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Samstag, 12. Juni 1915.

Kbend »Ausgabe.

Nr. 268. ♦ 63. Jahrgang.

Der Kries.

Der Tagesbericht vom 12. Juni«

1\-B. Großes Hauptquartier, 12. Juli. (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

abgeschlagene Angriffe im Nordwest^u Lehr erhebliche französische Verluste der Ecurre.

Feindliche Angriffe in den Dunen nordöstlich »»»«''«' Port und bei Manne-Kensvere, auf dem Osthang der L o - e t t - h - h e und gegen S-uch-z wurden abgeschl°«°n.

In dem Nahkampf nördlich Ecur.e <Labhrtntw setzten die Franzosen gestern irisch- Kräfte zum Angriff elm t?s gelang den Feind am Nachmittag vollkommen aus

neuer Borstoß der Franzosen brach rm ^nfanter,^ feuer zusammen. Der z u r ü ck f l u t e n d e Fernd erlM

s e b r e r h e b l i ch c B e r l u st e.

Bei S c r r e sind wir aus unseren rückwärtigen Stellungen w i e d er im B o r g e h e n.

Destlicher Kriegsschauplatz.

Russische Stellungen nördlich “ nö

an der «awka gestürmt. 6S0 Gefangene.

An der Dubissa in Gegend Z-ginie und Pctigola

mißlangen russische Vorstöße.

Nördlich Praschuüfch griffen unsere Truppen an, stürmten eine russische Stellung und nahmen Io« 9 « 8t.

fangen, einige Maschinengewehre und Minen-

^ der Rawka, halbwegs Bolimow Sachaczcw, brachen wir in die feindlichen Stellungen ein. B,s letzt wurden 5v» Russen gefangen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Erneutes Vordringen der klrmee v. Linsingen. Zurawno wiedergenommen.

Oestlich Przemhsl ist die Lage unverändert

Die Armee des Generals von Linsingen hat den von Norden her gegen ihren Flügel vorgehende» F-'nt' °nge. griffen. Zurawno, das vor dem Anmarsch russ,scher Kräfte vorgestern geräumt worden 'st wieder ge- n o m m e n und der Gegner in dre Brückenköpfe brr M e li­tt i Sk a (nordwestlich Zurawno) und Zydarzow zuruik-

^^Feindliche Angriffe bei H a l i r z und auf S t a n i s l ° u wurden abgcwiescn.

Oberste Heeresleitung.

Das Oardanellenrrnternehmen und Italien.

Von General d. Inf. z. D. v. Blume.

Das Dardanellenunternehmen unserer Gegner ver­stößt gegen wichtige Grundsätze der Kriegskunst. Zu­nächst gegen .den Grundsatz, nicht Kräfte für ent­fernte Nebenzwecke zu verwenden, deren man zur Sicherung des Erfolges bei einer Handlung von entscheidender Bedeutung bedarf. Sind unsere Gegner sicher, mit einem Überfluß von Kräften rechnen, zu kön­nen? Ein Hauptgrundsatz fordert Übereinstimmung zwischen Zweck und Mittel. Voraussetzung hrersur ist Klarheit über den in Frage stehenden Zweck, her einem gemeinsamen Unternehmen Verbündeter also Überein­stimmung über das zu erstrebende Ziel. Nutz stan d jedoch erstrebt zwischen dem Ägäischen und dem Schwar­zen Meer ein weiteres, größeres Ziel, als unt den In­teressen seiner Verbündeten vereinbar tst. Das muß bei Durchführung des Unternehmens zu Reibungen ernstester Art führen. Aber auch da» Nächstliegende gemeinsame Ziel, die Öffnung der Dawa- nellen zu erzwingen, ist, wie die Erfahrung mzwilchen erwiesen hat, mit den ursprünglich, dafür m Aussicht genommenen und eingesetzten Kräften nicht er-

re i ch b a r. .

