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Wiksbs-kner

«8. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. — BezngS-PrciS: durch den Verlag so Pfa. monatlich, durch die Post L Mk. «o Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

Verlag: Laiiggasse 27.

ZV,ZOO Adormeuten.

Slnreigen-PreiSr ^-v5."'lpaltige Pelitzeile für locale Anzeigen Pfg., für auswärtige Anzeige» 25, Pfg. — Reklame» die Pctitzeile für Wiesbaden 50 Pfg.. für Auswärts 1 Mk.

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j^g»rgen»Hagsgafoe.

Mac Kiill ey ad er Kryan?

Der heutige Tag (Dienstag) wird die Entscheidung darüber bringen, in wessen Hände das amerikanische Volk für die nächsten vier Jahre die Präsidentschaft der Republik legen will, in die Hände des bisherigen republikanischen Präsidenten Mac Kinlcy oder des Demokraten Brya». Die Präsidentenwahl ist in den Vereinigten Staaten von Amerika eine indirekte. Am ersten Dienstag des November, diesmal also am 6. November, wühlt das Volk die Wahlmänncr die ihrerseits nachher den Präsidenten wählen. Jeder Staat wählt so viel Wahlmänncr, als er Vertreter im Senat und im Abgcordnctenhause des Bundeskongrcsses hat. Diese Vertretung besteht aus zwei Senatoren, während sich die Zahl der Abgeordneten nach der Einwohnerzahl — ans je 175,000 Einwohner ein Abgeordneter — richtet. Am ersten Mittwoch des Dezember, also diesmal am 5. Dezember, treten die. Wahlmänner in der Hauptstadt jedes Staates zur Stimmabgabe für die Präsidentschaftswahl zusammen. Am 2. Mittwoch des Februar, also diesmal am 13. Februar „ er f°^ kmm im Kongreß die Zählung der von den Wahlmänncrn abgegebenen Stimmen, wobei die einfache Stimmenmehrheit entscheidet. Vereinigt kein Kandidat die erforderliche Mehrzahl ans sich, ist also Stimmengleichheit vorhanden, so wählt der Kongreß den Präsidenten ans der Zahl bcijenigeu drei Kandidaten, welche die meisten Stimmen erhalten haben.

Formell fällt mithin die Entscheidung über die Wahl des Präsidenten erst am 13. Februar, thalsächlich fällt sie aber schon am 6. November. Da die Partcistellung der Wahlmänner von vornherein bekannt ist, und diese, wenn ihre Wahl auch gesetzlich eine vollkommen freie ist, doch auf ein bestimmtes politisches Programm gebunden sind, so ent­scheidet thatsächlich die Wahl der Elektoren, wie die Wahl­männer genannt werden, über die Wahl des Präsidenten selbst. Die nachher erfolgende Wahl durch die Elektoren ist mithin eine leere Formalität, denn der Elektor, welcher auf die republikanische Gesinnung hin gewählt ist und trotzdem für den Kandidaten der Demokraten stimmen würde oder auch umgekehrt, hätte seine politische Rolle für immer aus- ge,pielt. Mithin enlsch.ldet cs sich bereits morgen, welche Partei in den Vereinigten Staaten von Amerika für die nächsten vier Jahre im Besitz der politischen Macht sein wlld, wenn auch die Wahl des Präsidenten erst im Dezember, die Verkündung der Wahl erst im Februar er- Mt und der neue Präsident die Geschäfte erst am 4. März des Jahres 1901 übernehmen wird.

Man könnte sagen, daß der Wahlkampf in den Ver­einigten Staaten dicsnial mit einer noch nie dagewesenen Heftigkeit geführt worden ist, wenn diese Behauptung nicht alle vier Jahre in Bezug auf die Wahlen in Amerika auf­gestellt würde. Jedenfalls hat der Wahlkampf an Heftigkeit nichts zu wünschen übrig gelassen und in Bezug auf die in Amerika üblichen Wahlmanöver und besonders in Bezug auf die Bestechung, die diesmal gleichsam en gras betrieben wurde, scheint man in der Thal den Rekord vom Jahre 1896 geschlagen zu haben.

