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Leite Ä. 10. Juli 1001.

lügtlabjtitaut des Kaisers, Generalmajor v. Mackensen, in

Aussicht genommen.

. . * Die Umänderung der V-Züge. Die Abendblätter berichten über bie llmänberung bet Personentvcrgen bet D-3^0-/ daß nunmehr die ersten umgeänderten Wagen bereit gestellt sind, und nach diesen Mustern sämmtliche Wagen allmählich umgebaut tverden sollen. Die Fenster an den Wagen der dritten Klasse sind Verbreitert und sämmiliche Fenster so eingerichtet, daß sie bis zur Fensterbrüstnng herabsallen und zu Nothausgängen eingerichtet sind. Andere Vorkehrungen, wie eine Trittstufe im Seiten- nngaug, erleichtern das Entkominen aus den Fenstern. Weitere jüerbesterungen betreffen die Aborte.

LLiesvaocner Lagbiart ^«vend-AuSgave-. «eviag- Pa.,ggae xr.

Zm Sollt it« Melhsinzlers Asheslohe.

hd. Berlin, 9. Juli. Wie aus R a g a z gemeldet wird, hat die Ueberführung der Leiche des Fürsten Hohenlohe heute Vormittag stattgefunden, nachdem der katholische Ortsgeistliche, Pfarrer Oefch, die sterblichen Ueberreste ins Verewigten ringe- segne! hatte. Der Sarg wurde von 8 Trägern vom Sterbe- zimmer zum Wagen getragen. Vor dem Hotel hatte sich die Tranergememde, sowie die Kurkapelle versammelt. Unter dem Geläute der Glocken setzte sich der Trauerzug in Bewegung. Hinter dem Leichenwagen schritt bei Kammerdiener des Ver­dorbenen. Dann folgte die Geistlichkeit, und hinter dieser Fürst Philipp Hohenlohe mit seinen Brüdern und den Damen. Alle folgten zu Fuß bis zum Bahnhof. Hier wurde der Sarg in einen schwarz drapirten Wagen gestellt. Ein Lorbeerbaum und Blaitpslanzen schmückten das Wageninnere. Der Geistliche sprach noch ein kurzes Gebet, worauf der Wagen geschloffen und pGnibirt wurde. Gegen 10% Uhr setzte sich der Eisenbahnzug mit der Leiche und den Familienangehörigen nach Schillings- stirst in Bewegung.

Aus S ch i l l in g z f ü r st wird denM. N. N." gemeldet, oer Kaiser habe den Kronprinzen beauftragt, der Bei­setzung Seizuwohnen.

Arrslmck»

Das Fraueuwahlrecht in Belgien.

1. B r ü s s'e l. 6. Juli.

Dciß die Klenkal->n sehr geschickt zu manövriren ver- steheu, wo es sich um Wahrung ihrer Interessen handelt, wird ihnen Niemand abstreiten, umso weiriger, als sie fortgesetzt Beweise der genaiinten Fähigkeit geben. So haben sie jetzt die von den Socialdenrokraten aufge­worfene Frage des allgemeinen Wahlrechts dazu benutzt, E den Versuch zu inachen, Uneinigkeit in der Partei selbst hcrvorzurufen, indem sie als Antwort aus die sockalistische Agitation eine Bewegung zu Gunsten des Wahlrechts der Frauen inscenirten. Da die Mehrzahl ,^ r iveibuchen Bevölkerung Belgiens gut kirchlich gesinnt rst, so gossen die Klerikalen sich eine starke Anhängerschaft zu ichafsen und deshalb muß man sagen, daß dies der wichtigste Weg war, uni die Vedeutimg des allgemeinen Wahlrechts für die socialdenwkratische Partei cibzu schwächen. Iciiil zeigte sich aber der socialistische General­rath diesen, Schlage gegenüber vollkonlmen auf der Höhe der Situation. In einer sofort einbernfenen Versamm- lung im Volkshause sprachen sich sämmtliche Redner für eine Unterstützung des weiblichen Wahlrechtes aus. Die Genier waren die ersten, die dafür eintraten, indem sie darauf hinwiesen, daß in Flandern die Socialisteu unbe- dingt ans das fortgesetzt wachsende Kontingent der sormlistischen Arbeiterinnen rechnen können. Schließlich wurde eine Tagesordnung angenominen des Inhalts, daß alle socialistischen Gruppen im Hinblick auf das Ein treten der Partei für das allgemeine Wahlrecht irach besten Kräften Propaganda unter den Frauen machen sollen. Der jungverheirathete Vandervelde, einer der eifrigsten Verfechter der Frauenrechte, erklärte, daß der Tag, wo die Frauen als wahlberechtigt erklärt werden würden, der schönste in seiner politischen Laufbahn sein werde. Jedenfalls haben sich die Klerikalen einen solchen Erfolg" ihrer Progapanda kaum träumen lassen.

