(Nachdruck verboten.)
Das Verjüngen der Odstbiiume.
Von Aug. Freese.
Das Verjüngen alter Baumkronen ist besonders bei sehr fruchtbaren Sorten von großer Bedeutung, indem durch die stetige Fruchtbarkeit der Holztrieb nachläßt. Es bildet sich schließlich nur noch Fruchtholz, infolge dessen der Baum seine Lebensthätig- keit einstellen muß, da durch die fortwährende Fruchtproduktion die Reservenährstoffe verbraucht werden und keine Organe mehr da sind, welche im Stande wären, wieder neue hinzuzuschaffen. Sollen die Obstbäume stets gesund und kräftig bleiben, so muß man bestrebt sein, neben der Fruchtbarkeit auch einen kräftigen Holztrieb zu erhalten. Je kräftigere Triebe und Blätter der Baum hervorbringt, ein umso regeres Leben ist in ihm, desto mehr Reservestoffe können sich anhäufen, umso schönere und vollkommenere Früchte kann er liefern.
In der Hauptsache erreicht man dies durch ein Verjüngen der Krone. Es ist darunter zu verstehen die Wegnahme der Baumkrone bis zu einem bestimmten Grade, ein Zurückschneiden der Aeste bis ins alte Holz, und zwar bis auf s/z oder V 2 ihrer Länge.
Dieses Zurückschneiden muß aber immer an solchen Stellen vorgenommen werden, wo noch seitliche, junge Holztriebe oder wenigstens gut ausgebildete Knospen sich befinden, damit der Baum beim Beginn der Vegetation nicht im Saft erstickt. Es muß zudem auch etwas auf die Form der Krone Rücksicht genommen werden. In der Regel wendet man die Kugel- oder Pyramidenform an. Die beste Zeit für das Zurückschneiden ist im Herbst, sobald die Blätter gelb werden und fallen. Dann haben sich bereits die Reservestoffe aus den Blättern in die Holzkörper zurückgezogen.
Durch das Zurückschneiden werden die Triebknospen vermindert und die Folge davon ist, daß die dem Stamme im Laufe des Winters zugeführten Nährstoffe sich nur auf eine geringe Anzahl von Zweigen zu vertheilen haben, demzufolge sich auch durch die reichliche Ernährung im nächsten Frühjahr ein kräftiger Holztrieb entwickeln kann.
Unter den sich in Menge aus den schlafenden Augen bildenden jungen Trieben muß im darauffolgenden Sommer Ordnung hergestellt werden, wobei man die kräftigsten für die Fortentwickelung der Aeste wählt und die übrigen zum Theil einstulpt, theils auch ganz entfernt.
Die Schnittwunden werden mit Baumwachs sorgfältig verstrichen. Man sollte jedoch jede Wunde, die über 2 Centimeter Durchmesser hat, mit heißem Theer verstreichen, weil das Wachs schon nach Ablauf von 6 bis 6 Monaten abfällt, diese Zeit aber nicht im Entferntesten hinreicht, solche Wunden zu verheilen. Die bloßgelegten Holzpartieen würden erkranken und dadurch eine gründliche Verheilung der Schnittwunden nie stattfinden. Die Anwendung von heißem Theer ist auch deshalb von unschätzbarem Werth, weil dasselbe nicht nur durch die in ihm enthaltene Karbolsäure desinfizirend wirkt, sondern dasselbe schließt auch die obere Holzschicht von der Luft und Feuchtigkeit mehrere Jahre ab, wodurch eine sichere Heilung gewährleistet wird.
In manchen Gegenden wird das Verjüngen im Frühling vorgenommen. Es muß dann aber sehr früh geschehen, bevor die Saftcirkulation beginnt.
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Forderung der Gierprodnkiron der Hühner.
Jeder Hühnerzüchter ist darauf bedacht, von seinen Hühnern einen möglichst reichen Eierertrag zu erzielen. Um dies zu erreichen, muß er sein Hauptaugenmerk zunächst auf die Beschaffung guter Legehennen richten. Dies braucht nicht etwa durch Ankauf theuerer ausländischer Rassen bewirkt zu werden, sondern geschieht am zweckmäßigsten durch eine beharrlich fortgesetzte, auf richtigen Grundsätzen beruhende Nachzucht, indem man dazu nur die Eier von solchen Hennen auswählt, die sich durch fleißiges Legen ganz besonders auszeichnen. Auch das frühzeitige Legen im Winter und die Größe der Eier werden dabei zu berücksichtigen sein. Setzt man dieses Verfahren einige Jahre lang fort, so wird man aus unseren gewöhnlichen Landhühnern, die keineswegs zu verachten sind, einen Stamm heranziehen, der sich mit jeder ausländischen Raffe messen kann, während er auf der anderen Seite viel härter und deshalb weniger empfindlicher ist. Von fremden
Rassen haben sich namentlich die Italiener, Langhaus, Nackthälse, Spanier und Wangenauer als gute Legehühner bewährt.
