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gen im „Arbei»mar!t" und „Kleiner Anzeiger' . , ioioie für alle ädrigen örtlichen

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Donnerstag, 2V. Mai 1913.

Morgen-Ausgabe.

Nr. 23t. ♦ 63. Jahrgang.

Der Krieg.

Der Tagesbericht vom 19. Mai.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 19. Man. (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

Scheitern aller feindlichen Angriffe in Flandern und im Priesterwald.

Nördlich von Ätzern nehme« die Kampfe« auf dem östlichen Kaualufer einen für uns günstigen Ver­lauf. Südlich von Neuve Chapelle setzten die Eng­länder nach starkem Artilleriefeuer an einzelnen Stellen zu neuen Angriffen an. Sie wurden überall ab­gewiesen. Aus der Lorettohöhe nahmen wir einige feindliche Gräben und erbeuteten dabei zwei Maschinengewehre. Ein starker französi­scher Angriff gegen den Südteil von Neuville brach mrter schwersten Verlusten für den Feind in unserem Feuer zusammen.

Im Priesterwald versuchten die Franzosen um Mitternacht durchzubrechen, wurden aber durch nufer Artilleriefeuer niedergehalten.

Destlicher Kriegsschauplatz.

Fortdauer der Kämpfe in Kurland und Suwalki.

Auf der Linie Shagori-Fraueuburg sind gestern starke feindliche Kräfte ««getreten. Westlich und südlich des N j e m e n dauern die Kämpfe an.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Russische Angriffsversuche am San blutig abgewiesen.

Dir Buffen versuchten gestern das weftere Vorschrei­ten unserer über den San nördlich Przemysl vorgedrungenen Truppen durch Gegenangriffe aufzuhalte«. Alle diese Angriffe scheiterten unter schweren Verlusten für den Feind. Eine ans Hannoveranern und Oldenburgern be­stehende Division hat in den letzten beiden Tagen in den Kämpfen um den Sanübcrgang 7000 ®t = fangene gemacht sowie 40 Geschütze und 28 Maschinengewehre erbeutet. Zwischen Pili ca und oberer Weichsel sowie südöstlich Przemysl werden die Kämpfe fortgesetzt.

Oberste Heeresleitung.

von den östlichen Kriegsschauplätzen,

ver österreichisch, ungarische Tagesbericht,

wettere Fortschritte am östlichen Sanufer. Fortdauernde Kämpfe am vnjestr» bei Strqj und im vergland von Kielce.

W.T.-B. Wien, 19. Mai. (Stichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 19. Mai, mittags: Die auf das östliche Sanufer vorgedrungenen verbündeten Truppen war­fen gestern starke russische Kräfte, die sich nördöstlich Jaroslau neuerdings gestellt hatten, bis über dir Lubaczowska zurück. Der Übergang über den San wurde auch dort erzwungen. Hierbei 7 0 0 0 Ge­fangene gemacht, 8 Geschütze erbeutet. In den Morgenstunden wurden feindliche Gegenangriffe blutig zurückgeschlagen. Die Kämpfe am oberen D u j e st r und in der Gegend von S t r y j dauern fort. Unsere Angriffskolonnen erstürmten nördlich S a m b o r mehrere Höhenstellungen der Rusien und eroberten vom Feinde hartnäckig verteidigte Ortschaften.

Au der Pruthlinie hat sich nichts Wesentliches ereignet. In Russisch-Polen wird im Bergland von Kielce gekämpft.

Der Stellvertreter des Chefs des Geueralstabs: v. Höfer, Feldmarschallentnant.

Die Einnahme von Iaroslau.

