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Bern», ausge führt. Um rücht -u sinken, versuchte der Wauzerkreuzer, aufStrandzu laufen. Wer 10 0 M a n n Von der Besatzung wurden von Fischerbooten aus der Um» Hebung und von dem Personal der Signalschiffc gerettet.
Weitere Einzelheiten:
W. T.-B. Rom, 28. April. (Nichtamtlich) Die „Tribuna" Meldet: Ter Panzerkreuzer „Leon Gambetta" wurde 26 See- Meilen von der italienischen Küste von einem Torpedo getroffen. Im Augenblick des Unglücks befand sich der Chef der Signal st atron Santa Maria di Leuca mit dem Machgeschwader, welches dort seinen Liegeplatz hatte, in Der Nähe. Es eilte herbei, ohne sich durch die Gefahr schrecken Zu lassen. Der „Leon Gainbctta" hatte starke Schlagfeiten und konnte seine funkentelegraphischen Einrichtungen nicht mehr gebrauchen; er mutzte sich treiben lassen in der Richtung Scirocco. DaS Schiff wurde von der Besatzung verlassen und kam außer Sicht.
108 Gerettete der Besatzung von 720 Mann.
W. T.-B. Brindisi, 27. April. (Nichtamtlich) 8 Uhr abends: Die „Agencia Stesani" meldet: Nach den bisherigen Fest
stellungen wurden von der Besatzung des französischen Panzerkreuzers „Leon Gambetta" 108 Mann gerettet.
Die Hilfeleistungen der Italiener.
W. T.-B. Brindisi, 27. April. (Nichtamtlich. Meldung der „Agencia Stefan:") In Archetracht der dringenden Notwendigkeit, den Schiffbrüchigen des französischen Kreuzers „Leon Gambetta" zu Hilfe zu kommen, sind italienische Torpedobootszerstörer und Schleppdampfer von Brindisi und Otranto zum Rettungswerk ansgesandt worden.
— Bis 5 Uhr nachmittags waren 60 Personen gerettet.
IV. T.-B. Rom, 27. April. (Nichtamtlich) „Gioruale d'Jtalia" berichtet aus Brindisi: Da der drahtlose Telegraph auf dem Panzerkreuzer „Leon Gambetta" nicht betriebsfähig war, wären die Verluste an Menschenleben sehr groß gewesen, ivenn dieItaliener von der Signalstation nicht zu Hilfe gekommen tvären, Hilferufe nach allen Seiten ausgesairdt und trotz tiefer Nacht mit ihren Booten das Rettungswerk begonnen hätten. Sofort seien fast alle in wer Nähe befindlichen Fischerboote und einige Torpedoboote bei dem fast gänzlich überfluteten Panzerkreuzer, dessen Besatzung 720 Manu betrug, eingetroffen. Alle Tor- pcdobootszerstörer aus Brindisi und Otranto und andere Schiffe aus Tarant sind zur Stelle uud suchen die Gewäffer nach allen Richtungen ab. Viele Ärzte mit Sanitätsmaterial sind sofort angekommen. Fünf Persoiien von den 108 Geretteten sind verwundet. Da die Besatzung zur Zeit des feindlichen Angriffes schlief, sind viele Personen ohne irgendwelche Kleidung. Die Behörden 'in Tarant Wurden angewiesen, Kleidungsstücke bereitzustellen.
Berliner pressestimmen.
Berlin, 28. April. (Ktr. Bln.) Zu der Torpedierung des französischen Panzerkreuzers „Leon Gambetta" durch ein österreichisch-ungarisches ll-Boot schreibt Persius im „Berl. Tageblatt": Zum zweitenmal darf sich die Unterseeboots- Waffe der öfterreichisch-urigarischen Marine eines stolzen Erfolges rühmen. Der neue Erfolg wird das Vertrauen in die Schlagfertigkeit der Flotte in den österreichisch-ungarischen Landen beleben und wird der Marine selbst den Ansporn zu lueiteren kühnen Taten geben. Dcrtz ihr hierbei reichliche Er-
- folge beschieden sein mögen, ist unser aller Wunsch.
Im „Berl. Lokalanzeiger" heitzt es: Für die französische Flotte, die bisher rwch keine Gelegenheit gefunden hat, sich in diesem Kriege auch nur im mindesten auszuzeichnen, bedeutet der neue Verlust nach dem Untergang des „Bouvet" in den Dardanellen eine neue schwere Heimsuchung. Unsere Bundesgenossen beglücktvünschen wir von ganzem Herzen zu ihrer schneidigen Tat, der hoffentlich bald noch weitere gleichwertige Streiche folgen werden.
