ei läge Mm WieslmLener Tngti l ntt.
(11. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.)
Stattdesgemaß.
Noniau von Lark v. Leist,ter.
VIII.
Co ras Verhältnis zn den beiden meistbegünstigten sich ibr eur c,gb,E)nniliches. Immer noch konnte L fiowtf h 1 u i l . ) entscheiden, ob es dem Einen oder dem D Mi.-;,» m-'c Vorzug einraume. Hätte sie Viktor von 2"" gekannt, so würde ihr die Wahl weniger schner geworden sein,, aber der schmucke Offizier hatte biv zu einem gcwiisen Grade nicht unrecht mit seiner früher aufgestellten Behauptung, daß er sich, wenn er es ÜJ'rr t ’°!r' öm persönlichen Umständen zu akkommodiren wisse. Cora gegenüber war von seinem sonstigen blasir- ten, geckenhaften und hochfahrenden Wesen wenig zu bemerken. Die Schönheit der Künstlerin hatte ihn so geblendet, daß er um ihretwillen sich eine Rolle aufzwang, die sonst mcht ganz nach seinem Geschmack gewesen wäre.
öfstrebte sich, tu ihrein Beisein gegen seine Gewohnheit allzeit dezent aufzutreten, statt des ihm eigenen leichten Konversationstones auf ernstere Themata cinzugehen, ja, sogar mit ewigem Geschick den Schöngeist zn spielen. Wiktor war nicht gerade geistlos. Er hatte namentlich l Cl * e E er Meitze von Jahren unausgesetzt Coras Sphäre, La» Theater, besucht, und verstand cs meisterhaft, das Gespräch auf dieienigen Gebiete hinüberzulenken, auf welchen er sich verhaltnißmäßig am sichersten fühlte, oder Mls die er sich speziell vorbereitet hotte. Der Emaille in Corav Kreise,^ der ihr Aufklärung über den wahren Charakter seiiies Rivalen hätte geben können, war ^walü, und dieser verschmähte es in seinein Edelsinne, zu Ungunsten des Gegners zu sprechen.
So erfuhr die Künstlerin weder etwas von dem über- raschten 1 et 6 -ü-tvt 6 mit ihrer Kammerzofe, noch von Viktors Benehmen gegen Gabriele. Hatte deiin Cora übrigens wirklich eine Wahl zu treffen? Eigentlich nicht. Rur Baron FMihofen hatte bereits ernste Absichten ver- ' lautbart Dillheim trug immer noch ans pekuniären und standesgemäßen Rücksichten Bedenken, das Gleiche 3 u Uf)un. Anfangs hatte er bei der hohen Meinung von seiner Unwiderstehlichkeit trotz Coras makellosem Rufe tzoch einige Hoffnung gehegt, auch ohne bindende Zu- gestandnisse zir siegen.
-.,Als er einsah, daß ihm dies bei ihr voraussichtlich nicht gelingen werde, war es hauptsächlich der Geldpnnkt, her leine Erklärung hinausschob; denn seine Lage war keiiMweg-,' eine so günstige, als es sein verschwenderischer
. bern Ii , .^? n stoß, und über die Vermögens- uwstande dtzr Künstlerin und ihre Ansichten in Bezug auf die Bestreitung eines zukünftigen Haushaltes Waler noch nicht völlig im Klaren. So verhielt sich also Cora immer noch zuwartend. Währe,id ihr Geist sich Oswald verwandt suhlte, sprach in ihrein Herzen eine Stimme für Viktor. Sie war leichtlebig und hatte heißes Blut, wenn ste es auch selten merken ließ; sie zog ein geräuschvolles I.rewen tit werten Kreisen einer stillen Häuslichkeit vor; Po konnte sich schwer an den Gedanken getvöhnen, zn Gunsten eines Mannes ans ihr öffentliches Auftröten zu verzichten und das Leben einer bescheidenen Hausfrau zn fuhren. Cora bezweifelte daher nicht, daß sie in manchen Beziehungen weit besser mit Viktor, als mit dem ernsten -Schriftsteller harmoniren werde, und das Ein- gehen auf die Bewerbung des Letzteren erschien ihr ge
