No. 81». 49. Jayrgan».
Wtesvavener Tagblau (Aveno-Ausgave-. «erlag: «auggafte »7.
8. Jutt i99i. Seite 8.
jbte Eisenbahn zu schützen, wegen der zahlreichen Unebenheiten heS Gebietes, die den Buren die Angriffe auf die Eisenbahn erleichtern.
( s Erfolg der Mist Hobhouse. Der Bericht der MißHobhouse über die in den Lagern internirten Buren .hat bereits einen wichtigen Erfolg gehabt. Der Kriegsminister zeigte an, daß nun „alle Frauen, Kinder, betagte Personen und zuverlässige Männer, die über angemeffene Existenzmittel verfügen", die Gefangenenlager verlassen dürfen. Das ist ein Bruch mit der bisherigen Praxis, und diesen Bruch hat Miß Hobhouse in den Vorschlägen, die sie auf Grund ihrer Erfahrungen in den Lagern dem Kriegsminister unterbreitete, an -rster Stelle empfohlen.
Aus Stadt und Aaud.
Wiesbaden, 8. Juli.
— Personal-Nachrichten. Herr OberregierungSrath Dr. Meyer, bisher in Elberfeld, ist als OberregierungSrath an die Königliche Eisenbahndirektion in Frankfurt a. 2JK versetzt worden. — Herr Regierungs-Assessor Dr. jur. Heinsius tu Berlin ist dem Landrath des Kreises Lauban, Regierungsbezirk Liegnih, zur Hülfeleistung in den landräthlichen Geschäften zugetheilt worden. — Herr Rentmeister H e r t g e n von Limburg a. d. L. ist zum 1. August nach St. Goarshausen
versetzt. . .
— Kurhaus. Wir machen darauf aufmerksam, dass die beiden Konzerte um 4 und 8 Uhr im Kurgarten morgen Dienstag von der Kapelle des 2. Rheinischen Husaren-RegimentS Nr. 9 aus Straßburg i. E. unter Leitung des Königl. Stabs- trompeters Herrn Meltzer ausgeführt werden. Der Kapelle geht ein vorzüglicher Ruf voraus. Ein besonderes Eintrittsgeld wird nicht erhoben, doch sind alle Kurhauskarten beim Eintritte vorzuzeigen.
— Walhalla-Theatcr. Die Stettiner Sänger, sie ob ihrer vielseitigen, künstlerischen Darbietungen in allen Kreisen sich steigernder Beliebtheit erfreuen, bringen heute zum ersten Mal die Schlicht'sche Humoreske: „Excellenz kommt", zur Aufführung. Dieser urkomische Einakter ging in Berk» ffi» ß00-mal mit dem denkbar größten Erfolge in Scene.
— Eisenbahn Wiesbaden-Mainz. Auch der Gemeinderath zu K a st e l hat sich gegen die Ausführung der Pläne der neuen Eisenbahnlinie Mainz-Wiesbaden, und zwar der Theil- strecke Kurve-Kastel-Kostheim, ausgesprochen. Der Gcmeinde- rath spricht nämlich den Wunsch aus, daß die zu errichtenden Dämme aus Eisenkonstruktion hergerichtet werden sollen. — Aus Anlaß der Submission für die Vergebung der neuen Brücken über den Rhein an beiden Seiten der Insel Petersau im Zug der projektirten direkten Eisenbahnlinie Mainz-Wiesbaden haben einige Blätter die Mittheilung gebracht, daß unmittelbar nach Oeffnung der Submissionsofferten, die am 27. porigen Monats auf der hiesigen Eisenbahndirektion erfolgt ist, der Firma Holzmann in Frankfurt a. M. der Zuschlag ertheiit sei. Diese Nachricht ist, der „F. Ztg." zufolge, falsch. Der Zuschlag wird erst ertheilt werden, nachdem der eingereichte Plan technisch und rechnerisch geprüft sein wird, und daß dies nicht in einem Tage geschehen kann, liegt auf der Hand. Die niedrigste Forderung I>at die Firma Holzmann in Frankfurt a. M. gemeinsam mit der Brückenbauanstalt in Gustaösburg abgegeben. Düse beiden Firmen haben sich vorher darüber geeinigt, daß die Firma Holzmann die Tiefbaukonstruktion (Pfeiler rc.) und d:e Brückenbauanstalt Gustavsburg die Hochbaukonstruktion (die eigentliche Brücke) übernimmt. Wenn keine Anstände gegen die «ngereichten Pläne erhoben werden, so läßt sich allerdings an- uehmen, daß diese Firmen den Zuschlag erhalten werden. Da ihre Werkstätten ganz in der Nähe des Bauplatzes der Brucken gelegen sind, so ist es einleuchtend, daß diese Firmen die geringsten Kosten für den Transport der Materialien und der her- gestellten Bautheile für die Brücken haben, sie also auch am Migsten Herstellen können.
