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Bon L Uhr morgens bis 8 Uhr abends, außer Sonntags.
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Für die Aufnahme von Anzeigen an vorgelchriebenea Brrliu-Wilmersdorf Günhelft». 68. Ferufpr.: Amt Uhl-Nd 450 u. 451. Lagen und Blitzen wird keine Gewahr übernommen.
Der ttrieg.
Der Tagesbericht vom 11. Juni.
w. T.-B. Großes Hauptquartier, 11. Juni. (Amtlich.)
westlicher Kriegsschauplatz.
Die erfolglose französische Offensive.
Feindliche Borstöße nordöstlich der Lorettohöhe sowie wiederholte Angriffe gegen unsere Stellungen nördlich und südlich von Neuville scheiterten. Der Nahkampf in den Gräben nördlich von Ecourie dauert noch an. Südlich von Heburterne und her Beaumovt wurden feindliche Angriffe gestern und heute nacht abgewiesen. Nur am Wege S e r r e- Mailly erzielten die Franzosen einen unbedeutenden Fortschritt. Die in der C h a m p a g n e am 9. Juni eroberten Gräben versuchten die Franzosen uns gestern abend wieder zu entreißen. Mit starken Kräften und in breiter Front griffen sie nördlich von Le Mesnil bis Beau S jour an. Der Angriff brach unter schwer- st e n Verlusten für den Feind gänzlich zusammen. Erneute nächtliche Angrisfsversuche wurden bereits im Keime erstickt.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Abgewiesene russische Angriffe.
Au der unteren Dubissa, nordwestlich Eiragola, wnrden mehrere ruffische Angriffe abgewiiesen. Der Feind verlor hierbei 300 Gefangene.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Die Lage bei den in Galizien kämpfenden deutsche« Truppen ist unverändert.
Oberste Heeresleitung.
Der österreichisch» ungarische Tagesbericht.
W. T.-B. Wien, 11. Juni. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 11. Juni, mittags:
Russischer Kriegsschauplatz, vie Armee Pflanzer-Valtin im Vordringen am Vnjestr.
In Südostgalizien und in der Bukowina fetzten die verbündeten Armeen den Angriff gegen die noch südlich des Dnjestr stehenden russischen Kräfte erfolgreich fort. Die Truppen der Armee Pflanzer-Baltin warfen den Gegner aus den Stellungen nördlich O t t y m i a bei Obertyu und Horo- denka zurück und sind im Vordringen am Dnjestr, dessen Sndufer die Ruffen noch zu halten versuchen. Knapp östlich Tschernowitz, an der einzigen Stelle, wo die Ruffen noch am Pruth stehen, wiesen unsere Truppen de» Angriff des Feindes nach kurzem Kampfe ab.
Im übrigen ist die Lage im Norden unverändert.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Zusammengebrochene italienische vorstötze
Geschützkamps im Tiroler Grenzgebiet.
Vorgestern und gestern wurden sämtliche Angriffe der Italiener auf allen Fronten abgewieseu. Ein neuerlicher, gegen den Teil des Görzer Brückenkopfes gerichteter Vorstoß brach im Feuer dalmatinischer Landwehr zusammen. Ebenso erfolglos blieb ein Angriff des Feindes nördlich Ronchi. Der Artilleriekampf an der Jsonzofront dauert a«. An der Kärntner Grenze wurde gestern nachmittag ein starker gegnerischer Angrffs auf den Freikvsel und ein schwächerer beim Wolaher-Sce abgeschlagen. In Tirol schefterte ein Vorstoß einer bei Cortina d'Ampezzo eingebrochenen italienischen Brigade an unseren Stellungen bei Peutelstein. Neuerliche Angriffe in dieser Gegend und nächtliche Kämpfe bei Landro endigten gleichfalls mit einem Zurückgeh e n d e s Fe i n d e s. Im übrigen Tiroler Grenz gebiet fanden ununterbrochener Geschütz kampf und für unsere Waffen erfolgreiche Scharmützel
^ Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer» Feldmarschalleutnant.
Der Krieg gegen Italien.
Der Kampf in den Tiroler Pässen.
