No. 493. 49. ^ayrgaiig
Wiesvaoener ^agoiarr ^Wrorgeu-Ausgaoe-. Vertag: Langgasse S7. Mr. Orrover 1991. Tene ».
reich; aber selbst Napoleon mit all seinen langgedienten Söldnern hat uns nie so hart zugesetzt, wie diese zähen Landleute mit ihrer altväterlichen Gotteslehre und ihren so unbequem neuen Gewehren."
Sarritätstvcsen im südafrikanischen Kriege. Jrn
Anschluß an eine große Gefechts- und Sanitätsübung, die am Montag auf dem Exercirplatz in Tübingen gehalten wurde, hielt der bekannte Chirurg Prof. Dr. Büttner an die versammelten Sanitätsleute eine Ansprache, der wir, einem Berichte der „Nordd. Allg. Ztg." folgend, nachstehende Ausführungen über den Sanitätsdienst im Burenkriege entnehmen. Professor Küttner sagte: Er selbst habe den Ernstfall kennen zu lernen Gelegenheit gehabt in drei Feldzügen, in der Türkei, in Südafrika und in China, und zwar unter zum Theil recht mißlichen Verhältnissen, in fremden Erdtheilen. Der lehrreichste von den drei Feldzügen sei der südafrikanische gewesen, besonders vom Standpunkt der Schwierigkeiten aus, die sich dem Sanitätscorps dort geboten hätten. Die Schwierigkeiten seien einmal in den ungünstigen lokalen Verhältnissen gelegen, in der südafrikanischen Steppe, wo Meilen weit keine menschlichen Niederlassungen zu finden seien und wo es überall an den nothwen- digen Unterbringungsplätzen für die Verwundeten gefehlt habe, wie sich auch der Wassermangel und die schlechte Beschaffenheit des wenigen vorhandenen Wassers unliebsam bemerkbar gemacht habe. Eine weitere Schwierigkeit habe in dem großen Mangel an Sanitätspersonal bestanden. So habe z. B. in dem Gefecht bei Jakobsdahl die ganze Arbeit auf dem Schlachtfelde.in den Händen der deutschen Ambulanz (2 Aerzte, 5 freiwillige Krankenpfleger und 4 Schwestern) geruht. Die Arbeit, habe man sich da so eintheilen müssen, daß immer ein Arzt mit den freiwilligen Pflegern auf dem Schlachtfelde war, während der andere Arzt mit den Schwestern auf dem Hauptverbandsplatz thätig gewesen sei. Als Hauptverbandsplatz hat das Feld- lazareth des Rothen Kreuzes selbst gedient, das während des Kampfes um den Ort an zwei- Tagen einer starken Beschießung ausgesetzt gewesen sei. So habe man in der Nacht vom 14. auf ven 16. Februar 1900 bis Morgens um 4 Uhr thätig sein müssen, weil es in dem strömenden Regen und in der Dunkelheit sehr schwierig war, die Verwundeten zu finden. Dieselben seien schon bei Tag« in Südafrika sehr schwer zu finden gewesen, weil sich die Khaki-Uniform in ihrer Farbe dem Erdboden sehr anpaßt. In der Nacht seien die Schwierigkeiten des Findens entsprechend größer gewesen, weil die Schwerverwundeten vielfach so schwer verletzt waren, daß sie nicht antworten konnten, die Leichtverwundeten aber aus Furcht vor Marodeuren, als welche die Kaffern gefürchtet waren, sich zum Theil an den steilen Flußufern hinter Steinen und Gestrüpp verkrochen. Das moderle Gefecht verhalte sich in mancher Beziehung anders Wie das der früheren Kriege. Man bedenke vielfach nicht, wie sehr sich durch die Einführung des rauchlosen Pulvers die Verhältnisse geändert haben. Früher bildete der Pulverdampf gleichsam einen gewissen Schutz für die Kämpfenden, während jetzt über einem Schlachtfeld nichts wie ein leichter Dunst lagere, und auch der sthle bei Regen und Wind. Man sehe im modernen