Wer sich von seiner Hühnerzucht einen möglichst großen Vortheil sichern will, der darf ferner keine alten Hühner halten. Am meisten legt das Huhn im zweiten Jahre, im dritten schon etwas weniger, worauf dann eine rasche Abnahme in der Zahl derselben eintritt. Es ist darum wenig profitabel, ein Huhn länger als 3 bis 4 Jahre zu halten. Erfahrene Züchter mästen und schlachten die Hühner bereits im zweiten Jahre, sobald sie abgelegt haben, weil um diese Zeit ihr Fleisch noch zart und saftig ist. Junge, gut gehaltene Hühner, die im April ausgebrütet sind, fangen dann in der Regel schon an zu legen, was natürlich in einer Zeit, wo die Eier im Preise steigen, besonders vortheilhaft ist. Man muß deshalb bei der Nachzucht so viel wie möglich auf frühzeitige Bruren sehen.
Sollen die Hühner auch im Winter legen, so müssen sie erstens einen warmen Stall haben, zweitens neben anderem kräftigen Futter zuweilen auch etwas Fleisch erhalten. Was den Stall betrifft, fo_ wäre eigene Beheizung desselben für gewöhnliche Fälle zu kostspielig und kaum rentirend, nur bei größeren Züchtereten dürfte sie mit Vortheil in Anwendung zu bringen sein. Vor allen Dingen muß der Stall gegen das Eindringen der Kälte von außen geschützt sein, und sollte man deshalb, wo es nur immer möglich, den Hühnerställen eine südliche Lage geben, denn es ist kaum glaublich, wie sehr der Einfluß der Sonnenstrahlen ein frühzeitiges Legen befördert.
Was die Fütterung anbelangt, so muß dieselbe von Jugend auf gut sein, und Abwechslung, Pünktlichkeit und Sorgfalt sollten bei derselben niemals außer acht gelassen werden. Man sorge dafür, daß die Hühner, wenn sie keinen freien Auslauf in Flur und Garten haben, wo sie in der Suche nach Fliegen, Larven, Käfern, Würmern und kleinen Schnecken eine große Rührigkeit entfalten, etwas Fleischfutter ab und zu erhalten. Jedenfalls muß man. wenn nian zeitig Eier haben will, den Hühnern stets ein gewisses Quantum reizendes Futter geben. Hierher gehören u. A. gerösteter Haber, Gerste, Vrod, Hanf, Lein, Brennesselsamen und getrocknete und gehackte Brenneffelspitzen, welche alle einen sehr günstigen Einfluß auf die Eierproduktion ansllben. Niemals aber darf man es an Kalk, der zur Schalenbildung der Eier unumgänglich nothwendig ist, fehlen lassen. Man sollte ihnen daher nicht nur alle Schalen der verbrauchten Eier, natürlich in zerhacktem Zustande, vorwerfen, sondern auch stets ein kleines Häufchen alten Mauerkalkes in ihre Ställe legen. Zum Schluß sei noch einiger Mittel Erwähnung gethan, welche das frühzeitige und reichliche Eierlegen auch noch befördern sollen. Nach einem von diesen soll man 30 Gramm Glaubersalz in einem Liter Wasser auflösen, damit gekochte Kartoffeln kneten und die Hühner mit diesem Gemenge 5 his 6 Tage füttern. Dabei muß immer genügend frisches Wasser zum Trinken gereicht werden. Das genannte Quantum Glaubersalz ist ausreichend für 8 bis 12 Hühner. Ebenso sollen nicht giftige Schwämme, Eicheln, Bucheckern, stark getrocknet und gepulvert, mit Leinsamenabkochung, Weizen-, Gerste- oder Roggenkleie zu Teig gemacht und dieser in Stücken von der Größe einer Bohne denHühnern öfters vorgeworfen, außerordentlich viel und sehr große Eier geben. Ebenso kann man auch eiweißhaltige Meiereiprodukte, wie Quark, abgerahmte Milch, Sauer- und Buttermilch den Hühnern vorsetzen, wie auch mit Schrot und Kartoffeln vermischen. Animalische Stoffe befördern die Fruchtbarkeit, das Wachsthum und den Glanz des Gefieders, sind deshalb besonders zur Mauserzeit, im Winter und bei kaltem regnerischem Wetter, wo die Hühner keine Insekten und Würmer finden, sehr am Platze.
Heinrich Theen.
Fischzucht.
Der Ertrag der Fischzucht in Amerika wird in einem interessanten Bericht besprochen, den die „Allgemeine Fischerei- Zeitung" einer New-Aorker Quelle entnimmt. Mit der Neigung zur Uebertreibung, die sich ja bei den Amerikanern so häufig zeigt, wird darin auseinandergesetzt, daß bei einer zu erwartenden Ueber- bevölkerung Amerikas die Bewohner dieses Landes gezwungen sein werden, ihren Lebensunterhalt mehr und mehr aus den Seen, Gewässern und Strömen zu beziehen. Deshalb, sagt der staatliche Beamte für das Fischereiwefen, seien schon jetzt die weitgehendsten Vorkehrungen getroffen, um einer Abnahme dieses Volksnahrungsmittels vorzubeugen. Jedenfalls müssen die Erfolge der amerikanischen Fischzucht Bewunderung erregen, wie ja überhaupt die