W. T.-B. Berlin, 19. Mai. (Nichtamtlich.) Mus dem Großen Hauptquartier erhalten wir über den Fortgang der Operationen in Galizien folgendes Tele­gramm: Nachdem Fürst Radko Dimitriew, der ge- schlagene russische Heerführer, in der Durchbruchsschlacht und während der anschilieheniden Verfolgung durch die Verbündeten bis zum 12. Mai 140 000 Gefangene, gegen 100 Geschütze und 300 Maschinengewehre eingebüßt hatte, befahl er den R ückz ug an den unteren San, der van Przemysl bis zur Mündnng gehalten Mid aktiv verteidigt werden sollte. Hierzu hatte sich die Armee, wie gesiwg-ene Offiziere ausftrgen, ans dem westlichen Flußnser cmsznstelten und es bis zum Äußersten zu halten. Ausdrücklich soll in dem Armeebefehl auf ein angriffsweises Vor­gehen gegen den Feind hingewiesen sein. Theoretisch war eine solche Verteidigungsweise Wohl möglich, nach­dem die Russen während der vergangenen Monate im, SVeichsÄ- und btzr Mr e uuaW-a, SSM bei-

Jaroslau nnd Radymnv gwße, starck aus- gebaute Brückenköpfe auf dem westlichen Fluhufer angelest hatten.

Die 2ftisführung des Befehls sollte sich ober prak­tisch als unausführbar erweisen. Die Truppe war durch die erlittene Niederlage und den Rückzug so schwer erschüttert und durcheinander raten, daß nur eine passive Verteidigung der Sanlirrie möglich war, fanden doch unsere gegen üen^San vorrückenden Truppen unter den Gefangenen immer wieder Versprengte aus allen möglichen Verbänden der russischen Front und berichteten diese Gefangenen doch übereinstimmend, daß die russischen Führer bestrebt ge­wesen seien, die durcheinander gekommenen Verbände neu zu formieren ohne Rücksicht aus die Rangierung nach der früheren Regimentszugehörtgkeit. ^

Von den verschiedensten Kriegsschauplätzen wurden die entbehrlich scheinenden Teile heran gezogen und mit der Bahn an den unteren San gebracht, so daß sich an dieser Flußlinie den Verfolgern nicht weniger als 23 verschiedene Infanteriedivisionen entgegenstellen sollten. Radko Dimitriew mußte aber Wohl inzwischen -das Vertrauen in die Widerstands­kraft eines großen Teils seiner bei Govlice und Tarnow beteiligt gewesenen Truppen verloren haben und die am schwersten erschütterten Verbände -weit hinter dm San zurückgmommen habm, dmn unsere Flieger meldeten am 12. und 13. Mai den Rückmarsch langer rusiischer Kolonnen vom unteren San nach O st e n und Nord osten. Es blieb demnach im wesentlichen die Aufgabe der n e u-a n-gie komme ne u BerstärÄmgen, den San zu halten, besonders den Brücken­kopf von Jaroslau, auf dessm Behauptung der russische Armeesührer viel Wert zu legen schien. Mm 14. Mai beganum die Verbündeten, die Przemysl von Süden her abgeschlossm hatten und längs der gan­zen Sanlinie bis nahe an dm Muß und dessm Brücken­köpfe hevangerückt waren, mit dem Angriff auf Jaroslau. Der Feind hatte die Höhen westlich der Stadt zu einer Art Festung ausgebaut. Von langer Hand vorbereitet zogm sich hier die Schützen­gräben in weiten, nach Westen gerichteten Bogen vom Fluß durch die westlichm Vorstädte nach dem Meierhos und Schlosse des Grafen von Schinnenski und durch -den Park zur Jupajotvkahöhe, die mit dmr Schloß und Meierhof den Schlüsselpunkt der Stellung bildete. Dm Regimmtcm der preußischen Gar de und dem sechsten österreichischen Armeekorps war es Vorbehalten, sich in den Besitz von Stadt und Brückenkopf Jaroslau zu setzen. Die rusfischm Verteidiger bestanden aus der 62. Di-viston, zu derm Unterstützung Teile der 41. und 4ß. Division beschleu­nigt herangeführt wurdm, welche die dortigen Befesti- gungsanlagm besetzten und durch die Reuanlage von Drahthindernissen in aller Eile noch weiter zu ver­stärken suchten. In zweitägigem Kampf entriß die G a r d e dem Feinde Jaroslau und warf ihn hinter den Fluß zurück; die Regimmter „Elisabeth" und „Alexander" erstür-mte-n, untermischt mit öster­reichisch-ungarischen Truppm, im Nachtangriff den Meier Hof und das Sch loch samt Park, dessm uralte Bäume von dm Granaten gleich Streichhölzern geknickt, während die umfangreichen Schloßbrmten in Schutt und Asche gelegt wurdm.