* Frankreich. In der vorgestrigen Pariser Gemeinde­rathssitzung kam es zu argen Auftritten. Die Socialisten be-

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klagt«» sich über die ihnen bei Gelegenheit des Meetings im

Arbeitshaus- am 3. Juli Seitens der Polizei-Agenten wider fahren« Behandlung. Einer der Sozialisten nannte die Triko­lore ein Spielwerk, worauf ein Nationalist die Socialisten als Schtveine bezcichnete. Hierauf kam e« zwischen Socialisten und Nationalisten zu einem förmlichen Handgemenge. Auf den Tribünen wurden Hochrufe auf die Commune und die Inter­nationale ausgestoßen. Die nationalistischen Gemeinderäthe be­warfen aus diesem Anlaß das Publikum aus den Tribünen mit Allem, was ihnen in die Hände fiel.

* Großbritannien. Die Zuschüffe zum Heeres- und

Flottenhaushalt für den Krieg in Südafrika haben sich belaufen: für 1899/1900 auf 23,000,000 und für 1900/1901 auf 63,737,000 Pfund Sterling. Dazu sind für 1901/1902 noch 66,070,000 veranschlagt, zusammen also 146,807000 Pfund Sterling. Für China betragen die Zuschüffe für 1900/1901 3,500,000 und für 1901/1902 voraussichtlich

2.160.000 Pfund Sterling, zusammen 5,660,000. Hierzu so­wie zu der Gesammtsumme für Südafrika kommen noch an Zinsen ec. für die Kriegsanleihen (einschließlich Rechnuna^iabr 1901/1902) 4,850,000 Pfund Sterling, sodaß sich für Süd­afrika und China zusammen eine besondere Ausgabe von

153.317.000 Pfund Sterling (3,130,733,140 Mk.) ergiebt.

* Spanien. DasBerliner Tageblatt" meldet aus Madrid: Vorgestern Abend fanden ernste Tumulte aus der Hcrkules-Alameda in Sevilla anläßlich der Verhaftung eines Arbeiters statt. Große Volkshaufen griffen die Gendar­merie an, die von ihren Schußwaffen Gebrauch machen mußte. Ein Knabe wurde getödtet. zahlreiche Personen verwundet. Die Truppen stellten die Ordnung wieder her, aber die Aufregung ist noch groß.

* Montenegro. Gerüchtweise verlautet, die Verlobung des Fürsten von Bulgarien mit der Prinzessin Xenia von Monte­negro werde im September in Anwesenheit des italienischen Königspaares stattfinden.

* Türkei. Privat-Nachrichten aus K o n st a n t i n o p e l zufolge greift die Pest in der bedenklichsten Weise weiter um sich. Es sollen bereits in den wohlhabenden Bevölkcrungskreisen Krankheitsfälle vorgekommen sein.