Gefecht mit einer unheimlichen Klarheit jeden einzelnen Mann. So sei es in Südafrika mehrfa^ —^gekommen, dgß Leichtverwundete im ersten Chok der Verlegung aufgesprungen seien, um zum Verbandsplatz zu laufen, aber im nächsten. Moment von 4 bis 5 Geschossen getroffen zu Boden gesunken seien. Deshalb habe es sich auch in Südafrika als unmöglich herausgestellt, mit dem Krankenträgerdienst vor Beendigung des Gefechts zu beginnen. Es sei mehrfach der Versuch dazu gemacht worden, B. in der großen Schlacht am Paardeberg am 18. Februar 1900; das Resultat sei gewesen, daß in kürzester Zeit drei Aerzte und eine Anzahl Krankenträger erschossen worden seien. Dazu sei natürlich das Sanitätspersonal, an dem ohnehin schon Mangel vorhanden sei, zu iverthvoll. So habe der Krankenträgerdienst immer erst am C de des Gefechtes anfangen können, meist erst gegen Abend; und se. dann eben wegen der Dunkelheit and wegen des starken Regens, der — wie Redner in mehreren Gefechten wahrnahm — scheinbar infolge Geschützdonners ein- yetreten sei, recht schwierig gewesen. Auf einen Punkt wies der Redner dann als besonders wichtig hin. Es gäbe nichts Schädlicheres und Gefährlicheres für die Verwundeten, als mangelhafte Ausbildung und Vielgeschäftigkeit des Sanitätspersonals auf dem Schlachtfelde. Der erste Verband entscheide oft das Schicksal des Berwundeten. Redner hat namentlich in der kürkei Gelegenheit gehabt zu sehen, welches Massenelend durch zu vieles Untersuchen, Berühren und womöglich Sondiren der Wunde auf dem Schlachtfelde herbeigeführt werde. Auch in
Südafrika habe er namentlich nach der Schlacht bei Magers- fontein gesehen, in welch erschreckender Weise die Sterblichkeit der Verwundeten durch eine solche unrationelle Behandlung in die Höhe gerückt werde. So habe ihm einer der mangelhaft aus- gebildeten Krankenträger der Freistaatburen triumphirend erzählt, wie er den Finger in die Wunden eingeführt habe, um die Zersplitterungen der Knochen zu untersuchen, und wie er einem Mann, dem aus einer Granatspliiterwunde das Gehirn hervorgetreten sei, dasselbe mit dem Taschenmesser abgetragen habe. Die Folge sei gewesen, daß die Sterblichkeit nach der Schlacht bei Magersfontein eine ganz unverhältnißmäßig große gewesen sei.
Ans Stadt und Land.
Wiesbaden, 22. Oktober.
— Kaiser-Panorama. Die besuchteste Sehenswürdigkeit in unserer Stadt ist unstreitig dieses Kunstinstitut in der Mauritiusstraße; denn während man anderen Ausstellungen einen, höchstens zwei Besuche macht, zählt das Kaiser-Panorama Hunderte von Abonnenten, welche die wöchentlich wechselnden Serien regelmäßig besuchen. Die Vorzüglichkeit des Gebotenen fesselt jedes noch so verwöhnte Auge, denn die hier ausgestellten Glasphotos erscheinen in einer solch zauberhaften Farbentönung und Perspektive, dabei so wunderbar plastisch, daß man im höchsten Grade erstaunt ist. Dieses Panorama ist in der That der höchste Triumph der Kunst. — In dieser Woche ist eine ganz prachtvolle Reise nach dem paradiesischen Konstantinopel ausgestellt. Da das Panorama während der Nachmittagsstunden stets überfüllt ist, was bei der gegenwärtigen hochinteressanten Serie noch in größerem Maße der Fall sein dürfte, empfiehlt cs sich, dasselbe womöglich Vormittags von 10 bis 1 llhr zu besuchen, um sich dem Genüsse mit mehr Ruhe hingeben zu können.