W. T.-B. Wien. 11. Juni. (Nichtamtlich.) Der Kriegs- bemchteritatler der „Neuen Fr. Pr." meldet vom Tiroler Kriegsschauplatz: Im Tonaligobiet weifen unsere
Truppen allenthalben kleinere feindliche Angriffe ad. An dem Forcelrna-Montozzo- und Tolina-Paß selbst wurden je eine italienische Kompagnie a u f g e r i e b e n. Ein Alpunbataillou und vier Konipagnien griffen den Paß Para Diso an, wurden aber unter Mitwirkung unserer Bergartrllerre zurückgeschlagen, wobei der Feind mindestens 100 Mann verlor. Ein italienischer Major nnd zwei HauytLutr find schwer verwundet, zwei Leutnants tot, zwei
Hauplleute, ein Arzt und 35 Mann wurden gefangen. Unsererseits gab es drerSchwer- und fünf Leichtverwundete. Ern italienischer Verwundeter erschoß meuchlings einen unserer Soldaten, der ihn bergen wollte.
weitere Einzelheiten zur Zerstörung der „Tittü di Zerrara".
Die Bestechungsgelder des Kommandanten.
W. T.-B. Wien, 11. Juni. (Nichtamtlich.) Die Blatter melden aus Graz: Die Gefangenen von der Be satzung des Lustschiffts „Cittä di Ferrara er zählen, daß ein Offizier und ein Mann mit dem Luftschiff verbrannt seien. Der Kommandant des Schiffes hatte 80000 Kronen österrerchrsch es Geld bei sich, um im Falle einer unsrerwllllgen Landung die Besatzung durch Bestechung m Srcherhert bringen zu können.
Italienische Nöte und Sorgen.
Keine Entsendung von Truppen an die französische Front! — Die Irreführung durch Rumänien. Der Ausstand in Libyen.
Lugano, 11. Juni. (Von unserem Sonderbemchterstatter.) Alle Anzeichen sprechen dafür, daß Italien augenb lickli ch nutzt daran denken kann, Truppen nach Frankreich zu schicken, wre das zweffellos ursprünglich in der Absicht lag. Nach der Schwer gekommene Reisende aus Italien berichten zuverlässig. daß Infanterie und Artillerie aus dem Piemon- tefischen für den Transport nach Fvarrkrerch bereitgestellt war, viele Offizierfaurüieu hatten schon für eine Reise nach Frankreich zum Besuch der Kurorte südlich von Lyon ihre letzten Vorbereitungen getroffen. Sie wollten ihren Angehörigen in der Armee dort soviel als möglich nahe sein. Un erklärlicherweise blieben die Truppen in jenem Gebiet rn ihrer Garnffon zurück, bis plötzlich die Order kam, daß sie nunmehr ebenfalls nach der Nordostfront gehen muffen, wo Hilfe dringend notwendig erscheint. Dieselben Familien, die vordem das südliche Frankreich als Reiseziel aus, erschen Hutten, schicken jetzt auf einmal ihre Koffer nach der Ostschweiz, nach dem Tessin und Graubunden. Außer jeder Frage steht, daß Cadornas mit Joffre bereits festgelegter Feldzngsplan in den letzten Tagen eine Revision erfahren mutzte, die auf mannigfache Schwierrg- kwiten znrückgesührt wird, die Cadorna an der österreichischen Front vorgefunden hat. Auch die Haltung Rumäniens scheint Einfluß auf diese Änderungen gehabt zu haben. ««Bildete Italiener aus den Kreisen der Finanz lassen hier in Lugano keimen Zweifel, daß die römische Regierung sich durch Rumänien habe in die Irre führen lassen. Dieser Umstand soll auch in erster Linie die Regierung bewogen haben, es vorerst noch nicht zum Kriege mit Deutschland kommen zu baffen. Hatte Rumänien eiugegrisfen, so wäre die Kriegserklärung aus Rom längst nach Berlin gegangen. Aber unter den gegenwärtigen Umständen zieht man es vor, eine abwartende Haltung einzunehmen. Um einen Kriegsgrund wäre man nicht in Verlegenheit. Die Meldungen aus Libyen lauten von Tag zu Tag düsterer. In Mailand hält man an der Veffion fest, daß Italien vorerst seine afrikanischen Besitzungen im Stich lassen will, um sich mit ganzer Kraft gegen Österreich zu wenden. Den Kriegsgrund gegen die Türkei hätte man mir den Ereigniffen in Libyen ge fnnden. Allein man bangte davor, mit der Kriegserklä rung die ganze libysche Misere der Welt offenbar werden zu laffen.
