Wiesbadener Tmblstt
#8. Jahrgang.
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Verlag: Langgasse 27.
2^,FOO Avonrrenten.
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Ul». 419* Fernsprecher No. 52. KüMstklg, iS*U 1B. OÜLob>ek. Fernsprecher N». 52. 1900.
Abend -^Msgafae.
Französische Regier ungömnsiregt ln.
Unser Pariser re-Korrespondent schreibt uns: In ungefähr drei Wochen, nämlich am 6. November, soll die Dcpulirtcnkammer ihre Session beginnen, um das Budget zu berathen. Dieser Zeitpunkt ist auf jeden Fall zu spät geivählt, da es kaum möglich sein wird, das ganze Budget noch im Laufe dieses Jahres zu votiren. Man wird daher gezwungen sein, die Diskussion in das Jahr 1901 hinein zu verlängern und sich für den Beginn deS Jahres mit Interims zu behelfen. Dieser Uebelstand hat sich bereits im vergangenen Jahre bemerkbar gemacht, in welchem die Session Mitte Oktober eröffnet wurde. Damals benutzte die Regierung als Vorwand für die späte Einberufung der Kammer den Verschwörungsprozeß von Döroulede und Genossen an der Raute 6our, während ihr jetzt ein solcher ernster Grund fehlt. Es wird zwar eingewcudet, daß die Friedensstimmnng der Weltausstellung nicht gestört und den vielen Fremden nicht das Schauspiel der wüthenden Sccnen, die in der französischen Dcputirtenkammcr so gewöhnlich sind, geboten werden sollte. Stichhaltig ist diese Ausrede nicht, denn während der ersten Zeit der Ausstellung tagte die Kammer und an heftigen Scencn war ebensowenig Mangel, als an Fremden, welche deren Zeugen wurden.
Der eigentliche Grund der späten Einberufung der Abgeordneten ist einerseits ganz einfach das Bedürfnis; der Negierung, die wohlthätige Ruhe der Ausstellungsperiode so lange als möglich zu geniesten; andererseits und vielleicht hauptsächlich aber, um dieser Negierung möglichst Zeit zu geben, durch ihre Verordnungen Freund und Feind ihre wahren Intentionen klarznlege» und mit offenen Visir der Opposition cntgcgcntreten zu können.
Hatte die Ausstellung mit ihrer allgemeinen Friedens- dusclei der Regierung eine gewisse versöhnliche Haltung aufgcnöthigt, die sich namentlich in den Reden des Präsidenten der Republik bei Gelegenheit der grosten Manöver und beim Bankett der Bürgermeister kundgab, so zeigen die letzten Mastnahmen die ausgesprochene Tendenz, mit diesem Verhalten zu brechen. Krieg, unerbittlicher, erbarmungsloser Kampf gegen alle klerikalen, nationalistischen oder auch nur gemäßigten Elemente und Parteien des Landes ist die Losung.
Bei keinem Minister zeigt sich dieser Kampfesmuth so entschieden und so schroff als beim Kriegsminister Andre, also gerade bei Demjenigen, welcher am meisten den klcrilal- reaklionären Einflüssen ausgesetzt ist. Mehr als irgend ein Anderer, scheint dieser entschlossen, den Kampf mir dem Pfaffen- und Junkerthum bis ans Ende anszufechten und in seinem Ressort von Grund aus mit den römischen Sendungen aufzuräumen.
Ich habe bereits in einem früheren Artikel der Reform- Maßnahmen an der Militärschule zu Saint-Chr Erwähnung gethnu, welche die Wulh der ganzen reaktionären Presse
Feuilleton.
Königliche Schauspiele.
Freitag, 12. Oktober: Gastdarstellimg der Signora Eleonora Düse mit ihrer italienischen Gesellschaft, zum ersten Mal: „La Gioconda“. Tragcdia in 4 atti di Gabriele d’Annunzio.