Die „Germania" sagt: über diesen neuen Erfolg der uns verbündeten Flotte herrscht im Deutschen Reiche nicht weniger Freude und Genugtuung als in der Donaumonarchie selbst.
In der „Deutschen Tagcszeituug" sagt Graf Reventlow: Ms kann kein Zweifel sein, datz die ausgezeichnet ausgebildete und von unternehmendem Geist beseelte Flotte unserer Bundesgenossen alle Aussicht hat, bei planvollem und kühnem Vorgehen fernerhin noch hervorragendere Ergebnisie zu erzielen als bisher.
Äußerungen der italienischen Presse.
IV. T.-B. Rom, 27. April. (Nichtamtlich) „Gioruale d Jtalia" sagt zu dem Untergang des französischen Panzerkreuzers „Leon Gambetta": Dies ist der zweite Angriff eines Unterseebootes auf französische Kampffchiffe. Die Brauchbarkeit der Unterseeboote für den Seekrieg bestätigt sich also immer mehr. Das Unterseeboot griff in der Nacht bei Mondschein an. „Tribuna" berichtet dagegen, datz zur Zeit des Angriffs schlechtes Wetter mit hohem Seegang und Nebel herrschte.
Jur Beurteilung der Kriegslage.
Von General d. Inf. z. D. v. Blume.
IV?)
Berlin, 23. April.
(Schluß.)
Die volkswirtschaftliche Kriegsbereit» schaft Deutschlands hat sich überhaupt fester begründet erwiesen, als man im Auslände geahnt hatte. In Deutschland selbst hat es in dieser Hinsicht nicht an Bedenken gefehlt. Wir müssen uns erinnern, daß der Gedanke an die Möglichkeit eines so tief und so umfassend in alle Lebensverhältnisse eingreifenden Volkskrieges wie des gegenwärtigen sich bei uns erst seit wenigen Jahrzehnten, etwa seit 1887/88, im Zu- sammenhange mit dem starken wirtschaftlichen Aufschwungs des Landes, besonders auf den Gebieten der Industrie und des Handels, und mit den sich erweiternden Aufgaben der auswärtigen Polftik des Reiches entwickelt hat.
Dadurch ist immerhin erklärlich, daß die Wichtigkeft der Beziehungen, die in einem Kriege der gedachten Art zwischen den militärischen und volkswirtschaftlichen In- teressen des Landes bestehen, bei Ausbruch des gegen- wärtigen Krieges noch nicht in allen beteiligten Kreisen Awm Bewußtsein gekommen war. und daß infolgedessen ,in der volkswirtschaftlichen Vorbereitung des Krieges
^ .,*) B«Ä. St 180, 190 un* 164 „Wiesbadener Taa-
Wirsdavruer TagttaN. as. April isis. Nr. m.
noch manche Lücken bestanden. Gleiches giü von den Vorbereitungen zur Überwindung der Schwierigkeiten sozialer Natur, die mit einem solchen Kriege unvermeidlich verbunden sind. Aber dank den kerngesunden Grundlagen unseres Staatswesens und Volkstums, der überall entflammten Vaterlandsliebe, Op fe r fre u d i g k eit und Hilfsbereitschaft ist cs verhältnismäßig schnell gÄungen, auf allen Gebieten des wirtschaftlichen und sozialen Lebens Zustände herzustellen, die für die Dauer des Krieges, wie lang sie werden inag, nicht nur erträglich sind, sondern auch den un geschwächten Fortbestand unserer Volkskrast gewährleisten.
