1, Beilage zum Wiesbadener Tagdlatt.
Ko. 387. Aberrd-Arrsgabe»
Montag» den 17. Dezenröer.
48. Jahrgang. 1600.
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Was Dein Wort zu bedeuten hat, erfährst Du durch den Widerstand, den es erweckt.
M. v. Ebner-Eschenbach.
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(20. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.)
Die Göttin des Gjücks.
Roman von Iieinyokd Hrtmann.
„Ah, der verrückte Bildhauer," sagte er gleichgültig, „lind ich — wissen Sie, was ich soeben gethan habe?"
„Nein," erwiderte sie lächelnd. „Wie könnte ich das crrathen?"
„Unter dem Siegel der Verschwiegenheit natürlich: ich habe eine Wohnung gcmiethet."
„Wie? doch nicht in dem prächtigen Hause, aus dem ich Sie kommen sah?"
„Fanden Sie, daß es ein leidlich anständiges Haus
? ~ ,^un, das freut mich. Ich hatte schon so meine Bedenken."
. „Sie sehen mich überrascht. Sind Sie denn nicht noch ein ganzes Jahr an Ihre jetzige Wohnung gebunden?"
. „Ach, was thut das? Man zahlt eben die Miethe und zieht aus. Uebrigens tritt der Vertrag für das neue Quartier erst am 1. Oklober in Kraft. Ich denke, cs wird ein recht behagliches Heim werden. Nicht zu groß und nicht zu klein. Zehn Zimmer, ein Saal und ein allerliebster Wintergarten. Dle Räume für die Dienerschaft natürlich nicht eingerechnet."
„Wie, Herr von Restorp? Und eine solche Wohnung haben Sie fest gemiethet?"
„Ja. Vorläufig indessen nur auf fünf Jahre. Sie suld erstaunt, daß ich meine Absichten geändert habe, nicht wahr? Als ehemaliger Landwirth hätte ich nach Ihrer Mcrnung vielleicht besser gethan, mich nach einem passenden größeren Besitz umzusehen. Ich habe ja auch lange geschwankt. Aber wenn man in meinen Jahren ist, möchte man doch endlich einmal anfangcn, das Leben zu genießen. Gearbeitet habe ich nachgerade genug; jetzt sehne ich mich nach einer behaglichen Ruhe."
„Sie rechnen also mit Bestimmtheit darauf, daß die Wedekrng'sche Angelegenheit bis zum ersten Oktober zu Ihren Gunsten geregelt sei?"
or . r ?r Sl6er . b r flä doch außer Zweifel. Dieser Negier,lnqs- ^^!sor mußte ja geradezu ein Idiot sein, wenn er cs nach der Auffindung jenes Briefes überhaupt noch ans einen Prozeß ankommen ließe."
„Und wenn Ihre Erwartung Sie täuscht, wird Ihnen der eben geschlossene Miethvertrag dann nicht große Verlegenheiten bereiten?"
Herr von Restorp lächelte und schwenkte mit anmuthigcr Handbewegung seinen dünnen Regenschirm.
„Man kommt nicht in Verlegenheit, liebes Fräulein Hanna wenn man eine Million sozusagen schon in der Tasche haf In solchem Fall findet man immer hilfreiche Nebenmenschen die einem mit Vergnügen beistehen."
„Aber Sie werden Ihrer Frau und Ihrer Tochter jedenfalls noch nichts davon sagen?"
„Bei Leibe nicht. Diese Ueberraschung erspare ich mir ruf später. Inge hat ja eine wahre Heidenangst vor dem
Reichwerden. Und meine arme kränkliche Frau steht leider ganz unter dem Einfluß des närrischen Mädchens."
„Haben Sie mit Inge neuerdings über die Angelegenheit gesprochen?"
