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«8. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgabe». — Bezugö-Preis: durch den Verlag S« Pf«, monatlich, durch die Post » Mk. OO Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

Verlag: Langgasse 27.

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Uv. 551. Redaktions-Fernsprecher No. 52. Montklg. fefll 26 , UovemKev. Vcrlags-Fcrnsp'echer No. 2266. 1900.

fthend^nsgabe,

Deutsches Deich.

Dir Intrrprliationsdebatte.

L. B erlin, 25. November.

Dem Grafen Pofadowsky ist die unselige 12,000 Mark- Geschichte auch physisch augenscheinlich sehr schlecht bekommen. Der arme Graf machte in den langen und bangen Sitzungen der vorigen Woche einen bedauernswerth hinfälligen Ein­druck. Mit einer Beharrlichkeit, die offenbar ausdrücken sollte, daß er sich vor dcrZnterpellationsvebatte nicht fürchte, hielt Graf Pofadowsky fünf Sitzungen hindurch auf seinem Stuhl am Bundesrathstisch aus, stets nervös, stets bleich and mit unruhigen Gebärden, bald mit den Fingern in dem graugesprenkelien Vollbart wühlend, bald hastig hin- und herrückend. Mit der Samstag-Debatte des Reichstags ist diese Qual nun freilich für einige Zeit vorüber, aber der Staatssekretär des Innern darf nicht erwarten, daß ihm die Erinnerung au die 12,000 Mark-Spende fortan geschenkt bleiben wird. Die Verhandlung selbst brachte, was sie bringen mußte, wie sie denn wirklich nicht weniger, als geschehen, bringen durfte. Denn das war.doch selbstverständlich, daß der Reichskanzler das Vorgefallene mißbilligen mußte. Immerhin war es angenehm, zu hören, daß er die Verdammung nicht in Watte cinpackte, daß er ohne Wenn und Aber verurtheilte. Man muß es dem Reichskanzler besonders hoch anrcchneu, daß er die wahrlich scharfe Kritik Auers „maßvoll" nannte. Gerade mit diesem einen Worte bewies Graf Bülow seine Geschicklich­keit, herbe Dinge in ungewöhnlich eleganter Form zu sagen. Wenn __ Auers Kritik „maßvoll" war (in Wirklichkeit war sie weder maßvoll noch maßlos, sondern streng und gerecht), wie hart muß dann Graf Bülow den oder die schuldigen Beamten in seinem Herzen verurtheilen! Schärfer und härter jedenfalls noch, als er es auszusprccheu für gut hielt. Räch dieser Kanzlerrede darf man doppelt begierig auf den Zeitpunkt sein, wo sich die Wege des Grafen Bülow und des Grafen Pofadowsky trennen werden. Die Rede war eine That iujosern, als der neue Reichskanzler hier deutlich aussprach, er werde und wolle in Wahrheit und nicht bloß der Form nach der verantwortliche Staatsmann sein, er betrachte die Staatssekretäre als seine Untergebenen, die Anweisungen von ihm zu empfangen und auszuführen. haben. So wenig schroff das gesagt wurde, so bestimmt war es in seinem Kern. Ein Ahnen hiervon mag auch den Konservativen aufgedämmert sein, die zwar Beifall riefen, die sich jetzt aber gesagt sein lassen müssen, daß Umwege über den Reichskanzler hinweg fortan in eine Sackgasse führen könnten.

* . *

* Berlin, 26. November. Hans Delbrück, der Historiker an der Berliner Universität, war, wie man sich er­innern wird, vor mehr als Jahresfrist wegen einer scharfen Bcrurtheilung einer Regierungsmaßnahme — es handelte sich um den Gesetzentwurf zum Schutze der Arbeitswilligen —, die er in den von ihm herausgegebenen „Preußischen Jahrbüchern"

veröffentlicht hatte, im Disziplinarverfahren zu einem Verweis und einer namhaften Geldstrafe verurtheilt worden. Beide Strafen sind, wie jetzt bekannt wird, im Gnadenwege aufgehoben worden, und zwar ohne, daß Professor Delbrück ein Gnadengesuch eingereicht hat.

