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«s. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgabe«. — Bezugs-PreiS: durch den Verlag to Pfg. „«»natlich, durch die Post I Mk. «» Pfg. vierteljährlich für beide Ailsgaben zusaniiilc».

Verlag: Langgasse 27.

17,500 Alronnenlen.

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Do« 511. NcdaktionS-Fernspreil^r No. 52 .

Donnerstag, den 1. Uovemder.

Bcrlagö-Fernsprccher No. 2366.

1900.

Ahen d-ßifls§|&lae.

Dentschrs Mch.

Dom Kaiser.

Aus der angeblich neuerdings erfolglen Indienststellung der „Zjacht 5)ohenzollern" ist verschiedentlich gefolgert worden, daß der Kaiser im November eine Reise nach England an- treten werde. Nach anderen Behauptungen sollte Schiveden das Reiseziel sein. An politisch niaßgcbenden Stellen weiß man nichts von derartigen Plänen des Kaisers. aber eS ist bezeichnend, daß man nur erklären kann, es sei nichts bekannt, nicht aber, es gebe solche Absichten nicht. Im letzten Ergcbniß wird das Eine und das Andere wohl auf dasselbe hinauslaufen; der Kaiser wird wirklich nicht nach England gehen (was die mögliche schwedische Reise betrifft, so würde sie ja keine politische Bedeutung haben). Das Normale wäre es jedenfalls, wenn etwaige Besuchsabsichten deS Kaisers mit England als Reiseziel dem Reichskanzler oder dem Auswärtigen Amte eher bekannt würden, als sie auch nur gerüchtweise in die Oeffentlichkeit dringen. Wie gesagt, es wird sich nur um leere Gerüchte handeln, aber in der Wilhelmstraße ist man eben nicht im Stande, dies mit aller Bestimmtheit zu erklären, und daß man nicht dazu im Stande ist, giebt der Sache ihre besondere Nuance.

Prinz Arrnbrrg.

Prinz Prosper Arenberg soll, nach der „National-Zeitnng", zu 18 Jahren Festung veruriheilt worden sein, nachdem der Kaiser das erste Urtheil des Kriegsgerichts wegen unzulässiger Milde kassirt hatte. Die Mitlheilnng von der Berurtheilung zu einer wesentlich höheren Strafe bestätigt sich, dagegen ist das angegebene Strafmaß unzutreffend. Der Höchstbetrag der vom Militärstrafgesetzbuch vorgesehenen Strafe ist 15 Jahre Festung. Würde der Prinz zu dieser Strafe veruriheilt worden sein, so müßte es als selbstverständlich gelten, daß er die Zeit bis zum letzten Tage absitzt. Indessen wird schwerlich Jemand glauben, daß Prinz Prosper Arenberg p.ersönlich mit der Gewißheit rechnen möchte, nun wirklich fünfzehn Jahre als Festungsgefangcner zu verbringen. Zu den moralischen Umständen, die eine Strafe entweder ver­schärfen oder mildern können, gehört die Ueberzeugung des Bestraften von der Aussichtslosigkeit oder aber der Wahr­scheinlichkeit einer Begnadigung. Es ist schwer, zu sagen, wie es gemacht werden könnte, um dem Prinzen die'Sicher- heit zu verschaffen, daß er eine Begnadigung nach ein paar Jahren nicht wird erwarten können. Umso gebotener ist es, daß wenigstens das tief verletzte öffentliche Rcchtsgefühl darüber beruhigt wird, daß das Urtheil gegen den Prinzen auch bis auf den letzten Rest zur Ausführung gelangt. Auf alle Fälle hat man es schmerzlich zu bedauern, daß infolge der Heimlichkeit des Verfahrens allerlei Ilmwege nöthig sind, um herauszubekommen, wie hoch denn nun eigentlich das Strafmaß ist.