wissermaßen als ein Wagniß. Mit jedem Taac ae- wartigte sie Dillheims Anträge. Daß sie nicht erfolgt?», wirkte verstimmend ans sie; cs verletzte ihren Stolz und gab ihr Veranlassung, pch in der jüngsten Zeit gegen ihn reservirter als gegen Oswald zu verhalten. Vielleicht ge,chah die» auch nur deshalb, um den Offizier durch Erregung eifersüchtiger Gefühle zn energischem Vorgehen anzuspornen.- 1
~ ?„ ei i öent ersten Besuche des Schriftstellers bei seiner Zn .-waren wieder ztvei Wochen vergangen, in denen dre stürmischen Debatten über die Differenzpunkte sich erneuert hatten, bis die Baronesse ihren Neffen n’r'fc“ 1,m ^>n sofortiges Erscheinen bitten
lnß. Oswald ahnte nichts Gutes, konnte aber nicht um- hl'l, öor Aufforderung Folge 31 t leisten. Die Miene der alten Dame war eine Unheil verkündende, und ihre Stimme zitterte vor innerer Erregung
»Sage mir vor Allein, Oswald", begann sie »sie /md die Beziehungen zwischen Dir und jener unglück- seligen Sängerin gediehen? Hoffentlich ist es nicht zn spat. Dich vor einer grenzenlosen Thorheit, vielleicht vor elnem großen Unglücke zn bewahren."
„Wenn Du mich nur deshalb zu Dir veicineoen fmft Tante", versetzte der Gefragt?, „um »sich abermals über diese Sache zur Rede zu stellen, so wäre es besser gewese,' Du hattest es unterlassen, denn weitere Erörterungen find eben so nutzlos als unerquicklich. Unsere Ansichten über das was Du mit dem Ausdruck „standesgeiM? lczeichnest, lassen sich schwerlich je vereinigen. Laß uns also lieber dieses Thema abbrechen."
w ’° 0 | e von Fronhofen mit großer Ent-
sckiledenheit. ,,^ch lasse den, welchen ich stets wie einen ^ohn geliebt habe nicht blindlings in sein Verderben rennen, ohne wenigstens einen letzten Versuch zn seiner Rettung gemacht zn haben. Obgleich Du einer direkten Beantwortung me-ner Frage ausgewichen bist, habe ich
of 1 r’ r Dormuthung, daß Dein Verhältniß zur Sängerin Blank ein sehr intimes ist. Sonst würdest Du für ^em und mein Geld eine zweckmähioere Ver^ Wendung wissen, als die, eine Bühnenheldin mit Juwelen zrl schmucken."
Der junge Mann war sichtlich betroffen, als er die letzten Worte vernahm. Die Erinnerung an die Dankbarkeit, die er seiner Tante schuldete, und die Indignation über die immer drückender werdende Bevormundung, welche sie sich jetzt herausnahm, bestanden in seinem Innern einen gewaltigen Kampf, der sich in seinen Zngen ansprägte. Die Baronesse hielt sein Schweigen irriger Weise für einen Beweis von Zerknirschung und glaubte diesen Moment ausnützen zu miissen.
„Oswald!" fuhr sie in milderem Tone fort. „Nicht wahr. Du siehst mm selbst ein, daß Du zu weit gegangen bist? Noch läßt sich die Sache hoffentlich rückgängig machen, und das innige Verhältniß, ivelches zwischen uns beiden bestaiideii hat, wieder Herstellen. Versprich mir, den Schmuck iiicht abgeben, gelobe nur feierlich, jenes Mädchen von nun an zu meiden, und Alles soll wieder gut werden. Ich will sogar die ohne Zweifel Deine Mittel stark in Aiispruch nehmende Rechnung des Juweliers übernehmen und Dir in gleicher Weise ivie bisher meine Kasse freiwillig öffnen. Entringe Dich der Sphäre, in der Du Dich befindest, indem Du auf Deine dramatische Produktivität und auf den dainit zusammenhängenden Umgang mit derartigen Personen verzichtest; wähle Dir eine passende Lebensgefährtin, und Du sollst für alle Zukunft jeder Nahrungssorge enthoben sein. Ich be-
48. Jahrgang. 1900.
trachte diesen Moment als den entscheidenden für Dich und snr mich. Uebcrlege cs Dir also wohl, ehe Du meine Forderungen und meine Hülfe zurückweisest."
