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«erlag Langgaffe 21

„Tagdl-ii-HauS".

r«|wt von 8 Uhr matten« Mi 7 Ott «tenM.

wöchentlich

12 Ausgaben.

Fernruf:

„Tagblatt.Hau»" Nr. 6650-53.

Bon L Uhr morgen- bis 8 Uhr abends, außer SsmUa-».

A »Leranr-Prers für die Zeile: 15 Pfg. für »rtliche Anzeigen im „Lrbeik-martt- und ^Kleiner Än#ftaer- tn einheitlicher Latzform; 25 Pfg. tn davon abweichender LatzauSführui.a, sowie für alle übrigen örtlichen Anzeigen; SO Pfg. für alle auswärtigen Anzeigen; 1 Ml. für öriliche ReNamen; 2 Ml. für auswärtige mellamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchlaufend, nach besonderer Berechnung. - ve, wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwi'chenräumen entsprechender Nachlaß.

E»öeiie«.»»a«-me: Sür dieAdend.Ausg bt»l2Uhr m " » wr - ~-t~ --- .

" btt 3 üb, naefamtttagg »er.ttnerSchriftlrttt.n, deSW.esbade-erT-gbl-tts: Berlin-Wilmersd-rf Güntzelftr. 66, Fernspr.: Amt Uhland 450 u. 451. SÄ&SffÄtÄ

Montag, 17. Mai, morgens.

Sonderausgabe.

1915,

Der Krieg.

Der Tagesbericht vom 16. Mai.

Die französisch-englischen Angriffe bei Ypern, Lille und Arras blutig abgewiesen. (Ein bedeutender (Erfolg westlich der Argonnen.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 16. Mm.

(Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Nördlich von Upern greifen schwarze Truppen seit gestern nachmittag ohne Rücksicht auf eigene Verluste unsere Stellungen westlich des Kanals bei Steen straate und H e t S o 8 an. Bei Het Sas wurden alle Angriffe a b ge­wiesen. Bei Steenstraate d a u e r t der Kampf noch an.

Südwestlich von Lille schritten die Engländer nach starker Artillerievorbereitung gegen unsere Stellungen südlich Neuve Chapelle zum Jnfantcrieangriff. der an den meisten Stellen abgeschlagen wurde. An einzel­nen Punkten wird noch gekämpft. Weiter südlich beider- sctts des Loretto-Höhrnrückens und bei Souchez sowie nördlich von Arras bei Neuville brachen erneut französische Angriffe in unserem Feuer zusammen. Be­sonders starke Verluste erlitten die Franzosen bei der Lorettohöhe sowie bei Souchez und Neuville.

Westlich der Argonnen setzten wir uns abends durch Angriff in Besitz eines starken französischen Stütz. Punktes von 600 Meter Breite und 26» Meter Tiefe nörd­lich von B i l l e - s u r - T o u r b e und behaupteten den­selben gegen drei mächtige, für den Feind sehr ver­lustreiche Gegenangriffe. Biel Material und 60 Gefangene blieben in unserer Hand.

Zwischen Maas und Mosel fand auf der ganzen Front lebhafter Artilleriekampf statt. Zum Jnfanteriekampf kam es nur am Westrand des Priesterwaldes, wo der ^ampf noch nicht abgeschloffen ist.

westlicher Rriegsschaupiatz.

Russische Angriffe nördlich und südlich der Memel blutig abgeschlagen.

In Gegend S ch a u l e n wurde ein russischer Borstoß mühelos abgewicsen. Die Zahl der dort in den letz­ten Tagen gemachte» Gefangenen übersteigt 156».

An der Dubissa, nordwestlich Ugzomi.' mußte eine kleinere Abteilung von uns starken russischen Kräften weichen Sie verlor zwei Geschütze. Weiter südlich von Eiragola wurden die Russen unter Verlust von 120 Gefangenen zu­rückgeworfen. Nördlich und südlich von A u g u st o w scheiterten starke russische Nachtangriffe unter schweren Verlusten für den Gegner, der 215 Gefangene zurückließ.

Südöstlicher Rriegsschauplatz.

Die verbündeten im weiteren Vormarsch. Die Linie Sambor-Strpj-Stanirlau erreicht.

