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Msegen-AusgaLe. Crftes Blatt.

Wiesbadener Tagdlall.

Samstag, 1. Mai 1815.

Des Königs von Württemberg Eindrücke an der Front.

W. T-B. Stuttgart, 30. April. (Nichtamtlich.) Der Eindruck, den der König bei dem letzten Besuche seiner in Rordfrankreich und Westflandern stehenden Truppen erhielt, war, wie derStaatsanzeiger" meldet, sehr gut. Die Leute sahen, dank der vortrefflichen Verpflegung, frisch und ^snnd aus. Die Stimmung ist überall zuversichtlich. Ängst­liche und Schwarzseherische im Heimatland sollte man einmal an die Front schicken, sie würden dann an Zuversicht und M u t gestärkt zurückkehren. Den besten Eindruck machte das Verhalten der Offiziere zu den Soldaten: bei aller Auf- rechterhaltung der militärischen Formen herzlich und kameradschaftlich. Man sieht, beide Teile wissen, was sie aneinander gaben. Sie fühlen sich als Kampfge­nossen und ein idealeres Verhältnis kann man sich nicht denken.

Line herbe Kritik an Dernburgs Auffassung des deutschen Kriegszieles.

Br. Berlin, 30. April. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Die gestern gemeldeten Äußerungen Dernburgs in einer ameri­kanischen Versammlung haben den lebhaften Unwillen des Grafen Reventlow in derDeutschen Tagesztg." erregt.

Er schreibt heute u. a.: Ms auf weiteres halten wir für ausgeschlossen, daß Herr Dernkmrg dieses oder auch nur Ähnliches gesagt hat. Einmal wäre es angesichts der be­kannten Auffassung des deutschen Reichskanzlers nur mit Widerstreben für möglich zu halten, daß Herr Devnburg in den Bereinigten Staaten die deutschen Krreas- ziele formuliert und bespricht, sie einseitig und negativ fest­legen dürfte, während es in Deutschlands Öffentlichkeit verboten ist, überhaupt darüber zu sprechen. Wollte man es trotzdem annehmen, so wäre es selbstverständlich, daß Herr Dernburg als deutsches Kriegsziel Nur ein solches angebe, von dem er wüßte, daß der Reichskanzler ebenso dächte und es nach Kräften vorbereite. Im gesamten Ausland müssen solche Auslassungen, die unter dem Namen eines früheren hohen deuffchen Beamten stehen im Lichte deut­schen Interesses beurteilt den all er u n n st i g st e n Eindruck machen, nämlich den, daß die deuffche Regierung von vornherein enffchlossen sei, Deutschlands Zukunfts­rolle festzulegen nach dem <Goethefchen Worte:sehn- suchtsvolle Hungerleider nach dem Unerreichlichen.

Liebesgabendienst.

W. T.-B. Berlin, 30. April. (Nichtckmtlich.) ImReichs anzeiger" erläßt der kaiserliche Kommissar und Militar- inspekteur der freiwilligen Krankenpflege bei der Armee nn Felde, Friedrich Fürst zu Solms-Baruth-, eine Be­kanntmachung über die Handhabung des Liebesgabendlenstes für die im Felde stehenden Truppen. Es werden die ftei- toillmen Gaben -nifgeführt, die zurzeit besonders er­wünscht sind. Schließlich wird darauf hingewaesen, daß es ailt, noch besonders derer zu gedenken, die nicht rn der glück­lichen Lage find, von ihren Angehörigen mit der Feld­post oder mit Frachtguffendungen bedacht zu werden.

Die Ausstellung für verwundeten- und Kranken- Fürsorgs.

W. T-B. Berlin, 29. April. (Nichtamtlich.) Der Lei­tung der Ausstellung für Verwundeten- und Frankenfürsorge im Kriege, die ursprünglich in B e r l i n und dann tn Dresden veranstaltet worden ist und gegenwärtig als deuffche Abteilung in der Kriegs- und Bolkshygiene-Ausstel- lung in Budapest vorgeführt wird, um das Publikum über die Kriegsbereitschaft Deutschlands auf sanitärem Gebrete auszuklären und zu beruhigen, ist ein Schreiben aus dem Zivilkabinett des Kaisers zugegangen, in dem es u. heißt: Der Kaiser und König haben mit Beftiedignng ge­

