1. Minne mm Wiesbadener Tngbintt.
—--—----—--- ~ “T ~ 48. Jahrgangs '*
570. Worsen-Ausgade.
11. Fortsetzuiig.) (Nachdruck verboten.)
Drei Theilhaber.
Roman von Mret Karte.
Autorisi >t.
Freitas» den 7. Dezember.
Stacy sah seinen Gefährten starr an. „Ich dachte,
Vir hätten sie Alle auf morgen zum Abschiedsschmaus noch Boomville geladen, in der Voraussetzung, daß wir de» letzten Abend hier in Frieden und Ruhe unter uns bleiben könnten." t
„Jawohl, aber wenn sich doch Jemand emstellte, wäre es unfreundlich, ihm die Thür vor der Nase zuzumachen", meinte Demorest.
„Mir scheint, Dir ist ungefähr ebenso zu Akuthe, ww nur", sagte Stacy; „unser Glück kommt Der überwältigend vor für uns Drei allein. Ich memerseits gestehe offen", fuhr er fort und warf einen Blick nach dem Winkel in der Hütte, wo ein gewisser Haufen lag, der init einem Tuch zugedeckt war, „daß ich mich ordentlich bedrückt fühle von seiner — spezifischen Schwere; es zwickt imd zwackt mich in allen Gliedern, als sollte ich anfspringen imd etwas unternehmen; und doch hält es niich hier fest.. Weißt Du, ich glaube eigentlich nicht, daß iioch einer von den Jungen heraufkommt — außer n>enn ihn die Neugier plagt. Unser Glück will ihnen nicht recht schmecken, obgleich sie morgen LeiniAbschiedsschmaus nicht fehlen werden."
, Das liegt in der menschlichen Natur", sagte Demorest. "„Sonderbar", rief Barker eifrig; „was kann es nur bedeuten? Als ich heute Nachinittag am „alten Kentucky-Stollen" vorbeiging, wo die Marschalls sich seit vier wahren abplagen, ohne etwas zu finden, schämte ich mich ordentlich ihnen ins Gesicht zu sehen. Sie nickten mm kaum zu. und ich schlich vorbei, als hält' ich ihnm was zu Leide gethan. Es ist mir ganzunverstandlich
„Zii Deiner Vorstellung von der „Gabe Gottes ^ will das nicht recht passen, wie?" sagte Stacy. „Aber, damit Jeder sich's wenigstens ansehen kann, wollen wir die
'that'es. und es war als hätte die Nacht auf der Schwelle gewartet und träte jetzt in Person durch die Gartenthür, um ihr einziger Gast zu sem und Alles mit ihrer Gegenwart zu erfüllen. Sobald _ die tuyte, balsamische Luft hereinströmte, athmeten sie kreier. Vom Kaniin des Gebierges war zwar der rothe Rand verschwunden, aber die mächtige dunkle Masse hob iich deutlich gegen den klaren Himmel ab, auf dem die blassen Sterne noch immer so matt schimmerten, als waren sie nur ein Wiederschein der winzigen, verstreuten Lichtchen aus der Thalmulde drunten. Mit dem kühlen Hauch der Nachtluft, die mif dem Gipfel wehte, mischte .sich em kräftiger, durchdringender Duft, den die Kiefern aisi dem Berghm,g ausströmten, auf welchem die warme Sonne den Tag über gebrü et hatte. Es herrschte lautlose Stille. Fernher, wie im Traume, klang nur das Gebell eines Hundes von dem unsichtbaren rMßsteg herauf, der fast eine Meile unter ihnen lag. Sie waren aufgestanden, hatten sich in die Thüröfsnung gestellt und alle Drei, wie auf Verabredung, das Gesicht gen Osien gewandt, Aahm nflegte der Goldgräber unwillkürlich zu blicken, wenn er , der fernen Heimath gedachte, und er genoß dabe, zugleich
die Herrlichste Aussicht. Denn jenseits der bewaldeten Gipfel lag eine dünne weiße Wolke die man meist nur gegen den Abendhimmel gewahrte als se- em Stuck von der Milchstraße herabgefallen. Unbeschreiblich zart und nmk- in weiter Ferne, und doch deutlich genug, um den
erhabenster^Einchmck^u inachen, thronte sie dort stets an der nämlichen Stelle. Es war d,e Schneelnne der
^Die Freunde wandten sich ah und kehrten schweigend
an ihren Platz zurucl, vonymi s Q g
