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«9. Jahrgang.

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Verlag: Langgasse 27 .

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_Verlag des „Wiesbadener Lagvlatt".

DirKrifis aus dem Psnndbrirsmarkt.

$ klarer die durch den Krach der Deutschen Grund- schuldbank und der Preußischen Hypotheken-Aktien-Bank geschaffene Sachlage wird — und es hat lauge genug ge­dauert, bis diese Klarheit jetzt endlich halbwegs geschaffen wird — als desto großer und bedenklicher stellt sich der llmfang und die wirthschaftliche Tragweite dieses Krachs hervor, wie er in gleichem llmfang auf dem Gebiet der Hypotyetenbanten bisher erfreulicher Weise noch nicht zu verzeichnen war. Welches Urtheil die Börse selbst über r,prh^ 8C f «tfeitJjat, geht am klarsten daraus

2 fhe " der Preußischen Hypotheken- Aktien-Bank und der Deutschen Griindschuldbank, die leide stets weit über pari gestanden haben, jetzt bereits me ersteren auf wenig über 40, die letzten auf 5 gesunken IMS. Das will besagen, daß derjenige, welcher vor nicht allzu langer Zeit sein Geld in Aktien der deutschen Grundschuldbank angelegt hat, heute noch vier bis fünf Procent von dem besitzt, was er dainals besaß. Und trotz- em muß nach Lage der Sache leider behaupret werden, daß die Altien oer Grundschuldbank, vei der die Ber- halmisse noch weit schlimmer liegen als bei der Hypo- thekenbank allem Anschein nach noch um — fünf über dem^thatsachlichen Werth stehen.

In der That ist zu einer optimistischen Betrachtung der Dinge wie sie sich neuerdings hier und da bemerkbar macht, leider kein Anlaß vorhanden. Wenn auch kaum n Zweifel daran besteht, daß es gelingen wird, die f~Yfwf en hoffentlich auch die Aufsichtsräthe der Ge- ! l^l^en sur die durch sie verschuldeten Schädigungen der Gesellschaften regreßpflichtig zu niachen, so möchten „/I, ".?ch das Praktische Ergebniß dieser Regreßpflicht mE- überschätzen. _ Das Geld ist rund und von den Millionen, die ber den Gesellschaften in die Unrechten Hände gerathen sind, ist heute schon vieles, allzu vieles dahm gerollt, von wo es keine Wiederkehr gießt'

Immerhin scheinen die Verhältnisse bei der Preußi­

schen Hypotheken-Aktien-Bank noch nicht so trostlos zu Ä.““ l ei d" D.»»che„ Gru„d,ch„lLnk. b«i d« EEwntwoctlich gewirthfchaftet worden ist. Hat die Revision doch bereits ergeben, daß die lebte Bilanz der Deutschen ^Grundschuldbank den Thatsache/in keiner ^^"ksprach und daß die damals angeführten Effekten wd oroßtentheils nicht mehr vorhanden sind. Wo aber sind all die (Summen, deren Verlust heute beklagt wird hingekommen? Bei der Hypotheken-Aktien-Bank wurde

«Ä™abgesehen von den Riesen-

gehältern für die Direktoren 164,333 Mk TanLmen tertheilt, bei der Grundschuldbank wiirde der Rein- gewmn auf 8 i 1,054 Mk. beziffert und 82,750 Mk. Etlömen vertheilt. Wo aber sind die Summen hin die nicht in Gestalt von Tantiemen davon rollten? Diese 0 -rage ist noch nicht beantwortet, aber sie wird beant- wortet werden müssen, um nicht nur die civilrechtliche, ^.^ern auch die strafrechtliche Verantwortung der Leiter der Gesellschaften festzustellen.