„Ich bedarf keiner Ueberlegung mehr, liebe Tante" antwortete der Neffe mit ruhiger Festigkeit. „Was Du von mir verlangst, heißt mir die Zmnnthung stellen, ich ,olle jede Selbständigkeit anfgeben. Das kann und werde ich aber nicht thnn. Die Wahl ineiner Gattin sowohl al» die meines Berufes muß ich dem eigenen Ermessen Vorbehalten und nicht um alle Schätze der Welt würde ich in diesem Punkte auf die Freiheit meines Handelns verzichten. Was Du für mich gethan hast, erkenne ich ans vollein Herzen dankbar an, aber dennoch innß ich Dir das Recht bestreiten, nach Deinem Belieben über mich zu verfugen. So erfahre denn, daß ich Cora bereits meine Liebe gestanden habe und daß es nur von ihrer noch vor- behaltencn Entscheidung abhängt, ob sie durch deren Er- widerung ein dauerndes Band zwischen uns knüpfen will."
„Ich würde Dir dies in nächster Zeit ohnedem mit- getheilt haben", fuhr Oswald fort, „und Du hättest nicht nöthig gehabt, mich mit Spionen zil umgeben, um meine Schritte beobachten zu lassen. Wäre dies nicht geschehen, so könntest Du wohl kaum davon wissen, daß ich gestern einen Schinuck bezogen habe, uni Cora denselben, hoffentlich schon in den nächsten Tagen, als Brautgeschenk überreichen zu können."
Baronesse von Fronhofen hatte die Erklärung zuerst mit schmerzlicher Enttäuschung, am Schlüsse aber mit oufsteigendem Zorn vernonunen.
„Ich weiß genug!" sprach sie. „Ist das Dein letztes Wort, Dein unwiderruflicher Entschluß?"
„Er ist es!" entgegnete Oswald.
„Dann vernimm, was ich Dir zu sagen habe", fuhr Jene mit erhobener Stimme fort. „Du hast mir den Vorwurf unwürdiger Spionage gemacht, und von diesein Verdacht will ich mich um meiner Ehre willen vor Allem reinigen. Ohne mein eigenes Zuthun, nur durch ein Spiel des Zufalles, erhielt ich Kenntniß von der Anschaffung dieses sogenannten Brautgeschenkes. Juwelier Berger, bei dem Du eine Brillantagraffe bestellt hattest, wollte Dir dieselbe zustellen lassen. Aus Versehen trug sie aber sein Laufbursche zn mir, bei der er schon öfters Aufträge auszurichten hatte, während er von Deiner Existenz nichts wußte. Die Verwechslung der Adressen klärte sich selbstverständlich sofort aus, und das Weitere konnte ich mir leicht zusammenreimen. Du siehst also, daß Du mich mit Unrecht beschuldigt hast."
„Das thut mir leid, aber ich konnte diesen Zusammenhang nicht ahnen", entgegnete Oswald.
„Eigentlich ist das Nebensache", nahm die Baronesse wieder das Wort. „Die Hauptsache ist dagegen, daß ich zu meinem unendlichen Schmerz ersehen muß. wie Tn Dich des fleckenlosen Namens Deines adeligen Geschlechts unwürdig zeigst. — Schweige! — An meinem Entschluß änderst Du nichts mehr! Nie werde ich mein Vermögen der Gefahr aussetzen, in Zukunft durch den Luxus und die Liebhabereien einer sich in unsere Familie drängenden Komödiantin verpraßt zu sehen! Daher verbiete ich Dir strengstens, es zu dieser Verlobung kommen zu lassen. Thust Du es dennoch, so bürdest Du Dir die Folgen weiwillig auf; denn ich werde Dich dann enterben. Und dabei bleibt es. Punktum! Basta!" Das alte Fräulein hatte sich so heftig erzürnt, daß es vor Aerger zitterte. (Fortsetzung folgt.)
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