Wenn der Wahlkampf diesmal komplizirtcr war als früher, so lag dies daran, daß zn den beiden Hauptfragen des amerikanischen Wahlkampfes, der Währungsfrage und der Schutzzollfrage, diesmal noch eine drille, die des Im­perialismus kam. Sowohl die Währungsfrage wie die Schutzzollfrage sind diesmal thatsächlich nur Firmenschilder gewesen. Sowohl durch das Gesetz vom März d. I., sowie *' lle . ^ ö""l Jahre 1904 gesicherte goldfreundliche Mehrheit tu, Senat ist die Silberpolitik der Demokraten thatsächlich unmöglich gemacht. Die Republikaner halten mithin keinen Anlaß, für das Gold, und die Demokraten keinen Anlaß, gegen das Gold zu kämpfen, aber beide thaten cs ans Prinzip. Der Zolltarif ist im Sinne der Republikaner so schntzzöllnerisch wie mir möglich. Die Demokraten behaupten, gegen diese Schutzzollpolitik zu sein, aber ob sie sie in der Praxis abändern würden, kann als zweifelhaft erscheinen.

Als Hanptwahlparole blieb mithin den Demokraten die Bckämpfnng der imperialistischen Politik, wie sie das Pro­gramm der Republikaner bildet und die freilich auf den Philippinen und ans Enba wenig Erfolge geerntet hat Ursprünglich schien es auch, als ob es den Demokraten gc- itngen wurde, durch den Einspruch gegen die neuerdings beliebte E,nm,,chnngs- und Eroberungspolitik die Stellung der Republikaner zu schwächen, um so mehr, da die Mehr­heit der Deutschen anfänglich sich der Wahl Bryans günstig gcgciuiber zu stellen schien. Aber die Hinneigung Bryans zur Silberpolitik, sein Liebäugeln mit dem Socialismus und scinPakiircn mit der Bestechungsbande der „Tammany Hall" in New-Iork haben einen große» Thcil der Wähler und vor Allem die überwiegende Mehrzahl der Deutschen in das Lager Mac Kinleys zurückgeführt.

Dieser Umstand hat die Chancen Ma. Kinleys so ver­bessert, daß an der New-Aorker Börse die üblichen Wahlivetten bereits ans 6 zu 1 zu Guns,em Mac Kinleys stehen, und man in Amerika bereits mit Sicherheit auf die Wiederwahl Mac Kinleys rechnet. Was unsere Interessen an bei Wahl betrifft, so haben wir schon früher auseinander- ^e>etzt, dajz üicüdcöt von den Demokraten eine etwas weniger unfreundliche internationale Politik zu erwarte» gewesen wäre, daß aber die Frage, ob Mac Kinley oder Brya» für uns doch in. Wesentlichen „Jacke wie Hose" ist.

Fenttletou.

Friedrich Leopold Graf pt Stolberg.

(®iit Gedcnkblatt zum 150-jährigen Geburtstage des Dichters.)

Von Herbert Mühlmann-

Ein Dichter, von der Gunst seiner Zeitgenossen cnipor- gehüben und hochgetragen, aber auch von ringünstigen, ja feindseligen Unheiles mancher derselben verfolgt, war Friedrich Leopold Eros zu Stolberg. Ec ist zugleich einer der populärsten Dichter deS Göttinger Hainbundes, denn viele seiner Gedichte, wie das „Lied eines dentschc» Knaben":

Mein Arni wird stark und groß mein Muth.

Gicb, Vater, mir ein SchwertI Verachte nicht mein junges Blut,

Ich bin der Väter ivcrth.

und das „Lied eines alten schwäbischen Ritters an seinen Sohn":

Sohn, da hast Du meinen SpeerI Meinem Arm wird er zn schwer,

die in jedem Schullcsebnch stehen, sind durch die Schule ins Volk gedrungen.