Dev Aufstand iw Estiww.

llck. Berlin, 9. Juli. Die Leiche des in China ermordeten deutschen Gesandten Freiherrn V. Keiteler, wird, neueren Mit­theilungen zufolge, voraussichtlich am 18. d. M. in Hamburg eintreffen. Beim Landen der Leiche findet auf Befehl des Kaisers eine- militärische Trauerfeier statt, nach deren Be­endigung die Leiche nach Münster in Westfalen überführt wird, um daselbst bcigesetzt zu werden.

hd. Berlin, 9. Juli. DasBerliner Tageblatt" meldet aus N e w - I o r k: Der amerikanische Schiffskapitän Mc. Calla, der an dem Versuch Seymurs, die Gesandtschaften in Peking zu entsetzen, Theil genommen hat, erklärte, die regulären chinesischen Truppen Hütten weit bessere Feuer-Disciplin gezeigt als er erwartet hätte. Dies sei der ihnen von deutschen Offizieren zu Theil gewordenen Ausbildung zuzuschreiben.

Dev Fveii-eitsstrrsg dev Krrvvrr. hd. Berlin, 9. Juli. DerLokal-Anzeiger" meldet aus London: Oberst William kehrte von seinem Streifzuge im Fauresmith-Distrikt nach Edenburg zurück mit 30,000 Stück Vieh und mehreren Gefangenen. Sein Train hatte eine Länge von 10 englischen Meilen. Bei Jagersfontein Road ergaben sich 26 Buren am letzten Freitag. Bei Krllgers-Siding bewarf englrsche Artillerie ein Vurenlager mit Granaten und zerstrcn'e den Feind.

hd. London, 10. Juli. Lord Kitchener berichtet: Seit dem 1. Juli Haben die Buren 40 Todte, 27 Verwundete, 182 Ge­fangene und 21 Mann verloren, die sich freiwillig ergeben Haben. Die englischen Truppen erbeuteten 149 Gewehre, 7000 Patronen 300 Wagen und eine große Menge Pferde und Vieh. Nach Be­richten aus Bloemfontein sollen Botha und Delarey, so­wie mehrere andere Burenführer unlängst am Vaalfluß' eine Konferenz abgehalten haben. In Kapstadt ist ein neuer Pest­fall vorgekommen. Die Leiche wurde bei Claremont aufge­funden. Aus Pretoria wird gemeldet: Die englischen Operationen im Distrikt Lydenburg werden ohne bedeutende Zwischenfälle fortgesetzt. Sie sind durch die natürlichen Uneben­heiten des Terrains sehr erschwert. Nach Meldungen aus Kapstadt haben Stejn und Schalk Burgher eine neue Prokla-

»Ä. Jayrgaug. iw», ai«.

mation erlassen, in welcher der unentwegte Kampf gegen die Ena- länder angekündigt und jeder Vergleich zurückgewiesen wird. Die tägliche Verlustliste der englischen Truppen in Südafrika beziffert sich für gestern auf einen Gefallenen, 7 Verwundeie und 11 an Krankheit Verstorbene.

wh. London, 10. Juli. DasAmtsblatt" veröffentlichk einen langen Bericht Kitcheners vom 8. Mai über die seit März in Südafrika ausgeführten Operationen. In dem Bericht heißt es: Außer Anderem erhielten die in die Kapkolonie einmarschirten Buren ohne Zweifel neuen Rekrutenersatz aus den Reihen der Kolonialburen. Ein beträchtlicher Theil der ländlichen Be­völkerung sicherte ihnen jeder Zeit nicht nur reichlichen Ersatz an Lebensmitteln, sondern gab ihnen auch zur Zeit Nachrichten über die Bewegungen unserer Berfolgungs-Abtheilungeii, zwei Punkte, die ihnen sehr zu Gute kommen. Einige Unruhe zeigte sich kürzlich im äußersten Nordweste» der Kapkolonie, ivo Ab- theilungen des Feindes zeitweilig versuchten, unsere Posten zu beunruhigen. Bisher waren jedoch die dort stationirten Truppen vollständig in der Lage, ihre Stellungen zu behaupten und Vorstöße des Feindes nach dem Innern der Kapkolonie zu ver­eiteln.