— Eine eigenartige Lotterie, die durch die Art und den Werth ihrer Gewinne, sowie ganz besonders durch die ungewöhnlichen Gewinnchancen eine wohl einzig dastehende Stellung einnimmt, wird am 16. November in München gezogen. Der Prospekt, der unserer heutigen Nummer beiliegt, erzählt den Lesern das Nähere und zeigt ihnen zugleich Proben der Gewinne, die sie in jedem Fall davontragen. Wer nämlich in dieser Lotterie, di;.von der Münchener Künstlerschaft und der Secession, den Unternehmern der achten internationalen Kunstausstellung in München, veranstaltet wird, zwei Loose kauft, gewinnt in jedem Falle zu mindest eine der Heliogravüren, von denen eine Anzahl Proben in verkleinertem Maßstabe auf dem beiliegenden Prospekt wiedergegeben sind. Diese Heliogravüren, Kunstblätter auf starkem Kupfcrdruckpapier in Größe von 69 x 48, stellen Bilder von Franz v. Lenbach, Defregger, Kauffmann, Klaus Meyer, Löwith und anderen ersten Meistern dar. Diese fast wie Kupferstiche sich präsentirendcn Heliogravüren werden sich, eingerahmt, als Zimmcrschmuck vortrefflich bewähren. Aber neben diesen Gewinnen, von denen, wie gesagt, dem Käufer zweier Loose (eine gerade und eine ungerade Nummer) einer zu Theil wird, sind die Chancen des Spieles in der Kaus-Ausstellungs- lotterie selbstverständlich bei Weitem nicht erschöpft, denn es winken dort außerdem noch 860 Hauptgewinne, deren höchster einen Werth von 12,000 Mk. repräsentirt.
— Patentwesen. Herrn Fischerei - Direktor Bartmann hier wurde auf seine Erfindung unter Nr. 166,424, Sprungspiel mit durch besondere Färbung und fortlaufenden Nummern bezeichnten schrägliegenden Feldern, auf denen mit dazu gehörenden, durch Farben und Nummern unterschiedenen und verschieden gestalteten Figuren gespielt wird, das Patent ertheüt. Dieser Erfindung haben wir kürzlich näher gedacht. Das neue Spiel ist bei Führer, Kirchgasse, und Keul, Ellenbogcngasse, zu haben.
— Unsere Vögel. Wer ein Auge für Natur und Naturleben hat, der findet, daß unsere alten Bekannten, die gefiederten Sänger, die im Frühjahr und Vorsommer hier bei uns ihr Brutgeschäft und die „Erziehung" ihrer Kleinen besorgt haben, eine Wanderung nach dem Norden, zum Theil nach dem hohen Norden antretcn. Es sind dies besonders die Drosselarten, die Staare, Bachstelzen re. re., und wir sehen jetzt, wie dieselben so langsam zurückkehren, sich zum Theil hier kurze Zeit noch aufhalten und endlich den Unbilden der Witterung weichen. Auch unsere Amseln sind wieder hier, die im Nachsommer äußerst spärlich vorhanden waren. Auf dieser Wanderung sind die Vögel, und besonders die Drosselartcn, einer großen Gefahr
ausgesetzt durch den Fang in sogen. Dohnen. Man wende hier^
gegen nicht ein, es seien Zug- oder Strichvögel. Es sind unser« Vögel, die in u n s e r e r Heimath gebrütet worden, die u n s e r-e deutschen Wälder vor manchem schädlichen Insekt schützen, und sie bedürfen Schutz, mehr Schutz, viel Schutz..
Vereins-Nachrichten.
* Der „Manner-Turnverein" toftS am nachsKn Samstag, den 26. Oktober, mit einem großen Ball seine diesjährigen Winterveranstaltungen beginnen. Da laut Beschluß der letzten Generalversammlung der Ball nach dem Schauturnen ausfällt, so ist zu erwarten, daß der Besuch des Oktober-Balles ein sehr reger sein wird. Die Vergnügungskommission wird für die nöthige Unterhaltung sorgen. Nichtmitglieder können gegen vorherige Anmeldung eingeführt werden.