Zwischen Pilica und oberer Weichsel sowie auf der Front Sambor (46 Kilometer südwestlich Przemysl)- Stryf-Stanislau befinden sich die verbündeten Armeen in weiterem Vormarsch. Am unteren San. von Przcmysl abwärts, leistet der Feind Widerstand.

*

Oer französische Heeresbefehl vor Beginn der großen Offensive in Nordfrankreich u. Flandern.

C L"! ,fe . r .? Gewohnheit bei französischen Angriffen mit größerem Ziele ist, w,rd uachsolgcnder französischer Be- f r h l für dir im Gange befindliche Offensive nördlich von Arras bekanntgegcben:

„Nach einem Feldzug von 9 Monaten, wovon 7 in Ber- schanzungen zugebracht worden sind, ist es Zeit, eine end­gültige Anstrengung zu machen, um die feindliche Lmie zu durchbrechen und - besseres Erwarten - die Deutschen zunächst vom »ationaleu Boden zu vertrei­bt- Der Augenblick ist günstig. Niemals war , ^ rmee ttarker und von einem erhebenderen Geist be­seelt. Der v' e r n d ist nach feinem Angriff der ersten Monate letzt ans die Verteidigung seiner West- und Ost- front beschränkt, während die neutralen Nationen darauf warten, bah wir ibiien durch einen Erfolg das Zelcke» zum Losschlagen geben."

„Der Feind vor uns scheint nur über eine Divi- s l o n zu verfügen. W i r sind v i e r m a l s o st a r k als er und haben eine Artillerie, fv furchtbar, wie sie noch nie auf dem Schlachtfclde erschienen ist. Es handelt sich heute nicht nur darum, einen Handstreich zu wagen oder eine« Graben zu nehmen, es handelt sich darum, den Feind z u schlagen. Darum gitt es, ihn mit äußerster Heftigkeit an- ivgreifr» und mtt einer unvergleichlich zähen Verbitterung

zu verfolgen, ohne uns um Ermüdung, Hunger, Durst oder Leiden zu kümmern. Nichts ist erreicht, wenn der Feind n i ch t e it dgültig geschlagen wird. So muß denn jeder — Offiziers, Unteroffiziere und Soldaten — davon überzeugt fern, daß das Vaterland von dem Augenblick an, wo der Be- fehl zum Angriff gegeben, bis zum endgültigen Erfolg, jede Kühnheit, jede Krastanstrengung und jedes Opfer von uns fordert."

Der kommandierende General des 33. Armeekorps Petain, der Chef des Generalstubs (Name unleser­lich).

Besonders interessant ist die Angabe über die d e n t > Defensive auf der Ostfront.

Ober st e Heeresleitung.

von den östlichen Kriegsschauplätzen, ver österreichisch, ungarische Tagesbericht. Fortschreiten der Verfolgung in Russisch-Polen.

Siegreiche Gefechte in Galizien.

W. T.-B. Wie», 16. Mai. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 16. Mai, mittags: In Russisch- Polen versolgcn die verbündeten Streitkräfte den Feead südlich der unteren Pilica, haben das B e r g- l a n d von Kietze bis zum Oberlauf der 51 a tu t enna vom Feinde gesäubert und sind entlang der Weichsel bis aus die Höhe nördlich Klimontow vorgcdrungen.

An der Sau-Strecke Rudnik-Przemysl wurde russische Nachhut vom w e st l i ch e n Flußuser zuruckgeworfen und hierbei viele Gefangene ge. macht.

Die aus den Waldkarpathen vorgedrungenen Armeen setzen ihre Vorrückung fort. Eine starke russische Nachhut wurde gestern in der Gegend der Hohe Maera versprengt, 7 Geschütze, 11 Maschinengewehre erbeutet und über 1000 Gefangene gemacht. Unsere Truppen stnd vormittags mit klingen­dem Spiel, mit Jubel begrüßt, in Sambor ein- gezogen.

In Südostgalizieu wurden nördlich K o l o m e a neue russische Angriffe abgewiesen, ein Stützpunkt dem Gegner entrissen. Weiter P ruth abwärts bis zur Reichsgrenze verhältnismäßig Ruhe.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Verstärkungen der Ruffen vor Warschau.

