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Sette 4._Mbend-AuSgabe. Erstes Blatt.

rungen hat. sich auszuvehnen, wie es die übrigen Nationen besitzen. In einer Unterredung mit einen: Schriftleiter derWorld" erklärte Dernburg u. a., die Ver­bündeten müssen sich als geschlagen betrachten, so­lange es ihnen nicht gelungen ist, den Krieg auf deutsches Gebiet hinüber zu spielen. Trotz aller Vorteile wird Deutschland sicher bereit sein, einen ehrenvollen Frieden zu schließen, sobald seine gerechten Forde­irungen anerkannt werden.

Eine weitere Äußerung Dernburgs.

Von der holländischen Grenze, 29. April. Nach einem Telegramm derCentral News" ließ am 26. Staatssekretär a. D. Dernburg eine Äußerung veröffentlichen, worin er die amerikanischen Blätter wegen ihrer Parteilichkeit für die Verbündeten angrisf. Insbesondere wandte er sich gegen die tadelnden Bemerkungen solcher Blätter gegenüber der Verwendung von Stickgasen und führte aus. die 1 Franzosen hätten wiederholt solche Mittel angewandt, seien aber deswegen nicht angegriffen worden, wogegen augenblicklich die größten Beschimpfungen gegen Deutschland gerichtet würden, weil es ebenso handele. Deutschland habe kein Vertrauen auf die Unparteilichkeit der ^Bereinigten Staaten, die daher nicht als vermittelnde Nation anerkannt werden dürften. (Ob diese Äußerungen, die, wie dieKöln. Ztg." bemerkt, an sich durchaus zu­treffend sind, durch die englische Telegraphenagcntur ge­nau wiedergegeben sind, muß dahingestellt bleiben.) Widerlegung eines törichten Gerüchts.

Unter dieser Überschrift läßt sich dieKölii. Ztg." aus Berlin melden: Infolge der Reise, die Prinz Heinrich von Preußen Ende Juli v. I. nach England unternahm, waren allerlei törichte Gerüchte entstanden, daß der Prinz nicht im deutschen Lande sei. Um endlich auf Grund unwider­leglicher Informationen dieses Geschwätz als grundlos kenn­zeichnen zu können, hat sich die Schriftlcitung derAllgeme:- inen Zeitung" in Chemnitz in einem Schreiben u n m i t t c l - bar an den Prinzen Heinrich gewandt und darauf aus Kiel unterm 22. April nachstehende, die eigenhändige Unterschrift des Prinzen tragende Antwort erhalten:In Erwiderung Ihres Schreibens vom 15. d. M., welches erst heute, nach einer iBesichtigungsreise in Flandern, zu meiner Kenntnis ge­langte, erlaube ich mir, Ihnen mitzuteilen, daß ich den mir chon meinem obersten Kriegsherrn angewiesenen Mosten seit A u s s p r u ch der M o b i l m a ch u n g bis auf den Heutigen Tag innehabe und alle dieser Tatsache zuwider- laufenden Gerüchte auf Erfindung beruhen. Heinrich, Prinz pon Preußen, Großadmiral."

Die Höchstpreise für Reis.

W. T.-'B. Mannheim, 29. April. (Nichtamtlich.) Da der Bundesrat in seiner Verordnung über den Verkehr mit Reis die Höchstpreise wesentlich unter dem Tagespreis ifestsetzte, so hat, wie dieNeue Bad. Landesztg." meldet, der Vorstand der Mannheimer Börse eine Eingabe an den Bun- chesrat gemacht. In derselben wird darauf hingewiesen, daß ckie Preise in keinem Verhältnis zu den Tagespreisen stehen und daß dies auf den gesamten Handel von lähmendem Ein- ,fluß sei, weil man befürchten müsse, daß die Gesetze, die be­reits herausgekominen sind, auch für andere Nahrungsmittel eintreten. Es wird deshalb die dringliche Bitte ge­äußert, die Höchstpreisfestsetzung einer Nachprüfung zu -unterziehen, bei welcher den tatsächlichen Preisen vcrhältnis- uiäßig besser Rechnung getragen wird.

