Wiesbadener lagWatt.
«8. Jahrgang.
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Verlag: Langgasse 27.
IT, 50© Avormrrrten.
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Pa. 487. Fernsprecher No. 52 . Donnerstag, den 18. Oktober.
Fernsprecher N». 52.
1900.
flbend"Ausgab®.
Kan^lerwechsel.
Urplötzlich ist ein Kanzlerwechsel eingetreten. „Onkel Chlodwig", der schon so oft vor seiner Demission gestanden haben soll, ist nun definitiv gegangen, und mit einer freundlichen Handbewegnng, ohne jeden Groll und ohne Bitterkeit, hat er dem Grafen Bülow seinen Stuhl überlassen. In den letzten Tagen tauchten zwar wieder, wie so oft schon, neue Gerüchte über eine akut gewordene Kanzlerkrise auf, aber sie wurden im Großen und Ganzen in politischen Kreisen mit Gleichmuth ausgenommen. Nachdem Fürst Hohenlohe während des letzten halben Jahres so gut wie ganz ans dem Getriebe der Politik ansgescbiedcn war, haben sich seine Freunde wie seine Gegner gründlich mit dem Gedanken vertraut machen können, daß er in absehbarer Zeit einen Nachfolger erhalten werde, vielmehr, daß er selber mit Rücksicht auf sein hohes Alter den Kaiser bitten werde, ihm die Last der Verantwortung für die Neichspolitik ab- zunehmen, an der er neuerdings doch nur einen dekorativen Antheil gehabt hat. Das stärkste Interesse, das dieKanzler- fragcdcr letzten Zeit darbot, beruhte nicht in der Person des letzten Inhabers des Amtes, sondern in der seines Nachfolgers. Indessen auch in dieser Beziehung läßt sich ein bemcrkens- werther Unterschied der Lage von derjenigen beim Rücktritt des Grafen Caprivi und nun gar des Fürsten Bismarck wahrnehmen. Man wußte zur Genüge, daß jeder Reichskanzler nur die Politik des Kaisers ausführen wird, daß der Kaiser in Wahrheit sein eigener Reichskanzler ist, und daß selbst ein sogenannter starker Mann nur der Mandatar des kaiserlichen Willens wäre.
Als Nachfolger Hohenlohes wurden zunächst genannt Botschafter Fürst Eulenburg-Hertefeldt in Wien, Fürst Hohenlohe- Langenburg in Straßbnrg und Fürst Hatzfeldt in Breslau. Aber Keiner von ihnen, von denen sich vielleicht Jeder auf den Kanzlersesscl gefreut hat, ist erwählt worden, viel
mehr eine andere Persona gratissima, der energische Leiter unserer auswärtigen Politik, der Staatsminister Graf Bülow. Früher schon wurde er als der kommende Mann bezeichnet, und unter den gegenwärtigen Verhältnissen mag er vielleicht die geeignetste Persönlichkeit sein, die zu dem hohen Amt berufen werden konnte. In der verhaltniß- mäßig kurzen Zeit, in der Bülow die Zügel der auswärtigen Politik führt, hat er gezeigt, daß er dies
Geschäft mit Festigkeit im Sinne seines Herrn zu verrichten weiß. Er hat sich aber auch als ein Mann
von einer gewissen Objektivität und von verbindlichem Wesen erwiesen. Ob er mit dem Kaiser in allen politischen Fragen durch Dick und Dünn gehen wird, das muß erst die Zukunft lehren. Einen leichten Stand hat der neue Reichskanzler nicht, und in wenigen Wochen, nach der Einberufung des Reichstages, wird er gleich zeigen können, welche Kling- er zu schlagen vermag. Die Chinafrage ist ganz dazu angethan, einen Prüfstein dafür abzugebcn, ob er nur ein Diplomat oder ein Mann ist. Ist er beides vereint, so wird er jedem Einsichtigen willkommen sein.
