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mittag-! sür die Morgen-Lu»g, bi» s Udr nachmittags,

Dienstag, 4. Mai 1915.

Morgen - Ausgabe.

Nr. 205. * 63. Jahrgang.

Der WllWW in Beftgalijien!

Der Tagesbericht vom 3. Mai. Eroberung eines Gehöftes beiHpern. — Er­folge in der Champagne. — Spinal mit Bomben belegt. — Ausnutzung der Erfolge bei Mitau. 4 Eerü'ütze erobert und weitere 176» Gefanaer e. — Niederlagen der Russen bei Ralwarija und SKierniewice. — Oer Rarpathenfieg General Mackensens. Unüber­sehbare Kriegsbeute.

W.T.-B. Großes Hauptquartier, 3. Mai. (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

In Flandern griffen wir gestern nordwestlich oon Upern beiderseits der Straße P o e l k a p p c l l c- Apern mit Erfolg an und nahmen die Gehöfte von Fortnin, südöstlich von St. Julien.

In der Champagne richteten wir durch e r- folgreiche Mincnsprengungen erheblichen Schaden in der feindlichen Stellung zwischen S o u a i n und Perthes an.

Zwischen Maas und M o s e l fanden gestern nur Artilleriekämpfe statt.

Am Hartmannsweiler Kopf machten _ die Franzosen heute nacht vergebliche Angriffs­versuche gegen unsere Gipfel st ellungen.

Ein französisches Flugzeug landete gestern bei Hundlinge«, westlich Saargemünd. Die beiden In­sassen wurden gefangen genommen.

Ein deutsches Flngzeuggeschwader griff gestern die Luftschisfhalle und den Bahnhof Epinal mit anscheinend gutem Erfolge an.

Destlicher Kriegsschauplatz.

Aus der weiteren Verfolgung der nach Riga flüchten­den Russen erbeuteten wir gestern vier Geschütze, vier Maschinengewehre nnd machten südlich Mitau wieder 1700 Gefangene, so daß die Gesamtzahl der Gefangenen auf 3200 gestiegen ist.

Russische Angriffe südwestlich von K a l w a r i s a mißglückten unter starken Verlusten für den Gegner. Die Rusien wurden über die Szeszupa zurückgeworfen und ließen 330 Gefangene in unserer Hand.

Auch nordöstlich von Skierniewicc zogen sich die Rusien eine schwere Niederlage zu, wobei sie neben einer großen Anzahl an Toten 100 Gefangene verloren.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Im Beisein des Oberbefehlshabers, Feldmarschall Erzherzog Friedrich, und unter Führung des Generalobersten v. Mackensen haben die ver­bündeten Truppen nach erbitterten Kämpfen die a a n z e russische Front in Westgalizien von nahe der ungarischen Grenze bis zur Mündung des Dnnasec in die Weichsel an zahl­reichen Stellen durchstaßen nnd überall ein­gedrückt.

Diejenigen Teile des Feindes, die entkommen konn­ten, sind im schleunig st en Rückzug nach Osten, scharf verfolgt von den verbündeten Truppen. Die Trophäen lassen sich noch nicht an­nähernd übersehen. ^ Oberste Heeresleitung.

Der österreichisch - ungarische Tagesbericht.

ver Sieg in Westgalizien. Bisher über 8000 Ge­fangene gezählt. Mehrere russische Stellungen in den Narpathen erobert.

W. T.-B. Wien, 3. Mai. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 3. Mai: Vereinte österreichisch-ungarische und deutsche Kräfte haben gestern den Feind in seiner seit Monaten hcrgerichteten und besetzten Stellung in W e st g aliz i en angegriffen, habe» ihn auf der gan­zen Front Malastow-Gorlice-Gromnik und nördlich davon geworfen und ihm schwere V e r l u st e zu­gefügt, über 8000 Gefangene gemacht, Geschütze und Maschinengewehre in bisher noch nicht festgestellter Zahl erbeutet. Gleichzeitig erzwangen unsere Truppen de« Übergang über den unteren D u n a j e c.

In der Karpathcnsront und in den B e s- kiden ist die Lage unverändert. In den Wald­karpathen haben wir in neuerlichen Kämpfen öst­lich Koziowa Raum gewonnen, den Feind aus seiner Stellung geworfen, seine Gegenangriffe blutig abgeschlagen und dort mehrere hundert Gefangene

gemacht und drei Maschinengewehre erbeutet. Auch nördlich O s m a l o d o wurde der Feind von m e h r e- ren Höhen zurückgcworfen und erlitt schwere Verluste; auch dort ist noch der Kampf im Gange.

An der russischen Grenze zwischen Pruth und D n j e st r nichts Neues.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö f e r, Feldmarschalleutuant.

minister ließ für die Ausarbeitung eines Vorschlags zum Zwecke der Einführung der allgemeinen Schul­pflicht in Rußland die V o r a r b e i t en beginnen.

Der östliche Teil der Amurbahn fertiggestellt.

Aus Wladiwostok wird den „Neuen Zürcher Nachr." vom 26. April über Petersburg berichtet, Latz der östliche Teil der Amurbahn, der durch die A r b e i t von Kriegsgefange- n e n früher sertiggestellt wurde, dem Betrieb überaeben wer­den konnte. ' . (

Dsr russische Bericht.

Deutsche Patrouillen vor Libau, deutsche Torpedoboote im Rigaer Meerbusen.

