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Witsbabener Sagblatt.

40. m < .. .. ■**

40. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgabe». — BezngS.PreiS: durch de» Verlag »o Pfg. monatlich, durch die Post s Mk. S« Pfg. vierteljährlich für beide Ausgabe» zusammen.

Verlag: Langgasse 27.

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Av. 004. Nedaktions-Fernfprechcr No. 52. Mittwoch, bell 3. Iulj.

Verlags-Fernsprecher No. 2266.

1S0I.

Abend-Ausgabe.

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WkSdadm €inl{ommcn(tcucnicvljältni()*c in neiiejter KeteWilng.

Die mcißgebeudstei: Quellen für die fortlaufende Preußische Steuerstntistik sind die „Mittheilungen aus der Verwaltung der direkten Steuern im preußischen Staate", welche das Königliche statistische Bureau zu Berlin im Aufträge des Finauzministers alljährlich bei Beginn der Lerathnng des Staatshaushaltsetats in einen: starken Lexikoufonucitbaude erscheinen läßt, und die „ver­gleichende Ilebersicht der Ergebnisse der Einkommensteuer- Veranlagung" für das ablanfende und das vocherge- gangene Rechnungsjahr, welche der Finanzminister dem Abgeorduetenhallse als Material für die Berathung des Staatshaushaltsetats alljährlich zustellt. Aus den vor einigen Monaten dem Abgeordnetenhause übergebenen, das Jahr 1900/01 in seinem Vergleiche mit 1899/00 be­treffenden neuesten Ausgaben dieser Quelllverke an dieser Stelle einiges Allgemein-Interessantere aus der neuesten Einkommensteuer-Veranlagung unserer Stadt mitzu- cheileu und damit hie und da einen Blick in die über 1899/00 zurückliegendenJahre zu verbinden, ist der Zweck der gegenwärtigen kleinen Arbeit. Bekannt ist aus deren Inhalte bis jetzt nur wenig oder gar nichts, denn der städtische Verlvaltungsbericht, welcher vielleicht dies oder jenes aus demselben bringen kömrte, lvird vor dem Hoch­sommer kaum zu erwarten sein.

Was nun zunächst die Grundlage der gesammten Ein­kommensteuer-Veranlagung, die sogenannte Personen- standsaufuahiue, anbelangt, welche Seitens derGemeinde- vorstände je im Herbste für die Einschätzung des nächsten JahreS vorgenommcn wird, so ergeben sich für unsere Stadt in den letzten fünf Jahren in dieser Beziehung folgende Ziffern, und zwar:

1896/97 .... 73,067 Köpfe,

1897/93 .... 75,062 „

1898/99 .... 78,271 „

1899/00 .... 79,769 „

1900/01 .... 82,252 „

Der Eiukommenverstenerung unterliegen hiervon zu­nächst die sogenannten Exterritorialen nicht, also z. B. Diejenigen, die, ohne in Preußen einen Wohnsitz zu haben, seit mehr als zwei Jahren im Auslande sich dauernd auf­halten. Ihre Anzahl betrug in den angeführten fünf Steuerjahren in unserer Stadt 983 bezw. 831, 641, 976, und 936. Ferner unterliegt der Einkommensteuer-Ver­anlagung die große Masse derjenigen Personen nicht, deren steuerpflichtiges Einkommen den Betrag von 900 Mark nicht überschreitet..

Für unsere Stadt waren dies in den fünf Betrachts fahren:

1896'97 .... 35,707 Köpfe,

1897/98 .... 35,658 .,

1898/99 .... 40,948 „

1899/00 .... 41,369 „

1900/01 .... 42,140 „

Kürzt man diese Ziffern und außerdem diejenigen der nicht steuernden Haushaltungsangehörigen, also der Kinder:c., von den obigen Personenstandsziffern, so ver­bleiben an eigentliche,: einkonunensteuerpflichtigen Per­sonen für unsere Stadt:

1896/97 .... 12,658 Köpfe,

1897/98 . . f , 13,567 „

1898/99 . . « . 13,638 „

1899/00 .... 14,095 „

1900/01 .... 14,490 „

Hiervon waren aus 8 18 des Einkommensteuergesetzes (Kinderzahl) 452 bezw. 612, 471, 569 und 513, aus § 19 aber (die Leistungsfähigkeit wesentlich beeinträchtigende Verhältnisse) 57 bezw. 59, 111, 129 und 183 Personen sreigestellt. Andererseits aber traten an sogeirannten nichtphysischen Personen (Aktiengesellschaften rc.) 7 bezw.

