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Verlag Langgasse ^ 12 BUSQd^Stl« „Tagdi-tt-H-us" Nr.ssso-sz.
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„Tagblatt-H«us".
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Freitag, 11. Juni 1913.
Morgen-Kusgabe.
Nr. 265. » 63. Jahrgang.
W enMer Aeuzec durch ein SstemichM II-Boot vernichte!.
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Die Heldentat
des Linienschiffsleutnants Lingule.
W. T.-B. Wien, 10. Juni. (Nichtamtlich.) Unter» sreboot IV., Kommandant Linienschiffsleutnant Singule, hat am 9. Juni, vormittags, 30 Merten westlich von San Giovanni di Mcdua, emen eng» li scheu Kreuzer, Typ „Liverpool, der von 6 Zerstörern geschützt fuhr, torpediert und ver- f c n f t. Flottenkommando.
Kaum hat ein österreichischer Flieger das italienische Luftschiff „Clttst di Ferrara" vernichtet, da brmgt der Draht die Meldung von einem weiteren osterrerchff^n Erfolg, zwor nicht zur Luft, dafür aber zu Wasser. Wrr erinnern uns noch, wie vor Monaten schon ernmat ein österreichisches Unterseeboot gegen d:e Ostkuste der ApenninenhalLinsel vorstietz und dort dmir franzomchen Panzerkreuzer „Leon Gamibetta" den Todesstoß versetzte. Und nun ist abermals ein Unterseeboot w>n der dalmatinischen Küste ausgezogen, nur daß es sich dies- »mcrl einen englischen Kreuzer vom Typ „Liverpool zum Opfer erkor. Ob es gerade dieser Kreuzer war, steht bis zur Stunde noch nicht fest, jedenfalls aber war es einer derselben Klasse angehörig, zu der außer dem Genannten noch die Kreuzer „Newcastle", „Gloucester , „Glasgow" und „Bristol" gehören, von denen aber der bei dem Seegefecht mit dem Geschwader des AÄrmrals Spee an der' chilenischen Küste mindestens stark beschädigte Kreuzer „Glasgow" wohl von vornherein ausscheidet, da ja aus leicht begreiflichen Gründen von der englischen Admiralität nähere Mitteilungen ausblwben. Jedenfalls handelt es sich dabei um em erst sechs Iahte altes Kriegsschiff, das im Jahre 1909 oder 1910 vom Stapel lies und 4900 Tonnen Wasserverdrängung besitzt. An Bestückung führen diese geschützten Kreuzer zwei Geschütze von 15,2-Zentimeter-, zehn von 10,2- Zentimeter- und vier von 4,7-Zenflmeter-Kalwer.
Jedenfalls haben wir mit unseren Bundesgenossen die Genugtuung, daß es auch Österreichs ffingster Waffe zur See wieder einmal gelungen rst, dem die Seeherrschaft für sich in Anspruch nehnrenden Gegner einen empfindlichen Verlust beizubringen, der vielleicht gerade deshalb um so höher zu bewerten, ist, als er nnt hilft die Flotte der Alliierten im Mittelmeer immer mehr zu verringern. Für diese tatkräftige Hilfe werden wir und die Türkei unserem Verbündeten herzlichen Dank wissen. ____________
Oer österreichisch - ungarische Tagesbericht.
W.T.-B. Wien, 10. Juni. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 10. Juni, mittags:
Russischer Kriegsschauplatz.
Oer prulh überschritten.
Die Kämpfe am o b c r e n D n j e st r und im Raume z w i s ch e n D n j e st r u n d P r n t,h dauern fort. Dtc Armee Pflanzer-Baltin gewinnt werter Raum nach Norden. Ihre Angriffskolonnen sind unter fortdauernden Kämpfen bis Obertyn und bis aus dre Hohen südlich H o t o d c n k a vorgedrnngcn. gm erfolgreichen Vorgehen der auf g a l i z r s ch c m Boden fechtenden Teile der Armee hat sich nun auch eme Gruppe tu der Bukowina angeschlossen, die gestern den Pruth überschritt und starke russische Kräfte südwestlich Kotzmann zurückwarf. Die sonstige Lage rm Norden ist unverändert. Kriegsschauplatz.
