3. Beilage Mm Mestlaüener Tagblatt.
Uo. 193. Morgen-Ausgak e.
Aus dem Wiesbadener Vereinslkben.
N-rrins-Nachrkchten.
*»2ßie§ 6 obener Lehrer-Verein" fixff
8^fir 2 ) 1 im ai 1» Cr ^ ln ft l f" 3 ri® amfla9 ' ben 27> April. Abends tz-rrnDr Tagesordnung: 1 . Vortrag des
* Wir machen im Voraus aufmerksam auf die Unterbaltuna m,t Tanz, die der ..Wiesbadener Athlet-n-Buud"
xkast«°i 0 O im Saale ..Zur Germania". Plaiter-
straße IM (Besitzer Herr H. Schreiner), veranstaltet.
-* ..^.^^llschaft „F r a t e r n i t as" hielt am 18 d M. £. ^brawersammlung ab. Der 1 . Präsident.
Herr Chnstian Schmidt, erstattete den Jahresbericht aus welchem hervorgeht, daß die Gesellschaft auch im verflossenen
Kassenbericht s ihr Möglichstes gethan hall Der
§e r rrn Alb. Zerbe, zeigte, daß di- n'ffe sehr günstige sind. Bei der Neuwahl des Vor- t Sf tben |„‘ rt ^Mian Schmidt als 1 . Präsident. Herr i 2 ‘ Präsident, Herr Willy Brühl als
^ ert August Bacher als 2 . Schriftführer Herr Alb. Zerbe als Kassirer, Herr Christian Schiebeler als Oek'onom
fSÄ 1 SSS" a J*n nenkäset Stählt. Die Gesellschaft
20-iahrigcs Bestehen. Eine ent- w»d stattstnden und es ist bereits eine Kommission mit den nothrgen Vorarbeiten hierzu betraut.
Karneval-Verein Wies- baden hielt am 21. «. eme außerodeniliche Sitzung ab. Die Abrechnung über die öffentlichen Karneval-Festlichkeiten zeigte ^ bedeutendes Defizit, während der fmanzrrlle Stand im Allgemeinen als ein günstiger angesehen werdm kam,, wie auch der Verein hinsichtlich seiner Leistungen LtÄ^^ere.n °m Platze unstreitig zu bezeichnen ist. §m ^^?"E?^kuden. Herrn Heidecker, ist kurz nach Fl ®rönhmg einer Vereinigung von Karneval- Ur ^^ tTn aeiM motbttt > und daß seine ^ ^ “T an be£ Beteiligung der aus-
Wärt^en Berrme. Schon über 17 Verein- sind dem .Bund
Süddeutschlands" bei-
Mrretm Wn Ko*«* 1« . tt... n ur» c , _ ^
Freit-,» de« 26. April.
ö.’ V., v ’ “ l.'*' “ *’*' 1 w * l *H mms oei- I
P £e ^-. stl Kürze hier stattfindenden Delegirtentag -
Md E^tenS des hiesigen Vereins größere Festlichkeiten geplant. ' — Buch ,m Lauf der Sommersaison wird der .Allgemeine
«t- i« -TV. , ue,v» imro oer .Allgemeine
Oeffentlichkeit treten, und zwar wird am Himmelfahrttag ein Waldfest, im Juli Weihe einer kostbaren «ermisstandarte und im Nachsommer ein großes Sommerfest * ««halten werden. Um nun dem Verein (der
vm« Fastnacht dir heute schon über 40 Mitglieder besitzt) noch
mehr Mitglieder zuzuführen und denselben ein öfteres Zusammenkommen zu ermöglichen, finden alle 4 Wochen sogenarmte sSLJ ta J L Anmeldungen werden im Vereinslokal. t rs' Decker. Hcllmundstraße 6 . und Kassirer A. Koecher, Langgafse 51, entgegengenommen.
Einseninmgrn nun dem Leserkreise.
(Ohne BerautwortliSleit der Redaktions
den Mißstand, dem die Kochbrunnen trinken-
den Wi^bahener Burger unterworfen sind, erlaubt sich Ein- Wer°ae^lf' dle geehrt- Redaktion aufmerksam zu machen. Wer gewohnt ist, Morgens sein Gläschen Wasser zu sich zu neh-
B&W ?,-,«» M„Z n *S m *!fun R.
lauf nächst der Saalgasse zu gehen. Dieses lästige Herabsteiqen b . e ”" raan muß, um an die primitive Trinkstätte zu gelangen' dab" bl 5 § herabturnen, verdanken wir dem Umstandes
serti?oeb?^t° n n"""Z- l°?ltige zuständige Behörden es
fertig gebracht haben, die Wiesbadener Bürger mit den Kur-
fremden gleich zu stellen. Wer also für die Zukunft sein Wasser * 2 ° n -i ber - QuelIe beziehen will, muß vom 1. Mai ab «sner Kurkarte bewaffnet sein und tagsüber sich mit den nothigen Zehnpfcnmgstücken versehen. Fast jeden ^s,t,^Ablauf von einer großen Anzahl dienstbarer Geister besetzt, die mit Krügen und anderen Gefäßen Wasser entnehmen und, da nur ein Rohr Wasser spendet für ein ae Zeit den Verkehr hemmen. Es ist doch gewiß kein unbilliges Wiesbadener Steuerzahler an die städtische Behörde das Ansinnen stellen, dafür zu sorgen, daß ein Ab- lauf geschaffen wird, der erstens aus mehreren Röhren Wasser spendet und zweitens, außer Gefäße Füllenden, jedem Passanten unentgeltlich zugangig gemacht werden kann.