, Die Meldung der „Rat. Ztg." über die Verurtbeilimg des Prinzen Arenberg war in der vorliegenden Form in jedem Falle inkorrekt, und zwar aus folgenden Gründen: 1. Es giebt keinen Festungs-Arrest, sondern nur Festungs-Haft und -Gefangnitz. —

2. Haft und Gefängnis; können nach dem Militärstrafgcsctz nur bis zur Dauer von 15 Jahren verhängt werden (natürlich auch lebens­länglich). Arrest giebt es nur bis zu 6 Wochen. Auffallend ist, dah nicht nnch auf Dienstentlassung erkannt wurde. In diesem Falle hätte Prinz Arenberg ebenso, wie s. Zt. Brüsewitz. derCivil- behörde zur Strafvollstreckung übergeben werden müssen.

* * *

fiof- und Pr, so» nt - Pari,richten. Der bisherige

Gouverneur von Dentsch-Ostafrika, Generalmajor v. Liebert, soll „Lokal-Anzeiger" zufolge, unter Beförderung zum General-

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(eutumit die 5. Division (Frankfurt a/O.), wo er bekanntlich früher als Oberst des 12. Infanterie-Regiments gestanden hat, au Stelle des Generalleutnants Köpke übernehme». — Prinz Wilhelm von Wied ist unlängst in Potsdam bei dcrSchleppjagd nicht un­gefährlich gestürzt. Das Pferd rutschte an einem Moorgrabc» mit den Vorderbeinen ab, überschlug sich, der Reiter flog sehr unglücklich über seinen Hals auf das Gelände und zog sich eine schwere Ver- letznng der Kniescheibe, sowie eine Gehirnerschütterung zu. — Zur Scheidung der Ehe des Prinzen Aridert von Anhalt und seiner Gemahlin erfährt man jetzt aus Auhaltiuischen Kreisen, daß stlion ,cit Monaten Seitens des Herzoglich Anhaltischen Hauses schritte zur Scheidung des Prinzen Aribert von seiner kinderlosen Gemahl», cingeleitet waren.

* Kr»., in. 1. November. Wie die „Kreuzzeitung" meldet, liegt dem Bundcsrath jetzt auch der Etat für das Reichsamt des Innern für das Jahr 1801 vor. Es verlautet, datz in demselben auch der Wohnungs-Fürsorge des Reiches als Arbeitgeber Rechniuig getragen ist. Dem Etat soll auch eine diesbezügliche Denkschrift beigcgeben sein.

Nach den konservativen „Berliner Neuesten Nachrichten" war zu der Zeit, als im Jahre 1899 der bekannte Bück'schc Brief ge­schrieben wurde, Graf Posadowskh beurlaubt und dürfte von der ganzen Angelegenheit erst durch die jetzige Vcrösfcutlichunq er­fahren haben.

* Landrsfiirstticher Gelnirtotag >»»d die Tobten.

Aus Frankfurt. 31. Oktober, schreibt die „Franks.Ztg.": „Eine Versammlung von etwa 200 hessischen Pfarrern aller theologischen Richtungen nahm heute hicrStelluug zu der bekannten Verordnung des hessischen Oberkonsistoriums über die Verlegung des Todten- festes In voller Einmüthigkeit wurde beschlossen, dem Obcr- konsistorlum durch eine Deputation eine Eingabe zu überreichen durch die um Zurücknahme der Verordnung aufs Dringendste ge­beten wird. Während derDebatte ergab sich, daß bereits'eine große Anzahl von Klrcheugemeiudeu auf Grund der Kirchenvcrfassung die Verordnung der Kirchenbehördc abgelehnt habe und das; weitere Gcmelndcn folgen werden. Den Einzelnen wurde es überlassen entsprechende Schritte zu thun. Vorschläge wiirven >,. A. auch vom Mainzer Pfarrkollcg gemacht. Falls die Eingabe beim Ober- kousistorium keinen Erfolg haben sollte, sind weitere Schritte ins Auge gefotzt." Dian hust übrigens schon zurück, denn das hessische Oberkonslstorium hat soeben folgendes Ausschreiben über das L.odtensest an die evangelischen Pfarrämter des Landes erlassen: „vStii Interesse des kirchlichen Friedens und in Würdigung der ver­schiedenartigen örtlichen Verhältnisse sehen wir uns, vielseitigen Wuiischcn entsprechend, veranlaßt, zu uilfcrem Ausschreibcu vom 20. Oktober mit allerhöchster Genehmigung zu verfügen: Wenn wir auch an unserer Meinung, daß das Ziisammentresfen beider Feiern dem Ernst der Todtenfeier nachtheilig sei, festhalten, so ermächtigen wir doch diejenigen Kirchenvorstäude, die für ihre Genicinden eliicn derartigen Nachthcil nicht befürchte», die Todten- feier am 25. November zu belassen." (Die Todten lverdcu also mit allerhöchster Genehmigung überall dort zu ihrem Recht konuueu, wo der Byzantinismus der Kirchenvorstäude ihm nicht hindernd eut- gcgeutritt.)

