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Nr. 254._ Freitag, 1. Jmn ISIS.

Der an und für sich schöne Feiertag wurde uns durch den neuen glänzenden Waffenerfolg der verbündeten Armeen zu einem doppelt schönen Feit. Leider war die Frage, ob hier der Fronferchnamstag ein gesetzlicher Feiertag mit der üblichen Sonntagsruhe ist. auch diesmal nicht so klar und deutlich beantwortet >norden, dast die wünschenswerte Einheitlichkeit zustande kam. Einzelne Läden waren den ganzen Tag geöff­net; die Mehrheit der Ladengeschäfte hatte sich allerdings nach den Bestimmungen über die Hetlighaltumg der Sann- und Feiertage gerichtet, die nach der von uns mitgeteilten Ver- fihgung des- He rriiRegierungs Präsidenten und nach einer polizei­lichen Auskunft auch auf den Fronleichnamstag anzuwenden find. Sre hat damit jedenfalls den Gefühlen unserer katho­lischen Mitbürger Rechnung getragen, die für ihren höchsten Feiertag die allgemeine Soniitagsruhe wünschen.

Sustav.Kdols- Stiftung.

Die Hauptversammlung der Gustav-Adolf- Stiftung im Regierungsbezirk Wiesbaden wurde in D i e z abgehwlten. Ursprünglich war die Hauptver­sammlung als größere Veranstaltung in Hachenburg geplant, der Ernst der Zeit bestimmte jedoch den Vorstand, die Ver- sammlnng aus die wichtigsten Vereinsangelegenheiten zu be­schränken. Der Versammlung ging am Vorabend ein Gottes­dienst voraus, in dem Generalsuperintendent Ohly (Wies­baden) die Festprediyt hielt. Die Kollekte fiel der Gemeinde Kelkheim-Hornau bei Neuenhain i. T. zu. Zu der Hauptver­sammlung, die Dienstagnachmittag im „Hof von Holland" stattfand., hatten sich die Abgeordneten recht zahlreich eingesun- den. Recht erfreulich ist die Tatsache, daß die H a u s s a m m - lung nach- den bisher vorliegenden Ergebnissen trotz der Un­gunst der Zeit ein höheres Ergebnis als im vorigen Jahre bringen wird. Der Verteilung hat man jedoch vonsichtshalLer doch nur die Summe des -Vorjahres zugrunde gelegt. Der sich ergebende Überschuß soll für die Feier des Resormations- Jubiläums im Jahre 1917 aufgespart werden. Von der zur Verterlung kommenden Summe erhält der Hauptverein in Leipzig 7500 M-, die Gemeinden außerhalb Nassaus 3009 M.. ;i2 0Ö0 M. bleiben für die Gemeinden NasiauS. Unter­stützungen erhalten, wie in -den Vorjahren, di« Gemeinden Camberg. Eltville, Falkenstein, Flörsheim, Geisenheim, -Haiierchrtm, Hosheim. Langenschwal-Sach. Lorch, Nied. Nieder­lahnstein, Niedernhausen, Niederwallmenach, Östrich, Schwan­heim, Soffenbeirn. Würges, Zellsheim und erstmalig die Ge­meinde Kelcheim-Hornau. Bei der V o r st andsw ah l für den Hauptverein wurden wiedergewählt: Generalsuperinten- !dent Ohly, Rechnungsrat Keerl, Drurat Fischer-Dick, Stadtschulrat a. D. M ü l l e r, alle aus Wiesbaden, und Gsim- nasialdirektor Hafner (Höchst); neu hinzutreten Direktor Dr. Wachs muth von der Pflegeanstalt Eichberg und Pfarrer Baltzer (Eckelshausen).

— 50 Jahre im Schuldienst. Am 1. Juni d. I. waren 50 Jahre verflossen, seit der ordentliche Lchrer am städtischen Lyzeum 1, Herr Reinhold Peter, in den öffentlichen Schul­dienst eingetreten ist. Herr Peter steht seit dem 1. Mai 1887 im Dienste der Stadt Wiesbaden und wirkte zuerst an der Schule in der Stiststraße, seit Ostern 1899 gehört er dem Lehrerkollegium des Lyzeum? 1 an. Nachdem der Direktor be­reits am Dienstag in der Aula vor versammelte- Schule der Verdienste des trefflichen Lehrers um die Anstalt gedacht hatte, konnte er heute dem aus einem Urlaub zurückgekehrten Jubi­lar den Kronenorden 4. Klasse mit der Zahl 50 überreichen.