o. Ein seltenes Berufs-Jubiläum begeht heute Herr ^Franz Josef D e x e l m a n n hier. Es sind nämlich 40 Jahre, daß derselbe in dem Dienst des Rechtsanwalts und Notar- Herrn Justizrath Dr. Herz hier sich befindet und während des größten Theils dieser Zeit in dem umfangreichen Geschäftsbetrieb seines Chefs den Vertrauensposten als Kassirer bekleidet.
o Todesfall. Herr Schreinermeister Karl Kißling ist heute Früh im Alter von 59 Jahren gestorben. Durch gediegene Fachkenntnisse, Umsicht und Reellität war es dem Verstorbenen gelungen, seinen Geschäftsbetrieb immer mehr zu vergrößern, sodaß derselbe heute als einer der umfangreichsten seiner Art bezeichnet werden darf. Herr Kißling, der seiner angegriffenen Gesundheit wegen vor etwa Jahresfrist das Geschäft seinem Sohne übertrug, hatte sich auch in den Kreisen der hiesigen Handwerker großen Ansehens zu erfreuen, welches insbesondere dadurch zum Ausdruck kam. daß er lange Jahre hindurch mit dem Amt eines Vorstandsmitgliedes im „Lokal-Gewerbeverem" betraut wurde. ^ _
— Kaufmännischer Verbandstag. Am Sonntag, den 14. Juli 1901, wird die diesjährige 2. ordentliche Kotlferenz des mitteldeutschen Gauverbandes kathol. kaufmännischer Vereinigungen Deutschlands hier abgehalten. Das Programm dazu ist folgendes: 11 Uhr: Beginn der Konferenz im Saale des Katholischen Lesevereins (Kasino), Luisenstraße 27. 1 Uhr: Gemeinschaftliches Mittag- lrffcn im Hotel Nonnenhof (Damensaal). Nach dem Essen: Fort srtzung der Berathungen im Leseverein. Nach Beendigung der selben: Rundgang durch die Stadt und deren Umgebung. Abends 8^4 Uhr: Zwanglose gemüthliche Familienzusammenkunft im Saale des Katholischen Lesevereins (Kasino).