Ein nach vierwöchiger Vorbereitung am 18. Marz unternommener Versuch, mit einer starken englisch-fran­zösischen Flotte die Dardanellen gewaltsam zu durch­brechen, scheiterte unter so schweren Verlusten, daß er seitdem nicht erneuert worden ist. Nun verfügen zwar England und Frankreich zusammen über eine so ü b e r- Iegene Schiffszahl, daß ihnen der Ersatz der ver lorenen Schifte kannr Schwierigkeiten bereiten kann. Allein nachdem vor kurzem zu nicht geringer allge­meiner Überraschung deutsche Unterseeboote vor den Dardanellen erschienen sind und in den Tagen vom 27. Mai bis 2. Juni drei große Kampftchifte und einen großen Hilfskreuzer der feindlichen Flotte ver­senkt hä>en, scheint die durch die vorhergegangenen Miß erfolge bereits verminderte Unternehmungs lu st der letzteren auf ein sehr geringes Maß herab gesunken zu sein. Die russische Schwarzmeerflotte aber wird durch die türkische, zu der unser großer Kren- zer „Goeben" und die „Breslau" gestoßen sind, tn Schach gehalten, wäre auch ohnedies unfähig, den Ein gang zum Bosporus zu erzwingen.

Auch die Versuche, die Davdanellenforts durch An­griff von der L a n d s e i t e zu überwältigen- sind ms- her gänzlich gescheitert. Einem sranzostlch-eng.->chen aiftche'inend hauptsächlich aus K olo nicaItru pp in der Stärke von 60 000 bis 80 000 Mann gebudew Landungskorps ist es zwar 2 m 27. und 28. Avril seutn- gen, auf der Halbinsel Gallipolr unter bem^cnJ? des Feuers der Flotte an z w e i Punkten der Suchpitze Fuß zu fassen und sich zu behaupten. Allein, aus, WJ engen Raum beschränkt, feindlichem Artillerieseuee, auch vom anatclischen Ufer her, beständig, ausgesetzt, für ihren Unterhalt lediglich auf die Hilfe .der Flotte angewiesen, befinden sich die gelandeten Truppen dort in schwieriger Lage, und alle ihre Versuche, vor­wärts Boden zu gewinnen, sind bisher unter schweren Verlusten von der starken türkischen Streitmacht zu- rückaewiesen worden, die ihnen in gut befestigrer Stellung nahe gegenüber steht. Zur Abwehr etwaiger anderer Angriffsversuche auf Konstanftnopel oder aus die Befestigungen der Meerengen von der Landseite, fti es auf dem europäischen oder astatischen Ufer, yaii die Türkei zahlreiche sehr achtbare Streitkraste bereit. Woher wollen England und Frankreich die Kräfte nehmen, um alle diese Schwierigkeiten zu uberwinden? Wie sie heranführen und wo sie entsetzenRuß tag o könnte mit Landstreitkräften incht ausheffenselbst wenn es solche dafür übrig hätte, wett es das Schwarze Meer nicht beherrscht und der Landweg nach Kon­stantinopel ihnen versperrt ist. ^ nr ^

BLan begreift unter Liesen Umstanden me Anstren­gungen, die unsere Feinde gemacht haben und wohl noch machen, mn wenigstens einen oder den anderen der Lalkanstaaten zu bewegen, .daß er fern Dasein aufs Spiel setze, uni ihnen die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Aber nachdem sie sich bisher darum vergeblich beworbeii haben,., ist heute, nach schweren Niederlagen Rußlands, die Mog lichkeit. daß einer jener Staaten der Versuchung er liegen könnte, wohl als äußerst unwahrscheinlich zu be-

^Büibt nur noch die Frage, wie das skrupellose Italien sich zu dem Dardanellenunternchmen stellt. Die Aussicht auf einen Judaslohn m Klein­as i e n mag ihm verlockend erscheinen. Und ob es die benötigten drei Milliarden erhalten wird, ahne die Finger ins Feuer zu stecken, mag zweifelhaft sein. An- dererseits hat sich auch die für Italien mit ftinem Tveubruch verbundene Gefahr durch die russischen Niederlagen und die daraus entspringende Entlastung der Zrntralmächte so gesteigert, daß es einem Ä et o st- m o r d gleichkommen wüvde, wenn es nennenAverle Kräfte für hoffnungslose Kr^gfuhrung gegen die Türkei verwenden wollte. Mer es mag scheu, wie es aus dem Dilemma herauskommt, uno unseren anderen Gegnern bleibt die Wahl, ob sie sich mit ihrem Dardanellenunternehmen weiterhin blamie­ren wollen, indem sie es fortsetzen oder indem sie ej ausgeben.