* Wiesbaden, 19. Oktober. Das „Militär-Wochenblatt' meldet: Möttau, Major im Nass. Feldart.-Regt. Nr. 27; unter Enthebung von dem Kommando als Adjutant bei der Feldzeugmeisterei, als Abtheilungs-Kommandeur in das Feld- artillerie-Regt. Nr. 66 versetzt. — Der Vicefeldwebel Heil im Landwehrbezirk Hersfeld zum Leutnant der Reserve des Füs.- Rcgts. v. Gersdorff (Hess.) Nr. 80, befördert. — Zum Stabsarzt befördert der Oberarzt der Reserve vr. Weintraud (Wiesbaden). — Zum Leutnant befördert der Fähnrich Achilles im Nass. Feldart.-Regt. Nr. 27. — Zu Fähnrichs befördert die Unteroffiziere Henke und Sonntag im Nass Feldart.-Regt. Nr. 27.
17. Biebrich, 21. Oktober. Gleich dem „Wiesbadener Männergesang - Verein", feierte auch der „Biebrich er Männe rgesang-Vercin" gestern in den Räumen der Wuth'schen Brauerei sein 60-jähriges Jubiläum. Der Verein, welcher im. März 1841 gegründet wurde, besteht äugen- blicklich noch aus etwa 70 Mitgliedern und ist der älteste Verein unserer Stadt. Die heutige Jubiläumsfeier gab erneut Zeug- niß, daß der' Verein seinen altüberlieferten Grundsätzen stets treu geblieben ist. Von den Gründern des Vereins lebt leider nur noch ein einziger, Herr Rentner Karl Hassenbach, Wics- badencrstraße, außerdem zählt der Verein zu seinen Mitgliedern, welche bereits über 25 Jahre demselben angehören, die Herren Ph. Braun, Hrch. Eckhorn, Friedrich Birlenbach, Martin v. Hayn, Christian Diener und Franz Vogt. Bereits im Januar 1842 gab der Verein sein erstes öffentliches Konzert im Saale des damaligen Hotels „Zum Rheinischen Hof", und im Februar 1842 fand die Weihe der neuen Fahne statt. Am 26. März 1844 nahm er an der großen Serenade gelegentlich der Ankunft Sr. Königlichen Hoheit des Herzogs Adolf von Nassau und seiner erlauchten Gemahlin, der Großfürstin Elisabeth von Rußland, in Gemeinschaft von 22 nassauischen Gesangvereinen -Theil. Im Laufe der Zeit betheiligte sich der Verein an vielen Wohl- thätigkeitskonzertcn, Jubiläumsfeiern und Fahnenweihen hiesiger und auswärtiger Vereine, und veranstaltete im Jahre 1870 ein Wohlthätigkeitskonzert zum Besten der Hinterbliebener der Mitglieder, welche zu den Fahnen geeilt waren und im Kampfe fürs Vaterland ihr Leben lassen mußten. Der Reinertrag des Konzerts waren damals 196 Gulden 36 Kreuzer, welche an 41 Personen vertheilt wurden. Gelegentlich der nach dem Kriege 1870/71 erstmaligen Anwesenheit Sr. Majestät Kaiser Wilhelms I. in Ems, im Jahre 1872, nahm auch der „Männergesang-Verein Biebrich" an der von 400 nassauischen Sängern dem deutschen Kaiser dargebrachten Serenade in Ems Theil. Alljährlich fanden Konzerte und Aufführungen statt, welche sich stets eines lebhaften Besuches zu erfreuen hatten. Doch auch schwere Zeiten erlebte der Verein. Nach etwa 26-jährigem Bestehen drohte sich der Zusammenhalt zu lösen. Die Mitgliederzahl war so gering geworden, daß eine Auflösung bevorfland, welche glücklicher Weise durch das rastlose und eifrige Bestreben des damaligen Vorsitzenden, Herrn Holzhändler Machcnheimer, vermieden wurde. Vielmehr warb der Verein