W. T.-B. Petersburg, 8. Mai. (Nichtamtlich.) Der Ge- neralstab des Generalissimus teilt mit: Feindliche Abtei­

lungen halten die Gegend von Szawle besetzt. Deutsche Patrouillen erschienen am 1. Mai in nach st er Nähe von Libau. Am 1. Mai besuchten feindliche Tor­pedoboote den Gots von Riga. Westlich vom Njemen dauern die Kämpfe an. In dem Dorf Tayenko am rechten Nettaufer ergab sich eine ganze Kompagnie eines deutschen Linienregiments. In Galizien gingen in der Nacht vom 80. April zum 1. Mai beträchtliche ö st erreicht s che Kräfte in der Gegend von Cenzkowize zur Offensive über. Unser Feuer zwang den Feind, sich 600 Schritt vor unseren Schützengräben zu verschanzen. In den Karpathen wiesen wir in derselben Nacht Angriffe der Österreicher und Deutschen in der Nähe von Golowetzko und Senet- ch o u w zurück.

Die Vogelstraußpolttik in Rußland.

»r. Kopenhagen. 3, Mai. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Die „Times" meldet aus Petersburg: In russischen Mili-

tärkreisen faßt man die Angriffsbewegung der Deutschen gegen die russischen Ostseeprovinzen nur als eine reine Drohkundgebung auf, die möglicherweise mit der Be­legung der deutschen Flotte in Zusammenhang stehe. Die „Nowoje Wremja" erklärt, diese Gegend sei ohne jede strategische Bedeutung. Die deutsche Flotte habe möglicherweise die Aufgabe, an irgendeiner Stelle der Ostsee­provinzen Landsturm zu landen.

Verbreitung ungünstiger Gerüchte durch einen revolutionären Ausschuß.

Gerüchte vom Fall von Ossowiez gehen in Peters­burg um. wie den „Basler Nachr." vom 27. April von dort gemeldet wird. Der Stadthauptmann setzte für die Fest­stellung der Verbreiter des Gerüchtes eine Belohnung aus. Diese und andere Gerüchte gingen von einem revolutio­nären Komitee in der Provinz aus. das sie gedruckt an Einzeladreffen nach Petersburg sandte.

Dia Unredlichkeiten in Rußland.

W. T.-B. Petersburg, 1. Mai. (Nichtamtlich) Es ist wiederum festgestellt worden, daß ein Bankkonsortium eine große Spekulation mit Getreide, Butter. Fleisch und sonstigen Lebensmitteln treibt, diese Dinge bis 99 Prozent beleiht und fiktive Käufer stellt.

Der neue russische Unterrichtsministcr sür die allgemcinc Schulpflicht.

W- T.-B- Kopenhagen, 3. Mai. (Nichtamtlich.) Aus Petersburg wird genieldet: Der neue russische Unterrichts-

Das Eiserne Kreuz für einen österreichisch- ungarischen Zeldherrn.

Wien, 2. Mai. (Ktr. Bln.) Nach einer Schlacht, in der ein heftiger russischer Angriff durch Teile der deutschen Süd­armee und Kräften der Armeegruppe des Feldmarschalleut- nants Szumary zurückgelvresen worden war, heftete der General stabsches der deutschen Südarmee Szumary aus Lern Schlachtfeld das Eiserne Kreuz an dre Brust.

Die Beständigkeit der auswärtigen Politik der Donau­monarchie.

W- T.-B- Budapest, 3. Mar. (Nichtamtlich.) Im Abge­ordnetenhaus erklärte Mnusterpräsident Graf Tis za aus eine Anfrage des Oppositionellen Karolhi bezüglich des Wech­sels in der Leitung des Ministeriums des Äußern, daß dieser Wechsel keine Änderung in der Richmng der aus- wärtigen Politik zu bedeuten habe.

Vom französisch-belgischen Kriegsschauplatz.

Oie Schlacht am yserkanal.

Erschöpfung und Ausreibung der Engländer und Kanadier.

Br. Genf, 3. Mai. (Eig. Dvahtbericht. Ktr. Bln.) Der „Matin" meldet: In Flandern tubt eine heftige Schlacht seit Donnerstag westlich Zonnebekc und entlang des Kanals bis D i x m u i d c n. Tic Angriffe gelten vornehmlich den Engländern nnd Kana­diern, die wegen völliger Erschöpfung zu­rückgezogen wurden, als sie beinahe a n f g c r i e b e n waren. . ^

Alle offiziellen Meldungen sind sert Sams­tag bestrebt, dem Publikum einen Sieg vorzu- täuschen. Die vorgestrige Havasmeldung, daß Gallipoli von den Engländern besetzt sei, wurde gestern dementiert. Die Blätter meinen, mehr Kontrolle wäre geboten, damit das Publikum nicht b e st ä n d i g enttäuscht werde.

Eine neutrale Kritik über die Hpernschlacht.

Die Wachsamkeit der Verbündeten in dieser Gegend, die der Kriegsberichterstatter der „Times" so rühmte, hat sie nach Meinung der „T l j d" vom 27. April am 22. April im Stich gelassen. Darüber, ob die Deutschen durch Verwendung er­stickender Gase gegen die Haager Konvention verstoßen, brauchen die Franzosen sich nicht aufzuregen, weil sie. wie sie selbst sagen, dagegen schon ein ausgezeichnetes Schutzmittel baden. Trotzdem find die englischen und französischen Berichte

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