— Tudcsfällc. Nach längerer Krankheit ist gestern Herr Samtätsrat Dr. Karl Clouth, ein bekannter Wiesbadener Arzt, gestorben. Ein zweiter bekannter Wiesbadener Acht, Herr Samtätsrat Dr. Br es gen, ist in Bad Naicheim ge­storben.

Wiesbasener Tagdlatr.

Abend-Ausgabe. Erstes Blatt.

Bette 9 »

— Eine interessante Naturerscheinung wurde gestern^ nach­

mittag in der Gärtnerei Bonn an der Frankfurter Sttaße beobachtet. Besitzer und Gehilfen hielten gerade zur Feier des Tages ihr Mittagsschläfchen, als ein surchrbarrs Klirren alle aus dem Schlaf schreckte. Eure plötzlich ausgetretene W i nd- h o s e hatte von den vielen, die Mistbeete mit Gurkenpflanzen bedeckenden Fenstern zwei neveneinanderliegende gewaltsam arrsgeschlagen und aus die gegenüberliagenden Fenster gewor- fen. Die Starke des Wirbelwindes läßt sich am besten daraus ersehen, daß ein solches Fenster so schwer ist, daß zwei Mann nötig sind, uni es vollständig abzuheben. Dem ersten folgte unmittelbar an einer anderen Stelle des Gartens ebenso plötz­lich ein zweiter trichterförmiger Windstoß, der Salatblätter mit sich führte und sie über Haushöhe emportrreb. — Wie uns noch m,tgeteilt wird, wurde eine ähnliche Erschsirruag «* Tage vorher am Südfriedhos beobachtet.

— Jubiläum. Am 6. Juni sind es 50 Jahre, seit der Monteur Philipp Schäfer aus Dotzheim bei der Firma Höppli in der Wörthstraße in Wiesbaden in die Lehre ge­treten ist. Seitdem arbeitet Sch. ohne Unterbrechung bei der genannten Firma.

— Kleine Notizen. Die Nr. 22 der ..Anstellungs- Nachrichten" liegt in der Expedition des ^Wiesbadener Taphlatts" zur allgemeinen Einsicht offen. 7— Die Bolks- lclehalle. Hellmundstrahe 45. 1, wurde tat.Stet von 1740 Lesern und 380 Leserinnen besucht. Der Besuch nt vollständig frei. Gebrauchte und neue Bücher werden von Ser Volks- leschalle gerne entgegengenommen.

*

Israelitischer Gottesdienst. Talmud Tbora-Vcr- ein Wiesbaden. Nerostraße 16. Sabbat-Eingang 7.46, morgens 8.80. Mufsavh 9.30, Mincha 5.45, Ausgang OSO. Wochentags: morgens 7.16, Mincha und Schiirr 8.30,

Dtearir 9.30.

Vorberichte über Kunst. Vorträge und verwandtes.

- Residenz-Theater. Heute Freitag geht Ibsens „Ros- mersholm" in Szene, morgen Samstag findet eine Wieder­holung von „Hedda Gabler" statt, während am Sonntag E. v. WolzogenS „Lumpengesindel" gegeben wird.

Letzte Orahtberichte.

vre „Wirkung" des Eingreifens Italiens.

Lin schwedisches Urteil.