Drrttschrr Reichstag.

Kerlin, 21. November.

Am Bundesrathstifch Reichskanzler Graf Bülow, Graf Pofadowsky. — Zunächst beschließt das Haus einstimmig die einstweilige Einstellung eines schwebenden Strafverfahrens gegen Zubeil für die Dauer der Session. — Auf der Tages­ordnung steht dann die Interpellation Albrecht (Soc.) wegen der 12,000 Mk.-Affaire. — Abg. Auer (Soc.) begründet die Interpellation, wobei er auf das Abhängigkeitsverhältniß hin­weist, welches ein solches Bittgesuch, wie das hier in Rede stehende, bedinge. Dir Echtheit des Schreibens und die Richtig­keit des daraus ersichtlichen Thatbestandes stehe fest, nämlich, daß der Groß-Jndustrie durch einen Reichsbeamten Handlanger­dienste geleistet wurden. Wenn man dabei auf einen Vorgang zu Bismarcks Zeiten Hinweise, so sei doch ein gewaltiger lln- terschied vorhanden. Damals sei Bismarck ein Betrag ange- boten worden, heute dagegen liege -in Bittgesuch aus dem Reichs­amt des Innern vor. Ferner habe es sich damals um Schaffung eines außerparlamentarischen Veiraths gehandelt, heute dagegen um ein Ausnahmegesetz gegen die Arbeiter. Selbstverständlich handle es sich hier nicht um persönliche Bestechlichkeit, aber wenn in ber halbamtlichen Publikation ausdrücklich betont worden sei: „Belege für die Verwendung der 12,000 Mk. liegen vor". (Heiterkeit) so scheine man eben für die moralische Be­deutung des ganzen Vorganges gar kein Verständniß gehabt zu haben. (Ruf: Sehr richtig.) Während man also so intinie Beziehungen zu dem Unternehmerthum und dessen Verbänden unterhielt, sei dem bedeutsamen Verband der Gastwirths- gehülfen durch ein amtliches Schreiben auf eine Einladung zu dem Gehülfen-Kongreß geantwortet worden, das Reichsamt des Innern sei so sehr überlastet, um auch einen Vertreter zu diesem Kongreß entsenden zu können. Auf den parlamen­tarischen Festen des Baron v. Stumm im „Kaiserhof" fehlten die Herren freilich nicht. (Lebhafter Beifall.) Der ganze Vor­gang sei umso drastischer, als im Frühjahr 1899 Herr Bucck schwere Angriffe auf ein Mitglied des Reichsamts des Innern gerichtet hatte, der gerade auf dem Gebiet der Socialpolitik mit Eifer und Erfolg thätig gewesen sei. Und nun werde von Herrn v. Wödtke derselbe Herr Bueck, der seinen Vorgesetzten, Herrn v. Rottenburg, so schwer angegriffen, mit Bettelbriefen angegangen. (Stürmischer Beifall links.) Die Herren am Bundesrathstische sollten doch sofort Remedur schaffen, damit der Bundesrathstifch nicht zum Armensünderbänkchen werde. (Erneute stürmische Heiterkeit.) Redner richtet schließlich noch an den Reichskanzler die Frage, wer für diesen Vorgang die Verantwortung trage. Ein solches System müsse abgeschasst werden. — Reichskanzler Graf Bülow erklärt, so etwas von Uebertreibungen wie in diesem Fall Seitens der socialistischen Presse sei ihm noch nicht vorgekommen. Man habe den Schein er­wecken wollen, als sei die Regierung abhängig von gewissen Klassen und Gruppen. Als lebte man in Deutschland in einem Klassenstaat. (Sehr richtig links.) Er, Redner, stehe durchaus auf dem Standpunkt, daß der Staat die Interessen der All­gemeinheit wahren müsse, er stehe aber auch auf dem Stand­punkt, daß nicht einmal der Schein erweckt werden dürfe, als

