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«8. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgabe». — Beziigs-PreiS: durch den Verlag 5«» Pfg. monatlich, durch die Post L Mk. ««» Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

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Wo. 529.

Redaktions-Fernsprecher No. 52.

Montag, den 12. November. Berlags-Fernsp ccher No. 2266 . 1900.

Ilbetici - Jltssga ise.

Dentschrs Kelch.

Dir China-Kosten.

Dem Bundesrath ist der Etat für die Expedition nach Ostasien zugegangen, und zwar in der Form eines dritten Nachtrages des allgemeinen Haushaltsetats für das Rechnungs­jahr 1900. Zur Bestreitung einmaliger außerordentlicher Ausgaben werden 152,770,000 Mark gefordert, die im Wege von Krediten flüssig zu machen sind. Also eine Summe, die alle Voraussetzungen fast um das Doppelte übersteigt. Und dieses Sümmchens wegen, das pro Kopf der Be­völkerung 3 Mark auSmacht, hielt es die Negierung nicht für uöthig, de» Reichstag einzuberufen. Eine solche Miß­achtung des Parlaments giebt Jedem zu denken.

Wie sich der Reichstag zu der imponirend hohen Kosten» rcchnnug für die China-Expedition verhalten wird, das fest­zustellen bedarf eS nur eines flüchtigen Ueberblicks über die Parteiverhältnisse. Ein unbedingtes Nein wird außer von der Socialdemokratie wohl nur noch von der süddeutschen Volkspartei ausgesprochen werden. Die übrigen Parteien werden sich ivohl oder übel in das Unvermeidliche schicken und eine Indemnität gewähren, die garnicht einmal nach­gesucht wird. Denn lediglich die nachträgliche Bewilligung von schon gemachten oder bereits angeordneten Ausgaben ivird gefordert, und die Nothwendigkcit, die Verzeihung der Volks­vertretung für die eigenmächtige Ueberschrcitung der etats- ccchtlichen Befugnisse zu erbitten, wird nicht im Geringsten anerkannt. Es mar also nur leeres Gerede, wenn seiner Zeit eine regelrechte Jndemnitätsvorlage, wie sie nach 1866 an den preußischen Landtag gebracht worden war, angekündigt wurde. Nach den Aeußerungen in der Partcipresse zu urtheilen, wird das Centrnm wohl den meisten Lärm machen. Bei dem guten Verhältniß, in das sich die „Ausschlag­gebenden" zu dem herrschenden System gesetzt haben, erscheint diese katonische Strenge des Standpunktes einigermaßen verdächtig. Das Centrum handelt nach dem Sprichwort: „Wer sich grün macht, den fressen die Ziegen". So macht es sich denn herbe, um später seine Kostenrechnung überreichen ,n können, auf der die Aufhebung des Jesnitengesctzcs natürlich in erster Reihe stehen wird.

Denlsch-Sndmrft-Afrilra als Tausche, bjelrt.

Die „Rheinisch-Westfälische Zeitung", die behauptet hatte, daß die Männer in offiziellen Stellungen Deutsch-Südwest- Afrika nur noch als „Tauschobjekt" bewcrthet hätten, ist hierfür von der „N. A. Z." in einer hochoffiziösen Note ganz erbärmlich zerzaust worden. Die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" bleibt nun aber bei ihrer Behauptung und ver­sichert, daß sie schriftliche, genau dctaillirte Angaben von Augen- und Ohrenzcugen zum Erweise ihrer ersten Mit- iheilungen in Händen habe. Wenn das Blatt Recht hat, so muß demgemäß die offiziöse Ablcugnung an Wichtigkeit verlieren. Das behanptungslnstige Blatt würde es nun aber verhältnißmäßig leicht haben, den Wahrheitsbeweis an­zutreten. Wie wäre es mit einer Beleidigungsklage gegen die „N. A. Z.", die doch die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" der Lüge geziehen hat? In einem solchen Prozeß könnte das Material vorgelegt werden, und die Oeffentlichkeit wäre im Stande, sich ein lirtheil zu bilden. Wir nehmen aber an, daß die Klage nicht angestrengt werden wird, daß also Behauptung gegen Behauptung stehen bleiben wird.