w, T-E. Stockholm, 4. Juni. (Nichtamtlich.) „Aston- bladet" führt aus: Die Hoffnung der Entente, daß die Teil­nahme I t a l i e n s am Kriege eine Erleichterung des Druck der Zentralmächte aus den verschiedenen Hauptstonten Mit sich bringe, hätte sich bisher nicht erfüllt. Gewiß seren die Deutschen im Westen in der Defensive, aber die Fort- schritte der Franzosen seien ebenso minimal wie vor dem italienischen Kriege. Die Deutschen seien dagegen a n - dauernd Herren des wertvollsten Teils Nord­frankreichs. Die Kohlen- und E r z g r u b e n des Landes seien vollständig in den Händen des Feindes. Ein ttostloses Bild für die französischen Pattioten. Wenn es überhaupt möglich sei, sei die Einwirkung des Angriffs der Italiener noch geringer auf der Oststont, wo die Offensive - der Zenttalmächte überall ungehindert fortschreite, wäbrend die Fortschritte der Russen in der Bukowina gleich Null seien. Italiens Auftreten habe nicht die von der Entente gewünschte Wirkung aus die Hauptkämpfe gebracht. Die Wahrscheinlichkeit spreche auch nicht dafür, daß die Kämpfe im Süden den Zentralmächten ernste Ungrlegen- heiten bereiten können. Was die Tätigkeit der Flotte anbe­langt, so sei nicht einzusehen, wie die französische Mittelmeerflotte, die nach den neuesten Meldungen nach den Dardanellen abgehe, mehr erreichen könnte, als bisher die

englische, und daß die italienische Flotte in der Adria mrihr

ausrichten werde als die französische, die dort, wenn auch unwirksam, engagiert gewesen sei.

Ein neues Opfer der O-Boote?

W.T.-B. Stavangcr. 4. Juni. (Nichtamtlich.) De» Kapitän umd 18 Mann des Dampfers „Cyr us" aus Koste». Hagen sind gestern nachlnittag mit dem hier beheimateten Dampfer „Jotun' eingetroffen- „Cvrus", der nrit Kohlen^von Burni-JAand nach Kopenhagen unterwegs war, jft vorgestern nachmittag torpediert worden. Der Kapitän sah de» Schaumstreisen des Torpedobootes und machte den Steuer­mann daraus aufmerksam. Auch der Ausguckmann sah den Torpedo. Gleich daraus erfolgte eine furchtbare Explo­sion. Menschen wunden nicht verletzt. Dre Mannschaft ver­ließ unter Mitnahme des Schiffsjournals de» Dampfer. Die Boote trafen einen holländischen F i sch - k u t t e r, welcher die Mannschaft aufmchm. Sie wurde später von dem Dampfer „Jotun" übernommen und nach Stavamger gebracht. Der Kapitän ist überzeugt, daß der Dampfer torpe­diert worden ist. Er sah bcä Unterseeboot jedoch n i ch t. An Bord des „Jotun" wurde kurz vorher ein Unterseeboot ge­sichtet.

Wetterberichte.

Deutsche Seewarte Hamburg.

4. Juni, 8 dir vormittags.

I er Mlu- l*!ebt, 3 — '.eicht, 3 — schwach, 4 — ro*.M e , s — trmah, « — «tsrk, 7 — steif. 8 — stQn&iech, 9 - Sturm. 10 *= starker Start*.

Beob­

achtungs-

Station.

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Wetter

He B..b- PLi achtuag*. §0 Station.

Borkum. . .. Hamburg. .. Swmemunde Hemel .... Aachen.... Hannover .. Berlin. Drosten ... Breslau Hetz. .

Frank furt,H. Karslruho, B. Hänchen . .. Zugspitze .. MHhelms- hafen . .. Kiel.

|765,5; W1 I wolkifr

765,2: HW 4 halbbed.

1767.1'SSW 2 767,liWHWl I766ÄWSW1 1763,8; 4*1

744 , 4 -windst. —_ —

747 6 SOI welkenl. -766,7 NNW2 heiter 768,0 NNW1 176531 SW1

764,8 W4

w.lkig

w lkig Segen

halhbed

Nebel

bedeckt

welkenl

+15|Kietgsbtrg .

+16jca*se4 . .. .

IHagäeburg.. +15|HüHthausen +14 (EIS.) . .. 4-16|Frle4riohs- +19 hafen . .. +17|Vlisslngen .. + l-tjchris* isnsund +16|Skagtn. . .. +20|Xooenba|en. +lS|Stsckbolin. . +19ma»aran4a . +2 iBudapest. ..

Wien .

4-lSWom.

+l6|florenz...

■SSjs I Wetter

*«]_

767,2 76«,Ol 765+

7663

766.2' SW1 wolkig 757.5WSW2 bedeek

11

HO

8802 NW 3

halbbed.