neue Mitglieder und tüchtige Kräfte an, sodatz. er bald wieder in seiner früheren Blüthe und mit hoher Mitgliederzahl seine Thätigkeit aufnehmen konnte. Leider war in dieser traurigen Zeit auch die Fahne des Vereins manchen Unbilden ausgesetzt, und mußte man sich entschließen, an Stelle der völlig verwahrlosten alten Fahne eine neue anzuschaffen, welche am 12. September 1869 eingeweiht wurde. In den Tagen vom 13. bis 16. August 1892 feierte der Verein sein 60-jähriges Jubiläum, an welchem sich alle hiesigen Vereine betheiligten und bei welcher Feier dem erstercn große Ehrungen zu Theil wurden. Unter Anderem wurden gespendet von Sr. Königlichen Hoheit
noch jetzt schreibt man dem wärmenden weichen Hascnfell wohlthätigen Einfluß bei Rheumatismus zu. -
Daß der Hase auch als Wetterprophet bei Landlenten und Jägern gilt, ist bekannt; behält er lange Qeiijeht Sommerkleid, dann ist auch ein warmer langer Herbst zu erwarten, — hüllt er sich aber schon im Oktober in euren dicken rauhen Winterpelz, dann ist der Eintritt von zeitigem Frost zu befürchten.
Das zarte, wohlschmeckende und leicht verdauliche Fleisch des jungen Hasen war schon im Alterthnm kehr beliebt, und die Römerinnen huldigten dem Aberglauben, daß reichlicher Genuß von Hasenbraten die Schönheit vermehre. Unsere Damen theilen diesen Glauben wohl nicht, schätzen aber den Hasen deshalb nicht minder; — wenn onrch die Eröffnung der Jagd das Todesnrtheil über die wohlgenährten Landstreicher gefällt ist, dann ist iede Hausfrau bestrebt, einen wohlgespickten, braun und saftig gebratenen Hasen auf die Tafel zu setzen.
Aber wehe der Köchin, wenn sie vom Markte einen bejahrten Veteranen heimbringt, — alle Kochkunst ist ver- lelUickl Der Volksmund spricht:
„ „Ist der Hase frisch und jung,
Speist man ihn mit Begeisterung;
— Ist er aber zäh und alt.
Schmeckt er weder warm noch kalt."
Die Gefahr, ein altes Thier vom Händler zu bekommen, ist schwer zu vermeiden, wenn ihn die Hausfrau gleich fertig gespickt kauft; deshalb empfiehlt es sich, einen Hasen zu wählen, der noch in seinem Pelzrock steckt, und dann folgende Kennzeichn zu beobachten: Kann man ohne Anstrengung in die Ohren mit der Hand einen kleinen Schlitz reißen, und läßt sich die Haut zwischen den Ohren leicht vom Kopfe abheben, so ist der Hase noch jung. Bei alten Thieren läßt sich Beides nicht leicht thun; ^außerdem verräth sich ein alter Hase dadurch, daß die Krallen cm den Pfoten stumpf und sehr abgenutzt sind, was beim jungen Hasen weniger der Fall ist. Bejahrte Thiere haben
häufig auch ein altes Gesicht, an dem bisweilen schon « weiße Haare sichtbar sind. Es ist vortheilhafter, lieber etwas schwächere Hasen als sehr große und stark ausgebildete Thiere zu kaufen.
Durch einige Uebung ist es gar nicht so schwer, junge Hasen von alten mit ziemlicherSicherheit zu unterscheiden. — Will man einen Hasen bei Frostwctter noch mehrere Tage aufbcwahren, bevor er zubercitet wird, so darf er weder aufgebrochen, noch ausgenommen werden, — er ist sonst viel eher dem Verderben ausgcsctzt.
Aus Kunst und Festen.
