einhalb Procent re
Theaters, und zwar als Requisitenverwalterin, an. Unter nassauischer und preußischer Verwaltung im Dienste, sah sie Generationen in unserem früheren Musentempelchen am Sonnenberger Thor kommen und gehen. Ihr Gatte, den älteren Wiesbadenern besonders noch als Samiel im „Freischütz" in Erinnerung, ist der Dahingeschiedenen geraume Zeit im Tode vor- cmsgegangen, während letztere sich eines langen, glücklichen Lebensabends im Ruhestande erfreuen durfte. Ein Sohn der Verblichenen ist Herr Pianist Karl Pallat, ein ehemals hier ansässiger, geschätzter Virtuose und Klavierlehrer, der namentlich als Solistenbegleiter in den damaligen Administrations-Kon. zerten.im Kurhaus bekannt und beliebt war, seit Dezennien aber in Nord-Amerika sich niedergelassen hat. Sein Sohn 'ist Herr Professor Dr. Ludwig Pallat, der gegenwärtig im Kultusministerium in Berlin angestellte, demnächstige Konservator des Museums des „Vereins für nassauische Alterthumskunde und Geschichtsforschung", den die Stadtgemeinde Wiesbaden kürzlich für diesen wichtigen Posten gewonnen hat. Mit Frau Pallat ist wieder eine der Persönlichkeiten heimgegangen, welche mit dem alten Hoftheater verwachsen waren und dort schöne Zeiten — im mehrfachen Sinne — kommen und schwinden sahen. — Bemerkt sei noch, daß Frau Pallat bisher als die älteste Einwohnerin Wiesbadens galt.
o. Gerichts-Personalien. Herr Assessor Dr. Feisen- b e r g e r von Frankfurt a. M. ist der Königlichen Staatsanwaltschaft hier zur Beschäftigung überwiesen worden.
o. Schwurgericht. Als vierter Fall gelangt am Dienstag, den 5. März, neben einer anderen für diesen Tag bereits vorgesehenen Anklage diejenige gegen den Taglöhner Heinrich Renz von Limburg wegen Nothzuchtsversuchs zur Verhandlung (Vcr- theidiger: Herr Rechtsanwalt Dr. Scholz), und als fünfter Fall am Donnerstag, den 7. März, die Anklage gegen den Schlosser Eisenach von Johannisberg wegen Mordver- Rechtsanwalt Dr. Seligfohn). — ^träger Pfeiffer tritt nicht Herr t Herr Rechtsanwalt Bojanowski
fc Cu f-
, Bereist zu Wiesbaden E. G.
^der Reichsbankdiscont auf vierund-
, . .vorden, und wie aus dem Anzeigen-
theil des „Tagblatt" zu ersehen ist, den Zinsfuß für Vorschüsse und den Wechseldiscont von fünf auf vierundeinhalb Procent herabgesetzt.
— Kreis-Kriegerfest. Das Programm für das 10. Kreis-Kriegerfest in B i e b r i ch , verbunden mit der 25-jährigen Jubiläumsfeier des dortigen „Militär- und Kriegervereins", ist nunmehr definitiv festgesetzt und für die drei Festtage, 15., 16. und 17. Juni d. I., nachstehende Festordnung vorgesehen: Am 15. Juni, Abends 8 Uhr, großer Festkommers sämmtlicher Biebricher Vereine in der neuen Turnhalle; 16. Juni, 6 Uhr Vormittags Weckruf, 9 Uhr ab Empfang der Gäste, Nachmittags 2 Uhr Aufstellung des Festzuges in der Kaiserstraße, 2s4 Uhr Abmarsch durch die Stadt nach dem Festplatz, Wilhelmsplatz, dortfelbst Festreden, Gesangvorträge, Tanzbelustigung rc.; am 17. Juni, 9% Uhr Vormittags Frühschoppen, Nachmittags 3 Uhr Abmarsch vom Kriegerdenkmal aus nach dem Festplatz, woselbst Konzert, Volks- und Tanzbelustigung stattfindet. Den Schluß der Festlichkeiten bildet ein großes Feuerwerk auf dem Festplatz.
d. Vurensammlnngen. Die ersten 20 von dem Lokal- Comits in hiesigen Wirthschaften aufgestellten • Sammelbüchsen haben bis jetzt einen Ertrag von etwa 100 Mk. geliefert. Wegen der Ablieferung der Gelder hat sich das Comits mit den! Gesandten Transvaals, Dr. Leyds, in Verbindung gesetzt. Der Gesandte hat sich auch bereit erklärt, das Geld, das ausschließlich den Buren zu Gute kommt, seiner Bestimmung zuzuführer
— Erbrochen und ihres Inhaltes beraubt wurden am Montag in dem St. Josefs-Hospital hier die auf dem Hausflur daselbst aufgehängten Opferbüchsen. Als der Dieb durch den Schalter in das Pförtnerinzimmer eindringen wollte, wurde derselbe durch ein hinzugekommenes Hausmädchen verfchcucht. Man ist dem Dieb auf der Spur.