— Bauernfänger. Zu der Notiz im Abendblatt vom Samstag, betreffend die an einem Handwerker aus Hannover Verübte Bauernfängerei, wird uns mitgetheilt, daß nicht der Betrogene selbst Anzeige erstattet hat, sondern daß die Festnahme nur durch das Eingreifen des Herrn Landwirthschafts-Jnspektors Keifer erfolgen konnte, der die „Herren" bei ihrem Spiel beobachtet, verfolgt und der Polizei überliefert hatte. Jedenfalls hat man es mit ganz abgeftimten Schurken zu thun. Hoffentlich gelingt es der Polizei, den zweiten auch noch zu ftmgen. '■*
' o. Unfälle. Gestern Abend ist der Maschinenmeister B. » einem Hause im Hirschgraben so unglücklich gestürzt, daß er ttne erheblichere Verletzung an einem Knie davontrug, die ihn Aöthigie, im städtischen Krankenhause ärztliche Hülfe in Anbruch zu nehmen. — Heute Vormittag ging in der Kapellen- fkaße ein Pferd der „Wiesbadener Mlchkuranstall" durch und j vaste bis in die Geisbergpraße hinein, wo es dicht vor dem i 'Hotel Ftchr auf das Trottoir stürzt^ hex WaM ebensaW.UD-.si
kippte und die darin befindlichen leeren und gefüllten Flaschen s
zum großen Theil in Trümmer gingen. Das Pferd, welches um rin Haar in ein großes Fenster des genannten Hotels gerannt wäre, trug bedeutende Hautabschürfungen davon und der Wagen war auch beschädigt. — In dem Merz'schen Hause in der Wilhelmstraße ist heute Vormittag einem bei der Firma Retten- mayer bediensteten Fuhrmann ein bedauerlicher Unfall zuge- toßen. Als der Mann, mit einem schweren Sacke beladen, über einen mit einem Holzdeckel versehenen Schacht gehen wollte, ist er dadurch, daß der Deckel brach, so unglücklich zu Fall gekommen, daß er erhebliche Verletzungen, namentlich ini Gesicht, erlitt. Der Verunglückte, der nicht mehr gehen konnte, wurde, nachdem ihm ein herbeigerufener Arzt die erste Hülfe geleistet, durch Matrnschaften der Feuerwache in das städtische Krankenhaus gebracht. Der Verunglückte heißt Bolz. Seine Verletzungen bestehen hauptsächlich in einer Gehirnerschütterung und einem Bruch des Nasenbeines.
— Ein kleines Kunstbauwerk ist gegenwärtig in dem Garten-Restaurant „Friedrichshof", Friedrichstraße (bei Böcke- meier), zu sehen. Es ist das in natürlichem Mauerwerk her- gestellte Schloß Rhein st ein en miniature ausgestellt, welches von einem jungen Maurer, Karl Birk in Dotzheim, Neugasse 33, ausgeführt wurde. Die kunstvolle Arbeit erregt die größte Bewunderung des Publikums und macht dem Verfertiger alle Ehre. Das Werk eignet sich zur Zierde für größere Garten- anlagen, da es, Abends beleuchtet, sehr effektvoll wirkt. Der Verkaufspreis ist auf 300 Mk. festgesetzt.
— Kleine Notizen. Dem „Wiesbadener Männer- gesang-Verei n", welcher in diesem Herbst sein 60-jähriges Jubiläum feiert, beabsichtigen die Damen des Vereins ein Geschenk darzubieten. Zu diesem Zweck hat sich ein Comite gebildet, welches alle Damen auf Dienstag Nachmittag zu einer Besprechung in das „Hotel Schützenhof' einladet. — Gestern Abend gegen 9^4 Uhr fand in einem Hotel in der unteren Nheinstratze ein Kaminbrand statt, Ivelchen die Feuerwache löschte. _
Is T . Biebrich, 7. Juli. Gestern Nachmittag 3Y 4 Uhr ertönte das neue Geläute der katholischen Kirche in schönem, harmonischem Zusammenklange zum ersten Male. — In seiner gestrigen Generalversammlung beschloß der „Krieger-Verein", an einem Sonntag im August (4. oder 18.) einen Ausflug nach Idstein zu unternehmen. — Von einem Radfahrer umgefahren wurde gestern Abmd gegen 10 Uhr in der Rathhausstraße ein hier wohnhafter Mann. Der Radfahrer, welcher in einem recht schnellen Tempo fuhr, auch keine Laterne an seiner Maschine hatte, stieß gegen den die Straße überschreitenden Mann so heftig, daß derselbe umschlug und sich durch Ausfallen auf einen Bandstein derartige Verletzungen zuzog, daß er sich verbinden lassen mußte. Der Unsitte, innerhalb der Stadt in rasender Eile die Straßen zu passiren, müßte doch endlich gesteuert werden. — Seit Freitag Abend werden die Straßenbahn-Haltestellen am Rhein, der Kreuzungspunkt an der Kaiser- und Rath- hausstraße, sowie das Wagendepot durch Bogenlampen elektrisch beleuchtet. — Bei dem am nächsten Sonntag stattfindenden Gartenfest des „Evangelischen Kirchengesang-Vereins" in der „Krone" wird, laut Beschluß der monatlichen Versammlung vom 8. l. M., die Kapelle des 3. Grotzh. Hess. Jnf.-Regts. zu Mainz Mitwirken. Etwaige Besucher aus Wiesbaden dürste es inter- essiren, daß Eintrittskarten ä 60 Pf. am Büffet des „Hotel zur Krone" ausgegeben werden.