sei die Regierung von gewissen Klaffen und Gruppen abhängig. Er stehe deshalb auch nicht an, zu erklären, daß er in diesem Vorkommniß einen entschiedenen Mißgriff erblicke, und er sei völlig einverstanden mit dem Staatssekretär des Innern, daß in Zukunft solche Wege nicht wieder beschritten werden dürften. Das betheiligte Ressort sei auch davon verständigt worden. Zu weiteren Maßnahmen sehe er, der Reichskanzler, sich nicht ver­anlaßt. Die Art, wie der ganze Vorfall an die Oeffentlichkcit gelangte, sei offenbar eingegeben mit der Tendenz gegen be­stimmte Persönlichkeiten. Vor Jntriguen aber beuge er sich nicht, vor unlauteren Machenschaften weiche er nicht zurück. Er werde bemüht sein, dafür zu sorgen, daß jener Seite nicht wieder ähnlicher Agitationsstoff zugeführt werde, nochmals aber betone er, daß keine Machenschaft Einfluß haben würde auf sein amr- licheS Verhalten und auf seine amtlichen Entschließungen. — Abg. BLsing (nat.-lib.) erklärt, seine Freunde hätten vollstes Vertrauen zu unseren Reichsbeamten und zu ihrer Integrität. Allerdings wollten auch seine Freunde, daß auch nur der leiseste Schein einer Parteinahme vermieden werde. Redner verbreitet sich alsdann über das sogenannte Zuchthausgesetz und bemerkt weiter, daß das Verhalten des Reichsamts des Innern absolut unzulässig gewesen sei, und zwar auch im Interesse des Be- amtenthums selbst. — Abg. M u n ck e l (freist Volksp.) fragt die Regierung, ob sie wohl glaube, daß dieser Posten, wenn er in den Etat eingestellt worden wäre, die Bewilligung des Reichs­tags gefunden hätte. (Heiterkeit.) Was solle denn eigentlich nun mit den 12,000 Mk. geschehen? Eigentlich müßten sie mit bestem Dank zurückgeschickt werden. (Heiterkeit.) Wofern nicht etwa, dem preußischen Landrecht gemäß, der Fiskus das zu un­erlaubten Zwecken gegebene Geschenk konfisziren wolle. (Erneute Heiterkeit.) Redner bezeichnet als das Schlimmste an der Sache, das sie bona fide geschehen konnte. (Ruf: Sehr richtig.) Wenn die Herren vom Centralverband nicht ein Geschäft zu machen geglaubt hätten, würden sie sicherlich die Summe nicht bezahlt haben. Er frage nochmals, was mit den 12,000 Mk. geschehen solle, welche die Finger der Regierung beschmutzt hätten? (Beifall.) — Abg. v. Levetzow (kons.) erklärt sich Namens der Konservativen durch die Antwort des Reichs­kanzlers befriedigt. — Abg. Lieber (Centr.) sagt, nach der bündigen Erklärung des Reichskanzlers halte das Centrum das Wesentlichste seiner Beschwerde über den Vorfall für erledigt. Das Centrum halte den Grafen Pofadowsky für durchaus arbeiterfreundlich und für vollkommen unabhängig von den­jenigen Kreisen, an welche sich sein Untergebener mit der Bitte um Geld gewendet habe. Redner schließt mit dem Wunsch, daß der Reichskanzler Graf Bülow noch recht lange im Amt sein . und hoffentlich nicht nachträglich Rache an Personen nehmen werde, wie dies nun einmal ausnahmsweise von der linken Seite des Hauses verlangt werde. — Abg. v, Kardorff (Reichsp.) schließt sich in der Hauptsache dem Abg. v. Levetzow an und rühmt die Verdienste des Central - Verbandes deutscher