sehen, in welcher trefflichen und anschaulichen Weise die Aus­stellung die Belehrung der Bevölkerung über die mustergul. tige Fürsorge für die Verwundeten und Kranken sich ange­legen sein läßt. Seine Majestät wünschen, daß die Ausstel­lung auch in anderen deutschen Städten guten Er­folg hat und sind gern bereit, einen aus dem Unternehmen sich etwa ergebenden finanziellen Überschuß für Zwecke der Kriegswohlfahrt in Heer und Marine entgegen­zunehmen. Die Ausstellung für Verwundeten- und Kran­kenfürsorge wird, wie nunmehr feftsteht, nach Schluß der Ausstellung in Budapest, auf ihrer Wanderung durch die deutschen Großstädte zunächst nach Magdeburg, wo sie Anfarrg Juni eröffnet werden wird, und dann nach Kassel gelangen.

Zivilverwaltung in Feindesland.

DieN. pol. Kvrrefp." schreibt: Der Landrat des Kreises Merseburg. Frhr. v. Wilmowski, ein Schwiegersohn Alfred Krupps, fft in die deuffche Zivilverwaltung in Bel­gien berufen worden. Als Richter in die deutscherseits besetzten und verwalteten Gebiete in Russisch-Polen sind neben aktiven Richtern auch Rechtsanwälte berufen worden. Kammerherr v. Lekow, Rittergutsbesitzer auf Gluski, Provinz Posen, wurde als laNdwirffchaftlicher Sachverstän diaer in die rufsisch-polnifche Zivilverwaltung berufen. Er stand als .Hauptmann der Reserve des Regiments Elisabeth bisher im Felde.

Eine neue Bundrsratsvcrordnung über Weizenmehl.

V. T-B- Berlin, 30. April. (Nichtamtlich.) Die gestrige

Bundesratsverordnung über das Ausmahleu von Brotge­treide bestimmt: Weizen-Auszugsmehl und Weizenmehl, zu

dessen Herstellung Weizen bis mehr als 93 vom Hundert durchgemahlen ist, dürfen ungemischt abgegeben werden.

Ein bnberffcker ZentrumSjoncnalist »ns dem Felde der Ehre gefallen.

Br. Nürnberg, 30. April. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Die bayerische katholische Presse hat einen ihrer bedeutend sten Vertreter verloren: Der Chefredakteur derNürnberger Volkszeitung", Hans Oskar Jeckel, ist als Leutnant d. R. an der Wesffront gefallen.

Alle -ns Hannoversch-Münden entwichenen Kriegs gefangenen wieder eingefangen.

W. T-B. Kassel, 29. April. (Nichtamtlich.) Von den vor einiger Zeit nachts aus dem Offiziersgefangeuenlager Han noversch-Münden entwichenen Kriegsgefangenen vermochte nicht einer über die Grenze zu gelangen, alle Flüchtlinge wurden inzwischen wieder festgenommen.

Ein flüchtiger ruffischer Gefangener aufgegriffen.

W- T-B- Dürrn, 30. April. (Nichtamtlich.) Die Dürener Polksztg." meidet: Gestern abend tvurde in Arnol»üs Weiler ein vuffffcher Gefangener mffgegrfffen. Er trug

russffche Feldunisorm und keine Schuhe. Es wurde festae- stellt, daß es sich um einen sibirischen Artilleristen handelt, der aus dem Gefangenenlager in Görlitz entwichen ist. Er beging in Arnoldsweiler einen Diebstahl.

Zur Beachtung für aus Rußland freigelasseur Zivil- Personen.

W. T-B. Berlin, 30. April. (Nichtamtlich.) Aus Ruß­land ist auf Grund der Aiitte Februar zwischen der deutschen und russischen Regierung getroffenen Verständigung eine An­zahl Deutscher aus der Gefangenschaft entlassen. Um die Rückkehr der noch in Rußland befindlichen Zivilgcfan- genen überwachen zu können, empfiehlt es sich, daß die Freigekommenen, auch wenn sie im neutralen Aus­land verblieben sind, ihre neue Adresse und ebenso den letzten Ort ihrer Gefangenschaft der Zentralaus­kunftsstelle für Auswanderer, Berlin, Am Karlsbad 9/10, so­weit dies noch nicht geschehen ist, alsbald mitzuteilen.

Deutscher Reich.

Nr. 201.

* Hof- und Personal-Nachrichten. Der Cheftedakteur der Küsliner Zeitung", Dr. R u b o w , ein bewährter forffchritt-

licher Politiker, ist im Westen gefallen.