* Mainz, 8. Juli. R h e i n p e a e l: 1 m 9 cm gegen 2 m 10 cm am gestrigen Vormittag.
Y. AmdcM des MMMMMUngerbULdes.
Gonsenheim, 7. Juli.
Begünstigt durch hübsches Wetter und getragen von der Sympathie der ganzen Bevölkerung, nahm das V. Bundesfest, welches der „Mittelrheinische Sängerbund" in diesen Tagen Hierselbst abhielt, den schönsten Verlauf, sowohl in seiner Vorfeier, bestehend in einem Umzug mit der Bundesfahne durch den Festort und einem großen Kommers im Saal des Gasthauses „Zum Löwen", als auch besonders in seinem musikalischen Theil. Heute Vormittag, 10 Uhr beginnend, sangen die Bundesvereine, welche sich an dem Einzelsingen betheiligten, in zwei Abtheilungen je einen ihrer Abtheilung entsprechenden selbstge- wählten Chor und ein Volkslied. Me Gesänge wurden unter Zugrundelegung der Censurm 1 bis 4 von den Herren Preisrichtern: Professor A. Urspruch-Frankfurt, Königlichen
Seminar- und Musiklehrer P. T e i chf i s ch e r - Usingen und Musikdircsior A. Theiß-Neuwied nach Intonation, Aussprache, Rhythmik, Dynamik, Auffassung, Stimmenausgleichnng und Schwierigkeit gewerthet, wobei folgende Resultate erzielt wurden: A) Äbtheilung für Volksgesang: „Einigkeit"-Gonsen- heim 128 Punkte, „Concordia"-Hofheim 124 P., „Männergesang- Verein"-Kastel 122 P., „Germania"-Ober-Jngelheim 113 P., „Eintracht"-Oestrich 108 Pi; B) Abtheilung für Kunstgesang: ,Mnigkeit"-Weisenau 184 P., „Liedertafel"-Weisenau 149Z4 P>, „Harmonie"-Kostheim 149 P., „F r i e d e" - W i e s b a d e n 148*4 P., „Sängerrunde"-Mainz und „Frohsinn"-Bockenheim je 147 P., „Liederkranz"-Bockenheim 143y 2 P. Der stattliche Festzug umfaßte in drei Abtheilungen 37 Vereine und sehr zahlreiche Festbesucher aus Mainz. Auf dem Festplatz begrüßte der geschäftsführende Vorsitzende, Herr E. V i e sio h n - Frankfurt am Main, die erschienenen Gäste in schwungvoller Rede, worauf die Maffenchöre „Schäfers Sonntagslied" von Kreutzer und , Die Loreley" von Silcher unter Leitung des Bundesdirigenten, Herrn H. S p an g e n b er g - Wiesbaden, zum Vortrag gelangten. Bei dem überaus starken Besuch herrschte reges und frohes Leben. Gegen 6 Uhr gab der Vorsitzende die Resultate des Wettsingens bekannt, worauf jedem Verein ein Diplom über seine Leistung und eine Erinnerungsmedaille übergeben wurde
Sport.