lieber die Kanzlerkrise liegen folgende Depeschen vor:
hd. Kerstin, 17. Oktober. Ein gewöhnlich von konservativer Seite informirter Berichterstatter verbreitet die Meldung, daß Fürst Hohenlohe im Begriff sei, zu gehen. Gegenwärtig bestehe eine Krisis und in den nächsten Tagen werde die Entscheidung fallen. Fürst Hohenlohe habe kürzlich seinen Vertrauten mitgetheilt, er werde den Kaiser darüber befragen, ob er ihn trotz seines hohen Alters noch weiter im Amte belassen oder ihni seinen Abschied geben wolle. Als Nachfolger des Fürsten werden nach demselben Berichterstatter der Botschafter Fiirst zu Enlenbnrg, der Statthalter Fürst zu Hohenlohe-Langenburg und der Oberpräsidcnt von Schlesien, Herzog von Trachcnberg, genannt. — In derselben Angelegenheit schreibt der Lokal-Anzeiger": In hiesigen wohl unterrichteten Kreisen wird der gleichzeitigen Anwesenheit des Fürsten Hohenlohe, des Grasen Bülow und des Herrn v. Lucanus in Homburg besondere politische Bedeutung bcigelegt. Man will wissen, daß der Rücktritt des Reichskanzlers
bevorstcht. Sicher ist, daß Fürst Hohenlohe ernstlich cimts- - »mbe ist und sich mit Nücktrittsgedanken trägt, worin er von seine» Angehörigen bestärkt wird. Ob er seine'Entlasfung bereits eingcrcicht hat, rst noch nicht bekannt. Vielleicht hat die schwere Erkrankung der Kaiserin Friedrich die Entscheidung hinausgeschoben. Man nimmt aber an. daß eine solche jedenfalls noch ' vor dem Zusammentritt des Reichstages, wenn nicht schon in den nächsten Tage» fallen wird. — Die „Post" bezweifelt, daß die Meldung über den angeblich bevorstehenden Rücktritt des Reichskanzlers etwas Anderes zur Grundlage hat, als die in der letzten Zeit allerdings wieder stärker gewordenen Krisengerüchte in der Presse, die bisher ohne BestätiglNig geblieben sind.
hd. Köln, 17. Oktober. Der „Kölnischen Zeitung" wird aus Berlin gemeldet, Reichskanzler Fürst Hohenlohe habe gestern sein Rucktrittsgesiich cingereicht und dasselbe sei vom Kaiser angcnomiuen worden. lieber den Nachfolger des Fürsten Hohenlohe liegen zur Zeit zuverlässige Meldungen noch nicht vor.
IM fjotnl»,*« v. tr. H.. 17. Oktober. Staatssekretär Graf v. Bülow traf heute Vormittag zum Vortrag beim Kaiser hier ein.
KKkkk, 18. Oktober. Eine Extra-Ausgabe der „Kölnischen Zeitung" meldet ans Homburg v. d. H., 17. Oktober: Der Kaiser vollzog heute die Ernennung des Staats- , Ministers Grafen v. Bülow zum Reichskanzler, preußischen Minister-Präsidenten und Minister der auswärtigen Angelegenheiten.
hd. Köln, 17. Oktober. Die „'Köln. Ztg." schreibt zu dem Rücktritt des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe: Die Nachricht von dem Rücktritt des Fürsten Hohenlohe vom Reichskanzlern»», sowie vom preußischen Ministerpräsidium und Ministerium der Auswärtigen Aiigelegcnheiten bietet dem größeren Publikum eine gewisse llcbcrraschung, wenn auch Eingeweihte dies seit Längerem haben voranssehen köniien. Politische Beweggründe spielen jedenfalls bei dem Rücktritt eine mehr nebensächliche Rolle. Der Hauptgrund ist darin zu suchen, daß der Fürst immer mehr die Last seines h»hen Mters zu fühlen begann und infolge seines schwankenden Gesundheits- zustallder sich nicht mehr im Stande fühlte, die ganze Verantwortlichkeit zu tragen, die mit seinem arbeitsreichen Dienst verbunden ist.„ Das Blatt zollt dem Reichskanzler für seine sechsjährige Thatigkeit ernste Worte der Anerkennung »ud sagt u. 51.: Diejenige dämpfende und zurückhaltende Thatigkeit, die der Fürst in der Stille seines Arbeitszimmers ausgeübt und die wohl erst späteren Generationen in ihrem ganzen Umfange bekannt werden wird, dürfte am höchsten einzuschätzen sei».