Gr»»»u»isch««fall ereignete sich in der Nähe von Slltntintfterol. Dem „Gls. Volksboten" zufolge überschritten mehrere deutsche Soldaten in voller Uniform die französische Grenze in Chavanatte bei Belfort und verweilten längere Zeit in der Schänke von Ritter, des Adjunkten des Maires von Chavanatte. Der Verwalter des Gebiets von Belfort berichtete sofort über den Fall an den französischen Minister des Innern und setzte den Schank- wirth Ritter von dem Adjunkten-Postcn ab, weil Ritter den

deutschen Soldaten nicht nufaegeben habe, das französische Gebiet zu verlassen, und weil er ferner nicht sofort den Vorgang zur Kcnntnitz der Behörden brachte.

* Pnndschan im Deiche. Im Herzogthum Coburg ist es ocn Socialdemokraten nicht gelungen, einen gleichen Erfolg zu ernten, wie in dem cngverbundene» Herzogthuni Gotha. Nur in einem Wahlkreis sind sie Sieger geblieben, nämlich in Mönchröden- Fechhelm. Daß nun der erste L-ocialdeinokrat auch in den coburgischcn Landtag seinen Einzug hält, verzeichnet das Parteiorgan mit grotzem Triumph. In dem aus 30 Mitgliedern bestehenden Land­tag der vereiuigteii Herzogthümer Coburg und Gotha sitzen jetzt zehn Socialdemokraten.

Ausland.

* Oesterreich Ungar». Dem neuen „Wiener Tageblatt'

zufolge wurde eine aus 5 Mann bestehende österreichische Militär- Patrouille in der Nähe der, montenegrinischen Grenze von mon­tenegrinischem Militär überfaUcn. Bei dem hierauf folgenden Kampfe wurden österreichischcrseits zwei Soldaten verwundet und von den Montenegrinern ein Leutnant und ein Korporal gctödtet Die Montenegriner flüchteten unter Mitnahme ihrer Todten — In der, gestrigen Sitzung des österreichischen Jndustricllentages wurden Nciolutioneu gefaßt, die Regierung aufzufoidcrn, den Bau von Kanälen von der Dona» oder der Elbe nach Wien »nd Triest sofort in Angriff zu nehmen.

* Unmänie». Nunmehr ist auch in dem Bezirk Olt eine

Bau er ii-Revolte nusgebrocheu. Die Bewohner verweigern die Zahlung der Steuern. Es ist infolge dessen Kavallerie nach dort abgegangen. _

Der Aufstand i« China.

Englische Blätter und Telegrnphenbüreaus lassen sich aus Peking und Tieulsin sensationell aufgcputzte Meldungen zugehen über angebliche Grausamkeiten'der Deutschen in Peking und über Schwierigkeiten, denen Graf Waldersee im Verkehr mit den fremden Truppenführern begegnen soll. Man nimmt an hiesigen maßgebenden Stellen von diesen „Nachrichten" nur Notiz, um zu erklären, daß sie niehr für die Phantasie als für die Wahrheitsliebe ihrer Urheber Zeugnis; ablcgcn. Auf amtlichem Wege ist schlechterdings nichts hergemcldet worden, >vas das Verhalten der Deutschen in China in einem ungünstigeren Lichte zeigen könnte als die Haltung der anderen Truppen. Von Schwierigkeiten aber, mit denen Graf Waldersee als Oberbefehlshaber zu kämpfen hätte, ist ebenso wenig etlvas bekannt.