* Langenschwalb ach, 8. Juli. Am Montag, den 22. Juli, und folgenden Tagen findet dahier ein Lawn-Tennis- Turnier statt, in welchem zum ersten Mal die Meisterschaft von Nassau zum Austrag kommt. Herren und Damen, welche sich an demselben betheiligen, wollen ihre Nennung an Herrn A. P. Boehm, Bad Langenfchwalbach, Badweg 8, einsenden, zugleich mit dem Betrag. Bei genügender Betheiligung kommen folgende Konkurrenzen zum Austrag: 1. Herren-Einzelsptel,
Meisterschaft von Nassau, Beitrag 5 Mk., 2. Herren-Emzelsprel mit Vorgabe, Beitrag 8 Mk.. 3. Herren-Doppelsptel ohne Vorgabe. Beitrag 6 Mk.. 4. Herren-Doppelspiel mit Vorgabe, Bei- trau 8 Mk.. 5. Herren- mch Damen- gemilchtes Dovvellviel.
Herren 8 Mk., Damen 3 Mk., 6. Damen-Doppellviel. Beitrag
3 Mk. Nennungsschluß am 18. Juli.
* Berlin, 8. Juli. Bei dem gestrigen Wettfahren um dle Meisterschaft der Welt über 100 Kilometer im Sportpark Friedenau siegte der Münchener Robl gegen Dickentmann und noch vier andere. Der Franzose Bouhours stürrte und mußte von der Bahn getragen werden.
* PariS, 6. Juli. Fournier, der Sieger bei der Automobtl- Wettfahrt Paris-Berlin, erklärte einem Vertreter des „Figaro", eine Fahrt sei ohne Zwischenfall verlaufen. Er habe nur einen §und todtgefahren. In Hannover habe er bemerkt, daß man ihm eine Bremse in Unordnung gebracht und das Oel aus den Achsen des Wagens entfernt habe. Er werde sich jetzt einen Monat ausruhen und gedenke alsdann an einer in Amerika tattfindenden Automobil-Wettfahrt theilzunehmen.
Gerich ts fast.
* Mainz, 6. Juli. Der Schriftsteller Max Dunkel aus Mittenwald, der sich im Frühjahr v. I. in Wiesbaden, Frankfurt und Mainz als „Dr. Dorning" ausgegeben und Betrügereien verübt hatte, stand heute zum dritten Male vor der Strafkammer. In den beiden vorhergehenden Fällen hatte er mit Erfolg Revision gegen die Urtheile beim Reichsgericht eingelegt. Am 19. Oktober 1900 wurde er zu 4 Jahren Zuchthaus verurtheilt; bei der zweiten Verhandlung am 18. März d. I. erhielt er 2H4 Jahre Zuchthaus und jetzt billigt ihm das Gericht trotz des gleichen Ergebnisses der Beweisaufnahme mildernde Umstände zu und verurtheilt ihn zu 2 Jahren Gefängniß unter Einrechnung von einem Jahr Untersuchungshaft und 5 Jahren Ehrverlust. Dunkel, der seit 14 Monaten in Untersuchungshaft i st, hat in dieser Zeit durch litte- rarische Arbeiten 2400 Mk. eingenommen.
Letzte Nachrichten.
Conlinental-Telcgraplien. Compagnie.
Paris, 8. Juli. Der „Figaro" meldet, daß der Vatikan der französischen Regierung eine diplomatische Note gegen daS Vereinsgesetz überreicht habe. — Das „Jourmal" schreibt: Die Leistung, die das Unterseeboot „Gustav Z«nr" jüngst anläßlich der Flottenmanöver vollbracht habe, sei umso bemerkenswerther, als Admiral Gervais dein Schiffskommandanten empfohlen hatte, auf einen Angriff durch Unterseeboote vorbereitet zu sein.
Sofia, 8. Juli. Me Quarantänemaßnahmen wurden verschärft. Der Eintritt der Reisenden aus der Türkei ist auf die Staftonen Hebitschewo und Vurgas beschränkt. Auch der Orienterpreßzug wird der Quarantäne unterworfen.