Als wirtschaftliche Kriegsvorarbeiten, die sich als mustergültig herausgcstellt haben, verdienen die deni finanziellen Gebiete angehöreirden hervorgehoben zu werden. Sowohl unsere staatliche wie unsere volkswirtschaftliche Finanzkraft hat sich als so solide begründet erwiesen, daß wir uns als den weitestgehenden Anforderungen gewachsen betrachten dürfen, die der Krieg in dieser Beziehung an uns noch stellen mag. Vieles hat zur Erreichung dieses Zieles zusammen- gewirkt. Aber hohe Anerkennung verdient auch die weitblickende Fürsorge, die die führenden Kreise unserer Finanzwelt, an ihrer Spitze die Leitung der Deutschen Reichsüank, unserer finanziellen Kriegsbereitschaft rechtzeitig zugewandt haben. Nicht in gleichem Maße vorbereftet waren wir bei Ausbruch des Krieges u. a. auf die eingetretene Möglichkeit, daß wir bezüglich der Volksernährung ganz allein auf unsere eigenen Mittel angewiesen sein könnten. Inzwischen ist es gelungen, Anordnungen zu treffen, die uns gestatten, auch in dieser Beziehung der Zukunft ohne Sorge entgegenzusohen. Ähnlich verhält es sich mit den mancherlei anderen Schwierigkeiten wirtschaftlicher nd sozialer Natur, die der Krieg erzeugt hat.
Nicht als ab die Daheimgebliebenen sich nunmehr der Notwendigkeit weiterer Opfer und Entsagungen enthoben glauben und untätig den weiteren Lauf der Dinge abwarten könnten! Unerläßliche Vorbedingung der glücklichen Durchführung des Krieges ist vielmehr, daß der Geist, der bisher, wie tm Heere und in der Flotte, so einmütig in unserem Volke geherrscht hat, und dem wir, nächst Gott, in erster Linie unsere bisherigen Erfolge verdanken, u n - geschwächt bis zuletzt lebendig und wirksam bleibe.
Wir sind aller Voraussicht nach vonr Ende noch weit entfernt. S ch w e r e r e s, als der Krieg uns bisher auferlegt hat, kann uns noch bevorstehen. Darüber darf unsere Siegeszuversicht nicht hinwegtäuschen. Berechtigt ist diese nur, so lange sie ans dem u n b e u g- samen Willen der Nation, zu siegen, beruht. Zu dessen Erhaltung imd Stählung nach Kräften mitzuwirken. jede Regung von Kleinmut im Keime zu ersficken, ist deshalb die Pflicht jedes Vaterlandsftoundes.
Der Krieg über §ee.
Stockungen in den chinestsch-fapanischen Verhandlungen.
Die japanische Regierung „hofft noch immer ans eine friedliche Lösung".
W. T.-B. Petersburg, 27. April. (Nichtamtlich.) „Rjetsch" meldet aus Tokio vom 20. April: Infolge der Weigerung? Chinas, die japanischen Forderungen hinsichtlich der Mongolei zu erfüllen, hat der japanische Ministerrat eine Beratung abgehalten, um über den weiteren Gang der Verhandlungen sich schlüffig zu werden. Die japanische Presse verlangt entschiedenes Eingreifen, die Negierung hofft jedoch noch immer ans friedliche Lösung. — Auf den japanischen Werften werden die Arbeiten zur Vollendung von drei Dreadnoughts von je 36 600 Tonnen be- s chl e u n i g t. Der Panzerkreuzer „Kirisima" von 27 500 Tonnen ist bereits in Dienst gestellt wordrn.
Englische Plünderer in der deutschen Südsee.
Br. Rotterdam, 28. April. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Aus Sydney wird der „Times" berichtet, datz im Abgeordnetenhaus ein Mitglied die Freilassung von fünf Soldaten anrät, die das Kriegsgericht zu Gefängnisstrafen von 3 bis 4 Fahren verurteilte, weil sie bei der Eroberung von Deutsch-Neuguinea geplündert hatten. Der Redner erklärte, datz ganze Schiffsladungen von Beute für die Offiziere nach Amsterdam gebracht worden seien, und regt an, die Angelegenheit vor ein Zivikgericht zu bringen. Der Untcrstaatssekretär für die Landesverteidigung gab zu, datz nicht nur Mannschaften geplündert hätten. Ein Kriegsgericht habe mehrere Wochen in Spdney getagt, und seine Verhandlungen hätten Anhaltspunkte für eine Anklage gegen eine Anzahl von Militärs ergeben, die sich demnächst zu verantworten hätten.
Die Neutralen.
Die Teilnahme des Königs von Italien an der Garibaldifeier.
Br. Rom, 28. April. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) In politischen Kreisen hält man die Anwesenheit des Königs bei dem Feste am 5. Mai in Quarto bei Genna gelegentlich der Einweihung des Monuments der g a r i b a l d i a n i s ch e n Freiheitskämpfer von Marsala für sicher. Viele Zeitungen wollen dieser Teilnahme des Königs der bevorstehenden Rede Gabril d'Anuncios eine politische Bedeutung beilegen.
