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Kargen-Ausgabe»
umdrängte die Einfriedigungen des Bahnhofes. Man ersieht schon aus diesm kurzen Mittheilungm über die Eröffnungsfahr:, daß die Chmesell in jener Gegmd dem Bahnbau durckwus wohlwollend gegmüberstelM, Die gmaunte Sttecke Tsingtau—Kiautschou—Kaumi bildet nur dm Anfang der ganzen über Weihsim zu dm Kohlen- gebietm im Innern von Schantung führmdm Linie, die in unserer Karte vollständig dargesteüt ist. Sie führt von Tsingtau, dm Hauptstadt des deutschen Pachtgebietes a:n Ufer und dm Hasmunlagm, dm Bucht von Kiautschou, entlang, die Bucht im Bogen nach Westm an ihrm Nordselle umsahrmd, geht dani: über Kiautschou, in dm neutralm Zone liegmd, noch Kaumi, unweit dm Grenze ' des chinesischer: Gebietes, und führt in nordwestlicher
Den lches Deich.
Dos Recht auf i wkürzu»g des Todeskampfes.
In der Zeitschrift Das Recht" ist neuerlich die viek» mörterte Frage zum ( 'genstand desGedankermuslausches mehrerer Juristen ge, rä.t worden, ob dem Arzte d» Tödtung eines Mmsck n, dm un qualvollen und dabei hosfnunaslosm Todes! mpf liegt, zu gestattm sei oder nicht. Das geltmtde C setz untmsagt es, währerll» in der gmanntm Zeitschrift überlandesgerichtsrath Wilutzky für die Gestattung eing ttereu ist. Nunmehr wmdet sich Landgerichtsrath Opvli in der neuestm Nmmiwr des „Recht" mll Eillschiede wil gegm.eine etwaige Aend«.
Die Betriebseröffnung
Ser ersten deutschen Bahn in Schantung.
Am 8. Septernder hat die feierliche Eröffnung des Betriebes auf der Theilstrecke Kiaurschou-Kaumi der ttstm deutschm Bahn in Schändung stattgefundm. ein Ereigniß von hervorragmder Bedeutung für die Kolonie Kmutsck-ou. Wir gebm deshalb unserm Lesern beistehend eine Karte der ganaen gevlantm deutsäM Schamung- bahn, die nunmehr bis Kaumi fertig gestellt ist.
nung waren im Zuge bei der Abfahrt von Tsingtau etwa 50 deutsche mü> 50 chinesische Passagiere vorhanden, meistms Vertreter der deutschen und chinesischen Finnen uni» Ossi- ziere des 3. Seedataillons und der Marine, Der Zug erreichte fahrplanmäßig Mautschou, wo der Kreis-
Vorsteher mit einer großen Anzahl von Beamten und Notabeln in Amtstracht sich mit den Beamten der Rauabtheilung auf dem Bahnsteig einge- funden hatte. Der Bahnhof wie auch die folgenden Stationen vis Kaum: waren mit der deutschen und der gelben chinesischen Drachenflagge geschmückt, um, wie der Kreisoorsiehm von Kaumi seinen Unter- thanm erklärte, das Prinzip der Gemeinschaftlichkeit des deutsch-chinesischen Unternehmens zum Ausdruck zu bringen Von Kiautschou fuhr ein Theil der chinesischen Beamten - Mit nach Kaumi. Auf den jämmtlichen Haltestellen hatten die Bauen: die Ernpfangsgebäude festlich ge-
schmückt und eine große Menge Volles umstand die Bahn- hofs-Einfriedigung.
„An der vor Kurzem erst fertiggestellten Kiau-Ho- Brücke hielt der Zug kurze Zell. Die Brücke wurde be- ficksiigt, und allgemein wurde der tüchtigen Bauausführung ungetheilter Beifall gezolll. Der Zug erreichte fahrplanmäßig den Bahnhof Kaum:, wo der Kreisoorsteher von Kaumi und etiva 20 Beamte und Literaten in voller Amtstracht erschienen waren, um ihre Glückwünsche darzubringen. Eine ungeheure Volksmenge
Richtung weiter nach Weihsien. Hier beginnen die bedeutenden Kohlenlager, d:e westlich bei Poschan wieder zu Tage treten. Die Bahn führt dann in Westrichtung über Tschangtien nach Tsinanfu am Hoangho. Von Tschangtien zweigt sich in südwestlicher Richtung eine Linie nach Poschan ab, woselbst sich die reichsten Kohlenlager der Provinz befinden.