WNW3) bedeek W 4 beiten

763,1;WSW1 763,7. SSO 2

763.s!windst. 763,7| NI

bedeckt

welkig

7664)! W1 764* BW 3 -

Beobachtungen in Wiesbaden

non der Wetteietattun neu Vereine für Naturkunde.

beiter

welkt*

+16

+15

+17

+18

ts

iS

+a

2. Juni.

7 Uhr

morgens.

2 Ühr

9 ühr

Übende.

MitUL

ßaronettf mi 0° und Morni^ßctiirer* Barometer auf dem Meeresspiegel . .

751.3

761.4 16,8

8,7

62

NOi

756,3

769.8

24,0

M

7513

7643

18,8

10,6

45 HO 2

S2i

65

■tili

0,4

StA

Relative Fencbtigkeit (°/o).. •

Höchst* Temperatur (0«I»iu*) 24,8.

Niedrigste

Tempcral

ar 11,7

3. Juni.

7 Uhr

morgens.

1 3 Uhr

1 P3Ch«5.

* lT *L

Mittel.

Barometer euf 0* und NonwiBohirirt Barometer auf dem Meeres*i>*eg<*l . •

7523

762,6

17,8

761,5

28,6

753,4

762,0

213

752.1

7620

22,6

10,8

56»

B«Betep»nnang (mm) .. .

9,9

65

10,3

40

12,1

63

Wind-Richtu»g und -Stfcrfco ••••#«

01

02

NW 1

Höchste Temperatur (Celeime) 27,4. Niedrigste Temperatur 12,6.

Wettervoraussage für Samstag, 5. Juni 1915|

Itmlir Meteorologischen Abteilung de« Physikei. Vereine su Frankfurt G. H}

Ziemlich heiter, trocken, warm, ruhig. Wasserstand des Rheins

am 4. Juni.

Blebrieti, Pegel: 2,67 m gegen 2 Sä m am gestrigen Vormittag

Camb.

Hains

3.66 m

187 m

3,68 m 1,66 m

Handelsteil.

Reichsbank-Ausweis.

RealieieruBgen größtentBils wieder verloren. Als recht fest wulden Lowe und Ohemische Fabrik Hoennmgen genannt. Erheblichen Schwankungen uotsrlagen Deutsche Erdölaitien. Valuten fest, besonders österreichische. Geldsätze unver­ändert.

Aktiv a.

Metall-Bestand.

darunter Oold.-

Reichskassen -Scheine und Darlehns­kassenscheine ..

|Noten anderer Banken . . . . « • Wechselbestand, Schecks und dtsk. Sdidzanweisungen ......

Lombard-Darlehen.. . ,

;Effekten-Bestind .

Sonstige Aktiva.

Passiva.

Grund-Kapital .

Reserve-Fonds

Noten-Uralauf. ..-

Depositen -,.

Sonstige Passiva

gegen die 1915 Vorwoche

2 431 SIS 000 + 3138 000

3 379 465 000 + 1 095 000

446 308 OOO — 79 383 000 8879 000 — 16 763 000

4 147 639 000 +165 526 000

16 755 000 + 1295 000

21 809 000 — O 613 000

173 333 000 — 3 937 OOO

180 OOO OOO (unver.)

80 550 OOO (unver.)

5 317 878 000 +175 160000 1 506 861 OOO — 42 078 OOO

159 647 000 — 63 819 000

Der Ausweis der RexhsßarJb vom 3h Mai zeigt zuim Ultimo des Monats <Se übliche Anspannung, wie in normalen Jahren. Der Goldbestand hat eine, wenn auch nur ge­ringe Zunahme, nämlich um etwa 1 MiMwo Maih erfahren.