^ Am 7. November d. I. sind 150 Jahre verflossen, seit Friedrich Leopold Graf zu Stolbcrg das Licht der Welt er­blickte^ Seine Wiege stand in dem „meerumschlungenen" Holstein, in dem etwa sechs Meilen von Hamburg entfernten Flecken Bramstedt. Sein Vater war der Reichsgraf Christian Günther Stolberg-Stolberg, der einem der uralten fürstlichen Geschlechter im alten Sachsenlande entstammte. Friedrich ,enoß mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Christian im

Ans Ata dt und Land.

Wiesbaden, 6. November.

— tOrfchichtolinlciidee. g. November. 1896: f Wilhelm Nicol., verzog von Württemberg, zu Meran. 1803: -f Peter T,cha,kowskli zu Petersburg rusf. Komponist. 1876: -s- Giacomo Atttonelll zu Nom. Kardinal-Staatssekretär Pins IX. 1860 : P Sir Charles Napicr zn Merchistan-Hall, bek. brit. Admiral 1806- Be- ginn der dreitägigen Plünderung Lübecks durch Bernadotte, Sonlt "ud.Murat. 1,93: Enthauptung Louis Philipps von Orleans Egalita) 1 ,, 1 - * AloyS Scnefclder zu Prag. Erfinder dcs «teindrucks 1 <.-50: Hans v. Kalte, der Freund Friedrichs des Givtze». zu Kustrin enthauptet. 1406: ff Papst Junocenz VI.

Klub... Die Dameu-Gcsellschaft Wiesbaden' vcr- ai staltetc am 3 Nov. in ihre» Nainueii. Tauuusstr. 6, eine »nisiknlische Abeudi", erhaltung, welche sehr zahlreich besucht war und vielen ^csiol! fand. Die hier ivohlbekannte Konzertsäiigerin Fräulein Rosa Wodn:zka erfreute die Anwesenden durch gut gewählte ^cder von Schi,man», Brahms re., in denen der Wohlklang ihrer vortrefflich geschulten Stimme besonders gut zur Geltung kam.

elterlichen Hanse eine sorgfältige, namentlich auf Gottcs- fnrcht, Frömmigkeit und Nächstenliebe gegründete Erziehung und heiler und ungetrübt beschien die Sonne des Lebens der Brüder Jugendzeit, sodaß Friedrich später, von Jngend- erinnernngen belebt, singen konnte:

Nnd wir wuchsen enipor freudig, wie Stauden am Bach Kanuten früh die süßesten Freuden des Lebens und pfliickten ^zeden kleinen Genuß, der sich im Schatten verbirgt.

Schon als zehnjähriger Knabe wurde er van den Dich­tungen Klopstocks, in dessen Gedankenwelt er aufivuchs, mächtig angeregt nnd sein dichterischer Schaffcnslricb früh geweckt. Eine seiner frühesten jugendlichen Dichtungen, dessen Erhaltung B. G. Nicbnhr zn verdanken ist, bezog sich wahischeiltlich ans das Jnbilänm der unumschränkten Negierung Dänemarks im Jahre 1760 und lautet:'

Streut Blumen diesem Tag zur Ehre,

Auf daß er ewig festlich sei;

Baut, frohe Dänen, baut Altäre Dem Throne und der Sklaverei!

Doch, daß Euch ja keiti Blißklang störe *J» Eurer Freude Jnbcltou,

Verbergt des Patrioten Zähre,

Dann zündet Weihrauch vor dem Thron.