Italienische Uebergangsversuche adgewiesen.
An der J sonzo front wurden neuerliche Über- gaugsversuchr des Feindes bei Plava, Gradrsca und Zaarado abgewicsen.
In der Gegend don Flitsch und am -^kreischen Kamm östlich des Plöckcn-Passes wrrd werter
^^üch^die Artilleriegefechte im Raume der Tiroler Ost grenze dauern fort. Ein feindlicher Angriff rm Tinaletalgcbiet scheiterte am Widerstand unserer Srche- rmt8ä , tru)iM)cn.^^k 0n{{ricgS | d j 0U p lQ ^
Erfolgreicher österreichischer Fliegerangriff auf ein serbisches Krsenal.
Eines unserer Fliegergeschwader belegte gestern früh das A r s e n a l und die pVrotechnische AnstaIt von Kragujewac erfolgreich mit Bomben. Zwei Brände wurden konstatiert. Unsere Flieger sind unbc-
Dtt^Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö f r r, Feldmarschalleiktnant.
Erbitterte VajonettkSmpfe an der Oubisia.
Br Kopenhagen, 10. Juni. (Erg. Drahtbericht. Ktr. Mn.) ' Der „Mvrningpost" wird aus Petersburg gemeldet, daß nirgends auf der ganzen russischen Front mit größerer Erbitterung gekämpft wird als an der Dubiss a. Hier ringen die Russen und Deutschen, bis zu den Knien im Wasser st e h e n d, im Bajoncttkamps miteinander. Zuerst gelang es den Russen, dir Deutschen über den Fluß zuruck- zuwerfen, die Deutschen zogen aber dann kungen heran und trieben die Russen Zuruck. Diese machten neue Angriffe und an einem Tage wogte der Kamps fünfmal hin und her, bis der Fluß von Blut gerötet war. Die letzten Angriffe wurden über eine Brücke von Leichen gefallener Freunde und Feinde hinweg unternommen.
Der verhängnisvolle russische Rückzug.
V. T--B. Chiasso, 10. Juni. (Nichtamtlich.) Der militärische Berichterstatter des „Secolo" nennt den Rückzug d e r R u s s e n von Zurwano nach Osten ans Bukaczowce und darüber hinaus verhängnisvoll für die Russen, da infolgedessen ein Ritz in der russischen Aufftellung entstehe, durch welche die Verbündeten auf Lemberg marschieren.
Erzherzog Friedrich in Przemhsl.
Wien, 10. Juni. (Ktr. Bln.) Aus dem Krie-gspressc- quartier wird gemeldet: Feldmarschall Erzherzog Friedrich besuchte in Begleitung des Thronfolgers Erzherzogs Karl Franz Joseph Przemhsl, wohin er sich im Automobil über Gorlice, Jaslo, Sanol und Dynow begab. Auf der Fahrt zeigte sich überall, wiewohl noch Spuren der heißen Kämpfe zu sehen waren, frohes Leben. In allen Ortschaften wurden die Erzherzoge von der Bevölkerung begeistert empfangen.
Die Deutschenfeindschaft in Rutzland.
Nr. Petersburg, 10. Juni. (Erg. Drcchtbericht. Ktr. Bln? (Indirekt.) Die große Getreidebörse in Rhbnek beschloß, alle Kcmfleute deutscher Abstammung, wenn sie auch schon seit Generationen russische Untertanen sind, die Börsenmitgliedschaft zu entziehen und den Zutritt zur Börse fortan zu rerbieten. Die alte Petersburger Kaufmännische Gesellschaft zur gegenseitigen Unterstützung beschloß, nur solche Mitglieder deutscher Abstammung zu behalten, die mindestens seit drei Generationen russische Untertanen sind. Dem Ausschluß unterliegen selbst russische Staatsbeamte deutscher
Warschau werden nunmehr auch die über 8000 deutschen und österreichischen Untertanen slawischer Nationalität vom 18. bis 45. Lebensjahr, denen der Aufenthalt bisher ausnahmsweise gestattet war, nach den östlichen Gouvernements verbannt und ihre Handels- und Jnduftrie- finnen sequestriert.
