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««. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. - Bezugs-Preis: durch den Verlag L» Pfg. monatlrch, durch die Post 2 Mk. LO Pfg. vierteljährlich für beide

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lööiT

Verlags-Fernsprecher No. 2266.

Die Zweijahrhunderlftier.

Im ganzen Gebiete des preußischen Reiches wird der uoraiqe Tag, der 18. Januar, als em nationaler Ge- lenftag festlich begangen. Aber auch wert über die schwarz-weißen Grenzpfähle hinaus, tu allen Gauen unseres großen deutschen Vaterlande» ist die lieber Zeugung von der weltgeschichtlichen Bedeutung de-^ -age» lebendig, der vor zwei Jahrhunderten em»dLlnKur sürstenthunt Brandenburg-Preußen das preußische Kvmg- reich erstehen ließ. Zu beu Festlichkeiten, mit denen dieser ^cur am Kaiserhofe zu Berlin begangen wird, haben nicht nur Me Fürsten aller deutschen Bundesstaaten, sondern auch die mei teil civilisirten Staaten der Erde ihre Ver­treter entsandt, sodaß sich so schon äußerlich die po ittsche Bedeutung dieses nationalen Festtages dokumentirt.

Wir stehen nicht auf dem Standpunkt, daß die F s taae dazu da sind, die Geschichte in den rosigsten Farben zu färben, aber man braucht keine Geschichtsklitterung zu begehen, um die weltgeschichtliche Bedeutung des ia Januar 1701 zu erkennen. Gewiß ist es wahr, daß nicht Friedrich HI., sondern der Grosze Kurfürst al» der thatsächliche Gründer des preußischen Königreiches anz> - leben ist, denn seine Lebensarbeit ist es gewesen, welche seinem Nachfolger Friedrich IH. die Erhebung de» Kur­fürstenthums zum Königreich Preußen ermöglichte Die unparteiische Geschichtsforschung hat auch festgestellt, daß die Beweggründe Friedrich Hl. weniger m einer Cr- kenntniß des weltgeschichtlichen Berufes Preußens, al» vielmehr in deni Streben nach dem äußeren Glanz der Königskrone zu suchen waren. Z^r es wäre ungerecht Friedrich III., demnachmaligen König bmediich i., leoe» Iiöliere politische Streben abzuitrelten und seinen Kampf um die Königskrone nur auf äußere Gründe zuruckzu- fübren Sicherlich hat der Enkel des ersten preußischen Königs, der Große Friedrich, zu schroff geurthetlt, a er erklärte:Was in seinem tlr prung ein Werk der Eitelkeit war° ergab sich in der Folge als ein Meisterstück der

do^Als ein solches ergab es sich in der That. Erst durch die Erwerbung der Königskrone Preußen gleichsam in die Weltgeschichte em als ebenbürtiger Faktor nrven den anderen Staaten. Erst durch die Erwerbung der Königskrone wurde der Boden geschaffen, auf dem 17 c* a I ire später das Haus Hohenzollern die Hand nach der

Küistrkrone ausstrecken konnte. Die ^ d

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wendige Vorbedingung des 18. Januar 1871.

Freilich, die Entwicklung m zenen 170 Zähren ist

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Staatswesen, sind dem preußischen Volke nicht erspart:

gleichen gefunden hat, das Königreich Preußen zu einer Großmacht, zu einem ausschlaggebenden Faktor in Europa gestalten konnte. Aber unter fernen Nachfolgern Friedrich Wilhelm II. und Friedrich Wilhelm Hl. erlitt nicht nur die innere Entwickelung Preußen» starke Rück­schläge, sondern auch seine äußere Macht ging rrnauihalt- faut zurück, um unter Friedrich Wilhelnt IV. zusammeii-

?lic n ' der Anfang des achtzehnten Jahrhunderts Preußen auf eine höhere Stufe seiner Macht hob, so sah der Anfang des neunzehnten Jahrhunderts die tiefste Er­niedrigung und Demüthigung Preußens und zugleich Deutschlands. Bei Jena und Auerstadt brach der preußische Staat zusammen und Alles, was faul und morsch an Staat und Volk geworden, wurde nun offen­bar Das alterömische Reich deutscher Nation aber hatte schon vorher, durch den Reichsdeputationshaupt fckiluß vom Jahre 1803, den Todesstosz erhalten.

Fast gleichzeitig mit dem Zusammenbrua) Preußen^ aber begann die Zeit sittlicher und materieller Wledei- ausrickstuug, deren Ergebniß und Krönung die ruhm- reickien Befreiungskriege bildeten. Aber auch fetzt wieder folgte aus den Aufschwung ein schwerer Ruckstglag. und die politischen Hoffnungen, die da» preußische Zoll an dw Freiheitskriege geknüpft hatte, wurden schwer getausch. Die beiden Präsidialmächte im Deutschen Bund Oeswi-

reich und Preußen, wetteiferten m ^ck ^7 des tollen strebungen, die sie tiadi den schweren Wirren de»tonen Wahres" mit verdoppeltem Eifer wieder aufnahmen.