* Dlersonal-Rachrichten. Der württembergisch, v. Mittnacht bat seine Entlassung eingereicht

Der König hat dieselbe angenommen. Den Vorsitz im Ministerium übernimmt vorerst der Justizminister Breiting. Weiter hört inan den StaatSrath v. Balz al« Verkehrsminister'und den Namen des Präsidenten Ow als Minister des königlichen Hanfes nennen.

* Koriin, 12. November. Dem BnndeSrath ging der Etat der Reichspost-und Telegraphcnvcrwal'tunq zu. Die Einnahmen find auf 420,162,950 Mk. veranschlagt, 28,953,021 Mk mehr als im Vorjahre. Im Extraordinarium werden für Neu­bauten von Postgk bänden rc. mehrere Posten gefordert. Ferner gingen dem Bundesrath die Etats der Schutzgebiete von Togo: 1,448,000 Mk. (NeichSznschutz 884,000Mk.), Kamerun: 3,788,800Mk (Reichszus^nß 2,192,800 Mk.) und Neuguinea: 800,700 Mk. (Reichs-

* Uel-erdir Enthüllungen im Sternl>rrg-prozrtz, betr. dre Beamten der Kriminalpolizei, hat sich, der „StaalSb.-Zkg." zu- folge^der Kaiser vom Reichskanzler Vortrag halten lassen/wobei »er Monarch sich dahin geäußert habe, daß Maßnahmeu zu er- grcifcn seren, welche eine Wiederholung derartiger Dinge zur Un- moglichkeit mache«; denn die Kriminalpolizei der Neichshanptstadt müsse eine Elitetrnppe im deutschen Kriminalrvesen sein. Der Monarch erwarte umgehend Vorschläge zu diesen Maßnahmen und Neuerungen. Es stehe die Veröffentlichung eines neuen ministeriellen Erlastes bevor, der den letzten derartigen Erlaß vom Dezember v. ganz erheblich ergänzt.

^ Reichvlroinnristsar Richter veranstaltete Samstag Abend »m Spatenbräu auf dem Marsfelde zu Paris zu Ehren der deutschen Aussteller, ihrer Vertreter, sowie der Ansstellungs­beamten und Bediensteten einen geselligen Abend, dem über sechs­hundert Personen beiwohnten. Im Verlaufe des Festes hielt der Reichskoinmissar eine Rede, in der er sagte, daß die an die Aus­stellung geknüpften Hoffnungen sich durchaus erfüllt hätten und

theilwcise weit übcrtroffen worden seien. Der Dank dafür gebühre der Negierung und der selbstlosen Hingebung der deutschen Aus­steller, ganz besonders aber dem werklhätigen Interesse Sr. Maj. des Kaisers, der Redner gegenüber vor einiger Zeit seine Anerkennung und Freude über den Erfolg der deutschen Ausstellung persönlich aus- gedrückt habe. Redner schloß mit einem dreifachen Hoch auf den Kaiser. Sodann hob Geheimralh Richter das ungetrübte, gute Einvernehmen hervor, das zwischen den deutschen und französischen Ausstellern und Ansstellungsbeaniten geherrscht habe und sicher zu einer Förderung der freundlichen Beziehungen zwischen den beiden Staate» beigctragen habe. Er schloß mit einen. Hoch auf den Präsidenten Loubet, worauf die Marseillaise gespielt wurde. Der bayrische Geschäftsträger, Freiherr v. d. Tann, brachte hierauf einen Trink- sprnch auf den Reichskonnnissar Richter aus und gedachte der Ver­dienste, welche dieser sich um die Ausstellung erworben habe. Sodann wurde ein Huldigungstelegramm an den Kaiser gesandt.

* Dak rin Mörder sich im Gefängnis, selbst beschäftigen darf und sonstige Annehmlichkeiten genießt, war bisher in Deutsch­land neu, ist aber jetzt zur Thatsache geworden. Freilich ist der Mörder ein Prinz, nämlich der Prinz Prosper v. Arenberg, der bekanntlich zwecks Verbüßung seiner 15-jährigen Gefängnißstrafe in das Gcrichtsgefängniß in Hannover eingelicfert ist. Er hat, nach dem „Haicn. Courier", die Erlaubiiiß erhalte», gegen Bezahlung, sich selbst zu beschäftigen. Der Prinz hat eine

ä clle wie jeder andere Gefangene. In der Beköstigung und chandlung werden ihm jedoch besondere- Vorzüge gewähr t. Er soll der besonderen Aufsicht der höheren Gefüngniß- beamten unterstehen und auch nur unter diesen seine regelmäßigen Spaziergänge auf dem Gefängnißhof machen. Bekanntlich hat Prinz Arcnbcra nicht nur einen Menschen niedergeschosse», er hat dem Todwunden auch noch mit einem Stecken im Gehirn herum gewühlt. _

Ausland.