Rutzland rechnet mit der Niederlage der Italiener.
Br. Wien, 11. Juni. (Eig. Drähtbericht. Ktr. Bin.) „Rutzkoje Invalid" meint, die italienische Armee würde vor der Überlegenheit der deutschen, österreichischen und ungarischen Truppen voraussichtlich eine Niederlage erlerden. Es gehöre zu den militärischen Methoden der Zentral- mächte, die empfindliche Seite der Gegner herauszufinden. Diese Taktik hätten sie den Russen gegenüber angewandtz und würden es nun auch gegenüber Italien tun.
Hiernach traut man also dem Verbündeten, auf den man doch so große Hoffnungen setzte und der die Entlastung in Galizien hÄersühren sollte, herzlich wenig zu.
windthorst über Mephisto Italien.
Es ist nach Italiens Treulbcuch von besonderem Jntereffe, zu lesen, wie Windthorst schon vor mehr als vierzig Jahren über unser Bürrdnrs mit Italien geurteilt hat. Es war am 17. Januar 1873, als, wie die ..Germania" erinnert, der Zentrumsführer mn preußischen Abgeordnetenhaus bei der ersten Beratung des Gesetzentwurfs über die Vorbildung und Anstellung der katholischen Geistlichen eine Rede hielt und »aber auch die von anderer Seite nachdrücklich empfohlene „Allianz" mit Italien (die Vorläuferin des späteren Dreibundes) kritisch beleuchtete. Dabei sagte er über dieses Bündnis folgendes:
„In der Tat, meine Herren, das ist nicht zweifelhaft, die italienische Allianz ist der Uranfang alles Unglücks, welches übe: Deutschland kommt. Sie nennen es Glück — ich nenne
cs llnglück, und die Zukunft wirdmir recht geben.
Es ist eine Allianz wie zwischen F a u st und M e p h i st o, und wir in Deutschland spielen die Rolle des Faust. . . Ich bin allerdings der Meinung, daß, so lange diese italienische Allianz dauert, wir zur Ruhe nicht kommen, und Europa auch nicht." (Ausgewählte Reden von Dr. Windthorst, Osnabrück 1903, 1. Band, S. 103 f.)
Diese scharfsinnige Beurteilung unseres Bündnisses mit Italien rst gewiß ein Beweis für den politischen Werrblrck des genialen Staatsmannes und Parlamentariers.
Auch der vor Jahresfrist ermordete österrerchfiche Thrrm- folger Erzherzoge Franz Ferdinand hegte gegenüber der Festigkeit und Zuverlässigkeit unseres Bündnisses mit Italien stets ernste Zweifel. Als er im Sommer 1913 mit einem reichsoeutschen Geistlichen in einem Jagdschlötzchen am Pnag- ser Wildsee weilte und sein Blick auf das dort in einem Zimmer Hangende Bild des jetzigen Königs von Italien fiel, icrgte er, der „Köln. VolkSztg." zufolge, mit bezeichnender Geste zu
dem Geistlichen: .... , - .
„Das ist unser Freund!! Wenn nur nicht einmal tn der Stunde der Gefahr Deutschland und Österreich-Ungarn von Italien im Stich gelassen werden!" ^
Die welsche Tücke des „italienischen Mephisto ist von dem „Advokaten der Camorra" S alandra nun in die Tat um- gesetzt worden. ,,
Die günstigen Aushebungsergebniffe in Lsterreich- Ungarn. . „ _ _
W- T.-B’. Wien, 11. Juni. (Nichtamtlich.) Die günstigen Ergebnisse der letzten Musterungen, unterstützt durch die Wer- prüsung der bisherigen Enthebungen, ermöglichen es, den für den 21. Juni 1918 in Aussicht genommenen Ernberusungs- termin der Geburtsjahrgänge 1878 bis einschließlich 1886 der österreichischen Landsturmpflichtigen und bosuisch-herzegowrnt- schen Dienstpflichtigen in Evidenz der zweiten Reserve aus den 18. Juli hinauszuschieben.