Das österreichische Limenregnnent Nr. 66 und Hvn- ved entrissen dem Feind den Gipfel dm Jupa- jowka-Höhe. Bei diesen Kämpfen fielen etwa 400-0 unverwundete Russen in Gefangenschaft, ein- zelne Regiment-er, wie z. B. das 247., wurdm so gut wie ausgerieben und bestehen nicht mehr.

Am Abend des 13. Mai -war Jaroslau und der ganze Brückenkopf in der Hand, dm Verbündeten. Die geräumige Stadt mit den alten polnischen Rsnaissa-nee» bauten und der prächtigen neum in byzantinischem Stile gehaltenen Kirche war erhalten geblieben. Die Russm branntm die Brücken hinter sich ob, nach­dem sie auch die Bahnhofsanlagen -dm Flammen über­geben hatten.

tvesterreichisch-ungarische Militärgouvernements in Russisch-Polen.

W. T.-B. Wien, 19. Mai. (Nichtamtlich.) Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Das Armeeoberkommando verfügte die Schaffung von Militär-Gouverne­ments ln den besetzten Gebieten von giUssisch-Polen-. Aus dem bisherigen Verwaltungsbereich des einen Armee-Etappen- Konrinandos (mit den Kreisen Dombrowa, Olkusch, Mischow, Wloszczowa, Pinczow, Stopniza und Kielce) wird das k. k. Militärgouvarncment Kielce, ans dem bisherigen Verwaltungsbereich des anderen Armee-Elavpen-Kommandos (mit den Kreisen Noworadomsk, Piotrkow, dann vorläufig Opocno und Konskie) wird das M i l i t ä r g o -u v e r n e - ment Piotrkow geschaffene Die Gouvern-ementsbehörde, die als Perwaltnngs- und Zioilgerichtsbehörde zweiter Instanz fungiert, bat für das Wilitärgauvernemewt Kielce ihren Sitz darkänKg in Wrechllw, „spateren'' Kielce; für das- ^Militär -

gouvernement Piotrkow in der Gouvernemontshauptstadt. Die beiden Militärgouvernements sind dem Armeeoberkom- nmnbo unmittelbar unterstellt.

Der russische Generalstabsbericht.

W. T.-B. Petersburg, 19. Mai. (Nicht-amtlich.) Der Stab des Generalissirrms teilt -mit: Seit dem 16. Mai entwickeln sich die Kämpfe in der Gegend von Schaulen andauernd sehr günstig für Misere Truppen, die, nachdem sie die Duibissa über- schritten hatten, die Deutschen angriffen, sich einiger Schützen­gräben bemächtigten und 8 Geschütze erbeuteten. Bei Chclwew, Rußkibrod und Suchednew brachten un­sere plötzlichen Angriffe der feindlichen Vorhut schwere Ver­luste bei. In der Geigend zwischen Wierzbruk und Opatow sowie südlich von Qpatow warfen unsere Truppen am 16. L>iai in Angriffen die Spitzen feindlicher Kolonnen aus über 10 Werst Tiefe zurück. Am San herrscht heftiges Artillerrefeuer, von der Mündmig des W i S -l o k bis Przemysl. In der Richtung auf Stozr -und Doli na machte der Feind vergebliche Angriffe gegen die von ums kürz­lich eirdgenommene Front, erlitt aber große Verluste. Wir machten auch mehrere hundert Gefangene. A-m Prnth un­ternahm der Feind am 15. Mai wiederholte Angriffe in dich­ten Kolonnen bei D e l v t y n und K o l o -m e a, die wir er­folgreich abwiesen. Wir erbeuteten noch vier schwere Haubitzen und schieben unsere vorgeschobenen Truppen zum Teil über den Prnth vor.

Oer Aar wieder an der Front.