* Großbritannien. Das technische Comitä des Hafens von Dover hat die Vergrößerung der Dockanlaacn beschlossen, um das Einlaufen der mächtigen Schiffe zu erniöglichen. Die Arbeiten werden unverzüglich in Angriff genammcn. Die Kosten der Ver­größerung sind auf 40 Millionen Mark veranschlagt. Die Schiff- sahrtsgcsellschaftcn, welche den Verkehr mit Hamburg, Bremen und Ncw-Aork vermitteln, wollen die Docks nach Fertigstellung benützen.

* Kpanien. Die republikanischen Blätter veröffentlichen ein Schreibe» Don Carlos an den Cnrlistcngcneral Moore, in dem er diesen zum Widerstand gegen die geheimen llmtriebc der schlechten Carlisten auffordert/ deren Vcrrath die letzte Bewegung hervor­gerufen habe. Er fügt Hinz», er werde nie seinen Rechten entsagen, aber er wolle den Ruin Spaniens nicht. Eine längere aufständische Bewegung würde eine Gefahr für die Unversehrtheit des spanischen Gebietes sein; denn sie würde die Begierde anderer Mächte erwecken. Er nchmckeinenKompromiß au und behalte sich dieFrciheit seine« Handelns vor. Das Blatt „Rntiero Universal" veröffentlicht eine Erklärung Don Carlos/, worin er ausführt, der carlistische Aufstand sei gegen seine Anweisung ins Werk gesetzt worden. Die Urheber der Be­wegung seien »nziiverlässige Leute. Er werde nur, wenn die Um­stände cs erforderlich machten, an die Gewalt appellircn, denn er erfreue sich der größten Aktionsfreiheit. Schließlich vcrnrthcilte Don Carlos scharf die in der Presse umlaufenden falschen Nach­richten und fiigt hinzu, der CarliSmus allein werde Spanien retten.

Deo Aufstand i» Cijiua.

Z» Gebictserwcrbnngen solle» die chinesische» Wirren nicht benutzt werden!

wb. Tientsin, 9. November. Rußland händigt die Bahnlinie Taku-Shanhaikwan an den Grafen Waldcrsce aus, welcher sie dem Chef-Ingenieur der Nordchina-Bahncn, Hinder, übergeben wird. Außer Rußland ergreift auch Belgien Besitz von einer Landstrecke für eine Niederlassung.

wb. Koriin, 11. November. „Wolfs Bürcau" meldet ans Tientsin vom 9. November: Die Lnndstrecke, von der die Belgier Besitz ergriffen haben, ist einen Kilometer lang und liegt unterhalb des durch die Russen beschlagnahmten Landes am linken Peiho-Ufer. Der belgische Konsul machte durch Cirkular davon Mittheilnng.

wb. London, 13. November. „Standard" meldet aus Tientsin vom 8. d.: Der dort von den Russen beschlagnahmte Gcbictstheil erstreckt sich von der Eisenbahnstation zwei engli che Meilen stromabwärts.

Nene Boxer tauchen ans.

bä. Dari», 11. November. Der General Voyron, Ober­befehlshaber der französischen Truppen in China, thcilt in einem Telegramm an den Marincnünister mit, daß eine ernste Boxer­bewegung in der Umgegend von Paotingfu neuerdings ausgcbrochen ist. Die Lage hat sich infolgedessen bedeutend verschlimmert. — Dasselbe Telegramm besagt, daß die französischen Truppen unter dem Befehl des Generals Paitlond zahlreiche Boxerbandcn in die Flucht geschlagen und ihnen bedeutende Verluste zngefügt haben.

Den Chinesen unannehmbar.

bä. Rom, 12. November. Die „Tribuna" nieldet: Li-Hung- Tschang und Prinz Tsching erklärten in einer Unterredung die von den Großmächten vorgeschlagencn Friedensbedingungen als un­annehmbar für China. Die Hinrichtung des Prinzen Tuan und die Absetzung der Kaiserin-Mntter würden eine Erniedrigung für die kaiserliche Regierung bedeuten.

Franzosen in Gefahr.