ll<1. Kerli», 18. Oktober. Mit dem Ka nzle rw c ch sc l beschäftigen sich jetzt nur einige Morgenblätter, da denselben der Rücktritt Hohenlohes und die Ernennung des Grafen Bül»w zum Nachfolger erst in später Ilbendstunde zugegangcn ist. Die „Deutsche Tageszeitung" sagt, der Rücktritt Hohenlohes sei nicht ein Ereigniß von besonderer politischer Bedeutung mehr. Das „Kleine Journal" schreibt: Nie vielleicht hat sich der Abgang eines ersten Dieners der Krone bei uns zu Lande ruhiger abgespielt als bei dem des Mannes, dem nian l>ente de» politischen Nachruf zu halten bat. Fürst Hohenlohe ist nicht gestürzt. Er bleibt im Vollbesitz des Vertrauens und der Wohlgewögenheit seines kaiserlichen Herrn ohne Zwist und Auseinandersetzung. Die
.,Rassische Zeitung" sagt, der scheidende Reichskanzler blicke auf eine Laufbahn reich an Erfolgen und Ehren, aber auch reich an Mühen und Sorgen zurück. Fiirst Hohenlohe, als Nachfolger des Grafen Caprivi, wurde von dessen Gegnern vertrauensvoll begrüßt. Graf Bulow erfreut sich der vollsten Gunst des Kaisers und gilt als der eigentliche Urheber der jüngsten Flottenvermehrung. Das „Berliner Tageblatt" schreibt: Fürst Hohenlohe darf wegen des, was er gewollt, der Anerkennung der Mit- und Nachwelt sicher sein, wenn auch das, was er vollbracht, weit hinter den Erwartungen zurückbleibt, die an seinen Eintritt ins Reichskanzleramt von Hoch und Niedrig geknüpft worden waren. Sein Nachfolger wird sich sagen müssen, daß es nur emen Weg gicbt, das Reichskanzleramt segensreich für die Allgemeinheit zu gestalten, nämlich es im Geiste der Reichsverfassung zu üben und im steten Bewußtsein der Verantwortliches' die cs ihm auferlegt. — Der „Börseu-Couricr" sagt: Graf Bulow hat sich als Diplomat bewährt und nun werden wir sehen, wie er für die neuen Handelsverträge seine junge Kraft elnziisetzen und Hindernisse sachlicher persönlicher 'Art zu beseitigen gedenkt. — Die „Volkszeitung" meint: Der Rücktritt des Fürsten Hohenlohe hätte zu keinem für die Reichsregierung ungünstigere,, Augenblick erfolgen können, als Mi gegenwärtigen. _ Für die Opposition sei eine Situation geschaffen, die ihr die größten moralischen Erfolge bei der ganzen Nation sichert, wenn sie die Debatte im Reichstage mit rücksichtslosester Scharfe führe. Der „Vorwärts" schreibt: Der dritte Kanzler des Deutschen Reiches hat sich von seinem Platze geschlichen, der Kanzler des Verhinderns, der inuner mehr zum unaufschiebbaren Kanzler wurde. Es ist sonderbar, daß Fürst Hohenlohe sich plötzlich dazu entschlossen hat, den Kanzlersessel zu verlassen. Roch sonderbarer ist es aber, daß er erst jetzt diesen Schritt thut. Er hätte einen würdigen Abgang in der ersten Zeit der China-Krisis gefunden. Sei» Rücktritt bedeutet jetzt, wo es gilt, dem Reichstage Rechenschaft abrulegen. die schärfste Verurtheiiung der gc- saimnten China-Politik des Grafen Bülow.