Uv. Rotterdam, 16. Mai. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der „Times"-Berichterstatter in Warschau meldet, daß die Ruffen anfangs Mai in ihrer Front vor Warschau be­trächtlich stärker waren als am 1. Februar. Ihre Zahl hat sich um mindestens 25 Prozent vermehrt. Die neu heran­gezogene Jahresklaffe 1916 wird jetzt zur Front geschickt. Die Rekruten sehen sehr gut und gesund aus.

Italien.

Audienzen beim «önig:

W. T--B- Rom, 15. Mae. (Nichtamtlich. Agenzia Ste­fan:.) Der König hat im Laufe des Vormittags nachein. ander Marcora, Carcano und Salandra empfangen.

Oie Schwierigkeiten der Rabinettsbildung.

Sr. Lugano, 16. Diai. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Wie vorauszusehen war, hat Marcora die Bildung de§ Kabinetts nach dem ersten Versuche abgelehnt. Der König soll darauf C a r c a n o mit der Bildung des Kabinetts betraut haben, der Finanzminister im zurückgetretcnen Ministerium war und Anhänger Giolittis ist, aber ^uch er soll nach kurzem Zögern den Auftrag a b g e l e h n t haben. Darauf habe der König Salandra empfangen. Die Zwischenzeit benutzten die interventionistischen Parteien, um durch wilde Strahendemonstratio- nen und durch Drohung mit der Proklamation der Republik den König so e i n z u s ch ü ch t e r n, daß er Giolitti die Bildung des Ministeriums nicht überträgt. ..Popolo Romano" vergleicht darum dos, was gestern in Rom vorging, mit den Ereignissen, die 1870 in Paris zur Errich- tung der Kommune führten. Das ist ohne Zweifel eine arge übertteibung. Bis jetzt ist die H e r r s ch a f t über Rom durchaus nicht im Besitze der revolutionären Ele- mente, sondern diese müssen sich mit der Zerstörung von Fensterscheiben und wildem Gebrülle begnügen.

Salandra bildet ein neues Rabinett.

_ W- Rvm, 16 . Mai. (Nichtamtlich, Agenzia Stefam.) Das „Gkornalr d'Jtalia" erfährt/ daß salandra von neuem mit der KabinettsbiB dun» beauftragt werden soll. Eine Mitteilung dar- über werde heute vormittag ausgegeben werden.

Oer Dreibund von Italien gekündigt?

Ein italienisches Bündnis mit der Entente?

2*. Lugano. 16. Mai. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Wie aus Rom gemeldet wird, werde wahrscheinlich noch vor

Eröffnung der Kammer ein Grün buch herausgegeben werden. Aus diesem seien besonders zwei Tatsachen wichtig. Erstens das Kabinett Salandra habe am 1 Mai den Dreibundvertrag gekündigt, zweitens habe am 6. Mai das Kabinett mit dem Dreiverband ein Abkommen gettoffen, welches die Bedeutung eines Bundesvertrags besitze. „

Tiefe Gerüchte von Giolitti zurückgewiesen.'

.. Br - Lugano, 16. Mai. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Blu.7 Die Anhänger Giolittis weisen die Behauptung, daß der Dreibund bereits gekündigt und bindende Abmachungen mtt dem Dreiverband vorliegen, entschieden zurück. Die „Tribuna" erklärt, vermutlich von Giolitti ermächtigt, un­möglich könne das Kabinett ohne Befragen deS P a r» ‘ “ents so weit gegangen sein. Wahrscheinlich lägen tat- sachlich verpflichtende Ab reden Salandras und Sonninos mit den Diplomaten des Dreiverbandes vor, aber bisher ohne die Unterschrift des Königs.

Revolutionäre Rundgebungen in Rom.