7, 7, nochmals 7 und 9 hinzu. Die Gesammtzahl der veranlagten Einkommensteuerpflichtigen unserer Stadt für die gedachten fünf Jahre stellte sich hiernach auf fol­gende Z:ffern:

1896,97 . . , , 12,166 Köpfe,

1897/98 .... 13,003 „

1898/99 .... 13,063 „

1899/00 ... . 13,414 „

1900/01 .... 13,803 „

oder im letzten Jahre 13,794 physische und 9 nichtphysische Personen. Das sind für erstere 16,77 vCt. der bei der Personenstandsausnahme ermittelten Kopfzahl Stellt man diese procentuale Ziffer mit dem nämlichen Ergeb­nisse beispielsweise derjenigen je 5 Städte vergleichend zu­sammen, die bei der Volkszählung von 1896 (denn die­jenige von 1900 kann, weil noch nicht feststehend, in der Steuerstatistik noch nicht in Betracht gezogen werden) ..unserer Stadt in der.Einwohnerzahl unMttelbar voran­

gingen bezw. unmittelbar nachfolgten, so erhält man fol­

gendes Bild:

Posen ....... 10,52 pCt.

Essen ....... 22,81 „

Cassel ....... 16,04 „

Kiel ..14,97 „

Erfurt.17,95 „

Wiesbaden . . . . 16,77

Duisburg.15,91 „

Görlitz.14,77 „

Schoneberg ..... 21,91 „

Rixdorf .17,10 „

Frankfurt a. 0.10,58 „

Die Anzahl der in unserer Einwohnerschaft enthal­tenen einkommensteuerpflichtigen Personen ist in unserer Stadt daher eine verhältnißmäßig etwas über dem Durch­schnitte stehende. Unter den vier Stadtkreisen unserer Provinz aber stehen wir mit unserer Ziffer an dritter Stelle, wi! aus folgender Zusammenstellung zu ersehen:

Frmkfurt a. M.17,22 pCt.

Cassel . ..... . 16,04 „

Wiesbaden . . . . 16,77 „

Hanau.17,14 „

Von den übrigen 76 preußischen Stadtkreisen haben 21 einen höheren, dagegen aber 64 einen niedrigeren Pro­centsatz als wir.

Das auf einen Steuerpflichtigen durchschnittlich veraw lagte Einkommen beträgt in unserer Stadt 4876,55 Mk. Hinsichtlich dieser Ziffer überragt uns im Staate nur Frankfurt a. M. mit 5368,02 Mk., während außer uns einen Dnrchschnittsbetrag von mehr als 4000 Mk. nur noch Charlottenburg (4763,15 Mk.) und Bonn (4283,44 Akk.) aufzuweisen haben. Der Dnrchschnittsbetrag der ge- saminten 76 preußischen Stadtkreise stellt sich auf nur 2873,97 Mk., und die Hauptstadt Berlin hat als Dnrch­schnittsbetrag gar nur 2703,32 Mk. aufzuweisen. Die vier Stadtkreise der Provinz Hessen-Nassau aber reihen sichindieserBeziehung wie folgt aneinander an, und zwar: Frankfurt a. M. . . . 6,368.02 Mk.

Wiesbaden . . . 4,876.66 „

Cassel ...... 3,499.42 „

Hanan. 2,878.35 „

und folgen sich also genau wie hinsichtlich der Zahl der Einwohner.

Nach alledem haben wir in Wiesbaden zwar nicht übermäßig viele Einkommenstenerpflichtigen, darunter aber abnorm viele der höheren und höchsten Einkommens- klassen. Was nun den veranlagtenEinkommenstenerb^tiag der Physischen Personen überhaupt anbelangt, so stellte sich derselbe in den Jahren seit dem Inkrafttreten der neuen Einkonunensteuergesetzgebung für unsere Stadt wie folgt, und zwar:

1893/94 ..... 1,219,637 Mk.

1894/96 1895/96 1896/97 1897/98 1898/99 1899/00 1900/01

und war somit eine stetige und

1.234.330

1.271.330 1,340,282 1,440,341 1,584,722 1,697,775 1,802,398 ..

, . . verhältnißmäßig auch

recht beträchtliche Zunahme zu verzeichnen. Beziffert sich dieselbe für den achtjährigen Gesammtzeitranm doch auf nicht weniger als zusammen 682,761 Mk.

Ans den Kopf der bei der Personenstandsaufnabme festgestellten Einwohnerzahl entfallen in: Jahre 1900'01 hiervon in unserer Stadt 21,91, aus den Kopf jedes ein­zelnen Einkommensteuerpflichtigen aber 130,67 Mk.

, In den letzten acht Jahren gestalteten sich diese Ein-

1893/94 .

. 17.96 Mk. beziv.

116.11

1894/95 .

. 17.83

„

109.21

1895/96 .

. 17.72

„

104.47

1896/97 .

. 18.34

„

110.32

1897/98 .

. 19.19

„

110.83

1898/99 .

. 20.25

121.38

1899/00 .

. 21.28

„

126.63

1900/01 .

. 21.91

„

„

130.67

- - ... — —Jahre in den

beiden gedachten Beziehungen unter den bereits oben an­geführten je 5 vor ihr stehenden beziv. nach ihr folgenden preußischen Städten gestellt ist, ergiebt sich aus folgender Aufstellung:

8.52 Mk. bezw. 81.04. Mk.

Posen Essen Cassel Kiel Erfurt W i e s b a d Duisburg Görlitz . Schöneberg Rixdorf Frankfurt a

Wiesbaden nimn:t in dieser Reihe mithin in beiden Beziehungen weitaus die ersteStelle ein und wird hieraus wohl auch nie verdrängt werden.

Der im Vorstehenden allein in Betracht gezogenen Gruppe, der sogenannten physischen Personen, reihen sich in der Einkommensteuer-Veranlagung alsdann noch die mchtphysischen Personen an, also die Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien, Konsumvereine, ein­getragenen Genossenschaften rc. Ihre Anzahl und ihr Ein- kommensteuer-Veranlagungssoll gestalteten sich in unserer Stadt seit dem Inkrafttreten der neuen Eiukommensteuer- gesetzgebnng wie folgt:

1893/94 5 Personen mit 29,388 Mk. Steuer,

1894/95 1895/96 1896/97 1897/98 1898/99 1899'00 7 1900/01 9

25,164

23,502

29,036

31,655

39,069

43,482

57,546

Das gesummte Einkommensteuersoll unserer Stadt, also der physischen und der nichtphysischen Personen zu- sammeugenonnneu, gestaltete sich in diesen Jahren mithin folgendermaßen:

Mk.

1893/94 .

. . 1,249,025

1894/95 .

. . 1,259,494

1895/96 .

. . 1,294,832

1896/97 .

. . 1,369,318

1897/98 .

. . 1,471,996

1898/99 .

» . 1,623,791

1899/00 .

. . 1,741,257

1900/01 .

. . 1,859,944

1893/94 zu 1894/95 1894/95 ., 1895/96

Procentualsatz derselben von den: Einkommensteuerbe­trage des vorhergehendenJahres lassen sich aus folgendem Bilde ersehen:

-i- 10,469 Mk. = + 0,84 pCt.

+ 35,338 „ = + 2,81 „

+ 74,486 „ = + 5,75 „

+102,678 „ = + 7,50 „

+ 151,795 „ =+10,31 „

+ 117,466 .. = + 7,23 .,

+ 118,687 „ =+ 6,82 „

Alles in Allem genommen, bieten die vorstehe>iden Darlegungen ein so anßerordeirtlich erfreuliches Bild, daß für die Zukunft die besten Hoffnungen wahlberechtigt sind.

1896/96

1896/97

1897/98

1898/99

1899/00

1896/97

1897/98

1898/99

1899/00

1900/01

e n

O.

14.49

13.54

7.09

9.82

21.91

8.24

8.68

11.52

3.28

6.46

63.53

84.38

47.40

54.67

130.67

51.80

58.76

62.56

19.17

61.10

Deutsches Deich.

* Hof- und Personal-Nachrichten. Die Prinzessin Heinrich von Preußen traf in Münster am Stein zum Kurgebrauch ein und nahm im „Hotel Bubat" Wohnung. — Wie dem Generalsuperintendenten I). Braun in Königsberg durch das Kabinett der Kaiserin mitgetheivt worden ist, hat die Kaiserin für den Bau von zehn Jubiläumskirchen in den Nmsten evangelischen Gemeinden der Provinz Ostpreußen das Protekto­rat übernommen. Nachdem zwei begüterte Herren als Bau­geld je 50,000 Mk. beigesteuert haben, hat auch die Kaiserin einen größeren Betrag aus ihrer Privatschatulle in Aussicht gestellt.

* Berlin, 3. Juli. Nach einer Petersburger Depesche des „Lokal-Anzeigers" meldet die „Nowoje Wremja", der deutsche Reichskanzler, Graf B ü l o w, treffe noch in di;sem Monat in Petersburg ein. Die Ankunft hänge mit dem Abschluß des neuen deutsch-russischen Handelsvertrags zusammen. Finanz- ministre Witte werde die beabsichtigte Reise nach der Mand­schurei bis zum nächsten Frühjahr vertagen. Er reist im Lauf des Sommers aus Gesundheitsrücksichten nach Wiesbaden.

* Mit der hohen Politik will Prinz Heinrich nichts zu thun haben. Bei einem Frühstück im Lübecker Rathswcin- keller nach der Kieler Woche erwähnte Bürgermeister Dr. Kluge in seinem Trinkspruch auf den Kaiser die Verhältnisse in China und die Erschließung des Handels im Osten. In den nunmehr folgenden Trinkspruch auf den Lübecker Jachtklub und die Stadt Lübeck flocht Prinz Heinrich folgende Aeußerung ein: „Zum Dritten muß ich erklären, daß ich auf den Theil der Rede, der die Politik betraf, nicht eingehen kann. Mit der hohen Politik habe ich nichts zu thun. Das überlasse ich besser Klügeren, über­lasse es Denen, die dafür verantwortlich sind."

* Zur Verlängerung der Niickfahrtsgiiltigkeit. Sämmtliche süddeutschen Eisenbahnverwaltungen scheinen, wie der „Köln. Ztg." aus München gemeldet wird, durch die so­fortige Einführung der 45-tägigen Gültigkeit für die preußischen Rückfahrkarten vollkommen überrascht worden zu sein. Es ver­lautet, die erste Nachricht darüber sei sogar den Regierungen nicht früher als am 28. Juni zugegangen. Alsbald folgten lebhafte Berathungen, deren Ergebniß ist, daß Bayern, zunächst für den Verkehr mit der preußisch-hessischen Eisenbahn-Gemeinschaft, ebenfalls die 45-tägige Gültigkeit, und zwar mit Rücksicht auf den Fertenverkehr, sofort einzuführen beschloß. Weiterhin wurde von Bayern eine Konferenz der bayrischen, württembergischen und badischen Eisenbahnverwaltungen angeregt, die heute Mitt­woch in München Zusammentritt. Als sicher kann gelten, daß diese Konferenz die 45-tägige Gültigkeit auch für den süd­deutschen und den inneren Perlehr, also für alle Rückfahrkarten,