f )er Bestand der von den Darleimskassen ausgeliehenen Dar­ehen hat sich erfreulicherweise um 53.7 Millionen auf 1134 Millionen Marie vermindert. Die Erhöhung des Betrages dar imvlaulenden Noten zeigt last denselben Umfang, wie m der (entsprechenden Woche des Vorjahres, nämlich 175+ Millionen Mark gegen 174.4 Millionen Mark. Die fremden Gelder haben troti: des Ultimos nur eine Vermünderun-g um 42.1 Millionen Mark erfahren. Der Gesamtbetrag der fremden Gelder über- pttigt nooh immer lVa Milliarden Mark. Die Deckungsver- häitnisse der Noten haben sich in der letzten Woche ent­sprechend der Zunahme des Notenumlaufes etwas ver­schlechtert Die reine Golddeckung beläuft sich auf 44.7 Proz. hegen 46.2 Pros, in der Vorwoche. Die Deckung der sämtlich täglich fälligen Verbindlichkeiten durch Gold ist von 350 auf 34 9 Proz heruntergegangen. Auf die zweite Kriegsanleihe wären bis zum 31. Mai 7978 Millionen Mark oder 87.6 Proz. ‘der Gesamtzeiohming ein gezahlt. Gegenüber dem 22. Mal bedeutet das einen Zuwachs von 148 Millionen Mark. Trotz­clan hwtwn sich mit Hilfe der Darlehnskassen die geleisteten Beträge vermindert. Am 22. Mai hatten die Darlehnskassen für Zwacke der zweiten Kriegsanleihe 536.2 Millionen Mark hergegeben, nach dem Stande vom 31. Mai waren sie zu dem gleichen Zwecke nur noch mit 502.1 Millionen Mark an An­spruch genommen,

Berliner Börse.

$ «-rin,, 3. Juni. (Eig. Drah&eriaht) Der Geschäftsver­kehr an der Fondsbörse bewegte sich etwa m den gleichen Formen wie gestern. Die wesentüohe Ausdehnung sowohl hmsicbflich der Zahl der gehandelten Papiere wie die Größe der Umsätze war nicht festzustellen. Hieran änderte auch die mit lautem Jubel begrüßte Nachriebt von der Wiesdererobenmg der Festen» Paeemyal nacht viel. Die Tendenz war aber an­fangs rocüF ta&dte KataceffiKfi gingen, aber später unter

Banken und Geldmarkt.

— Zahlungsausgleich mit dem feind li c h en Auslände. Der

Verein Deutscher Maschinenibauanstalten hat vor kuhzem der Reichsregierun« eine Denkschrift überreicht, in welch» zum Zwecke eines Zahlungsausgleichs mit dem feindlichen Ausland die Errichtung von JidandsausgledchssteUen vorge- sebktgen wind, die dazu bestimmt sein sollen, nach Beendigung des Krieges durch zwischenstaatliche öffentlich-rechtliche Ein­richtungen die Befriedigung der privaten Forderungen unter den Angehörigen des Deutschen Reiches und je eines feind­lichen Staates beibeizuführen. Im „Beck-Archiv vom T. Juni dieses Jahres nimmt der Direktor der Deutschen Orientbank, Dr. Erich Alexander, zu diesem Vorschläge kritisch Stellung Er gibt zwar die Notwendigkeit zu, daß gleichzeitig mit dem Frieden sseHuß unter den vertragsschließenden Staaten ein wirtschaftliches Abkommen getroffen werden muß, welches gleichmäßige Rechtsgrundsälze für große Teile des Privatrechts für die VerteogsdhKeßenden festsleMt; den vorgeschlagen en Weg für einen ZaMungsarasjfleich hält der Verfasser jedoch für un^mfäbar. Vom volkswirtschaftlichen Standpunkte aus könne es auch gamieht erwünscht rein, sozusagen eine völlige Aufrechnung zwischen den einzelnen Ländern vorzunehmen; denn gerade durch das Fortbestehen von Kreditbeziehungen werde die Wiederherstellung normaler Verhältnisse eine Be­schleunigung erfahren. Die Bevorschussung derzeit nicht ein- briptglldher Forderungen an das feindliche Ausland sei Sache der Kriegskreditbanken; Verfasser hält es für erwünscht, daß diese nach eine Zeitlang nach Beendigung des Krieges arbeitend weiter bestehen Weihen, damit sie gerade auf diesem Gebiet segen sreioh wirken können.

Berg- und Hüttenwesen.

* Haikortsche Bergwerk« und chemische Fabriken, Gotha.

Die Goldproduktion der Siebenbürgener Werke betrug im Mal dieses Jahres 118441 (i. V. il73 339) Gramm und seit 1. Juli 1914 1415 588 Gramm gegen 1 784 467 Gramm im Vorjahr.