Als im Jahre 1765 der Vater in Aachen, wo er sich zum Gebrauch der dortigen Bäder anfgehallen hatte, ge- storven war, vertrat Klopstock bei dem fünfzehnjährigen Knaben gewissermaßen Vaterstelle und übte fortan auf des Knaben ilnd Jünglings religiöse und vaterländische Be­geisterung und auf die Entfaltung seines Dichtertalentes den größten Einfluß an?. Im Frühling 1770 verließen die beiden Brüder den stillen ländlichen Aufenthalt im Vaterhause, um auf der Universität Halle ihre wissenschafl-

&i, , ®«k,£ * ,8 - au V Ä ?l u ./ onfl eine Anzahl Lieder mit v klein Geschmack in kuustlcnfcher Vollendung, und die Pianist,>, Fräulein Augnsta H a r t m a u n spielte mit feiner ?i'"ps">d!,na ennge Konzertstücke Nach dem Abendessen wurde die Gesell,chaft „och durch Vorträge ernsten wie heiteren Inhalts aufs Angeuehuiste unterhalten. Es scheint, als ob mPncuklub sich unter der hiesigen Frauemvelt bereits grober Beliebtheit erfreut Die geselligen Veranstaltungen werden von.de" Mitgliedern wie deren Gasten eifrig besucht, und auch die taguche Frequenz des Lese- wie des Theczinnuers ist eine stets wachsende. Wie wir Horen, wird das diesjährige Winterprogramm bcfouders rcichhaliig sein. Vorträge, zu denen bedeutende Kräfte bereits gewonnen sind, werden niit musikalischen Ve-anstaltu»gen abwechscln, nnd soll eine anregende Geselligkeit in jeder Weise ge- fordcrt werden. Auch wird ein in baldige Aussicht gestellter

7 )cuo»cn-A»fziig (Lift) die etivas hoch gelegenen Nänme der Gesell­schaft bester zugangltch machen.

- Strayriibal,,,. Heute Dienstag, den 6. d. M., wird auf der Strecke Biebrich-Beausite der zweigleisige Betrieb dnrch die Moritzstraßc aiifgenommen werde»; die Züge von Biebrich fahre» durch die Adolphs-Allee und die Züge nach Biebrich durch die Montzstiatze. Die Abfahrten der Zü^e erleiden einige Äenderun^en und gestaltet sich der Fahrplan gegen den bisherigen wie folgt: Abfahrt ab Biebrich (Rheimifcr) nach Bcansite: 522, M», 6», 7»« 721 und so fort alle 15 Minuten bis letzte Wagc,l7 921 ' 9 »«' 951 ' 1030, nno ( um Abfahrt ab Bcansite nach Biebrich (Rheinufer): 6“, 701 < 7 ‘ 6 ' 7J1 »ad so fort alle 15 Minuten bis letzte Wagen: 10 o>, iow, 1021 und ab Kaiser-Friedrich-Platz: 11<», 1130 „nd 12 00 Innerhalb des Stndtbcrings Wiesbaden - RondÄ - Beänsite und umgekehrt findet von 8^ ab Rondell bezw. 9-' ab Bcansite bis 8«». ab Bcansite bezw. 922 Nachm, ab Rondell 7-/- Minnten-Verkehr statt. Derselbe wird versuchsweise bis auf Weiteres von IM Vorm, ab Biebrich bis Beausile und IM ab Beausite bis Biebrich durchgesührt werden. In der Moritzstraßc sind drei Haltestellen errichtet, und zwar: Moritzstraßc (Ecke Rheinstraße). zwischen Adelheid- und Gn ichtsstraße und zwischen Gocthcstraße und Kaiser- Friedrich-Ring.

<1. Gi» Keiratlfsjch windlet' nnd («in Genoss«. I,»