mil “?***? ^treffend erscheinenden, den Morgenbcginn der Schule bezweckenden beä »Wiesbadener Tag- KwW ?°?e ich mir noch eine kurze Bemerkung Glauben. Statt der durch dieses Eingesandt für den ganzen ®°,** m *i vorgeschlagenen Schulzeit von V/ 2 bis 12 % Uhr Ä f i* r AM, den Mai und den halben Juni die Zeit von 8 bis 1 Uhr beibehalten wissen. Dann könnte, ebenso wie man bisher im Winter von Mitte November bis Mitte Februar die Schulzeit der Dunkelheit wegen von %9 bis 1 Uhr fest-
v e e ^i'-J te a ^° unt eme ^lbe Stunde verkürzt hat, dieselbe nun der Hitze wegen von Mitte Juni bis Mitte August (Beginn
b « h°lbe Stunde verkürzt und auf
7% bis 12 Uhr festgesetzt werden. Das Prinzip würde also für das ganze Jahr sein: Schulbeginn 8 Uhr, Schluß 1 Uhr: Ausnahmen: 3 Monate im Winter der Dunkelheit wegen von ^?oate ,m Sommer der Hitze wegen von 7% bis 12 Uhr. Darf,ch nicht hoffen, daß diesem einfachen Vor-
49. Jahrgang. 1901.
Mg 'in- werbende Kraft innewohncn wird zum Vortheil der
Gesundheit unserer lungeren Schüler? g
. *. Wer freut sich nicht nach dem langen und kalten Winke» wie wir 'hn dieses Jahr hatten, über das seit einer Woche ein- S.'treren- herrliche Wetter? Nun heißt es. diese schöne Früh, lingsluft überall, auch im Haus, zu genießen. Wer öffnet niM gern Morgens die Fenster, um dies- herrliche Luft in die Wohn- raume einzulassen? Leider hindert aber ein großer Mißstand die Bewohner der Karlstraße an diesem Genuß, da der Staub dort ,o groß und di- städtische Stadtspritz- erst um uy£ nur tue Dlittc ntit einer feinen <Sj)tiije öenei^t fobetft bte halbe Straße im Staub bleibt, und bei dem leisesten Luftzug die ganze Staubmenge in die Höhe jagt. Sind die Bewohner der Karlstraße nicht ebenso berechtigt, gesund- Luft einzuathmen. wie die Bewohner des Kurviertels? Warum fährt der Spritz- wagcn nicht wie in anderen Straßen auf und nieder, somit aus beiden Seiten der Straße spritzend, sodaß die ganze und nicht die halbe Straße ordentlich besprengt wird; zumal die Spritze am Wagen nichts weniger als ausgiebig spritzt. Es zahlen die Bewohner der Karlstraße doch auch ihre Steuern, und möchten dieselben deshalb auch nicht stiefmütterlich behandelt werden Es wird so viel in Wiesbaden für sanitäre Verhältnisse gethan: man beanstandet die Schleppen der Damen auf den Straßen mit vollem Recht, aber diese wirbeln noch lange nicht so viel Staub auf. als der leiseste Luftzug in der Karlstraße. Es müßte bei solchem trockenen, nicht gepflasterten Boden doch mindestens dreimal täglich ausgiebig gesprengt werden. Hoffentlich genügen diese Zeilen, um Abhülfe zu schaffen und die Karlfiraße kräftig dreimal besprengen zu lassen, damit deren Bewohner die sanitären Verhältnisse als musterhaft überall empfehlen können.
Ein Bewohner der Karlstraße.
. * Das Vergiften von Katzen anderer Leute scheint
hier in Wiesbaden sehr im Schwange zu sein. Man mag darüber denken, wie man will; jedenfalls wird es aber Jeder- inann verurtheilen, wenn die Kadaver der Thiere unbegraben an der Straße liegen und in ihrer Verwesung die Luft verpesten. So liegen derzeit wieder die aufgedunsenen, faulenden Lerchen dreier weißgefleckter Katzen im Hinteren Theile der Fritz- Reuterstraße, wo eben gebaut wird, umher, von Fliegcn- schwärmen umgeben und einen scheußlichen Anblick gewährend. Es genügt, daß eine Stechfliege oder eine Schnake, die sich dort mit Leichengift rnfizirt, ihren verunreinigten Rüssel in die Haut eines Menschen bohrt, und die schwere Blutvergiftung, vielleicht mit nachfolgendem Tode, ist fertig. Hoffentlich wird Sorge getragen, daß die Kadaver bald beseitigt werden, ehe vielleicht e»" schweres Unglück geschieht. Die Leute, die eine Katze umbrin ... und sich um die Beseitigung des Leichnams nicht weiter kümmern. machen sich eines schweren Vergehens gegen die Gesund, hert ihrer Mitmenschen schuldig, und es fragt sich, ob sie nicht m irgend einer Weise haftbar dafür gemacht werden können.
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