. — Selbstmord. Aus Idstein, 26. Februar, wird uns berichtet: Als heute Mittag der von Limburg gegen 3% Uhr fner eintreffende Personenzug in den hiesigen Bahnhof einfahren wollte, kam ein gutgekleideter junger Mann eilend die nahe Böschung herunter und warf sich vor die Maschine, ohne daß es gelang, den Zug zum Stehen zu bringen. Der junge Mann wurde vom Zuge zermalmt und der Kopf vom Rumpfe getrennt. Jedenfalls liegt hier ein Selbstmord vor.
Oestentliches Aergernis; erregte gestern in der Wiesbadener Allee zu Biebrich ein betrunkener Fuhrmann aus Wiesbaden. Er war nicht mehr in der Lage, sein Gefährt weiter zu bringen, trieb vielmehr allerlei Unsinn mit seinem Pferd, wobei sich natürlich eine Masse Menschen ansammeltc. Ein Schutzmann machte schließlich dem Treiben ein Ende, brachte den Trunkenbold von der Straße und schickte das Fuhrwerk durch einen anderen Mann an seinen Besitzer.
o. Vergebe» wurden von der städtischen Baudeputation die Anstreicherarbeiten in dem Neubau der Kleinvieh-Markthalle des städtischen Schlacht- und Viehhofes an Herrn Jacob Ludwig hier.
— Kleine Notizen. Auf den heute Mittwoch, Abends 8 Uhr, im Saale der Gewerbeschule stattfindenden Projektionsvortrag über Raffaels Werke sei hiermit nochmals aufmerksam gemacht. — Die dritte öffentliche Voll- v e r s a m m l u n g der Handwerkskammer für den Regierungsbezirk Wiesbaden findet nicht, wie früher gemeldet, am 20. und 21., sondern am 28. und 29. März im Bürgersaale des Rathhauses zu Wiesbaden statt. — Dem „B e r e i n d e r W ü r t - temberger" ging folgendes Telegramm zu: „Seine König- uche Majestät haben die von dem Verein der Württemberger in Wiesbaden zu Allerhöchstihrem Geburtsfest dargebrachten Glückwünsche wohlwollend entgegenzunehmen geruht und lassen für die hierdurch b-thätigte Aufmerksamkeit gnädigst danken. Der Kabinettschef Gemmingen." — Von morgen Donnerstag, den 28. d. M. ab, kommt das beliebte und leicht bekömmliche „Salvator-Bier" aus der Paulanerbrauerei „Zum Salvatorkeller" in München (Allein-Ausschank für Wiesbaden bei Herren Gebrüder Kröner, Hotel-Restaurant „Nonnenhof") zum Ausschank. Letzterer dauert 14 Tage bis 3 Wochen.
ch Idstein, 25. Februar. Ein hiesiger Einwohner, der vor einigen Tagen einen alten, aber schwerhörigen Mann in Esch überfuhr, versuchte sich am vorigen Dienstag a u s F u r ch t v o r S t r a f e s e l b st z u t ö d t e n. Er schoß sich eine Kugel in die Brust, die jedoch an einer Rippe abprallte; man hielt diele Wunde nicht für lebensgefährlich. Wie wir jedoch heut- erfahren. ist der genannte Mann gestern Abend infolge seiner Verwundung gestorben.
Zmn Besuch in Friedrichshof.
hd. Homburg, 26. Februar. Da der Kaiser heute Abend nach Berlin abreist, so wurde mit der Theilnahme an dem Frühstück auf Schloß Friedrichshof Seitens des Kaisers auch gleichzeitig der Abschied desselben von seiner Mutter und dem König Eduard verknüpft. Der Kaiser verweilte bis gegen %4 Uhr auf dem Schloß Friedrichshof und begab sich dann nach Homburg zuruck. Der König machte zu gleicher Zeit eine Spazierfahrt und begleitete den Kaiser eine Strecke und begab sich dann nach der Saalburg bei Homburg und kehrte gegen 5% Uhr nach Schloß Friedrichshof zurück.