- Frankfurter Stadttheatcr. (Spielplan.) Opernhaus. Dienstag, den 22. Oktober: „Die Hugenotten". Mittwoch, den 23., zur Hundertjahr-Fcier von Lortzings Geburtstag: Ouvertüre zu „Undine". Prolog von Prinz Emil Schönaich-Carolath, gesprochen von Fräulein Pollner. Hierauf: Gastspiel des Herrn Theodor Bertram: „Czar und Zimmermann" (Peter der Große: Herr Theodor Bertram). Donnerstag, den 24.: „Der Ring des Nibelungen"; dritter Tag: „Götterdämmerung". Freitag, den 26.: „Der Troubadour". Samstag, den 26.: „Der Zigeunerbaron". Sonntag, den 27., Nach
mittags 3% Uhr: „Der Trompeter von Säkkingen"; AbcndS 7 Ubr: „Die lustigen Weiber von Windsor". — Schauspielhaus. Dienstag, den 22. Oktober: „Schmetterlingsschlachi". Mittwoch, den 23.: „Die Journalisten". Donnerstag, den 24.: „Das Glück". Freitag, den 26.: „Die Fee Capricc". Samstag, den 26., zum ersten Male: „Wie die Blätter . . ." Sonntag, den 27., Nachmittags Sy 2 Uhr: „Die Fee Caprice"; Ab-nvs 7 Uhr: „Wie die Blätter . . ." Montag, den 28.: „Zwillingsschwester".
* Verschiedene Mitthcilnngen. Bei einem Konzert der „Liedertafel" in Aschaffenburg wirkte dieser Tage Hofschau- spieler F i s ch e r - S ch l o t t h a u c r aus Stuttgart als Reci- taior mit, während seine Gattin Mariane, geb. Schenk, eine Wiesbadenerin, einige Lieder vortrug. Das Künstler-Ebevaar,
i welches voraussichtlich in diesem Winter auch hier einen Vortragsabend geben wird, erzielte reichen Beifall.
18,000 Mar! sind als Ehrengabe für Wilhelm R a a b e zusammengekommen.
Die „Frankfurter Zeitung" vernimmt, daß in dem Zustande Emil D r a ch s , des einstigen Heldenliebhabers des Frankfurter Schauspielhauses, der sich seit einigen Jahren in der Heilanstalt Jllenau befindet, eine verhängnißvolle Wendung zum Schlimmen eingctreten ist.
Für Robert Franz wird in Halle a. S. ein Denkmal errichtet werden; der Eniwurf kommt von Prof. Schaper.
Die Erstaufführung von Rudolf Lothars Maskenspicl „König Harlekin" im Münchener Schauspielhause hatte im Ganzen lebhaften Erfolg, nur der letzte Akt fand gc- theilte Aufnahme.
Aus Berlin wird berichtet: Das Mctropoletheater erneuerte die Engagements von Josef Josephi, Emil Thomas und Bender auf mehrere Jahre. Diese drei Komiker beziehen für eine achtmonatliche Saison zusammen 108,000 Mk. Gage.
AuL Hamburg wird berichtet: „König Drosselbar i", dreiaktige Märchenoper von G. K u l e n k a m p f s, erzielte bei der Erstaufführung im Stadttheatcr einen durchschlagenden Erfolg. Der Komponist wurde oftmals gerufen.
Die Friedrich Hebbel-Stiftung in Kiel wurde im Jahre 1893 durch die Wittwc des Dichters ins Leben gerufen. Bis zu seinem Tode führte Claus Groth den Vorsitz, welchen jetzt der General-Intendant der Königlichen Theater in Berlin, Graf Botho v. Höchberg, übernommen hat. Es ist nunmehr bestimmt zu erwarten, daß das seit 1898 auf privatem Wege gesammelte Kapital von rund 10,000 Mk. jetzt bald durch die klnterstUhung der großen Theater die in den: Statute vorgesehene Höhe von 30,000 Mk. erreichen wird, um für die deutsche Litteraiur und Kunst nutzbar gemacht zu werden.
Die Mitglieder des Deutschen D o l k S t h e a t e r s in Wien beschlossen in geheimer Versammlung, in Stücken von
1 Hermann Bahr nicht mehr anfzutreten. weil er als Kritiker sie abfällig beurtheilte. Auch ein Grund