hmife ihre Gemüther bewegte: ^ci, es gav etwas, oas nc nicht mit fortnehmen konnten, das ans immer unwieder- kiiünalich dahinten blieb. Sie mußten es zurucklasser,
' «ihrt mit seiner fröhlichen Arbeit, semer unec ickütterlichen Hossnnngskraft, deren Segen sie erfahren alten War denn, was sie Mitnahmen, wirklich ebenso wertbvoll? — Sonderbarer Weise mochte Keiner von ihnen diesen gemeinsamen Gedanken aussprechen,
mittheilsam gewesen waren. Selbst Barter scynieg. v,e
gerade in der Thüröfsnung auf. ^?hr plötzliches Erscheinen erschreckte die drei Genossen, die sich eben erst w eder gesetzt hatten. Sie dachten mr Augenblick nicht daran daß der schmale Lichtstreifen, der zur offenen Thur Niriaiisickioß die Finsterniß drinnen und draußen erst recht undurchdrsiigüch machte, und daß die Ankömmlinge aus diesem Dunkel jetzt ins Licht traten, das ihnen den Weg gezeigt hatte. Den Einen kannten sie nur zu gut. Es war Dick Hall, der Trunkenbold vom Kieferberg, den etliche Spaßvögel auch „Whisky Dick" nannten, oder zur Abwechslung „Alkey Hall", wie es eben kam.
Jedermann kannte das geschwollene, aufgedunsene lReitckit mit dem riesigen, rothen, verwilderten Bart, der
LZ S eSÄ* an»efm4tet « mt g»er 8,,
svrühen schien. Wenn Dick einen Rausch hatte, was bäiifia der Fall war, pflegte er, um es zu verbergen, sich nächsig in die Brust zu werfen und feine Behauptungen mit der ausgesuchtesten Genauigkeit vorzubringen das s atten Alle schon gehört. Nur Wenigen aber war es aufgefallen, welche?starre Entsetzen oder welche Lebensmüdigkeit manchmal in diesen blutunterlaufenen Augeii
(an — im b Keiner kümmerte sich darum. , _
3 Dick Hall war offenbar nicht darauf gefaßt gewesen, die drei stummen Gestalten in , der Hütte zu finden. Einen Augenblick betrachtete er sie zweifelnd und verwundert, wie Jemand, der gewohnt ist, dah ihn feine Wahrnehmung täuschen. Saßen sie denn wirklich da.^ Seinen Gefährten anzusehen, damit er ihm die ^ha.sache bestätigte, das wagte er nicht; er lächelte nur aiifs
Geradewohl. ^ . , rx
„Gilten Abend", sagte Demorest freundlich.
Whisky Dick strahlte übers ganze Gesicht. „Gunnabend, Gumiabend Jungens — wollt mal sehen wie's Eiich geht. Erlaubt, daß ich Euch memen alten Freund William Steptoe von Red Gulch vorstelle. Stepschu — Steptoe — sich staschomrt — rsch stascho — fällte er, hielt dann inne, bekam das Schlucken, winkte ernsthaft mit der Haiid und fuhr darauf, wie vorwurfsvoll mit Würde fort: „wohnt gegenwärtig unten auf dem Damm. Wir wollten iinsere besten Gluck — wünsche
ÄluE M°« « feinem „mdm S»W » Heben schien. Mehr oetilolilen als "
in der Hütte umher und sagte dann "iit eine U>- frorenheit, die jeglicher Gutniuthigke.it ermangelte s ihr seid die gelungenen Kerle, dre den grotzm Treffer macht haben? Ich konun' da eben mit Alrey. dem a.xn
macht haben? ^cy romm va wen »m. - --
Saufaus, den Berg heraufgestampft und dachte, ch
wollt' vorsprechen, um nur das Dings mal anzuschem Na, hier fitzt Ihr ja, weiß Gott beisammen, thut tz nch dicke und scheert Euch den Henker um die ganze W.. .
„Zeige doch Herrn Steptoe — den Whisky , inflie Demorest zu Stacy und wendete sich dann ruhig an ^ ick, indem er Steptoe gerade so weing Beachtung schenkw wie dieser seinem unglücklichen Gefährten erwiesen hatte. Ihr habt uns einen ordentlichen Schreck emgeiagt. Wir hatten Euch gar nicht den Pfad hermsikommen schm.
ytein' wir kamen hurten rum, wert es ^rerioe Spaß machte. Er wollte gern die Rückseite der Hütte icben" wate Dick und schielte daber unruhig, doch mrt erzwungener Gleichgültigkeit nach dem Whisky, welchen
LN AÄ L.