lrd. Cronberg, 26. Februar. Die Kaiserin Friedrich machte heute Vormittag eine einstündige Spazierfahrt im Park zu Friedrichshof. König Eduard ging neben dem Fahrstuhl und unterhielt sich mit seiner Schwester. Um iy 4 Uhr fand l-uuch zu 16 Gedecken statt,,an dem auch der Kaiser und Prinz Albrecht von Schleswig-Holstein, welcher gestern hier eingc- troffen ist, Theil nahmen. Der König dehnt seinen Besuch bis Samstag aus. '
Cronberg, 26. Februar. Ein Korrespondent der „Franks. Ztg. schreibt u. A.: In einer Unterredung, die ich soeben mit einer dem König Eduard und den englischen leitenden Kreisen nahestehenden Persönlichkeit hatte, wurde ich ermächtigt mit aller Entschiedenheit den rein familiären Charakter des jetzigen B-- suchs zu bestätigen. Der englische König ist für diesmal'lediglich nach Deutschland gekommen, weil er sowobl wie seine Schwester nach dem Tode der Mutter das Bedürfniß eines Wiedersehens und einer Aussprache empfanden, und weil der Gesundheit-- zustand der Kaiserin Friedrich ihr eine Reise nach England ganz unmöglich macht. Dem Besuch liegt jede politische Bedeutung ern. Der König ist deshalb auch nur in Begleitung seines persönlichen Adjutanten und seines Leibarztes gekommen, und hat nicht einmal seinen Sekretär bei sich. Der König wird wenn er seiner brüderlichen Pflicht genügt hat, nach den bisherigen Dispositionen direkt von Cronberg nach England Zurückkehren. Das Wiedersehen zwischen den Geschwistern war natürlich ein tiefbewegtes, doch wird mir gesagt, daß König Eduard den Zustand seiner Schwester besser gefunden hat, als er erwartet hatte. Man giebt mir erneut die Versicherung, daß auch
! ? ^Eksenheit des deutschen Kaisers in England
' m ^'achungm nicht getroffen wurden. Der damalige
Besuch des Kaisers Wilhelm galt allein der sterbenden Groß- mutter, gleich dem jetzigen des englischen Königs in Deutsch-
word/n° ^ -"V^^rsonlicher gemeint und angenommen ' ° Daran ändert die Auszeichnung des Lord Roberts garmchts Sie wird wenigstens in diplomatischen englischen Kreisen ediglich als ein Akt höfischer Courtoisie, der bei e nem solchen Anlaß unumgänglich war, aufgefaßt.
Letzte Nachrichten.
Continental-Tclegrapiien-Compagnie.
^ Merlin, 27 Februar. Die Morgenblätter melden: Das Ä r r e g s g e r r ch t des 15. Armeecorps man- c e ^, ilu 12-jahrige Zuchthaus st rase 'r Oberleutnants Rüger in eine vier- iahrrge Festungshaft um. Die Ausstoßung aus dem Heere wurde zurückgenommen. (Dies mnjeu wird allgemeine Befriedigung erwecken. D. R.)
. Deveschenbure a u Herold
»crlut, 27. Februar. Ter „Lokal-Anzeiger" meldet ^ C r o n b erg: Ter Abschied des Kaisers von seiner .Rutter >var absichtlich ein kurzer, um über jede Erregung hinwegAitauschen. Rach dem Kaffee begab sich der Kaiser v!^nn6ix^ Tritt Äönlg (Sötictrö in bic Gemächer bet Karserm Friedrich, wo sie etwa 10 Minuten verweilten. Irgendwelche Aufregung der Kranken hat hierbei, wie de- V^' ^wwd nicht stattgefunden. Heute Morgen 7 llhr |9. Knuten traf der Kaiser in Berlin ein und nahm im Königlichen «chloß Wohnung. Heute Abend wird beim Kaiserpaar eine größere Abendtafel stattfinden, wozu gegen oO Einladungen ergangen sind? Morgen wird der ^^bstel des Ordens vom Weißen Hirschen beim Oberstzagermeister Fürsten Pleß abhalten, sowie an einem sich daran anschließenden Diner theilnehmen.
Berlin, 27. Februar. Wie dem „Börsen-Courier" aus Wien gemeldet wird, war die gestrige Obmänner- > Konferenz, m der vorgeschlagen wurde, das Rekruten- Koiitmgent an erster Stelle zu berathen, wieder ergebniß- --D v „ , . tschechischen Vertreter bei aller Bereitwillig, keil doch keine feste Zusage machen zu können angaben. i'Ü- i gestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses pro- test/rte der- Abgeordnete Scheicher gegen die Jnter^- peltation Schonerers über die Sittlichkeitsverbrechen der kn t h o loschen Geistlichkeit und dagegen, daß aus dem Parlament ein Schweinestall gemacht werde. Er schlug eme Secession derjenigen Abgeordneten in ein anderes ^okal vor, welche sich an ruhigen Berathungen beiheiligen wollten.