Deutsches Reich.

* Regelung der Branntweinfrage für Mai. DerReichS- vnzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung des Stellver­treters des Reichskanzlers über die Freigabe von Branntwein zur Versteuerung im Mai 1915. Danach dürfen im Mai unverarbeiteten Branntwein gegen Entrich­tung der Verbrauchsabgabe diejenigen Personen in den freien Merkehr überführen, welche es im Betriebsjahr 1913/14 getan chaben, und zwar bis zu zwei vom Hundert der von ihnen im iDetriebsjahr 1913/14 versteuerten Menge.

* Bundcsratsbeschlüssc. In der Sitzung des BuudcsratS gelangten zur Annahme: der Enttourf einer Änderung der Bekanntmachung über das Ausmahlen von Brotge­treide vom 5. Januar 1915; eine Vorlage, betreffend Fest­setzung des Höchstbetrages der Mittel zur Unterstützung der Gemeinden auf dem Gebiete der Kriegswohlfahrtspflege, und der Entwurf einer Verordnung über die Verwendung des Erdölpechs.

* Zum Wiederaufbau Ostpreußens. Königsberg. Jä9. April. Auf Anregung des Oberpräsidcnten ist eine Zentralstelle zur Vermittlung von Bauarbeitern mit dem Sitz £» Königsberg gegründet worden. Der Zweck dieser Zentral, stelle ist, den Bauarbeitern Gelegenheit zur Arbeit am Wiederaufbau Ostpreutzeirs zu geben.

Bus Stadt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Kriegsauszeichnungen.

Mit dein Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse ausgezeichnet Wurde der Houptmann im Landwehr-Jlffanterie-Regiment 73 Emil M e n n e ck e, Schwiegersohn des Rentners Peter Blies in Wiesbaden.

Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielten: der Vizefeldweüel Jak. Ege r. o I f aus Wiesbaden, der Verfasser der kürzlich in »userer Romanbeilage unter dem TitelPolnische Wirtschaft" veröffentlichten Kricgserlebnissc; der Feldwebel Wilhelm Keller im Füsilier-Regiment v. Gersdorff (Kurh.) Nr. 80 und der in demselben Regiment stehende Füsilier Karl Weiß ans Wiesbaden; uiid der Ofsizierstellvertretec Willy Lemp, Sohn des verstorbenen Amtsaistvalts Lemp in Wiesbaden. Sein älterer Bruder, Diplomingenieur Waldemar Lemp, hat diese Auszeichnung bereits vor längerer Zeit erhalten.

Die Württembergische Tapferkcitsmedaille in Silber wurde dem Oberschlvcizer Mathias Zeltler 'der Milchkur- ^mstalt Kraft in Wiesbaden verliehe».

Die Hilfsbereitschaft unserer Feldgrauen.

Eine Sammlung des 18. Armeekorps.

Die Gemahlin des kommandierenden Generals des 48. Armeekorps, Frau v. S ch e n ck, hat in Frankstirt a. M. eruc Sammlung für die im Feldzug erblinde­ten Soldaten veranstaltet. Im Anschluß daran erging ftn die Truppen des Korps der folgende Aufruf:

Die Gemahlin Sciiier Exzellenz des kommandicren- den Herrn Generals ist an die Spitze eines Ausschusses zur

Wiesbadener Tagblatt.

Sammlung üou Unterstützungen für die im Feldzug er­blindeten Soldaten getreten uiid hat mich gebeten, auch un­ter den im Felde stehenden Offizieren des Armeekorps für obigen Zweck zu sammeln.