Tie neue Ernteversorgung in Österreich-Ungarn.
W- T.-B. Budapest, 11. Juni. (Nichtamtlich.) In dev gestrigen gemeinsamen Ministerkonferenz wurde eine grundsätzliche Einigung erzielt über die Staats maß nahmen zwecks Versorgung der Bevölkerung nnd der Armee, durchmie neu« Ernte. __ _ __ r>
Der Handelskrieg gegen England.
Die amerikanische Note überreicht.
\V T.-B. Berlin, 11. Juni. (Nichtamtlich.) Die Abendblätter melden, daß die Antwortnote Wilsons m der „Lusitania"-Frage heute mittag gegen 1 Uhr vom Botschafter Gerard hu Auswärtigen Amt überreicht worden rst.
vor der Veröffentlichung der amerikanischen Note
Br. London, 11. Juni. (Eig. -Drahtbericht. Ktr. Mn.) (Post.) Über den Umfang und Inhalt der amerikanr- i'räen Sio 1 5werden in mehreren Blättern die verschiedensten Informationen veröffentlicht, die aber kaum auf irgend welcher positiver Grundlage beruhen. Der Wahrheit am nächswu komiut wahrscheinlich eine Meldung des „Daily Telegraph > die besagt, Laß die Note in ganz besonderem und über Erwarten ruhigem und höflichen Ton «Sjtfo&t fti, den amerikanischen Standpunkt der ersten Note WchonS zwar ber- beyalte. jedoch der Inhalt so zugeschnitten sei dah Raum zu weiteren Verhandlungen zwischen Deufichland und Amerika gefunden lverden könne. Das Blatt warnt vor ubertvockbenen Hoffnungen auf erne Zuspitzung der Lage zwischen Washmgicm
Berlin, 11. Juni. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Ww.) Die „Boff. Ztg." meldet: Die amerikanffche Note über me „Lufitania"-Angelegeicheit enthält 9 Absätze. Der ive(entliche Inhalt wird wohl erst morgen bekanntgegÄben werden können, zumal ihn die amerikanischen Blätter erst heule früh ver- öffenllichten.
vie veantworlung wird warten müffen!
Sr. Berlin, 11. Juini. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Die
Beantwortung der amerikanischen Note wird, wie die „Boss. Ztg." erfährt, längere Zeit in Anspruch nehmen. Sicher ist, daß sic nicht vor 14 Tagen fertig sein kann.
wie man in Amerika die Wahrheit zu unterdrücken sucht.
W. T.-B. New York, 11. Juni. (Nichtamtlich. Reuter.) Die Federal Grand Jury ordnete nach der Zengemrussage des deutschen Reiervisten Gustav Stahl dessen Verhaftung wegen Meineidsvrrdachts an, weil er erklärte, daß er auf der „Lusitania" Kanonen ausgestellt gesehen habe.
vrqan appelliert an die Amerikaner.
Br. Lugano, 11. Juni. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der „L.-A." berichtet: Bryan richtete einen Aufruf an das amerikanische Volk, worin er erklärt, die Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und Wilson seien ans »wer ver- schiedcne Systeme znrückzuführcn, das alte, das sich aus Gewalt und das neue, das sich auf neue Überredung stütze. Bryan appelliert an das amerikanische Volk, es solle die Völker aus der schwarzen Kriegsnacht an das Tageslicht überführe«, wo die Schwerter zu Schlagmeffern umgeschaffen werden. Bryan wird heute weitere Aufrufe an das amerikanische Volk richten. Demnach scheint es, als ob Bryan, der mächtige Volksredner, in der Tat zugunsten des Friedens eine Bewegung cinleiten wolle.
Deutschlands Recht.
Br. Haag, 11. Jirui. (Eig. Drähtberichl. Ktr. Bln.) ^Einer Reuternreldung aus Washington zufolge erklärte Deu-tschtand m Beantwortung der amerikarüschen Note über die Versenkung des ameriAnischen Schiffes „W illiam-Frye"