Berufung der italienischen Botschafter nach Rom.
Rom, 27. April. (Frfft. Ztg.) Nach dem „Messaggero" lud die Regierung die Botschafter in Paris, London, Set» l i n und Wien auss neue zu einer Besprechung in Rom ein.
Herrn Giers' warmes Herz für Italien.
Br. Rom, 28. April. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der neue russische Botschafter v. Giers erklärte dem Petersburger Berichterstatter des „Gionarle d'Jtalia", die unfreund- lrche Sprache gewisser russischer Blätter gegen Italien widerspreche dem Wunsche der russischen Regierung. Sobald er in Rom sei, werde er schnell jeden Zwiespalt zwischen den beiden Völkern aus der Welt schufen. *
Tie Deutschenhetze in der italienischen Jugend.
Mailand, 27. April. (Franks. Ztg.) In Baresc, Alesscm» dria, Parma, Verona, Rovigiw und Bari haben nunmehr auch die Mittelschüler den Schulstreik erklärt, aus Solidarität mit Studenten, die den Professor Abraham entfernen wollen.
Ter ruffische Gesandte in Sofia geht.
Wien, 26. April. „Pestcr Lloyd" meldet aus Sofia: Wie verlautet, wird der russffche Gesandte Sawinsky, dessen aggressives Benehmen in der letzten Zeit allgemeines Mitzfallen erregte, ab berufen werden. Das Matt „Dnevnik" gibt in einem Lcitauffatz seiner Genugtuung dar» über Ansdruck.
Zür Reifen nach Oesterreich und nach Ungarn.
W. T.-B. Wien, 28. April. (Nichtamtlich.) Wie bei ver» schiedenen Kultur- und Frsmdenvereinen mehrfach einge- laufcne Anfragen beweise::, herrscht die Ansicht, aus den: Deutschen Reiche kommende Fremde mutzten an der öfter- reichischen Grenze sich einer Schutzimpfung gegen Cholera und Typhus unterziehen. Das Gerücht ist unbegründet. An keiner Grenze fi:ü>en Jmpfmrgen statt. Unerläßlich dagegen ist zum Überschreiten der Grenzen ein ordnungsmäßig er Reisepaß.
Rein Badebetrieb auf den ostfriefischen Inseln.
Br. Leer (Ostfriesland), 28. April. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) In diesem Sommer wird infolge des Krieges kein Badcbetrieb uni) kein Fremdenverkehr auf den ostsriesischen Nordseemseln stattfinden. Für Norderney erfolgte gestern! d:e amtliche Bekanntgabe, daß der Badebetrieb und der Frenwcnverkehr unterbleiben muß.
Der Abgeordnete Peirotes aus Straßburg auSgewiesen.
Br. Karlsruhe, 28. April. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Rach der badischen Presse wurde der franzosenfreundliche Rcichstagsabgeordnete Peirotes, der Mitglied der sozialdemokratischen Fraktion ist ursi) den Wahlkreis Colmar vertritt, gestern abend aus dem Festungsbcreich Stratzburg ausgewicscn. Bis zun: Ende des Krieges wird er in H o l z:n i n d c u Aufenthalt nehmen.
Plenarsitzung der Handelskammer Wiesbaden.
wc. Wiesbaden, 28. April.
Unter den: Vorsitz des Kammerpräsidenten Kommerzienrat F ehr-Flach fand heute vornnttag eine Plenarsitzung der Handelskammer Wiesbaden statt.
Auf Antrag des Ausschusses wurden wiedergewählt: zum Vorsitzenden Kommerzienrat F. F e h r - F l a ch (Wiesbaden), ■ zu seinen: Stellvertreter Geh. Kommerzienrat Dr. W. Kalle (Biebrich), zum zweiten Stellvertreter L. D. Jung (Wiesbaden), zum Kasscnverwalter Hugo Wagemann (Wiesbaden). — Auch die Ausschüsse werden in der früheren Zusammensetzung wieder gebildet.
Der Rechnungsvoranschlag für 1915/16 schließt ab mit 31600 M. Einnahme und 30 000 M. Ausgabe. Als Zuschlagssatz wird der seitherige von 10 Prozent der Gewerbesteuer vorgesehen. Die Gewerbesteuer ist statt früher mit, 30 000 M. jetzt mit 25 000 M. eingestellt. Der Voranschlag wird laut Vorlage gutgeheitzen.