W. T.-B. Rom, 16. Mai. (Nichtamtlich.) Gestern er­neuerten sich die Demonstrationen in Rom in Vers ch ä r f - tem Maße, sie nahmen teilweise revolutionären Charakter an und richteten sich unter Schmährufen aus Deutschland gegen Giolitti, der als an Deutschland ver­kauft bezeichnet wurde. Auch gegen den Fürsten B ü l o w wurde mit Pereatrufen demonstriert. Er unternahm in» deffen auch heute seine gewohnten Ausfahrten. S ch w e t t Ausschreitungen gegen Anhänger der ^ceutralltatsidee waren an verschiedenen Stellen der Stadt r-*. , b S r8dc ^ nen - k en späteren Abendstunden kam es an» -latztich eines Vortrages von d'Annunzio im Theatto Cort,tanzl zu e r n st e n Unruhen in der Umgebung des Theaters. Die Demonstranten zerschlugen die Sttaßen- laternen, so daß die ganze Via Viminale in tiefstes Dunkel getaucht war. Barrikaden wurden gebaut und die Auf­ruhrer zogen ihre Revolver. Einen besonderen Druck hatten die Demonstranten dadurch auf die Geschäftsinhaber ausgeubt, daß sie das Schließen aller Geschäfte verlangten. Auch von Theatern, wie zum Beispiel vom Theatro Qurrino, wurde der Abbruch der Vorstellungen verlangt. Aus zahl­reichen Städten, wie Mailand, Florenz, Venedig, werden ebenfalls heftige Demonstrationen gemeldet. An» ärgsten scheint es in Mailand zugegangen zu sein.

Revolutionäre Umtriebe in Mailand.

Br. Ehiaffo, 16. Mai. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.)' -Popolo Romano' veröffentlicht einen Aufruf zur Re- Elution, der mit den Worten endigt: Das Vaterland steht vor dem furchtbarsten Scheidewege seiner Geschichte, ent­weder groß vor den vielen Völkern Europas oder für immer ^"°bgewürdigt in den Abgrund der Schmach und Schande eines Mitschuldigen der deutschen Barbarei. Volk du hast das Wortl Volk von Mailand, besetze die Straßen und Platze, dein Ruf sei Krieg oder Republik. Unterzeichnet sind für die revolutionären Sektionen Mai­lands die Abgeordneten Chiesa, Cappa und Virolini e,ne Gruppe Republikaner, der sozialdemokratMe AbgeaL nete von Parma, Ambris, und Munibin. Die Lage in M a i - I a n d ist zwar s e h r k r i t i s ch. die interventionistische Heiß- sporne spielen ihre letzten Karten aus, aber ihre Macht ist nur schwach und gilt nur so lange, wie sie die versteckte Hilf« der Regierung haben. Die Arbeiterschaft und de

Der Krieg gegen England.

Sur Vernichtung der „Lusitania."

Oie Internierungen in London.

„ Kopenhagen, 16. Mai. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.)' Im Laufe des Tages ist in L o nd o n eine große Anzahl Deut- ,cher und Österreicher im Alter von 16 bis 56 Jahven fett» genommen worden. Man nimint an, daß sich außer derr inter nierten Wehrpflichtigen noch 46 060 Männer und 70 000 Frauen und Kinder deutscher und österreichischer Herkunft in London befinden. Bon ihnen werden alle, die nicht interniert T bie .Hbflnat zurückgeschickt. Außerdem sind 6000 Naturalif lerte vorhairden. Diese erhalten vor- r “ u . f ’ S ** auf freiem Fuße zu bleiben.

Groß war die Zahl der Deutschen, die sich freiw i lli g der Po.lz-l stellten. In Taxametern und Privatautomöbilen ttasen viele ickson früh morgens in den Polizeistationen ein. Lue muhten lange auf Weiterbeförderung warten, da die Polizei aus einen derartigen Massenandrang nicht ein- gerichtet war. Vielen wurde bedeutet, in ein paar Stunden w-reder zu kommen. Die Polizei weiß absolut nicht, was st« imt dicier Menge von Personen anfangen soll. Viele Deutsche wurden im Laufe des gestrigen Tages nach South e nd ge. lchafst, wo sie vorläufig auf einem Schiff Mich der Landungsbrücke untergebracht wurden.

Die amerikanische Lusitanianote in Berlin eingetroffen.

Sr. Berlin, 16. Mau (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Ms die ,.Vosf. Ztg.' nieldet, ist die Note der amerikanischen Regie­rung über die Versenkung der „Lusitania" gestern in Berlin eiiigetroffen. Auch diese amerikanische Note war wieder Reuterbureau durch emcii Auszug von tendenziH« ker Färbung vorher angekündigt warven.