Nun hat Wiesbaden endlich auch die berühmte italienifdie Sd)aufpielerin kennen gelernt, und mit ihr den berühmtesten oder wenigstens vielgenanntesten italienischen Dickster der Gegenwart. Aber nein, kennen gelernt wohl kaum. Denn um die beiden wirklich kennen zu lernen, dazu gehört die intimste Kenntuiß der italienischen Sprache in allen ihren Feinheiten. Nur ganz Vereinzelte von denen, die gestern das Theater bis auf den letzten Platz füllten, mögen diese Kenntnis; besitzen. Leider gehören wir nicht zu diesen Wenigen, die sich gestern Abend so glücklich schätzen durften, allen Vorgängen auf der Bühne mit vollstenr Sprach- vcrständniß folgen zu können. Noch weniger gehören wir zu den Zahlreiche», welche keck behaupten, man könne aus der Lebhaftigkeit der Gesten, wie bei einer Pantominie, den Inhalt „verstehen". Ilm einigermaßen das Spiel zu begreifen, haben wir uns also schleunigst einer „Eselsbrücke" bedient und die bei I. Fischer kn Berlin erschienene Ucbersetzung der Tragödie gekauft. Diese Ucbersetzung genügt schon, um uns einen Einblick in die Bedeutung des Dichters zu verschaffen. Durch Zeitungsnotizen ist er uns fast nur als eine komische Figur, halb Knabe, halb Gigerl, bekannt geworden. Das Buch jedoch sagt uns, daß in seiner Hülle ein Genius wohnt, der mit durchdringendem Bllck i» der Seele der Menschen liest, und der in wunderbarer Stilklarheit, knapp und poetisch zugleich, das Geschaute niederzuschrcibcu weiß. Nicht umsonst soll Leo XIII., der feine Sprachkenner, den für den Index empfohlenen modernen Slttenrevolutionär pardonirt haben mit dem Bemerken, das wäre tvcnigstcns einmal ein italienischer Dichter, der italienisch zu schreiben verstünde.
entfesselte. Und doch war diese geringfügige Reinigung nur der Anfang zur Demokratistrung der Armee und zur Ausscheidung des pfäsfischen Elements aus derselben, wozu dieser republikanische General — ein weißer Rabe im französischeu Heere — gewillt ist.
Sein zweiter, minder heftig kommeutirter Schritt, den Offizieren die in einem Lande der „Egalito und Liberia" herrschenden Rechte einznräumen, indem er sie bei Eiu- gehnng ihrer Ehen der Bevormundung des Ministeriums entzog, zeugt von wirklich liberaler Auffassung seiner Stellung. Wohl die schärfste Maßnahme des Kriegsministers ist aber die, daß er von der Liste der Stipendisten der polytechnischen (militärischen) Schule und der Militürschule von Saint-Cyr alle diejenigen erbarmungslos strich, welche in kongreganistischen Mittelschulen erzogen wurdest. Dieses Verhalten läßt an Schärfe nichts zu wünschen übrig, und es ist fast zu fürchten, daß sich das Sprichwort bewahrheitet: „Allzu scharf macht schartig". Wie noch erinnerlich sein dürfte, hatte die französische Regierung einen Gesctzcsantrag im Sinne gehabt, wonach alle ehemaligen Zöglinge kongreganistischer Anstalten von der Kandidatur auf staatliche Anstellung ausgeschlossen sein sollten. Der Widerstand war zu heftig, als daß dieses Gesetz hätte dnrch- gefnhrt werden können. Das Verhalten Andres scheint eine Wiederaufnahme dieses Gesetzesvorschlags anzuzcigen, oder aber zu verkünden, daß die Negierung allmählich im Ver- ordnnNgswege durchführen will, was sic in ein Gesetz zu fassen nicht im Stande war.