folgenden Wortlaut hat: „Die königlich italienische Regierung hat unter dem 26. Mai d. I. die Küsten Österreich- Ungarns sowie den Teil der Küste A lbaniens, der von der montenegrinischen Grenze bis Kap Kephali sich erstreckt, für blockiert erklärt. Am 30. Mai d. I. wurde die gegen Albanien gerichtete Blockade auf den zwischen der montene­grinischen Grenze und Aspri Ruga-Strad Manche gelegenen Teil der Küste eingeschränkt. Die k. k. Regierung stellt fest, daß die Blockade, wie sie mittels dieser Deklaration ver­hängt wurde, den Anforderungen des Völkerrechts nicht ent­spricht und als n: chtig zn betrachten ist. Wenn die könig­lich italienisch? Regierung einen Teil der albanischen Küste für blockiert erklärt/verletzt sie zunächst die Rechte eines Staates, dessen Souveränität und Neutralität von Italien ausdrücklich anerkannt mrd garantiert worden ist, wie dies aus dem von der Londoner Botschafterkonferenz am 20, Juli 1913 angenommenen Status für Albanien. hervor­geht. Da ferner der als blockiert erklärte Teil der albani­schen Küste von österreichisch-ungarischen Land- oder See- Vreitkräften keineswegs besetzt ist, widerspricht die besagte Blockade auch Artikel 1 der Londoner Deklaration vom 26 Februar 1909, wonach eine Blockade auf feindlicho oder vom Feinde besetzte Häfen und Küsten- beschrankt zu jetii hat. Bon einer solchen Besetzung könnte auch dann nrchl die Rede sein, wenn, wie bei dieser Blockadedeklaration be­hauptet wird, einige albanische Häsen den österreichisch-ungar.. sche.i Marinobehörden zur heimlichen Versorgung ihrer see- sireitkräfte dienen würden. Diese jeder Grundlage entbehrende oder, besser gesagt, einfach erdichtete Behauptung Hai ossenbar nur den Zweck, der Blockade eines Teiles albani- ichen Küste und damit der Fixierung der Sperrlmie welchL nach der erwähnten Blockodedeklaration vom Kap Otranto iiam Aspri-Rnga verläuft, einen Schein der Berechtigung zu geben. Sowie diese Sperrlinie fixiert wurde, er,chemt rn die blockierten Zonen auch nicht blockiertes italienhck^s und montenegrinisches Gebiet einbezogen. Selbst wenn aber des weiteren die Blockade die angegebenen Mangel nicht austviche, wäre sie schon desbalb nicht r echtsverb i ndlich, weil st- entgegen Artikel 8 und 11, Ziffer 2, der Londoner Dekla­ration'den lokalen Behörden in Österreich-llngarn nicht notl- i,ziert worden ist. Im Hinblick auf diese Feststellungen legt Re k. k. Regierung in Ansehung der angeblichen Blockade kategorisch Verwahrung ein."

vis Spionenjagd in Italien.

Berlin, 12. Juni. (Ktr, Bln.) Die Verhaftung von an­geblichen Spionen dauert in Italien fort, ebenso die Frem» denjagd. , .

Französische Spcziattruppen beim itaftenhchen Hrn.

Berlin, 12. Juni. (Ktr. Bln.) Nach einer Depesche aus Genua wird die Zahl der dort cingetroffenen franMsischen

V2)£rmCI lUlLU UIU vvi. w*.». -ii ' ' . ^

Soldaten auf 1500 Oangcgeben. Es sollen durchweg «pezial- truppen für Dienstzweige sein, an denen stauen Manger

reidet.

Ein großer russischer Torpedobootszerstörer von der „Vreslan"-Midilli vernichtet.

w. T.-B. Konstantinopel, 11. Juni. (Nichtamtlich.) Bei einem Gefecht in der letzten Nacht ^ Schwarzen Meere versenkte der türkische Kreuzer „Mrdrül emen großen russischen Torpcdobootszerstörer und kehrte un­beschädigt zurück.