Industrieller. — Abg. Pachnicke (freist Ver.) geht auf die Erklärung des Reichskanzlers näher ein, und berührt darauf die Verdächtigung, als ob an der Veröffentlichung liberale Jntriguen mitgespielt hätten. — Abg. Schönlank (Soc.) erblickt in der ganzen Angelegenheit eine außerordentliche

Blamage für das Ansehen und di: Autorität der Regierung. Hier zeige sich, daß die Regierung nur im Auftrag einer Klasse der Groß-Unternehmer sei. Wenn wir eine parlamentarische Negierung haben würden, würde so etwas nicht möglich sein, aber wir leben ja bekanntlich in einer Zeit persönlichen Regims.

— Präsident Graf B a l l e st r e m bemerkt, damit sei die Be-

Femlleton.

Königliche Schauspiele.

Samstag, oen 24. November: „Der Bibliothekar". Schwank tn, vier Mten von G. v. Moser.

Wer. einen der Schwänke von Moser kennt, der kennt sie alle- Sie haben eine verzweifelte Familienähnlichkeit. Auch der jetzt neu- «nstudirte „Bibliothekar" war vor 20 Jahren, als er zum ersten Mal erschien, schon nicht mehr — neu. Es war dieselbe harmlos lieitcre Stimmung, dieselbe komische Wirkung durch unglaubliche Verwechslungen, dasselbe kaleidoskopische Durchcinanderrütteln aller Personen und Verhältnisse, wie wir dies schon in so und so viel anderen Moseriaden erlebt hatten, und — wie cs doch immer von Neuem belustigt. Der „Bibliothekar" ist eines von den wenigen Stücken Mosers, die nicht ans deutschem Boden, sondern in England spielen. In Wahrheit aber glaubt man sich doch alle Augenblicke nach — Görlitz versetzt, wo bekanntlich Schiller'sche Citate am besten parodirt werden- Denn dort wohnt Herr v. Moser. Daß hinter dem „Bibliothekar" sich eige:itlich zwei Bibliothekare verbergen, ist bei Moser selbst­verständlich. Der wirkliche war Herr Val len tin, der damit — in verblüffend echter Maske — eine seiner unfehlbar einschlagenden komischen Chargen schuf. Der falsche Bibliothekar war Herr Schwab: ein sehr frischer, liebenswürdiger und patenter Lord. Daß diesem Lord ein zweiter Lord (Herr Kirchner) zu allerlei tollen Streichen zur Seite steht, ist bei Moser ebenfalls selbstverständlich. Noch selbstverständlicher ist, daß Moser für diese beiden Lords zwei reizende junge Ladys bereit hält. - Fräulein Arnstädt und Fräulein Brandt waren denn auch zwei recht appetitliche Back­fische, die in der Gouvernante Fräulein Ullrich ein Musterbild „für die Aufrechterhaltung des Decorums" fanden. Natürlich ge­bären zu den zwei Ladys zwei polternde Onkels (darunter Herr

v. Sachs in sehr vornehmer Haltung), zwei Jagdfreunde, zwei Diener, zwei Exekutors — Moser sieht eben Alles doppelt. Bei so guter Ausführung, wie neulich, hat dafür auch der Zuschauer doppelte Freude. Doch, Pardon — nur ein Schneider kommt in dem Stück vor. Das verdient besondere Beachtung. Es war dies­mal Herr Andriano, ein Gast vom Bromberger Stadttheater. Die Rolle dieses Schneiders, der gern ein Gentleman sein möchte, wo er es nicht darf, und hernach nicht sein kann, wo er es darf — ist in der Anlage kaum zu verfehlen, höchstens durch über­triebene Karikirung. Von letzterem Fehler war Herr Andriano nicht ganz freizusprechen, dock schien uns das inehr eine an­genommene provinzielle Manier, die sich im Hoftheater-Ensemble leicht abschlcisen würde. Jedenfalls verfügt der Gast auch über ein gut Theil trocknen Humors und versteht die Kunst, seine komischen Nuancen anzubringen mit jener wirksamen Gleichgültigkeit, die den besten Theil des Lachens nicht vorwegnimmt. So hatte auch Herr Andriano schließlich die Lacher ganz auf seiner Seite. -elc-

Sonntag, den 25. November: „Dir Walküre". Musik­drama in 3 Akten von R. Wagner.