W. T.-B. Petersburg, 19. Mai. (NichtanMch,) Der Zar ist an der Front emyetwffen.

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Der Typhus in Serbien.

Ein Arzt des englischen Kramkenpersonals in Serbien be­richtet in der „Morning Post" vom 14. Mai, daß die Thphus- epidemie im Abnehmen ist, und daß die Gesamtzahl von 29000 Fällen im März im April auf 12000 heoniter» gegangen ist.

Italien.

Aus dem bevorstehenden italienischen Grünbuch:

Oe. Lugano, 19. Mai. (Gig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Wie die „Tribuna" wissen will, werden- die im Grünkwch ver­einigten Dokumente beweisen-, daß Österrckch-Urigarn fest Kriogsbeginn wußte, Italien erachte sich als vcm ferner Bündnispflicht befreit urtd werde seine natigmst-sn Forderungen um jeden Preis durchsetzen.

Jur Gattung Giolittis.

Seine Durchfahrt durch Turin.

Br. Lugano, 19. Mai. (Erg, Drahtberichl. Ktr. Bln.) Giolrtti kam unbelästigt in Tstrin an. Niemand be­grüßte ihn am Bahnhof, nur einige Detektive waren erschienen Und ließen den einstigen Diktator durch eine Hrnterklär entschlüpfen. Dann bestieg Giolitti mit seinem Schw i e ge rsohn ein Automobil und machte sich noch feiner Heimat C a-B-tHtt davon, wo er der Bevölkerung sicher zu fern hofft. Die „Tribuna" versichert, Giolitti habe lediglich vermeiden wollen, daß , seine Anwesenheit in Rom und im Parlament als Protest gegen die nationale Einheit und gegen den Krieg gedeutet würde, ja, Giolitti habe bebawert, nicht 30 Jahre jünger zu sein, sonst ncchme auch er ein Gewehr auf die Schulter.

vas worthaltende Italien.

Br. Nom, 19. Mai. (Eig. Dvahtbericht. Ktr. Wn.) Der ,^Secolo" nreldet aus Paris: Viviani habe den Botschafter Litton; gefragt, ob der Angriff Italiens durch die Minister- krrsis eine Verzögerung erleide, worauf Tittoni geantwortet hätte: Italien -hat ,urr ein Wort. Ein Darürag ver- pflichte uns, innerhalb des bestimmten Termins loLau­sch lagen. Die Verpflichtung wird getrvem erfüll-t. — Solandra hat den Ministerrat unterrichtet, über b*e Matz- regeln, die gegen die geplanten sozialvstischen Fried ens k u ndgabung en getroffen sind. (Unserer Meinung nach -tvar allerdings der Dreibund auch ein „verpflichtender Vertrag". Dos „eine" Wort Italiens lväre lvohl eher die ErfMung feiner Dr eibund­pflicht gewesen. T üt t o n i nennt nun ein zweites „Wort", was man gewöhnlich als L o ppe4^-ü ng i'g bezeich­net. Schriftl.) ^ .

ver vergebliche Einspruch der Sozialisten ^ in letzter Stunde.

Br. Chiasso, 19. Mai (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der „Avanti" veröffentlicht einen Aufruf des Zentral- v o r st a n d e s der sozialdemokratischen Partei an die Nation, in dem es heißt: Eine freche Minderheit von Narren und Gewalttätigen, im geheimen ge­nährt von einer Frankreich ergebenen Frermaurer- k l i q u e und unterstützt von Polizei und den unreinen Ele­menten, die diese aufzntr-eiben weiß, hat sich m einigen Hauptorten der Straße bemächtigt, beschimpft die Volksvertretung und will die Gewissens- und Preßfreiheit aufheben. Gegenüber soviel Übermut, welchen die Regierung stützt und pflcgi, muß das Volk seine gewaltige Stimme erheben, bevor das Parlament zu- sammentritt. Während man in Rom mit allen Mitteln ver­sucht, die Freiheit und den Wüllen derjenigen Abge^üreten zu urut-e-r^r-ü-ck-iem, weiche -s^'dem»-Kci^^v-»LveskKHK^n,