Erst unter Wilhelnt I., dem nachmaligen ersten deutschen Kaiser, begann gleichzeitig mst .der freieren wiiiwirteliina im Inneren die freiere und kräftigere En,, stiltung nach außen. ^ Im Eutscheidungskainpf zwischen Preußen und Oesterreich um die Vorherrschast m Oeutsa

lÄte das WWO -«--»-Pr-ubm. il 5 '"mnmcnidiluK der norddeutschen und , suooeuiiwrn

Stämme gegenüber dem frivolen :JgjS n Sen

Nachbar,i brachte endlich vor drei Jahrzehm n icnen 18. Januar, den Tag der Kaiserkronung, der oas

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liW Satire früher begonnene SBßtt krönte. nEae Entwickelung! 112,728 Quadratkilometer und

noch nicht 2 Millionen Einwohner zahlte de^- p^ßi che

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wir nicht Ursache mit Befriedigung der Entivickelung zu gedenken, die unserem Vaterlande m diesen zwei Jahr­hunderten b eschieden wa r? ^

Aus Stadt und Land.

Wiesbaden, 17. Januar.

_ Kockibrunnen und Inhalatorium. Der Magistrat fnt in aeftriaer Sitzung die Frage der Errichtung eines Inhala­toriums au?"dem Kochbrunnenterrain unter Hinzuziehung der

KurRputation einer eingehenden Berathung unterzogen. Wenn

auck die definitiv- Beschlußfassung noch um 8 -rage verschoben wurde so soll doch im Allgemeinen die Stimmung gestern nch dahin'geneigt haben, an der Kochbrunnenanlage als Platz für das Inhalatorium festzuhalten.

o «cickicnpavrde. Der hier verstorben- Kgl. Haup.mann ani Jnvalidenhaus zu Karlshafen. Herr Heinrich Freiherr

v Grast ist gestern Nachmittag mit militärischen Ehren auf dem Friedhof dahier bestattet worden . Herr Pfarrer Friedrich hielt die Leichenrede. Die Leichenparade stellte eine tombinirte Compagnie des 1. Bataillons de» Fustüer- Regiments v. Gersdorff (Hess.) Ko. 80 unter d-m Kommando d-s föertn Hauptmanns v. Osten-Lacken, mit den Spielleutcn und der Regimentsmusik. Di- letztere spielt- auf dem Wege von dem alten Friedhof, in dessen Leichenhalle dl- Tmuerf rer stattfand, bis zum neuen Friedhof Trauerweisen m welche sich der dumpfe Trommelwirbel der Spielleute mischte. Bo dem Friedhof gab die Compagnie drei Salven ab.

o. Holzpreise. Bei der am Montag ,m städtischen WalddistrittPfaffenborn" abgehaltenen Holzverstergerung, re eine sehr große Netheiligung gefunden hatte, wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: für den Festmeter buchenes Stamm- boli 11 Mk. 77 Pf., für den Raummeter buchenes Scheitholz 6 Mk 6 Pf für den Raummeter buchenes Prugelholz 4 Mk.

94 Pf. und für hundert buchene Wellen 8 Mk. 78 Pf - Die

bei der A u s h o l z u n g i n d e n K u r a n l a g en gewonnenen

Stämme sind bereits aus der Hand verkauft und kommen deshalb morgen nicht mehr zur Versteigerung. _

Es ist ungesund, eine Nahrung zu S.-meßen, welche unverdauliche oder schwer lösliche Substanzen m sich schlich (Knochen Knorpel, Hornfubstanzen, unreifes Obst und Hupen friicfete). Solche Dinge werden nicht allein nicht verdaut, sondern reizen den Darmkanal und ziehen allerhand Magen- und Darm- ßörunaen nach sich. Eine grobe Unart ist es, Kerne von Obst (Kirsch- Pflaumen-, Aprikosen-Kerne) ^ herunterzuschlucken. Man kann es nur für einen glücklichen Zufall halten, wenn em solckies Ereicmitz ohne Folgen fiit den Körper felctbt. D b l § olche K°rm g-rn tan Blinddarm festsetzen, daselbst Ästige Ent zündungen verursachen und selbst oft den Tod des Menschen herbeiführen, ist eine Jedermann bekannte Thatsache. ^