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In unserer Karte ist der Verlauf der Bahnlinie, die Lage der Kohlengebirge, sowie die Grenzen des deutschm Pachtgebietes und der neutralen Zone gegen das chinesische Gebiet deutlich zu ersehen.
rung der Gesetzesvorsch ist, indem er «. A. ausftihrtt „Der Gedanke ist nicht reu; es ist etwas Furchtbares Zeuge der Qualen einet im Todestamps liegenden gs» liebten Menschen zu iein, hne Hülse, oft ohne muh Lind» rung gewähren zu könne: Und doch ist es außerordmck,
lich weise, wenn das Stra zesetz hier jedem eigenmächtigM Eingriffe in den natürli hm Verlaus der Dinge eine» starken Riegel vorschiebt ; nd ein kräftiges Veto dagegen einlegt, daß schwache Mer chenhand die Rolle des Schick sals spiele. Die Straflosi> keil einer solchen Tödtung mag in Romanen und Novelle: verföchte:: werden, Gesetz darf und wird sie niemals wer »en, sie eben so wenig wie auch
FeuiUetor
Wöer ünl Lnng der KramrnetMögr!.
Ein weidmännisch,w Mllarbeiter sendet der „Tägl. Nuudsch." folgenden zeitgmüißm Herzenserguß, dem auch wir gerne Raum geben, da wir zum Schutze der Kranunetsvögel schon selber manche Lanze gebrochen haben. „
, Es ist jetzt wieder die Zeit, da die Speisekarten der Wirthschaften und Gasthöfe Kramrnetsvögel den Lecker mäuiern unter ihren Gästen anbieterr. In den Wild und Delikatessenhandlungen hängen die kleinen Vögelchen wm Raufe. In dreien solchen Handlungen habe ich an einem Tage dieser Woche je einen Korb, angefüllt mit solch angeblichen Krammetsvögeln (Wachhojdmdrossel, turün« pilaris) gesehen, aber was dariimcn lag, waren zanz allein Singdrosseln (Zippe, turcku« musieus), jener imvergleichliche Sänger, der dem einsam im Walde Wandernder: im Frühjahr und Sommer so sehr mit seinem Gesänge zum Herzen geht. Seine Flötentöne belebten vor Allem die Landschaft, mit seinem letzten Liede geht der Abend in Nacht über. „Die erste Drossel", jubeln im Marz die Kinder, nun ist der Lenz nicht mehr weit; nach den unleidlich gewordenen langen Wintertagei: kommt sie mit dm erstm Frühlingsboten; tvas auf dem Feld die Lerche, ist im Busche sie: die ganze Sehnsucht nach Glück und Sonne, nach Lenz und Liebe, die nahende Ei ü'llnng dieser Sehnsucht liegt in ihrmr flötenden Ge- ,n:g. Und zum Tank dafür, kaum daß sie die junge Brut i'rvtz gezogm und mit den Kindern die Reise nach süd- stchmen Ländern rüstet, lauern infame Roßhaarschlingm von Ast und Zweig auf die harmlosm Wanderer, die
hungrig den rothen Beeren in dm Schlingen zustreichm, an Kopf oder Flügel, ain Füßchm Plötzlich ' von dem tückischen Roßhaar gefaßt Werder: und nun in langsamer, oft endloser Qua! zu Tode sich zappeln. In seinem Buche .Weidgerechte Jagd" sagt ein Herr E. Kropff auf Seite 44: „So gern ich nun auch die Drossel den Frühling begrüßm höre, so viel Frmde es mir auch macht, sie und ihre Sippe im Sommer zu beobachten, ich kann es nicht lmgnm. daß mir ihr Fang im Herbste ebenso viel Freude bereitet." Nein, und dreimal-nein! Solche An- sichten führen dazu, daß erleuchteteGeister wie Goethe das gesammte Weidwerk als Rohheit verurtheilm und dm Jäger auf die gleiche Stufe mit dem Fleischer stellen. Unser edles Weidwerk!