üch Wien, 18. Oktober. Die Blätter schreiben zum Rücktritt des Furitcn Hohenlohe, daß derselbe keine Ueberraschung bringe. Höchstens müsse man sich darüber wundern, daß Fürst Hohenlohe seine Demission erst jetzt cingereicht habe. Kaiser Wilhelm werde sicherlich dafür sorgen, daß der neue Reichskanzler mit aller Kraft für Deutschlands China-Politik eintrete. Fürst Hohenlohe habe nie ein Hehl daraus gemacht, daß er mit der China-Politik des Kaisers nicht einverstanden sei.
Dentsches Aeich.
Mattste als Vertreter der Defensive.
Eine überaus werthvolle Festgabe zu Moltkes hundertjährigem Geburtstage überreicht der Große Generalstab durch Veröffentlichung der taktisch-strategischen Aufsätze des Feldmarschalls aus den Jahren 1857 bis 1871. Auch der Nichtfacyniann wird diese im Mittler'schen Verlage erschienenen Materialien . aus dem schriftlichen Nachlaß des großen Fcldherrn mit einem Interesse lesen, das ebenso der lichtvollen Form wie dem bedeutenden Inhalt gilt. In einem ausführlichen Vorwort wird eine fesselnde Charakteristik von Strategie und Taktik Moltkes gegeben. Vielfach wird es überraschen, hier zu erfahren, daß Moltke im Grunde genommen ein Mann der Defensive ivar; nur die Umstände haben es zumeist so gefügt, daß er die Offensive ergriff, und so haben Mit- und Nachwelt eigentlich Unrecht, wenn sie gerade in ihm den Vertreter der allein erfolgverheißenden Angriffstaktik scheu möchten. „Er ist stets der Ansicht geblieben", so heißt cs im vorliegenden Gcueralstabswcrk, „daß es vor- theilhaft sei, sich angrcifen zu lassen und erst über den erschütterten Gegner offensiv herzufallcu; zugleich aber erkannte er wohl, daß in der Wirklichkeit die Verhältnisse nur selten gestatten, das theoretisch Beste praktisch durchznsühren".
Frnttletorr.
Londoner Brief.
Khaki-Majioeitüt. — Goschen als Biograph seines deutsche, Großvaters. — Nell Gwhn ans ver Bühne. — Drur» Laue-Drama. — Khaki-Drama. — Deutsches Theater nn deutsche Polizei in London. — Frisches Fleisch von de,
Antipoden. — Ueberbrückung des Aermel-Kanals.
—, 15. Oktober.
Die letzten Wochen waren in England einmal wiede vornehmlich politischen Ereignissen gewidmet, den Wähler Wohl war man sich lange darüber einig, daß bei de herrschenden Stimmung die Neuwahlen wiederum eine Khaki Majorität im Unierhans ergeben würden, und die Er Wartung ist ja nun auch eingetroffen, wenn auch die Jingo etwas enttäuscht sind, daß diese Mehrheit nur dieselbe ge blieben ist, wie im letzten Parlament, statt noch weiter an zuschwcllcn. Aber es hat dennoch an Aufregung uni lärmenden Demonstrationen nicht gefehlt.
Und das Land wird auch fürs Erste nicht zur Ruh komnien, jedenfalls nicht bis zur Neugestaltung des Kabinetts r • ^«n* belang nur baS Ausscheiden eines der bis
Origen Mitglieder bekannt geworden, des Marineministeri fv.lv 1 ' der sich im Alter von 69 Jahren nach Ruh LI'or °.” r , tt)eu i0ft* n § den seit vielen Jahren gehegten WuuscI Gi n&hA* » dringen will, eine Biographie seines deutsche, Di.-bi-v bekannten Verlegers der namhafiestei
enbioett ^äffischen Periode deutscher Litleratur, zu be schon in k , i ^währte Staatsmann, der übrigens selbs gland geboren und sich unbedingt als Englände
betrachtet, war aber stets — und nicht ohne Grund — sehr stolz ans den verdienten deutschen Ahnen, der mit den hervorragendsten Männern seiner Zeit in regem Verkehr stand und mancherlei Briefe und andere werthvolle Papiere von der Hand derselben hinterlassen hat. Und so dürften wir gerade in Deutschland der Veröffentlichung des Werkes mit besonderem Interesse entgegeiisehen.