Parallel mit dem Kriegsminister handelte der Minister des Innern, indem er die höhere Administration, die Präfekturen und Unter-Präfekturen von allen verdächtigen Elementen zu reinigen bestrebt ist. Und wenn wir hinznfügen, daß im Unterrichtsministerium eine ähnliche Bewegung be- vorstcht, so erhellt daraus, daß die Kammer zu erregter Opposition genügend Stoff finden wird. Die Negierung kann sich auf die heftigsten Angriffe gefaßt machen, die sie bisher während ihres verhältnistmäßig langen Bestandes zu bestehen hatte. Ihr energisches Auftreten zeigt aber, daß sie im Vertrauen auf die mit der Zeit fest eingewurzelten republikanischen und liberalen Gefühle der Mehrheit der Bevölkerung diesen Angriffen ruhigen Blutes entgegensicht.
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Deutsches Reich.
* fjof- und perfonal-Rachrichte». Die anderwärts verbreiteten Nachrichten über den Gesilndheitsznstand der Kaiserin Friedrich wurden gestern Nachmittag durch folgendes Bulletin des Hofmarschallamts richtig gestellt: Die Kaiserin Friedrich, seit längerer Zeit leidend, hat im Verlauf der letzten Tage eine akute Erkrankung nberstanden, deren Folgen nach Ansicht der Acrzte in Kurzem wieder behoben sein werde». — Der „National-Zcitung" folge wird in Homburg v. d. H. die Krankheit der Kaiserin Friedrich als ein äußerst schncerzhaftcs Nierenleiden bezeichnet, welches auch das Allgemeinbefinden in erheblicher Weise beeinträchtigt. — Professor Nenvers ist nach Schloß Friedrichshof abberufen worden. Derselbe wurde bereits früher wiederholt von der Kaiserin Friedrich konsultirt und hat auch dem Kaiser damals ausführlichen Bericht erstattet. — Das Kaiserpanr wird, dem „Lokal- Anzeiger" zufolge, bis Montag in Honiburg v. d. H. bleiben.
* Berlin, 13. Oktober. Der Bundesrath wollte die vorgestern ivegen der Feier auf der Sanlburg ausgesetzte Pleuarsitzunc- heute abhaltcn. Auf der Tagesordnung dieser Sitzung stand ». A. die Berathuna des Gesetzentwurfes, betreffend die freiwillige Gerichtsbarkeit im Staate und kleinere Etats. Die Festsetzung des Termins für die Einberufung des Reichstages wird, wie ein Beruchterstattcr zu melden weiß, in der heutigen Sitzung des Bundesraths zur Sprache gebracht werden.
* Unn-Icha» im Lleichc. Zinn Kaiserfest ans der Saalbnrg hatte auch der Rcichstagsabgeorduete Müller-Fulda als Vertreter des Wahlkreises, zu dem die Saalburg gehört, eine offizielle Einladung erhalten. Er hat derselben Folge'geleistet. — In Posen treffen, dem „Beil. Tagebl" zufolge, zwei Kommissare des Kriegsmunstenums ein zur Festsetzung der Bedingungen für die Entfestigung, nachdem das Staats,ninisteriüm dieselbe beschlossen hat. Man darf hierin ein Zeichen erblicken, daß der Kostenpreis des Geländes ermäßigt worden ist.
Ausland.
* Gefterrrich-Ungarn. Die Blätter bringen die Nachricht von der bevorstehende» Abberufung des Gesandicu am Vatikan, Nevcrtcrn, und dessen Ersetzung durch den Grafen Welsershcimb. Dccs soll mit Vorgängen im Vatikan in Verbindung stehen, welche eine Verstimmung in Wiener Negicrungskrcisen hervorgerufen haben. (Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Wien: Zur Abberufung des Grafen Rcvertera soll der Umstand bcigetragen haben, daß auf den, Palais, in dem sich die österreichisch-ungarische Gesandtschaft beim Vatikan befindet, anläßlich der Ermordung des Königs Humbert keine Trauerfahne gehißt war, ein Vorfall, der seiner Zeit das peinlichste Aufsehen in Nom erregte.)