' ^0 Hinsichtlich cincS Darlehcns bestehen m Bock

sowohl Seitens der Darleiher als auch Seitens der Schuldner hier und da noch recht verkehrte Ansichten. Wer glauben, unferen geschätzten Lesern einen Dienst zu erweisen, wenn wir an dieser Stelle" die einschlägigen Paragraphen des bürgerlichen Gesetz- buckes citiren. $ 607. Wer Geld oder andere vertretbare Sachen als Darlehen empfangen hat, ist verpflichtet d-m Dar­leiher das Empfangene in Sachen von gleicher Art, U,

Menge zurückzuerstatten. Wer Geld ooer andere venretbare Sachen aus einem anderen Grunde schuldet, kann m Gläubiger vereinbaren, daß das Geld oder me Sachen '

leben aeschuldet werden sollen. § 603. Sind für tut ®ar- letai Zinsen bedungen, so sind sie, sofern nicht ein andere» b - stimmt ist nach dem Ablauf je eines Jahres und, wenn da Da-,»,-»'»», d-m Ablauf -in-d

n'irfi obne Kündigung zur Rückerstattung berechtig . 8

Wel d? Hingabe Zeines Darlehens verspricht, kann m 3wer t

tCU ' b - Eine große ^Menschennnsamnilung^ v-ranlaßt-

Fe uiUet on.

-Ns Allstelin Mer die Zndunst der AnßMMhri.

Ueber den jüngst erwähnten Vortrag, den ^°^k,2n l der Abthcilung Berlin-Charlottenburg über die Aussichten nf Verwirklichung und den Werth der Flugschiffahrt h,el.

'^°Äuaschiffe wie wir st- jetzt im Auge haben, sollen min- eflenS mehrtägige Reisen ausführen können. Dazu musten sie yc Schwebevermögen aber auch ausdauernd zu bewahren Stande sein. Die Anforderung der Dauerkraft schließ das luswerfen von Ballast, um zu staigen. und ?as Au»last-n von a e § ' , u aus. Mein Fahrzeug wird deshalb enisacy

mch auf- ^ oder abwärts mittels Laufgewichtsverschiebung oder Steuerung gestellt und durch die gleichlaufend> rm ferner Längs­achse wirkenden Triebwerke w der gewollten Richtung weit-r S^ übrt Da sich aber bei der Fahrt nach oben ,n die dünneren Luftschichten und ebenso bei Erwärmung das °u-vehnt ö ist ein Raumüberschnß in den verschiedenen Zellen mem-» Fahrzeuges derart bemeffen. daß die bei der Abfahrt Kim ^-ben -cs Fahrzeuges ausreichend- Gasmenge

Ausdehnung findet, entsprechend der Hohe, die man emerchen will, und der etwa zu erwartenden Erwarmung. Redner gab sodann einen Einblick in die mancherlei Hemmungen und Schwierigkeiten, welche bei seinen Fahrversuchen etugetreten. sind. Er entwickelte im Weiteren, was bisher auf dem Gebiete de. Luftschiffahrt bis zur Gegenwart geboten worden ist. unser Geschlecht, für das die gewaltigen, die Volker des Erdballs zu- fammemückenden Entwickelungen der Dampfschiffahrt und der

cr-ifenbabnen schon der Geschichte angehören, ist sicher geneigt, stine Erwartungen von dem Luftverkehr sehr hoch zu spannen C-rnückternd muß aber sofort die Erlenntmß wirken, daß das 9,UtS ff Tur ewigen Abhängigkeit vom Winde verdammt bleibt. Der'Wertb der Nugschffe liegt darin, dorthin zu geangen w nks bislerigln Berkehrsmittel auf der Erde noch mcht hinrstchen. wo sie unanwendbar sind °der zeitweise ve- ag-m Sfr, nr-ntSnlt fiit die Leistungen mag dienen, daß das Zeppelin sche Luftschsts be^Windstille ^um F?ug von Fn-druhshafen nach Mpriin 18V> Stunden also 31/2 Stunden mehr aL der sch 1

von Berlin in 22 Stunden nach London s°h«n. vorf ^onoon New'Bort in SV 2 Tagen, von Sansibar I.ach rvamerum Zr durch Afrikanin etwas über 3 Tagen, gegen erneu ziemlich ficken Wind in 6 Tagen, mit einem solchen m OP Tagen. Bon größtem Vortheil würden taugliche Flugschifte für Kneg-- kwecke sein z. B für die Beförderung der Feldpost, der Befeh s- baber und'zum Verkehr mit belagerten Festungen. Solche FmD schifte könnten auf mehrere hundert Kilometer und Seemeilen hin die Versammlung und das Herannahen ^'"dlich-r Heer

Verbesserungen erlangen wird, habe es durch die ^hat schon - wiesen Auf Grund der gemachten Erfahrungen glaubt Redner dafür bürgen zu können, daß mit den nbthigen Mitteln m v.r-

fcen Schauspiel ein Ende zu machen, mußten schl.-tzua, v

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das Luftmeer erobert zu haben.