hd. Berlin, 9. Juli. DerLokal-Anzeiger" meldet aus Brüssel: DerPetit bleu", das offiziöse Organ der Vurev- Vewegung in Belgien, Hält allen Dementi entgegen ausrecht, daß eine Kaper-Flotte bereit und deren Organisatoren entschlossen wären, solche auf eigene Kosten und Gefahr in Aktion treten zr lassen,, falls Krüger sich nochmals weigern sollte, sein Einver- ständniß zur Thätigkeit einer solchen zu geben.

Die Behauptung, daß Krüger große Sun,,neu staatlicher und privater Gelder nach Europa mitgenommen habe, wird ent­schieden bestritten. Das dem Präsidenten noch zur Verfügung stehende Baargeld ist, wie nian einemDaily NewS"-Korrespon- denten versicherte, auf einige 1000 Pfund zusammengeschmolzen. Die sämmtlichen Kosten der Kriegsführung auf Seiten der Buren, einschließlich der Quittungen fürkommandirtes" und offiziell gemünztes Gold übersteigen nicht 4% Will. Lstr., wo­von nur ein sehr kleiner Theil nach Europa gebracht worden ist.

Ein Verbot aller nicht-englischen Zeitungen in Johannesburg? Wie derFranks. Ztq." mitgctheilt wird, hat die englische Militärbehörde in Jobanncsburg die Verord­nung erlassen, daß all- fremdländischen Zeitschriften der Ver­nichtung anheimfallen. Diese Verordnung erscheint so unge­heuerlich, daß man geneigt ist, an ein Mißverständniß zu glauben, denn es ist nicht einzusehen, was durch ein absolutes Verbot aller ausländischen Zeitschriften erreicht werden soll, da doch auch große und angesehene englisch- Blätter Nachrichten enthalten, welch« den gegenwärtigen Machthabern zu Johannes­burg unangenehm sind. Soll vielleicht auch den Organen der englischen Opposition der Eintritt in Johannesbura verboten werden?

Aus Stadt und Laud.

Wiesbaden, 10. Juli.

Eisenbahn-Personalien. Der Kaiser hat dem Ge­heimen Baurath Porsch zu Frankfurt a. M. die nachgesuchte Entlassung aus dem Staatsdienst mit Pension ertheilt und dem­selben aus diesem Anlaß den Königlichen Kronenorden 2. Klaffe, erner den nachbenannten Beamten aus Anlaß des Uebertritts in den Ruhestand das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen: dem Packmeister N i c d e r h ä u s e r zu Wiesbaden, dem Lndemeister Maier zu Biebrich (Mosbach), den Weichenstellern Damm zu Riidesheim, Engeland zu Limburg, Funk 2. zu Winkel und Schwarz 5. zu Limburg. Verseht die Stationsvorsteher zweiter Klaffe: Jsleib von Hanau-Nord nach Flörsheim und Sengen von Flörsheim nach Hanau-Nord, der Giiterexpedient Strack von Kastel nach Frankfurt a. M., di- Stationsverwalter Müller von Niederbrechen nach Idstein und Rieg von Idstein nach Simmern, Bez. Mainz, Stations-Assistenten Schneider von Eltville nach Friedberg, Kuge von Wissen nach Kastel, Gröninger von Bebra nach Wiesbaden, Frischbier von Nieder-Walluf nach Ariern, Bez. Erfurt, Nicolaus von Ariern, Bez. Erfurt, nack Nieder-Walluf und Kriehn von Eppstein als Stationsverwalter nach Niederbrechen, Gliß von Fulda nach Limburg. Befördert: Die Staions-Assistenten Kuge in Kastel zum Königlichen Güter­expedienten: Lokomotivheizer Wenzel in Oberlahnstein zuin Lokomotivführer. Zugang von anderen Verwaltungen: Loko­motivführer Rendel und Panthel in Mainz, Direktionsbezirk Mainz, ersterer nach Kastel, letzterer nach Langenschwalbach.