Der eigentliche Krammetsvogel ist, wie obm gesagt, die Wachholder-Drossel. Sie toinmt, ebenso wie die Wein- oder Rothdrossel (t. iliueus) mit dem Herbst in gewaltigen Flügen aus dem hohen Nordm zu uns; beide Vögelchen sind in unserem Sinne keine Sänger, es hätte also keinm Anstand, diese zahlreichen Durchzügler zu nützm und einige rvellme feine Bissen mit ihnen unserer Küche zuzusülirm. Aber wie wird das gemacht! In tausend und tausmd Schlingen, angeködert mit dm rothm Beeren der Eberesche, werden sie qualvoll erstickt. Das Gesetz straft den Wilddieb mit der Schlinge höher als den Wilderer mit dem Gewehr. Keinem jagdbaren Thier in Dmtschland darf mit Schlingen nachgestellt werden. Nur der Drossel. Warum das? Das Rebhuhn, der Hase, das Reh, der Hirsch — sie dürfen nicht erdrosselt werden; dem kleinen Krammetsvogel thut die Rvßhaarschlmge des Försters doch ebmso weh, wie dm: armen Reh der geglühte Draht des Schlingenstellers. Der Dohnenstieg ist eben ein Ueberbleibsel au» der allen Zell, da die Gewehre
schlecht und die Munitior Heuer war. Damals ftng man auch Waldschnepfen und Haselhühner in Laufbahnen. Ich bin fest überzeugt, daß tut Schrei der Entrüstung durch die Wett gehm würde, toi nn die Schlinge lMute erkunden» wenn Martenoerkzeuge, vie Schwanenhals und Teller- eism, jetzt zum erstm Ma eingeführt werden sclltm. Da sie herkömmlich sind und 1 >eld damit verdient wird erben sie sich wie die Sünde wei: >r von ^schlecht zu Geschlecht.
Es soll oberstes Gesetz im Weidwerk sein, kein Wild zu erlegm, das man llorhm nicht genau erkannt hat. Das sinnlose Hineinschießm in l m Busch, wo sich etwas regt, hat Hunderte von Mensche leben gekostet. Keine Fang* act darf gedulde: werden, in ivelchm der Zufall herrsch Was wird nun Alles im Dc hnmftieg gefangen?
Var mir liegt die Auf eichnung eines Kgl. preusch schm Forstaussehers M„ des en in 5 Jahren sin Dohnen- stieg gefangene 3l79 Vögel sich vertheilen: 2 Mistel* drosseln, 14 Wachhalderdr, sseln, 1034 Rothdrosseln, 1930 Singdrosseln, 52 Schn arzamseln, 3 Schildamseln, 52 Rothkehlchen, 28 Meisen, 32 Dompfaffen, 1 Buchfink, 4 Grasmücken, 1 Zaunkönig; dann noch 24 Häher, 1 Würger und 1 Sperber, — Also unter 3179 erdrosselten Vögeln nur 16 Ganzvögcl — wie die alte Jägerei die Drosseln eintheilte —, dafür aber neben 1034 Wein. (Roth-) Drosseln, die. wie bemerkt, Strichvögel sind, 1930 Singdrosseln und das übrige kleine Singvögel. — Eine zehnjährige Zusammenstellung auf der Oberförster« Heimbach bei Cassel zählt 25,298 getödtete.Singdrossel» und nur 17,542 „Krammetsvogel",' unter welch letzteren neben dem eigentlichen Kran inetsvogel natürlich wieder Weindrofsel, Misteldrossel, Amsel rc. rc. ftgurirm Darf das erlaubt sein, ist das sittlich? Mit welchem Recht ereifern wir uns über die Süotiroler und Jtalierwr und