* Die Dresdener Oberbürgermcisterwahl. Der Dresdener Oberbürge rmeisterposten wird nicht ausgeschrieben werden, vielmehr soll voraussichtlich schon Ende Mai eine Neubesetzung durch eine Wahl unter einigen wenigen Personen, die mit der Dresdener Stadtverwaltung vertraut sind, vorgenommen werden.

* Bestätigung eines Sozialdemokraten als Berliner Stadtrat. Berliner Rathaus traf gesteon morgen die Bestätigung der Wahl des sozialdemokratischen Stadt­verordneten Sattendach zum unbesoldeten Stadtrat durch den Oberpräsidenten v. d. Schulenburg ein.

* Landtagsjnbilare. Der Landtagsabgeordnete Landrat Bockelberg, Schönow (kons.), Vertreter des Wahlkreises

Ost- und Wesffternberg, konnte am 28 April d. I. auf eins 25jährige Zugehörigkeit zum preußischen Abgcordnetenhause zurückblicken; auch der Landtagsabgeordnete Amtsgerichtsrar Freiherr v Ehnatten (Zentr.), Vertreter des Wahlkreises Geileukirchen-Heinsbevg-Erkslenz, gehört in diesem Jahre 25 Jahre dem Abgeordnetenhause als Mitglied an.

* Deutscher Sladtetag und Lstpreustenhilfe. Durch einen besonderen Ausschuß des deuffchen Städtetags soll eine Ver­wendung der Ostpreußen durch die deutschen Gemeinden be­willigten und dem Städtetag überwiesenen Beträge vorbei reitet werden, durch die jede Anrechnung dieser Beträge auf die dem Reich oder Preußen obliegenden Leistungen ausge schlossen wird. Der Ausschuß wird auch die Frage der Paten­städte, besonders im Hinblick auf die schon bestehende Orga­nisation, eingehend erörtern; es fft wahrscheinlich, daß die Städte bis nach Erledigung dieser Prüfung ihre Beschlüffe und die Bildung von örtlichen Vereinen zurückstellen werden.

* Der deuffche Landwirffchastsrat wurde vom Präsidenten Grafen Schwerin-Löwitz zu einer autzerovdentkichen Plenar Versammlung auf den 14. Mai nach Berlin einberusen. Den einzigen Gegenstand der Tagesordnung bildet die Ausstellung eines Kriegswirtschaftsplanes für das Jahre 1915/16.

* Der Deuffche Frauenverein hat durch einstnnmigen Be­schluß die Teilnahme an dem Frauenkongreß im Haag abgelehnt. We:rn einzelne deuffche Frauen den Kongreß besuchten, so könnten es nur solche sein, die keine verantwort­liche Stellung inne hätten.

* Der Bau des Stratzenbahntunncls Unter den Linden in

Berlin hat in diesem Monat gute Fortschritte gemacht. Gestern fand eine Besprechung über die Sicherungsanlagen des Linden- tunnels statt.

* Die Mitteilungen des Deutsch - Südawcrikanische» Instituts erscheinen trotz des Weltkrieges tn alter Form weiter. Das vor uns liegende Heft 1/2 des Jahrgangs 1915 (Deutsche Verlagsanstwlt, Stuttgart. Berlin) euthält wieder eine Fülle des Lesenswerten über Chile und Peru und einen Aufsatz über denDankee-Jmperialismus in Zentrolamerika"

fjeer und Flotte.

Generalleutnant z. .D. Maximilian Frhr. v. Gumppen- berg-Pottmes-Oberprennberg vollendet am 1. Mai sein 90. Lebensjahr. Bon 1844 bis 1885 gehörte er dem Heere an. Längere Zeit stand er im bayerffchen Generalstab, kam dann in das Kriegsministerium und wurde 1872 Kommandeur des 12. Infanterie-Regiments, mit dem er mehrere Monate hin­durch bei der Okkupationsarmee tn Frankreich stand. 1877 wurde er Kommandeur der 8. Jnfanterie-Breigade und er­hielt späterhin das Kommando über die 5. Infanterie-Brigade tn Bayreuth. Bei seinem Abschied im Jahre 1885 erhielt er den Charakter als Generalleutnant. Frhr. v. Gumppenberg ist der älteste lebende General der bayerischen Armee.