- Feuilleton Aus Kunst und $?W

Kunstsliloii Banger.

An den beiden Längswänden des Oberlichisaakes b Banger hängen die Bilder zweier Maler einander gegenüüe die mich unwillkürlich an eine parallele Gegenüberstellung zwei Größen in der Litteratur mahnen. Mit entsprechend verkleinert! Maßstäben gemessen, stehen sich die beiden ausstellenden Künst'e Wilh. Schölkmann und Max Nebel, gegenüber, w Tolstoj und Ibsen. Schölkmanns Kunst holt, wie die Tolstoj ihre beste Kraft aus der vorbehaltlosen Hingabe an die Natu Wie Tolstoj erzielt Schölkmann seine schönsten Wirkungen dur> die schlichte Wiedergabe eines schlichten Vorwurfes. Wie be- de: großen Russen, fehlt bei ihm trotz aller treuen Wahrheit di mächtige Roiz einer subjektiven Durchdringung des Ganzen »ich Und endlich hat auch noch die Technik Schölkmanns etwas vo der Tolpojs, den Zug ins Große, Wuchtige, der begleitende Fein heiten nn Detail nicht ausschließt. M. Nebel hat mit der Magier des Nordens nicht weniger gemeinsam. Bei ihm mus Kit bei seinem unendlich größeren Geistesverwandten, das Stü Leben, das er wiedergeben will, zuerst eine lange Wanberun durch alle Gange und Jrrgänge des Empfindens und de grübelnden Denkens wanbern, um bann, ganz eigenartig be leuchtet und mit bem Hauch einer anderen Welt erfüllt. oV wieder ans Licht zu steigen. Mit Ibsen hat Rebe auch die Herrschaft über eine raffinirt durchgebildete Techni zeinein. Damit ist zugleich auch gesagt, daß Schölkmann wi Rebe! ihre prinzipiellen Parteibewunderer und Parteiaeane haben werden. J -

Schölkmann lebt in Worpswede, jenem Dorfe, das ohn, Prophetenthum seines Platzes in der Kunst- geschicht- berens sicherer ist, als die Künstlerkolonie im nachbar- Darmstadt. Die Mehrzahl seiner ausgestellten Bilde,

doch wieder in jedem ein anderes. Fast möchte man sagen, es sei dem Künstler nur der Schauplatz von Lichtspielen und Farbenwirkungen, wären die Gestalten, mit denen er den Raum belebt, nicht mit solcher Hingabe gearbeitet und ihr An- theil an der starken Gesammtwirkung der Bilder nicht so ein großer. InAm Herdfeuer" ist das Spiel des cinfalleuden,