Für Verwundete und Verstümmelte wird bereits weit- geheiid gesorgt; für Blinde, die Unglücklichsten unter den Unglücklichen, ist fast noch nichts geschehen. Und gerade diese sind nicht mehr in der Lage, irgend einem Beruf nachzu­gehen, und fremder Warte und Pflege bedürftig. Ihre Zahl ist groß. Es soll versucht werden, ihnen eine sorgenfreie Zukunft zu bereiten und dadurch ihr trauriges Los etwas leichter zu gestalteu.

Drum gebe jeder, dem gesunde Augen erhalten sind, mit denen er, so Gott will, die kommende Größe Deutsch­lands schauen darf.

Auch die kleinste Gabe wird dankbarst angenommen, gez. v. Poschinger,

Major und 1. Adjutant des Generalkomnrandos 18. Armeekorps."

Das Ergebnis dieses Aufrufs war überwältigend: es kqm eine Summe von rund 41000 M. zusammen! Man­cher einfache Musketier und Kanonier hat in geradezu rühren­der Weise dazu beigetragen, daß für seine bedauernsioerten erblindeten Kameraden diese schöne materielle Unterstützung zusammenkam.Der hocherfrenliche Erfolg der Sanimlung", heißt es in einer Bekanntgabe des Generalkommandos an die Soldaten,zeugt von dem kameradschaftlichen Geist uiid dem regen Mitgefühl mit dem Geschick unserer Verwundeten." Im einzelnen steuerten zu der Sammlung bei: die Offiziere, Beamten und Mannschaften des Generalkommandos 936.70 Mark, die 21. Infanteriedivision 17141 M., die 25. Infan­teriedivision 16 360.90 M., das Rekrutendepot Hanr 996.16 M., der Offizierausbildungskurfus 79 M., die Munitionskolonnen 1751.65 M., die Trains 1759.75 M., die Feldlazarette 372.27 Mark, die Offiziere der Fliegcrabteilung Nr. 27 70 M die Korpsferrisprechabtcilung 294.10 M., die Intendantur, cinschl. Kriegskasse, 83 M., die Feldpost 40 M., der Minenwerferzug 100 M., die Eskadrons der Armee-Reserve 200 M. Ein Kirchenkonzert in Ham ergab 422.93 M.

Wohlfahrtseinrichtungen und Rechtsfragen.

DerVerein für Auskunft in Woylfahxts- einrichtungen und Rechtsfragen" hielt am Diens­tagnachmittag unter dem Vorsitz der Frau Pro-f. v. W i l m seine Generalversammlung imArbeitsamt". Dotzheimer Straße 1, ab. Nachdem die Schriftführerin, Frl. Zizold, das Protokoll verlesen hatte, gedachte die Vorsitzende in war­men Worten des dem Verein durch den Tod eiitrifsenen Bureauleiters, Herrn Geheimrat Meyer, mrd teilte mit, daß der zweite Kassenführer, Herr General G Y n s von R e k o w s k i, zu den Fahnen geeilt ist uiid sich dort bereits viit Ruhm bedeckt hat. Sodaiui gab sie an der Haiid von ein­zelnen kennzcichneuden Fällen ein Bild der Tätigkeit der Abteilung für Wohlfahrtsfälle im verflossenen Jahr. Es wur­den mancherlei Auskünfte über Wohlfahrtseinrichtungen er­teilt, manchen Bitisuchenden und aus Feindesland Vertriebe- iien über die schwere Zeit der Not durch zinslose Darlehen und sonstige Unterstützung hintveggeholfen. Wie alljährlich, wurden einige Kinder in demVerein für Sommerpflege" untorge- brc^ht, 12 Familien zu Weihnachten beschert usw. Auch an den Sammlungen, wie z. B. zum Besten der Sanitätshuirde. der Bücherei im Felde usw., die durch den Krieg bedingt sind, beteiligte sich der Vereiii durch Geldspenden.