* Italien. Die Strafkammer in Catania ro (Unteritalicn) vcrurthcilte gestern den anarchistischen Advokaten Messina wegen Verherrlichung des Königsmordes zu 10 Monaten Ge- fängniß und 830 Lire Geldbuße. Messina hatte im Kreise einiger Kollegen seiner Gcnugthuung über den Tod Humberts Ausdruck gegeben, worauf ihn der ebenfalls anwesende Staatsanwalt sofort verhaften ließ.
* Frankreich. Die Arbeiten der Zuckerprämien-Vor- konferenz dürften End- der Woche abgeschlossen sein. Man glaubt, daß zwischen Deutschland, Oesterreich und Frankreich eine Einigung bezüglich ihrer Haltung auf der Brüsseler Konferenz erzielt werden wird.
* Rußland. Eine neue große russische Eisenbahn- linie wird vielleicht demnächst zur Ausführung kommen. Sie soll die Hauptstadt mit Odessa verbinden. Selbstverständlich haben diese beiden Großstädte seit langer Zeit eine Eisenbahnverbindung, die aber einen gewaltigen Hinweg macht. Die Orte liegen nämlich unter demselben Mendian, und ihre Entfernung in der Luftlinie beträgt nur etwa 1500 Kilometer. Die gegenwärtige Eisenbahnverbindung aber macht einen weiten Bogen nach Westen und Ist über 1900 Kilometer lang. Da nun außerdem auf einer Linie, die Petersburg und Odessa geradezu von Nord nach Süd verbindet, noch mehrere bedeutende Städte liegen, z. B. Kiew mit 260,000 Einwohner», Mohilew mit 45,000, Witcbsk mit 70,000 Einwohnern, so wird jetzt die Verlegung einer neuen Eisenbahn in dieser Richtung ernstlich erwogen. Die Dauer der Eisenbahnfahrt zwischen den beiden Großstädten würde danach von 49 auf 27 Stunden abgekürzt werden.
* Rumänien. Die letzte Note der bulgarischen Regierung in Aiigelegcuheitcn der Bestrafung koniproiuittirter Mitglieder des mace- donischen Comites ruft neuerdings große Erregung'hervor. Gerüchtweise verlautet, daß die Abberufung des rumänische» Vertreters in Sofia bcvorsteht.
* Türkei. Behufs Verhütung weiterer Grenzzwischcnfälle finden mit der russischen Negierung Verhandlungen statt wegen Errichtung militärischer Blockhäuser längs der russisch-türkischen Grenze.
Die „Gioconda" gehört zum Genre der Rautendelein-Werke, die jetzt so häufig auftauchen und den Künstler im Vcrhältniß zu seiner Fleisch gewordenen Inspiration, zu seiner greifbaren Muse, und in Zwiespalt mit seinen weltlichen Pflichten zeigen. In diesem Stücke ist der begabte Bildhauer Lucio Settala von seinem Modell Gioconda, übrigens einem schönen und vornehmen Weibe, so bestrickt worden, daß er ini Widerstreit zwischen Gatte und Künstler, zwischen Pflicht und Liebe, Hand an sich legt. Aber Silvia, sein Weib, hat den Schwerverwundcte» dem Tode abgeruugcn, hat sich, wie es den Anschein hat, des geliebten Mannes Liebe dauernd wieder erkämpft. Schnell jedoch erwacht in den: Reuigen der schaffende Phantasiemenscb, der Künstler, aufs Neue und damit die Sehnsucht nach seiner Muse, die ihn zu herrliche» Werken begeisterte. Ein Brief Giocondas bringt ihn, »wie wir aus seiner Unterredung mit dem befreundeten Maler Cosimo entnehmen, bald wieder ans dem Gleich- gewicht. Die bangende Gattin empfindet cs und beschließt, den Geliebten der Ander» zu entreißen, indem sie ihr persönlich eutgcgentritt. Dies Zusammentreffen — cs geschieht im entlegenen Studio des Künstlers — bedeutet den Höhepunkt der Handlung. Mit bitteren Schmähungen überhäuft Silvia die Feindin, die erst ruhig bleibt und entgegnet, daß sie ein höheres geistiges Recht an Lucio habe. Aber Silvia erkennt diese Musenschaft nicht an. Nicht die Körperschöne Giocondas, sagt sie, habe das Schaffen Lucios beflügelt, sondern sein eigener Genius, und nur List und Verführung habe ihn in Bande geschlagen. Bei dieser Beleidigung braust Gioconda auf. Sie, sie sei es, tvelche die Urheberin seiner herrlichen Statue sei, und um der Andern ihren ideellen Besitz daran handgreiflich zu beweise», stürzt sie ins Nebcngemach, das Bildwerk zu zertrümmern. Gioconda, bestrebt, die Arbeit des geliebten Mannes vor der Rasenden zu schützen, wird von der niederstürzenden Figur getroffen; ihre beiden schönen Hände werden ihr zerschmettert. Nicht genug mit dieser Tragödie: im letzten, vierten Akte siudcii wir die Wiedergenescne ohne Arme in ihrer mütterlichen Villa am Meere. Ein nixenhaftes, halb irres Mädchen, ein wunderbares Geschöpf herrlicher Dichter- >
Phantasie, wie es die Bühnendarstellung leider nie so zart, so spirituell und verführerisch schaffen kann, ist die Erste, die durch ihr Zusammensein mit Silvia die schreckliche Verstümmelung bei der armen Frau deutlich macht. Dann treffen Silvias Schwester und ein lvürdiger alter Freund, Lucios früherer Lehrer, ein. Sic können ihr in Bezug auf den Gatten keinen Trost bringen, er ist fern und ganz in den Banden Giocondas. Aber sic bringen ihr Töchterchen Beata. Das Stück schließt mit der rührenden Scene, wie die unglückliche Mutter sich zärtlich zu ihrem sie stürmisch begrüßenden Liebling neigt, verzweifelt, daß sic ihn nicht mehr zu umarmen vermag. Eine rührende, erschütternd« Tragödie. Aber so sehr d'Annunzio den Charakter der Märtyrerin Silvia zeichnet, er, der Künstler, hat in seinem Stück keine Verintheilung für Diejenige gefunden, welche hier grausam ein eheliches Glück zerstörte. Gioconda kann nicht gegen ihre Natur und gegen ihre Schönheit, und der Dichter hängt seinem Stück vielsagend einen Theil aus dem dritten Gesang der Ilias an, jene Strophe», wo die trojanischen Fürsten über dem Stadtthor sitzen, die schöne Helena cinhergchcn sehen und sich zuflüstern:
Nein, nicht ist zu verargen dem Danaervolk und den Troern,
Das; sie um solch ein Weib ausharren im Elend.
Einer Unsterblichen gleich erscheint sie ja wahrlich an Schönhci..
d'Annunzio- Stück leidet an technischen Schwächen, insonderheit wirkt der letzte Akt ein wenig verfehlt, aber seine Scclcn- malerei ist im höchsten Grade fesselnd und seine einfachen Worte sind herrlich. Geradezu klassisch in Form und Geist sind die Worte, die er den Künstlern über ihre Kunst in den Mund legt, ihr begeistertes Schwelgen in Formen und Farben. Ein solllj tiefes, bewegtes Vcrständniß für da« innere Wesen der Kunst kann niemals ein Laie, niemals der Durchschnittskünstler, niemals auch der wägende Kritiker offenbaren, das kann nur ein sclbstschaffcndcr, gottbegeistertcr und gottbcrauschter Meister.
Und die Darstellerin der Silvia und ihre Truppe? Nichts als schlichte, durchgeistigte Natur, aber kein „Naturalismus", der nur das Aeußerliche und Platte giebt. Hier handelt es sich um