Die Theater haben meistens schon ihre gewohnten Herbst-Dramen vom Stapel gelassen, die, wenn einigermaßen erfolgreich, dann den ganzen Winter hindurch — und noch länger — Abend für Abend hernntcrgespielt werden. Zwei Bühnen haben sich Nell Gwhn zur Heldin auserkoren, das bekannte „Orange Girl", das dann als Maitresse Karl II. die Ahnmutter zweier noch heute blühender herzoglicher Häuser Englands wurde. Es ist nicht das erste Mal und auch wohl kein bloßer Zufall, daß in dieser Weise zivei Stücke, die denselben Gegenstand behandeln, in ztvei verschiedenen Theatern gleichzeitig anfgeführt werden. Denn die Erfahrung hat gelehrt, daß das Interesse des Publikums in mehr als nur verdoppeltem Maße für den Gegenstand rege gemacht wird, und wer einmal die eine Bearbeitung desselben gesehen, gewöhnlich auch Verlangen danach trägt, die andere Auffassung der Sachlage kennen zu lernen und Vergleiche darüber anzustellen; und so dürste der „Lnglisb Nell“ ebenso wie der „Nell of Old Drury“ wohl eine lange Laufbahn beschieden sein.
Im Drurh-Lane-Theater ist für den Winter wieder das gewohnte Ausstattungsstück mit bekannten Scenen aus dem Londoner Leben losgelasse», die, wenn auch ohne einen Ziisanimenhang ganz kaleidoskopisch an einander gereiht, in ihrer sinuberückenden Großartigkeit der Ausstattung und in
ihrer „melodramatischen" Handlung herzerhebende und erbebende Knalleffekte erzeugen. Da haben wir eine Debatte im Parlament, wo der Premierminister, der eben einen ausländischen Spion auf frischer Thal ertappt und ebenso frisch mit eigner Hand medergeschossen hat, infolge der dadurch verursachten Aufregung nun plötzlich selbst tobt znsammenbricht; ferner eine große Hochzeit in der Wcst- minster-Abtei mit einem wunderbare» Aufwand von Toiletten- pracht; eine höchst effektvolle Scene auf einer vielbesuchten Londoner Schiitlschuhbahn, dem Niagara Skating Rink, und schließlich und vor Allem die auf der Bühne uns vorgeführte Kollision zwischen einem großen lransatlantischen Dampfer und einer Vcrgiiügungshacht. Was für eine großartigere Schaustellung könnte man wohl verlangen? Die hier gebotene bringt Dekoralionsmaler und Costümicrs, Figuranten und Coulissenschieber aber auch in der Thal aus die Löhe ihrer Kunst.
Was wir in dem sonst ganz nach stereotypem Rezept angeferligtcn Drurh-Lanc-Drama dieses Mal vcrniissen, ist eine Scene aus einem der letzten kleinen Kriege der Engländer, an denen sie ja nie Mangel haben, mit einer entsprechenden Quantität britischen Männermuthcs und Kanonendonners. Dafür hat uns aber das „Lyceuin" bereits ein Drama geliefert, das den llnterdrückuiigs- krieg gegen die Buren zum Hinlergnuid hat, ja und m glänzenden Farben zu verherrlichen bestimmt ist. Brag- ging like a Britain — das britische Prahlen — das ein [° ganz besonderes Kennzeichen des Engländers von heute ist, niachl sich in diesem Drama natürlich ebenso geltend, wie es das so lange schon in den Tingeltangel-Theatern, deit Brutstätten des Jingoismus und Khakiismus, gethan.