Herr Assessor Dr. Bohr berichtete über die Abteilung für Rechtsfragen. Der Verein ist dem Verband der deut­schen gemeinnützigen und unparteiischen Rechtsauskunfts­stellen angeschlossen. Im Berichtsjahr wurde die Sprechstunde, die abends von 6 bis 7 Uhr Dotzheimer Straße 1 unentgeltlich für Unbemittelte abgehalten wird, von 1900 Frauen und 709 Männern besucht. Die Zahl der Männer lvar ivohl infolge des Krieges gegen das Vorjahr zurückgegangen. 1800 Aus­künfte wurden erteilt und 134 Schriftliche angcfertigt. Es Wurden Fragen aus allen Rechtsgebicten gestellt, und es galt, gar manche falschen Rechtsbegriffe, die zumeist infolge der durch den Krieg veränderten Verhältnisse entstanden waren, zu klaren. Am häufigsten kamen Mietstreitigkeitcn vor. Daneben kehrten Dienst-, ArbeitS- und Eheftrcitigkeiten Klagen gegen uneheliche Väter uiid Nachlatzstreitigkeiten regelmäßig wieder. Den meisten Ratsuchenden war der Gong des gerichtlichen Verfahrens in Zivilsachen, auch in Privat­klagen nicht bekannt. Einer Anzahl Personen wurde bei der Geltendmachung von Ansprüchen aus Kranken-, Unfall- und Jnvalidenversichernng geholfen. Für mehrere Personen wurde Armen- oder sonstige Unterstützung erwirkt. Klagen über Schwindelsirmen (zu deren Bekämpfung der Verband der Rechtsauskunftsstellen eine besondere Zentrale in Lübeck er­richtet Hai) waren hier verhältnismäßig selten.

Der Kassenführer, Herr W c d d i g c », teilte mit, daß sich die Zahl der Mitglieder leider etwas verringert habe. Nach seinem Kassenbericht betrugen die Einnahmen des Ver­eins im Jahre 1914 1895 M. 69 Pf. uiid die Ausgaben 1200 Dt. 8 Pf. Nachdem dem Kassierer Entlastung erteilt worden war, wurde der alte Vorstand einstimmig wiederge­wählt. An Stelle des verschiedenen Herrn Geheimrat Meyer nahm Herr Assessor Dr. Bohr die Wahl znm Bureauleiter an. Zu Kassenrevisoren wurden die Herren Wilhelm Röck und Ernesto Sommer ernannt.

Musterung des ungedienten Landsturms 2. Aufgebots.

Jetzt wird vom Magistrat bekanntgegeben, daß die Musterung u.id Aushebung der von: 1. August 1869 bis 31. Dezember 1874 geborenen unau§gcbiIdetcn Landsturmpflichtigen des- Stadtkreises Wies­baden vom 3. bis 10. Mai stattfindet. Als MusterungS- lokal dient wieder derDeutsche Hof" in der Goldgafse. Die Musterung beginnt jedesmal morgens um 7 Uhr.

Zn stellen haben sich:

am 3. Mai Geburtsjahvgäiige 1869, Buchstabe A bis Z, und 1870, Buchstabe A bis F;

am 4. Mai der Jahrgang 1870, Buchstabe G bis Z; am 5. Mai der Jahrgang 1871, Buchstabe A bis R; am 6. Mai die Jahrgänge 1871, Buchstabe S bis Z, uiid 1872, Buchstabe A bis H;

am 7. Mai der Jahrgang 1872, Buchstabe I bis Z; am 8. Mai der Jahrgang 1873, Buchstabe A bis K; am 9. Mai die Jahrgänge 1873, Buchstabe R bis Z, uiid 1874, Buchstabe A bis G;

am 10. Mai der Jahrgang 1874, Buchstabe H bis Z

Freitag, 30. April 1915.Rr. 800«

Wer ohne genügende Entschuldigung au s b 1 e i b t, hat zu gewärtigen, daß er sofort fcstgenomm» und als unsicherer Hecrespflichtigcr sofort eingestellt wird. Wer wegen Krank­heit nicht zur Musterung erscheinen kann, hat ein behörd» lich beglaubigtes ärztliches Attest einzureichen.