Gegenseitige deutsch-russische Besichtigung der Gefangenenlager.
Kopenhagen, 10. Juni. (Ktr. Bln.) Durch Vermittlung des Roten Kreuzes in Kopenhagen suchte dre russische Regierung bei der deutschen Regierung die Erlaubnis nach, Vertreter der russischen Regierung die deutschen Gesangenen- ?oaer besuchen zu lassen. Die deutsche Regierung gab ihre Bereitwilligkeit zu erkennen, jedoch mit der Bedingung, daß zugleich auch ein Vertreter der deutschen Regierung die ruffr- schen Gefangenenlager besuchte. Die Vertreter sollen durch einen Vertreter der dänischen Regierung begleitet werden.
vom französisch-belgischen Kriegsschauplatz.
Die Schlacht bei Llrras.
Beraeblichc Anstrengungen der Franzosen.
Nr. Berlin, 10. Juni. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Blm) AuS dem großen Hauptquartier wird der „Bosst Stg. 6md). tet: Die blutigen Kämpfe, die sich m Anschluß an den mißglückten großen Durchbruchsversuch der Franzosen und Eng- länder seit Wochen, besonders nördlich Arras absprelen, dauern mit unverminderter Heftigkeit an und haben gerade in de» lebten Tagen an Gewalt und Erbitterung wieder zu- genvmmen. Verzweifelt müht sich der Feind, immer wieder auf» neue an einzelnen Punkten vorzudrmgcn. Am 4., 5. ut A 6 Juni richtete er seine Operationen, wie ich erfahre, namentlich gegen den B-rsprung unserer Stellung bei E c u r i e 114 Kilometer nördlich Arras, sodann gegen den S o b l w e g zwischen Ecurie und Neuville, nördlich davon weiterhin gegen Neuville selbst und gegen das Gelände westlich Souchez, am Bahndamm Carcncy-Souchez uno an der in den Generalstabsberichten öfters erwähnten Zucker- fabrik Hier überall tobten die Kämpfe, von deren Wuchr ich keine Vorstellung geben läßt. Seit Tagen veranstaltet die französische Artillerie, besonders °m spateren Rachrnittag und früh morgens — so gestern von 4 bis <> Uhr — brüllende Kanonaden von stundenlanger Dauer, aber auch
sonst hören die Geschütze kaum auf, zu donnern. Gelegentlich brechen an den einzelnen genannten Punkten wieder Jnfanterieangriffe vor, die von Franzosen, Marok» kanern und anderen farbigen Hilfsiruppen in dichten Schützeltlinien unternommen werden, aber alle diese ver> zweifelten Anstrengungen blieben abermals fruchtlos. Mit edelhaster Tapferkeit ertragen unsere Truppen das schwere Bombardement. Gelingt es auch, den aufgebotenen feindlichen Massen trotzdem, den einen oder anderen Graben zu nehmen, so werden diese regelmäßig in heißen Nahe- kämpsen wieder vertrieben. Ein Beispiel für das hin- und herwvgende Ringen sind die wütenden Gefechte um den Stützpunkt der genannten Zuckerfabrik. Unsere B e r l u st e bei diesem furchtbaren Schlachtgebrüll sind nicht gering, aber stehen in keinem Vergleich zu den erheblich schlimmeren unserer Gegner. Gerade diese letzten Tage wer- dcn den Franzosen von neuem bewiesen haben, daß alle ihre leidejjschaftlichen Bemühungen umsonst waren.
Der Handelskrieg gegen England.
Neue Gpfer unserer U-Boote.
Vf. T.-B. Amsterdam, 10. Juni. (Nichtamtlich.) Aus Maasluis wird gemeldet: Der niederländische Dampfer
„Gelderland", aus Siam hier ankommend, hat die Besatzung zweier englischer Fischerfahrzeuge an Bord, welche durch ein deutsches Unterseeboot versenkt worden sind.