„Gott bewahre! Ich hüte mich weislich, es zu thun. Heute früh fragte sie mich nur, ob bereits eine Antwort von dem Anwalt unseres Gegners eingelaufcn sei. Und da sagte ich natürlich nein, obwohl ich ja wußte, daß der junge Wedeking heute hier eintrifft und daß wir vielleicht vor Sonnenuntergang den Vergleich unterzeichnet haben."
„Sie haben über die eigentlichen Gründe ihres sonderbaren Benehmens also noch immer nichts erfahren?"
„Gar nichts — es ist mir geradezu ein Räthsel. Und weshalb sollte ich mir viel den Köpf darüber zerbrechen, da die Dinge ja doch ihren Gang nehmen werden. Was wird es am Ende sein? Eine nervöse Depression —nichts weiter! Es haben eben leider nicht alle jungen Mädchen Ihre prachtvolle Konstitution, mein liebes Fräulein Hanna!"
„Sie wissen, daß Sie mir keine Komplimente machen sollen, Herr von Restorp — nicht einmal über meine Gesundheit."
„Sie sind grausam, mein theucrstes Fräulein; denn wie soll man Ihnen die Wahrheit sagen, ohne daß es wie ein Kompliment aussieht? - Uebrigens habe ich die Absicht, wenigstens einen Theil des Winters mit meinen Damen im Süden zu verbringen. Inges Hochzeit darf keinesfalls früher als im März oder April stattfinden. Darf ich Sie ein- laden, uns auf der Reise nach Italien Gesellschaft zu leisten?" Hanna lächelte ein wenig.
„Ich fürchte, Herr von' Restorp, daß ich durch meine eigenen Angelegenheiten verhindert sein werde, diese liebenswürdige Einladung anzunehmen. Aber da kommt eine Pferdebahn, die ich zur Heimfahrt benutzen möchte. Ich bemerke eben, daß es später geworden ist, als ich geglaubt."
Sie gab ihm die Hand und eilte leichtfüßig dem Wagen entgegen, mährend er mit abgezogenem Hute'stehen blieb, bis sie im Innern des Fahrzeuges verschwunden war. Dann schleuderte er gemächlich einer Weinstube zu, wo man ; hm Kredit gewährte, seitdem er den Wirth überzeugt hatte, daß die Auszahlung der streitigen Million nur noch eine r^rage von Tagen oder Wochen sein könne.-
Als Hanna zweimal rasch nach einander die Wohuunas- glocke gezogen hatte, wurde ihr nicht von Frau Heitmüller, andern von dem Büreauvorsteher ihres Bruders geöffnet Der dürre Jüngling machte ein äußerst wichtiges Gesicht und flüsterte mit einer bezeichnenden Gebärde nach der Thür des Privatkabinetls:
.Der Herr, von dem gnädiges Fräulein gestern sprachen, ist schon seit einer halben Stunde drinnen bei dem Herrn Rechtsanwalt. Und ich glaube sogar, er wird gleich fort- gehen, denn ich hörte soeben, wie die Stühle gerückt wurden."
Hanna war unangenehm überrascht. Sie hatte gehofft, die Unterhaltung zu belauschen, und sie war nicht darauf gefaßt gewesen, daß der Regierungs-Assessor sich schon so tuE) am Morgen einfinden würde. Einen Augenblick war ie unschlüssig, ob sie nicht geradewegs hineingeheu sollte. Aber die Entscheidung blieb ihr erspart, den» schon wurde
ne Thur geöffnet und Bernhard geleitete seinen Besucher ylnous.