Gesuche um Zurückstellung sind bei dem König!. Polizeipräsidenten einzureichen. Militärpapiere und Unab­kömmlich keitsbcscheinigungen sind nritzubriugen.

Rrkegsbrot.

Wir machen das Publikum darauf auftnerffam, daß der Herr Regierungspräsident angeorünet hat, daß bis zum 51. Mai Weizenmehl dem Roggenbrot zugesetzt werden darf in dcniselben Verhältnis, wie dies bereits in der früheren Be­kanntmachung für den Nlonat April angeordnet wurde. Es handelt sich also lediglich um: eilte VerLängcrung der Erlaubnis bis zum 31. Mai d. I.

Schwalben. Seit einigen Tagen sind die flinken Seg­ler der Lüfte, die Schwalben, in ihre deutsche Heimat zurück- gekehrt, in der sie das schönste Frühlingswetter angetroffcn haben. Hoffen wir, daß das Wetter von Dauer ist, und daß der Mai, der oft seinem Namen Wonnemonat wenig Ehre macht, hält, wa§ die letzten Apriltage versprochen haben. Seit altershor sind die Tage gegen Mitte Mai, am meisten der 11., 12. und 13. Mai, Mamertus, Pankratius und Servatius, wegen ihrer N a ch t f r o st g c f a y r voii Landwirten und Gärtnern gefürchtet. Obwohl nun keineswegs immer um diese Zeit eine Temperaturdcprejsion auftritt, dürfen doch der 10. bis 14. Mai als a:n meisten bevorzugt gelten. Häufig.stellen sich die berüchtigten Nachtfröste schoii vorher, manchmal auch erst nachher ein, sic kommen vereinzelt sogar noch am Schluß des Monats vor. Man muß deshalb vor allem an klaren Tagen, an denen die nächtliche Wärmeausstrahlung des Bodens sehr intensiv ist, ivährend des ganzen Mai auf schädi­gende Kälterückfälle gefaßt seist. Gärtner und Gartenbesitzer können an kühlen Abenden ihre jungen Pflanzen allenfalls durch leichte Bedeckung schützen, Landwirt uiid Obstbauer da­gegen müssen das Wetter hinnehmen, wie es ist.

Wieder ein Schwindler in Uniform. In der letzten Zeit hat sich hier ein junger Mann in der Uniform eines In­fanterie-Unteroffiziers, geschmückt mit dem Bande des Eiser­nen Kreuzes, herumgetrioben, welcher storgab, ein Gemüse­händler namens Georg Merten aus Frankfurt zu sein. Der Mensch hat eine Anzahl von Schwindeleien teils verübt, teils versucht. Bei Militärbehörden, in'Hotels usw. gab er vor, Kartoffeln verkaufen zu wollen, nahm auch in einigen Fällen Bestellungen zu vereiubarlen Preisen entgegen und schloß Lieferungsverträge ab, nach denen die Kartoffeln zu einem vereinbarten Termin ab Würzburg geliefert werden sollten. Zum Schluß verlangte er dann Vvrschüsse auf die Lieferung und hatte dabei in einem Falle Erfolg, ivährend e§ in den an­deren Fällen bei dem Versuch blieb. In Saarbrücken, in Frankfurt, in Mainz, Aachen usw. hat, wie zwischenzeitlich hat festgestellt werden können, der Mann auf dieselbe Art ge­arbeitet. Es ist auch gelungen, festznstellen, daß es sich um den Schriftsetzer Georg Trauner aus Frankfurt a. M. han­delt. Feftgenrmrmen wurde der Schwindler noch nicht.