Generalleutnant z. D. Graf Waldemar v. Roon, der älteste Sohn des preußischen Kriegsminifters Griffen v. Roon, begeht am 1. Mai sein 60jähriges Dienstjubiläum. Bom 1. Ma: 1855 bis 1888 stand er in aktivem Heeresdienst. Er gehörte lange Jahre hindurch dem 1. Garde-Regiment zu Fuß an und kam dann in den Generalsiab der Armee, in dem er die Kriege von 1864, 1866 und 1870/71 mitmachte. Im Feld­zug gegen Frankreich erwarb er sich das Efferne Kreuz 2. und

1. Klasse. Von 1877 bis 1881 war er Kommandeur des

2. Grenadier-Regiments, trat dann an die Spitze der 4. Garde- Jnsanterie-Brigade und toar zuletzt Kommandant von Posen. Von 1898 bis 1903 war er als konservativer Vertreter de? Wahlkreises Minden-Lübbecke Mitglied des deuffchen Reichs­tags. 1004 wurde er als erbliches Mitglied in das preußische Heerenhaus berufen. Graf Roon ist der einzige noch lebende Sohn des preußischen Kriegsministers.

Lin Soldatenhevn.

Das vom Vaterländischen^rauenverein in Verbindung mit dein Kreiskomitee vons Roten Kreuz ge­gründeteS o l d a t e n h e i m" in derj Mainzer Straße 25 ist nun soweit eingerichtet, daß in dch, nächsten Tagen die Eröffnung stattfinden kann. In dey Räumlichkeiten des Heims können bequem 100 verwundete Krieger ihre Nachmit­tage in ungestörtem, gemütlichen Zusammensein verleben. Morgen kann gegen ein Entgelt von 50 Pf. das Soldatenheim von liy 2 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags besichtigt werden; "die Einnahmen sind selbstverständlich zugunsten des Heims bestimmt. __

Wiesbadener Tagblatt-Fahrpfin." Unsere Leser er­halten mit der vorliegenden Nummer d,z Sommerausgabe des Wiesbadener Tagblatt-Fahrplans". Leiber steht sie, wie der letzte Winterfahrplan, unter dem Zeichen des Krieges. Hoffen wir, daß wir dem nächsten Winterfahiplan wenigstens wieder das alte, friedliche und zahlreichen unserer Leser liebge­wordene Gesicht geben können.

Musterung des ungedienten Landsturms 2. Aufgebots. In der gestrigen Mitteilung über di« in der nächsten Woche stattsindende Musterung des u: gedienten Landsturms 2. Aufgebots muß es natürlich heißer: am 3. Mai der Jahr­gang 1873, Buchstaben A bis Q (nicht K). Unsere Leser wer­den diesen Irrtum jedenfalls an &mb der amtlichen Be­kanntmachung schon selbst berichtigt hrben.

Eine Bitte des Roten Kreuts. Die Abteilung III des Kreiskomitees vom Roten Kren, benötigt in größeren Mengen für unsere im Felde stehenden Soldaten Hand­tücher und Taschentücher. Sie offiziellen Abnahme­stellen haben um Übersendung diese Artikel gebeten, ebenso erhält die Abteilung III Bitten au. den Gefangenenlagern Frankreichs unv Englands um Übxsendung von Schuh- w e r k. Sie bitten daher ihr auch gebrauchte gut erhaltene Schuhe zur Verfügung stellen zu wo;-«.

Das Luft- uud Sonnenbad a>- dem Atzelberg ist wie­der eröffnet. Das Bad, welches je'ine Männer-, Frauen« und Kinderabteilung besitzt, ist berf-t ausgestattet, daß es allen Anforderungen genügt. Hie^js komnct der niedrige Eintrittspreis, der jedem den Besch ermöglicht. Um den hier weilenden kranken und verw«deten Kriegern die Wiedererlangung ihrer Gesundheit « fördern, hat ihnen der Verein für volksverständliche Ge«ndheitspflege wie im vorigen Jahre, so auch Heuer, das gad zum kostenlosen Besuch freigestellt, worauf wir gerr Hinweisen.

Musik- und vortrigZabende.