Die deutschen Flieger an den Dardanellen.

Sofia, 12. Juni. (Ktr. Bln.) Die deutschen Flieger be­unruhigen die rückwärtigen Verbindungen der englischen und französischen Landungsarmeen auf den In,ein durch tägliche Angriffe stark. Vor einigen Tagen warfen drei Flugzeuge ruf den Hafen von Mudros Bomben, die explodierten und in dem dortigen Magazin Brände ver­ursachten. _

(Eine Prämie für das erste vernichtete rtalrenrschs Kriegsschiff.

Berlin, 12. Juni. .Ktr. Bln.) Aus Leitmeritz wird der „Deutschen Tageszeitung" berichtet: Der . lü^Oe^rein

Schlaraffia hat 10 000 Kronen für das ostcrrelchftch-un- aarische oder deutsche Kriegsschiff aufgesetzt, da^ ata erstaA eilt italienisches Kri egs fahr z eu g vernichtet. ^

Der Krieg gegen Italien.

Ein italienisches I)-Poot von einem öster­reichischen U=Boot torpediert!

W. T.-B. Wien, 11. Juni. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet: Das italienische Unterseeboot ,,Mcdu,a

ist durch eines unserer Unterseeboote in der Mrdadrta torpediert und versenkt worden. 2 vsslztere, 4 Mann gerettet und gefangen. Flottcnkommando.

Es ist unseres Wissens das erste Mal seit deni Be­stehen der jungen Unterjeebootwafte, daß ein Untersee­boot das andere torpediert und versenkt hat. Die so glücklich operierende Marine unserer Verbündften darf inan zu dieser Tat ganz besonders beglückwünschen.

Die Nichtigkeit der italienischen Vlockade- Erklarung.

Die Berwahrnnq der k. k. Regierung in einer Rundnotc.

W. T.-B. Wien, 11. Juni. (Nichtamtlich.) Die k. und k. Regierung hat unter dem 9. Juni 1915 an di? fremden Regie­rungen eine Verbalnote gerichtet, die In deutscher Übersetzung

Der Urieg gegen England.

weitere neue Opfer unserer H-Boote.

W. T.-B. London, 11. Juni. (Nichtamtlich. Mel­dung des Reuterschen Bureaus.) Dre russische Barr „Thomusina" wurde auf der Ausreise in der ver­gangenen Nacht von einem Unterseeboot torpediert. Dre Besatzung ist gerettet und wurde in Queeustown ge-

Itltt w!T.-B. London, 12. Juni. (Nichtamtlich.) Fol­gende Schiffe sind noch durch Unteffeeboote versenkt worden: „Laurestina" und „Edward Wel^ fare" aus Lowestoft, „Letty" und „Cardrff" aus

® rt W T^-B London, 12. Juni. (Nichtamtlich, Reuter.) Der schwedische Dampfer „Otago" ist torpedrert wor, den, die Besatzung landete in Shields.

W T -B London, 12. Juni. (Nichtamtlich.) Der russische Dampfer „Da n ia" aus Archangelsk 'st in der Nordsee durch ein deutsches Unterseeboot ver,enkt

-B. London, 12. Juni. (Nichtamtlich.) Die französische Bark „La Liberty" ist mit einer Ladung Kohlen auf der Höhe von Lundh-Jsland von crnenr Unterseeboot durch Bomben zerstört worden.

Die englische arbeiterbewegung.- Erncutc Krisis im Kohlenbergbau. — Ausstand in der Textilindustrie.

W. T.-B- London, 12. Juni. lNichtamtlich.) In den! Kebkengruben von Südwalcs ist abermals eine KristS entstanden, da die Verhandlungen über ein neues Lohn­abkommen dadurch völlig scheiterten, indem dis Arbeitgeber einen Antrag der Arbeiter auf eine Revision deSj

bisherigen Abkommens abgelehnt haben.

W T-B. London, 12. Juni. (Nichtamtlich.) Tue Arbettev einer T e.x l i l i n b ujtr i e in Rochdale sind in den A v-'-