erst ausgerottet wer­den, wenn di« Werften, di; Unterst,Loote Herstellen, zerstürt sind. Das Matt stellt weiter fest, daß die Fischer saihrzenge „Wellsare" und „Lcmrestlna" di; ersten waren, die durch eines; Luftangriff vernichtet wurden.