Die Gefahr der Minen.
Vf. T-B. Amsterdam, 10. Juni. (Nichtamtlich.) Hiesigen Blättern zufolge ist ein Umurder Fischdampfer bei der Doggerbank in die Luft geflogen. Von der Besatzung wurde nichts mehr gesehen. Der^Flschdcrmpser „Rijndam" gilt als verloren. Wegen den Fischdampfern „T e x e l 1" und „Iren e" herrscht lebhafte Besorgnis, da sie sich dicht an der englischen Küste in der gefährlichen Zone befanden.
Das Nachgeben Englands in der Zrage der
H-Boot-Mannschaften.
w. T.-B. London, 10. Juni. (Nichtamtlich. Reuter.) Im Unterhaus erklärte Dalsour, daß seit einigen Wochen keine nennenswerten Unterschiede in der Behandlung Kriegsgefangener von 11-Booterr und anderen Kriegsgefangenen gemacht wird. Er erklärt namens der Regierung, daß Maßregeln getroffen seien, um die Behandlung zukünftig vollständig gleichzugestalten. Es bedeutet dies keine Änderung der Ansichten über die Art der Handlungen, M denen die ll-Boote verivendet würden. Die Regierung sei überzeugt, daß diese Praktiken nicht nur in flagrantem Wi^oerspruch zu dem Buchstaben und Geiste des Kriegsrechts, sondern daß sie niedrig, feig und unmenschlich feien. Die Angriffe auf unverteidigte Schftfe feien mehr als bloße Ver- letzungen der Gesetze der Menschlichkeit. Darum soll die Frage der persönlichen Verantwortlichkeit bis zum Ende des Krieges vertagt werden.
Wilsons Stellungnahme.
Br. Rotterdam, 10. Juni. (Erg. Drahtibericht. Ktr. Bln.) „Reuter" meldet aus Washington: Bryans Lage im Kabinett soll in der jüngsten Zeit sehr sch wie- r i g gewesen sein und er soll schließlich mit seiner friedlichen Auffassung dem ganzen Kabinett isoliert gegen- nbergestandcn haben. „New York Herald" erklärt, Präsident Wilson beabsichtige, auf dem Wege, den die erste Note vom Februar ihn zu gehen zwang und ihn die vom 3. Februar fortzusetzen verpflichtete, fortzugchen, welches auch immer die F o l g c n sein würden. Er werde hinsichtlich der Einstellung des Unterseebootskrieges in seiner jetzigen Form auf seiner Forderung bestehen. — Nach einer Unterredung mit Wilson er- klärte Lansing, daß die Note fertig sei und gestern nachmittag abgesandt wurde. Freitag früh werde sie den amerikanischen Blättern zur Verfügung gestellt werden. Man werde mit der Veröffentlichung nicht warten, bis Berlin den Empfang bestätigt habe.
Bryans Standpunkt.
Sr. Haag, 10. Juni. lEig. Drcchtbericht. Ktr. Bln? Vryan erließ einer Washingtoner Meldung zufolge eine Erklärung, wonach er Wilson gegenüber in zwei Punkten verschiedener Ansicht gewesen sei. Bryan wünschte, daß wegen der Unterseebootkrage von einem internationalen Ausschuß eine Untersuchung eingeleitet werden sollte. Eine derartige Lösung sei durch die Schiedsgerichtsverträge, welche die Vereinigten Staaten (wenn auch nicht mit Deutschland) mit 30 Ländern geschloffen hätte, vorgezeichnet. Bryan meinte ferner, daß Amerikaner nicht das Recht hätten, nachdem Deutschland seine Warnung erlaffrn hatte, ihr eigenes Land durch eme Reise in die Kviegsgewäffer zu gefährden. DaS ganze Kabinett unterstützte Wilsons Auffassung, daß eine schiedsgerichtliche Lösung unmöglich sei, wenn Deutschland nicht vorher die Erklärung abgebe, daß es die willkürliche Zerstörung von Handelsschiffen einstelle. Als Brtzan daS Washingtoner Staatsdepartement verließ, soll er sehr: e-r»