w ® enn . ein , rücksichtsloses Vorgehen und eine Auf- >. eckung der bei dem Geschäftsbetrieb der Gesellschaften vorgekommenen Machenschaften ist dringend noth-

deshalb, damit ein heilsames Exempel statuirt und m Zukunft Andere davon abgeschreckt werden mit gleicher Geschicklichkeit dem Publikum das Geld aus der Tasche zu zieyen. Es wird auch noch sehr ernstlich die präge zu prüfen sein, wie die Dinge bei den beiden Banken sich soweit entwickeln konnten trotz der Aufsicht deren die Hypothekenbanken Seitens des Staates unter­liegen. Wir haben uns im klebrigen betreffs der Wirkungen des Hypothekengesetzes vom 1. Januar 1900 niemals einer allzu hoffnungsfreudigen Auffassung hin- ^?eben und bei der Besprechung jenes Gesetzes s. Zt. aus- d'ucklich erklärt: „Im Uebrigen wird man sich überhaupt nicht einem allzu starken Optimismus in Bezug auf die Wirkung der staatlichen Aufsicht über die Hypotheken-

SuL&TH" b \ ir J en ' denn trotz dieser Aufsicht sind Hypothekenbanken schon wiederholt in große finanzielle

r Unsere pessimistische Auf­

fassung hat sich leider als nur zu berechtigt erwiesen m xu Eche /Uesensummen, um welche ungeheuren Verluste es sich bei dem 5krach dieser Banken handelt, geht daraus hervor, daß nach den letzten Geschäftsberichten von der Hypotheken-Aktien-Bank rund 355 Millionen KJ er Grundschuldbank nahezu 100 Millionen an Pfandbriefen tm Umlauf sind. Von diesen Summen muß leider ein großer Theil auf das Verlust- conto gebucht werden. Garnicht zu übersehen sind aber außerdem die Summen, welche in den Aktien dieser Ge­sellschaften angelegt sind und die schon heute als verloren betrachtet werden müssen.

gegen die anderen Hypothekenbanken kein Verdacht einer ähnlichen Geschäftsführung vorliegt, eine starke und höchst beunruhigende Wirkung ausübt. Umso ge- baß gegen diese Mißstände mit rücksichts- loser Entschiedenheit vorgegangen und dafür Sorge ge­tragen wird, daß ähnlichen bedauernswerthen Vor­kommnissen m Zukunft vorgebeugt wird. Dws zu ver- ^"?"Lbrade die anderen Hypothekenbanken alle Ursache. Diese Erkenntlich müssen wir eben bisher bei der Mehrzahl der Banken noch durchaus vermissen. Ur.j.p.

Deutsches Deich.

* Strastbnrg, 19. Dezember. Die „Straßburger Zeitung» brachte vor einigen Tagen die Mittheilung, daß ein Geschäfts­mann vor Kurzem bei der Hauptkaffe der R-ichseisenbahn zur Stundung von Frachten elsaß-lothringische Rcntentitel habe deponiren wollen diese aber mit der Motivirung zurückgewiesen worden seien, daß nur Staatspapiere, die vom Reich oder einem Bundesstaat ausgegeben worden seien, zur Kaution angenommen wurden; Elsaß-Lothringen sei kein Bundesstaat. Daraufhin sandte die Generaldirektion der elsaß-lothringischen Eisenbahnen eine Berichtigung, worin erklärt wurde, daß die elsaß-loth- ringischen Staatspapiere bei der Reichseisenbahn-Verwaltung genau dieselbe Behandlung wie die Papiere des Reichs genießen und niemals als Kaution zurückgewiesen worden seien, beute veröffentlicht nun das genannte Straßburger Blatt das bezüg­liche Schreiben der Generaldirektion vom 12. November d w°rm thatsächlich 3-procentige Rentenbriefe der Landeskasse' von Elsaß-Lothringen zuruckgewiesen wurden, da nur Schuldver­schreibungen des Deutschen Reiches oder eines anderen Bundes- staa es arigenommen werden könnten. Das Blatt bemerkt zum Schluß: Die ganze Geschichte bleibe ein charakteristischer Bei- £"8 für die Mißverständnisse, welche die staatsrechtlich- Zwitter- s^luug Elsaß-Lothringens in aufgeklärten Köpfen Hervorrufen

Z«m Untergang des Schnifchisss „Gneisenan".

. ^. Dezember. Für die Hülfeleistungv welche

b % ^'psche Admiral in Malaga den Schiffbrüchigen der „Gneisenau zu Theil werden ließ, hat der Kaiser in einer De- dL ^?usg°spr°ch-n. Kaiser Wilhelm

depeschirte dem Admiral Fisher Folgendes: Mein Konsul tele-

Feuilleton.

. ^ ^ nicht zu verwundern, daß dieser finanzielle Krach nicht nur auf den Pfandbriefmarkt überhaupt, obwohl

Reihniuhisgcdttnlten in der DstnnßenweN.

Von I),-. William Fricke.

, 2fokk, besonders das deutsche, ist von jeher ein il Beobachter des Naturkebens gewesen, und

l J e f./< etc ^ erklärlich, daß der Weihnachtsgedanke auch n der Pflanzenwelt durch Sitte und Namengebung mehr Mch zum Ausdruck gebracht worden ist.

Obenan steht natürlich der immergrüne Tannen oauin, der, sich gleichbleibend Sommer und Winter, er- roren ist, daß er, den Baum des Lebens darstellend, herr­sch geschmückt wie kein anderer, der Kinder Lust und yceude sei. Er ist mit dem Weihnachtsgedanken so un- ^rennlrch verknüpft, daß er geradezu den Namen »Weihnachtsbauin" führt. Mitten im Winter, wo alle ^reize der schönen Statur durch Stürme, Regen, Schnee «scr Eis verschlossen sind, wo wir zumeist auf die engen I»llume unseres Hauses angewiesen sind, mitten hinein in , längste Winternacht strahlt er uns eine liebliche, hell Wuchtende Fruhsingsnacht entgegen. Die Tanne als Weihnachtsbaum ist eine spezifisch deutsche Erscheinung, oie noch gar nicht so alt ist, obgleich die Grundidee davon weit m die Vorzeit zurückreicht. Die älteste bis jetzt be- uumte Nachricht über den Weihnachtsbaum datirt' vom Wre 1508. In diesem Jahre am Sonntag vor Mitt- msten kam der Prädikant der Freien Stadt Straßburg, ber berühmte Geiler von Kaiserberg, in seiner Predigt vorauf, daß alle in Straßburg herrschenden Weihnachts- Sebräuche heidnisch seien und abgeschafft werden müßten. Die Heiden hätten uni Neujahr den Jenner oder Janus Nehrt. „Etlich mit tanzen und springen, ander mit '-echen, ander mit danreiß in die stuben legen, ander mit vechten, ander das sie einander gaben schicken, lebknchen, wein sc." Das Wort „hechten" verräth, daß wir hier »teste des alten südddeutschen Berchtakultus vor uns Wen, wie auch noch die Salzburgische Waldordnung von jf'5 5 „Bechl oder Weihnachtsboschen" kennt. Um 1600 Latte die katholische Kirche gegen den Tannenbaum nichts

^usuwenden. Wie Jes. Göuy aus der Beck'schen Chronik

Swlettswb^E^ ^istabeud in der Herrenstube zu Schlettstadt„Meyen (d. h.Fefttannenbäunle) aufgerichtet ^^flfeln und Oblaten geziert, und von dieser bewr Zogen die Mitglieder der Stube, zu denen auch Geistliche gehörten, zur Mette. Am Drciköuigstage kanien dann die Kinder, „die Meyen schüttlin", also die Tanuen- baume zu plündern. Geiler, der gegen die Tannenbäuine gepredigt hatte, gilt als Vorläufer der Reformation, und 1654 ist es ein reformirter Straßburger Münsterpfarrer, der aufs Neue zur Abschaffung dieser „Lappalie" nrahnt. Seit dem vorigen Jahrhundert erst ist der Weihnachts­baum ein allgemein deutscher Brauch geivorden. Sein LL^nd sit gewiß ein biblischer, welchen wir schon zu hip a *r;rtr l r Schöpfungsgeschichte finden, wohin ihn auch u? ^ Zunickfuhrt, indem man denselben

bekannten Baume der Erkeuutniß Z; ! m ^chtament betrachtete, nicht weil dieser auch eine ^anne gewesen sein soll, sondern toeil er ja auch Aepfel gerragen hat und überhaupt ein Baum gewesen ist. Daher findet man auch öfters in frommen, besonders katholischen um Fuße des Christbaumes Adam und Eva stehen, um den Stamm windet sich die listige Schlange f'ud oben an der Spitze des Baumes ist Christus ange- bracht. ^ Auf alten griechischen Bildern ist sogar das Kreuz Besu nicht aus gehaueuen Balken wie bei uns dargestellt, ond-n a s ein grüner Baum mit Blättern, Bliithen Religiöse Schwärmerei hat den Weih- w .f'r Um t ° 3n «r lI v ®Ü be ^^sti selber gemacht und : b L Darme der einzig grüne Baum

in der öden kalten Winterszeit ist, so erschien Christus als oer einzige grum', sündenreine Stamm und Zweig in der sunst °den und ,n gewissem Sinne fruchtlosen, leeren Esichheit, die einst den langen Winterschlaf der Gleich- gultigkert oder Selbstgenügsamkeit, d. h. den Schlaf der Sunde und des Todes schlief." Aber so vielfach der Weihnachtsbaum auch angedeutet wird, das Eine steht fest, daß deutsches Gemiith, deutsche Poesie und deutsche Fronimigkeü ihn erdacht, gepflegt und niit seinem eigen thumllchen «chmelz uyigeben haben.

graphirt, daß Sie fr-undlicher Weise zwei Schiffe zum B-ifiano f U -!ft Ur ifc re °^"'.en Leute in Malaga gesandt haben. Ich beeile mich, Bhnen aufrichtig zu danken. Ihre Handlung zeigt wieder auf der ganzen Welt Kameraden sind i l tCf i r r — Rach einer Meldung aus

a , bx 1 b l anb heute die Beerdigung des Kapitäns

Kretschmann mit allen militärischen Ehren statt, welche vom Estremadura-Regiment erwiesen wurden. Die Behörden alle dienstfreien Militärs, das Offizier-Corps des englischen Kreuzers „Black und des von Malaga abgegangenen zweiten Kreuzers sowie die Besatzung aller Handelsschiffe wohnten der Beerdigung

-Dieff"gl5nder haben dagegen, wohl du Ueberrest ihres altsachstschenUrsprungs^ auseineStelleeinenanderenVer- treter der Pflanzenwelt, die Stechpalme kllox uguikolium) gesetzt, einen Strauch, der im Volksmunde

V - 1 4 r r weil der Sage nach aus

seinen Zweigen die Krone für Christi Haupt einst m*. stochten worden sein soll. Die Stechpalme ist ein schöner Strauch oder kleiner Baum mit glänzend grünen, wellen- formig gezackten, dornig spitzen Blättern, in deren Achseln dw dichten Büschel der weißen Bliithen stehen a . I§ sollte sie eigentlich nur Mit Lorbeer und Cypressen bei au,men stehen, und als wäre unser langhalmiges Waldgras mit den leichtlebigen Aehcen ml t, un £ te ' bewegliche Blumenvolk keine ebenbürtige Gesellschaft für einen so vornehmen, ernstblickenden Strauch. Die Stechpalme sucht gern ein Plätzchen aus >vo sie für sich wie ,n ihrer eigenen Welt stehen und ihren eigenen, reizvollen Schatten über den grünen Moosboden zeichnen kann. Aus den kleinen weißen Blüthen werden rothe kugelrundeBeeren, die sich nicht so verbergen lassen wie die klesiien Blumen, und lustig und fröhlich in den .^ag hinausleuchte,l. Von dem Blute Christi sollen sie nach der ^.egende ihre rothe Farbe bekommen haben. Sw>e feurig-rothen Beeren haben die Stechpalme über- aus beliebt gemacht, und namentlich in England ist sie Ws" ihren leuchtenden Fruchtzweigen der Schmuck des Weihnachtstisches und der Begleiter der Kinder, die Weihnachtslieder singend, mit den grünen Zweigen von Haus zu Haus wandern. Außerhalb der Gebäude be- steckt man in England zur Weihnachtszeit die Wände und Thuren auch mit immergrünen Zweigen von Evbeu Lorbeer oder Cypressen. ' r ‘

Eine andere Pflanze, die in England zum Weiff- nachtsfeste in naher Beziehung steht, ist die Mistel (Vmcmm album) und der Mistelzweig (mistle-loe) steht dort zur Weihnachtszeit in hohem Ansehen, indem man chm eine symbolische Bedeutung beilegt. Er ae- wahrt den M'annern das Recht, jedes weibliche We m m "fs ßch darunter erhaschen läßt, und der

Volksglaube sagt^ daß ein MiädchenL welches unter derrj!

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