kühlen Tageslichtes, sein Streit mit dem offenen Herdfeuer, das nur in seinen Reflexen auf den Gesichtern der Umsttzenden nicht ganz wahr gegeben ist, von wunderbarer Echtheit. Die Ge­stalt der Frau im Vordergründe, die dem Beschauer den Rücken wendet, ist von solchem Leben und solcher Wabrheit, wie sie nur echtes Können zu^er,fielen weiß. Aehnliches ließe sich von den meisten Bildern Schölkmanns sagen.Das liebe Geld" nimmt besonders durch die scharfe, überzeugende Charakteristik gefange». Der Stuhlflechter",Bildniß eines verwachsenen Mannes", Alter Mann" sind sämmtlich Zeugnisse des gleichen großen Wollens und des ebenbürtigen Könnens. Schöpfungen schwächerer Stunden scheinenDer Besuch" undWenn Kinder allein zu Hause sind" zu sein. Von den Landschaftsbildern, von denen gleichfalls viel Anerkennendes zu sagen wäre, istIm Schatten" das interessanteste. Di- Nebeneinanderstellung des lichten Waldesgrün und des Vlau des Bauernanzuqes ist über­raschend kühn, aber mit Meisterhand zu einem harmonischen Zusammenklang gezwungen. Schade nur, daß die eine der' it- ftalten, der Knabe, ebenso mißglückt, wie die andere der Bauer, prächtig gelungen ist. Ai,s dem BildeDer alte Geiger" dos eine ganz andere Technik zeigt, ist zu ersehen, daß Scbölk- mann seine starken Wirkungen nicht aus den Hülfsmitteln einer bestimmten Techntk holt. Jedenfalls wird man von dem Künstler, der nach mannigfachen Schwierigkeiten am Anfang des Weaes durch die Oeffentlichkeit steht, noch viel Gutes hören.

Bei Rebels Gemälden kehrt eine Wirkung immer wieder. Das Landschaftliche nimmt trotz manches Befremdlichen immer wieder gefangen, das Erdachte, sozusagen der ritterarische In­halt des Bildes, läßt immer wieder kalt oder fordert direkt» Widerspruch heraus. So schön das ferne Sonnenlicht inSchisse «^^beudsonne", so stark dieStimmung inDünen".Abend- &A meiika. LMLL,Mdera

und rein ergrllbelt sind die, aus dem rein Bildmäßigen heraus- sallendcn Gedanken verkörpert. Wie Rebel die Farbe zu meistern versteht, zeigen besondersEin Wiedersehen" undBauer pflügend". Bössenroths gleichzeitig ausgestellte Land­schaftsbilder und M. Stahlschmidts Thierbilder haben nichts zu sagen, was über den braven Durchschnitt hinausginge Die letzteren eher noch weniger.

In der Ausstellung desN a s s a u i s ch e n flu n st - Vereins" sind zu den Gemälden Vighis noch zwei Land- schaften von K ü st n e r gekommen, die in der Behandlung des Mondlichtes sehr Hübsches geben. I. K.

* Domsänger-Konzert. Auf dem Programm, .welches die Konzertvereinigung von Mitgliedern des Königlichen Dom­chors zu Berlin am 12. Juli in der Ringkirche zur Ausführung bringt, findet sich unter den modernen Kompositionen auch eine Choral-Motette von C. Mengewein, die der Komponist den Domsängern speziell für ihre diesjährige Reise, auf der sie wieder einmal eine Jubiläum-Aufführung ihr 800. Konzert absolvircn, gespendet hat. Der Königliche Musikdirektor Mengewein, der jetzt in Berlin einen der hervorragendsten und beliebtesten Chöre, den von ihm gegründetenOratorien-Verein", leitet, steht bei vielen Wiesbadenern in guter Erinnerung; denn er ist eine ganze Reihe von Jahren mit großem Erfolg- am Freudenberg'schen Musikinstitut hicrsclbst als Lehrer thätig ge­wesen. Eintrittskarten in H. Wolffs Hoftnusikalienhandlung, Wilhelmstraße 30.

* Geh. Justrzrath Lanff ß. Am Sonntag ist in Köln, wie wir schon berichteten, der in weitesten Kreisen bekannte und hochgeschätzte Geh. Justizrath und Notar a. D. Johann Peter Laufs, der Vater des Dichters Josef Laufs, gestorben. Die Köln. Zig." schreibt über ihn: Geboren am 9. November 1820 zu Hackenbroich bei Worringen, besuchte er in Köln das Marzellenghmnasium und widmete sich zunächst dem geistlichen Studium. Da ihm dies aber keine innere Befriedigung ge­währte, wandte er sich bald der Rechtswissenschaft zu. Bereits; 1848 bestand er daS NotariatS-Examen und bald darauf wurde!

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