Konstantinopel, 8. Juli. (Wiener H. K. Büreau.) Der Khedive von Egypten ist hier angekommen und begab sich nach dern Mdiz-Palais, um dem Sultan seine Huldigung darzubringen.
llä. Berlin, 8. Juli. Ein Telegramm des „Berliner Tageblattes" aus Wien besagt: Der „Reuen Freien Presse" wird aus K o n st a n t i n o p e l gemeldet: Nach dem Beschluß des letzten Sanitätsrathes wurde gestern mit der Durchsuchung aller Häuser Galathas in der Nähe des Quais begonnen, in die wahrscheinlich Ratten von egyptischen Schiffen eingedrungen sind. Es wird als sicher angenommen, daß schon zahlreiche Pestfälle vorgekommen, aber ohne Anzeige bei der Behörde geblieben sind. Der Sanittitsrath erließ daher ein Verbot jeder Beerdigung ohne vorherige ärztliche Todtenschau.
hd. Bonn a. Rh., 8. Juli. In G o d e s b e r g bekamen heute in der Frühe auf dem Heimweg von einer Tanzmusik mehrere junge Leute Streit, in dessen Verlauf der Ziegelarbeiter August Schmidt das Messer zog und einen Kellner Namens Ruland erstach. Der Bruder des Ruland wurde durch Messerstiche schwer verletzt und mußte ins Krankenhaus zu Godesberg gebracht werden. Der Thäter ist verhaftet.
hd. Teplih, 8. Juli. Ein großer Brand vernichtete die Tannen- und Fichtenwälder bei Lammerhain.
hd. Paris, 8. Juli. In dem Vorort Maisons Alfort wurde ein 10-jähriges Mädchen vergewaltigt und erdrosselt ausgesunden. Ein fremdes Halstuch fand man noch bei der Leiche. Dasselbe war jedoch verschwunden, als die Polizei zur Beweisaufnahme eintraf. — Das Schloß von Salency ist für die Summe von 2,200,000 Francs an den Grafen Castelane verkauft worden. — In Privat ermordete eine Wäscherin i h r e d r e i K i n d e r und beging dann einen Selbstmordversuch, indem sie sich mehrere Messerstiche beibrachte. Die Frau wurde ins Hospital gebracht.
5».
Gcld^iarkt. Coursbericht der Frankfurter B ö r s e vom 8. Juli, Mittags 12(4 Uhr. Kredit-Aktien 199.80, Diskonto-Kommandit 174.20, Staatsbahn 136.30, Lombarden 22.70, Gotthard 152, Nordost 101, Laurahütte 182, Bochumer 164, Harpener 182. Tendenz: beruhigt.
Wien, 8. Juli. Oesterreichische Kredit-Aktien 635.o0, Ktaatsbabn-Ältien 635, Lombarden 94, Marknoten 117.48.
Geschäftliches.
SBei der Deutschen M tlit a i r d i e n st-V er si ch c ru n g s- Anstalt in Haniiover waren im Monat Juni 1901 tu den beiden von der Anstalt betriebenen Geschäftszweigen, der M l l i t a t r- d i en st-V er si ch er nn g und Lebens-Versicherung (auch ^öch ernversoratma), zu erledigen: 739 Anträge über Mk. 1,458,490.- Nerücherunas-Capital. Non Errichtung der Anstalt (1878) bisEnde Juni 1901 gingen ein 354,838 Anträge über Mk. 468,689,000.— Versickerungs-Capital. Die Auszahlungen an.Veüsuch-rungs nmme Pränlienrückgewahr rc. >m Laufe des Jahres “fFHM
Mk 6,150,000, die Gesammtauszahlungen seit Bestehen der Anstalt
Der unerla ubt« Nachdruck unirrer Ori ginal-Arli lel ist vkrdotcu.
Leitung: W. Schulte vom Brühl in Wiesbaden.
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