Die Deutschen in Peking.

hd. Petting, 31. Oktober. In Peking finden häufig Zusammen­stotze zwischen den Dentschen und Chinesen statt. Die Deutschen gehe» mit einer außerordentlichen Strenge vor. Am 28. Oktober schossen deutsche Schildwacheu ans eine Baude von Dieben. Einer wurde verletzt, konnte aber entfliehen. Am nächsten Tage verfolgten die Deutschen die Blulspiiren, welche zu dem Hanse des ehemaligen Staatssekretärs Kwang führten. Die Deutschen schlüge» die Hausthüre ein, ergriffen Kwang und schleppte» ihn am Zopfe bis zum dentschen Hauptquartier, wo sie den flehend Bittenden mitzhattdelten und so lange mit einem Tauende schlugen, bis endtich der Jrrthiini aufgeklärt wurde. (Eine Bestätigung dieser Heroldmeldung mützte doch wobt noch ab­gewartet werden. D. R.) Der Viceköuig Li-Huiig-Tschang und der Prinz Tsching protestirten lvcgen dieses Vorfalles bei der deutschen Behörde. Die Deutschen behaupten, es werde täglich auf ihre Schildwachen geschossen und es seien deshalb die strengsten Maßregelii nöthig. Ausschreitungen finden ausschlietzlich in den wenig bevölkerten Stndtthcilcn statt, welche von Deutschen besetzt sind. In den übrigen dicht bevölkerten Stadttheilen herrscht voll­ständig Ruhe.

Feuilleton.

Kerliller Theater-Kries.

(Eigener Bericht für das „Wiesbadener Tagblatt".)

Es giebt Theatererfolge vor der Aufführung. Nichts aber ist bedenklicher als solch ein Anerkennungsvorschuß. Sudermanns „Johannisfeuer" hat dies gezeigt. Ein halbes Jahr vorher waren die Billets überzeichnet und post; festum kam die Enttäuschung.

Der große Theatererfolg des Oktobermonats kam nicht dem durch das allseitige Interesse dazu prädestinirt er­scheinenden Sudermann zu, sondern traf aus heiterem Himmel Otto Erich Hart leben.

Dieser Verächter der Philister und der Konventionen, dieser Ironiker der Gesellschaft hat urplötzlich sein Herz entdeckt und fand es willfährig, ein Stück zu machen, das geeignet war, in das Publikum zu gehen, Jedem und vor allen Dingen ihm selbst etwas zu bringen. So schrieb er den „Rosenmontag". Die Rechnung stimmte. Vom Hartleben der Hannah Jagert, der Sittlichen Forderung, von dem gefühls- und stimmungsfeinen Genießer Goethes, des Ängelo Silesius, des Pierrot Lunaire ist in dieser Bühnenarbeit freilich nichts. Aber es macht volle Häuser, den Theaterdirektoren ging ein neuer Stern auf, und — seien wir menschlich und verstehend, lieben Brüder — auch Dichter wollen leben, und manche sogar recht gut.

Uebrigens ist der „Rosenmontag", als Stück betrachtet, gut gearbeitet, er überragt in seinem Genre als wirksamer Bühnenvorgang weitaus die Konkurrenz. Daß man sich gezwungen sieht, es so scharf vorzunehmen, liegt lediglich daran, daß man von Hartleben etwas Künstlerischeres erwartet hatte.

Als kluger Praktiker erwies er sich. Er erkannte, daß mit Ereignissen, Charakterentwickelungen nichls gemacht werden könne, was absolut originell wirkt. Er nahm sich eine Lehre ans den Erfolgen der neuen Zeitschriften, in denen der Text wenig und das Bild Alles bedeutet. Vor Allem das Bild, das einen Boden, eine Sphäre darstellt, die nicht Jeder zu sehen bekommt und die dadurch doppelt anreizend wird.