Der Korridor war nur schwach erhellt, aber aus dem Kabinett des Rechtsanwalts fiel ein breiter Strom vollen
Tageslichts gerade auf die Stelle, wo Hanna stand. Der Heraustretende, ein hochgewachsener, breilschultriger Mann, feiner straffen Haltung nach für einen Offizier in Civil hätte halten können, mußte ihrer notwendig sofort ansichtig werden. Er war noeh im Gespräch mit ihrem Bruder begriffen gewesen; aber in dem Moment, da sein Blick sie streifte, brach er mitten in seiner Rede ab. und die Bewegung, mit der er den hübschen blonden Kopf zurückwarf, schien die größte Ueberraschung auszudrücken. Hannas weit geöffilete Augen ader waren mit einem so seltsamen grenzenlos erstaunten Ausdruck auf ihn gerichtet, daß Bernhard dies unverwandte, durchdringende Anstarren eines fremden Mannes mit lebhaftem Mißvergnügen als ein geradezu unschickliches Benehmen seiner Schwester empfand . Am liebsten hätte er wohl gesehen, daß der Andere sich rl-t ,. £ l . ll, t Hütte. Da er aber wie angewurzelt stehen blreb, ließ sich die Förmlichkeit einer Vorstellung nicht wohl umgehen. Doch bewirkte sie der Rechtsanwalt ziemlich hastig und auf eine recht oberflächliche Weise.
„Herr Regierungs-Assessor Wedeking — meine Schwester Hanna!" sagte er, um dann sogleich hinzuzufügen:
„Wenn Du mich sprechen wolltest, hast Du wohl die Gute, in mein Zimmer einzutreten. Ich bin sogleich zu Deiner Verfügung."
Als Bernhard seinen Namen tiannle, hatte der Assessor dem jungen Mädchen eine tiefe Verbeugung gemacht. Aber er sprach kein Wort, und nur seine Augen folgten ihr, als sic mit einem leichten Neigen des Kopfes an ihm vorbei in das Kabinett des Bruders ging. Hanna hörte noch, wie er mit wohlklingender Stimme sagte:
„Ich wohne im Hotel Bristol, Herr Rechtsanwalt, und wenn-"
Das Ende des Satzes vernahm sie nicht mehr, da die beiden stch weiter von der Thür entfernt hatten. Sic aber preßte, mitten im Zimmer stehend, beide Hände auf die ungestüm wogende Brust, und ihre Lippen schlossen sich so fest zusammen, daß ihr Gesicht dadurch einen seltsam veränderten, trotzig wilden, fast dämonischen Ausdruck erhielt.
Erst als sie hörte, daß ihr Bruder hinter ihr über die Schwelle trat, gewannen ihre Züge wieder das alte Aussehen, und jedes Anzeichen einer ungewöhnlichen Erregung war mir einem Mal aus ihrem Antlitz verschwunden.
„Das also war unser Gegner?" sagte sie. „Du bist doch ganz sicher, daß er es war?"
„Natürlich bin ich's. Was für eine sonderbare Frage, Hanna!"
„Und das Ergebniß Eurer Unterredung? Will er sich vergleichen?"
„Jcb zweifle nickt, daß es dahin kommen wird. Denn der Herr Regierungs-Assessor befindet sich allem Anschein nach in einer sehr kritischen Lage."
„Inwiefern? Kannst Du Dich nicht etwas deutlicher erklären?"
„Er hat es mir natürlich nicht rund herausgesagt. Aber diese und jene Aeußerung, die ihm imLaufe des Gesprächs entschlüpfte, ließ doch erkennen, daß ihm an dem raschen Zustandekommen eines Abschlusses mit jenem Finanz-Konsortium außerordentlich viel gelegen sei. Und die Leute denken selbstverständlich nicht daran, mit einem Besitzer abzuschließen, dessen Eigenthumsrechte keine ganz zweifellose sind."
(Fortsetzung folgt.)
Vas schönste Weihnachts-Geschenk
für mfcee braue« Jungen, »je starke Männer, »«> für unser- hübschen Mädchen, »ie schön gestaltete Inngsrane« werde« wollen, ist unstreitig der neue
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Dieses ist der beste existirende
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fcer so vielseitige Hebungen gestattet, daß jefre
Mnskelgruppe des ganzen Körpers
herangezogen und dadurch gleichmäßig entwickelt und ausgebildrt wird. Da er zerlegbar ist, Lj fa " n * m und derselbe Apparat sowohl vom
schwächsten Kind wie vom stärksten Mann
benutzt werden!
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