London, 27. Februar. „Daily Telegraph" erfährt ans N c w - D o r k : Tie Antwort Cubas 'auf die amerikanischen Vorschläge über die Verfassung der Insel hat die Form eines scharfen Protestes. Der Wortlaut der amerikanischen Vorschläge hat die Bevölkerung der Zn sek empört. General Gmnez ist nach San Domingo abgereist. Er erklärte, er wolle der Erniedrigung des Landes liicht beiwohnen, für das er seit so langer Zeit gefachten habe.-
Rom, 27. Februar. Der V a t i ka n lvird, wie versichert wird, die französische Regierung davon verständigen, daß im Falle der Annahme des Gesetzes über die Kongregationen die diplomatischen Beziehungen des Vatikans zur französischen Regierung a bg e b r o ch e n werden.
enthaltenen Pflanzen jemals ungleich gepreßt und dadurch beschädigt werden könnten.
-t. Tesla über seine neuesten Erfindungen. Nikola Tesla hat sich wieder einmal losgelaffen, und ein amerikanischer Interviewer hat Aeußerungen von ihm mitgetheilt, die in jeder Beziehung erstaunlich sind. So hat Tesla unter Anderem be- scheidcntlich Folgendes zu verstehen gegeben: „In diesem Jahre werden drei, vielleicht auch vier meinerErfinduugen in praktischer Form an die Oeffentlichkeii kommen: erstens mein Licht, das dem Tageslicht gleich ist; zweitens die Telegraphie und Tele- phonie ohne Draht auf jede beliebige Entfernung; drittens die automatische Maschine, die ich zuerst an meinem Unterseeboot zeigen will, und dann wohl noch viertens die Verständigung mit dein Mars und anderen Planeten. Wenn die Welt diese Dinge in praktischer Bethätigung sehen wird, wird sie anfangen, anders von mir zu denken." Mehr als vier solcher Erfindungen in einem Jahre kann man billiger Weise selbst von Tesla nicht verlangen. Leider nur kann man sich bisher gar keine Vorstellung davon machen, wieviel davon bereits fertig ist, da man auch von dem künstlichen Tageslicht Teslas bisher noch nichts zu sehen bekommen hat. Sein Interviewer ist der einzige Glückliche, dem dieser Vorzug zu Theil geworden ist, und er erzählt darüber: „Ich sah das Licht im Laboratorium. Es ist eine flache Spule aus einer Glasröhre vom Durchmefler eines kleinen Fingers- sie enthält keine Drähte und ist 8 bis 9 Zoll breit. Bei Einschaltung des Stromes strömt sie ein reines weißes Licht aus so weiß, daß es blau erscheint (!), und im Vergleich zu ihm erscheint eine Edison'sche Glühlampe in Orangefarbe. Es beleuchtet und durchstrahlt den Raum mit vollkommenem Tageslicht. Wie Tesla bemerkt, ist eS im Sonnenlicht selbst nicht bemerkbar, weil es eben selbst Sonnenlicht ist. Wenn man Abends einen Raum betritt, in dem dieses Licht brennt, so glaubt man eben, baß es Tag ist und nicht Nacht."
* Verschiedene Mittheilnnge». Die Tournee, die Sarah Bernhard und Coquelin mit ihrer Truppe eben in Amerika unternehmen, scheint mit einem Mißerfolg zu
Max Drehers Schauspiel „Der Sieger" hatte bei seiner gestrigen Erstaufführung in Berlin nach den ersten " ret Akten wie die „Franks. Ztg." ineldet, lebhaften Erfolg. -n Schluß ließ kalt. Die humoristischen Episoden sind werthvoller als der eigentliche Konflikt. Die Ehe eines Künstler- Paares fallt auseinander, weil sie die sieghafte und ehrlichere Natur von beiden ist.
Der Kassationshof in Rom beschäftigte sich mit dem £ ro ä e f5 des Fürsten Chigi, der wegen Verkaufs eines Gemäldes von Botticelli zu 315,000 Lire verurtheilt worden war. Der Kassationshof entschied, daß nur Kontravention vor- üege und b-maß die Geldstrafe auf 2000 Lire, von denen 1800 durch die letzte Amnestie erlassen sind.