April d. I. kam der 1864 in Rittersbach in Baycrii geborene Kaufmann Johann Wolfgang Schwarz hierher. Er trug in den Händen eine große Idee: ein nenes Neklameunternehmcii, von dem er geglaubt haben will, daß cs sich bald über ganz Deutschland »nd noch weiter hinaus ausbrciten werde. Das Rcklamennternehmen bestand in einem etwa 80x50 cm großen vergoldeten Rahmen, in welchem ein Karton mit aufgcpnpptem Adrcßbnchständer sich befand, und welcher in hübschen Buchstaben die Inschrift trug: „Adreßbuch der Stadt Wiesbaden". Zur Linken nnd Rechten des Standers waren Rubriken vorgesehen, ans welchen Firmen inseriren konnten. Er gedachte sich Firincn zn angeln, die einen anständigen Preis für diese Insertion bezahlen würden, und wollte dann das Neklanieding in etwa sechzig Gasthäusern. Hotels nnd anderen öffentlichen Orten anshängen. Als nun der Mann mit der großen Idee durch die Wilhelmstraße marschirtc, fiel sein Blick auf einen kleinen Koiikiirrenlen: ein Exemplar der Orientirungstafeln, die damals in allcii Straßen angebracht waren. Er trat hinzu und fand, daß sich als verantwortlich dafür ein Peter Seyfried in der Weslcndstraße bezeichnctc. „Der Mann lvär' was für mich", dachte Schwarz und suchte Seyfried ans. Dieser ist 1874 in Dieburg geboren, nennt sich Acquisiteur nnd wohnte damals bei einer „Ver­lobten", einer Büglerin, mit der er bereits ein Kindchen hatte, nnd die natürlich in dem Glauben war, an den, Acquisiteur sich 'mal einen strammen Ehemann zn erziehen. Seyfried wurde der Com- pagnon des Schwarz, und Beide zogen nun auf den Jnseratenfang ans. Es gelang ihnen auch, im Verlauf mehrerer Monate einige Aufträge — es sollen im Ganzen für etwa 700 Mk. sein — zu erhalten. In der Zwischenzeit wollten aber Beide leben, nnd da Seyfried außer seiner „Verlobte,!", bei der er wohnte, noch einige „Verlobte" hatte, so uiußteii diese die Kostm der

liehe Bildung forlzusetzen; im Herbste 1772 bezogen sie die Universität Göllingen, wo mehrere stndirende Jünglinge, die gleiches Streben und auch gleiche Neigung zur Poesie be­seelte, sich zn einem Bunde vereinigten, der enthusiastisch für Klopstock schwärmte und gewöhnlich der „Hainbund" genannt wird. Diesem traten auch die beiden Brüder bei, und der Eintritt in den Bund bedeutete für Friedrich das Hcraustrcten aus dem engen Kreise der Häuslichkeit auf den offenen Markt des littcrarischen Lebens. Mit dem Ende des Sommerhalbjahrs, wo sie ihre juristischen Studien beendet hatten, schieden die Brüder ans dem Dichter- bnnde nnd reisten über Hamburg, wo sie Klopstock begrüßten, nach Kopcnljagen, um als Kamuierjnuker in des dänischeil Königs Dienste zu treten. Dann gingen sie auf Reisen Vor Allem war es „das heilige Land der Freiheit und der großen Natur", die Schweiz, wohin ihre Sehnsucht sie zog. Unterwegs besuchten sie in Frankfurt a.M. GoelhcS Eltern­haus nnd schloffen mit „dem genialen Schöpfer von Götz und Weriher einen innigen Freundschaftsbnnd". Als sie einmal zusammen mit Goethes Familie zn Tisch saßen, kam mich einigen genossenen Flaschen Wein der poeüsche Tyrannenhaß und Lechzen nach dem Blute solcher Wütheriche bei den beiden Brüdern zum Vorschein. Der Vater Goethes schüttelte, wie dieser in „Dichtung und Wahrheit" erzählt, lächelnd den Kopf, seine Mutter aber, die bisher noch kaum etwas von Tyrannen gehört hatte, setzte ihren jungen Gasten eine Flasche allen Rothmein vor mir den Worten: »Hier ist das wahre Tyrannenblnt! Daran ergötzt Euch, aber alle Mordgedankcn laßt mir ans dem Hanse!" Der junge Goethe schloß sich ihnen auf der Schweizerreise an, nnd Friedrich war darüber so entzückt, daß er schrieb: