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Verlag Langgaffe 21

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Biebrich: die dortigen Aus- betreff enben Tagdla». Träger.

12 Ausgaben.

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„Tagblatt-Haut" Nr. SKL0-53.

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Dienstag, 8. Juni 1915.

Morgen- Ausgabe.

Nr. 259. ♦ 63. Jahrgang.

Sei przemysl 33805 Gefangene!

Juni.

Der Tagesbericht vom 7. Juni.

W.T.-B. Großes Hauptquartier, 7. Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

Neue französische Angriffe abgewiesen.

Am Osthang der Lorettohöhe erneuerten die Fran­zosen in den Nachmittags- und Abendstunden ihre An­griffsversuche, die in unserem Feuer völlig zusammen­brachen. Weitere Angriffsversuche in der Nacht wur­den im Keime erstickt.

Südöstlich Heuterne (östlich Doullons) griff der Feind heute morgen erfolglos an. Der Kamps ist dort noch nicht abgeschlossen.

Ein weiterer französischer Angriff nordwestlich Moulin Sous Tous Vents (nordwestlich von Soissons) wurde größtenteils sofort abgewicsen. Nur an einer Stelle erreichte er unsere vordersten Gräben, um die noch gekämpft wird. Unsere Stellung bei Bauquois, südöstlich von Barennes, wurde gestern abend ange- griffe«. Trotz Anwendung von Brandbomben, die un­sere Graben mit einer leichten Brandflüffigkeit über­zogen, gelang es den Franzosen nicht, in unsere Stel­lung eiuzudringen. Mit schweren Verlusten flutete der Feind in seine Gräben zurück.

Destlicher Kriegsschauplatz.

Gute Fortschritte der Offensive in Kurland.

Nördlich Kurschany erzwang unsere Kavallerie den Übergang über die Windau und stieß in südöstlicher Richtung vor. Südöstlich Kurtowjani und in der Gegend östlich Schawkjani macht unsere Offensive gute Fort­schritte. Weitere 3340 Gefangene und 10 Maschinen­gewehre fielen dabei in unsere Hände.

Südlich des Njcmcn wurde das Flußufer bis zur Lime Tolausie-Saciezyszki vom Feinde gesäubert.

Südöstlicher Kriegsschauplatz, weitere Fortschritte bei MoscisKa.

Der vnjestriibergang bei Zurawno erzwungen!

Bei den Kämpfen um Przemysl wurden 33 805 Ge­fangene gemacht.

Östlich Przemysl setzten die verbündeten Truppen ihre erfolgreichen Kämpfe fort und warfen den Feind nordwestlich Mosciska auf die Wisinia zurück. Teile der Armee des Generals v. Linsingen haben bei Zurawno den Dnjestr überschritten und die Höhe auf dem nordöstlichen Ufer erstürmt. Weiter südlich haben die Verbündeten die Linie Nowieca-Kalusz-Tamas- zowce erreicht. Die Beute ist hier auf über 13 000 Ge­fangene gestiegen. Ob erste Heeresleitung.

Zwei öftere.-ungar. Tagesberichte.

Russische vorstötze an der pruthlinie blutig ge­scheitert. — Erfolgreiche Kämpfe in den Rlpen.

W. T.-B. Wien, 7. Juni. (Nichtamtlich.) Amtlich Verlautet vom 7. Juni, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Der Angriff des Zentrums der Verbündeten machte nördlich Mosciska wieder beträchtliche Fort- schritte. Die Armee des Generals v. Linsinge« faßte nach Erstürmung des Brückenkopfs von Zurawno auf dem nördlichen Dnjestrufer festen Fuß.

In den Schlachten bei Przemysl wurden seit 1. Juni über 30000 Gefangene cingebracht.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Auf dem südlichen Kriegsschauplatz fanden kleinere erfolgreiche Kämpfe unserer Grenztruppen statt. Die Italiener scheinen mit stärkeren Kräften gegen den Jsonzo sich heranzuschieben.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

Amtlich

W. T.-B. Wien, 7._ Juni. (Nichtamtlich.)

verlautet vom 7. Juni, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Nach der schweren Niederlage bei Przemysl richtete die russische Heeresleitung in den letzten Tagen heftige Anstrengungen gegen unsere Stellungen an der Pruthlinie, um hier einen gewaltsamen Durch­bruch zu erzwingen. Namentlich gegen den Raum Kolomea-Delatyn warf der Feind immer neue Matzjeu in die ^Schlacht. Während alle diese

Vorstöße an der zähen Tapferkeit der Armee des Gene­rals der Infanterie Freiherrn v. Pflanzer-Bal­tin unter ungeheuren Verlusten der Russen scheiterten, rückten von Westen her die unter dem Befehl des Generals v. L i u s i n g e n stehenden Verbün­deten Streitkräfte heran. Gestern nahmen sic K a l u s z, die Gegend nördlich dieser Stadt und die Höhen am linken Dnjestrufer nördlich Zurawno in Besitz. Zwischen der Worona, Bystrena und der Lom- n i c a schlossen sich unsere Truppen dem Angriff an.

Die Kämpfe ö stl i ch P rz c m y s l und I a r o s l a u dauern fort. Nördlich von Mosciska mußte der Feind aus Czerniawa weichen. Vereinzelte kraft­lose Gegenstöße der Russen brachen zusammen.

erlagen. Am Nachmittag erschienen wieder zwei deutsche Flugzeuge, die aber infolge des Artilleriefeuers umk ehren mußten.

Ein französischer Divisionär gefallen.

Berlin, 7. Juni. Die „Voss. Ztg." meldet aus Zürich: Pariser Blättern zufolge ist General Rarbot, der Komman­deur der 70. Division, am 10. Mai verwundet worden und am gleichen Tage gestorben. Rarbot hat stets einfache Alpen- jägerurnform getragen und gehörte zu den populärsten Gene­ralen.

Bevorstehende Umbildung des französischen Kabinetts.

Br. Haag, 7. Juni. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der Pariser Korrespondent des „Telegraaf" will aus zuverlässiger Quelle eine bevorstehende Umbildung des französischen Kabi­netts erfahren haben. Augagneur und Malvi sollen zurück»

Bei Przemysl fielen seit dem 1. Juni 338 0 5 Ge­fangene in die Hände der Sieger.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Im Tiroler Grenzgebiet wirkt unsere Ar­tillerie mit sichtlichem Erfolg.

An der k ä r n t n e r i s ch e n Grenze östlich des Plöcken-Passes eroberte« unsere Truppen gestern den Freohof zurück, den der Feind vorübergehend genommen hatte.

Im K r n - Gebiet wird weiter gekämpft. Die Ita­liener mußten die Ortschaft Hrnräumeu. An den Jsonzo schiebt sich der Gegner näher heran, vaikanbriegsschauplatz.

Auf dem Balkaukriegsschauplatz herrscht, von einzel­nen Plänkeleien an der Grenze abgesehen, Ruhe.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

vom französisch-belgischen Kriegsschauplatz.

Englische Kampfesweise.

Mord an Gefangenen.

Br. Berlin, 7. Juni. (Gig. Draht-bericht. Ktr. Bln.) Vom westlichen Kriegsschauplatz wird der „Kreuzztg." von einem Oberstleutnant und Regimentssührcr ge­schrieben: Der Kommandierende zeigte uns Photo-

graphieu von deutschen Toten, bte auf seinen Befehl ge­macht worden waren. Dieselben waren hinter der dritten englischen Linie mit durch­schnittenen Hälsen ausgefunden worden. Es ist dies ein Beweis, daß die Engländer unsere Ge­fangene dort auf so scheußliche Weise a b g e s ch l a ch- t e t habe«.

Der deutsche Fliegerbesuch über Luneville.

W. T -B. Pur iS, 7. Juni. (Nichtamtlich.) Der „Petit Puristen" meldet aus Luneville: Trotz heftiger Beschießung konnte ein deutsches Flugzeug am Freitag Luneville über­fliegen und zwei Bomben adwerfen. Tie erste richtete nur ge­ringen Sachschaden an, dir zweite tötrre sieben Personen und verletzte 14, von denen drei kurz darauf ihren Verletzungen

treten, dagegen Leon Bourgeois in das neue Kabinett ein- treten.

Ruch eine belgische Ministerkrisis.

W. T.-B. Lc Havre, 7. Junr. (Nichtamtlich.) König Albert plant dre Umformung des Ministeriuims. Zwei Sozialisten sollen euitreterr.

von den östlichen Kriegsschauplätzen.

Die deutsche Rufkiärungsfahrt in der Ostsee.

Sr. Berlin, 7. Juni. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) ZU der Meldung aus Kopenhagen über ein Seegefecht in der Ostsee hört das „B. T.", daß es sich dabei narr um eine A u r f'» klärungsfahrt von deutschen Flottenstreitkräften han­deln kann. Daß bei dieser Gelegenheit ein russischer Minenkreuzer durch deutsche Unterseeboote bei Baltisch­port versenkt wurde, ist am Sonntag berichtet worden. Unsere Streitkräste sind bereits wieder in den Heimatshafen zurückgekehri.

Zur Ausweisung der Juden aus Kowuo und Kurland.

W. T.-B. Kiew, 7. Juni. (Nichtamtlich.) Eine Depesche der „Kiewskaja Mysl" aus Wilna denrentiert die Nochricht der Petersburger Blätter von einer angeblichen Zurücknahme der Verordnung über die Answmsung der Fuder: ans Korwman und Kowrw. Vielmehr ist nach dieser Depesche den Juden der Aufenthalt in dem Kestungsberetch Kowno endgültig verboien worden. Die Gesamtzahl der aus dem Gvurver- uement Kowno und aus Kurland ausgewiesenen Juden er­reicht 147 000. Da die Ausweisungen innerhalb 24 Stunden erfolgien, so sind Hunderte von Kindern verloren gegangen. Die lettischen Zeitungen fordern das lettische Volk auf, den Handel rn allen jenen Gegenden an sich zu reißen, aus welchen die Juden und die Deutschen ausgewieisen worden sind. Rusiische Juden dürfe» nicht mehr über die Weichsel reisen.

W- T.-B. Petersburg, 7. Juni. (Nichtamtlich.) „Dens" meldet: Auf dem Brester Bahnhof in Warschau ist eine vom 31. Mai datierte, vom Staatschef unterschriebene Ankün­digung angebracht worden, in welcher es heißt, daß es cmf Verfügung der Militärobrigkeit den Juden verboten ist, vom rechten Weichselufer über Jwanyorod und aus anderen Gouvernements, die jenseits der Weichsel liegen, in der Richtung nach Radom zu reifen. Ebenso ist der Fahrkarten» verkauf eingestellt und ihnen nun überhaupt verboten -wor­den, sich auf dein Bahnhof zu zeigen.