Die Leitung des Kgl. Schauspielhauses zu Potsdam soll am 1. Juli in andere Hände übergehen, da Direktor Pochmann. der dieselbe seit zwanzig Jahren innehatte sich ins Privatleben zurückzieht. Da die Stellung sehr lohnend ist, sind der Bewerber um die Nachfolgerschaft Pochmanns natürlich sehr viele. Ernstlich in Frag- kommen der Schauspieler v. Sachs vom Königlichen Theater in Wiesbaden de'- vom Botschafter Graf Eulenberg protegirt wirb, und ferner dec Schauspieler Wenghöfer in Potsdam, feit Jahren der Komiker des Hauses.
H e n d r i k I b s e n erholte sich von dem Influenza-Anfall den er vor 3 1 /-! Wochen erlitten, soweit lvieder, daß er täglich längere Zeit arbeiten kann.
Im Hamburger Thalia-Theater ging Ernll v. Wolzogens „Die hohe Schule" zum ersten Mal in Scene und hatte einen freundlichen Erfolg.
In I e n a ist der bekannte Verlagsbuchhändler Hermann Eostenoble gestorben. Costenoble hat ein Alter von fall 75 Jahren erreicht. Im Jahre 1850 begründete er seine Verlagsbuchhandlung in Leipzig, die er nach etlichen Jahren nach Jena ^ m » r® ei . n tr, " ter großer Erfolg war der Verlag der Romane und Reiseschriften F. Gerstäckers zu Anfang der siebziger Jahre.
In B o m b a h sind in den letzten zwei'Tagen 800 Personen Lestorben, darunter 400 an der Pest
\vb. Berlin, 27. Februar. Das „Berliner Tageblatt" meldet aus B r em e n: Der Möbelhändler Schwartz aus
Witten erschoß sein- Staut unb dann sich selbst — Dasselbe Blatt meldet aus Elberfeld: Unfeinem
Teiche brachen gestern Nachmittag vier Knaben ein und zwei er t r a n k e n.
hd. Berlin, 27. Februar. Nach einem Telegramm des „Berliner Tageblatt" aus New-Uork ist das gegen die Familie des General-Feldmarschalls Grafen Blumenthal unternommene Betrugsmanöver durch briefliche Mittheilung eines sich Thomas nennenden Individuums eingeleitei worden, der der Familie des Feldmarschalls anzeiate, daß er enorme Goldfunde in Alaska gemacht habe und aus Dankbarkeit gegen den Feld- marschall di- Hälfte des Goldes zu schenken bereit sei. Während der hier cingetroffene Hauptmann Graf Finkenstein sich bemühte, den Briefschreiver ausfindig zu machen, wurde auf Betreiben der Postbehörde ein gewisser Howard verhaftet, der vermuthlich mit , Thomas identisch ist, da von demselben gleiche Briefe auch an andere Familien in England und Deutschland gesandt worden waren und der Postbehörde bereits eine Mittheilung aus England zugegangen war, die auf die Angelegenheit aufmerksam machte.
hd. Saarbrücken, 27. Februar. In Neunkirchen e r st i ck t e infolge Bruches.eine! Gasrohres die F a m i l i e des Dachd-ckers Hoppe, bestehend aus Mann, Frau und 2 Kindern. Die Gase drangen aus dem Rohr, welches unter dem Schlafzimmer der Familie Hoppe lag.
wb. Lüttich, 27. Februar. Ein gewisser van Mrekelen feuerte gestern rn der Straße Pontarrop wegen Eifersüchteleien auf einen Mann einen R-volverschuß ab und verwundete ihn schwer. Ein zwei,er >Lchuß iras die gerade vorübergehende Frau des, deutschen Konsuls Lambert-Neumann, welche eine schwere Verletzung im Unterleib erhielt. Ihr Zustand ist schwer. Der Mörder wurde verhaftet.
N o l ksmirth sch aftlich es.
Geldmarkt. Coursbericht der Frankfurter Börse vom 27. Februar, Mittags 12% Uhr. Kredit-Aktien 212, Diskontv-Commandit 185.90, Etaatsbahn 143.70, Lombarden 25.20, Laurahütte 204.50, Bochumer 185.80, ©elfen* kirchener 175.40, Harpener 169.75, 3-proc. Mexikaner 26.70. Tendenz: ahgeschwächt.
Wien, 27. Februar. Oesterreichische Kredit-Aktien 672.75 Staatsbahn-Aktien 670.20, Lombarden 106.70, Marknoten 117.40.
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