Ein Mörder? Vor eilier Reihe von Jahren wurde in der Nähe von Rüdesheiin, in dem seitwärts des nach dem Niederwald führenden Weges belegenen Steinbruck, ein Handwerks bursche ermordet gefunden. Die Be­hörden entfalteten damals eine fieberhafte Tätigkeit zur Er­mittelung des Mörders, es gelang ihnen aber nicht, auch nur cinigermaßen Licht in die Sache zu brtiigen. In der neueren Zeit nun hat ein un Schützengraben liegender Soldat sich vorführeu lassen und hat erklärt, daß er der Mörder sei. Ob dem so ist, konnte bisher iwch nicht festgestellt werden. Es gibt möglicherweise noch anderes, was den jungen Menschen zu dieser Selbstanklage geführt haben kann. Heute vormittag fanden vor dcmr hiesigen Gericht Zeugenvernehnrungen in der Sache statt.

Die Verlustliste Nr. 211 liegt in der Tagblattschalter- halle (Auskunftsschaltcr links) zur Einsichtnahme auf. Sie enthält u. a. Verluste des Infanterie-Regiments Nr. 88, der Nescrve-Jnfanterie-Rcgimcnter Nr. 80, 88 uitb 223 sowie des Pionierbataillons Nr. 21.

Kleine Notizen. Die Erneuerung der Lose zur 5. Klasse der König!. Preuß. Kla s s e n l o t t e r t e sowie die Abhebung der Freilose dieser Klasse hat bet Verlust des An­rechts spätestens bis Montag,, den 3. Mai cr.. abends 6 Uhr, zu erfolgen.

Letzte vrahtberichte.

Lin neuer Besuch deutscher Luftfahrzeuge in England.

W- T.-B- London, 30. April. (Nichtamtlich. Reuter.)

Ein Lufffchiff oder Flugzeug warf Brandbomben über Ipswich und W h i t t» n ab. Drei Häuser wurden zer­stört, Menschenleben sind nicht umgekomnren.

W.T.-B. London, 30. April. (Nichtamtlich, Rcutcrmeldung.) Ein deutsches Luftschiff überflog Bury St. Edmunds und warf mehrere Bomben ab. Zwei Häuser gerieten in Brand.

Die Behandlung der H-Boot-Gefangenen in England.

Nr. London, 30. April. (Nichtamtlich. Reutermcldung.) Fm Unterhause sagte McNmnara auf eine Anfrage, betr. die Behandlung.der Gefangenen von deutschen Untersee­boot e n, bis die Festung, die ihnen zur Hast angewiesen werden soll, hergerichtet sei, befänden sich die Gefangenen in Kasernen Haft, und zwar nicht in Einzelhaft. Sie dürften sich zufammen zwischen dem Frühstück und dem Mittagessen und zwischen dem Mittagessen und dem Abend­essen Bewegung machen. Während gelvisser Stunden sei das Rauchen gestattet. Offiziere dürften die Turnhalle benutzen, die als Rauchsaal eingerichtet sei. Die Verpflegung bestehe in der von der Regierung für gewöhnliche Kriegs­gefangene vorgesehenen Kost. ES sei aber gestattet, diese innerhalb gervisscr Grenzen aus den Mitteln, die ihnen von Freunden geschickt würden, aufzubejscrn. Die Offiziere er­hielten täglich 2 Schilling und 6 Pence >uid dürften Briese schreiben und empfangen sowie Pakete in bestimmten Zeit­abschnitten entgegennehmen. Allen Gefangenen sei die Mög­lichkeit gegeben, sich deutsche uud englische Bücher anzu- schaffen. Sie. brauchten nicht zu arbeiten, könnten es aber, wenn sie cs wünschten. Den Mannschaften sei gestattet, die Offiziere zu bedieneii und ihre Räume zu reinigen. Die Ge- fangenen von Unterseebooten würden von wideren Kriegsge­fangenen getrennt gehalten.