■wb. London, 12. November. Die „Times" melden aus Tientsin vom 9. d. M.: Eine kleine Abtheilnng Franzosen soll in der Nähe von Tungschou von einer großen Menge Chinesen an­gegriffen sein.

Chinas künftige Hauptstadt.

wb. „Standard" meldet aus Shanghai vom 12.November: vsn Slnganfu fand eine Konferenz der chinesischen Minister und oberen Beamten statt, um die Frage zu erwägen, welche Stadt kunftlg^Hauptstadt Chinas sein solle. 4 Stimmen wurden für Peking, 5 für Slnganfu, eine für Tschengtufu abgegeben. Der erst kürz­lich zum Gouverneur von Hupch ernannte fremdenfreundliche Quetschung erhielt einen zweimonatlichen Urlaub, um Peking besuchen zu können, wo die Boxer sein Eigenthum geplündert und zerstört haben. Man hält nicht für wahrscheinlich, daß er jemals no^

Hnpeh gelangt. Der Gouverneur von Schantnng bot den Ver- lnindeten an, ihnen 10,000 Schafe und Rinder für die Truppen zu liefern.

Dentsch-EnglischcS.

bä. Kcrli», 12. November. Nach einem Telegramm des „Berliner Tageblatt" aus Shanghai herrscht dort'große Auf­regung über folgenden Vorfall: Zwei deutsche Soldaten wurden in ei» Theehaus durch eine englische Polizistenwache gelockt und dort überfallen. Einer erhielt einen Schuß in den Rücke», der Andere wurde geknebelt und durch Hiebe und Fußtritte mißhandelt und ins Zellcngefängniß gebracht. Der Hauptuiann, welcher benachrichtigt wurde, befreite ihn. Ucbrigens soll von beiden Seiten versucht worden sein, die Sache zu ersticke». Es wird behauptet, die Soldaten seien betrunken gewesen. DiescBchanptnng hat sich jedoch als unwahr erwieseu. Das wahrscheinliche Motiv der That ist Rache.

* . *

wb.Koriin,lO.November. Dasletzte deutsehe Truppen- transportschiff ist ani 30. Oktober vorTaku eingctroffen, sodaß nur noch einige Dampfer mit Kricgsbcdürfniffe», speziell Barackenmaterialien für die Nntcrkunst der Truppen im Winter, unterwegs sind. Die Anslndungen scheinen trotz der großen Schwierigkeiten, die z» überwinden sind, bisher befriedigend von Statten gegangen zu sein, sodaß sogar der größte Theil der Truppennachschübe, die die Ausreise von Bremerhaven in der Zeit vom 31. August bis zum 4. September angetrcten haben, bereits kriegsbereit an Land ist. Die Witterung und der niedrige Wasser­stand auf der Barre von Takn machen' sich schon sehr fühlbar, sodaß nach Mitte November die Ausschiffung von Gütern dort nicht mehr möglich sein wird und dann wahrscheinlich überTsingwangtau (12 Kilometer südwestlich von Shanhaikwn»), wo die Tiefen­verhältnisse günstiger sind, erfolgen muß. Die in Amerika und Australien angekanften Pferde erweisen sich als brauchbar, und es ist der Bedarf des Expeditionscorps au Reit- und Zugthiereu durch sie und die in China erworbenen Ponys und Maul- thierc gedeckt. Das Fcldgeräth der Truppen bewährt sich. Die Verpflegung ist gut und ausreichend, be­sonders da die aus der- Hcrmath mitgeführten Ver­pflegungsmittel infolge der äußerst sorgsamen, seetüchtigen Verpackung durch den Transport nicht gelitten haben. Lazarethe sind in Tongku, Tientsin, Uanqtsun, Peking und Paotingfu ein­gerichtet. Unter den Truppen sind Ruhrfülle vorqckommen; da jedoch der Trinkwasserfragc dauernd die größte Aufmerksamkeit gewidmet wird, und da nach dem Eintreffen der Transportschiffe die den Truppen zugetviesene Anzahl von abessynischen Brunnen und Wasserkochapparaten wesentlich verniehrt werden konnte, war nach den letzten Nachrichten die Seuche im Expeditionscorps im Abnehmen begriffe».