S W? bleiben, drum mußtest Diisne Schwenkung machen Meiner Seel', hättest Du nicht, den Schnaps hier auf dem Gipfel gerochen, Du wurdest Dich mt
Mt D-m°r-I.s -mich feen«,
daß Du noch hergekommen bist und ich hoffe, Du laßt Dm den Sch,raps recht gilt schmecken, zum Lohn für die viele Mühe." Barker sah Demorest verwundert an. ^cines Kameraden ungewöhnliche Nachsicht gegen ren Arim^en- iwld überraschte ihn. Aber auf einen Wink von Demorest führte er Dick nach dem Tisch in der Ecke ans dem em sinnerner Becher neben der Korbflasche stand. Schon TSfÄi« batte Dick di- rohe »eubeeung seines Begleiters ganz und gar vergessen.
' Demorest blieb an der Thür stehen und schaute m die
finstere Nacht Mauset den leeren Becher hin-
setzend nun laßt 'mal Euern Goldfund sehen. Unsere Augen werden ja wohl stark genug sein um den Glanz zu ertragen " Stacy zog das Tuch von dem dishc , c deckten Gegenstand in der Ecke; eine tiefe, , bleierne ^ckmelzpfanne kam zum Vorschein, auf der em,ge große ^narzstücke zusammengehäuft lagen. Zuerst fielen den Beschauern die glitzernden Krystalle der GUmmereine m den Adern des marmorweißen Quarzes am meisten ms Auge; als sie aber näher herzutraten, konnten sw das mattgelbe Gold erkennen, das die verwitterten und löchrigen Theile des Gesteins füllte, als flösse es geschmolzen L7urch Ihre Blicke funkelten noch Heller wie der Glimmer; selbst Barker und Stacy denen doch der schätz nichts Neues mehr war, sahen ihn mit teucyleiioen
Augen an. (Fortsetzung folgt.)
50 Langgasse 50, Ecke Kranzplatz.
Louis Stemmler, Juwelier,
empfiehlt zu
eibnadits-
sein reiches Lager in
Juwelen, Gold- und Silberwaaren.
Reellste Bedienung, allerbilligste Preise.
Alle Aufträge werden im eigenen Atelier aufs Feinste ausgefiilirt.
159111
laiser- Panorama.
JIrturllinsstrasse 3» neben der Walhalla. Jede Woche eine neue Reise.
Diese Woche, vom 2. bis 8. Dezember:
Orientreise des deutschen Kaiserpaares,
Konstantinopel, Jaffa, Jerusalem, Bethlehem, Damaskus ete.
Eintritt 30 Pf., Kinder 15 Pf. Abonnement. Tägl. geöffnet v. Morgens 10 bis Abends 10 Ohr,
B. Schmitt, a Ä M '
Möbel und Dekoration, 16290 Friedrichstr. 34, gegenüber der Neugasse. Verkaufe von Heute bis Weihnachten zu ermcitzigten Preisen sämmtliche vorräthigen Acobetz als Buffets, Salonmöbel aller Art, Etageren, Palmen- und Büstenständer, Humpen- u. Bücherbretter, emzelne Sophas. Sessel und Stühle rc.. Alles tu großer Auswahl. Permanente Ausstellung m 14 großen Schaufenstern. Täglich Eingang von Neuheiten. Prompte» reelle u« billige Bedienung.
Als fernste Borlage
und zum Geschenk sich ganz besonders eignend, empfehle prima gegerbte, ca. 120 x 80 Cmtr. große, schneeweiße, dunkle und silbergraue wollige
Hewsänmcken-Felle
per Stück zu 4-7 Mk. gegen Nachnahme. Ntcht- convenirende nehme franco zuruck. Biele lobende
Menk<(i
(Lüneburger Heide).
"■ — i».voiu~".,^=:
^(K^MuscKg^Coethen)^
ist bas anerkannt einzig bcstwirkende - Mittel Latten und Dläuee schnell und sicher zu iSdicn, ahne für Menschen, Hautchiere und Ge, flügel schädlich zu sei». Packeie L 50 Pf*, und 1 Mk.
Verkaufsstelle für hier: * 8anjt*
gaffe 29, H. lineipy, 11235.