In solchem Sinne machte Hartlcben sozusagen ein illustrirtes Stück. Und für die Jllnstrationen wählte er einen Stoff, für de» die Meisten, ob sie es nun zugeben oder nicht, das brennendste Interesse haben, das Offiziers- milicu. Und zwar das interne innerhalb des Kasinos, der Kaserne. Mit einem Trumpf beginnt er und läßt den Vor­hang über einem Liebesmahl aufgehcn.

Da nun aber ein Stück doch nicht bloß mit Genre- scenen, die übrigens gut und geschickt gestellt sind, zu be­streiten ist, wird als Füllung eine Fabel eingeschoben. Diese aber ist so kvnstrnirt, so auf Schrauben gestellt, so leicht zu erschüttern, daß sich damit die Hohlheit des Ganzen unverkennbar entpuppt.

Das Motiv der unstandesgcmäßen Liebe nimmt Hartleben auf, um eine Offizierstragödie herausznkricgen: die Liebe eines Leutnants zu einem Mädchen ans dem Volk, eine Liebe, die ernster als ein gewöhnliches Verhältniß ist, und die seinen Freunden und Verwandten die größte Besorgniß vor einem . „dummen Streich" einflößt. Hartleben baut dieses Motiv aber nicht innerlich aus, sondern er macht daraus ein Jntriguenspiel niederer Qualität. Die wirksamen Faktoren des Kolportage-Romans — ihm wird vorgeredet, sie sei ihm untreu, ihr wird vorgemacht, er habe sich verlobt — sind dabei thäiig, und die Rolle der Theaterbösewichter wird Offiziere» zuertheilt. Die beiden Hauptbetheiligten,

der Mann und das Mädchen, benehmen sich dabei nicht so, wie es ihren Charakteren entspräche, sie versuchen nicht, über einander Klaiheit zu erhalten, sondern sie glauben blindlings Alles, damit Hartleben nur seine Tragik malten lassen kann. Der Offizier gieb! dem Oberst sein Ehrenwort, das Mädchen nie wieder zu sehen. Und als Hartleben ihm diesen Strick gedreht, öffnet er einem Freund den Mund und läßt diesen dem andern die ganze Sache bekennen. Die Folge ist, daß der Betrogene sein verlorenes Glück sucht, damit sein Ehren­wort bricht und todesrcif wird. Da Hartleben ihm als Sterbemonat gerade die Faschingszeit anssucht, so erreicht er die approbirt wirkungsvolle Mischung (Halbe hat sie in den „Heimalhlvsen" auch angewendel) aus Todesstimmnng, Maskentrubel, Lebcnsschäumen und Lebensansklingen.

Der Sieg dieses sehr anfechtbaren Stückes ist ein aus­gesprochen militärischer Erfolg. Spielte es, statt im bunten Rock, in Civil (der Konfliktsfall und die Standestragik ist die gleiche, wenn die Hauptperson Regierungsassessor und Reserve­offizier wäre), so scheint es sehr zweifelhaft, ob dieser etwas dünne Kabale und Liebe-Aufguß an sich so viel Theilnahme erwecken würde.

* * *

, Im Verlauf dieses Monats ist nach ihren ersten sehr tastenden Schritten die Secessionsbühne der Erfüllung ihrer künstlerischen Absichleu etwas näher gekommen.

„In Jedem lebt ein Bild des, das er werden soll, und eh' er das-nicht ist, wird nicht sein Frieden voll." Ob nun ihr Friede, oder was der Secessionsbühne jedenfalls wichtiger ist, ihr Haus voll geworden ist, möchte ich nicht leichtsinnig behaupten. Aber das Bild „des, das sie werden will", hat allerdings durch ihre letzten beiden Premiörenabende stärkere Umrisse erhalten.

Es kamen die Dichter zu Wort, an deren Kunst man