Drr Krieg in Südafrika.

wb. London, 10. November. Lord Roberts telegraphirt aus Johannesburg vom 8. d. M.: General Smit'Dorrten be­richtet über ein a>» 6./7. November stattgehabtes heftiges Gefecht. Seine aus 250 Berittenen, sechs Geschützen und 900 Mann Infanterie bestehende Abtheilung traf bald nach ihrem Abmarsch aus Belfast auf eine Abtheilung Buren, die sich an die Flanke der Engländer heftete, bis diese Komati-River erreicht batte. Dort nahmen die Buren eine feste Stellung ein. ans der sie durch eine weite Umgchungsbetvcgnng vertrieben wurden. Am folgenden Tag versuchten die Buren, die bedeutende Verstärkungen h'ernngezogcu hatten, nnisonst, die Stellung wieder zu nehnien,' ans der'sie ani 6. November vertrieben wurde». Nachmittags ereignete sich ein Fall, der, wie Roberts glaubt, in diesem Krieg noch nicht vor- gckommen ist. 200 berittene Buren machten plötzlich einen Angriff auf die englische Nachhut. In einer Entfernung von 70 Uards wurde der Angriff durch die kanadischen Dragoner abgewiese». Die englischen Verluste an beiden Tagen betrugen 8 Todte und 82Ver- wundete.

wb. Kapstadt, 11. November. In dem Gefechte, welches kürzlich General Smith-Dorrien in der Nähe von Belfast mit den Buren hatte, fielen auf Seiten der Buren Kommandant Rii iloo und General Fonrie. General Grobbelaar wurde verwundet. — Lord Methuen überraschte die BurengeneraleJngmcm und Bermaak zwischen Ottos' Dp und Liechtenberg und brachte ihnen Verluste bei und erbeutete mehrere Wagen. General Kitchener, der Bruder des Lord Kitchener, führte in der Nähe von Middelburg einen erfolgreichen Nachtangriff auf den Feind aus, tvobei sich besonders die Husaren anszeichnetcn. Als diese später znrückgingcn, wurden sic von der berittenen Infanterie gedeckt. Als am nächsten Morgen Verstärkungen eintrafen, war der Feind völlig zersprengt. Oberst C 'tmifr schlug den Angriff von 400 Buren des Kommandos von Delarey ab.

wb. Klormfontrin, 9. November. (Reuter.) Die Buren halten noch Ficksburg und Umgegend besetzt.

bä. London, 10. November. Aus Pietermaritzburg wird geuicldct: Ein mit Bnren-Franen und Kindern gefüllter Zug ist von Standerton hier eingetroffen. Alle diese Personen wurden unter der Beschuldigung des Verraths aus ihre» Wohnungen ver­trieben und die Wohnungen zerstört. Sic sind in einem großen Lager untergebracht worden. — Der Specialgerichtshof, welcher sich mit der Rechtssprechung in solchen Fällen besaßt, hat mehrere schwere Urthcile ausgesprochen.

bä. London, 11. November. Aus Pretoria wird berichtet, daß die Kavallerie-Brigade des Generals French aufgelöst worden ist. French ist zum Gouverneur von Transvaal ernannt worden. Er wird sein Haupt-Quartier in Johannesburg haben.

bä. Kaag, 10. November. In hiesigen politischen Kreisen wird versichert, die englische Negierung werde den Mächten die Annexion Transvaals erst nach dem Zusammentritt des Parlaments inittheilen. Die Transvaal-Gesandtschaft habe Vorkehrungen ge­troffen, um jede Notifizirung zu vermeiden.

bä. Marseille, 11. November. Der Dampfer „Himalaya" ist aus Südafrika hier eingetroffe». Au Bord desselben befinden sich meistens englische Soldaten, welche nach ihrer Heimath zurückkehren, unter ihnen Kapitän Dunsan-Äaire. Er und seine Abtheilung waren während fünf Monaten Gefangene der Buren. Er wird in London vor ein Kriegsgericht gestellt, um sich wegen der Uebergabe an der Spitze von 1000 Mann an die Buren zu rechtfertigen.

bä. London, 12. November. Die Mitglieder der irländischen Klubs in London haben dem Präsidenten Krüger eine Sym­pathie-Adresse folgenden Inhalts zugesandt: An den Prä­sidenten Krüger von Transvaal: Ein Volk, welches wie das irische seit Jahren ein Opfer der Tyrannei ist, unter welche England unser Volk bringen chill, begrüßt Sie. Unsere ganze Rasse ist daraus angewiesen, ,