Konzert. Im Festsaal der 5urngesellschast fand am Donnerstagabend wiederum ttn votiert Ses erblindeten Flötenvirtuosen Rudolf T h i e s t Es ist schon betont, daß Herr Thi.eS sein Instrument ljt großem Geschick zu be­handln weiß: er entlockt demselben ebenso i'anfic und lustige, wie volle und durchdringende Töne. Seine technische Gewandt­beit ist sebr ansehnlich: Arpeggien. .sasiagen. Toffftrünge, auch im raschesten Tempo, kommen men f[<, t un & sich,- Aus­führung! Namentlich im MozMschen Flötentouzer, war Gelegenheit geboten, diese virtuose jegabung des Herrn Thies zu erkennen. Kleine Schwankung« in der Intonation ab­gerechnet. blieb hier (wie auch t den übrigen Progrcunm- nnmmern) die Ausführung von latent Gelingen begleitet. Herr Thies fand allseitigen Beifall. Der Franksürter Bastion Herr Heinr. Hub unterstützte dc. ^>«zer' durch den air- sprechenden Vortrag verschiedener Oher pat'ioti'-b'n Inhalts, von denen besonders dasSturn,^" von V Pis md das Matrosenlied" von Bcffelt sich uy wirksam erwiese:; der .Sterbende Soldat" von Svecht m-. a j§ verletzend in olcher gegenwärtigen Zeit zurückgewieser werden In Hern E. G e l b a r t aus Frankfurt war e« Pianist' zur Han. der sowohl die Flöten- wie die Gesar^s«!: gewandt bsg.itete. Durch die Rezitation meist neuerer Vaterländischer Gechte" wußte sich Herr C. Hub aus Fr^surt vani/st: wo es sich um Gedichte humorvollen, heiteren Inhalts chäudee die allgemeine Zustimmung des Publikums zu er lyse -n.

Aus Stadt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Ijeereslteferungen.

Soeben hat das Kriegsministerium ein Verzerchnis aller Gegenstände, welche d:e Heeresverwaltung in größeren Mengen beschafft, im Druck veröffentlicht. Das Verzenhnrs ist nach Gattungen alphabetisch geordnet und g:bt genau an durch welche militärische Stelle die einzelnen Gattungen ge­kauft werden; es ist also für alle Gewerbetreibenden und Kausleute, die mit Heereslieserungen zu tun haben, von großem Jnteresie. Um es schnell und leicht zu verbreiten, hat e§ der Hansabund mit Erlaubnis des Kriegsminffterrums abdrucken lassen. Der Abdruck ist in beliebig vielen Exem­plaren von der hiesigen Ortsgruppe des Hansabundes gegen Erstattung der Portokosten von 10 Pf. zu beziehen.

Neues aus afier weÄ.

Bier Kinder von einem 31W übertatste». Bern. 29 Avril. Ein schweres Unglück v« sich in Men

(Mark) zugetragen: Dort überfuhr d-r Polener Zng/er gegen 3 Uhr diese Station passiert, vier Kinder, drei Knen und ein Mädchen, die den Familii n zweier 'Bahnb>.amtene- hörten. Zwei K-mben und das 1 llädchen waren sofort,t. während der dritte Knabe, ein a chtjähriger Junge der ir Sette geschleudert wurde, mit ein« r schweren Gehir-rersche- rung in das Krankenhaus nach Fürstenwalde viwdracht we-n mußte. Das Unglück.ist dadurch entstanden, daß die Kffr, die auf den Geleffen sich tummelte t. de» heranbraus« nden g nicht gewahrten.

Das Liebesdrama eines K> iegsfreiwilligen. W. T5.

Stettin, 29. April. (Nichtantlich.) Aus Licheskumr erschoß der 18jährige kriegsfreiwilägc Artillerist Willi Har seine 15jährige Braut Liesbetb Sl hulz. Die Eltern des D«. chens wollten das Liebesverhältnis nicht dulden. Das Mäd,i fft deshalb aus der elterlichen W chnung entwiche:;. Als c Vater es aus der Wohnung Hartzers abholen wollte, gab c junge Mann einen Schuß aus das» Mädchen ab. welches in: Schläfe getroffen lvurde, während er sich durch einen Scs in den Mund entleibte. Der To!d trat bei beiden ans: Stelle ein.

Ein Erdbeben. W. T.-B. Hohenheim bei Stuttn 30. Avril. (Nichtamtlich.) Die Erdbebenwarte u«e!det: V gangene Nacht wurde von dev hiesiger: Jnstrwmeuten ziemlich starkes Fernbeben ausgezeichnet Der H« scheint in etwa 7000 Meter Entier aung zu liegen. Die grüßt Ausschläge erfolgte:: 3 Uhr 20 pHm Die Apparate war über VA Stunden in Tätigkeit.

Ein schweres Brantznnglück. W. T.-B. Inasbru > 29. April. (NiMamtlich) Infolge unvorsichtigen Hantiere: mit Spiritus brach in dem Gemeiiidesmtal in Völs am Schle: Feuer aus. Das Gebäude wurde eingecffchrrr. Drei P« sonen sind verbranrch. 's , " WA

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