» Rheinische Aktiengesellschaft ihr Braunkohlenbergbau und Brikettfabrikation. Die Dividende für das am 31. Marz beendete Geschäftsjahr ist mit 9 Proz. (i. V. 11 Proz.) in Aus­sicht zu nehmen.

* Gewerkschaften Trier. Düsseldorf, 2. Juni. In der gestrigen Jahresversammlung der Gewerkschaften Trier I bis III wurde der Abschluß genehmigt und beschlossen, den Überschuß von 152 OOO M. vorzutragen. Die Betmebsergebnisse in den ersten fünf Monaten stellten sich hinsichtlich der Förderung auf RacSbod auf 240 700 Tonnen und auf Baldur auf 91000 Tonnen gegen 329500 bezw. 120000 Tonnen im Vorjahr. Angesichts des Umstandes, daß mehr als 40 Proz. der Belegschaft zum Heeresdienst emgezogen seien, müßte» che Ergebnisse als befriedigend bezeichnet weide».

Industrie und Handel.

W. T.-B. E.-A-G. vorm. W. Lahmeyer «. Go. Frank**

f u r t a. M., 3. Juai. In der heutigen Aufsichtsratssitzmig der Elektrizitäts-Aktiengesellschaft vorm W. Lahmeyer u. Co, Frankfurt a. Mt, wurde der Abschluß für das Geschäftsjahr 1814/15 vorgdegt. Nach Abzug der Obligationen- und Berit« zinsen, der Unkosten, sowie der Dotierung des TalcmstEuer- kontos erzielte die Gesellschaft einen Reingewinn vom 2070925 M. einschließlich 144 996 M. Gvwmnvortrag gegen. 2003 270 M. ednscfcßeßlich 126 789 M. im Vorjahre, wovon wiederum 6 Proz. Dividende (wie i. V.) verteilt werden sotlenu Die GeneraäversatruiÄung findet am 28. Juni d. S„ vonwttaga 10 Wir, statt.

* Herytiaeustaedt u. Ko., A.-G. Kassel, 2. Juni. Des Aufsichtsrat der Heyligenetaed u. Co., Werirzeopnasirin'nesi- fahrik ursd Eoengießerei, A.-G. zu Gießen, beschloß, de* Generalversammlung die Verteilung einer Dividende van 9 (10) Proz. bei etwa gleich hohen Abschreibungen (+ V. 9G896 Maris) in Vorschlag zu bringen. Der Auftragsbestand ist tai letzter Zeit auch für Werkzeugmaschinen stier Art wteda» recht umfassend geworden, so daß die Gesellschaft wieder reichlich und gewinnbringender beschäftigt ist Das Mindeft erträgnis im vorigen Jahr betrug rund 100 OOO M.

Versicherungswesen.

W. T.-B. Wilhelma. Magdeburg, 2. Juni; Der Veit* waltungsrat der Wtlhehrta, AHgfaname Versieherungs-Aktien- gesell schaft, beschloß, für 1914 eine Dividende von 35 Pros, (wie i. V.) vorzuscMagen. Die Gesamtprärmenemnahme be­trug 30806 745 M., die Kapitaler!rüge stellten sah auf 591866® Mark. Der Bestand an Lebensversicherungen beten» Loche des vergangenen Jahres 360 334 567 M.

Marktberichte.

-W. T.-B. Berliner Getreiicraarkt Berlin; 3. Jiadt Auch heute war die Tendenz wiederum sehr fest, da (ÄS Angebot vom Ausland wegen der andauernden Transporte Schwierigkeiten nicht an den Markt kam. Andererseits be­stand für gute einwandfreie Ware seitens der Provinz rege Nachfrage, die bei weitem nicht befriedigt weiden konnte. Bs notierter.: Primamais 615 bis 630 M., ditto Mittel 545 bis 614 M., Perlxnais 615 bis 640 M., ausländische Gerste (fein) 650 üs 680 M-, ditto mittel 640 bis 649 M. Die Preise Ihr ausländische Kleie sowie für Maismehl waren unverändert; Von den Nebenartikeln wurden Wicken mit 585 bis 600 Mj Peluschken mit 640 M. gehandelt Vollwertige RübenschoiizeJ wurden mit 16.50 M. per einen Zenteer umgesetzt

Die Abend-Ausgabe umfaßt 8 Seite«

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