Wieder war es der erste Akt des Musikdramas, der das Publikum — das Haus war ausverkauft — zu jubelndem Beifall hinriß. An der tief innerlichen Bewegtheit, dem begeisterten und unentwegt sich steigernden Schwung dieser Musik schien sich die Empfindungsgluth der Ausführcnden immer neu zu entzünden: Fräulein B r o d in a n n und Herr Krauß als Sieglindc und Sieg­mund Übertrafen sich selbst. Dem lichten Geschwisterpaar stellte sich der Hunding des Herrn Schwegler gleich einem finstern Däiuon rauh und unerbittlich gegenüber.

Im zweiten Theil des Dramas stand die Brunhilde der Frau Leffler-Burckard im Vordergrund des Interesses. Die trefflich geschulte Künstlerin ließ auch in dieser Partie eine kluge und verständige Vertheilung ihrer Mittel und Kräfte erkennen. Allerdings gewährte das Organ nicht jedem Empfinden

gleich voll entsprechenden Ausdruck. Ruhiger Ernst, zartre Gefühlsregungen, auch Hoheit und Würde fanden in ihrem Gesang den reinsten Widerhall. Die sanfte Traucr nach Wotans Machtbefehl „Schwer wiegt mir der Waffen Wucht", dann das Wichtigste in der „Todesverkündigung", und endlich die demüthige Bitte der Bereuenden „War es so schmählich, was ich verbrach" — möchten daher als die Höhepunkte in Frau Lcfflers Darbietung gelten, wogegen die von feuriger Leidenschaft durchzuckten Momente zurücktratcn. Aber wenn uns hier der enthusiastische Schwung in der Kindesliebe zu Wotan, wenn uns Brünhilds sehrcnde Sorge für der Wälsungen Geschick, wenn uns ihre schneidenden Schmerzensrufe bei der Verkündigung der Strafe — nicht mit Schauern der Ergriffenheit packten, nicht bis in die innerste Seele erschütterten, so erkannten wir doch auch hier überall das Walten einer intelligente» Künstlerschaft, welche für die ungeheuer anspruchsvolle Aufgabe all ihre beste Kraft hingab. — Noch lernte mau im zweiten Akt in Fräulein Müller eine neue Frickn kennen: eine hohe Gestalt, dunkle Blicke, ein ernst geschnittenes Profil machen sie trotz ihrer Jugend für die Verkörperung der Götterkönigin sehr wohl geeignet. Weniger ge­eignet erscheint die jugendliche Beschaffenheit des Organs, dein für diese Aufgabe noch die rechte Ausbreitung und Durch­bildung mangelt. Nur wo sich die Deklamation im wirklichen Alt- Register bewegt, hob sich dieselbe durch edleres Pathos hervor, wie in der Schlnßstrophe „Deiner ewigen Gattin heilige Ehre". Herr Müller zeichnete wieder die Gestalt sowohl des klagenden wie des gebietenden und zürnenden Wotan in großen und kraftvollen Linien nach. Musikalisch fesselnd gab der Künstler die für den ganzen Gang und Zusammenhang der Nibelungen-Trilogie so wichtige Scene der Schicksals-Enthüllung: sie rechnet mit all ihren feinen und leisen Beziehungen, die des zartesten Vortrags bedürfen, um nicht ein­förmig zu wirken, unter die schwierigsten Aufgaben musikdramatischcr Kunst. Die Fluchtsceue Sieglindeils — jener Wotan-Scene an Schwierigkeit wenig nachstehend — halte in der gestrigen