Auf Veranlassung des Deutschen HmrdÄstags hat die Handelskammer Wiesbaden bereits im Herbst 1914 vorläufige Erhebungen über die K r i e g s s ch ä d e n gemacht, deren Ersatz nach dem Kriege beansprucht werden kann. Jedenfalls ist der Kreis der «chadensersatzansprüche weiter zu ziehen, als dies nach dem Kriege von 1870/71 geschehen ist. Allgemein fordert man mehr: 1. Ersatz aller Schäden an beweglichem > und unbelneglichem Eigentum, deren deutschen Reichsange-? hörigen durch unmittelbare Kriegsmaßregeln im Reichsgebiet und den Kolonien verursacht worden sind. 2. Ersatz aller Schäden an Vermögen im feurdlichcn Auslände, die durch Maßnahmen feindlicher Regierungen, z. B. Patentraub, Verschleuderung^ durch Zwangsverwalter, oder der Bevölkerung feindlicher Staate:: oder kriegerischer Maßnahmen entstandene sind. 3. Ersatz aller Schäden an Leben und Gesundheit im feindlichen Ausland, die durch Maßnahmen feindlicher Regierungen oder der Bevölkerung feindlicher Staaten oder kriegersicher Maßnahmen entstanden sind. 4. Ersatz aller Schäden der vom Feürde weggenonnnenen Äer zerstörten deutschen Schisse und für deutsche Rechnung auf neutral«: Schiffen laufenden Ladungen, einschließlich aller Konten. 5. Ersatz aller Schäden und Verluste, welche an deutschen und österreichischen Schiffen und Ladungen entstanden sind, welche ' in neutralen Häfen zurückgehalten oder dorthin vertrieben ' worden siird. Die Reichsregwrung hat daher zwar keine Anweisung erlassen darüber, was unter Kriegsschäden zu verstehen ist, sie hat aber Anmeldestellen für Kriegsschäden errichtet. Diese Anmeldestellen sind eingerichtet: 1. für Kriegs- . schaden im Reichsgebiet; 2. für Kriegsschädcn in Kolonial- uni Schutzgebieten; 3. für Kriegsschädcn in Feindesland, die Zivilpersonen an Eigentum, Leib und Leben erlitten; 4. Schäden an Seeschiffen und deutschen Ladungen;.5. Ver- j lüfte an Pribatforderungen sollen nicht weiter angemeldet j werden, da bei den Friedensverhandlungen grundsätzlich diese Forderunge:: wiederhergestellt werden sollen.
Syndikus Dr. M e r b o t schlägt vor, an die Beteiligten im Bezirk Aufforderung zur Anmeldung ihrer Forde- -} rungen ergehen zu lassen, wie auch zur Aufbewahvung ihrer Schuldiitel. Zu derselben Sache sprechen :u>ch die Kammermitglieder Jung, Möller. Letzterer wirft die Frage auf, ob die belgische Regierung schadensersatzpslichttg sei für die Einstellung eines Filialbctriebs in Antwerpen. Der Syndikus Dr. Merbot glaubt, die Frage bejahen zu sollen. Der Aus-1 schuß schlägt die Vertagung der Sache vor. Demgemäß wird beschlossen.
Der Herr Handelsminister hat alle Handelskammern auf die Einführung einer neuen Stistuugsart der „Deutschen Gesellschaft für K a u f m a:::: s - E r h o l u n g s» Heime" aufmerksam: gemacht, die der Fürsorge für die in dem Kriege verwundeten oder erkrankten Mitglieder des Kaufmannsstandes und der Industrie dienen soll. Hiernach sollen für je 1000 M. der Stsitung 5 Jahre lang alljährlich eine Anzahl kostenfreier VerpslePrngstage (in den ersten : 3 Jahren 50, im 4. und 5. Jahre 35 Tage) in sämtlichen Heimen zur Verfügung gestellt werden. Die Handelskammer ersucht alle Beteiligten, diese neue Stiftungsart zu fördern. —■ Der Kammerpräsident richtet eine bezügliche Aufforderung insbesondere an dre Mitglieder der Kammer. Die EirrrüH» tung hat voLe Anerkennung in allen Kresicn gesunden.
